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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

selly
Zitat von ElfenWeide:
Danke. Das ist alles merkwürdig. Nach deinen Sätzen weiß ich gar nicht, ob das gut oder schlecht ist, dass er mir das sagte

Es ist schwierig. Ich weiß wie Du Dich fühlst, denn ich habe meinen Expartner sehr geliebt . Aber doch muss ich im Nachhinein sagen, ich wäre mit ihm keine glückliche Frau geworden.die Depression ist selten nur einmalig, besonders bei fehlender Therapie und selbst mit Therapie kann es immer wieder zu den Episoden kommen.
In Guten Phasen versprach er mir alles und trug mich auf Hönden und alles war schön und wir glücklich, wenn dann die depressive Episode kam, dann war er ein Fremder , eiskalt , sah auch fremd im Gesicht aus, versteinert. Und es war ihm dann alles egal, auch ich. Nur der Rückzug über Monate war dann das was er tat.
ich habe in der Zeit viel Energie und Kraft verloren.
Und das ganze wiederholte sich ja alle paar Monate.
ich habe mich aber entschieden mein Leben genießen zu wollen ich und nur noch eine Nicht-toxische-Beziehung führen zu wollen , das Leben ist zu kurz und wie gesagt es kommt ja immer wieder - also zumindest bei Menschen die sich weigern oder drücken eine Therapie zu machen (welche Jahre dauern kann!)

17.03.2023 08:43 • x 3 #6856


ElfenWeide
@selly Ich habe deine Geschichte gelesen und finde es bewundernswert, wie stark du bist. Wie ich es mitbekommen habe, scheinst du jetzt auch glücklich zu sein, das ist schön.

Meiner ist in jahrelanger Behandlung und solch eine Phase gab es noch nie. Ich weiß jetzt, dass ich zu der ganzen Situation auch beigetragen habe. Als es mir schlecht ging, habe ich immer schlimmere Dinge gesagt, die teilweise sein Trauma sehr getriggert haben, dem war ich mir nicht bewusst. Und da er anderen vor sich selbst hilft, ist das alles eskaliert, bis ich mir Hilfe holte. Das hat auf jeden Fall mit reingespielt. Denn er hatte schon mal eine relativ schlimme Phase, da waren wir noch nicht zusammen er hatte aber Gefühle für mich, und Liebesgefühle konnte er da scheinbar trotzdem haben

17.03.2023 10:58 • #6857


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
Ja, da gebe ich @selly recht u. das ist meist der Knackpunkt;
Zitat von selly:
wie gesagt es kommt ja immer wieder - also zumindest bei Menschen die sich weigern oder drücken eine Therapie zu machen (welche Jahre dauern kann!)

Das ist so ! Bei einer unbehandelten Depressionserkrankung, wird sich diese Erkrankung in unterschiedlichen
Episoden u. Stärke immer wieder zeigen.
Das ist für die Partnerinnen/ Partner auf Dauer schwer auszuhalten.
Eine Beziehung verliert ihre Basis oftmal dabei u. es stelt sich meist auch die Frage nach dem Sinn,
soll ich warten - soll ich durchhalten - wie lange kann ich es aushalten - wie lange schaffen ich Zuversichtlich zu bleiben -
kann ein unbehandelter Partner, überhaupt nochmal so psychisch stabil werden, dass es sich lohnt zu warten,
auf eine glückliche u. zufriedene Beziehung zu hoffen ?
Diese Fragen bei Angehörigen tauchen hier in diesem Thread hier immer wieder mal auf,
oftmals in ganz unterschiedlichen Phasen.
--------------------------------------------------------
Zitat von selly:
ich habe mich aber entschieden mein Leben genießen zu wollen ich und nur noch eine Nicht-toxische-Beziehung führen zu wollen , das Leben ist zu kurz

Ich denke, dass @selly sich diese Entscheidung nicht leicht geacht hat u. doch ist es eine Konsequenz,
wenn absehbar ist, dass es zu keiner Weiterentwicklung da kommt - kommen kann !

LG Jedi

23.03.2023 15:04 • #6858


ElfenWeide
Moin, wie gehts euch allen ?

