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Gestörtes Essverhalten und Appetitlosigkeit bei Depressionen

Irgendeine
Es ist so lieb von dir, dass du mir immer wieder antwortest, danke.
Zitat von Krizzly:
Aber es klingt insgesamt tatsächlich so, als wär das jetzt keine wirkliche längerfristige Hilfe.

Ich werde gleich mal mit der Pflege sprechen, wie es weitergeht.
Der Oberarzt gestern meinte, dass die hier eine Station haben, die für meine Mischung an Krankheitsbildern eigentlich ideal wäre. Aber es geht halt grad einfach nicht.
Zitat von Krizzly:
Denkst du denn der Vorfall mit dem Schwächeanfall hat vielleicht ein bisschen was bewirkt in Bezug auf dein Essverhalten? Oder war es eher gar kein so schlechtes Gefühl, weil ja auch das dein Leiden sichtbar gemacht hat?

Eher letzteres. Ich werde hier nicht gezwungen zu essen, habe aber eine sehr nette Mitpat., die das Problem alleine daran erkannt hat, wie ich esse (langsam, kleine Bissen etc.) und die zwingt bzw. versucht mich zum Essen zu motivieren.
Habe gestern insgesamt trotzdem nur eine Banane und ein kleines Stück Pizza gegessen.
Heute morgen musste ich dann auf die Waage. Mit Klamotten und Schuhen. Die Zahl war dann natürlich etwas höher, als zu Hause, wo ich mich ja ohne beides wiege.
Ich weiß, dass das an Kleidung und Schuhen liegt, aber ich hätte trotzdem fast 'nen Heulkrampf bekommen.

07.03.2020 09:40 • #31


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Es ist so lieb von dir, dass du mir immer wieder antwortest, danke.

Klar, dafür ist doch so ein Forum da

Zitat:
Ich werde gleich mal mit der Pflege sprechen, wie es weitergeht.
Der Oberarzt gestern meinte, dass die hier eine Station haben, die für meine Mischung an Krankheitsbildern eigentlich ideal wäre. Aber es geht halt grad einfach nicht.

Ich hab von richtiger Magersucht nicht so wahnsinnig viel Ahnung. Ich selber bin ziemlich dünn und hab mehr oder weniger noch Probleme mit dem Essen, aber das liegt mehr an psychosomatischen Beschwerden und Ängsten. Kann man Magersucht ambulant gut therapieren? Oder würde dir nur ein Klinikaufenthalt helfen, das in den Griff zu kriegen?
Ich hab deinen anderen Beitrag mal gelesen, kann mich gerade aber nur dunkel erinnern. Du bist in der Ausbildung, machst die gerade zum zweiten Mal und das ist quasi für den Job die letzte Chance? Hab ich mir das grob richtig gemerkt? Ich versuche nur zu verstehen, woher der Gedanke kommt, dass eine Klinik jetzt so überhaupt nicht möglich ist. Wobei ich leider auch sagen muss, dass bei mir selber schon viel weniger komplizierte Umstände gereicht haben, um zu sagen, dass eine Klinik jetzt nicht geht.

Zitat:
Eher letzteres. Ich werde hier nicht gezwungen zu essen, habe aber eine sehr nette Mitpat., die das Problem alleine daran erkannt hat, wie ich esse (langsam, kleine Bissen etc.) und die zwingt bzw. versucht mich zum Essen zu motivieren.

Hilft dir diese Motivation wirklich und isst du dann mehr?

Zitat:
Die Zahl war dann natürlich etwas höher, als zu Hause, wo ich mich ja ohne beides wiege.
Ich weiß, dass das an Kleidung und Schuhen liegt, aber ich hätte trotzdem fast 'nen Heulkrampf bekommen.

Das war bestimmt kein schöner Moment Wie schätzen sie denn dort dein Gewicht ein?

07.03.2020 11:13 • #32


A


Hallo Irgendeine,

Gestörtes Essverhalten und Appetitlosigkeit bei Depressionen

x 3#3


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Kann man Magersucht ambulant gut therapieren? Oder würde dir nur ein Klinikaufenthalt helfen, das in den Griff zu kriegen?

Wirklich Magersucht wurde bei mir ja nicht diagnostiziert. Dafür fehlt das Untergewicht. Es wurde nur eine nicht näher bezeichnete Essstörung diagnostiziert.
Zitat von Krizzly:
Du bist in der Ausbildung, machst die gerade zum zweiten Mal und das ist quasi für den Job die letzte Chance? Hab ich mir das grob richtig gemerkt? Ich versuche nur zu verstehen, woher der Gedanke kommt, dass eine Klinik jetzt so überhaupt nicht möglich ist.

