14473

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Claudi2023
Hallo @Freshdaex,

auch dir vielen Dank für deine lieben Worte.

Du hast Recht und man kann nicht jedes Verhalten mit der Krankheit entschuldigen. Das sehe ich auch so und falls er zurück will, muss er einiges dafür tun. Aber aktuell stelle ich mich darauf ein, das er das nicht will.
Vielen Dank für den Tipp mit dem Hörbuch, das werde ich mir anhören.

Meine Therapeutin meinte wenn die Trennung für ihn die richtige Entscheidung gewesen ist, dann müsste er sich danach eigentlich etwas stabilisieren und nicht noch mehr abrutschen. Aber sie weiß das es keine Gewissheit gibt.

Das er die Tabletten abgesetzt hat, finde ich auch total verantwortungslos, zumindest ohne Rücksprache mit der Psychiaterin. Das habe ich ihm damals auch gesagt, aber er war der festen Meinung das er die nicht mehr braucht und er wüsste was er tut. Mehr konnte ich nicht erreichen.

Ich weiß das ich keine Schuld trage. Selbst das hat er mir mehrmals per Nachricht gesagt. Das es weder an mir, noch an unserer Beziehung liegen würde. Er einfach mit sich klar kommen und zu sich selbst finden muss. Er momentan selbst nicht weiß ob er überhaupt für eine Beziehung gemacht ist. Tja und das merkt er nach 7,5 Jahren Beziehung, Heirat und Schwangerschaft…..
Er hätte diese Gedanken schon seit Monaten, konnte aber nichts sagen, da er immer gehofft hat, es würde sich bei ihm ändern.

Da sehe ich den evtl Zusammenhang mit den abgesetzten Medis, das würde zeitlich zusammenpassen.

28.12.2022 21:34 • x 2 #6106


F
Was heißt für die Kleine? Ich finde man vergisst die Person, die einem am absolut nächsten ist: sich selbst.

Die härteste, schlimmste, absolut unerträglichste Lehre, die ich für mich aus dieser Beziehung gezogen habe, ist, dass ich und allein ich für mich verantwortlich bin. Dass ich mir selbst am meisten Sicherheit geben muss und ich mich, wenn es absolut hart auf hart kommt, nicht auf die Anwesenheit anderer verlassen kann. Das ist einerseits tragisch, weil es so unnatürlich scheint, das in engen, nahen Beziehungen so weiterzuleben und gleichzeitig, sofern ich das schaffen sollte, mir das selbst geben zu können, ist es so unglaublich wertvoll, weil es mir durch nichts und niemanden genommen werden kann.
Ich weiß nicht, ob ich das gut ist oder das Ziel eines jeden Menschen sein soll. Ich hab auch selbst keine Ahnung, wie ich alles aus mir selbst ziehen soll, weil einem ja doch andere Menschen so viel geben können und damit auch gleichzeitig und ganz natürlich wieder nehmen.

Ich bin auch null über jeden Zweifel erhaben. Es schmerzt mich immer noch. Diese Depression und das Verhalten meines Ex hat mir sehr viel genommen und sehr viel in meinem Kern angegriffen, was ich nie dachte, was angegriffen werden könnte: den Glauben an Liebe und ehrlicher Zuwendung und dass das alles überwinden kann oder zumindest die Tür offen lässt für Kommunikation, ehrliches Zuhören, das gemeinsame Lösen von Problemen. All das gab es nicht mehr mit der Depression. Was ich gesagt habe, war immer schlecht oder zu schlecht. Habe ich geschrieben, habe ich Druck gemacht, habe ich Raum gegeben, war mir alles egal. Man kann es nicht richtig machen, weil nichts richtig ist. Das ist wie mit einem Narzissten zusammen zu sein. Seine Depression hat ihn mir genommen. Ich glaube auch, dass die Depression ihm sich selbst oder sein Selbst genommen hat. Was er glaube ich nicht sieht, ist dass die Depression ihm auch mich genommen hat. Uns. Und auch wenn mein Leben nicht mehr davon abhängt, wünsche ich mir auch immer noch, dass er sich dessen irgendwann mal bewusst wird, dass ich doch nicht so schei. war, so unkooperativ, so fies, so verständnislos, so unempathisch wie er es dachte und denkt.

