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Gibt es jemals Hoffnung auf Besserung?

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Was du verlieren könntest? Deine Gesundheit! Dass du dich über deine Grenzen hinaus verausgabst und ehe du es dir versiehst vor Erschöpfung in der nächsten Depressions-Phase landest. Ist dir dieser Gedanke denn bewusst?

30.12.2021 00:20 • x 1 #16


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Nein, das hört sich richtig toll an! Ehrlich und intuitiv. Ich finde es richtig klasse, dass du das so klar ausgesprochen hast!

Nein, @Lost111, entschuldige dich in diesem Falle nur bei dir selbst! (Du bist für dich verantwortlich! Du bist dafür verantwortlich, dass es dir gut geht!)

30.12.2021 00:24 • x 2 #17


A


Hallo Lost111,

Gibt es jemals Hoffnung auf Besserung?

x 3#3


Lost111
Zitat von Lischen:
Was du verlieren könntest? Deine Gesundheit! Dass du dich über deine Grenzen hinaus verausgabst und ehe du es dir versiehst vor Erschöpfung in der nächsten Depressions-Phase landest. Ist dir dieser Gedanke denn bewusst?

Nicht so wirklich muss ich gestehen. Aber ich kann immer noch die Reißleine ziehen, sollte es nicht funktionieren. Diese Option bleibt mir immer offen.

30.12.2021 00:27 • x 1 #18


X
Weißt du, ich bin kein großer Freund von Ratschlägen. Ich könnte dir nun sagen Geh nicht zur Arbeit. Dir Stärke zu beweisen, ist nicht die passende Motivation. Aber das sage ich nicht, denn erstens weiß ich nicht, was du eigentlich bräuchtest. (Nur du kannst das wissen. Mir zum Beispiel tut es - selbst in schwerst depressiven Phasen - viel besser arbeiten zu gehen als zu Hause herum zu liegen...), zweitens, würdest du es tun und jemandes Ratschlag folgen, also nicht zur Arbeit gehen, geschähe dies nicht aus deinem inneren Antrieb heraus. Es geht aber gerade darum, dass du für dich spürst, was für dich im Hier und Jetzt richtig ist und dementsprechend handelst. Manchmal muss man eben auch ein, zwei, drei Mal auf die Nase fallen, um zu lernen und zu erfahren. Schmerzhafte Erfahrungen schaffen so oft den Boden für (nachhaltige) Veränderungen.

Nur eines möchte ich dir noch mitgeben: Manchmal muss man sich entscheiden. Für das eine oder das andere. Sich alle Türen offen zu halten (Diese Option bleibt immer offen.) kann dazu führen, die eine Sache nicht aufrichtig und aus vollem Herzen anzugehen und dabei im Hinterkopf immerzu Option 2 zu behalten. Es ist unglaublich anstrengend und kräftezehrend, auf etwas hinzuarbeiten, Energie und Zeit zu investieren, um sich in der Mitte doch umzuentscheiden. Dann ist da weder ein Erfolgserlebnis noch Ausruhen, sondern Frustration und Erschöpfung. Das wünsch ich dir nicht.

Ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du deinen Weg findest!

30.12.2021 01:20 • x 1 #19


W
Liebe Lost,
wenn ich das so richtig vergleiche, sind wir in ähnlichen Situationen, wobei ich bei dir eher sehe, dass du auf dem aufsteigenden Ast bist. Wir wollen beide wieder arbeiten, ich sehe das bei mir im Moment noch nicht, aber warum eigentlich bei dir?
Du schreibst, du fühlst dich z.Zt. stabil genug , die Arbeit gibt dir Struktur und auch
Sinn. Ich kann auch deinen Grund verstehen, dir selbst etwas zu beweisen!
Für mich sehr positiv klingt a) es ist erst mal ne kurze Zeit und b) du würdest die
Reißleine ziehen.
Es kam ja auch der Vorschlag mit Wiedereingliederung: aber - dann kannst du nach einer Woche keinen Urlaub nehmen.
Ich wünsche dir einen guten Start mit Wohlwollen an deiner Arbeitsstelle, denn die ist ja meistens am wenigstens vorhanden (oder?)
wozu

01.01.2022 21:07 • x 1 #20


Lost111
Liebe @wozu ,

Zitat:
Wir wollen beide wieder arbeiten, ich sehe das bei mir im Moment noch nicht, aber warum eigentlich bei dir?
Du schreibst, du fühlst dich z.Zt. stabil genug , die Arbeit gibt dir Struktur und auch
Sinn.

gib dir die Zeit, zu gesunden und stabiler zu werden. Man kann nichts erzwingen.

