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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

ElfenWeide
@Jedi
Vielen Dank für deine Gedanken dazu! Leider klappt das bei mir mit dem Zitieren nicht.

Zu der Süßigkeit: Du hast recht, ich werde sie einfach mitnehmen und schauen, ob sich eine passende Situation ergibt.

Zur Schuld: Er versuchte die letzten Wochen/Monate sehr viel, mir beizustehen, da meine Familiensituation sehr belastend ist. Allerdings schlug wenig davon an und jedes Mal, wenn ich von ihm heim kam, wurde ich von der Familie getriggert und ließ es leider an ihm aus, indem ich Diskussionen etc. via Text anzettelte. Für mich ist es sinnig, dass ihn all seine Bemühungen ermüdet haben, er hat jede Vorangehensweise probiert und natürlich verletzte es ihn. Bevor ich von ihm wegfuhr, schlug er immer neue Ideen und Lösungen vor und hatte natürlich Angst, dass sie nicht anschlugen. Ich denke, wenn all dies nicht gewesen wäre, hätte er seine Kraft zumindest nicht daran verloren und vielleicht die Gefühle weniger angezweifelt? Er sagte mir auch, dass es nicht meine Schuld ist, sondern vielleicht bloß der letzte Tropfen zu all seinen Belastungen.

Zur Therapie: Das ist eine Vermutung. Er würde mich auch als Kumpel Freundin mögen, so wie er es auch tat, als er Gefühle für mich hatte und ich aber nicht und wir trotzdem Freunde waren. Jedoch möchte ich keine Freundschaft. Daher sind wir hier und geben die Sache nicht auf.

Kann ich es denn positiv bewerten, dass er mir mitteilte, dass er sich trotz allem freut mich zu sehen, da er gern Zeit mit mir verbringt? Auch wenn da gerade nichts ist, was er aktuell spürt? Oder eher negativ, weil es vielleicht leichter ist, mich zu sehen wenn er gerade nichts spürt?

Bevor wir das offene zweite Gespräch hatten, sagte er mir, er würde was unsere Zukunft betrifft mit mir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Da er dachte, wir wären uns in bestimmten Themen uneinig, sodass eine gemeinsame Zukunft schwierig wäre. Die Themen haben wir aber nun besprochen und wir sind uns nicht uneinig. Kann das noch irgendwie in das Ganze mit reinspielen?

30.05.2024 21:12 • x 1 #7126


Jedi
Zitat von ElfenWeide:
Er würde mich auch als Kumpel Freundin mögen,

So etwas halte ich für ausgeschlossen, wenn einer von beiden mehr empfindet !
Meist klappt das so nicht u. kann unschöne Dinge zu Tage führen.
Sind so meine Erfahrungen - es mag aber auch andere Erfahrungen geben.
-----------
Zitat von ElfenWeide:
Kann ich es denn positiv bewerten, dass er mir mitteilte, dass er sich trotz allem freut mich zu sehen, da er gern Zeit mit mir verbringt?

Sicher ist es ein gutes Gefühl, wenn man feststellt, dass jemand gerne mit einem zusammen ist.
Aber es braucht deshalb nicht vielmehr bedeuten.
---------
Zitat von ElfenWeide:
er würde was unsere Zukunft betrifft mit mir auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Da er dachte, wir wären uns in bestimmten Themen uneinig,

In einer Beziehung wird es immer auch Unterschiede geben. Oftmals können diese überwunden werden, dann kann es funktionieren.
Doch manchmal sind die Unterschiede so gravierend, dann macht eine Beziehung keinen Sinn - selbst wenn man sich mag.

31.05.2024 09:36 • x 2 #7127


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


ElfenWeide
@Jedi

Natürlich würde er nachdem eine gewisse Zeit verstreicht erst mit mir befreundet sein (wollen/können). Da ich das aber nicht will, sind wir ja hier und wollen, dass seine Liebe wieder zum Vorschein kommt. Also die Bereitschaft seinerseits ist da…

Bezüglich des Zeitverbringens höre ich es meist so, dass der depressive Partner sich eher zurückzieht von seinen liebsten Menschen. Das tat meiner beim letzten Mal auch. Diesmal ist es anders, da dieses Hin und Her sonst zu verletzend für mich wäre und kein Kontakt zu haben eher auf eine Trennung hinauslaufen würde, laut ihm.

Es waren gravierende Unterschiede, daher haben wir sie besprochen und gemerkt, dass wir uns einig sind.

