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Hochsensibel Erfahrungen - wer kennt das auch?

maya60
Zitat von ohneFunktion:

Das ist es eben schon.
Dazu habe ich recherchiert: oft geht damit nämlich das problem einher sich schwer abgrezen zu können und zu wenig auf sich zu achten.
Was ja wesentlich für die Entstehung der Depression ist.


Sich schwer abgrenzen zu können und zu wenig auf sich zu achten ist wesentlich im Sinne von Ursache oder Verschlimmerung (je nach Depressionsart) für die Entstehung von Depressionen, ist aber n i c h t typisch oder verbreitet bei Hochsensiblen, sondern nur bei denen, die zusätzlich emotional-psychische Störungen, Belastungen oder Erkrankungen haben.


20-30% aller Menschen (und übrigens auch Tiere) zählen zu den angeboren also lebenslang Hochsensiblen in bestimmten Wahrnehmungsbereichen, individuell unterschiedlich vielen und Anthropologen wie Naturforscher beschreiben diese Merkmale schon immer ohne jeden Verweis auf oder als Krankheit.
Die Evolution hätte das ausselektiert, wäre es nicht von Vorteil für Überleben und Fortbestand oder wäre es nur eine Zeitgeistkrankheit.

Und nur ein ganz geringer Prozentteil dieses guten Viertels der Menschheit outet sich als hochsensibel, weil es eben völlig normal ist wie sich ja auch nicht alle ungeduldigen oder ausgeglichenen Menschen outen, sie haben keinen Grund dafür.

Die, die sich outen, tun dies im Zusammenhang mit Lebensbelastungen, aber das passt überhaupt nicht zum Konstrukt. Das wäre, als wollte jemand Introvertiertes dies plötzlich als Krankheit oder krankmachenden Faktor behandeln, der ihn überfordert, so ist es aber nicht gedacht als Persönlichkeitsmerkmal.

30.04.2019 10:53 • #31


O
Es geht mir keinesfalls darum diese Eigenschaft zu pathologisieren, aber es gibt zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und bestimmten psychischen Erkrankungen Zusammenhänge. Nicht gleichzusetzen mit Kausalitäten.

Dh, HP verursacht keine Depression, allerdings gibt es einen Zusammenhang.

30.04.2019 11:33 • x 1 #32


A


Hallo Annaleen,

Hochsensibel Erfahrungen - wer kennt das auch?

x 3#3


maya60
Hallo @ohneFunktion , naja, in jedem individuellen Zusammentreffen aber einen anderen, weil es halt ein Persönlichkeitsmerkmal ist und das ist neutral.
Dem einen wird es in seiner Situation zum Nachteil bei seiner Depression, dass er nicht gesellig, sondern introvertiert ist, mir wurd meine Introversion zur Kraftquelle und Klärung; genauso mit der Hochsensibilität, die dem einen als erschwerend vorkommt und mir ebenfalls von Kleinauf eine einzige Geborgenheit, Kraftquelle, Basis und Selbstausdruck und Bestätigung und Himmelsnahrung - der einzige immer gesunde und wohltuende Lebensbereich und großer Erfolgsbereich, aus dem unerschöpfliche Kreativität und Freude quoll. Wie so ein Füllhorn.


Liebe Grüße! maya

30.04.2019 12:28 • #33


maya60
P.S.: Also so eher die individuelle Frage jeden Einzelnen bei seiner Lebensbetrachtung, welche Vor- und Nachteile seine Persönlichkeitsmerkmale in seinem Leben subjektiv gefühlt hatten. :

Nach dem Motto: Da im Leben war meine Dickköpfigkeit genau richtig und dort im Leben wär´s vielleicht nachgiebiger besser gewesen. Da im Leben war meine Risikobereitschaft rettend und anderswo hat sie was kaputtgemacht.

Oder: Auf meinen Ehrgeiz konnte ich immer bauen, meine Schüchternheit stand mir oft im Weg.

Mal so. mal so.