Wie war mein Arbeitstag nach mehreren Wochen Abwesenheit?
Was soll ich sagen? Es war ernüchternd und so, als ob ich nie weg gewesen wäre. Viel los ist zum Glück aktuell nicht, da viele noch im Urlaub sind. Meine liebe Kollegin hat nur das nötigste mit mit geredet. Soll sie. Da stehe ich (momentan noch) drüber.
Und ich bin um Punkt 12.00 Uhr gegangen. Obwohl noch was zu tun gewesen wäre. War mir aber relativ egal. Morgen ist auch noch ein Tag. Ich wünschte mir, dass Gelassenheit ein Dauergast bei mir wäre. Gelassenheit und Ruhe. Leider bin ich - immer noch - viel zu schnell aus dem Konzept zu bringen und dann werde ich unkonzentriert und unsicher.
Trotz null äußerlich an mir heran getragenen Stresses war ich mittags unglaublich müde. Zudem hatte ich derbe Rückenschmerzen.
Ich war so geschafft, dass ich mich hinlegen musste. Men Kopf hat regelrecht gesummt. Es war halt doch anstrengend.

LG Lost111

03.01.2022 21:14 • x 1 #21


Lost111
Heute geht es mir wieder schlechter. Meine Lieblingskollegin meinte, ein Gespräch mit mir führen zu müssen, warum ich so lange krank war. Ihre Argumentation war, dass Andere mit ganz anderen und schrecklichen Schicksalsschlägen und Sorgen zu kämpfen haben, wie beispielsweise Tod eines Angehörigen, Pflegefälle in der Familie oder kranke Kinder. Dabei erklärte sie noch, dass sie auch arbeiten gegangen ist, als ihre Mutter letztes Jahr gestorben ist.
Meine beiden Kolleginnen hatten auch stressige Zeiten während meiner Abwesenheit. Das ist mir durchaus klar. Aber: es hat auch Gründe, warum ich krank geschrieben war.
Sie versteht meine Krankheit einfach nicht, denn Arbeit wäre ihrer Meinung nach doch auch Ablenkung. Ich habe versucht, ihr meine Depression etwas zu erklären, wobei ich gestehen muss, dass ich mich damit sehr schwer tat und kaum adäquate Worte fand. Es fiel mir extrem schwer, darüber zu reden (und da kamen mir auch fast wieder die Tränen).
Ich weiß, dass ich kommunikativer sein sollte, auch und gerade meinen Kollegen gegenüber.
Das ist und war schon immer ein großes Problem von mir: über mich und meine Gefühle zu reden. Ich mache alles mit mir selber aus. Bis es nicht mehr geht und ich nicht mehr kann.
Wie gehe ich jetzt damit um? Wahrscheinlich sollte ich das mit mehr Abstand sehen. Und: Jeder darf natürlich eine eigene Meinung dazu haben. Nichtsdestotrotz kam ich mir abgewertet vor, weil meine Krankheit anscheinend als nicht so schlimm angesehen wird. Es wird einfach so abgetan, als wäre das nichts. Dabei ist mir bewusst, dass Außenstehende, die das noch nie selbst erlebt haben, das vielleicht nicht wirklich nachvollziehen können. Alles schön und gut. Aber ich bin auch nur ein Mensch.

04.01.2022 21:11 • #22


W
Liebe Lost,
ich weiß nicht, ob es dir hilft: Depression ist eine Stoffwechsel- KRANKHEIT im Gehirn,
da helfen Vergleiche mit Gesunden nicht! Auch wenn diese schwere Zeiten durchleben müssen, für die du ja auch Verständnis hast.
Muss sich jemand rechtfertigen, ob er Diabetes hat?
Ich wünsch dir viel Kraft
wozu

04.01.2022 23:52 • x 1 #23


Lost111
Zitat von wozu:
Muss sich jemand rechtfertigen, ob er Diabetes hat?
Ich wünsch dir viel Kraft

Vielen lieben Dank.
Ja, aber du weißt auch, dass psychische Krankheiten oft als Lappalie angesehen werden. Eben als keine vollwertige Krankheit. Ich kam mir heute voll in der Rechtfertigung vor. Das habe ich so satt!
Aber es kommt auch immer darauf an, wie man fragt. Der Ton macht die Musik, wie man so schön sagt.

05.01.2022 00:11 • x 2 #24


ZeroOne
Zitat von Lost111:
Ich kam mir heute voll in der Rechtfertigung vor. Das habe ich so satt!


Da kann ich dich voll und ganz verstehen.
Als besonders hart empfinde ich immer, wenn einen Ärzte in einen Rechtfertigungszwang drängen, obwohl gerade sie es besser wissen sollten.

Da man von den Ärzten aber meist etwas braucht, kann man nicht einfach die Rollläden runter lassen. Ähnlich bei Kollegen: wenn man daran denkt, dass man u.U. noch Jahre auf sie bei der Zusammenarbeit angewiesen ist, will man es sich nicht so leicht verscherzen.

