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Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

Schlüsselkind
Zitat von Sunny2024:
Er hat keine Zeit und will es verschieben, wenn auch nur um einen Tag. Für mich fühlt es sich total doof an jetzt, so wichtig scheint es ja nicht zu sein … Prioritäten und so. Ich mag nicht mehr.


Mein Mitgefühl, liebe @Sunny2024,
kann das so gut nachvollziehen. Wenn man endlich eine Situation klären möchte und ist wieder gefangen in der Warsteschleife, fühlt sich das niederschmetternd an - aber halte durch und versuche Dich etwas abzulenken bis zum Wochenende - so gut es nur irgends geht.

Wünsche Dir alles Gute für das Gespräch, ich denke auch, dass sich vieles dann im Gespräch selbst ergeben wird.

27.06.2024 08:10 • x 3 #7141


ElfenWeide
Eine schnelle Frage…
Mein Freund sagt mit seit einigen Malen, wo wir uns jetzt gesehen haben wieder von selbst ,,Lieb dich‘‘ Er sagte dazu, dass es ihm leid tut, wenn er das manchmal nicht so über Text sagen kann. Außerhalb der depressiven Phasen ist er das totale Gegenteil. Hat jemand eine Idee oder Erfahrungen damit, woran das liegt, dass es über Text nicht geht? Und darf ich seinen lieben Worten Glauben schenken?

27.06.2024 21:04 • x 2 #7142


A


Hallo Sandra-k,

Gehe ich richtig mit meinem depressiven Partner um?

x 3#3


Jedi
@ElfenWeide

Zitat von ElfenWeide:
Und darf ich seinen lieben Worten Glauben schenken?

Nicht die Worte sind wichtig , es zählen nur Taten !
Nur an seinem ganzen Verhalten wirst Du erkennen, spüren, ob diese Worte, gesprochen
oder geschrieben mit Wahrhaftigkeit gefüllt sind.

04.07.2024 09:58 • x 2 #7143


S
Gestern Abend hatten wir ein 1,5stündiges Gespräch auf neutralem Boden. Es fällt mir recht schwer den Verlauf zu reflektieren, es war total chaotisch. Wir haben uns nicht berührt, nicht umarmt oder sowas. Alle Vermutungen, die ich hatte, als logische Erklärung warum die Situation ist wie sie ist, haben sich nicht bewahrheitet. Er ist weiterhin wöchentlich in Therapie und einmal im Monat in einer speziellen Einrichtung. Ich konnte nicht an mich halten und habe ihm gesagt, dass es auch mir schlecht ging in den letzten Wochen und Monaten, von den Kindern erzählt, ihm vorgeworfen dass er mich aus seinem Leben ausschließt; die Stimme der Vernunft die genau weiß, dass man Depressiven keine Vorwürfe machen soll, war verdammt leise in dem Moment, es ist einfach aus mir herausgeplatzt. Ich habe Dinge gesagt wie, komm ins Handeln, es eigentlich anders gemeint konnte es aber nicht ausdrücken, er hat sich verteidigt, was ich denke dass er macht, ob ich denke dass das so schnell geht, wir haben uns also auch gestritten zwischendrin. Er schämt sich, und zieht sich dann komplett zurück, statt aus Situationen zu lernen und die Dinge dann anders zu machen. Tut einfach gar nichts und schweigt, das meinte ich mit ins Handeln kommen. Mich zu sehen fiel ihm sehr schwer. Er überlegt wieder auszuwandern, bald. Weil er hier lauter Situationen ausgesetzt ist, die schwierig sind, und nur in Ruhe heilen will. In meinem Kopf betrauert er seine Ehe, das ist es aber irgendwie nicht, oder nur zu Teilen, aber die ganze vergiftete Situation in den letzten Jahren hat ihn krank gemacht. Ich verstehe es nicht. Keine für mich logische Erklärung greift so richtig. Er hat mich vermisst meinte er, und er hat den Kontakt in seiner Wahrnehmung gar nie abgebrochen…

Wir sind nun offiziell getrennt. Er meint, es sei so leichter für mich, abzuschließen und weiterzugehen. Ich denke für ihn ist es das auch, es „zieht“ dann nicht noch einer an ihm. Heute fühle ich mich ganz leer, ich bin erstaunlicherweise ganz ruhig. Mal sehen, wie lange das anhält. Ich bin eher verwundert, wie konnte es nur dazu kommen - und wie verdammt unfair ist eigentlich das Leben?!