Ja, du hast es genau richtig verstanden. Es ist die letzte Chance. Sonst habe ich 8 Jahre meines Lebens verschenkt und stehe trotzdem ohne Abschluss da.
Zitat von Krizzly:
Hilft dir diese Motivation wirklich und isst du dann mehr?

Naja, so mittelmäßig. Ich esse dann zumindest irgendwas.
Zitat von Krizzly:
Das war bestimmt kein schöner Moment Wie schätzen sie denn dort dein Gewicht ein?

Die schätzen meinen Ernährungszustand als schlank bis normal ein. Also rein vom körperlichen her.
Ich fühle mich hier halt durchgehend wie gestern. Mittlerweile kann ich aber auch nicht mehr wirklich unterscheiden, ob es vom wenigen essen kommt oder ob ich nicht einfach in einer richtig heftigen Dissoziation festhänge.

07.03.2020 15:22 • #33


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Wirklich Magersucht wurde bei mir ja nicht diagnostiziert. Dafür fehlt das Untergewicht. Es wurde nur eine nicht näher bezeichnete Essstörung diagnostiziert.

Interessant, ich wusste gar nicht, dass da das Untergewicht eine so entscheidende Rolle spielt. Was deine psychischen Probleme mit dem Essen angeht, klingt es schon sehr nach Magersucht.

Zitat von Irgendeine:
Ja, du hast es genau richtig verstanden. Es ist die letzte Chance. Sonst habe ich 8 Jahre meines Lebens verschenkt und stehe trotzdem ohne Abschluss da.

Ich kann in diesem Fall sehr gut verstehen, dass du jetzt nicht in eine Klinik willst. Wie lange dauert es denn noch bis zu deinem Abschluss?

Zitat von Irgendeine:
Ich fühle mich hier halt durchgehend wie gestern. Mittlerweile kann ich aber auch nicht mehr wirklich unterscheiden, ob es vom wenigen essen kommt oder ob ich nicht einfach in einer richtig heftigen Dissoziation festhänge.

Hast du mit den Ärzten darüber geredet? Was meinen sie denn?

07.03.2020 21:23 • x 1 #34


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Wie lange dauert es denn noch bis zu deinem Abschluss?

Bis Ende September.
Zitat von Krizzly:
Hast du mit den Ärzten darüber geredet? Was meinen sie denn?

Ich war bei der Schwester. Hatte alle möglichen Skills (und deswegen jetzt leichte Verbrennungen, weil das Kühlpack zu lange auf meiner Haut lag), aber so richtig da raus bin ich immer noch nicht. Evtl. gehe ich gleich nochmal zur Pflege, denn der Druck ist groß.

07.03.2020 23:02 • #35


Irgendeine
Ich weiß, dass das einzig Richtige wäre, wieder mehr zu essen, wenn ich will, dass mir nicht mehr so schwindelig ist.
Aber ich krieg einfach nichts runter.
Essen gestern:
-halbes Brötchen mit etwas Quark und Marmelade
-1/3 Teller Suppe ( so 'ne Art Gulaschsuppe)
-1 Scheibe Brot mit dünn Nutella drauf
-1 kleinen Erdbeerjoghurt
-1 kleine Birne

Am Wochenende isst die Pflege mit den Pat. zusammen. Das finde ich einerseits nett, andererseits setzt es mich auch etwas unter Druck.

08.03.2020 10:46 • #36


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Am Wochenende isst die Pflege mit den Pat. zusammen. Das finde ich einerseits nett, andererseits setzt es mich auch etwas unter Druck.

Hast du in dieser Situation denn dann mehr gegessen?

Weißt du jetzt schon, wie lange Du noch dort bleibst?

08.03.2020 12:13 • x 1 #37


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Hast du in dieser Situation denn dann mehr gegessen?

Weißt du jetzt schon, wie lange Du noch dort bleibst?


Mehr hab ich nicht gegessen. Hat mich einfach noch mehr unter Druck gesetzt, obwohl niemand gesondert drauf achtet.

Ich denke, ich werde die Woche über noch bleiben.

08.03.2020 13:08 • #38


Irgendeine
Eigentlich habe ich das Gefühl, hier nur noch tiefer in die ES reinzurutschen.
Die meisten wissen, dass das Essen ein Problem ist bzw. haben es irgendwie mitbekommen. Die Pflegekräfte ja sowieso.
Das gibt mir das Gefühl, noch weniger essen zu dürfen, um dem gerecht zu werden.
Total bescheuert, ich weiß.

08.03.2020 13:30 • #39


Krizzly
Zitat von Irgendeine:
Das gibt mir das Gefühl, noch weniger essen zu dürfen, um dem gerecht zu werden.
Total bescheuert, ich weiß.

Ist schon krass, wie man sich manchmal selber dabei beobachten kann, irrational zu handeln obwohl man es doch eigentlich besser weiß. Wahrscheinlich würde dieses Gefühl erst mir der Zeit in einer Klinik nachlassen.