Ich glaube halt, dass man in einer Beziehung mit einem beziehungsunfähigen Menschen (warum auch immer) verhungert. Und ich glaube, dass viele Depressive in schweren depressiven Episoden beziehungsunfähig sind. Ich denke, dass einem Depressiven erlaubt sein muss, sich zurückzuziehen und vermehrt und konsequent auf sich zu achten und sich Zeit zu nehmen und zu lernen, seine eigenen Bedürfnisse zu erleben und umzusetzen. Und auch, dass die Depression als Krankheit akzeptiert wird und vorübergehende Beziehungsunfähigkeit mal erlaubt sein sollte. Und dass es ok sein muss, damit auch mal zu lernen, wie man damit umgeht und dass man beim Lernen auch Fehler macht und mal echt verkackt, verstehe ich auch. Ich denke aber, es ist aber niemanden erlaubt, den anderen dafür verantwortlich zu machen oder die Schuld dafür zu geben, dass man selbst seine Bedürfnisse nicht wahrnehmen und umsetzen kann. Und ich denke, dass mit der Erkenntnis, dass eine Depression eine massive Erkrankung ist, auch klar sein sollte, dass da Ärzte ran müssen und da in die Verantwortung gezogen werden muss, eben das zu behandeln. Nicht das Umfeld.

Um nochmal auf das Schwangerschafts-Thema zu kommen: auch wenn das was losgetreten hat, er hat seinen Teil zur Schwangerschaft beigetragen. Es ist jetzt nicht überraschend, dass man bei einer Befruchtung ein Kind zeugt und das wenige Monate später auf der Matte steht. So doof macht einen nichts. Wenn sich jetzt alles verkehrt und verdreht, dann ist das vielleicht wegen der Krankheit und, wenn ich das mal sagen darf, auch weil man vielleicht auch nicht ganz klar für sich selbst damit war, was da gerade passiert und weil man Bedenken, Sorgen etc. weggeschoben hat. Das liegt aber in SEINER Verantwortung, das für sich und mit einem Arzt zu klären! Dafür ist er sich lange genug über seine Krankheit bewusst.
Und ich weiß auch, warum du deinem Kind sagst, dass der Papa es lieb hat und ich denke, es ist auch wichtig und irgendwo gut, dass du es tust. Aber DU liebst auch dein Kind! DU bist da! DEINE Liebe reicht auch für das Kind! DU bist nicht dafür verantwortlich, dass dein Kind weiß, dass es von seinem Vater geliebt wird, sondern du bist dafür verantwortlich, dass dein Kind weiß, dass DU es liebst!

28.12.2022 21:44 • x 2 #6107


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Claudi2023
Das jeder erkrankte selbst für sich verantwortlich ist, sehe ich auch so. Wir als Partner können einen depressiven nicht retten oder helfen. Es muss die Bereitschaft von dem Betroffenen da sein, hart an sich selbst du arbeiten. Niemand ist an dieser Erkrankung schuld, natürlich auch nicht wir als Partner. Das sollte sich auch kein Angehöriger einreden lassen.
Meine Therapeutin sagte am Anfang zu mir, sie können Ihn nicht zur Klinik zwingen, das würde niemanden etwas bringen. Er selbst muss es merken, dass es ohne nicht geht, nur dann kann ihm geholfen werden.

Selbst wenn er für seine Tochter nicht da sein sollte, wird es ihr an nichts fehlen. Ich werde ihr alle Liebe, die ich geben kann ihr geben und sie hat tolle Großeltern, einen super Onkel und Tante, die jetzt schon alles für sie machen.
Dennoch wünsche ich mir, das bald auch ein liebender Papa dazu stößt, wenn es ihm wieder besser geht.