31.05.2024 09:51 • x 1 #7128


Jedi
Zitat von ElfenWeide:
Da ich das aber nicht will,

Das verstehe ich gut !
Vielleicht schafft ihr es ja, wieder zueinander finden zu können.
-----
Zitat von ElfenWeide:
dass seine Liebe wieder zum Vorschein kommt.

Wird bestimmt davon stark abhängen, wie er einen angemessenen Umgang
mit der Depression finden wird.
---
Zitat von ElfenWeide:
Diesmal ist es anders,

Rückzug oder erstmal Kontaktabbrüche gehören je nach Grad der Depression dazu -
allerdings nicht immer u. vielleicht ist es diesmal bei ihm tatsächlich anders.
Kann ich von hier aus dem Forum natürlich auch schlecht beurteilen.
---
Zitat von ElfenWeide:
da dieses Hin und Her sonst zu verletzend für mich wäre und kein Kontakt zu haben
eher auf eine Trennung hinauslaufen würde, laut ihm.

Das kann ich Nachvollziehen u. da entstehen nicht nur Verletzungen, sondern hinterlässt
tiefe Kränkungen.
Das ist sicher sehr zu vermuten, je länger so ein Kontaktabbruch besteht, umso mehr entwickelt
sich eine innere Distanz, die dann auch keine Gefühle mehr aufkommen, gar entwickeln lässt.
Meist ist dann eine Trennung die Folge. Auch wegen der entstandenen Verletzungen u. auch Kränkungen,
lassen sich neue Liebesgefühle kaum mehr entwickeln.

31.05.2024 12:52 • x 2 #7129


ElfenWeide
@Jedi

Es war tatsächlich besser als erwartet.
Nach einigen (körperlich) eher distanzierteren Stunden ging es plötzlich. Er erwähnte auch seine Angst, mich zu verlieren. Es gab dann sehr viele Zärtlichkeiten und in einem Moment sagte er, dass er tief in sich drin wüsste, dass er mich liebt. Auch wenn die drei Worte oder auch ähnliche liebe Worte eher nicht vielen, gab es viel Nähe.
Ich bin also zuversichtlich! Habe mal gelesen, dass die Liebe, die die Betroffenen in dieser Zeit nicht selbst spüren können, von ihnen über körperliche Nähe trotzdem gegeben wird, da sie tief in ihnen wohl noch da ist.

02.06.2024 14:30 • x 3 #7130


ElfenWeide
es geht wieder total bergab. Hatte eine sehr anstrengende Woche und bin gestern zusammengebrochen, weil sich eine Freundin heute treffen wollte. Die einzige die ich habe, nur sehen wir uns wegen der Entfernung und ihrer Ausbildung kaum. Dieses Jahr nicht einmal. Der Gedanke, soweit zu fahren nach der Woche löste Tränen aus. Ebenso wie die Tatsache, dass sie spontan abklären musste, heute nicht auf ein doofes Fest mitkommen zu müssen, wo ihre Mutter sie hinzwingen wollte. Habe durch die Unsicherheit ob wir uns nun treffen kaum geschlafen. Ein ständiges Hin und Her und selbst heute morgen noch auf die Antwort gewartet. Dann hieß es, sie muss leider mit. Hab mich um 9 nochmal schlafen gelegt, wache auf und sie sagt ,,Meine Mutter war genervt und hat mich vor der Fahrt doch Zuhause gelassen‘‘. Aber da war’s dann auch zu spät sich zu treffen…

