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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Claudi2023
Ok Hallo ihr Lieben,
ich lese seit einigen Tagen in diesem Threat. Habe mein Anliegen auch schon separat als Thema gestartet gehabt. Denke aber hier bin ich richtig. Ich versuche meine Situation so kurz wie möglich zu schildern:

War 7,5 Jahre mit meinem Mann zusammen. Wir führten eine sehr harmonische Beziehung. Im April 2022 haben wie geheiratet und im Mai eine Kinderwunschbehandlung begonnen. Vor 3 Jahren erkrankte mein Mann an Depressionen mit einer Angststörung, er hatte schon seit der Kindheit/Jungendzeit Probleme. Hervorgerufen durch eine schwierige Kindheit. Anfang 2019 (vor seiner Depression) starteten wir mit der Kinderplanung, erhielten dann parallel zu seiner Diagnose Depression (09/2019) auch noch die Diagnose Unfruchtbarkeit von seiner Seite. Es ist für uns eine Welt zusammengebrochen. Er ging im Dezember 2019 dann für 6 Wochen in die Tagesklinik, wurde mit Medis eingestellt. Das Thema Kind wurde natürlich erstmal auf Eis gelegt. Er stabilisierte sich nach und nach.
Ende 2021 entschlossen wir in diesem Jahr erst zu heiraten und dann mit der Kinderwunschbehandlung zu starten. Wir hatten enormes Glück und es klappte direkt beim ersten Versuch. Bin jetzt in der 31. SSW. Ich bemerkte schon vor unserer Hochzeit im April, das er wieder leichte Symptome einer depressiven Phase zeigte. Darauf angesprochen reagierte er sehr gereizt. Es würde ihn nerven das ich immer alles auf seine Psyche schieben würde, nur weil er mal ein paar Wochen durchhängt usw. Hier bekam ich auch raus, das er seine Medis ohne Absprache mit seiner Psychiaterin abgesetzt hatte. Er wäre gesund und braucht die Medis nicht mehr.

Über die Schwangerschaft im Juni freute er sich zunächst. Nach und nach wurde er ruhiger und in sich gekehrter. Er muss das alles erstmal verarbeiten. Er wollte dann Anfang August ein paar Tage alleine wegfahren, bevor unser gemeinsamer Urlaub geplant war. Ich hatte nichts dagegen, dachte da kann er mal durchatmen war ja eine harte Zeit.
Er kam nach 3 Tagen völlig verändert zurück. Weinte nur noch, er hätte eine Panikattacke gehabt und er ist mit allem überfordert, sitzt in einem tiefen Loch und er braucht mich um wieder herauszukommen. Hätte Angst, das wir uns durch das Baby verlieren und er kein guter Vater werden würde. Er will wieder in die Tagesklinik usw. Ich sagte ihm jede Unterstützung zu. Das ganze spitzte sich dann zu, bis er schließlich nach 5 Tagen kam und sagte er kann und will nicht mehr. Er hätte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und er muss raus um einen klaren Kopf zu bekommen. Er hätte gehofft, er finde in die Rolle als Ehemann und Vater rein, aber das wäre nicht sein Leben. Er würde mich lieben, aber es geht nicht mehr. Hätte das Gefühl zu sterben und etwas zu verpassen. Er wäre nicht der richtige für mich. Kann sich nicht vorstellen, das restliche Leben nur noch mit einer Frau zu verbringen und er hat solche Schuldgefühle. Er sähe nur noch schwarz und kein Licht mehr.
Ich war völlig fertig und meine Welt brach zusammen. Mein fürsorglicher, liebevoller Mann war plötzlich weg. Er zog dann 1 Woche später aus und zog sich bis heute völlig zurück. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade in der 12 SSW. Er behauptete steif und fest das die Trennung nichts mit seiner Psyche zu tun hat, er auf dem Weg der Genesung sei und jetzt sein wahres Ich erkennen würde. Er will für mich und das Kind aber da sein. Er hätte mich nicht ersetzt und es ist keine andere Frau im Spiel. Er will und muss alleine sein und mit sich selbst lernen klar zu kommen, sein inneres Kind heilen.
Er schrieb mir ab und zu, aber nur sehr unterkühlt und zeitverzögert. Im Oktober dann die Nachricht es ginge ihm mit dem Alleinsein nicht gut und er nimmt wieder Medis, hätte aber nichts mit der Trennung zu tun. Dann vor 4 Wochen die Nachricht, das er wieder in die Klinik geht, da ist er jetzt seit diesem Montag. Ich erkenne ihn einfach nicht mehr wieder. Er sagt er kann zur Zeit nicht kommunizieren, er denkt aber an mich und es ist ihm nicht egal, dass ich die komplette Schwangerschaft alleine durchstehen muss.
Habe ihn seitdem 08.08. weder gesehen, noch gesprochen. Wenn mal etwas kam, dann nur kurze und unterkühlte Nachrichten.

