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Gestörtes Essverhalten und Appetitlosigkeit bei Depressionen

Krizzly
Hast du das Thema bei der neuen Therapeutin angesprochen?

05.03.2020 23:00 • #16


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Hast du das Thema bei der neuen Therapeutin angesprochen?

Ja. Aber ich war in der Stunde, die eigentlich erstmal der Infosammlung und dem Administrativen dienensollte, so massiv angespannt, dass ich immer wieder weggedriftet bin. Sie musste also quasi von Anfang an eingreifen. Ich glaube aber auch, dass ich die Essproblematik mal wieder nicht richtig deutlich machen konnte. Sie hat mich auch nach dem Gewicht gefragt.
Sie ist mir ansich sehr sympathisch, aber diese Frage hat mich fertig gemacht. Sie macht mir immer wieder bewusst, dass ich zu viel bin.

05.03.2020 23:26 • #17


A


Hallo Irgendeine,

Gestörtes Essverhalten und Appetitlosigkeit bei Depressionen

x 3#3


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Ich glaube aber auch, dass ich die Essproblematik mal wieder nicht richtig deutlich machen konnte.

Wieso glaubst du das?

Zitat von Irgendeine:
aber diese Frage hat mich fertig gemacht. Sie macht mir immer wieder bewusst, dass ich zu viel bin.

Es ist wahrscheinlich Teil deiner Essstörung, dass du das so empfindest. Zumindest war das bestimmt nicht ihre Absicht, sondern ist nur deine Interpretation.

Weiß dein Freund eigentlich von deinen aktuellen Problemen damit? Kannst du ihm sagen, dass es für dich nur schwieriger wird, wenn er deinen Süßigkeitenkonsum kritisiert?

05.03.2020 23:46 • #18


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Wieso glaubst du das?

Ich weiß nicht so recht. Vielleicht weil sie nachgefragt hat, warum ich es mit so wenig essen nicht ins UG geschafft hab?
Zitat von Krizzly:
Zumindest war das bestimmt nicht ihre Absicht, sondern ist nur deine Interpretation.

Das glaube ich auch. Das geht mir oft so.
Ich rechne prinzipiell eher damit, dass man mich schlecht findet und mir nicht glaubt. Ist einfach zu oft passiert.y
Wahrscheinlich wollte sie wirklich einfach nur wissen, wie der aktuelle Stand ist
Zitat von Krizzly:
Weiß dein Freund eigentlich von deinen aktuellen Problemen damit? Kannst du ihm sagen, dass es für dich nur schwieriger wird, wenn er deinen Süßigkeitenkonsum kritisiert?

Er weiß von der ES und dass sie immer mal wieder aufflammt. Er hat in meiner schlimmsten Zeit viel mit mir durchgemacht und ich habe manchmal das Gefühl, dass er versucht zu ignorieren, wenn es wieder schlimmer wird.
Er achtet z.B. drauf, dass ich keine fettarme Milch kaufe, obwohl er selber fast nie Milch trinkt.
Wenn er das nächste Mal was sagt, werde ich ihm auch versuchen deutlich zu machen, dass diese Kommentare nicht gerade hilfreich sind.

06.03.2020 00:22 • #19


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Vielleicht weil sie nachgefragt hat, warum ich es mit so wenig essen nicht ins UG geschafft hab?

Hat sie das so gefragt? Das klingt ja, als wär das quasi ein Ziel, das du erreichen musst, damit man dir ein wirkliches Problem mit dem Essen glauben kann. Dabei ist es ja objektiv gesehen gut, wenn das bisher nicht passiert ist. Ich hoffe, das war nur etwas unglücklich formuliert von ihr und sie nimmt dich da schon auch ohne gravierendes UG ernst.

Zitat von Irgendeine:
Wahrscheinlich wollte sie wirklich einfach nur wissen, wie der aktuelle Stand ist

Davon geh ich auch aus.

Zitat von Irgendeine:
Er hat in meiner schlimmsten Zeit viel mit mir durchgemacht und ich habe manchmal das Gefühl, dass er versucht zu ignorieren, wenn es wieder schlimmer wird.

Vielleicht ist das ein Selbstschutz. Diese Zeit war für ihn bestimmt auch nicht leicht.

Zitat von Irgendeine:
Er achtet z.B. drauf, dass ich keine fettarme Milch kaufe, obwohl er selber fast nie Milch trinkt.