07.07.2024 05:54 • x 3 #7144


Schlüsselkind
Liebe @Sunny2024,

der Uhrzeit kann ich entnehmen, dass Du wohl eine schlaflose Nacht hinter Dir liegen hast. Mein Mitgefühl auch hier, dass Du nicht wirklich die Antworten finden konntest, die Du Dir erhofft hast.

Zitat von Sunny2024:
es war total chaotisch.


So wirklich vorbereiten kann man sich wohl nie auf solche Situationen, man durchlebt so viele Emotionen, auch welche, die sich über lange Zeit aufgestaut haben und wenn man den anderen dann zudem persönlich sieht, macht das auch noch mal was mit einem.

Zitat von Sunny2024:
Ich konnte nicht an mich halten und habe ihm gesagt, dass es auch mir schlecht ging in den letzten Wochen und Monaten, von den Kindern erzählt, ihm vorgeworfen dass er mich aus seinem Leben ausschließt; die Stimme der Vernunft die genau weiß, dass man Depressiven keine Vorwürfe machen soll, war verdammt leise in dem Moment, es ist einfach aus mir herausgeplatzt.


Ich persönlich finde es gut, dass Du ihm ganz offen Deine Bedürfnisse mitgeteilt hast. Vielleicht war ihm das in dem Maße bisher gar nicht bewusst.

Zitat von Sunny2024:
Er schämt sich, und zieht sich dann komplett zurück, statt aus Situationen zu lernen und die Dinge dann anders zu machen.


Hmm, das kommt mir bekannt vor, ich bin dann zu der Erkenntnis gekommen, dass ich jemanden brauche, der Selbstverantwortung für sich und sein handeln trägt ...

Zitat von Sunny2024:
Er überlegt wieder auszuwandern, bald.


... und nicht vor seinen Herausforderungen davonläuft.

Zitat von Sunny2024:
Ich verstehe es nicht. Keine für mich logische Erklärung greift so richtig.


Ja, das ist der schwierigste Teil. Vermutlich kann er sich selbst auch gar nicht verstehen? Bleibt die Frage, was jetzt genau anders für Dich wäre, wenn Du wirklich alle offenen Fragen beantwortet bekommen hättest, um zu trauern und dann loslassen zu können. Es ist nicht einfach, aber sich immer wieder auf sich und seine eigenen Bedürfnisse zu fokussieren, hilft.

Ich habe später nochmal einen online-Liebeskummerkurs eines Therapeuten mitgemacht, das kann gut unterstützend helfen, sich wieder in den Fokus zu rücken und auf sich selbst zu schauen, inklusive Übungen etc.

Zitat von Sunny2024:
Er hat mich vermisst meinte er, und er hat den Kontakt in seiner Wahrnehmung gar nie abgebrochen…


Sicherlich ist das so. Nur ist es schwierig bis unmöglich so eine Partnerschaft zu führen, wenn nicht offen kommuniziert wird, was beide eigentlich brauchen und dadurch keine Annäherung stattfindet.

Zitat von Sunny2024:
Er meint, es sei so leichter für mich, abzuschließen und weiterzugehen.


Ich schätze, da hat er sich selbst mit gemeint?!

Hatte gerade nochmal Deine älteren Beiträge gelesen, und habe mich darin etwas wiedergefunden, hatte zu der Zeit auch Verlustängste und das ist einfach auf Dauer emotional nicht aushaltbar.

Leider gibt es immer und immer wieder Situationen im Leben, wo man ratlos und mit vielen Fragen zurück bleibt. Vielleicht schaust Du mal in deine Vergangenheit, was Du alles schon tolles, zunächst für dich Unerreichbares durchgestanden und erreicht hast. Sicherlich sind viele viele Dinge darunter, an die Du Dich dann wieder zurückerinnerst. Was hast Du in dieser Situation gemacht?

Du schaffst das ... und hoffe, Du kannst Dich durch Deine Freund*innen gerade seelisch etwas unterstützen lassen?

07.07.2024 13:56 • x 2 #7145


Jedi
@Sunny2024

Zitat von Sunny2024:
Gestern Abend hatten wir ein 1,5stündiges Gespräch

Möglich, dass es für euch beide u. für ein wirklich klärendes Gespräch noch zu früh war.
Zitat von Sunny2024:
wir haben uns also auch gestritten zwischendrin.