Sorry für den langen Text, aber kürzer ging es nicht.
Danke fürs Lesen.

Frohe Weihnachten und Grüße
Claudi

24.12.2022 17:25 • x 2 #6076


Jedi
Hallo @Claudi2023

Erstmal wünsche ich Dir Frohe Weihnachten !
Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es Dir villt. gar nicht so nach Weihnachten zumute sein könnte ?

Zitat von Claudi2023:
Habe ihn seitdem 08.08. weder gesehen, noch gesprochen.

Das ist natürlich eine lange Zeit. Er scheint sich aber Hilfe in einer Klinik gesucht zu haben ?
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Zitat von Claudi2023:
Darauf angesprochen reagierte er sehr gereizt. Es würde ihn nerven das ich immer alles auf seine Psyche schieben würde, nur weil er mal ein paar Wochen durchhängt usw.

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Zitat von Claudi2023:
bekam ich auch raus, das er seine Medis ohne Absprache mit seiner Psychiaterin abgesetzt hatte. Er wäre gesund und braucht die Medis nicht mehr.

Dadurch könnte ein Zusammenhang bestehen, dass er die Medis abgesetzt hat u. zu hoffen ist nur,
dass er sie sehr vorsichtig u. langsam ausgeschichen hatte ?
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Zitat von Claudi2023:
Er kam nach 3 Tagen völlig verändert zurück. Weinte nur noch, er hätte eine Panikattacke gehabt und er ist mit allem überfordert, sitzt in einem tiefen Loch

Villt. sind das noch mögliche Folgen, dass er die Medis abgesetzt hatte -
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Zitat von Claudi2023:
Hätte Angst, das wir uns durch das Baby verlieren und er kein guter Vater werden würde.

Kann mit einem falschen Selbstbild zusammenhängen, dass er sich der Verantwortung überfordert fühlt.
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Zitat von Claudi2023:
Er hätte gehofft, er finde in die Rolle als Ehemann und Vater rein, aber das wäre nicht sein Leben.

Das klingt jetzt hier für mich schon nach eine psychischen Störung - was aber nur ein Facharzt feststellen kann,
um was es sich da handeln könnte.
In einem falsches Selbstbild nimmt man seine Lebenssituation u. andere Menschen verzerrt wahr.
Glaubenssätze die wir verinnertlich haben u. etwas über unseren Wert aussagen, wird in der Psychoanalyse
als Introjektion bezeichnet u. bezieht sich auf die Verinnerlichung negativer Einstellungen zu uns selbst.
Möglich ? - das so sein denken sich verfestigt hat, kein guter Ehemann oder Vater sein zu können.
es wäre nicht sein Leben - klingt für mich nach Vermeiden u. Angst vor der Verantwortung, als Ehemann u. Vater.
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Zitat von Claudi2023:
Er behauptete steif und fest das die Trennung nichts mit seiner Psyche zu tun hat, er auf dem Weg der Genesung sei
und
jetzt sein wahres Ich erkennen würde.

Schwierig das jetzt wirklich hier beurteilen zu können, was ihn zu dieser Erkenntnis gebracht hat

Es ist zu hoffen u. ihm zu wünschen, dass die Klinik ihm helfen kann.

Du musst jetzt erstmal gut für Dich sorgen, dass ist jetzt vorrangig zu betrachten.
Er scheint in der Klinik versorgt zu sein u. Du musst dies nun so auch für Dich tun -
suche Dir, wenn möglich auch Unterstützung !

