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Hochsensibel Erfahrungen - wer kennt das auch?

Alexandra2
Ja, eine tolle Ärztin, die sich zuverlässig meldet, wenn ich in der Praxis anrufe. Zuletzt gab es eine Tavor (zusätzlich zu Bupropion, Lithium) gegen Überreizung. Mein Körper war gedeckelt, mein Geist nur etwas langsamer.
Dann bekomme ich engmaschige Unterstützung in der ambulanten Sozialpsychiatrie in Einzel- und Gruppentherapie und Ergotherapie, das hat mir das Leben gerettet.
Meine Ärztin und die Mitarbeiter haben großen Respekt, wie ich mich aus der schweren Depression rausgearbeitet habe. Ich hatte keine andere Wahl.
Die Therapeutin meinte, meine Intelligenz habe mich gerettet. Egal was einen rettet, es ist gut zu wissen, daß Andere sehen, was hilft. Daran kann ich mich festhalten. Ich habe großes Glück gehabt mit dieser Unterstützung, die ich immer noch brauche. Und ich bin sehr dankbar für die Hilfe

30.04.2019 20:10 • x 2 #46


A
das ist gut, dass Du diese Unterstützung hast. Es ist ja immer nicht leicht, sich so seine Anlaufstellen zusammenzusuchen.Und gerade wenn es einem schlecht geht, hat man diese Kraft ja nicht, nach Hilfe zu suchen.

30.04.2019 20:21 • x 2 #47


A


Hallo Annaleen,

Hochsensibel Erfahrungen - wer kennt das auch?

x 3#3


Alexandra2
Genau. Ich hatte Glück und bei der ASP angefragt, als es mir sehr schlecht ging. Das hatte die Psychologin gesehen und nach einem Klinikaufenthalt begannen wir zu arbeiten.

30.04.2019 20:25 • x 2 #48


maya60
Hallo Annaleen, der Begriff Hochsensibilität ist wissenschaftlich in der Psychologie auch verwaschen. Das, was Elaine Aron vor 30 Jahren geschrieben hat, war schon damals und ist heute erst recht umstritten und ist wissenschaftlich eben nicht in ihrem Sinne vorhanden und greifbar.

So hat sich eben gezeigt, dass sie Verschiedenes in einem Konzept zusammen gepackt hat, was in Tests gar nicht miteinander korreliert wie z.B, Reizoffenheit und Überreizung oder emotionale Empfindlichkeit, die beide viel mehr mit Neurotizismus korrelieren.

Die 3 von ihr unter Hochsensibilität zusammengefassten Aspekte gehören in der Psychologie zu anderen psychischen Kategorien.

Auch wenn viele von uns vor ihren Depressionen, ihrem Burnout oder anderen psychischen Diagnosen nicht krankhaft emotional instabil oder vulnerabel waren, erinnern sich doch nicht wenige daran, schon immer sehr sensibel gewesen zu sein, schnell geweint zu haben, tiefen Schmerz zu fühlen, darum nicht so belastbar darum gewesen zu sein wie andere und sich anders gefühlt zu haben.

Da würde die heutige Psychologie vielleicht sagen: Auf der Neurotizismusskala mit den Polen des schwachen Neurotizismus (sicher, emotional stabil, ausgeglichen) und des starken Neurotizismus (unsicher, empfindlich, vulnerabel, emotional instabil) zeigten sich schon früh Tendenzen in Richtung Vorbelastung.

Von Hochsensibilität zu reden wäre da ein bisschen so eine Augenwischerei, die keinem hilft.

Und wenn man populärwissenschaftlich schon von Hochsensibilität spricht, dann soll man´s auch nicht mit Empfindlichkeit und Überreizung verwechseln.

Nur das meinte ich.
Und dass viele Bücher zu Hochsensibilität auf dem Markt nicht mal populärwissenschaftlich, sondern schlicht pseudowissenschaftlich sind.