Ich werfe ihm auch vor, das er über seine Sorgen und Gedanken, die das Thema Familie betroffen haben, mit mir nicht besprochen hat. Das liegt völlig in seiner Verantwortung.

Die Depression ist eine grausame Krankheit, die dem Betroffenen und dem Umfeld fast alles nimmt. Mir hat sie aktuell alles genommen. So fühlt es sich für mich an.

29.12.2022 00:16 • x 3 #6108


M
Zitat von Claudi2023:
@selly ja das kann ich verstehen. Weißt du denn ob er sich Hilfe geholt hat? Mein Mann hat immerhin nach knapp 3 Monaten eingesehen, dass er Hilfe ...

Hallo Claudia,

Es tut mir leid das zu lesen.
Du bräuchtest ihn jetzt ab deiner Seite und er sollte da sein und dir beistehen.
ich denke das er keine Kraft hat und ich kann mir vorstellen, dass er auch darunter leidet.

ich kenne deinen Mann nicht. Aber passt sein Verhalten zu ihm?
dann könnte es doch wirklich daran liegen, dass er keine Kraft hat.

ich meine, auch wenn er die Beziehung nicht mehr wollen sollte, er wird Vater und das ist größer als jede Beziehung. Wenn es ihm besser geht ist er sich dessen vermutlich wieder bewusst.

Ich denke das beste wäre, wenn du dich komplett auf dich und das Baby konzentrierst und den Rest regelst, wenn er wieder da ist und frei entscheiden kann. Vielleicht sieht er die Dinge dann anders.

Ich kann mir vorstellen, dass es extrem schwer ist, aber im Moment kannst du nichts anderes tun.

29.12.2022 08:21 • x 2 #6109


A
@Claudi2023

ich mag ihn jetzt nicht in Schutz nehmen. Ich finde das Verhalten auch wirklich schlimm, vor allem, da bald euer gemeinsames Baby kommt. Aber ich habe mich in den letzten Monaten sehr mit dem Thema Depression befasst, sehr viel darüber gelesen, mich ausgetauscht und auch Videos geschaut. Und ich bin immer wieder auf die Aussage gestoßen, dass es nicht so ist, dass die Betroffenen nicht wollen und ihnen alles egal wäre, sondern dass sie, je nach Schweregrad, einfach nicht können, weil die Krankheit sie so fest im Griff hat. Das macht mich nachdenklich.
Von außen ist dieses Verhalten rational ja einfach nicht zu erklären. Aber wenn es wirklich so ist, dass diese Gefühlskälte und Antriebslosigkeit durch die Krankheit hervorgerufen werden und die Betroffenen es einfach nicht so ohne weiteres da raus schaffen, nicht aus mangelnder Willenskraft oder Motivation. Dann gelingt es mir, mehr Verständnis aufzubringen, was nicht alles entschuldigen soll.
Ich frage mich auch manchmal, ob meinem Freund gar nichts mehr an mir liegt. Er kann es nicht so zeigen gerade. Nur in manchen Momenten. Dann lese ich wieder darüber, dass das leider ein Hauptsymptom ist, die eigenen Gefühle nicht mehr spüren zu können und das stelle ich mir schlimm vor. Dann kann ich es wieder mehr verstehen.

Also, wer weiß. So hart das jetzt ist. Vielleicht wird es wieder. Er ist ja jetzt auch in Behandlung. Da ist er an der richtigen Stelle. Und du musst so gut es geht für dich sorgen. So schmerzhaft das auch gerade ist.

29.12.2022 09:29 • x 2 #6110


Claudi2023
@Angel_88 ich lese seit Monaten auch viel über die Krankheit und denke einfach, wie du sagst, er kann momentan einfach nicht anders.
Unsere Hausärztin hat mir das auch so bestätigt, dass er aktuell dazu nicht in der Lage ist.

Ich versuche mir das immer wieder ins Gedächtnis zu rufen, aber teilweise gelingt mir das nicht und es kommen mir solche Gedanken wie dir in den Kopf. Liegt ihm noch was an mir? Bin ich ihm noch wichtig? Usw.