Dieser Punkt u. weitere, die ich aus Deinem Beitrag entnehmen konnte, ließen bei mir
keinen anderen Schluss zu.
Sicher habt ihr beide in einem guten Sinn dieses Gespräch führen wollen,
aber zu stark waren die emotionalen Momente, die dann den Verlauf eines
solchen Gesprächs auf eine falsche Schiene bringt.
Dabei geht es nicht um Schuld, für euch beide nicht, aber der Zeitpunkt war
noch nicht reif.
-----------------
Zitat von Sunny2024:
Heute fühle ich mich ganz leer,

Das ist ein normales empfinden, da der Inhalt dieses Gesprächs, soweit Du ihn schilderst,
nichts fundamentales hinterlassen hat.
--
Zitat von Sunny2024:
Wir sind nun offiziell getrennt.

Es ist sicher jetzt eine schwere Situation u. doch ist es richtig, dass ihr diesen Schritt
nun vollzogen habt. - Was mal werden kann, zu einem anderen Zeitpunkt, dass kann nun offen bleiben ! -
---
Zitat von Sunny2024:
Ich bin eher verwundert, wie konnte es nur dazu kommen

Möglich, dass Dir nach u. nach mehr dazu bewusst wird u. Du aus dem Abstand heraus,
Dir mehr u. mehr klarer werden kann, wann alles seinen Anfang nahm.
Vermeide dann bei einer Selbstreflexion, irgenwelche Schuldzuweisungen, weder Dir gegenüber,
noch dem Anderen gegenüber. Oftmals bestimmen Dynamiken eine Geschehen, was einem zu dem aktuellen
Zeitpunkt, gar nicht wirklich bewusst ist.
---
Zitat von Sunny2024:
wie verdammt unfair ist eigentlich das Leben?!

Das Leben ist nicht unfair, auch wenn Du es gerade so empfinden magst.
Zu oft wollen wir etwas nicht sehen, verdrängen es, werden es uns nicht bewusst u.
stehen dann staunend vor Entscheidungen, wo wir die Kontrolle nicht haben, bzw. oftmals
schon vor längerer Zeit, diese Kontrolle schon nicht mehr hatten.
So empfindet man dann auch das Leben , als ein unfaires, wo bei näherer Betrachtung, dass Leben
nur darauf reagiert, Was schon ist !
Vielleicht fällt Dir durch meine Gedanken dazu es etwas leichter, auf diese nun eure Entscheidung
nicht Negativ zu schauen, sondern nun könnt ihr beide, jeder für sich nach vorne schauen u.
jetzt zum Gestalter dieser neuen Lebenswirklichkeit werden.

Dies wünsche ich Dir !
LG Jedi

07.07.2024 14:10 • x 3 #7146


Jedi
Ergänzung !

Zitat von Schlüsselkind:
der Selbstverantwortung für sich und sein handeln trägt ...

Zitat von Schlüsselkind:
... und nicht vor seinen Herausforderungen davonläuft.

Zwei sehr zentrale Dinge, die @Schlüsselkind hier herauszitiert hat.
Das wäre mein Argument dafür, dass der Zeitpunkt für dieses Gespräch zu früh war,
die richtige Zeit noch nicht reif war !
Ich denke, er wird noch länger in seiner Therapie weiter daran arbeiten werden,
um mit der Eigenverantwortung umgehen zu können - auch um dann nicht vor Herausforderungen,
die das Leben an uns stellt, nicht davor wegzulaufen.

07.07.2024 14:19 • x 2 #7147


S
Zitat von Schlüsselkind:
was Du alles schon tolles, zunächst für dich Unerreichbares durchgestanden und erreicht hast.

Tatsächlich war meine Beziehung mit dem Vater meiner Kinder von häuslicher Gewalt und Stalking geprägt. Heute bin ich völlig darüber hinweg, damals war ich völlig alleine und bin stolz mich da herausgekämpft zu haben. Es ging mir schlecht, ich kann mein depressives Gegenüber ein Stück weit verstehen, aber ich wurde darüber nicht krank. Erst ihm habe ich irgendwann mein Herz wieder geöffnet, welch Ironie

Ich komme auch diesmal darüber hinweg, mit Zeit und Tränen, wir hatten die Situation ja quasi schon einmal - das Wort Depression stand damals allerdings nicht im Raum, geschweige denn war eine Therapie in Aussicht. Für mich selbst habe ich mir vorgenommen, am Ende des Jahres noch einmal auf die Gesamtsituation zu sehen - vor allem um dem Loslassen seine Endgültigkeit zu nehmen und mir somit den Schrecken. Wenn ich bis Ende des Jahres gut auf mich achte und die Gedanken an ihn beiseite schieben kann, habe ich denke ich auch gut an Abstand gewonnen. Außerdem muss ich mir eingestehen, dass ich kein 3. Mal fallen gelassen werden will ohne ein Wort, und so unwahrscheinlich wäre das wohl nicht.