Ein bisschen so wie Placeboeffekt oder Homöopathie, der macht immerhin auch 30% gefühlte Verbesserung aus, aber eben nicht überdauernd. Auf Dauer hilft´s doch, die Dinge konkreter zu haben. Und Ärzte und Psychotherapeuten kennen zumeist deshalb auch nichtmal, was es mit Hochsensibilität auf sich haben soll.


Wenn im Alltag jemand sagt, hach, da bin ich hochsensibel, das vertrage ich nicht gut., genauso wie man auch alltagsmäßig sagt: Da bin ich allergisch gegen. und meint, dass man das nicht ausstehen kann, da macht das alles Alltagssinn, aber nicht zur seriösen Beschreibung der menschlichen Psyche, ob gesund oder krank.

Wissenschaftlicher Konsens besteht weitgehend zur Beschreibung der Psyche und Persönlichkeit heute das Konzept der Big Five, das schon alles enthält, was Elaine Arons Konstrukt der Hochsensibilität sich herausgesucht hat, nur eben anders zugeordnet zu den Bereichen, wo Test Korrelationen zeigten.

(Ich habe nirgendwo was über Borderline geschrieben, davon weiß ich auch gar nichts.)

30.04.2019 20:33 • x 2 #49


O
Zitat von Annaleen:
Aber die Frage ist doch, wenn der Hochsensibilitätsbegriff unwissenschaftlich ist, wer ist denn dann WIRKLICH hochsensibel? Dann ist doch der ganze Begriff verwaschen.
Ich habe mich jetzt nur an Aron gehalten, da sie ja den Begriff erfunden hat und alles danach sich ja nur auf sie bezieht.



Hast Du den Eindruck, dass ich das tue?
Emotional instabil bin ich nicht, das ist ja ungangssprachlich Borderline . Und Vulnerabilität bezieht sich vor allem auf einen Zustand VOR psychisch belastenden Situationen, wie Traumata. Das ist keine Diagnose.
Ich denke, ich bin sehr sensibel, wenn man will, kann man das als hochsensibel bezeichnen. Dazu kamen Belastungen und daher habe ich viel mit depressiven Symptomen zu tun. Und diese kann ich behandeln lassen. Wie gesagt, hilft es mir, mich mit dem Thema Hochsensibilität zu beschäftigen aber jetzt bin ich irgendwie verwirrt.


Also, ich habe auf diesen Beitrag geantwortet und jetzt ist die Antwort weg.

Habe geschrieben, dass Du, Annaleen, mir aus der Seele sprichst und ich mich aufgrund dieser Diskussion auch Frage, Maya60, wer nun tatsächlich hochsensibel ist.

30.04.2019 22:08 • x 1 #50


O
Man könnte sich beinahe ein bißchen angegriffen fühlen, dass man Überlegungen zur eigenen Sensibilität im Zusammenhang mit Depression stellt.

30.04.2019 22:13 • x 2 #51


O
Zitat von maya60:

Auch wenn viele von uns vor ihren Depressionen, ihrem Burnout oder anderen psychischen Diagnosen nicht krankhaft emotional instabil oder vulnerabel waren, erinnern sich doch nicht wenige daran, schon immer sehr sensibel gewesen zu sein, schnell geweint zu haben, tiefen Schmerz zu fühlen, darum nicht so belastbar darum gewesen zu sein wie andere und sich anders gefühlt zu haben.

Da würde die heutige Psychologie vielleicht sagen: Auf der Neurotizismusskala mit den Polen des schwachen Neurotizismus (sicher, emotional stabil, ausgeglichen) und des starken Neurotizismus (unsicher, empfindlich, vulnerabel, emotional instabil) zeigten sich schon früh Tendenzen in Richtung Vorbelastung.

Von Hochsensibilität zu reden wäre da ein bisschen so eine Augenwischerei, die keinem hilft.


Also das scheint mir tatsächlich wie ein Angriff.

Was spricht denn eigentlich dagegen etwas neurotisch und gleichzeitig hochsensibel zu sein?
Warum kannst Du, Maya60, das so gar nicht zulassen?