Meine Therapeutin sagt häufig zu mir, ich soll es lassen verstehen zu wollen, das können wir Gesunde nicht. Es ist unmöglich das verstehen zu können.

Wie ist denn deine Geschichte @Angel_88?

29.12.2022 09:42 • x 1 #6111


A
@Claudi2023

das ist auch schwer zu verstehen. Es ist von außen einfach nicht nachvollziehbar, was in den Betroffenen vor sich geht.
Ich habe diese Zweifel auch, genau wie du. Dann lese ich wieder was zu dem Thema und das bestärkt mich wieder, dass er gerade nicht anders kann und dann habe ich wieder etwas Nachsicht und fühle mich persönlich nicht so abgelehnt.
Das konnte er nämlich auch gar nicht verstehen, dass ich mich abgelehnt fühle. Das wäre ja gar nicht so.

Meine Geschichte, ich versuche mich kurz zu fassen.
Ich bin verheiratet, habe zwei Kinder (3 und 6). Mein Mann und ich waren 15 Jahre zusammen, haben uns aber immer mehr entfremdet, so habe ich es zumindest empfunden. Mir hat immer mehr in der Beziehung gefehlt, das habe ich auch geäußert. Es hat sich aber nichts geändert. Und dann ist es passiert. Ich habe die Arbeitsstelle vor 2 Jahren gewechselt und mich direkt zu einem Kollegen hingezogen fühlte. Ihm ging es wohl auch so, aber wir haben das beide unterdrücken können für 1,5 Jahre. Ich wollte an meiner Ehe festhalten. Er war auch vergeben. Aber irgendwann mussten wir es uns doch eingestehen, dass wir uns sehr verliebt hatten und beide in unseren Beziehungen nicht glücklich sind. Wir wollten zusammen sein, haben uns beide von unseren Partnern getrennt. Da fing es bei ihm an. Schuldgefühle und Angst. Schuldgefühle gegenüber seiner Ex, die noch über etliche Wochen bei ihm gewohnt hat und ihm jeden Tag eine Szene gemacht hat, er hätte ihr Leben zerstört usw. Schuldgefühle, weil meine Familie zerbrrochen ist, wofür er sich verantwortlich fühlt. Gleichzeitig Druck, dass er mich jetzt glücklich machen muss, obwohl ich nie etwas von ihm erwartet habe.
Er war es, der sich so sicher war. Er wollte sein Haus verkaufen und mit mir zusammen neu anfangen. Dann ging es steil bergab, dass er gar nichts mehr gefühlt hatte und seitdem auch nicht mehr sagen kann, was er eigentlich fühlt und will.
Für mich war/ ist das ein Alptraum. Ich hatte gerade alles aufgegeben, auch mein Zuhause und war dann gefühlt ganz alleine. Nicht mal eine Schulter zum Anlehnen von ihm, die ich sehr gebraucht hätte. Ich habe mich inzwischen wieder gefangen. Wir sind seitdem irgendwie zusammen, irgendwie auch nicht. da wir vorher bereits eine innige Freundschaft aufgebaut hatten und für einen kurzen Moment große Gefühle, ist da nach wie vor eine sehr große Vertrautheit und Bindung zwischen uns. Wir sehen uns weiterhin regelmäßig. Wenn wir uns sehen verhalten wir uns wie ein Paar. Aber offiziell weiß niemand von uns. Er sagt, dass er noch dumpf was spürt, es aber nicht richtig greifen kann. Aber eine Anziehung zu mir besteht nach wie vor. Er gibt mir auch weiterhin kleine liebevolle Gesten.
Das ist zwar deutlich mehr, als das, was ich bei den meisten hier lese. Aber eine richtige Beziehung ist es auch nicht. Da fehlt einiges, nicht nur die Emotionen. Auch miteinander reden, lachen, sich mitteilen, herumalbern....das geht nur sehr sehr eingeschränkt. Ist vielleicht Jammern auf hohem Niveau, wenn ich eure anderen Geschichten so lese, es belastet mich trotzdem und kommt zu meinen eigenen Themen (Trennung, Kinder, Neustart, neues Zuhause) noch hinzu.
Ich versuche im Moment ihm Zeit zu geben und die guten Momente einfach mitzunehmen. Er ist inzwischen in Behandlung. Vielleicht ändert sich in den nächsten Monaten was.