Zitat von Jedi:
aber zu stark waren die emotionalen Momente, die dann den Verlauf eines
solchen Gesprächs auf eine falsche Schiene bringt.

Es hätte wohl sehr viel Sinn gemacht, das Gespräch mit therapeutischer Begleitung zu führen. Ich hatte aber auch nicht damit gerechnet, dass mich die Emotionen noch einmal so überwältigen würden!

Es wäre alles so viel einfacher, wenn wir miteinander kommunizieren könnten, es könnte so einfach sein - ist es aber nicht

Zitat von Jedi:
Dabei geht es nicht um Schuld, für euch beide nicht,

Darum ging es auch nicht, uns ist denke ich beiden bewusst dass an der Krankheit niemand schuld hat, ich wollte aber dass er sieht, was es auch mit mir macht. So irgendwie. Frage mich jetzt, weshalb mir das so wichtig war - hatte vielleicht gehofft, dass er dadurch „aufwacht“

Zitat von Schlüsselkind:
man durchlebt so viele Emotionen, auch welche, die sich über lange Zeit aufgestaut haben

Das habe ich noch während des Sprechens gemerkt und auch so benannt, es brach wie ein Vulkan aber alles aus. Auch wenn ihn das jetzt zurückgeworfen hat, bin ich doch froh einmal für mich eingestanden zu sein. Ich kann schließlich auch nichts, für das alles

Zitat von Jedi:
Zu oft wollen wir etwas nicht sehen, verdrängen es, werden es uns nicht bewusst

Da ist das Hoffen und Wünschen, das ich inzwischen fast genausowenig mag wie die Erwartung

Ich danke euch sehr für eure Gedanken, es ist mir eine große Hilfe!

07.07.2024 18:40 • x 3 #7148


S
Eben kam mein Großer aus dem Zeltlager nach Hause und meinte, er würde ihm gerne sagen dass er jederzeit herkommen kann wenn er mal alleine ist, oder mit ihm reden kann. Dass es doch eigentlich gar kein Problem gibt.

Doch, heute hadere ich sehr mit dem Leben! Noch so ein paar Dinge, und ich ende als verbitterte alte Katzenlady, hrmpf! Nach vergossenen Tränen bin ich gerade bei Ironie

07.07.2024 19:10 • x 2 #7149


Jedi
Zitat von Sunny2024:
Nach vergossenen Tränen bin ich gerade bei Ironie

Das ist doch völlig Ok !

07.07.2024 19:45 • x 1 #7150


Schlüsselkind
Zitat von Sunny2024:
Tatsächlich war meine Beziehung mit dem Vater meiner Kinder von häuslicher Gewalt und Stalking geprägt


Das klingt nach einer sehr belastenden Zeit, da kannst Du stolz auf Dich sein, Dich gelöst zu haben und
trotzdem weiter ein glückliches Leben führen zu können!

Hast Du Dich schon einmal mit Deinem Bindungsmuster beschäftigt? Die eigene Partnerwahl ist ja leider kein Zufall.
Mir hat das geholfen und hilft es immer noch, mein Verhalten besser zu verstehen.

Bezüglich der Katzendame: Ich persönlich sehe das Alleinsein nicht negativ (und würde das Alleinsein dem Miteinander mit für mich imkompatiblen Menschen auch immer vorziehen). Aus dem Alleinsein kann viel positives und kreatives entstehen (hiermit ist aber das freiwillige Alleinesein gemeint und nicht die unfreiwillige Einsamkeit). Lese gerade das Buch »Die Freiheit, allein zu sein. Eine Ermutigung« von Sarah Diehl - wirklich ein sehr ermutigendes Buch.

Aber jetzt wünsche ich Dir erst einmal gute Freund*innen, zeitweise Ablenkung und viel Kraft für die nächste Zeit!

08.07.2024 13:55 • x 3 #7151


S
Da bin ich absolut bei Dir, ich kann auch gut alleine sein. Männer gibt es wie Sand am Meer, aber nur wenige interessieren mich, ich bin aber auch wenig kompromissbereit (geworden), suche ein AddOn, eine Bereicherung auf irgendeiner Ebene

Tja mein Bindungsverhalten, darüber habe ich natürlich auch schon oft nachgedacht, finde aber meine Expartner alle sehr unterschiedlich. Meinen neuesten Expartner (ha!) habe ich als souverän, intelligent und den gleichen Humor teilend kennengelernt, wir waren in vielen Dingen der gleichen Meinung, wussten ganz genau wie der andere tickt usw bis dann irgendwann plötzlich alles ganz anders war ….