27.03.2023 18:02 • #6859


EmptyLife
@Schlüsselkind
Vielen Dank, für deine Antwort und verzeih mir meine verspätete Reaktion darauf. Mir fehlt völlig die Energie und ich befinde mich in einer Phase des sozialen Rückzugs. Die ganzen Probleme, die neben der Depression meines Freundes vorhanden sind, erdrücken mich so sehr, dass mir nur die Flucht bleibt.

Zitat von Schlüsselkind:
nach Deinen Schilderungen würde es Dir, vermute ich, besser tun, erst einmal Deine eigene Wohnung und einen Rückzugsort für Dich zu haben, oder? Die Option mit einem erneuten Zusammenziehen könntet ihr euch dann doch noch offen halten für später. (Fände ich jetzt die sichere Variante als gemeinsam noch einmal umzuziehen.)

Das ist richtig. Ich habe relativ früh gemerkt, dass ich nicht der Typ für ein Zusammenwohnen bin.
Die Umstände (ich musste meine Wohnung fluchtartig verlassen) haben uns in diese Situation geführt, die nur als Übergangslösung gedacht war und nun schon viel zu lange geht. Wir sind beide aber nach wie vor der Meinung, dass es mit einer entsprechend großen Wohnung , die genügend Rückzugsmöglichkeiten bietet, auch klappen würde.
Jetzt ist die Gesamtsituation durch die viel zu kleine Wohnung eine ganz andere und führt eher ins Gegenteil. Es ist massiv belastend und die erfolglose Wohnungssuche zieht uns zusätzlich runter.

Aufgrund der immer härteren Bedingungen und utopischen Preise für eine Wohnung (in der man sich auch wohlfühlt) macht es wirtschaftlich keinen Sinn, getrennt zu suchen und zu wohnen. Sonst würden wir es tun.
Der Wohnungsmarkt zwingt uns praktisch dazu, gemeinsam zu wohnen.
Eigentlich habe ich mir das immer so vorgestellt: Getrennte Wohnungen, aber nah beieinander. Das wäre genau richtig für uns.


Stand jetzt ist, dass wir uns immer weiter voneinander entfernen. Durch die vielen Probleme und sein zunehmend belastendes Verhalten schwindet mein Interesse an ihm. Wir sind eher enge Freunde, die noch gewisse Intimitäten miteinander teilen.
Wir reden offen darüber, aber eine Lösung gibt es nicht. Diese habe bisher immer nur ich gesucht und Vorschläge für Kompromisse gemacht hat. Er ist dazu - warum auch immer - noch nie in der Lage gewesen.
Dafür bin ich einfach nicht mehr bereit und ich habe auch nicht mehr die Kraft dazu. Wenn ihm das mit uns wirklich wichtig wäre, würde er sich auch mal Gedanken machen und nicht alles laufen lassen, bis nichts mehr geht und sich dann damit abfinden.
Ihm fehlt die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.

28.03.2023 10:03 • x 2 #6860


Cathy098
@EmptyLife

Hallo Empty Life,

Mir fällt nach dem Lesen der ganzen Zeilen eine Frage ein, die dir vielleicht weiterhelfen könnte, langfristig etwas an dem Zustand zu ändern.

Worin liegen denn deine Fähigkeiten und Ressourcen Verantwortung zu übernehmen?

Alles Gute weiterhin für dich .

VG

28.03.2023 11:29 • x 1 #6861


EmptyLife
@Cathy098
Mir fällt es schwer, deine Frage richtig zu interpretieren und somit zu beantworten. Könntest du sie anders stellen?

28.03.2023 12:34 • x 1 #6862


Jedi
Zitat von Cathy098:
Worin liegen denn deine Fähigkeiten und Ressourcen Verantwortung zu übernehmen?

Der Gedanke war bei mir auch da u. ich schreibe diese Frage mal mit meinen Worten,
Was gehört zu Deinen persönlichen Stärken, wenn Du Verantwortung übernehmen musstest u.
welche zurückliegenden Erfahrungen fallen Dir dabei ein, auf die Du jetzt zurückgreifen könntest,
die Dir schonmal geholfen haben ?

28.03.2023 16:40 • x 3 #6863


Cathy098
@EmptyLife

Liebe Empty Life,

Ich habe meine Frage bewusst so offen formuliert . Einfach, weil in deinem Aussagen so viel drin steckt.