Das ist schön, sehr fürsorglich

06.03.2020 00:28 • #20


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Hat sie das so gefragt? Das klingt ja, als wär das quasi ein Ziel, das du erreichen musst, damit man dir ein wirkliches Problem mit dem Essen glauben kann. Dabei ist es ja objektiv gesehen gut, wenn das bisher nicht passiert ist. Ich hoffe, das war nur etwas unglücklich formuliert von ihr und sie nimmt dich da schon auch ohne gravierendes UG ernst.

Naja, sie hat gefragt, wie ich es ohne wirklich zu essen geschafft habe unteres NG zu halten.
Das war und ist ja mein Problem. Der Gedanke, dass man UG haben muss, damit man kaputt genug ist.
Also ja, wahrscheinlich nur unglücklich formuliert. Ansonsten werde ich es ihr nochmal deutlicher machen.
Zitat von Krizzly:
Vielleicht ist das ein Selbstschutz. Diese Zeit war für ihn bestimmt auch nicht leicht.

Nein, das war ne richtige sche.iß Zeit.
Zitat von Krizzly:
Das ist schön, sehr fürsorgl

Ja, das stimmt. Einerseits gut, andererseits ärgert es mich natürlich auch.

06.03.2020 00:44 • #21


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Das war und ist ja mein Problem. Der Gedanke, dass man UG haben muss, damit man kaputt genug ist.

Ganz schön traurig eigentlich. Dabei ist das ganze doch sowieso schon hart genug. Aber ich kann den Gedanken dahinter schon verstehen. Mit massivem Untergewicht wird das Leiden für andere sichtbar.

Zitat von Irgendeine:
Einerseits gut, andererseits ärgert es mich natürlich auch.

Verständlich aus deiner Sicht. Es ist natürlich auch ein bisschen bevormundend. Aber aus objektiver Sicht fällt mir trotzdem erstmal ein, dass es schön ist, dass er sich über solche Dinge Gedanken macht und das Beste für dich will.

06.03.2020 01:00 • #22


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Ganz schön traurig eigentlich.

Ich finde es auch traurig. Aber das ist ja genau wie mit dem Schwerbehindertenausweis. Im Europapark kommt man damit mit einer Begleitperson durch den Hintereingang auf die Attraktionen ohne lange warten zu müssen. Das ist für mich wegen der Reizüberflutung ganz gut. Trotzdem durfte ich mir den ein oder anderen Kommentar anhören, dass ich ja gar nicht sichtbar behindert sei.
Zitat von Krizzly:
Dabei ist das ganze doch sowieso schon hart genug. Aber ich kann den Gedanken dahinter schon verstehen. Mit massivem Untergewicht wird das Leiden für andere sichtbar.

Genau das war immer mein Ziel. In irgendeiner Form gesehen zu werden. Stilles Leiden sieht niemand. Und ich bin so erzogen worden, dass man erst zum Arzt geht, wenn es ganz schlimm ist.
Zitat von Krizzly:
Verständlich aus deiner Sicht. Es ist natürlich auch ein bisschen bevormundend. Aber aus objektiver Sicht fällt mir trotzdem erstmal ein, dass es schön ist, dass er sich über solche Dinge Gedanken macht und das Beste für dich will.

Ich empfinde es ja auch als fürsorglich. Aber andererseits kratzt es an meinem Ego, dass ich alleine scheinbar nicht überlebensfähig wäre.

Dank deinem Tipp mit den Nüssen, hab ich es heute mal über 1000kcal geschafft, ohne mit überfressen zu fühlen. Objektiv gut, aber ich fühle mich schlecht dabei.

06.03.2020 01:58 • #23


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Trotzdem durfte ich mir den ein oder anderen Kommentar anhören, dass ich ja gar nicht sichtbar behindert sei.

Da zeigt sich halt mal wieder, wie unaufgeklärt die Menschen immer noch sind. Und solche Kommentare find ich darüber hinaus auch verletzend.

Zitat von Irgendeine:
Genau das war immer mein Ziel. In irgendeiner Form gesehen zu werden. Stilles Leiden sieht niemand.

Das kann ich gut verstehen. Ich hab mir so oft gewünscht, die Leute könnten einfach sehen, wie es in mir drin aussieht. Und damit verstehen, warum mir vermeintlich einfache Dinge manchmal so schwer fallen, wie anstrengend alles oft für mich ist, wie sehr ich mich bemühe und dass ich oft eigentlich gefühlt übermenschliches leisten muss. Gleichzeitig bin ich irgendwie oft sehr froh und ja auch darauf bedacht, dass mir keiner etwas anmerkt. Ich bin da je nach Stimmung und Zustand immer noch sehr zwiegespalten.

