14473

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

selly
Zitat von Jedi:
Mancher unserer Verhalten liegt etwas tieferliegendes zu Grunde u. da lohnt es sich manchmal,
genauer draufzuschauen

Aber ich bin ja sonst nie sinngemäß „so nett“ wenn mir etwas gegen den Strich geht.
Ich bin sonst sehr entschlossen.
Einzig dieser Mensch hat das in mir ausgelöst .
Mir wäre es lieber gewesen er hätte kommuniziert, meinetwegen auch aggressiv, da hätte ich zumindest eine Möglichkeit gehabt zu reagieren .
Vielleicht hat das Stille mich so beunruhig und verwirrt und ich malte mir aus wie schlecht es ihm gehen mag und das machte mich zu weich.
Aber gut - daraus habe ich definitiv gelernt

Zitat von Jedi:
auch nicht noch selbst vorwerfen, sondern es unter Erfahrungen

Ich werfe mir nichts vor. Sondern es ist einfach mein Rückblick und die Erkenntnis, dass ich mich so nie wieder hergeben werde

22.11.2022 12:15 • x 2 #6046


Jedi
Zitat von selly:
Ich werfe mir nichts vor.

Das ist u. wäre auch richtig so !
Doch nicht wenige fangen irgendwie an, sich auf eine Weise mitschuldig zu fühlen.
Ist dann oft der eigenen Hilflosigkeit geschuldet u. weil man keine Erklärung für die Situation findet.
---------------
Zitat von selly:
Einzig dieser Mensch hat das in mir ausgelöst .

Er kann aber auch nur etwas in Dir auslösen, was schon in Dir schon etwas ist, villt. was Du gerade
sehr vermissen musstest oder etwas anderes.
So ist es auch in Begegnung mit Menschen (Knöpfedrücker), die bei uns einen Knopf drücken u.
bei uns etwas auslösen - meist steckt hinter einem solchen (Schmerz)knopf, wie ich es nenne,
irgendeine noch nicht verheilte Wunde oder ein noch ungelöster Konflikt.
-------------------------------
Zitat von selly:
Vielleicht hat das Stille mich so beunruhig und verwirrt

Nun, wenn Du ein Mensch der Kommunikation bist u. Dinge auch immer frühzeitig ansprichst u. Klarung brauchst,
dann kann ein solches Schweigen schon innere Unruhe auslösen u. Dich ratlos zurücklassen.

22.11.2022 12:53 • x 1 #6047


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
Hallo @Schlüsselkind

Zitat von Schlüsselkind:
(anscheinend hatte er viel Zeit über mich nachzudenken und hat meine Persönlichkeit in ihre Bestandteile zerpflückt).

Nun, wird er Möglicherweise daraus aber auch falsche Schlüsse gezogen haben u. dann eben so reagiert haben ?
Natürlich fehlte ihm da die richtige Lösungskompetenz, um über seine Erkenntnisse über Dich, auch konstruktiv
sprechen zu können.- Vermute ich mal so ?
-----------
Zitat von Schlüsselkind:
Da er m. M. nach in der Vergangenheit nur komplexe/ungesunde Beziehungen führte, sehe ich da bei ihm nachwievor eine große Beziehungsunfähigkeit, trotz jahrelanger Therapie.

Therapieerfolge lassen sich nicht Verordnen u. es kann oft ein sehr sehr langer Prozess sein, gar werden,
bis die Therapie Früchte hervorbringt.
Es bleibt oft die Frage, was hat jemand lernen können, um Beziehungsfähigkeiten u.
Beziehungsstabil werden zu können ?
Bindungsängstler u. auch Verlustängstler kommen gar nicht so selten vor !
Und sicher ist aber auch, dass wenn man schlechte Prägungserfahrungen machen musste, über keine
gesunde Bindung zu seinen Eltern verfügte, bedeutet es nicht, dass man es nicht als der Erwachse auch
noch anders lernen, bzw. Erfahrungen machen kann.
------------------------------------------------------------------------
Zitat von Schlüsselkind:
*Da ich derzeit wegen Krankheit und Erschöpfung selbst in Psychotherapie bin und eine tolle Therapeutin gefunden habe, hatten wir diese Situation und mein Verhalten, kurz besprochen und das hat mich in meinem Verdacht seinerseits bestätigt.