Danke an Jedi, der einen wichtigen Teil davon formuliert hat. Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon Situationen in Krisen, Konflikten etc , wo du gemerkt hast, dass bestimmte Stärken oder Ressourcen dir geholfen haben, die Situation zu bewältigen. Was sind deine Charakterstärken, die dir aktuell nützlich sein können? Welche Ressourcen, wie zb andere Menschen, Hobbys tun dir gut und sind in der Lage dir ein besseres Gefühl zu geben?

Mir fällt beim Lesen auf, dass du in die Opfer-Täter-Rolle fällst, bzw
habe ich das Gefühl, dass es hier auch darum geht wer welches Maß Verantwortlichkeit für diese Situation trägt. Du bist unzufrieden, das merkt man, aber die Schuldfrage bzw wer hier Opfer oder Täter ist bringt dich nicht weiter.

Was dich weiterbringt ist die Frage danach worin deine Anteile an der Situation liegen. Versuche nicht einen anderen Menschen zu verändern, das ist nicht der Weg, der dich glücklich werden lässt, sondern versuche dich, dein Verhalten und deine Handlungen zu verstehen. Reflektiere dich selber.
Du bist in therapeutischer Behandlung. Vielleicht habt ihr ja schon mal das Thema Schutz-und Überlebensstrategien bearbeitet, die du dir während deiner Kindheit im Umgang mit deiner Familie angeeignet hast. Wir neigen dazu bekannte Muster im Erwachsenenalter weiter zu verfolgen und manövrieren uns immer wieder in allzu bekannte Situationen. Wenn du das vielleicht mit Hilfe deines Therapeuten aufschlüsseln kannst, gelingt es dir vielleicht auch eine Lösung für deine aktuelle Situation zu finden und schließlich ganz für dich und dein Leben Verantwortung zu übernehmen.

VG

29.03.2023 07:13 • x 3 #6864


Schlüsselkind
Zitat von EmptyLife:
Stand jetzt ist, dass wir uns immer weiter voneinander entfernen. Durch die vielen Probleme und sein zunehmend belastendes Verhalten schwindet mein Interesse an ihm. Wir sind eher enge Freunde, die noch gewisse Intimitäten miteinander teilen.
Wir reden offen darüber, aber eine Lösung gibt es nicht. Diese habe bisher immer nur ich gesucht und Vorschläge für Kompromisse gemacht hat. Er ist dazu - warum auch immer - noch nie in der Lage gewesen.
Dafür bin ich einfach nicht mehr bereit und ich habe auch nicht mehr die Kraft dazu. Wenn ihm das mit uns wirklich wichtig wäre, würde er sich auch mal Gedanken machen und nicht alles laufen lassen, bis nichts mehr geht und sich dann damit abfinden.
Ihm fehlt die Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen.



Liebe @EmptyLife,

das ist verständlich (mir fehlt gerade auch irgendwie Energie), alles gut.

Ich werte es mal als gutes Zeichen, dass Dich das Verhalten Deines Partners etwas wegstößt, auch wenn das natürlich traurig ist, aber es zeigt, dass Du Grenzen hast und dir die Situation wie sie aktuell ist dauerhaft nicht gut tun wird.

Wenn Du jeden Tag erlebst, dass ein Partner keine Verantwortung übernehmen kann oder will (aus welchen Gründen auch immer), wird sich daran in absehbarer Zeit nichts ändern ohne sein Zutun. Denn Du hast kein Einwirken darauf und alles mögliche getan, was Du kannst. Nun kannst Du eigentlich nur für dich selbst daraus Konsequenzen und klare Grenzen ziehen.

Wenn Du schreibst zusammenziehen - bzw. positiv formuliert - alleine leben ist sowieso mehr Dein Ding, dann ist das so und tu jetzt auch mal ohne Rücksicht, was Dir selbst in diesem Moment weiterhilft. Wenn Du noch zögerst, setze dir ein Zeitlimit, das könntest Du Deinem Partner mitteilen oder für dich behalten. Mir persönlich hat es schon geholfen, ganz ohne Zuversicht und Motivation ist es oft schwierig an seinem Plan und an besseren Zeiten festzuhalten.