25.12.2022 16:41 • x 1 #6077


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Claudi2023
Hallo @Jedi,

vielen Dank für deine Nachricht. Tatsächlich ist dieses Weihnachten für mich sehr schwer zu ertragen. Er fehlt mir jede Sekunde. Wir dachten 2022 wird endlich unser Jahr, nach all den Rückschlägen.
Ich kann leider nicht genau sagen wann er die Medis abgesetzt hat, das muss vor unserer Hochzeit gewesen sein. Habe ihn damals ja angesprochen, ob er diese aktuell gut verträgt, weil mir wieder Veränderungen aufgefallen sind. Dann kam raus, dass er sie nicht mehr nimmt und ob er sie ausgeschlichen hat weiß ich leider auch nicht.
Er hat kein gutes Selbstwertgefühl, durch seine Kindheit ausgelöst.
Er wollte im August nichts von Medis hören, wurde dann richtig böse. Er braucht das nicht, er ist stabil und ich und meine Familie wollen nur den Kranken in ihm sehen, der nicht klar denken kann. Alles was positiv in unserem Leben war, sah er nur noch als Last und negativ.
Ich habe ihm wirklich versucht gut zuzureden, das er ein toller Vater wird und ein liebevoller Mann. Das prallte gefühlt alles von ihm ab. Er hätte in den 3 Tagen alleine im Urlaub gemerkt, das er das alles nicht mehr kann. Nebenbei erwähnt, hat er gefühlt im Urlaub nur geschlafen, habe ihn teilweise mittags um 15 Uhr mit meinen Nachrichten geweckt. Seine Aussage war dann er ist einfach nur müde von den letzten Wochen und holt schlaf nach.
Er war die Tage vor der Trennung so verzweifelt und hat bitterlich geweint. Er sagte auch er hätte in seinem Leben bereits mit so vielen Ängsten zu kämpfen, er würde keine weitere aushalten. Da ich zu dem Zeitpunkt an Übelkeit und starker Müdigkeit litt, war meine Geduld irgendwann auch mal am Ende. Da seine Aussagen mich sehr verletzten, immerhin war ich mit unserem Wunschkind nach 3,5 Jahren Kinderwunsch schwanger. Er lief mir dann weinend hinterher, ich soll ihn nicht alleine lassen, es ginge ihm so schlecht. Habe ihn dann wieder versucht zu trösten, das wir unseren Urlaub absagen, damit er zu seinem Therapeuten gehen kann. Das wollte er aber nicht. Er ist seit der Tagesklinik 2019 1x wöchentlich in Therapie. Hat aber laut seiner Aussage diese Gefühle dort nicht angesprochen, da seiner Meinung nach das nichts mit der Psyche zu tun hat….

Ich bin zur Zeit völlig verzweifelt und wohne seitdem bei meinen Eltern. Schaffe es nicht zurück in unser Haus zu ziehen. Jetzt kommt in 8 Wochen unsere Tochter und ich muss alles alleine stemmen und wünsche mir so sehr das er bei mir ist. Er verpasst alles und ist nicht mehr der Mensch den ich über 7 Jahre kannte. Ich habe zum Glück eine tolle Familie und Freunde, die überall mit anpacken, aber meinen Mann kann natürlich niemand ersetzen.

Am Montagabend kam eine kurze Nachricht von ihm. Er sei seit heute auf Station, er würde mir gerne helfen, aber weiß aktuell nicht wie er sich selbst helfen kann. Er denkt aber das die Therapiezeit ihm hilft dieses Problem anzugehen. Er möchte aber nicht, dass ich den Eindruck erhalte, dass ihm alles egal ist. Das sei es nicht.
Ich habe ihm immer wieder versichert, dass ich für ihn da bin und ihm nur das Beste wünsche. Auf meine gestrigen kurzen Weihnachtsgrüße habe ich keine Antwort erhalten, was ich aber auch nicht erwartet habe. Die Kommunikation ist von Woche zu Woche weniger geworden. Ich habe bis heute nicht seine neue Adresse, obwohl er mir diese im Oktober mitteilen wollte. Da wollte er sich mit mir auch treffen um alles zu besprechen bzgl der Schwangerschaft, Terminen usw. Er bekam dann aber Covid und anschließend blockte er völlig ab.

Sorry für den langen Text, aber hier habe ich das Gefühl, das ich verstanden werde.