Gut , dass Du für Dich da jetzt auch sorgst

LG Jedi

22.11.2022 13:07 • x 1 #6048


selly
Zitat von Jedi:
So ist es auch in Begegnung mit Menschen (Knöpfedrücker), die bei uns einen Knopf drücken u.
bei uns etwas auslösen - meist steckt hinter einem solchen (Schmerz)knopf, wie ich es nenne,

Ja das ist absolut vorstellbar, in jedem Fall hat er da bei mir was ausgelöst was sicher tief geschlummert hat

22.11.2022 13:13 • x 2 #6049


Schlüsselkind
Zitat von Jedi:
Nun, wird er Möglicherweise daraus aber auch falsche Schlüsse gezogen haben u. dann eben so reagiert haben ?
Natürlich fehlte ihm da die richtige Lösungskompetenz, um über seine Erkenntnisse über Dich, auch konstruktiv
sprechen zu können.- Vermute ich mal so ?


Wir kannten uns recht lange. Sein Verhalten äußerte sich auf den letzten Metern manipulativ. Das war letztendlich alles dann nur noch ein einziges rotes Warnsignal.

Zitat von selly:
Ja das ist absolut vorstellbar, in jedem Fall hat er da bei mir was ausgelöst was sicher tief geschlummert hat


Bitte Triggerwarnung beachten!

Trigger

Eine ihm nahestehende Person hat ein traumat. Erlebnis durchleben müssen, wodurch dann extreme Familienkonflikte entstanden sind. Durch meine Psychotherapie Hypnose/Trauma habe ich mit meiner Therapeutin herausgefunden, dass ich ein ähnliches frühkindliches Erlebnis hatte, was meine körperliche Erkrankung ausgelöst hat. Das hat mich zu der Überzeugung gebracht, dass eine solche Verbindung wie mit ihm eine ungesunde Konstellation darstellt. Durch meinen eigenen Verdrängungsmechanismus konnte ich damals diese Parallele aber noch nicht erkennen, hat mir aber nun sehr geholfen, mein eigenes Verhalten zu verstehen. Es ist gut so wie es ist!



Zitat von Jedi:
Gut , dass Du für Dich da jetzt auch sorgst


Danke! (War schon mal in Therapie, aber erst die jetzige tut mir richtig gut und unterstützt mich. Und wie selly schon so richtig schrieb, man lernt in Allem viel über sich selbst.)

Liebe Grüße in die Runde.

22.11.2022 14:08 • x 3 #6050


Laurien
Hallo zusammen,

Zitat von Jedi:
und Du hast es Dir so bieten lassen u. das für eine längere Zeit.


Zitat von Jedi:
Verständnis bedeutet verstehen wollen, nur das funktioniert so einfach nicht - gerade bei psychischen Erkrankungen.
Denn es stelt sich nicht selten dabei die Frage, was gehört bei einem Verhalten zu Erkrankung - was sind es


Nun, sein Verhalten passte gut zu der beschriebenen Symptomatik von Depressionen. viele Parallelen habe ich auch hier im Thread gesehen. Daher habe ich mich verhalten wie von den Experten empfohlen und vieles auch lange Zeit tatsächlich nicht persönlich genommen. Vielleicht liegt vieles von seinem Verhalten an seinen eventuell nicht nur einem psychischen Problem (mir gegenüber hatte er nur ein paar mal seine Winterdepressionen erwähnt ohne auch auf Nachfrage meinerseits näher darauf einzugehen). Vielleicht ist es aber auch einfach seine Persönlichkeit, die in der ersten Krise seines Lebens hervor gekommen ist. Die Jahre vorher war ja alles gut und ging nur aufwärts bei ihm. Ich musste mich für das selbe immer doppelt und dreifach anstrengen. Ihm schien alles einfach zuzufliegen.