Der Wohnungsmarkt ist derzeit schwierig, aber bitte bleib weiter dran, ich bin mir sicher, dass Du eines Tages was schönes finden wirst. Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor. Vielleicht ist die eigene Wohnung ein erster Schritt einer langsamen Lösung von Deinem Partner. Dann schau mal, wie dir die neue Situation mit ihm noch gut tut, ob eure Partnetschaft besser läuft mit getrennten Wohnungen oder ob Dir deine neugewonne Freiheit so gut tut, dass Du Dir selbst genügend bist.

Nur ein paar Ideen. Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass Du eine gute Lösung für dich findest!

29.03.2023 08:21 • x 3 #6865


EmptyLife
Ich weiß leider immer noch nicht, wie ich die Frage richtig beantworten kann. Also schreib ich einfach mal drauf los, was ich dazu denke.
Verantwortung ist etwas, das man vorgelebt und beigebracht bekommt. Wie vieles andere auch, das man im Leben braucht - nicht nur in der Interaktion mit anderen Menschen und Beziehungen.
Manche bekommen das aber nicht beigebracht und haben dann einen Nachteil bzw. Probleme dadurch.
Das ist bei uns leider der Fall, was zu Problemen zwischen uns und im Leben des jeweils anderen führt.
Mein Freund ist z.B. bezüglich Weitsicht der von-der-Tapete-bis-zur-Wand-Typ und ich der von-der-Tapete-bis-zum-Saturn-Typ (inklusive aller Nebenwege)

Man kann vieles nachträglich erlernen. Aber nur, wenn man es als Problem erkennt und willens ist, daran zu arbeiten. Das habe ich sehr lange intensiv getan und tue das nach Möglichkeit auch noch weiter. Er ist da leider das Gegenteil. Und ich weiß, dass ich das nicht ändern kann.

Zitat von Jedi:
Was gehört zu Deinen persönlichen Stärken, wenn Du Verantwortung übernehmen musstest u.
welche zurückliegenden Erfahrungen fallen Dir dabei ein, auf die Du jetzt zurückgreifen könntest,
die Dir schonmal geholfen haben ?

Zitat von Cathy098:
Vielleicht gab es in der Vergangenheit schon Situationen in Krisen, Konflikten etc , wo du gemerkt hast, dass bestimmte Stärken oder Ressourcen dir geholfen haben, die Situation zu bewältigen. Was sind deine Charakterstärken, die dir aktuell nützlich sein können?

Ich würde sagen meine Stärken sind meine Reflexionsfähigkeit, Selbst-Bewusstsein, Außen-Bewusstsein, vorausschauendes Denken, Selbstkontrolle, Geduld und zum Teil meine Rationalität.
Mir ist bewusst (oder kann mir bewusst machen), warum ich etwas tue/fühle/denke und kann das auch artikulieren. Ich verstehe auch, dass alle meine Worte und Handlungen Konsequenzen haben und auch, welche Konsequenzen das sein können.
Ich verstehe Zusammenhänge, die in eine bestimmte Situation oder zu einer bestimmten Reaktion geführt haben.
Mir sind die Regeln der Welt bewusst und wie ich sie zu meinem Schutz oder Vorteil nutzen kann.
Wie mir das alles helfen soll, weiß ich allerdings nicht.
Mir bleibt nur die Möglichkeit mich vermehrt nur auf mich zu konzentrieren, was aber mein starkes Bedürfnis nach seiner Aufmerksamkeit und Zuwendung nur unterdrückt. Das wird zwangsläufig zur Trennung führen, weil ich darauf nicht verzichten kann und will.

Zitat von Cathy098:
Welche Ressourcen, wie zb andere Menschen, Hobbys tun dir gut und sind in der Lage dir ein besseres Gefühl zu geben?

Mir tut es gut für mich zu sein, Musik zu hören, zu singen und einfach mein Ding zu machen ohne Rücksicht nehmen zu müssen. Außer meinem Freund gibt es nur meine Mutter, mit der ich ab und zu mal telefoniere. Da ich kein gutes Verhältnis zu ihr habe, hält sich das auch bewusst in Grenzen.