30.04.2019 12:48 • x 1 #34


CeHaEn
Ich habe mich nur einmal ganz kurz damit beschäftigt, als mir der Begriff zum ersten Mal unterkam. Konkret kann ich heute nur noch einige Seiten aus dem Buch Zart besaitet benennen.

Es erschien mir insgesamt kein handfestes Konzept zu sein und ähnlich beliebig formuliert wie ein Horoskop.
Keine Abgrenzung zwischen normalen Begabungen und HS. Da hieß es dann etwa, dass HS häufig sehr kreative Berufe ergreifen würden. Oder sehr analytische Berufe. Oder Berufe, in denen Empathie sehr wichtig ist. Oder Detailarbeit.
Und HS könnten sich sehr gut in andere Menschen hineinversetzen und die Stimmung im Raum wahrnehmen; aber nicht zwangsläufig. Vielleicht wirke sich ihre Sensibilität auch eher auf ästhetische Eindrücke aus, oder taktiles Empfinden. Oder logisches Denken. Oder das Körpergefühl. Oder, oder, oder.

Da kann sich jeder Mensch als hochsensibel betrachten, wenn er will und da frage ich mich, inwieweit dieses Konzept dann überhaupt sinnvoll ist. Oder man differenziert die einzelnen Hochsensibilitäten so detailiert aus, dass ein allgemeines HS-Konzept viel zu kurz greifen würde.

30.04.2019 13:27 • x 2 #35


maya60
@CeHaEn , und wenn man dann mal schaut, wer große derartige Organisationen, auf deren Tests sich weitere Bücher beziehen, die dann Tausende Menschen privat machen und sich privat diagnostisch bestätigen, wer also solche Organisationen ins Leben rief und Foren öffnet, dann landet man mitunter in unfachlichster esoterischer Ebene bei Schamanenwissen, die ganze Präsentation gibt sich aber solch einen pseudowissenschaftlichen Anstrich, dass jeder jeden zitiert, ohne zu merken, dass es nie eine seriöse Quelle gab.Aber Zeitungen, Internetforen, Betroffene werfen sich die nie bewiesenen Schlagworte zu und ein riesiger Markt ist da.

Um durchzublicken bin ich alle paar Jahre in ein Selbsthilfeforum für Hochsensibilität gegangen und habe gelesen, was hochsensible StudentInnen der Psychologie und Neurowissenschaften, der Psychiatrie und Medizin zum aktuellen Forschungsstand in ihrem eigenen Interesse mitteilen.

Diejenigen,die Quellenstudien verstehen zu machen, die Testqualität kennen und den aktuellen Forschungsstand. Denn viele Bücher über Hochsensibilität sind eine Art unfachlicher Lebenshilferatgeber, der einem Publikum marktgerecht nach dem Mund redet, das beruhigt werden will. Pseudowissenschaftlich aufgemacht und keiner kennt die wissenschaftliche Qualität.

30.04.2019 16:41 • x 1 #36


maya60
Wer sich für dieses Thema der Kritik an Suggestionen in Hochsensibilitäts-Tests in marktbeherrschenden Standardwerken interessiert, kann sich ja mal auch hier unter den unterschiedlichen Menüpunkten umschauen. Mein link stellt zunächst mal den Analysten, der kritisiert, vor, (was immer das erste sein sollte), aber ihr könnt euch auf seine weiteren Seiten der Testanalyse klicken.


https://suggestionsfalle.wordpress.com/eine-seite

30.04.2019 17:04 • x 1 #37


A
Hall allerseits!
uiuiui hier hat sich ja einiges getan inzwischen
Mir ist das jetzt gerade zu viel, das alles durchzuarbeiten , ich hab einiges nur überflogen, bitte habt Verständnis, aber ich freue mich sehr über die vielen Beiträge, danke Euch!

Liebe Maya, das wollte ich aber schreiben: Das Folgende hab ich nach Elaine Aron anders verstanden:

Zitat von maya60:
Hochsensibel heißt nicht sensibel im Sinne von empfindlich oder empfindsam im Sinne von empathisch. Viele Hochsensible bezeichnen sich als cool und nervenstark und arbeiten in lärmendsten Großraumbüros als Computerfreaks oder in gefährlichen Adrenalinjunkie-Bereichen, sie nehmen einfach mehr wahr, darauf bezieht sich der Begriff Sensiblität, nicht auf das umgangssprachliche Sensibelchen, überhaupt nicht. Darum heißt es ja auch Englischen Hochsensivität.