Ja, ich kann seine Situation tatsächlich verstehen, aber damit meine ich nicht seine eventuellen psychischen Probleme, sondern die Probleme, die er wegen der Arbeit hat. Ich selbst lebe täglich damit, dass so eine Situation bei mir eintreten könnte, was auch vor ein paar Jahren fast passiert ist. Natürlich kann ich nicht 100% sagen, wie ich mich verhalten würde. Aber bei etwas bin ich mir sehr sicher: ich hätte nicht keinen Partner weggekickt, der all die Zeit vorher immer zu mir gestanden hat und signalisiert, dass er es nach wie vor tut.

Womit wir hier bei diesem Punkt wären:

Zitat von Jedi:
Das ist richtig, aber eine solche Übertragung geschieht leider gar nicht so selten !


Das verstehe ich nicht, warum da etwas auf den Partner gekippt wird, der nichts mit der Situation zu tun hat.


Zitat von selly:
Einzig dieser Mensch hat das in mir ausgelöst .


Ist bei mir genau so und ich frage mich schon, ob da noch mehr als nur das Verständnis für die Situation an sich zugrunde liegt.

LG

22.11.2022 17:53 • x 2 #6051


Jedi
Zitat von Laurien:
Ist bei mir genau so und ich frage mich schon, ob da noch mehr als nur das Verständnis für die Situation an sich zugrunde liegt.

Ich bin davon überzeugt, dass da was ist u. das ist spannend, dem einmal nachzuspüren.
Oft sind es Dinge, die wir verdrängt oder es aus unserem Bewusstsein, weit in unseren Schatten
verschoben haben. So ist es uns auch nicht mehr präsent - oft gar für eine sehr sehr lange Zeit.
Doch u. das dürfen wir nicht dabei übersehen u. ich habe selbst sehr viel Schattenarbeit machen müssen,
was, wenn man es zulässt, ins Bewusstsein kommen lässt, was wir da so alles verborgen haben.
Unserem Verhalten liegt in der Regel immer einer Erfahrung, die wir gemacht oder machen mussten
zu Grunde.
Um was es sich dann dabei tatsächlich handelt, dass wird sich auch zeigen !
------------------------
Zitat von Laurien:
Das verstehe ich nicht, warum da etwas auf den Partner gekippt wird, der nichts mit der Situation zu tun hat.


Wenn ein Mensch etwas schwieriges in seinem Leben erleben musste u. dies noch nicht vollständig be- u. verarbeitet hat,
dann versuchen manche Menschen, dies von sich wegzuschieben oder zu verdrängen.
Aber es bleibt immer weiter präsent, wenn auch nicht bewusst.
Irgendwann kann sich daraus ein Muster entwickeln u. kommt ein solcher Mensch in eine Situation,
die er nicht beherrschen kann oder dafür keine entsprechende Lösung findet, dann kommt es leicht zur Projektion.
Er projeziert seine noch nicht vollständig geklärte neg, Erfahrung auf den Partner/ Partnerin, denn das erschafft
erstmal für ihn eine Entlastung, was noch selbst in ihm arbeitet u. kann dann sich so oder so sich gegenüber dem
Anderen verhalten. Dabei kann er nicht sehen, was er dem Partner/ Partnerin dabei antut, dass es im Grunde
seine eigenen Konflikte sind, die er nun auf den Partner/ Partnerin projeziert.
Projektion geschieht täglich in sehr unterschiedlichen Situationen u. Weise.

22.11.2022 18:57 • x 3 #6052


A
@Jedi

Danke für deine Ausführungen, wie es dir erging.
Das kann man sich von außen kaum vorstellen, wie es ist seine Gefühle nicht zu spüren.
Mein Freund sagt es auch so, dass er einfach nicht weiß, wie seine Gefühlslage ist und gar nichts dazu sagen kann.
Aber es gibt auch immer Mal Momente, wie soll ich sagen, da schimmern Gefühle durch und sind wieder ansatzweise da. Nur bleibt das nie lange und er wird wieder distanzierter.

In 3 Wochen beginnt seine Therapie. Da hoffe ich, dass es ihm hilft, auch wenn ich weiß, dass es Zeit brauchen wird.

Wo meine Grenze ist kann ich aktuell gar nicht sagen. Noch gibt es zu viele gute und schöne Momente, die wir zusammen haben, als das ich es aufgeben könnte.
Aber ich muss mich weiter in Selbstfürsorge üben, dass es mir gut geht.
Es gelingt schon besser als vor ein paar Wochen.
Und ich schaffe es auch immer öfters es nicht persönlich zu nehmen, wenn er sich zurückzieht.