Mein einziges Hobby ist Gaming. Ich interessiere mich zwar auch für anderes, aber dazu fehlt entweder das Geld oder die körperliche Fitness - allen voran der Antrieb und die Lebensfreude. Raus gehen tue ich also nicht.
Freizeit-Gruppen sind nichts für mich. Einerseits wegen dem Kontakt mit so vielen anderen Menschen auf einmal und weil die Unternehmungen mich nicht ansprechen.
Macht euch daher bitte keine Mühe mit Vorschlägen dazu. Das hat man bei mir schon immer versucht und bringt mir nichts außer Druck und Selbstvorwürfe. Ich kenne mich sehr gut und wenn ich etwas finde, würde ich es auch machen.

Zitat von Cathy098:
Mir fällt beim Lesen auf, dass du in die Opfer-Täter-Rolle fällst, bzw
habe ich das Gefühl, dass es hier auch darum geht wer welches Maß Verantwortlichkeit für diese Situation trägt. Du bist unzufrieden, das merkt man, aber die Schuldfrage bzw wer hier Opfer oder Täter ist bringt dich nicht weiter.

Stimmt. Es hilft nicht weiter, ist andererseits aber wichtig klar zu trennen, wer welche Anteile an etwas hat. Andererseits würde man sich immer für alles die Schuld geben oder nicht merken, wenn der Partner all die Schuld auf einen schiebt.
Wir leben nun mal in einer Welt, wo die Schuldfrage für uns wichtig ist. Nicht nur in juristischer Hinsicht.

Zitat von Cathy098:
Du bist in therapeutischer Behandlung. Vielleicht habt ihr ja schon mal das Thema Schutz-und Überlebensstrategien bearbeitet, die du dir während deiner Kindheit im Umgang mit deiner Familie angeeignet hast.

In einer richtigen Therapie bin ich nicht. Ich nehme Gespräche bei einer kostenlosen psychologischen Beratungsstelle mit geschultem Personal wahr, was für mich aber genauso hilfreich ist.
Das Thema Schutz-und Überlebensstrategien habe ich aber in noch keiner Therapie so richtig besprochen. Ich hatte einfach immer zu viele Themen auf einmal.

Zitat von Schlüsselkind:
Vielleicht ist die eigene Wohnung ein erster Schritt einer langsamen Lösung von Deinem Partner.

Ich will mich gar nicht lösen, aber ich werde es tun, wenn ich muss. Es entwickelt sich seit längerem in diese Richtung durch seine Krise und unsere Wohnsituation. Trotzdem hoffen wir beide weiterhin, dass es besser wird. Denn wir wissen, wie unglaublich gut wir uns tun, wenn drumherum alles stimmt. Trotz allem bin ich seine Seelenverwandte, das sagte er mir gestern klar und deutlich. Und mir geht es mit ihm auch so. Dieses Gefühl tiefer Verbundenheit, das man nicht beschreiben kann...

Wir hatten nämlich wieder ein langes Gespräch. Einerseits bringt es immer mehr Klarheit in die Situation, andererseits ändert sich nicht wirklich etwas. Würde ich keine Gespräche einleiten, wüsste ich nicht, was ihn beschäftigt oder stört.
Es ist wirklich, als hätte ich ein Kind an meiner Seite, dem ich die Welt erklären muss und wie man lebt. Und das ist unglaublich anstrengend.

31.03.2023 12:48 • x 3 #6866


ElfenWeide
Guten Abend…

Ich hätte eine Frage an alle, die diese Phase mit ihrem (Ex)Partner erfolgreich überwunden haben..

Wie genau sah das bei euch mit dem Zeitpunkt aus, an dem ihr es wieder offiziell gemacht habt? Dass ihr offiziell (wieder) zusammen seid? Habt ihr gesagt ,,So wir sind jetzt wieder zusammen?‘‘ Oder habt ihr es gemerkt? Wie sah das aus?

Vielleicht ist das etwas blöd ausgedrückt, weil hier einige bereits berichteten, dass ihr Partner in seiner depressiven Phase zwar nicht Schluss gemacht hat, es aber eigentlich so war, als wäre man getrennt.. Aber ich hoffe ihr wisst, wie meine Frage gemeint ist?

Denn hier geht es nicht so richtig weiter. Wir verhalten uns mittlerweile eigentlich wieder so, als wären wir zusammen.. sprechen es aber nicht aus, sind also irgendwie nicht an dem Punkt? Ich weiß auch nicht haarklein über seine Gefühle gegenüber mir Bescheid, die waren ja weg. Aber da scheint doch zumindest etwas, bzw irgendetwas zu sein, wenn er wieder fast so zu mir ist, wie er immer war oder?