05.01.2022 11:52 • x 4 #25


Schlüsselkind
Zitat von Lost111:
Ihre Argumentation war, dass Andere mit ganz anderen und schrecklichen Schicksalsschlägen und Sorgen zu kämpfen haben, wie beispielsweise Tod eines Angehörigen, Pflegefälle in der Familie oder kranke Kinder. Dabei erklärte sie noch, dass sie auch arbeiten gegangen ist, als ihre Mutter letztes Jahr gestorben ist.


Ufzz! Solche Vergleiche muss ich mir als selbst chronisch Kranke auch ständig anhören. Ich bin u.a. Schmerzpatientin und da wurde mir auch schon gesagt, ich könne doch froh sein, nicht an XYZ erkrankt zu sein. Das ist u. a. so dermaßen ableistisch! Kann Dich da nur entmutigen, dich nicht von solchen Aussagen entmutigen zu lassen. Das ist oft nicht einfach mit so einer Ignoranz umzugehen, denn oft wollen in meinem Falle gesunde Menschen auch nicht von ihrer Meinung loslassen – ist aber letztendlich ihr persönliches Pech, wenn sie darauf bestehen weiterhin unempathisch und igorant durch ihr Leben gehen zu wollen. (Ja, und Ärzt*innen verhalten sich oft selbst auch ableistisch, was mitunter noch viel schlimmer ist, wenn dadurch die Behandlung gefährdet ist.)

05.01.2022 12:19 • x 4 #26


aurora333
Liebe @Lost111, auch ich möchte mich unbedingt @schlüsselkinds und @zeroones Voten anschliessend: Menschen die nicht an eigenem Leib und Seele erleb(t)en, was eine Angst- und Depressionsstörung mit einem machen kann, bzw. in welcher Weise sich die Symptome auswirken können, wissen nicht wo von sie reden oder schreiben !

Schön wäre, wenn sie den Betroffenen ( uns ) wirklich zuhören würden, bzw. ein Interesse bestünde am Verstehen wie sich die Krankheit gestaltet und mit welchen Schwierigkeiten wir im Alltagsleben zuweilen ( lange Zeit) kämpfen und umgehen müssen. Doch leider ist eine solche Bereitschaft/Fähigkeit oftmals an einem kleinen Ort.

Stattdessen geben sie einen oftmals unbrauchbare besserwisserische Tips und Ratschläge ( ein Ratschlag kann ein Schlag ins Gesicht sein) ,und sind unfähig sich auf andere zu schliessen. Will sagen , diese Leute meinen was für sie ein Allheilmittel ist ( wie eben oftmals in unserer Workaholic-Gesellschaft jede Form von Beschäftigung ausserhalb des Hauses) muss es für uns doch auch sein.

Mit solchen Leuten mache ich inzwischen meist einen kurzen Prozess: ich gehe gar nicht mehr gross auf sie ein. Handelt es sich um Lieblingsfreundinnen ( wie bei Dir) oder ansonsten nette KollegInnen ( wie bei mir) ist eine Möglichkeit abzuwägen, ob und wie oft wir mit ihnen noch Kontakt pflegen wollen. Gelingt es diesen Menschen das Thema gar nicht mehr anzuschneiden, dann ist da vielleicht beziehungsmässig noch was zu retten. Wird die Bedrängung durch sie für uns jedoch zu penetrant , dann sollten wir unsere Energie nur noch bei ( neuen) Leuten, die uns verstehen, investieren.

05.01.2022 12:59 • x 3 #27


A


Hallo Lost111,

x 4#13


Lost111
@ZeroOne @Schlüsselkind @aurora333

Vielen Dank für eure Beiträge!

Mit unempathischen/unfreundlichen Ärzten hatte ich auch schon zu tun, war aber glücklicherweise bislang eher die Ausnahme. Da kam ich mir dann immer wie ein Bittsteller vor. Aber ich musste das aushalten, denn ich brauchte Medikamente. Dabei wäre ich am liebsten aus dem Raum gerannt.

Seine Arbeitskollegen kann man sich nicht aussuchen. Mit besagter Kollegin muss ich allerdings noch ein paar Jährchen zusammen arbeiten. Ich ecke mit ihr schon seit Jahren immer mal wieder aneinander. Sie hat mich sogar schon mal aus der Abteilung gemobbt. Das kann und werde ich nie vergessen. Wir sagen uns Guten Morgen und reden über berufliches, aber ansonsten möchte ich nichts weiter mit ihr zu tun haben. Zum Glück habe ich noch eine andere wirklich liebe Kollegin an der Seite, die sehr verständnisvoll ist und mit der man reden kann. Sonst hätte ich schon längst das Handtuch geschmissen.
Mein Problem ist nach wie vor, dass ich sowas viel zu nah an mich ran lasse. Ich werde nie ein dickes Fell haben.

05.01.2022 20:56 • x 1 #28

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