Grüße Claudi

25.12.2022 17:45 • x 1 #6078


A
Hallo zusammen,

Erst mal noch Frohe Weihnachten für euch und danke für eure Antworten zu meinem letzten Beitrag.
Das hilft mir immer sehr, es besser zu verstehen. Es gibt Momente, da fühle ich mich verarscht und kann nicht mehr sagen, was jetzt wirklich an der Depression liegt.
Diese Distanz und Gefühlskälte, das ist nicht immer leicht, es nicht persönlich zu nehmen. Eure Erfahrungen helfen mir.
Ich wünschte, er würde auch mehr von sich mit mir teilen wollen. Aber es scheint ihm da mehr wie Dys zu gehen.
Diese Woche wollte er mich nicht treffen, weil er bügeln will. Das habe ich gar nicht verstanden.
Am Ende konnten wir aber darüber reden und haben den Haushalt bei ihm zusammen erledigt und dann noch einen Film geschaut. Da war er dann auch dankbar, dass das erledigt war und ich habe mich gefreut, dass wir was zusammen gemacht haben. Dann haben wir uns an Weihnachten auch getroffen und es war schön. Soweit es das sein kann, er spürt seine Gefühle weiterhin nicht.
Es bleibt ein schwieriger Weg und man weiß nicht, wo er noch hinführt und wie lange er geht. Ich probiere es weiter mit Geduld und Selbstfürsorge und bleibe bei ihm dran . Es gibt auch viel Gutes, was wir zusammen erleben.


Und herzlich willkommen Claudi.
Deine Geschichte hat mich sehr ergriffen. Ich habe auch Kinder und beide auch nur Dank Kinderwunschbehandlung. Ich weiß, dass das körperlich und psychisch ein harter Weg ist und man eine Stütze gut gebrauchen kann. Es ist gut, dass Familie und Freunde da sind, auch wenn sie dir deinen Mann nicht ersetzen.
Es ist immer wieder schlimm zu lesen, was so eine Krankheit mit einem Menschen macht. Er scheint ja auch am Boden zu sein, sonst würde er dich bestimmt nie so im Stich lassen, so wie du ihn beschreibst.

Leider habe ich nicht die Lösung. Ich versuche es mit Geduld, aber so einen völligen Kontaktabbruch hatten wir auch nie. Und ich hoffe, dass dieser liebevolle Mensch, den ich liebe, irgendwann wieder mehr zum Vorschein kommt. Leider ist man von außen so machtlos. Zumindest fühle ich mich so. Ich zeig ihm, dass ich weiter für ihn da bin. Ich gebe ihm Freiraum. Ich versuche für mich selbst was zu tun, was mir gut tut.
Mehr kann ich wohl einfach gerade nicht tun.

Ich finde, dass du das auch sehr gut machst und super meisterst. Ich drücke dir sehr die Daumen, dass er wieder den Zugang zu sich und euch findet. Und dich mit der Zeit wieder unterstützen kann!


Liebe Grüße

25.12.2022 19:05 • x 1 #6079


Claudi2023
Hallo @Angel_88,
vielen Dank für deine Worte.
Dieses hilflose zusehen und nichts tun können, außer abzuwarten ist das schlimmste. Ich bin seit September auch in Therapie um irgendwie durch diese Zeit zu kommen. Es macht mich unfassbar traurig, die Schwangerschaft ohne ihn erleben zu müssen. Vermutlich wird er sogar die Geburt verpassen und das alles nur wegen dieser furchtbaren Krankheit. Alles was seinen Charakter ausgemacht hat, ist weg. Er war immer fürsorglich, hilfsbereit und so ein liebevoller Mann. Wie du es auch leider erlebst, diese Gefühlskälte ist kaum zu ertragen.
Wir können wirklich nur so gut es geht auf uns aufpassen und unser Leben weiterleben. Ich war zu dem Zeitpunkt der Trennung so glücklich wie lange nicht mehr. Unsere Hochzeit war perfekt und dann hat es unser Wunder gleich beim ersten Mal zu uns geschafft. Dann kam der riesen Knall und ich weiß bis jetzt nicht, wie ich das jemals verarbeiten kann. Gerade in der Schwangerschaft ist man so verletzlich und sensibel.