Er sagt bereits, dass es mit Gefühlen bei ihm noch schwierig ist, das wäre aber immer noch allgemein so, nicht nur bei mir.. Und dass er daran arbeitet, dass es besser wird.. und dass es ganz langsam besser werden würde..
Aber wieso kann er sich dann so gegenüber mir verhalten? Ist das bei manchen depressiven so, dass sie das machen in der Hoffnung, dass es dadurch (schneller) besser wird und die Gefühle wiederkehren? Oder fällt es ihm schwer, mir offen zu sagen, dass doch irgendwo (wieder) Gefühle da sind? Denn einmal, nachdem ich per Whatsapp schrieb, dass ein Kuss jetzt toll wäre, sagte er, dass er sowas leider noch nicht über Text könne. Aber in echt schon? Woran liegt das? Letztens schrieb er mir, dass er mich vermisst und es ihm schwerfällt, mit das zu sagen, aber dass er das jetzt ,,durchdrückt‘‘. Er hatte nie Probleme, sowas auszudrücken, war immer total offen..

Ich weiß nicht so recht, wie ich mich verhalten soll? Wir sind wieder wie zusammen. Druck machen will ich nicht mehr. In den letzten Monaten hat es schon Druckt gemacht, wenn ich über das Thema Beziehung gesprochen habe. Mittlerweile tue ich das nicht mehr, aber ich finde irgendwie, dass ES besser ist?
Was dieses ES ist und weshalb ich das denke, kann ich gar nicht so genau erklären.

19.04.2023 21:28 • #6867


A
@ElfenWeide

Hallo ElfenWeide,

Bei mir war das etwas anders. Aber ich berichte es dir gerne. Wir waren gerade am zusammen kommen als die Depression bei ihm losging. Wir waren also nie richtig zusammen. Ich habe das rund 7 Monate so mitgetragen. Treffen nur spontan, wenn er konnte und wollte, in den Treffen waren wir eigentlich zusammen, aber nie in der Öffentlichkeit und offiziell.
Als ich für mich entschieden hatte,dass ich das so nicht mehr kann, weil es mich kaputt macht und ihn erstmal loslasse, bis er sich selbst wieder klar darüber ist, was er eigentlich will, das war für ihn eine Art Schocksituation, die bei ihm, wie auch immer, den Knoten schlagartig gelöst hat. Er sagte, es wäre ihm beim Lesen meiner Nachricht schlagartig klar geworden. Er hat ein paar Tage abgewartet, ob sein Zustand so bleibt und mich dann um ein Treffen gebeten. Da hat er direkt ganz klar gesagt, dass er mich liebt und eine richtige Beziehung will und wie dankbar er mir ist, dass ich immer da war.
Also, lange Rede, kurzer Sinn. Es kam bei ihm sehr schnell und verbindlich zurück und er wollte offen mit mir zusammen sein. Und das sind wir seitdem und es ist schön.

Es hört sich bei euch gut an. Vielleicht braucht er noch ein bisschen Zeit, aber ihr seid auf dem richtigen Weg. Es ist schwer, aber vielleicht brauchst du noch ein klein wenig Geduld mit ihm. Und es ist viel schöner, wenn er es von sich aus wieder kann, ohne, dass du danach fragen musst.

Du hast super durchgehalten!

19.04.2023 21:56 • x 1 #6868


ElfenWeide
@Angel_88

Vielen Dank, dass du das mit mir teilst und ich freue mich unglaublich für euch!

Ich hatte deine Geschichte bereits gelesen und war gleichzeitig überrascht aber auch eben nicht, dass er sich erst entschieden hat, als du ihm klargemacht hast, dass du das so sonst nicht mehr weiterführst.

Über diese Vorangehensweise habe dann auch bei mir nachgedacht. Aber ich glaube, das ist nicht das richtige.. Danke für deinen Mut, ich hoffe, dass mein Durchhalten ihn nicht dazu bringt, sich darauf auszuruhen!

19.04.2023 22:30 • #6869


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


ElfenWeide
Es ist echt hart…

22.04.2023 13:19 • #6870

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