Hab das meinem Freund erzählt, weil es mich etwas aus der Bahn warf. Mehr als es sollte, aber ich glaube, dass ich nicht nur deshalb gestern geweint habe. Ich bin in einem toxischen Elternhaus wo keine Grenzen gewahrt werden und kann aktuell nicht ausziehen. Ich lebe in dauerhaftem Stress und Angst und habe Angst, dass meine Beziehung jetzt daran zerbricht. Wenn ich es nicht schaffe, auf potentielle kältere Antworten ruhig zu reagieren und mich nicht triggern zu lassen. Es ist unfair, dass mir dieses Elternhaus alles erschwert und ich das Gefühl habe, dass mein einziger Anker dadurch genommen wird. Bei meinem Freund ist alles immer sehr ruhig, ich muss keine Angst haben, etwas falsches zu machen und es zeigt mir, dass das Leben in der richtigen Umgebung ruhig sein kann. Allerdings klappt es auf Dauer nicht, wenn er für mich da sein kann, ich aber nicht für ihn. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Ausziehen geht nicht. Ins Zimmer verkriechen geht bedingt, löst das Ganze aber nicht. Ich habe nichts um mich zu regulieren, aber ich muss für meinen Freund auch ein Safe Space sein. Das geht nicht anders. Sonst wird es nichts. Es warf mich auch aus der Bahn, dass wir uns dieses WE nicht sehen. Er hatte eine harte Woche, 2x war er erst um 9 von der Arbeit Zuhause und konnte noch keine Kraft tanken. Er will sich lieber nächstes WE wieder treffen, wo er voll für mich da sein kann und nicht riskieren, aufgrund der Erschöpfung doof zu mir zu sein. Das versteh ich, deshalb reagierte ich da auch verständnisvoll. Aber mein Anker fehlt für dieses WE. Ich kann diesem Elternhaus nicht aus dem Weg gehen. Alleine rausgehen? Ich wohne auf dem Dorf. Habe niemanden. Mein Opa hatte diese Woche einen Herzinfarkt. Mir ist einfach alles zu viel. Ich darf jetzt nichts kaputtmachen aber weiß nicht, wie ich im Dauerstress mein Nervensystem regulieren soll, damit ich im Fall der Fälle gelassen und verständnisvoll reagieren kann. Es fällt mir so schwer, mich auf das Positive zu konzentrieren… Dass mein Anker vermutlich bleiben wird, weil er wohl tief in sich wüsste, dass er mich liebt, sein Verhalten etc. Gestern antwortete er auf ,,ich lieb dich‘‘ , dass er mir dafür sehr dankbar ist. Später Abends noch mal auf ,,Liebe‘‘ (wir sagen oft einfach nur Liebe, weil das 2 Leute die wir gern im Internet schauen auch tun) kam keine Antwort, woraufhin ich mich entschuldigte und er auch. Dabei vergaß ich die ganzen positiven Reaktionen von ihm.
Eigentlich spricht alles dafür, aber ich bin total neben der Spur. Diese Woche war es hier Zuhause besonders schlimm, da fehlt mir der oder irgendein anderer Anker ganz besonders

08.06.2024 14:32 • x 1 #7131


S
Liebe Elfenweide, bitte fühle Dich nicht von mir ignoriert, wenn ich auf Deine Beiträge nicht eingehe, mir fällt schlicht kein sinnvoller Rat ein.

Auch kann ich nichts Positives von meiner „Front“ berichten. Ich wohne in einer vom Hochwasser betroffenen Region, und tatsächlich kam letzte Woche am Morgen aus dem Nichts ein Anruf, ob es uns gut gehe. Ein sehr kurzes Telefonat, aber völlig unerwartet. In den folgenden Tagen konnte ich ihn dann nicht mehr so gut aus meinen Gedanken verbannen und es war ein emotionales Auf und Ab, Trauer, Wut, Vermissen, alles wieder präsent und ich war gestern an einem Punkt, dass das aufhören muss, und habe ihn gefragt ob er offene Fragen denn wenigstens in einer Email beantworten würde. Denn unser Gespräch hat noch immer nicht stattgefunden. Ich klammere mich irgendwie daran, dass ich das noch brauche um komplett loslassen zu können (faktisch wird es wohl keinen Unterschied machen…). Er würde das lieber in persona machen, um „zu heilen“, Dinge auszusprechen, nicht mehr wegzulaufen und sich hinter dem Geschreibe zu verstecken. Ich habe dann geantwortet, dass ich Angst habe, und diesen Schmerz nicht mehr will - er wolle ihn auch nicht, nie mehr - und dann brannte meine Zündschnur, und sie war minikurz. Ich war dann sehr deutlich mit einem FU und dass es verdammt noch mal nicht immer nur um ihn gehe (um ihn und seine Ehe und das Trauern um seine Frau, war, was ich tatsächlich im Kopf hatte in dem Moment). Und das war’s. Irgendwo zwischen Grenze gesetzt und Axt im Walde fühle ich mich jetzt. Was für eine verrückte Geschichte das ist … Alles doof.

11.06.2024 06:39 • x 2 #7132


Jedi
@Sunny2024

Zitat von Sunny2024:
Und das war’s.

Es war richtig von Dir - klar bleiben und Grenzen setzen u.
dann darf auch die Axt mal rausgeholt werden.
Zitat von Sunny2024:
Irgendwo zwischen Grenze gesetzt und Axt

Emotionen brauchen ihren Raum u. den hast Du ihnen gegeben.
Zitat von Sunny2024:
Was für eine verrückte Geschichte das ist …

So verrückt ist diese Deine Geschichte gar nicht, aber Du verhälst Dich dazu anders, anders eben,
wie Du es sicher früher getan hattest.