Über sich nachzudenken hilft, meiner Meinung nach schon mehr als sich rein mit wissenschaftlichen Definitionen (was ich jahrelang gemacht habe) auseinanderzusetzen. Das hat nichts mit Augenauswischerei zu tun.

Vielleicht verstehen wir uns auch gerade nur falsch?

30.04.2019 22:23 • x 1 #52


maya60
Mir war wichtig, klar zu machen, dass es Hochsensibilität innerhalb der Psychologie nicht wirklich gibt, es ist ein Konstrukt, in das jeder hineindenkt, was gerade passt.
Und das macht ja auch nichts, wenn es um Wahrnehmungsbereiche, die unkompliziert sind, geht, da benutze ich den Begriff gerne selber, dort, wo es weder wissenschaftlich noch so genau sein muss.

Aber nicht in bezug auf Depressionen und ihre Einflussfaktoren, das ist eine ganz andere Ebene.

Und wenn es wie ein Angriff wirkt, was ich geschrieben habe, dann klingt nur in meinen scharfen Worten mein Ärger durch auf diejenigen, die mit unseriösen pseudowissenschaftlichen Büchern über Hochsensibilität Menschen mit wirklichen Schmerzen und Ängsten und Belastungen an der Nase herum führen und damit viel Geld verdienen.

01.05.2019 00:44 • x 1 #53


Alexandra2
Das scheint aktuell zu sein
http://www.hochsensibel.org/

01.05.2019 07:40 • x 2 #54


O
Zitat von maya60:
Aber nicht in bezug auf Depressionen und ihre Einflussfaktoren, das ist eine ganz andere Ebene.


Dh, es ist Dir nicht recht, wenn HS mit Depression in Verbindung gebracht wird? Warum?

Ich denke, ein Austausch in diesem Forum erhebt gar n

01.05.2019 10:17 • x 1 #55


O
Zitat von maya60:
Aber nicht in bezug auf Depressionen und ihre Einflussfaktoren, das ist eine ganz andere Ebene.


Dh, es ist Dir nicht recht, wenn HS mit Depression in Verbindung gebracht wird? Warum?

Ich denke, ein Austausch in diesem Forum erhebt gar nicht den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit.
Wenn dem aber so wäre, können trotz allem auch beliebige Hypothesen aufgestellt werden.

Vielleicht magst Du Dich selbst mal fragen, warum Dich das so aufregt?
Und das meine ich jetzt gar nicht böse.

Ganz liebe Grüße derweil!

01.05.2019 10:19 • x 1 #56


O
Sorry, dass meine Texte so zerrissen sind. Irgendwie schickt sich da immer was während dem Tippen ab.

Also, falls ein Forenadmin das sieht, kann bitte gerne immer der erste halbe Teil gelöscht werden.

01.05.2019 10:22 • #57


Alexandra2
Es scheint gerade wissenschaftliche Forschung zu diesem Bereich zu geben, inkl. Querverbindungen zur Depression.
Was ich auf die Schnelle aufgeschnappt habe, Konzentration was ist das, betrifft die anscheinende genetische Disposition und anders arbeitende Hirnareale (z.B. Amygdala). Insofern stehen Nachweise aus, was genau die Hochbegabung physiologisch ausmacht.
Jeder vernünftig denkende Mensch muss einräumen, daß die feinen Antennen der Hochsensibilität schnell zum Streß führen, weil sich diese Begabung nicht abstellen lässt, man kann sich nur vor einem Zuviel an Reizen schützen. Auch bei einer agitierten Depression könnte das wichtig sei und beim Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom/ ADHS ist das der Fall, bei einem Zuviel an Reizen, schaltet das Gehirn ab. Die Reaktion reichen von ungeplantem Bewegen, Stimmungslabilität, Agression, Reizbarkeit etc.
So schön es sein kann hochsensibel zu sein, umso anstrengender wird das in Gesellschaft. Wenn diese nicht versteht und oder akzeptiert, daß es so etwas gibt, wie Annaleen geschildert hat.
Mir persönlich war es ein Ahaerlebnis, die Big Five kennen zu lernen, jene unveränderlichen Persönlichkeitsmerkmale. Wenn ich neurotisch schnell auf Trigger anspringe, also auf der von Maya beschriebenen Skala weiter im höheren Bereich liege, sagt es nur aus, diesbezüglich schnell an meine Grenzen zu kommen. DAS hilft mir, damit umgehen zu lernen, das ist für mich die Quintessenz:
grundsätzlich überreizbar wegen des Neurotizismus',
schnell überreizt durch ein stressgeprägtes Nervensystem, dadurch Depression
grundsätzlich reizüberflutet wegen des Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms

Es ist nicht schön, aber verpflichtet mich zur Ruhe, Überschaubarkeit, Pausen, Meditation und Bewegung.
Alles was mit Menschenansammlungen und Lärm zu tun hat
muss ich meiden, ob ich will oder nicht. Das ist nicht angenehm, ermöglicht mir aber, meinen Handlungsspielraum festzustecken. Damit bin ich erstmal zufrieden.
Liebe Grüße
Alexandra

01.05.2019 11:40 • x 2 #58


maya60
Hallo @ohneFunktion , mir ist Wissenschaftlichkeit so wichtig, weil ich ihr mein Leben verdanke. Indem sie alles auf der Wunderheiler- und Vermutungsebene auf Wirksamkeit nicht zulässt, habe ich die Wirksamkeit meiner Medikamente und meiner Psychotherapien und meiner Verhaltensanpassung.

Wenn also mein Kind oder einer meiner kleinen PatientInnen damals als Ergotherapeutin hochsensibel in Schule und Alltag war, so dass er mit der Alltagssituation nicht mithalten konnte, dann war das als krankheitswertig zu behandeln und direkt zu helfen und nicht als Persönlichkeitsmerkmal so stehen zu lassen. Die Neurotizismusskala ist dafür da, krank von gesund zu unterscheiden.

Wenn jemand hochsensibel war, aber darunter keinesfalls litt, nur nicht seine ganze Entfaltung fand in der Normalität, dann konnte ich den Eltern dringend raten, die Unterforderung des Kindes zu beenden, da es mehr Futter brauchte für seine Reizoffenheit in dem Bereich.
Da ging es nicht um Leid, Ausgrenzung und da konnte man als reine Beschreibung von mir aus das populärwissenschaftliche Wort Hochsensibilität verwenden.

Wenn zu hohe Werte auf der Neurotizismusskala vorliegen, führt das zu Leid und Ausgrenzung und das kann behandelt werden und sollte es auch und zwar sofort.

Das war aber jetzt das Letzte, was ich dazu geschrieben habe.

Überreizung und Reizüberflutung sind zu leidvoll als dass ich da populärwissenschaftlich bleibe.

Natürlich geht es hier im Forum nicht nur um Wissenschaftlichkeit, mir auch nicht, sondern um Unterstützung und Hilfestellungen und Tipps und Wohlbefinden und Gemeinschaft miteinander.

Wenn es aber um Hilfestellung geht, dann möchte ich zumindest schon sehr korrekt bleiben, um Wirksamkeit und Alltagstheorien voneinander zu trennen.
Das muss nicht jeder so sehen, ich aber schon und da bleibe ich auch sehr ernst, denn damit konnte ich bereits so vielen Menschen konkret im Alltag helfen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

Liebe Grüße! maya

01.05.2019 17:43 • x 3 #59


A


Hallo Annaleen,

x 4#15


D
Hallo kann mir jemand helfe ? Ich drehe mich ständig im Kreis. Bin wieder da wo ich am Anfang war ,war letztes Jahr in der Klinik und habe mich eigentlich ganz gut gefühlt habe ich zu mindestens gedacht jetzt fängt alles wieder von neuen an .Bin wieder im tief lass mein Partner meine Kinder wieder nicht an mich ran. Bin ständig unzufrieden .egal was ich mache ich bin echt verzweifelt
Das Leben macht echt kein Sinn für mich immer das drauf runter .

01.05.2019 18:55 • x 1 #60

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