25.12.2022 19:19 • #6080


Claudi2023
Hallo ihr Lieben,
mir geht es wieder sehr schlecht. Diese Ungewissheit und seit 5 Monaten keine Antworten zu bekommen, macht mich fertig.
Ich versuche wirklich alles um meine Kräfte zu sammeln und mich auf die baldige Geburt zu konzentrieren.
Nur ist das alles sehr schwer.
Ich benötige für die ganzen Formulare noch Unterschriften von meinem Mann. Aber er antwortet auf nichts mehr.
Unsere Hausärztin hat mir jetzt dazu geraten, alle Unterlagen in einen Umschlag zu packen und vorher, mit telefonischer Ankündigung, diesem dem behandelten Arzt zu geben und nach ein paar Tagen dort wieder abzuholen.

Es verletzt mich so sehr, das wir so einen Weg gehen müssen.
Ich frage mich häufig, ob er sich über die Ausmaße seiner Entscheidung und seines Verhalten im Klaren ist?
Wie kann man so eiskalt sein, nach so einem schweren Weg zum Wunschkind. Er sieht diese Trennung als eine ganz normale Trennung an. Da läuft doch etwas im Denken schief.

Durch unser gemeinsames Kind, kann ich vor allem nicht abschließen. Muss so viele Gefühle und Ängste alleine durchstehen.

Manchmal fällt es mir schwer noch das Verständnis ihm gegenüber aufrechtzuerhalten.
Die Hausärztin sagte gestern, das einiges durch die Krankheit kam bzgl. der Trennung, aber nicht alles. Das hat mich zusätzlich verunsichert, da sie mir wegen der Schweigepflicht nichts genaues sagen durfte.

Ich musste mich einfach mal ausheulen und das Schreiben hilft mir immer etwas.

LG Claudi

28.12.2022 10:59 • x 1 #6081


Claudi2023
Ich habe ihm gestern nochmals eine lange Nachricht geschrieben, was mich aktuell fertig macht. Ich weiß ich bekomme keine Antwort, aber es war mir ein Bedürfnis ihm das alles mitzuteilen, was er mir eigentlich zumutet.
Jetzt werde ich ihn während seiner Therapiezeit in Ruhe lassen, aber das musste einfach alles mal raus und ich kann nicht immer auf ihn Rücksicht nehmen. Ich muss das ganze ja auch aushalten. Er hat es heute morgen gelesen. Er kann ja entscheiden was und wieviel er liest.

28.12.2022 11:03 • x 1 #6082


selly
Zitat von Claudi2023:
schlecht. Diese Ungewissheit und seit 5 Monaten keine Antworten zu bekommen, macht mich fertig.

Ich kann nur sagen , ich kenne das.
Auch dieses Nicht Verstehen Können wie ein Partner sich so verhalten kann.
Erst jetzt mit dem Abstand und Abschluss, denke ich anders darüber , nicht mehr mit schützender Hand über ihn, nicht mehr verzeihend. Ja ich habe wahrscheinlich noch mehr über selbstliebe gelernt und war für mich gut ist und was ich mir nicht mehr antuen werde.

Ich wünsche Dir viel Kraft und dass auch Du bald mit Freunde auf Dein Kind, den Fokus nicht mehr auf IHN hast. Im Moment ist es schwer , irgendwann macht es Klick und Du wirst an Dich und Dein Kind denken. Er muss sich selber helfen .

Zitat von Claudi2023:
habe ihm gestern nochmals eine lange Nachricht geschrieben, was mich aktuell fertig macht. Ich weiß ich bekomme keine Antwort

Auch das kenne ich und kann es nachempfinden.
ich erinnere mich noch gut daran und heute bin ich wütend auf mich das mitgemacht zu haben. Aber gut , ich hatte Zuviel Mitgefühl für ihn und Zuwenig für mich in der Zeit .

Zitat von Claudi2023:
zumutet.
Jetzt werde ich ihn während seiner Therapiezeit in Ruhe lassen

Ich denke das ist für beide gut, für Dich um den Fokus auf was anderes zu setzen und für ihn, da er sich nur selber helfen kann.

