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Gruppentherapie Erfahrungen

Kate
Zitat von Grothszes:
Da frag ich mich, welches Extrem ist besser ist? Ein Setting, in welchem ein paar Patienten das Geschehen unerbittlich an sich reißen und dabei den anderen ihre Perspektive aufdrücken, oder eins, das aus unerträglicher Stille besteht, weil den Beteiligten entweder nichts einfällt oder sie zu gehemmt dabei sind, das Wort zu ergreifen?

Es gibt nicht nur zwei Konstellationen. Da liegen unzählige weitere Möglichkeiten in der Mitte.
Warum denkst Du immer in schwarz weiß?

06.08.2022 20:45 • x 1 #16


G
Zitat von Kate:
Warum denkst Du immer in schwarz weiß?

Mir kommt es ein wenig suspekt vor, wie du meinst, dieses Urteil ausgerechnet mit diesem Beitrag verknüpfen zu können, denn schließlich habe ich ja die Wirklichkeitstreue der beiden (bewusst überspitzt) dargestellten Extrempole durch diesen Satz relativiert:

Zitat von Grothszes:
Zum Glück hatten wir da ein gesundes, produktives Mittelmaß in den letzten Wochen unseres TK-Aufenthalts.


Ich bin eigentlich ein Verfechter davon, Graustufen zuzulassen und wahrzunehmen, aber speziell bei diesem Thema ist ja nachzulesen, dass es sehr wohl solche Extrema (in der ein oder anderen abgewandelten Form) zu geben scheint. Daher hat es durchaus Sinn gemacht, dies gegenüberzustellen.

07.08.2022 11:01 • #17


A


Hallo Catalie,

Gruppentherapie Erfahrungen

x 3#3


B
Zitat von Grothszes:
Haben die denn auf unterschiedliche Weise versucht, die Patienten zu animieren (Ressourcenkarten, Thema vorgeben, Einzelne ermutigen zu sprechen, etc.) oder wollten sie es vehement erzwingen, dass die Gruppe selbstständig anfängt?

Nichts von alledem,die hofften auf einen Diskustart durch Patienten. Das vorhandene Personal (zwei Therapeuten und ein Arzt) schwieg die ganze Zeit und guckte die Runde nur an. Viertel halbe Stunde vor Ende lösten sie dann die Spannung im Raum. Selten wurde die gesamte Zeit durch die Patienten zum reden genutzt. Ich hatte stets etwas anderes erwartet in diesen Gruppentherapien,drei TK Aufenthalte über Wochen
und immer diegleiche beklemende Gruppentherapien obwohl ja immer andere Patienten.

07.08.2022 12:23 • #18


G
Zitat von Blumenwiese:
Nichts von alledem,die hofften auf einen Diskustart durch Patienten. Das vorhandene Personal (zwei Therapeuten und ein Arzt) schwieg die ganze Zeit und guckte die Runde nur an.

Komische Behandlungsphilosophie - es ist doch eigentlich klar, dass Menschen viel mehr Potential in sich tragen als es der gegenwärtige Ausdruck zulässt. Die Schweigsamkeit, die wie ein penetranter Geruch greifbar in der Luft lag, hat doch zu nur noch mehr Unbehagen und somit Hemmung geführt... genauso wie die hilflosen, verlegenen oder fordernden Blicke. Das ist wie eine Echokammer, nur ohne laute Echos. So kann die Spontaneität der Gäste nicht aktiviert werden.

Zitat von Blumenwiese:
und immer diegleiche beklemende Gruppentherapien obwohl ja immer andere Patienten.

Gut, du hattest wohl einfach Pech mit den Patienten - die waren wohl allesamt hyper-introvertiert. Bei den TKs wird vorher ja gar nicht geschaut, welche Menschen sich gut miteinander ergänzen würden.

Übrigens: Willkommen im Forum

07.08.2022 12:48 • x 2 #19


B
Das schweigen machte mich persönlich total nervös und zudem bekam ich immer leichte Luftnot.
Angst angestarrt zu werden,Angst das man denkt ich sei nicht krank da ich wie die anderen nichts sagte.
Aber auch ich traute mich nur selten in der Gruppe zu reden. Da hatte ich wohl während allen drei
Aufenthalten Pech. Einmal Pech immer Pech.

Danke dir fürs Willkommen im Forum.

08.08.2022 11:25 • x 1 #20


Ziva
Zitat von Blumenwiese:
Das schweigen machte mich persönlich total nervös und zudem bekam ich immer leichte Luftnot. Angst angestarrt zu werden,Angst das man denkt ich sei nicht krank da ich wie die anderen nichts sagte. Aber auch ich traute mich nur selten in der Gruppe zu reden. Da hatte ich wohl während allen drei Aufenthalten Pech. ...