Sensibel wird im englischen mit sensitive übersetzt (nicht sensible, das heißt vernünftig). Und ich habe es schon so verstanden, dass hochsensibel so viel bedeutet wie sehr empfindsam, sehr sensibel, und das eben auf emotionalem, sensorischen und weiteren Gebieten, damit kennst Du Dich besser aus. Empfindlicheres Nervenkostüm und differenziertere Wahrnehmung als die meisten anderen Menschen und damit auch einhergehend eine höhere Vulnerabilität für psychische Krankheiten.
Es stimmt auf jeden Fall, dass das alles nicht wissenschaftlich ist und dass es sich wirklich manchmal liest wie ein Horoskop, weil man da alles rein- und rausinterpretieren kann, wie es gerade zu einem passt.

Es ist sehr interessant, was Du zu den Selbsthilfeforen zu dem Thema geschrieben hast. So einen Eindruck habe ich auch schon bekommen, dass das schnell mit Hochbegabung gleichgestellt wird und dass einige Leute sich damit abheben wollen, aus meiner Sicht hat das oft etwas Narzisstisches.

Ich hatte überlegt zu einem Selbsthilfetreffen zum Thema Hochsensibilität zu gehen, aber jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher. Ich finde es auch anstrengend, wenn die Leute damit ihr Ego pushen anstatt ihre psychischen Probleme direkt anzugehen und sich dann damit noch gegenseitig bestätigen.

Mir hat die Beschäftigung mit dem thema auf jeden Fall geholfen, zu erkennen, dass ich teilweise anders bin als die meisten Menschen, egal wie man das jetzt nennt und welche Ursachen es hat. Und ich lerne jetzt, meine Andersartigkeit und meine Belastbarkeitsgrenzen ERNST zu nehmen und DAZU ZU STEHEN.Das ist für mich glaube ich das allerwichtigste. Ich habe halt viele Freunde, die dafür, also meine geringe Belastbarkeit, die ja auch durch meine Reizoffenheit bedingt ist, überhaupt kein Verständnis haben und mir das richtig übel nehmen, wenn ich eine Verabredung absagen muss. Wenn alle im Umfeld viel leistungsfähiger sind oder du als Loser giltst, wenn du nicht das normale Arbeitspensum leistest, was man eben zu leisten hat, dann macht einen das total fertig. Es geht um den Selbstwert.
Und irgendwie haben mir daher die Bücher und die Tipps darin, wie man im Alltag damit besser klar kommt, geholfen.
@keine funktion: Ich habe das Gefühl, dass es bei ähnlich sein könnte, stimmt das? Weil am Anfang schriebst Du ja, dass Du Deine Sensibilität ja als was Negatives siehst. Also beides ist negativ, die Mimosen und die Unsensiblen. Dann geht es vielleicht bei Dir auch um Wertschätzung. Erstmal die Wertschätzung der eigenen Person mit ihren Eigenheiten. Das Wertschätzen der anderen kommt dann danach und meistens automatisch, glaube ich .

Liebe Grüße

30.04.2019 17:44 • x 2 #38


A
@alexandra: Das was Du beschrieben hast mit Deiner Belastbarkeit hört sich echt fies an. Hast Du denn auch depressive Symptome von innere Leere und Gefühllosigkeit? Das ist bei mir das, was zu der Erschöpfung als nächstes dazukommt, wenn ich nicht aufpasse.

@maya: Danke für Deine lieben Worte zum beruflichen Scheitern.Ja ich versuche es auch so zu sehen, dass ich ja andere Startbedingungen hatte als andere und es dadurch ungleich schwerer hatte. Man darf sich nicht mit anderen vergöleichen! Aber das fällt so schwer, einfach, wenn Bekannte fragen, warum man nur so wenige Stunden arbeitet und man sich nicht outen will, dann fühlt es sich schlecht an und ich eiere in solchen Situationen immer rum. Ich wär einfach so gerne normal!