Zitat von Irgendeine:
Aber andererseits kratzt es an meinem Ego, dass ich alleine scheinbar nicht überlebensfähig wäre.

Ich hoffe, dass dir dabei die Therapie helfen kann. Das Gefühl von jemandem in irgendeiner Form abhängig zu sein, ist wohl nie schön.

Zitat von Irgendeine:
Dank deinem Tipp mit den Nüssen, hab ich es heute mal über 1000kcal geschafft, ohne mit überfressen zu fühlen. Objektiv gut, aber ich fühle mich schlecht dabei.

Oh, das freut mich. Und dein Gefühl dabei langsam zu verändern, ist wohl etwas für die Therapie.

Was für eine Therapie machst du denn?

06.03.2020 10:33 • #24


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Da zeigt sich halt mal wieder, wie unaufgeklärt die Menschen immer noch sind. Und solche Kommentare find ich darüber hinaus auch verletzend.


Das kann ich gut verstehen. Ich hab mir so oft gewünscht, die Leute könnten einfach sehen, wie es in mir drin aussieht. Und damit verstehen, warum mir vermeintlich einfache Dinge manchmal so schwer fallen, wie anstrengend alles oft für mich ist, wie sehr ich mich bemühe und dass ich oft eigentlich gefühlt übermenschliches leisten muss. Gleichzeitig bin ich irgendwie oft sehr froh und ja auch darauf bedacht, dass mir keiner etwas anmerkt. Ich bin da je nach Stimmung und Zustand immer noch sehr zwiegespalten.


Ich hoffe, dass dir dabei die Therapie helfen kann. Das Gefühl von jemandem in irgendeiner Form abhängig zu sein, ist wohl nie schön.


Oh, das freut mich. Und dein Gefühl dabei langsam zu verändern, ist wohl etwas für die Therapie.

Was für eine Therapie machst du denn?


So, heute hab ich die Quittung für das wenige Essen bekommen. Bin im Aldi fast umgekippt, die haben den RTW gerufen und ab in die Notaufnahme. Die Internistin hat dann noch einen Psychiater dazu geholt, weil ich irgendwann heulend zusammengebrochen bin. Jetzt haben die mich erst mal auf die (offene) Akutstation aufgenommen.

06.03.2020 19:13 • #25


Krizzly
Das klingt ja schlimm. Es tut mir auf der einen Seite von Herzen leid, wie das jetzt gelaufen ist. Andererseits hoffe ich, dass du dort nun die nötige Hilfe bekommst. Fühlst du dich gut aufgehoben? Wie geht es dir denn jetzt?

06.03.2020 21:51 • #26


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Das klingt ja schlimm. Es tut mir auf der einen Seite von Herzen leid, wie das jetzt gelaufen ist. Andererseits hoffe ich, dass du dort nun die nötige Hilfe bekommst. Fühlst du dich gut aufgehoben? Wie geht es dir denn jetzt?

Ich bin ganz froh, dass ich mich jetzt erst mal so entschieden habe. Ich hätte in dem Zustand nicht nach hause gekonnt.
Allerdings werde ich wahrscheinlich nur übers WE, max. eine Woche bleiben.
Mehr geht von den Fehlzeiten her nicht.

06.03.2020 23:12 • #27


Krizzly
Und was passiert in einer Woche in so einer Akutklinik? Geben die nur Medikamente? Hast du da Therapie?

06.03.2020 23:27 • #28


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Und was passiert in einer Woche in so einer Akutklinik? Geben die nur Medikamente? Hast du da Therapie?

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, was hier passieren soll.
Am WE ja sowieso nichts. Und ich weiß auch nicht, ob ich die Woche überhaupt noch bleibe.
Also keine Ahnung was das hier wirklich bringt, außer vielleicht ein bisschen Pause vom Alltag.

06.03.2020 23:43 • #29


A


Hallo Irgendeine,

x 4#15


Krizzly
Vielleicht tut dir eine Pause vom Alltag ja auch ein bisschen gut. Aber es klingt insgesamt tatsächlich so, als wär das jetzt keine wirkliche längerfristige Hilfe.
Denkst du denn der Vorfall mit dem Schwächeanfall hat vielleicht ein bisschen was bewirkt in Bezug auf dein Essverhalten? Oder war es eher gar kein so schlechtes Gefühl, weil ja auch das dein Leiden sichtbar gemacht hat?

07.03.2020 01:45 • #30

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