Hallü Blumenwiese,

habe dich hier gerade gelesen und möchte dir gern mit auf den Weg geben, dass es kein Pech ist, wenn du in der Gruppe nicht sprechen möchtest oder es vielleicht auch nicht kannst. In einer TK kannst du eigentlich immer sagen, dass die Gruppe eben doch nichts für dich ist und du nicht mehr daran teilnehmen magst. Zumindest war das bei mir so.

Natürlich ist es schwer mit Fremden in einem Raum zu sitzen. Wenn dann alle schweigen und die Stimmung gedrückt ist - wer möchte da schon gern sitzen oder anfangen zu sprechen. Es fühlt sich wohl eher so an, als säße man auf einem heissen Deckel, der in die Luft zu gehen droht.

Gruppentherapie ist eine Chance, finde ich. Ganz anders zur Einzeltherapie, wo eben nur der Therapeut dabei ist. Denn in der Runde sitzen Menschen wie du und ich. Wir alle tragen einen schweren Rucksack, der mit ähnlichen Ängsten und bestimmt auch mit ähnlichen Erfahrungen und Gedanken gefüllt ist. Die Gruppe kann dir helfen. Niemand wird dich schief anschauen, wenn du erzähst. Niemand wird denken, du seist gar nicht krank. Es gibt Gründe, warum du dort bist und eben deswegen, hast du ein Recht dort zu sein. Die meisten werden denken: Wow, sie hat den Mut zu erzählen, den hätte ich auch gern. Und wieder andere denken vielleicht Sie hat einiges erlebt, was ich auch kenne, vielleicht kann ich ihr einen Tipp geben.

Ich hatte damals auch Angst vor der Gruppe und ich fand, dass meine Probleme weniger wert sind, als die der anderen.
Vor Menschen zu stehen und zu sprechen war nie meins. Aber ich konnte die Gruppe trotzdem gut für mich nutzen, was ich nie gedacht habe.

Probier es doch mal aus, wenn du mal wieder die Möglichkeit hast. Vielleicht wird es ja ganz anders als du denkst.

Ziva

08.08.2022 11:42 • x 2 #21


G
Zitat von Blumenwiese:
Da hatte ich wohl während allen drei Aufenthalten Pech. Einmal Pech immer Pech.

Ich habe letztens erfahren, dass man so oft in die Tagesklinik gehen kann wie man will. Wer weiß, vielleicht wird dein nächster Aufenthalt dort bedeutend besser. Immer Pech zu haben, das geht doch gar nicht

Letztens hat mir jemand erzählt, dass die hiesige TK in unserem Ort über die Ländergrenzen hinaus bekannt sein soll, weil sie so gut wäre. Also wenn du eine gute suchst Weiß ja nicht, ob das praktikabel wäre oder nicht...

Zitat von Ziva:
Die Gruppe kann dir helfen. Niemand wird dich schief anschauen, wenn du erzähst. Niemand wird denken, du seist gar nicht krank. Es gibt Gründe, warum du dort bist und eben deswegen, hast du ein Recht dort zu sein. Die meisten werden denken: Wow, sie hat den Mut zu erzählen, den hätte ich auch gern. Und wieder andere denken vielleicht Sie hat einiges erlebt, was ich auch kenne, vielleicht kann ich ihr einen Tipp geben.

Das finde ich sehr gut geschrieben!

Ja, einige werden sich sogar darüber freuen, wenn du anfängst, etwas zu erzählen. Du könntest sogar anderen eine Hilfe, eine Stütze sein, denn vielleicht trauen sie sich nicht, über das Problem xyz zu reden - z.B. aus Angst, dass es niemand kennt oder weil sie gelernt haben, ständig zu verdrängen. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Insofern kann es im Rahmen einer Gruppentherapie zu vielen zusätzlichen Gedankenimpulsen und Freiheitserfahrungen kommen.

08.08.2022 15:06 • x 1 #22


B
Zitat von Ziva:

habe dich hier gerade gelesen und möchte dir gern mit auf den Weg geben, dass es kein Pech ist, wenn du in der Gruppe nicht sprechen möchtest oder es vielleicht auch nicht kannst.


Pech bezog sich darauf, das ich während allen drei Therapien diegleichen Erfahrungen gemacht habe.
Gruppentherapien immer sehr erdrückend und still.Keiner traute sich wirklich zu reden,einen Anfang zu machen. Wenn ich will kann ich schon reden,aber habe dann auch Angst im Mittelpunkt dieser Disku zu stehen,das kann ich nicht gut aushalten.