Und ich finde es sehr stark, wie ihr es meistert, wenn ihr so gar nichts mehr von eurem geliebten Menschen hört. Ihr seid sehr starke Menschen!

29.12.2022 14:41 • x 2 #6112


Jedi
Zitat von Claudi2023:
Ich musste mich einfach mal ausheulen und das Schreiben hilft mir immer etwas.

29.12.2022 15:12 • #6113


Jedi
Hallo @Claudi2023

Habe gerade den Austausch hier nachgelesen u. stimme @selly zu;
Zitat von selly:
Nein Quatsch. Lass es raus , dann geht es einem besser danach , wirklich!

---
Zitat von Claudi2023:
Sorry das ich euch so zu texte.

Nicht sorry , dafür ist ein solches Forum da !
---------
Zitat von Claudi2023:
Neben einer Depression hat er auch eine Angststörung

Ängsten liegt immer eine Verletzung eines oder meherer psychischer Grundbedürfnisse zugrunde !
Dabei geht es um Bindungsfähigkeit u. Zugehörigkeit - Autonomie (Verlust von Kontrolle) - Anerkennung u.
Lustgefühle zu bekommen, bzw. Unlustgefühle versuchen zu vermeiden !
Wenn es da in einem oder gar allen 4 Bereichen, zu Störungen gekommen ist - meist aus der Zeit
unserer Prägung, dann reicht das oft bis in unser Erwachsensein hinein u. führt bei Betroffenen
zu unerklärbaren Verhalten.
Dabei greift der heutige erwachsene Betroffene auf Verhaltensmuster zurück, die aber der heutigen
Situation nicht mehr angemessen ist !
Eine Angststörung ist ein schweres Krankheitsbild u. sollte dringend behandelt werden.
Dies kann eine längere Therapiezeit beanspruchen.
Da braucht ein Angehöriger7 Angehörige eine große Portion an Geduld.
(Bin ja selbst an einer Angsterkrankung erkrankt u. kenne recht gut, die Zusammenhänge
u. auch was in der Therapie da von uns Betroffenen zu leisten ist)

29.12.2022 15:47 • x 3 #6114


Claudi2023
@Angel_88 das klingt auch sehr hart für dich, du musst ja auch noch die Trennung usw verarbeiten und dann passiert das.

Ich wünsche auch dir viel Kraft für die kommende Zeit und hoffe die Behandlung hilft ihm bald.

29.12.2022 17:31 • x 1 #6115


Claudi2023
@Jedi Danke dir.
In seiner Kindheit sind viele Dinge passiert. Er hat sich nicht verstanden und geliebt gefühlt. Hat häufig gesagt bekommen, er passe in die Familie nicht rein, wäre einfach anders.
Es gab ein einschneidendes Erlebnis als er ca 3 Jahre war, da hat ihn seine Mutter morgens alleine gelassen, weil sie die Schwester weggebracht hat. Er ist wach geworden und niemand war da. Diese Verlassenangst wäre jetzt wieder so spürbar wie damals. So hat er mir es vor ein paar Wochen geschrieben.
Er meinte auch zu mir kurz vor der Trennung, er hat Angst das er unserem Kind auch die Liebe aussaugt, wie es seine Mutter getan hat. Er musste wenn es Streit zwischen den Eltern gab, seine Mutter trösten wenn sie weinend da saß.

