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Hilfsmittel gegen Angst, Grübeleien und Zweifel?

S
Nun hat das Praktikum unseres Kindes eine spannende Wende genommen.
Ich habe erfahren, dass es ihm doch nicht so gefallen hat.
Unser Sohn erzählte uns, dass er am ersten Tag einen PC Account mit eigenem Verantwortungsbereich erhalten hatte.
Er sollte E-Mails an Kunden verschicken mit entsprechenden Belegen.
Ihm wurde das Prozedere in 20 Minuten erzählt. Dann sollte er loslegen.
Er hat wohl ein paar Fehler gemacht und er wurde dann zurecht gewiesen, dass er aufpassen solle und das dürfe nicht noch mal passieren.
Sonst würde der Chef irgendwann ausrasten usw.
Er fühlte sich dann natürlich unter Druck gesetzt und hat Angst bekommen.
Schließlich ist er dann mit Bauchweh zur Arbeit gegangen und hatte schlaflose Nächte.
Er hat das Praktikum nur an 2 Tagen pro Woche und ist gerade 17 Jahre alt geworden, verunsichert war er auch.
Unser Sohn hat noch keine Ausbildung.
Diese Woche hat er gesagt, dass er Kopfschmerzen hat, daraufhin sagte die Kollegin die ihn betreut, ok dann spreche ich mit dem Vorgesetzten, dass du ins Lager versetzt wirst.
Ausserdem bräuchten sie ihn sowieso nicht mehr, da eine andere Kollegin wieder kommt und seine Arbeit erledigt.
Unser Sohn war so fix und fertig und hatte keinen Bock mehr und überflüssig fühlte er sich auch noch.
Wir haben uns beim nächsten Vorgesetzten beschwert und der hat sich entschuldigt für diese Kollegin.
Der Kollegin habe ich gesagt, dass er sich nicht wohl gefühlt hat und sich unter Druck gesetzt fühlte. Sie hatte mich nämlich gefragt.
Der Vorgesetzte wollte das klären und sagen dass ihr Verhalten nicht ok ist. Nur glaube ich nicht daran, dass er das macht.
Es ist viel Bla, bla und nichts dahinter. Das kenne ich aus eigener Erfahrung.

Unser Kind hatte seine Kündigung schon fertig gemacht und zum Glück für März einen neuen Praktikumsplatz mit uns organisiert.
Aber zu der Firma, wo ich arbeite, will er nie mehr mit kommen
Ich schäme mich schon ein wenig dafür. Jedoch hatte ich unseren Sohn schon vorgewarnt.
Durch mich hat er oft mitbekommen, dass die Personalführung dort desolat ist.

Ich finde auch, dass man Praktikanten nicht als vollwertige Kräfte einsetzen darf?
Was ist das für eine Erwartungshaltung, dass keine Fehler passieren dürfen?
Jeder hat nun mal angefangen, es ist ein unentgeltliches Schulpraktikum.

Jetzt kommt er in einen kleineren Betrieb.

Die Logistikbranche hat er abgehakt.

Ist bestimmt auch besser so!

Euch allen ein schönes Wochenende

Liebe Grüße

sunshine45

21.02.2020 15:08 • x 1 #16


Irgendeine
Zitat von Sunshine45:
Ich finde auch, dass man Praktikanten nicht als vollwertige Kräfte einsetzen darf?
Was ist das für eine Erwartungshaltung, dass keine Fehler passieren dürfen?
Jeder hat nun mal angefangen, es ist ein unentgeltliches Schulpraktikum.

Natürlich darf man Praktikanten nicht als vollwertige Kräfte einsetzen. Ich finde es unmöglich, wie dein Sohn behandelt wurde.
Praktikanten sind da, um was zu lernen und sollten eigentlich am besten bei einer Person mitlaufen. Das ist bei den meisten Praktikumsstellen natürlich Wunschdenken. Ich finde es in Ordnung, wenn man ihnen kleinere Aufgaben zuweist, die sie dann auch weitestgehend selbstständig erledigen können. Das stärkt meiner Ansicht nach die Motivation und es gibt Bestätigung.
Aber zu einfachen Aufgaben gehört für mich nicht sowas, wie Mails an Kunden schicken (wobei ich mich in dem Bereich überhaupt nicht auskenne). Und schon gar nicht, mit solchen Drohungen.
Praktikanten sind da um was zu lernen. Sie dürfen, ja sollen sogar, Fehler machen, um dann daraus zu lernen.

Ich komme ja aus der Pflege und bei uns dürfen Praktikanten nach genauer Einweisung z.B. Vitalzeichen messen oder.Pat. bei der Körperpflege helfen (wenn diese nur wenig Unterstützung brauchen). Aber alles immer mit Background.
Leider werden Praktikanten (und Azubis) auch bei uns natürlich sehr oft für unbeliebte Tätigkeiten, wie Transportfahrten oder Botengänge missbraucht.
Wenn mir mal ein Praktikant mitgegeben wird, versuche ich ihm so viel wie möglich zu zeigen und zu erklären und ihn dann auch mal spannendere Dinge, wie z.B. Blutzucker messen, unter Aufsicht selber machen zu lassen. Ich versuche sie so zu behandeln, wie ich es mir an ihrer Stelle wünschen würde bzw. damals gewünscht hätte.

Gut, dass dein Sohn den Mut hatte, zu kündigen!
lg

21.02.2020 17:23 • x 2 #17


A


Hallo Sunshine45,

Hilfsmittel gegen Angst, Grübeleien und Zweifel?

x 3#3


S
Hallo Irgendeine,
finde ich super, wie du das mit deinen Praktikanten machst.
Kleine Aufgaben zum Heranführen sind doch gut.
Ich stelle mir das in der Pflege nicht so einfach vor.
Gerade da brauchen wir dringend Nachwuchs!
Arbeitest du im Krankenhaus oder in der Altenpflege?

Grüße sunshine45

21.02.2020 21:33 • x 1 #18


Irgendeine
Zitat von Sunshine45:
Arbeitest du im Krankenhaus oder in der Altenpflege?

Ich arbeite im Krankenhaus.
Aber eigentlich kann es auch nicht sein, dass wir als Azubis uns um die Praktikanten kümmern. Ist aber die Realität.

22.02.2020 00:05 • x 2 #19


S
Überall sind ähnliche Situationen im Berufsleben
Bei der Einarbeitung war für unseren Sohn auch eine Auszubildende die ihm geholfen hat.
Die war wirklich hilfsbereit und verständnisvoll.

Als meine Mutter im Krankenhaus war, hat sich eine Schwesternschülerin sehr lieb um sie gekümmert.
Es war die Einzige, die meine Mutter geduscht hat und sich Zeit genommen hat.
Man merkte einfach den Pflegenotstand in dem Krankenhaus.

Liebe Irgendeine, ich finde es sehr ehrenwert von dir, wie du dich in deinem Beruf engagierst.

Gute Nacht

22.02.2020 00:42 • x 1 #20

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