Zitat von Johnedone:Hi
ich habe mal eine frage. wie ist das mit den Gefühlen zu Freunden und dem Partner.
Wird das Gefühl überdeckt oder verschwindet es.? Sieht man den Partner nur Negativ und was war?
Meine damalige EX hat Dysthymie laut ihren Ärzten.
Hallo @Johnedone - nein, das war und ist eben nicht immer so.
Bei mir kommt es erst in schwerdepressiven Episoden zur Gefühlsleere und das habe ich zum ersten Mal mit Mitte 40 Jahren erlebt.
Ich vermute aber aus Berichten und wenn ich hier im Forum lese, dass viele schon bei leichteren oder mittleren Depressionen eine deutliche Gefühlsflachheit erleben. Dann sind die Gefühle noch nicht leer und wie in dickem Nebel, aber schon so flach, dass es allmählich sich wie
sinnentleert anfühlt.
Und das verwechseln dann viele, habe ich auch erst gemacht.
Ich habe das Krankheitssymptom der Emotionenflachheit und der Emotionsleere mit Sinnmangel im Leben verwechselt und gleichgesetzt.
So kommt es auch zum Hinterfragen der eigenen Partnerschaften. Und zu dem Irrtum, die Liebe sei weg.
Nur rauschhaftes Verlieben wird in seiner Stärke dann oft noch als Liebe gefühlt, warum ja leider auch viele Betroffene, die es (noch) nicht besser wissen, sich auf kopflose Affären einlassen oder wie ich öfter mal Party machen und den Liebsten mit dem Kind allein abends daheim lassen, die natürlich auch nichts verändern, sobald sie Alltag werden.
Dazu kommt noch, dass diese Gefühlsleere ganz ganz furchtbar sich anfühlt und nicht zu ertragen ist und darum schnell medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden muss, sonst kommt es einfach zu suchtartigen Formen der Selbstmedikation mit allen möglichen Substanzen, Rauchen, Alk., Hauptsache, Rausch, Betäubung, Ablenkung, Kick.
Wer damit erfahren ist, stellt nicht mehr seine Partnerschaft ausgerechnet in so kranken Zeiten in Frage. Trotzdem lassen sich vor lauter Schwäche, innerem Leid und innerer Leere keine gesunden Beziehungen mehr gestalten oder weiterführen oder schauspielern.
So zieht man sich sehr zurück, einfach, weil man nicht mehr kann als Depressive.
Und auch, dass sich die Partnerschaft ändert mit einer depressiven Person drin führt beiderseits zu Trauerprozessen, Verlustschmerz und -ängsten, (wenn man wieder mehr fühlt), Wut, Zweifeln, Änderungen, Angst, Verunsicherungen uvm.
So habe ich es erlebt vor 15 Jahren und seitdem. Wir sind immer noch verheiratet und zusammen, aber wir beide haben uns seitdem sehr verändert, um emotional in Mangelzeiten zu überleben.
Was mich nur immer wieder irritiert, ist, dass es in Partnerschaften, die ohne Krankheiten lieblos geworden sind, ganz genauso ausschaut wie bei uns in Krisenzeiten damals und wie viele Partnerschaften davon betroffen sind, wenn es langjährige sind.
Von daher kann das schon miteinander verwechselt werden und bringen einen Depressionen mitunter endlich mal zum Handeln, was in schlechten Partnerschaften oft nicht passiert.
Mal wieder mein Hinweis, wie deprimierend oft die Normalos leben.
Liebe Grüße! maya60