Mich verletzt sein Verhalten so sehr, da er ohne an mich zu denken oder uns eine Chance gegeben, einfach alles beendet hat. Er sagte dann noch, das es keine Entscheidung aus dem Affekt ist, sondern schon seit ein paar Monaten in seinem Kopf ist.
Jetzt weiß ich nicht ob diese Gedanken durch seine Krankheit mit beeinflusst wurden oder ob es klare Gedanken waren. Ich weiß das kann mir leider auch niemand beantworten.

Während seines Kurztrip hatte er dann anscheinend seine erste Panikattacke und merkte dort, das er das alles nicht mehr will und kann. Er hätte dort Zeit gehabt nachzudenken.

Ca 4 Wochen nach der Trennung, hat er mir geschrieben, es hat ihn einfach alles erschlagen. Umso näher wir der Behandlung gekommen sind, desto weniger Luft hat er bekommen. Er müsste jetzt erstmal lernen mit sich klar zukommen und ob er überhaupt für eine Beziehung gemacht ist oder ob es eine offene Beziehung sein muss.
Das entspricht alles überhaupt nicht seinem Wesen.

Wenn das wirklich klare Gedanken waren, wäre es nur besser gewesen vor der Hochzeit und vor allem vor der Kinderwunschbehandlung, damit rauszurücken.
Wie gesagt, auch rückblickend war in unserer Beziehung alles ok. Sehr harmonisch und liebevoll.

29.12.2022 17:48 • x 1 #6116


Jedi
Hallo @Claudi2023

Zitat von Claudi2023:
In seiner Kindheit sind viele Dinge passiert. Er hat sich nicht verstanden und geliebt gefühlt. Hat häufig gesagt bekommen, er passe in die Familie nicht rein, wäre einfach anders.

Das ist natürlich für ein Kind der Supergau, so etwas als seine Prägung erfahren zu haben.
------
Zitat von Claudi2023:
Diese Verlassenangst wäre jetzt wieder so spürbar wie damals. So hat er mir es vor ein paar Wochen geschrieben.

Sicher ist, dass durch solch eine Erfahrung, sich auch ein Trauma bilden kann, was noch als Erwachsener
erlebbar bleiben kann.
-----------------------------
Zitat von Claudi2023:
Er meinte auch zu mir kurz vor der Trennung, er hat Angst das er unserem Kind auch die Liebe aussaugt,

Ich denke, dass daraus tatsächlich die Angst spricht u. dies nicht Rational begründbar ist.
Ich denke, dass in einer Therapie er lernen kann, die Angstgedanken , von der Realität trennen zu können.
So gelangt er in die Möglichkeit, seinem Kind so viel an Liebe zugeben, wie es braucht u. er das richtige Maß
dafür auch finden kann.
---------------------------------
Zitat von Claudi2023:
seine Mutter trösten wenn sie weinend da saß.

Das kann natürlich ein Kind überfordern !
----------------------------------------------------
Zitat von Claudi2023:
Mich verletzt sein Verhalten so sehr, da er ohne an mich zu denken oder uns eine Chance gegeben, einfach alles beendet hat.

Die Frage, die für Dich jetzt dazu wichtig sein könnte, ist er gerade wirklich in der psychischen Verfassung,
sein Verhalten wirklich reflektieren zu können ?
Das könnte auch Thema in seiner Therapie werden, wenn es um Trennung u. baldige Vaterschaft geht -
wenn er von sich aus diese Themen anspricht.
---------------------------------------------------------------
Zitat von Claudi2023:
Jetzt weiß ich nicht ob diese Gedanken durch seine Krankheit mit beeinflusst wurden oder ob es klare Gedanken waren.

Ich weiß das kann mir leider auch niemand beantworten.

Sicher kann ich dies aus Deiner seiner Kindheitserfahrung sagen, die Du hier geschildert hast,
dass es da zu Dingen gekommen ist, die sicher einen Einfluss auf sein jetzigen Verhalten hat u.
wo er in der Therapie lernen wird, aus seinem inneren Kind heraus, auf die Ebene des Erwachsenen Ich zukommen.
Das heißt, jetzt, als der heutige Erwachsene, auch erwachsene Entscheidungen zu treffen, wo das innere Kind,
mit seinen Erfahrungen nicht mehr nötig hat, sich bei heutigen Entscheidungen zu melden !
--------------
Zitat von Claudi2023:
Er müsste jetzt erstmal lernen mit sich klar zukommen und ob er überhaupt für eine Beziehung gemacht ist oder ob es eine offene Beziehung sein muss.