11.06.2024 12:54 • x 2 #7133


Jedi
@ElfenWeide

Zitat von ElfenWeide:
da fehlt mir der oder irgendein anderer Anker ganz besonders

Suche u. finde den Anker in Dir, denn der ist immer am Stabilsten.
Auf Anker von außen sich zu verlassen, dass ist häufig eher nicht so stabil.

Wie findet man den Anker in sich selbst ?
Unser Atem ist ein großer Anker u. wenn wir unsere Aufmerksamkeit darauf lenken,
können wir uns in schwierigen Situationen sammeln u. können uns mit Energie versorgen !

Wäre jetzt so mein Tipp u. ist auch immer mein Anker.
Ich verlasse mich in schwierigen Situationen lieber auf mich selbst u.
dafür nutze ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem.

Probiere es mal aus - wenn Du magst.

11.06.2024 13:04 • x 1 #7134


ElfenWeide
@Sunny2024

Alles gut, ich schreibe hier überwiegend, um meine Gedanken loszuwerden.

Ich schließe mich Jedi an und finde es gut, dass du ihm deine Gefühle mitgeteilt hast. Ich finde, du hast recht damit, dass es trotz seiner Krankheit nicht ausschließlich um ihn geht. Er ist dennoch ein erwachsener Mensch und sollte zumindest akzeptieren, dass auch du bestimmte Gefühle und Gedanken bezüglich dieser Situation hast. Besser so, als sie aus Rücksichtnahme vor der Krankheit dauerhaft in sich hineinzufressen

11.06.2024 18:17 • #7135


ElfenWeide
@Jedi Gute Idee, habe ich schon öfter gehört. Tatsächlich habe ich sowas noch nie probiert (kein Yoga, Meditation,..) Ich versuche aber positiv zu bleiben, beschäftige mich auch mit mir selbst, und habe das Gefühl, das strahlt leicht aus. Zumindest beinhalten unsere Whatsapp Nachrichten seit einigen Tagen wieder Herzen und es gibt wieder ein regelmäßigeres Guten Morgen/Nacht. Ab und zu schreibt er auch meinen Kosenamen. Keine Ahnung, ob ich da zu viel reininterpretiere, aber über Text wird es wieder wärmer, auch wenn er heute auf mein ,,Wie geht’s dir’‘ sagte, er sei generell etwas gefühlslos gerade. Wie ich ihn kenne, schreibt er so wie er sich fühlt, also sehe ich es eher positiv als als Gewohnheit, denn das war seit dem Gespräch nicht so. Am Wochenende sehen wir uns wieder. Freue mich, aber bin auch etwas nervös, wobei letztes Mal sehr gut lief

11.06.2024 18:25 • x 1 #7136


S
Am Wochenende steht nun unser Gespräch an. Ich müsste mich eigentlich darauf vorbereiten, es kann die letzte Chance sein alle meine Fragen beantwortet zu bekommen. Aber eigentlich will ich gar nicht daran denken, von Freude, Angst bis Panik sind alle Gefühlslagen dabei

25.06.2024 18:21 • x 3 #7137


Jedi
Zitat von Sunny2024:
Ich müsste mich eigentlich darauf vorbereiten, es kann die letzte Chance sein alle meine Fragen beantwortet zu bekommen.

Sich vorbereiten ist immer schwierig, da oft Erwartungen damit verbunden werden.
Schau, wie sich das Gespräch entwickelt u. reagiere mit den Fragen darauf, die Dir wichtig sind
u. Du ja schon lange kennst.
Erzwinge da auch nichts, wenn die Antworten nicht dabei sind, die Du Dir wünschen würdest.
So umgehst Du Enttäuschungen !
So machen Erwartungen u. etwas erzwingen zu wollen keinen Sinn.
Versuche auch die Emotionalität etwas rauszunehmen, um wirklich die Atmosphäre des Gesprächs
real aufzunehmen. Wird Dir helfen, nach dranzubleiben, was Dir wichtig ist.

26.06.2024 20:18 • x 3 #7138


ElfenWeide
@Sunny2024
Schließe mich @Jedi an und wünsche dir viel Kraft und alles Gute für das Gespräch. Den besten Ausgang erreicht man, wenn man versucht nicht alles zu sehr zu zerdenken.

26.06.2024 22:15 • x 3 #7139


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


S
Er hat keine Zeit und will es verschieben, wenn auch nur um einen Tag. Für mich fühlt es sich total doof an jetzt, so wichtig scheint es ja nicht zu sein … Prioritäten und so. Ich mag nicht mehr.

27.06.2024 05:22 • x 3 #7140

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