08.07.2024 14:59 • x 2 #7152


ElfenWeide
@Jedi Danke. Du hast diese eigentlich sehr logische Sache nochmal aufgeschrieben, sodass man sie etwas leichter greifen kann.

Es scheint inzwischen alles wieder gut zu sein. Sein Gefühlschaos ist vorbei, wir haben tolle WE‘s zusammen verbracht und er hat mir sogar einen Haustürschlüssel übergeben, obwohl er jetzt erstmal 5 Wochen von Zuhause weg ist.
Ich habe aber gemerkt, dass mir trotz allem die letzten Male ein wenig Vertrauen fehlt… Weil jetzt plötzlich wieder alles gut ist und das kann ich nicht verstehen. Ich habe ihn auch entfernt darauf angesprochen, dass die Aussagen seines Therapeuten mich beschäftigen. Er sagte, alles sei wieder gut und dass wir uns ja damals bei unseren Telefonaten darüber ausgesprochen hätten und dass er gegen die Aussagen seines Therapeuten geredet hat, der nur einen Denkanstoß von sich gab, weil es ihm ohne mich viel blöder gehen würde. Ich habe das alles als so viel mehr wahrgenommen bzw kann man ja die Chatverläufe noch lesen und wichtiges aus den Telefonaten habe ich mir kurz danachaufgeschrieben. Das beschäftigt bzw verwirrt mich etwas, dass wir da wohl beide so unterschiedliche Auffassungen haben bzw weiss ich eigentlich genau, was denn wie genau gesagt wurde von uns beiden… Er sagte, vielleicht hätte ich es verdrängt. Jedoch glaube ich, dass er vielleicht ein paar Dinge vergessen hat mir zu sagen/klarzustellen. Oder, wie es nunmal oft ist: Im Gefühlschaos nimmt man Dinge anders wahr und sagt Dinge, die man vielleicht nicht so oder ganz anders meint, auch wenn es in dem Moment so ist.

Naja, jetzt ist er erstmal bei seiner Oma, leider aufgrund von Terminen länger als wir beide wollten.

Positiv überrascht hat mich, dass wir am WE ein Eis essen waren und ich gefragt habe, ob wir das als unsere ,,Jahrestag Vorfeier‘‘ bezeichnen wollen, weil dieser in der Zeit ist wo wir uns nicht sehen. Ich hätte damit gerechnet, dass er entweder ja sagt, oder sagt dass ihm so ein Datum nicht wichtig ist, genau wie Valentinstag und der Tag quasi nicht existent ist. Aber er meinte, dass wir das nachfeiern, weil er ja jetzt gar nichts vorbereitet hat. Das hat mich irgendwie total überrascht. Ich meinte dann, dass ich das sicher vergesse, aber er sagte er würde ganz sicher dran denken.

Es würde mir viel bedeuten, wenn wir das wirklich machen und dabei kommt es mir nicht darauf an, was wir machen, sondern um die Geste. Und wenn’s nur ein Spaziergang ist, den man als kleine Feier bezeichnet.

08.07.2024 22:04 • x 3 #7153


S
Zitat von Jedi:
Ich denke, er wird noch länger in seiner Therapie weiter daran arbeiten werden,
um mit der Eigenverantwortung umgehen zu können - auch um dann nicht vor Herausforderungen,
die das Leben an uns stellt, nicht davor wegzulaufen.

In mir hält sich die Frage, ob man wohl je wieder ganz gesund wird/die Depression wieder ganz loswerden kann. Ich hatte so gar kein Gefühl dafür, wie schnell eine Therapie anschlägt - 5 Monate kamen mir hier wie 5% vor. Wir reden hier eher von Jahren, oder was ist Deine Einschätzung @Jedi ? Es waren schon Schritte zu sehen, aber insgesamt war er so fertig und abgestumpft. Bleibt man abgestumpft? Und vermeidet man Konfliktsituationen aus Angst wieder hineinzurutschen? Glaskugelfragen… Ich hatte irgendwo gelesen, dass man nach einer Depression wieder ganz gesundet - der Meinung bin ich irgendwie nicht, die Situation macht ja etwas mit einem, sowohl mit dem Betroffenen als auch mit dem Umfeld

10.07.2024 05:52 • x 3 #7154


A


Hallo Sandra-k,

x 4#15


ElfenWeide
@Sunny2024

Ich denke auch, dass, je nach Schweregrad und Dauer der Depression, man nicht vollständig gesund werden kann, da diese chronisch werden kann. Aber das habe ich nur mal vor Langer Zeit in einem Artikel überflogen. Man kann dennoch lernen, weitestgehend mit der Depression umzugehen

11.07.2024 05:57 • x 1 #7155

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