Zitat von Ziva:
In einer TK kannst du eigentlich immer sagen, dass die Gruppe eben doch nichts für dich ist und du nicht mehr daran teilnehmen magst. Zumindest war das bei mir so.

Meinen Bezugstherapeuten hatte ich darüber informiert. Dieser gabs der Klinikärztin weiter.Wenn ich nicht
an Gruppentherpie teilnehmen wollte hieß es dann, wäre ich nicht bereit für einen Aufenthalt in der TK.
Was sollte ich machen ? Durchhalten.

Zitat von Ziva:
Gruppentherapie ist eine Chance, finde ich. Ganz anders zur Einzeltherapie, wo eben nur der Therapeut dabei ist.

Mir hat mein Bezugstherapeut sehr geholfen,nach anfänglichen Schwierigkeiten aus mir herauszukommen hat er es immer zu jeder Stunde geschafft das ich erzählte. Ich hatte bei ihm immer Vertrauen,fühlte mich
irgendwie nicht so beklemmt wie in Gruppe.

Zitat von Ziva:

Ich hatte damals auch Angst vor der Gruppe und ich fand, dass meine Probleme weniger wert sind, als die der anderen.

Ja, kann dich da verstehen.Dachte auch immer das meine Probleme nicht gegen dessen der anderen sind
und das ich eigentlich falsch dort wäre.

09.08.2022 11:09 • #23


Ziva
Zitat von Blumenwiese:
Pech bezog sich darauf, das ich während allen drei Therapien diegleichen Erfahrungen gemacht habe.
Gruppentherapien immer sehr erdrückend und still.Keiner traute sich wirklich zu reden,einen Anfang zu machen. Wenn ich will kann ich schon reden,aber habe dann auch Angst im Mittelpunkt dieser Disku zu stehen,das kann ich nicht gut aushalten.


Mhn, ah oke, ich verstehe.

Ich war schon in mehreren Kliniken und das Thema Gruppe ist immer schwierig. Da geht keiner gern rein, keiner will einfach drauflos reden, keiner will gern im Mittelpunkt stehen, alle fühlen sich unwohl überhaupt dort zu sein... usw.
Und trotzdem bleibe ich bei meinem Standpunkt - wenn wir etwas an unserer Situation ändern wollen, dann frage ich mich selbst: Wenn ich jetzt in der Gruppe rede, dann bleibt alles, worum es hier geht, in diesem Raum und es wird höchstens mit ins Einzelgespräch genommen. Die Menschen, mit denen ich dort sitze, sehe ich nach der Entlassung vermutlich nicht mehr wieder (es sei denn, man versteht sich gut möchte in Kontakt bleiben). Schaffe ich es über meinen Schatten zu springen, weil ICH es mir wert bin und mir so vielleicht auch helfen kann?
Ich meine - ist es nicht am Ende einer Gruppentherapie ganz oft so, dass es gar nicht zu einer Diskussion gekommen ist?
Ich kenne es so, dass einer von sich spricht und dann gefragt wird, ob er Fragen oder Hilfen von anderen annehmen möchte. Wenn du Nein sagst, bleibst du ganz bei dir, bist es aber trotzdem vielleicht einmal losgeworden, was ja auch schon helfen kann. Und wenn es eben doch in einer Diskussion endet, dann sagt HALT, bis hier hin und bitte nicht weiter. Das versteht jeder und jeder wird diesem Wunsch Folge leisten.

Zitat von Blumenwiese:
Meinen Bezugstherapeuten hatte ich darüber informiert. Dieser gabs der Klinikärztin weiter.Wenn ich nicht
an Gruppentherpie teilnehmen wollte hieß es dann, wäre ich nicht bereit für einen Aufenthalt in der TK.
Was sollte ich machen ? Durchhalten.

Huch, das kenne ich so nicht, aber das wird es sicherlich auch so geben.
Mhn, tut mir leid, dass du diese Erfahrung machen musstest.

09.08.2022 14:17 • x 2 #24


A


Hallo Catalie,

x 4#10


Catalie
Morgen startet nun meine erste Gruppensitzung. Ich bin aufgeregt, aber okay damit. Ich habe ein gutes Gefühl mit der Therapeutin, ich finde, sie kann mich schon ziemlich gut einschätzen. Mal gespannt wie es morgen wird. Die Gruppe startet klein und ich bin froh, dass mein Antrag bei der Kasse so schnell durch ging und ich direkt ab Start dabei sein kann. Es ist dann geplant, dass noch einige dazustoßen....

23.11.2022 22:32 • x 2 #25

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