Ich wünsche Dir Kraft und gute Gedanken

28.12.2022 11:17 • x 2 #6083


Claudi2023
Danke dir @selly für deine Antwort.
Wenn ich nicht schwanger wäre, könnte ich mit der Situation anders umgehen. Aber einen richtigen Abschluss zu machen, ist leider nicht möglich.
Ich liebe Ihn ja auch noch nach wie vor und habe auch noch ein Fünkchen Hoffnung.
Ich habe deine Geschichte von Beginn an verfolgt und du warst so stark in dieser Zeit.
Hast du denn noch Kontakt zu ihm? Oder hat er sich nochmal gemeldet? Soweit bin ich mit dem Lesen noch nicht gekommen.

28.12.2022 11:25 • x 2 #6084


selly
Zitat von Claudi2023:
Hast du denn noch Kontakt zu ihm? Oder hat er sich nochmal gemeldet

Ja hat er im Dezember zu meinem Geburtstag. Einfach so aus dem nichts .
Aber ich habe nur ein knappes Wort geantwortet.
Ich möchte keinen Kontakt mehr zu ihm. Ich könnte ihm und seinen Worten und Versprechungen jetzt eh nicht mehr glauben.
Irgendwann ging die Liebe bei mir wegen seinem Verhalten und seinem Ignorieren dann auch zugrunde. Jetzt mit klarem Herzen wird mir erstmal bewusst was ich da mitgemacht habe.
Soweit würde ich es nie wieder tun. Ich würde immer hinter meinem depressiven Partner stehen , ohne wenn und aber , jedoch nicht wenn dieser sich mit ignorieren und mich immerzu stehenlassen bedankt . Dann sage ich auch nur noch danke und auf Wiedersehen.

28.12.2022 11:33 • x 3 #6085


Claudi2023
@selly ja das kann ich verstehen.
Weißt du denn ob er sich Hilfe geholt hat?
Mein Mann hat immerhin nach knapp 3 Monaten eingesehen, dass er Hilfe braucht und eine ambulante Therapie ohne Medikamente nicht reichen. Daher hoffe ich das er bald stabilisiert ist und wir zumindest kommunizieren können.

Im August sagte er mir ja unter Tränen, er braucht Hilfe, schafft es alleine nicht mehr und will wieder zurück in die Klinik. Das war 2 Tage vor der Trennung. Ich rief ihn dann 3 Tage später nochmal an, wollte mit ihm reden und fragte ihn was aus dem Plan mit der Tagesklinik wird. Seine Antwort war dann plötzlich eiskalt und er sagt, dass hat er nur gesagt weil er einsam war und Angst hatte. Er ist auf dem Weg der Gesundung und hat jetzt rausgefunden was er wirklich will und das ist alleine leben und keine Familie.
Am Tag der Trennung hatte er auch zwei Gesichter. Erst total verzweifelt und Nähe suchend und dann plötzlich eiskalt und abweisend. Ich wollte zum Abschied noch eine kurze Umarmung und er ging einen Schritt zurück und sagte, lass das er müsste sich jetzt selbst schützen. Eine Stunde zuvor hielt er mich noch weinend im Arm und entschuldigte sich, das er momentan nicht so da sein kann für mich, wie ich es gerade brauche.

Meine Mutter sprach auch nochmal mit ihm und da war es genauso. Als sie reinkam fiel er ihr weinend in die Arme und sagte sie soll ihn nicht hassen und er sieht nur noch Dunkelheit und kein Licht mehr. Auf die Frage ob er mich vielleicht nicht mehr liebt, kam sofort die Antwort ich liebe eure Tochter über alles und das werde ich auch immer, aber er kann und will nicht mehr. Ich hätte einen besseren Mann verdient.
Zum Abschied ist meine Mutter nochmal zu ihm hin und wollte ihm über den Rücken streichen zum Trost und er blockte völlig ab. Sagte lass mich, ich will das nicht.
Meine Mutter hatte immer ein sehr enges und gutes Verhältnis zu ihm und erkannte ihn nicht mehr.

Es ist alles so durcheinander und ich weiß nicht was da bei ihm passiert ist.
Bei der Depression 2019 war ich sein Anker und er nahm mich mit zu Terminen und erzählte mir viel über seine Therapie. Dies war auch bis Ende letzten Jahres so und dann erfahre ich durch Zufall, dass er keine Medis mehr nimmt.