Das ist natürlich jetzt alles einwenig spät, sich damit zu beschäftigen, nachdem er geheiratet hat u. nun Vater wird.
Aber um dies genauer Einschätzen zu können, müsste man, was der TP sicher tun wird, sein Denken hinterfragen.
-----------------
Zitat von Claudi2023:
Wenn das wirklich klare Gedanken waren, wäre es nur besser gewesen vor der Hochzeit und vor allem vor der Kinderwunschbehandlung, damit rauszurücken.

Da gebe ich Dir recht !
Doch wäre abzuwarten, was villt. durch die Therapie dabei herauskommen könnte, wie sich dieses Denken
entwickelt hat.
Sind es Ängste vor der Verantwortung für ein Kind ? - Soll nicht selten vorkommen, dass werdende Väter
da kalte Füße bekommen. - Aber hier in Deinem Fall, ist es erstmal nur Spekulation !
-----------------------------------
Zitat von Claudi2023:
Das entspricht alles überhaupt nicht seinem Wesen.

Nun.. irgendetwas hat dieses Wesen nun gestört u. offensichtlich aus dem Gleichgewicht gebracht ?

29.12.2022 18:22 • x 2 #6117


A
@Claudi2023

Ja, das war ein hartes Jahr, auch wenn es nicht so krass ist, wie das, was ich von dir lese.
Und noch habe ich Hoffnung und Vertrauen, obwohl es inzwischen auch schon fast 6 Monate sind.

Ich merke, du hast auch noch nicht aufgegeben. Du wirst es alles meistern, was auf dich zukommt.
Nutze deine Familie und Freunde als Kraftquelle, das hat mir geholfen oder hilft mir.

29.12.2022 18:44 • x 2 #6118


Claudi2023
Vielen Dank @Jedi, das hilft mir gerade das du mir erklären kannst, was da evtl in seinem Kopf vor sich geht. Gerade das mit dem inneren Kind. Das hat er auch erwähnt, er muss sein inneres Kind endlich heilen.

Es ist schwer auszuhalten, nicht zu wissen wann er sich wieder meldet. In 8 Wochen kommt die Kleine und ich muss mit dem Gedanken leben, dass er nicht da sein wird.

Ich hoffe die Therapeuten in der Klinik gehen auch auf das Thema ein. Seinem ambulanten Therapeuten hatte er nämlich nichts von seinen Gedanken erzählt, weil er der Meinung war, das hätte nichts mit der Psyche zu tun und hätte auch nichts geändert.
Da bin ich anderer Meinung wie er.
Man wirft doch eine Ehe nicht einfach so weg, ohne vorher alles was geht auszuschöpfen, vor allem wenn man sich wünscht das die Gedanken sich doch noch ändern. So wie er es mir gesagt hat.

29.12.2022 19:06 • x 1 #6119


A


Hallo Sandra-k,

Partnerschaft, Familie & Angehörige Tipps

x 4#15


Claudi2023
@Angel_88

Nein, ich kann noch nicht aufgeben, dafür liebe ich ihn zu sehr und es hängt so viel dran.
Wenn ich daran denke, das er nicht mehr zurückkommt, bekomme ich so ein schreckliches Gefühl. Ich weiß ich werde es auch ohne ihn schaffe, aber ich will es nicht ohne ihn machen.

Meine Familie sieht sein Verhalten natürlich sehr kritisch. Wenn ich ihnen versuche zu erklären, das es die Krankheit ist, können sie es nicht verstehen.
Das macht es für mich nicht leichter, weil ich weiß, er hat da alles zerstört.

29.12.2022 19:11 • x 1 #6120

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