30.04.2019 17:51 • x 2 #39


maya60
Liebe Annaleen, danke für deine Antwort.

Die Teile des Tests von Elaine Aron vor 30 Jahren, die die Vulnerabilität betreffen, werden nach heutiger Psychologie nicht mehr der Hochsensibilität, sondern dem Neurotizismus zugeordnet. Sozusagen fasste Aron unter HS damals 3 verschiedene Dinge zusammen.

Lies mal über die Big Five, das macht das klarer.

Genau um Selbstakzeptanz geht es im ersten Schritt bei emotional-psychischer Instabilität oder Vulnerabilität, sich selber dort abzuholen, wo man steht.

Dazu ist es erstmal egal, welche Diagnose man dem gibt, Ich hätte auch damit leben können, bevor es ADHS gab, als depressiv mit besonderer Stressanfälligkeit oder als Agitierte Depressive bezeichnet zu werden. Solange es medikamentös, psychotherapeutisch und in der Verhaltensanpassung hilfreiche Herangehensweise gab, die es nicht gab.

Es hilft nur gar nichts, seine emotionale Vulnerabilität zu verklären oder zu verwässern mit Hochsensibilität, was einen dann Ewigkeiten von einer wirksamen Behandlung fernhält oder sogar wirklich Hochsensible pathologisiert.

30.04.2019 17:58 • #40


A
Aber die Frage ist doch, wenn der Hochsensibilitätsberiff unwissenschaftlich ist, wer ist denn dann WIRKLICH ho

30.04.2019 18:45 • x 1 #41


A
Aber die Frage ist doch, wenn der Hochsensibilitätsbegriff unwissenschaftlich ist, wer ist denn dann WIRKLICH hochsensibel? Dann ist doch der ganze Begriff verwaschen.
Ich habe mich jetzt nur an Aron gehalten, da sie ja den Begriff erfunden hat und alles danach sich ja nur auf sie bezieht.

Zitat:
Es hilft nur gar nichts, seine emotionale Vulnerabilität zu verklären oder zu verwässern mit Hochsensibilität, was einen dann Ewigkeiten von einer wirksamen Behandlung fernhält oder sogar wirklich Hochsensible pathologisiert.


Hast Du den Eindruck, dass ich das tue?
Emotional instabil bin ich nicht, das ist ja ungangssprachlich Borderline . Und Vulnerabilität bezieht sich vor allem auf einen Zustand VOR psychisch belastenden Situationen, wie Traumata. Das ist keine Diagnose.
Ich denke, ich bin sehr sensibel, wenn man will, kann man das als hochsensibel bezeichnen. Dazu kamen Belastungen und daher habe ich viel mit depressiven Symptomen zu tun. Und diese kann ich behandeln lassen. Wie gesagt, hilft es mir, mich mit dem Thema Hochsensibilität zu beschäftigen aber jetzt bin ich irgendwie verwirrt.

30.04.2019 18:46 • #42


A
Huch wieso ist jetzt der Titel des Themas geändert?

30.04.2019 18:53 • #43


Alexandra2
Liebe Annaleen,
Die Symptome der Depression sind fast alle, die genannt werden, als Haupt- und Nebensymptome beschrieben. Und es wechselt von Erschöpfung zu Agitiertheit, die ich als innere über-Fülle beschreiben möchte. Ein ständiges Rauschen und Plappern im Kopf, was die Entspannung unmöglich werden lässt.
Überfordert, überreizt und nicht in der Lage, meine Gefühle zu benennen. Weil ich sie nicht identifizieren kann. Es kostet viel Kraft, dieses Zuviel jeden Tag zu steuern. Mute ich mir zuviel zu, folgt ein Tief, wenn ich inaktiv bin auch.
Liebe Grüße
Alexandra

30.04.2019 19:46 • x 1 #44


A


Hallo Annaleen,

x 4#15


A
oh mann Du Arme.
Hast Du denn wenigstens gute Hilfe?

30.04.2019 19:47 • #45

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