Da hilft wohl echt nur die Zeit und hoffentlich die Therapie.

Hatte deine Partnerin immer Vertrauen, dass es dir wieder besser gehen wird und ihr wieder eine gute Zeit zusammen habt?

22.11.2022 20:24 • x 1 #6053


Jedi
@Angel_88

Zitat von Angel_88:
Hatte deine Partnerin immer Vertrauen, dass es dir wieder besser gehen wird

Ja, aber nur dadurch, dass ich sehr früh mich in Behandlung begeben hatte u. sie auch über den
Therapieverlauf informierrt hatte. Denke, dass das in Gespräch zu bleiben u. auch etwas zum Therapieverlauf
zu berichten wichtig ist, dies dann zur Vertrauensbildung dazu beiträgt !
Denn woran soll sich sonst die Partnerin orientieren, wenn es da keine Offenheit gibt.
Vertrauen ist gut, doch Wissen gibt mehr an Klarheit !
------------------------------------------------------------------------
Zitat von Angel_88:
Wo meine Grenze ist kann ich aktuell gar nicht sagen.

Wann geht es Dir gut - was fühlt sich für Dich stimmig an - daran kannst Du Deine Grenzen erkennen.
-----------------------
Zitat von Angel_88:
auch wenn ich weiß, dass es Zeit brauchen wird.

Ja, dass kann es u. dann braucht es sehr viel an Vertrauensbildung, für die oftmal recht lange Zeit,
dann auch gemeinsam durch diese Zeit durchzukommen.

22.11.2022 21:07 • x 2 #6054


J
Hallo auch mal wieder von mir

Es sind ja die letzten Wochen ziemlich viele Neue hinzu gekommen und so möchte ich mich auch dazu zu Wort melden, das es auch gut ausgehen kann, obwohl es sich zwischendurch sehr lange Zeit hoffnungslos anfühlte.
Die liebe Selly und ich sind ja so ziemlich gleich lange hier dabei, eine ganze Weile war unsere Situation recht ähnlich, auch ich hörte über viele Monate gar nichts von meinem Freund. Und doch ist es komplett unterschiedlich ausgegangen, wohl auch weil sich mein Freund in Therapie befand/befindet.
Uns hat das erlebt zusammengeschweißt, wir verstehen uns inzwischen ohne viele Worte. So spüre ich wenn es soweit ist, das er bissl Ruhe braucht und sich zurück zieht, dann höre ich auch mal einen Tag nichts von ihm ohne das ich mich deshalb sorge. Ebenso sind aber inzwischen Pläne und geplante Unternehmungen möglich.

Was mir auffällt, ist das hier sehr viel verglichen wird. So ist es bei uns - wie war es bei euch.
Verstehe ich völlig, habe ich auch gemacht, bringt nur leider überhaupt nichts, dazu ist die Erkrankung zu individuell.
Was ich mit der heutigen Erfahrung bestätigen kann, ist das was auch Jedi mir damals schon geraten hatte, schaut gut auf euch, versucht etwas Distanz zwischen euch und die Krankheit (nicht den Erkrankten!) zu bringen. Ihr könnt begleiten, da sein, aber nicht mehr. Bei einem Hirntumor käme auch kein Partner auf die Idee selbst zum Skalpell zu greifen. Und genauso verhält es sich bei Depressionen.
Und dann wartet ab, habt Geduld solange ihr die Situation mittragen könnt und wartet ab was die Zeit bringt.

Lg
Just_me

22.11.2022 22:25 • x 2 #6055


Laurien
Hallo zusammen,

@Jedi
Vielen Dank. Es ergibt nur für mich keinen Sinn. Damit meine ich nicht deine Erläuterungen, sondern so ein Verhalten. Als er mir schrieb, dass er die Beziehung mit mir nicht fortführen könnte, weil das ein Rückschritt in die alte schlechte Zeit wäre und sich die andere wie ein Neuanfang im Leben anfühlen würde, hatte für mich der Spaß dann endgültig ein Loch. Vielleicht schafft es kurzfristig Erleichterung wenn man sich einen Sündenbock erschafft, den die Klippe runterstösst und alles ist dann vermeintlich wieder gut. So ganz eigentlich, tief in sich drinnen, weiß man aber doch, dass man da die Rechnung ohne den Wirt gemacht hat.