28.12.2022 12:17 • x 2 #6086


selly
Zitat von Claudi2023:
Weißt du denn ob er sich Hilfe geholt hat?

Er sagte im Sommer er hätte sich einen Psychologen rausgesucht , welcher aber erst ab Spätherbst Plätze frei hätte , wo er denn aber hin wollte , da er angeblich nun begriff dass es ohne Therapie nicht weiter geht, dass er es selbst nicht schafft .
Ich habe aber Zweifel ob er sich in der Tat Hilfe holt. Alles an vergangener Hilfe/Therapien brach er nach kurzer Zeit ab.


Zitat von Claudi2023:
Seine Antwort war dann plötzlich eiskalt und er sagt, dass hat er nur gesagt weil

Ich kenne die eiskalte Art von dem sonst so liebenswürdigen Menschen , kann Dich da verstehen

Es tut mir sehr leid wie es dir jetzt geht , ich kenne diese besch…… Zeit noch zu gut

28.12.2022 15:31 • x 2 #6087


A
@Claudi2023

Hallo Claudi,

Ich kann es so sehr nachempfinden, wie du dich fühlst und die Welt nicht mehr verstehst. Das kann einem ja auch nur den Boden unter den Füßen wegziehen. Und du bist hochschwanger. Hast gerade viel zu bewältigen.

Wenn man die Antwort wüsste, wie sich alles entwickelt.

Ich verstehe Sellys Einstellung sehr gut. Und ich denke, das war der richtige Weg für dich.

Ich selbst habe die Hoffnung bei meinem Freund auch noch nicht aufgegeben, dass es sich wieder zum Guten wendet und das werde ich auch erstmal nicht. Aus irgendeinem Grund habe ich Vertrauen.
Ich will ihm weiter Zeit geben. Er macht jetzt eine Therapie. Aber so krass zurückgezogen hat er sich von mir nie.

Am Ende musst du auf dich und dein Baichgefühl hören. Eine Freubdin sagte mir mal, du wirst es wissen, wenn du es nicht mehr kannst oder willst und wann es an der Zeit ist loszulassen.
Ich finde, sie hat recht damit.
Versuch dich so gut es geht auf dich und euren kleinen Schatz zu konzentrieren. Du wirst deinen Weg finden. Und wenn du ihn gerade nicht siehst, bist du vielleicht einfach noch nicht soweit, das jetzt zu entscheiden. Und dann ist das doch auch in Ordnung.

Ich hatte auch immer gehofft in den Beträgen hier eine Lösung zu finden.
Aber die gibt es wohl so einfach nicht. Wir können nicht in die Zukunft schauen.
Aber ich habe hier sehr viel über die Krankheit gelernt und auch, dass das distanzierte Verhalten leider dazu gehört. Viele schreiben aber auch, dass sich das nach der depressiven Episode wieder gelegt hat. Das gibt mir Hoffnung.
Ich habe etwas über Geduld und Selbstfürsorge gelernt und begriffen, dass es immer irgendwie weiter geht. Das hilft mir sehr beim Durchhalten.

Ich drücke dir so die Daumen, dass er mit der Zeit wieder auf dich zukommt und ihr zumindest mal reden könnt.

28.12.2022 15:49 • x 1 #6088


selly
Zitat von Angel_88:
dich.

Ich selbst habe die Hoffnung bei meinem Freund auch noch nicht aufgegeben, dass es sich wieder zum Guten wendet und

Das kann ich vollkommen verstehen und auch nachempfinden, denn so erging es mir lange auch. Es hätte mir auch niemand ausreden können .
Das muss selber von innen her kommen dass man deutlich merkt man will nicht mehr (falls sich lange nicht alles zum Guten wendet)

28.12.2022 16:12 • x 1 #6089


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


A
@selly

Genau so sehe ich das auch. Ich kann es nicht ausschließen, dass ich an den gleichen Punkt komme, wie du und mich dann frage, wie ich das so lange mitmachen konnte.
Aber im Moment überwiegt noch meine Hoffnung und wir haben auch immer noch schöne Momente zusammen.
Ich werde erstmal weiter geduldig sein und mich um mich kümmern, dass ich mich nicht so runter ziehen lasse. Und zum Glück habe ich liebe Menschen um mich, dir mir dabei helfen.

28.12.2022 16:30 • x 2 #6090

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