
Claudi2023
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ich lese seit einigen Tagen in diesem Threat. Habe mein Anliegen auch schon separat als Thema gestartet gehabt. Denke aber hier bin ich richtig. Ich versuche meine Situation so kurz wie möglich zu schildern:
War 7,5 Jahre mit meinem Mann zusammen. Wir führten eine sehr harmonische Beziehung. Im April 2022 haben wie geheiratet und im Mai eine Kinderwunschbehandlung begonnen. Vor 3 Jahren erkrankte mein Mann an Depressionen mit einer Angststörung, er hatte schon seit der Kindheit/Jungendzeit Probleme. Hervorgerufen durch eine schwierige Kindheit. Anfang 2019 (vor seiner Depression) starteten wir mit der Kinderplanung, erhielten dann parallel zu seiner Diagnose Depression (09/2019) auch noch die Diagnose Unfruchtbarkeit von seiner Seite. Es ist für uns eine Welt zusammengebrochen. Er ging im Dezember 2019 dann für 6 Wochen in die Tagesklinik, wurde mit Medis eingestellt. Das Thema Kind wurde natürlich erstmal auf Eis gelegt. Er stabilisierte sich nach und nach.
Ende 2021 entschlossen wir in diesem Jahr erst zu heiraten und dann mit der Kinderwunschbehandlung zu starten. Wir hatten enormes Glück und es klappte direkt beim ersten Versuch. Bin jetzt in der 31. SSW. Ich bemerkte schon vor unserer Hochzeit im April, das er wieder leichte Symptome einer depressiven Phase zeigte. Darauf angesprochen reagierte er sehr gereizt. Es würde ihn nerven das ich immer alles auf seine Psyche schieben würde, nur weil er mal ein paar Wochen durchhängt usw. Hier bekam ich auch raus, das er seine Medis ohne Absprache mit seiner Psychiaterin abgesetzt hatte. Er wäre gesund und braucht die Medis nicht mehr.
Über die Schwangerschaft im Juni freute er sich zunächst. Nach und nach wurde er ruhiger und in sich gekehrter. Er muss das alles erstmal verarbeiten. Er wollte dann Anfang August ein paar Tage alleine wegfahren, bevor unser gemeinsamer Urlaub geplant war. Ich hatte nichts dagegen, dachte da kann er mal durchatmen war ja eine harte Zeit.
Er kam nach 3 Tagen völlig verändert zurück. Weinte nur noch, er hätte eine Panikattacke gehabt und er ist mit allem überfordert, sitzt in einem tiefen Loch und er braucht mich um wieder herauszukommen. Hätte Angst, das wir uns durch das Baby verlieren und er kein guter Vater werden würde. Er will wieder in die Tagesklinik usw. Ich sagte ihm jede Unterstützung zu. Das ganze spitzte sich dann zu, bis er schließlich nach 5 Tagen kam und sagte er kann und will nicht mehr. Er hätte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen und er muss raus um einen klaren Kopf zu bekommen. Er hätte gehofft, er finde in die Rolle als Ehemann und Vater rein, aber das wäre nicht sein Leben. Er würde mich lieben, aber es geht nicht mehr. Hätte das Gefühl zu sterben und etwas zu verpassen. Er wäre nicht der richtige für mich. Kann sich nicht vorstellen, das restliche Leben nur noch mit einer Frau zu verbringen und er hat solche Schuldgefühle. Er sähe nur noch schwarz und kein Licht mehr.
Ich war völlig fertig und meine Welt brach zusammen. Mein fürsorglicher, liebevoller Mann war plötzlich weg. Er zog dann 1 Woche später aus und zog sich bis heute völlig zurück. Zu diesem Zeitpunkt war ich gerade in der 12 SSW. Er behauptete steif und fest das die Trennung nichts mit seiner Psyche zu tun hat, er auf dem Weg der Genesung sei und jetzt sein wahres Ich erkennen würde. Er will für mich und das Kind aber da sein. Er hätte mich nicht ersetzt und es ist keine andere Frau im Spiel. Er will und muss alleine sein und mit sich selbst lernen klar zu kommen, sein inneres Kind heilen.
Er schrieb mir ab und zu, aber nur sehr unterkühlt und zeitverzögert. Im Oktober dann die Nachricht es ginge ihm mit dem Alleinsein nicht gut und er nimmt wieder Medis, hätte aber nichts mit der Trennung zu tun. Dann vor 4 Wochen die Nachricht, das er wieder in die Klinik geht, da ist er jetzt seit diesem Montag. Ich erkenne ihn einfach nicht mehr wieder. Er sagt er kann zur Zeit nicht kommunizieren, er denkt aber an mich und es ist ihm nicht egal, dass ich die komplette Schwangerschaft alleine durchstehen muss.
Habe ihn seitdem 08.08. weder gesehen, noch gesprochen. Wenn mal etwas kam, dann nur kurze und unterkühlte Nachrichten.
Sorry für den langen Text, aber kürzer ging es nicht.
Danke fürs Lesen.
Frohe Weihnachten und Grüße
Claudi