Das hat irgendwie was von sich selbst sabotieren. Man zerstört doch nicht wegen einer damit gar nicht zusammenhängenden Sache seine Beziehung, die man selbst die ganze Zeit dem anderen gegenüber als für so schön erklärt hat. Kann natürlich sein, dass er mich die ganze Zeit nur angelogen hat und er mich und unsere Beziehung gar nicht so toll und schön fand, wie er immer behauptet hat. Aber wie armselig wäre das denn, einem anderen Menschen Gefühle vorzuspielen, die man eigentlich gar nicht für diese Person hat?

LG

22.11.2022 22:54 • x 2 #6056


Schlüsselkind
Zitat von Laurien:
weil das ein Rückschritt in die alte schlechte Zeit wäre und sich die andere wie ein Neuanfang im Leben anfühlen würde, hatte für mich der Spaß dann endgültig ein Loch.



Das hat mir mein Gegenüber auch vorgeworfen, da wir uns aus einer alten Zeit her noch kannten, an die er sich nicht mehr erinnern wollte. Weil diese sehr stark seinerseits mit Schuldgefühlen behaftet waren (und immer noch sind) und ich habe gespürt, dass der Kontakt zu mir, ihn immer wieder von Neuem daran erinnert. Was ich selbst nicht nachvollziehen konnte, da ich mit seinen Lebensentscheidungen, die er in der Vergangenheit getroffen hat, absolut nichts zu tun hatte. Die Schuldgefühle haben ihn dann aber immer wieder überrannt und er hat seine Situation auf meine Person übertragen.

23.11.2022 09:22 • x 2 #6057


Jedi
Hi @Laurien

Zitat von Laurien:
Es ergibt nur für mich keinen Sinn.

Damit meine ich nicht deine Erläuterungen, sondern so ein Verhalten.

- Das kann ich gut verstehen !

Doch ist es meist so, Menschen, ob in einer Krise oder in einer anderen villt. schwierigen Lebenssituation,
suchen nach Möglichkeiten, damit umgehen zu können.
Oftmals fehlt es aber der nötigen Kompetenz (nicht erlernt), daZU eine adäquate Lösung zu finden.
So bleibt u. das passiert regelmäßig, kommt es zur Projektion, da dies eine scheinbar einfache Lösung
darstellt - ich projeziere etwas auf den Anderen - was aber in mir ist !
So geschieht das auch mit dem Schuldprinzip - ich beschuldige eine andere Person, um mich von meinem
eigenen Verschulden zu entlasten !
Das geschieht täglich so, ob im Privatenbereich oder im Job !
----------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Laurien:
er die Beziehung mit mir nicht fortführen könnte,

weil das ein Rückschritt in die alte schlechte Zeit wäre

Da hast Du ein klassisches Beispiel, einer unverarbeiteten Lebenssituation - wo er durch eine Neue,
nun für sich eine Erklärung seiner Entscheidung gefunden hat.
So brauch er sich nicht weiter mit der schlechten Zeit auseinanderzusetzen - eine sehr einfache Lösung,
die er für sich gefunden hat.
------------------------
Zitat von Laurien:
die andere wie ein Neuanfang im Leben anfühlen würde,

Ist in seinem Gedankenkonstrukt klar, da jetzt mit der Neuen, die schlechte Zeit nicht mehr die Wichtigkeit hat.
Doch sicher kann man sagen, dass es möglicherweise der Neuen, dies auch mal passieren kann,
dass die schlechte Zeit, wenn es mal nicht so gut läuft, wieder eine Rolle spielen könnte.
----------------------------------
Zitat von Laurien:
wenn man sich einen Sündenbock erschafft, den die Klippe runterstösst