08.03.2020 22:57 • x 1 #40


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Ist schon krass, wie man sich manchmal selber dabei beobachten kann, irrational zu handeln obwohl man es doch eigentlich besser weiß. Wahrscheinlich würde dieses Gefühl erst mir der Zeit in einer Klinik nachlassen.

Ja, eigentlich ist es total dumm. Die wollen hier jetzt zumindest mal einen Teil meiner Medikation umstellen.
Ich darf max. 2 Wochen bleiben. Länger würde aber eh nicht gehen. Ich weiß aber noch nicht, ob ich das auch in Anspruch nehme.

09.03.2020 18:22 • #41


Krizzly
Ich denke, das klingt doch nach einem guten Anfang. Vielleicht kannst du dich in der Zeit genug stabilisieren, um danach selber bzw ambulant mit deiner Therapeutin weiter zu arbeiten.

09.03.2020 19:08 • x 1 #42


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Ich denke, das klingt doch nach einem guten Anfang. Vielleicht kannst du dich in der Zeit genug stabilisieren, um danach selber bzw ambulant mit deiner Therapeutin weiter zu arbeiten.

Konnte gestern leider nicht mehr antworten, weil völlig fertig. Dienstag muss ich wieder in die Schule. Damit ist die Medikamentenumstellung dann wohl auch wieder hinfällig.
Und ich habe Angst, zu meiner Psychiaterin zu gehen. Heute hab ich (wegen akuter Krise) vergessen den Termin abzusagen.
Ich weiß nicht, wie ich die nächste Zeit überleben soll.
Generell weiß ich nicht, wie ich das Weiterleben aushalten soll.
Und ich weiß nicht, wie ich meinem Freund das mitteilen soll.

Einerseits wünsche ich mir tot zu sein, andererseits möchte ich unbedingt diese Ausbildung schaffen.
Total paradox.
Mir geht es so sch.eiße, dass ich hier jetzt jeden Nachmittag einen kompletten Zusammenbruch hatte.
Ich kriege mittlerweile 100mg Atosil/Tag plus Bedarf und laufe trotzdem permanent mit einer Anspannung von 60% und höher rum. Das ist so anstrengend. Körperlich und seelisch.
Irgendwie wird's hier mit jedem Tag schlimmer, statt besser.
Momentan fühlt es sich unaushaltbar an.
Ich kann einfach nicht mehr.

10.03.2020 21:23 • #43


Krizzly
Das klingt schlimm, liebe @irgendeine es hört sich vor allem wirklich so an, als wäre es langsam doch deutlich besser, in eine Klinik zu gehen, als auf Teufel komm raus an der Ausbildung festzuhalten. Wie geht es dir denn heute? Und hast du gar keine Möglichkeit, zumindest dort zu bleiben, bis die medikamenteneinstellung abgeschlossen ist?

11.03.2020 20:06 • #44


A


Hallo Irgendeine,

x 4#15


Irgendeine
Zitat von Krizzly:
Das klingt schlimm, liebe @irgendeine es hört sich vor allem wirklich so an, als wäre es langsam doch deutlich besser, in eine Klinik zu gehen, als auf Teufel komm raus an der Ausbildung festzuhalten. Wie geht es dir denn heute? Und hast du gar keine Möglichkeit, zumindest dort zu bleiben, bis die medikamenteneinstellung abgeschlossen ist?

Ich kann bis Montag bleiben. Länger geht von den Stunden her einfach nicht.
Zumindest habe ich morgen einen Termin beim Sozialdienst bzgl. Finanzierung einer ambulanten Therapie.
Heute ging es mir etwas besser. Ich hatte zwar auch wieder einen kleinen Zusammenbruch, aber nicht so schlimm, wie die Tage zuvor.
Ich habe festgestellt, dass diese Zusammenbrüche hauptsächlich stattfinden, wenn die Anspannung sehr hoch ist oder ich extremer Reizüberflutung ausgesetzt bin.
Daran gilt es jetzt (wieder mal) zu arbeiten.
Der Psychologe hier sagte mir gestern knallhart ins Gesicht, dass das sicher nicht mein letzter Aufenthalt hier war.
Das tat weh, aber irgendwo hat er recht. Und ich bin echt am Überlegen, ob ich mir nach der Ausbildung und dem Rettungssani nicht einen geplanten Aufenthalt auf der störungsspezifischen Station gönne.
Das wäre etwas, an dem ich mich festhalten könnte, was mir beim Überleben helfen würde.
Ich denke, ich werde das morgen mal mit dem Psychologen und/oder dem Plfegepersonal besprechen.

Dann würde ich mir einfach für etwas später eine Arbeitsstelle suchen.

11.03.2020 21:17 • #45

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