Es muss noch nich einmal ein Sündenbock her, sondern es wurde eine Lösung gefunden,
wo es an der nötigen Problemlösungskompetenz gefehlt hat.
----------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Laurien:
Kann natürlich sein, dass er mich die ganze Zeit nur angelogen hat

und er mich und unsere Beziehung gar nicht so toll und schön fand

Muss so gar nicht gewesen sein.
Doch wenn da schon ein neuer Mensch im Leben da ist u. man nicht auf bestimmte Ressourcen einer
Problemlösung zurückgreifen kann, dann kommen manchmal so unreife Situationen dabei heraus.
------------
Zitat von Laurien:
wie armselig wäre das denn, einem anderen Menschen Gefühle vorzuspielen,

Villt. hat er Dir gar nichts vorgespielt ?
Nur jetzt braucht es eine Erklärung, für sein neues Leben - eben ohne Dich .
Aber es ist nicht auszuschließen, dass er auch mal ehte Gefühle für Dich hatte. Nun wurden sie neu besetzt.

LG Jedi

23.11.2022 13:01 • x 2 #6058


Jedi
@Schlüsselkind

Zitat von Schlüsselkind:
Das hat mir mein Gegenüber auch vorgeworfen, da wir uns aus einer alten Zeit her noch kannten,

an die er sich nicht mehr erinnern wollte.

Klassischer Verdrängungsmechanismus !
Nur klappt das nie mit der Verdrängung, denn all unsere schwierigen Erlebnisse, die wir in unseren Schatten
wegschieben, bleiben daraus weiter aktiv - meist nur von uns nicht bewusst wahrgenommen !
------------------
Zitat von Schlüsselkind:
Weil diese sehr stark seinerseits mit Schuldgefühlen behaftet waren (und immer noch sind)

Typisch dafür, dass diese aktivität aus unserem Schatten heraus, eben gerne diese Schuldgefühle produzieren.
--------------------------------------
Zitat von Schlüsselkind:
Die Schuldgefühle haben ihn dann aber immer wieder überrannt
und
er hat seine Situation auf meine Person übertragen.

Klar ist, was ich verdränge , bleibt aus dem Schatten weiter aktiv u. erzeugt Schuldgefühle -
Die Lösung , die dann oftmals gewählt wird, dass ist die Projektion - die Du dann so erlebt hast.

LG Jedi

23.11.2022 13:10 • x 1 #6059


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


Jedi

Würde nochmal etwas Ergänzen wollen !
Ich unterscheide gerne Beziehung von Bindung .
Beziehungen können wir viele haben - manche haben auch eine Beziehung zu ihrem Auto oder Smartphone.
So kann für mich eine Beziehung alles sein, aber es muss nicht über eine gute Qualität verfügen.

Eine Bindung zwischen Mutter/ Vater u. dem Kind, daraus entwickelt sich eine bedingungslose Liebe -
ein Gesehen u. Angenommen sein !
Später ist eine Partnerschaft stabiler, wenn man eine Bindung zu seinem Partner/ Partnerin hat.
Liebe lässt frei u. macht den anderen nicht zum Objekt seiner Vorstellungen u. Erwartungen, sondern nimmt ihn an,
wie er/ sie ist, so auch alle Anteile, die jeder in eine Partnerschaft so mitbringt.

Dies kann man bei manchen Eltern verfolgen, da wird ein Kind zum Objekt seiner eigenen Vorstellungen -
gar festen Meinung u. Überzeugungen gemacht.
Dann wird es auch noch zum Objekt seiner Erwartung - seiner Vorstellung - Hoffnung u. Sehnsüchte.
Dann prüft man , ob es dann auch so wird, wie man es sich selbst erdacht hat u. dann wird ein Kind
auch noch zum Objekt der Bewertung u. hat man festgestellt, dass es nicht so recht geklappt hat,
wie gedacht, wird es noch zum Objekt der Belehrung u. der darauf folgenden Maßnahmen.
Wenn man als Kind dann dadurch ist, dann ist es auch nicht mehr so unverständlich, was mache Verhalten
u. Strategien anbelangt, die so manche dann in der Partnerschaft anwenden.

So leben nicht wenige Paare in einer Objektbeziehung - was natürlich keiner möchte, sonder wir alle
wollen als Subjekt gesehen u. angenommen sein !

So - - dazu !

23.11.2022 14:56 • x 1 #6060

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag