Ich grenze mich selbst aus - was habe ich?

MarluxiJa
Nachdem mir nun fast einen Monat lang mein Internet gesperrt wurde, bin ich jetzt wieder hier.

Also hallo Martina,

Zitat von Martina:
ich würde Dir sehr gern ausführlich antworten aber ich bin beruflich sehr angespannt und habe heute sehr wenig Zeit. Zudem war ich bei meinem Hausarzt, weil es mir nicht besonders gut geht und der fand meinen Bludruck in bedenklicher Höhe. Deshalb muß ich mir ein paar Tage etwas Ruhe gönnen . Das halte ich für eine gute Idee, weiß aber noch nicht, wie das funktionieren soll. Naja.....


Ich finde es irgendwie fast übertrieben, dass du mir sogar in einem solchen Gesundheitszustand Beiträge schreibst. Natürlich freut es mich, aber das wäre echt nicht nötig gewesen, zumal ich dir erst so verspätet antworten kann, weil meine Eltern es für nötig empfanden, mir das Internet wegzunehmen. Wie ich sehe, waren sie sogar hier drin, als ich nicht da war. Ich halte das Verhalten von ihnen in diesem Punkt zwar für absolut unpassend, aber was soll ich machen . . .

Zitat von Martina:
Ich nehme ja mal an, dass Du krankenversichert bist. Die erste Anlaufstelle könnte Dein Hausarzt sein. In einem vertraulichen Gespräch kannst Du die Lage erklären. Der Hausarzt kann dann alles Weitere in die Wege leiten oder Dich an eine entsprechende Stelle überweisen. Dass Du die psychologische Beratungsstelle in Anspruch nimmst, finde ich schon mal sehr gut. Aber bei einem evtl. erforderlichen Klinikaufenthalt können die nicht wirklich helfen. Das kann nur ein Arzt.


Ich habe jetzt heute ein weiteres Gespräch mit der psychiatrischen Beratung. Dieses Mal muss ich sie fragen, ob sie mir einen Hausarzt empfehlen kann, denn so etwas habe ich anscheinend noch gar nicht. Jedenfalls wurde mir das so von meiner Mutter gesagt. Ich hoffe nur, dass sich dies dann baldig erfüllt, weil es mir mittlerweile immer schlechter geht. Und zuletzt einen Monat lang aus meinem Leben im Internet entfernt zu werden, war zermürbend. Ich habe zunehmend das Gefühl, als wenn mein Leben zu seinem Ende kommen würde. Das hatte ich in Berlin auch, in den Tagen bevor ich mich umbringen wollte. Ich habe Angst.

Zitat von Martina:
Die Depressionen kamen bei mir zu Tage, nachdem ich heulend auf meiner Arbeitsstelle zusammengebrochen bin und dann für sehr lange Zeit bei jeder Kleinigkeit heulen mußte und nicht mehr aufhören konnte. Außerdem habe ich als Kind auch sehr schnell geweint, meine Mutter nannte mich dann: Du olle Heulsuse . Deshalb paßte das ganz gut. Dass ich jetzt keine Heulsuse mehr bin finde ich allerdings auch sehr gut.


Ich war bis zur achten Klasse auch jemand, der ziemlich schnell zu weinen anfing. Aber seither habe ich das irgendwie verlernt, was auch nicht das Gelbe vom Ei ist. Dass du nun keine Heilsuse mehr in dem Sinne bist, freut mich sehr.

12.04.2011 11:15 • #16


MarluxiJa
Zitat von Martina:
Was sind denn das für Freunde, die Dich da gleich im Stich lassen? Aber es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder mit ihnen reden - und zwar richtig reden - dann wirst Du sehen, ob diese Freundschaften halten, was sie versprechen oder sie abschreiben, weil es scheinbar mit der Freundschaft nicht allzuweit her ist. Es kommt allerdings darauf an, wie man Freundschaft definiert. Ich habe während und nach der Depression gelernt, dass ich nur noch Menschen näher bei mir haben möchte, die mir auch gut tun. Alle anderen halte ich auf höflicher Distanz. Dadurch verringert sich allerdings automatisch der Freundeskreis - aber es bleiben die, die mir wichtig sind.

Ich bin, unwissentlich deines Beitrages, auch diesem Bilde gefolgt. So stehe ich jetzt noch mit drei Freunden da, zu denen ich regelmäßig Kontakt habe. Am 20. März bekam ich von einem meiner älteren Freunde gesagt, dass ich sie alle mit meinen Problemen in Ruhe lassen solle. Es mache sie alle immer mehr fertig. Ich solle mir mal ausmalen, wie sie sich fühlten, wenn sie nur immer wieder hörten wie es mir geht und wie sehr ich an einer Sache kaputt gehe, die es für sie nie gegeben hatte. Wenn ich nicht davon wegdenken könne, dann solle ich die Kontakte eben vorübergehend komplett brechen. Und dieser Nachricht folgte ich dann, sodass ich jetzt nur noch drei Freunde bei mir habe, die mir zuhören. Das ist schon um einiges schwerer jetzt, aber ich habe wohl keine Wahl und muss damit umgehen.

Zitat von Martina:
Alles läßt sich damit ja wahrscheinlich auch nicht erklären aber wohl einiges. Ihr habt aber doch bestimmt einen Vertrauenslehrer - vielleicht könntest Du Dir da Unterstützung oder zumindest Rat holen?

Ich habe schon geplant mit dieser Lehrerin zu reden. Aber immer wieder bleibe ich daran hängen, dass ich unter allen Umständen auch verhindern will, dass meine Klasse von meinen Problemen erfährt und ich deshalb im Mittelpunkt stehe, zumal die Person, von der meine Geschichte von Anfang bis Ende erzählt, auch in dieser Klasse sitzt. Und dies abzuwägen, erweist sich mir als wahnsinnig schwierig. Verstehst du was ich meine?

Zitat von Martina:
Es sind ja nicht alle Menschen gleich und von daher möchte manch einer sicher auch gar nicht so handeln. Ist auch gut so. Und was heißt schon dass mit Dir etwas nicht stimmt? Wenn sich solche Gespräche ergeben, ist es hilfreich, wenn man von seinen eigenen Erfahrungen erzählen kann - alles andere wäre nicht echt und nicht fair. Aber auch so etwas ist zweischneidig. Manchmal beschäftigt man sich nämlich mehr mit den Problemen anderer Menschen als mit seinen eigenen. Das lenkt so herrlich ab, hilft aber nicht weiter. In Zeiten, in denen es mir nicht so gut geht, kann und will ich die Probleme anderer nicht aufnehmen. Ich habe dann keine Kraft und keine Nerven dafür und muß mich um mich selber kümmern. Da hat man manchmal ganz schön mit zu tun.

Es ist wahr, ich versuche schon, mich über den Tag mit den Problemen anderer ’einzudecken’, um nicht an meine eigenen denken zu müssen. Aber wirklich helfen tut das nicht. Es lenkt nur ab, was aber im ersten Moment auch einfach meinem Wunsch entspricht. Zweifellos laugt mich das auch aus und entzieht mir die Kraft dafür, mich um mich selbst zu kümmern, aber manchmal habe ich in einer solchen Situation auch nicht mehr den Wunsch, mir helfen zu können und verschreibe mein Leben meinen Freunden, bis es ein Ende fände. Aber was sind das für Gedanken, die da ständig in mir hausen?
Bis bald,
MarluxiJa

12.04.2011 11:15 • #17


A


Hallo MarluxiJa,

Ich grenze mich selbst aus - was habe ich?

x 3#3


M
Hallo Du,

Du bist ja immer mal wieder hier aber schreibst nicht.....? Wie geht es Dir denn mittlerweile?

30.04.2011 17:03 • #18


MarluxiJa
Hey Martina,

Zitat von Martina:
Du bist ja immer mal wieder hier aber schreibst nicht.....? Wie geht es Dir denn mittlerweile?


So schlecht wie seit langer Zeit nicht mehr.
In mir tobt sich ein Gedanke aus, der sich mir in Albträumen und vielerlei Gedanken, Tag und Nacht, in mir zeigt. Dieser Gedanke hat nicht minder mit der Endlichkeit des Lebens zu tun, wie das schon früher der Fall gewesen ist, nur dass ich mich häufiger in Situationen finde, in denen ich wegen diesen Gedanken abschweife und völlig nicht mehr ich selbst bin. Das beeinträchtigt meine Schulnoten und mein Bild bei anderen Leuten immer mehr. Meine Freundchaften lösen sich zunehmend auf, ich habe eigentlich nur noch zu einer Person freundschaftlichen kontakt, aber der geht es genauso wie mir, es ist auch bei ihr nicht zu sagen, wie lange es sie noch gibt. Meine Familie verhasst mich fastschon und hackt nur noch andauernd auf mir herum. Ich kann das nicht mehr. Und das Verhältnis zu ihr wackelt immer weiter, genauso wie ich. Ich weiß nicht wie lange ich das noch aushalten werde. Bitte helft mir . . .

Markus

01.05.2011 23:17 • #19


K
Huhu Markus...

Ich bin tieftraurig zu lesen dass es dir so schlecht geht :-/ Ich schätze solche Phasen in denen man denkt Ich kann nicht mehr, ich schaff das nicht mehr hat/hatte fast jeder von uns mal. Ich hoffe sehr für
dich dass du Kraft aus diesem Forum ziehen kannst und uns auf dem Laufendem hälst.
Wenn es arg schlimm ist kannst du mich auch gern wenn du dich traust via mail oder pn kontaktieren. Das Gute daran ist, dass ich dir auf jeden Fall zeitnah antworte, weil ich das mailen liebe :-)
Aber zunächst zu dir:
Es ist fast egal was andere von dir denken oder was du von anderen denkst. Wichtig ist was du über dich selbst denkst. Ich schätze mal dass der Mensch den du im Spiegel siehst nicht gerade dein bester Freund ist,
aber es gibt viel Gutes was du dir tun kannst. Sicher ist es schwer, doch du kannst zum Beispiel:

- kreativ sein (malen,schreiben, basteln, etc.) - oder auch nur Knete an die Wand schmeißen ;-)
- jeden Tag 3 Dinge finden die irgendwie gut sind (die Sonne scheint, o.ä.)
- dein Spiegelbild anlächeln
- dir was leckeres kaufen
- dir eine neue Frisur verpassen
- ein Poster aufhängen
- ein gutes Buch lesen
- ins Kino gehen
- mit Popcorn vor der Flimmerkiste sitzen

Wenn ich ein bisschn von mir selbst ausgehe, so liegt das Hauptproblem
meiner depressiven Phasen immer darin, dass alles so langweilig und
eingefahren ist, keine anderen Gedanken, nur der graue Schleier aus Sorgen und
Problemen der alles trübt. Dann hilft es mir aktiv zu werden. Etwas tun von dem ich
denke es ist gut. Eventuell was Neues ausprobieren, mal raus aus der Wohnung. Andere
Eindrücke und alles. Die kleinsten Anreize können da schon helfen.
Denn was soll sich ändern, wenn man alles immer auf die selbe öde Art und Weise tut?!
Fange also bei dir selbst an und gib dir selbst ein gutes Gefühl, mach dir klar dass du etwas
Wert bist. Und erst wenn es dir besser geht, dann klappt es auch mit den Menschen um
dich rum.
Lies doch mal The Secret. Es ist ziemlich gut, und gibt auch neue Denkansätze.
Das hört sich für dich alles sicher ziemlich optimistisch und besserwisserisch an,
doch auch ich bin nicht allwissend, hab viel aus bitterer Erfahrung (10 verdammte Jahre
Depressionen!) gelernt und auch ich habe Tage an denen die Welt mich mal so richtig kann! ^^
Auch ich bin nur ein Mensch, aber ich möchte helfen, selbst wenn nur dadurch dass ich dir 5 min
Aufmerksamkeit schenke weil du das hier liest :-)
Also: Was kannst du JETZT, HEUT und HIER für DICH tun?

Grüße an dich

KiNjAl

02.05.2011 09:10 • #20


M
Hallo Markus,

wir können Dir ja leider virtuell nicht konkret helfen. Wir sind ein Forum zur Selbsthilfe, wir können von unseren persönlichen Erfahrungen berichten und Tipps geben. Den eigentlichen Weg muß jeder selber gehen.

Wenn es Dir so schlecht geht, brauchst Du einen Arzt. Wenn Du bisher noch keinen Hausarzt gefunden hast, kannst Du Adressen über Deine Krankenkasse bekommen. Wenn es sehr akut wird, kannst Du Dir hier adressen-krisendienste-t11782.html Hilfe suchen. Ich bin aber immer noch der Meinung, dass Du ganz offen Hilfe von Deiner Familie einfordern solltest. Es ist besser, offen zu reden als alles mit sich alleine auszumachen. Wie Du ja merkst, schaffst Du es alleine nun nicht mehr. Vielleicht traust Du der Familie in einer Krisensituation einfach zu wenig zu? Wenn es Dir besser gehen soll, mußt Du aktiv werden. Das kann niemand anderes für Dich tun

02.05.2011 15:43 • #21


Howeynous
Hallo Markus,

dein Thread, allgemein deine ganze Geschichte, hat mich so eben beim durchlesen sehr, keine Ahnung was Anlauf sagen soll, betroffen gestimmt. Zunächst einmal möchte ich einfach sagen, dass du deine Empfindungen und Gedanken wirklich, und gerade für einen Schüler, sehr gut zum Ausdruck bringen kannst!
Vielleicht liegt es auch daran, dass ich leider meine eigenen Probleme in sehr vielen Sachen, die du geschildert hast, ziemlich genau wieder erkennen kann. Also die Ursache, die Gedanken, die Selbstzweifel... wenn auch bei dir leider das ganze noch heftiger auszufallen scheint.

Es ist wichtig, dass du jemanden findest, bei dem du dir absolut sicher bist, dass du ihn jederzeit ansprechen kannst, wenn Du für dich überhaupt nicht mehr weiterwissen solltest. Das kann eine Person aus der Familie, ein Lehrer oder auch ein wirklich, wirklich guter Freund sein. Diese Person muss nicht mal sein erster Ansprechpartner für alle persönlichen Fälle sein - sondern einfach eine Person, die du kennst und bei der du überzeugt bist, dass du ihr wirklich am Herzen liegst.
Ob du generell deine Familie mit einbeziehen willst, musst Du entscheiden - wenn das ganze Familienkonstrukt eher formellen Charakters ist, kannst wahrscheinlich ohne Probleme darauf verzichten. War selber auch nie sonderlich dick mit meiner Familie - ohne, dass es mich wirklich gestört hätte.

Kannst Du ungefähr sagen, wann und warum ist dir besonders schlecht geht?
Wegen der Schule und sonstigen Verpflichtungen... kann ich verstehen, dass dich diese Aufgaben belasten. War bei mir auch so - jeder gefühlte Misserfolg wird als eigenes Versagen gedeutet, die Bedeutung dessen auch übertrieben - das ist eine Teufelsspirale.

Ich weiß, ich sage jetzt etwas didaktisch vollkommen falsches, aber ich sage trotzdem: Alles ist relativ! Ich habe selber sehr lange miterlebt, wie sehr heute in der Erziehung und sonst wo Wert auf ein möglichst perfektes Leben gelegt wird: perfekte Schulnoten, perfekter Freundeskreis, perfekte Ausbildung, perfekter Job, perfekte Familie und du bist der perfekte Mensch. Daraus folgt dann auch der Wunsch, normal zu sein, eben wie alle anderen auch, und man fängt an sich zu verstellen.
Und jetzt das didaktisch vollkommen falsche, aber eine Wahrheit: Schule und Noten sind in Wahrheit nichts anderes als nur Schule und Noten! Du machst dir, im Gegensatz zu sehr vielen anderen Menschen aus deinem Umfeld, sehr viele Gedanken über dein Leben als Ganzes! Versuche, wenn du es kannst, das, was dich jetzt runterzieht, mal in das Gesamtkonstrukt Markus' Leben einzuordnen. Dadurch wird es dir vielleicht erstmal nicht besser gehen, aber wenn du das öfters hinkriegst könnte es vielleicht dazu beitragen, deinen Blick zu erweitern.

Bitte melde dich mal wieder!

Lg, Tim

02.05.2011 20:04 • #22


MarluxiJa
Hallo alle miteinander!


Dass ich euch seit meinem letzten Eintrag wieder nichts hierher geschrieben habe, hat weitreichende Gründe. Einerseits liegt es wohl daran, dass ich zu Monatsanfang nur knapp drei Mal dem Suizid entkommen konnte, andererseits aber auch daran, dass ich durch die Beschäftigung darin, mein Leben zu erhalten, kaum Zeit gefunden habe, mich um dieses Forum zu kümmern. Ich hoffe ihr versteht das und könnt mir dies verzeihen.

Es sah zu Monatsanfang einfach trotz meiner Bemühungen nicht so aus, als wenn ich meinem Leben irgendwie Sinn geben könnte und die Dinge, die mich im Alltag fertig machen, prasselten quasi nur so auf mich herein. Ein paar Mal war ich dann kurz davor, mir das Leben zu nehmen und war in der Schule nur noch körperlich anwesend. Meine Gedanken lagen dabei weit entfernt. Ich war in der Schule auch fast nur noch damit beschäftigt, Abschiedsbriefe zu schreiben. Und als ich anfing meine Beraterin anzulügen um die Beratung schneller enden lassen zu können und meinem Versprechen, mir bis zum Ende der Beratung nichts anzutun, nicht mehr Folge leisten zu müssen, damit ich schneller dem Suizid nachgehen konnte, war es fast soweit, dass man mich gar nicht mehr hätte aufhalten können.

Dass es nun ganz anders kam, liegt daran, dass ich meiner Beraterin meine Briefe abgab, um sie eine Woche lang nicht bei mir haben zu müssen. Ich wollte die letzte Woche versuchen, mein Leben wieder auf Fordermann zu bringen, wusste aber schon, dass das eigentlich so ohne weiteres nicht funktionieren konnte. Ich wollte einfach nicht ohne den Versuch sterben, mein Leben zu bessern. Dumm nur, dass die erste Seite meines Ordners den deutlichsten Abschiedsbrief zeigte, den ich in meinem Leben je geschrieben hatte. Und das nicht mehr an Kathrin, sondern an meine ganze Klasse. Und die ganzen nächsten Seiten ziegten meine gleichgesinnten briefe an Lena, Max, meine Lehrer und natürlich mehrere Briefe an Kathrin.

Ich hatte schon am Donnerstag vorletzter Woche mit meiner Klassenlehrerin ausgemacht, mit ihr reden zu wollen. Im Schein, sie ahne, was ich ihr schon sagen wolle, stimmte sie dem aufdringlich zu. Auch meine Religions-Lehrerin wollte am darauffolgenden Freitag ein Gespräch mit mir ausmachen. Und so kam es dann zu dieserer nun vergangenen Woche. Zu Anfang ging es mir noch relativ schlecht, und die Abgabe meiner Briefe folgte eben am Dienstag dann, nachdem ich analysiert hatte, warum mich die Sache mit Julia, die bis Ende Februar angedauert hatte, so fertig gemacht hatte. Sie darauffolgend die nächsten Tage zu sehen, wie sie wortlos an mir vorbeischritt, machte mich wahnsinnig traurig und zerbrach mich innerlich. Ich weiß noch, wie ich am Mittwoch fast vor allen Mitschülern zu weinen angefangen hatte, weil ich nur daran denken konnte, was ich in dieser Freundin verloren hatte:

Meine Beraterin und ich hatten erkannt, welch große Parallelen zwischen den Geschichten Julias und mir, sowie Kathrins und mir herrschen, nur dass die Geschichte mit Julia deutlich länger ging. Zwar war sie auf den Trümmern meiner Suizidalität sehr wackelig gebaut, aber sie trug mich ziemlich hoch, als ich in einem Loch tief gefallen war, und eigentlich keiner mich jemals hätte auffangen können. Aber diese Person trug mich wieder hinauf, zeigte mir wieder, was ich an meinem Leben über längere Zeit geliebt hatte, und ließ mich dann genau so abrupt wie sorglos fallen, wie es Kathrin eben auch getan hatte. Genau wie Kathrin, versuchte sie dann jeglichen je da gewesenen Kontakt mit mir zu verbergen und zu annulieren. Dass ich bei Kathrin unter keinen weiteren Umständen zu leiden hatte, sorgte dafür, dass ich mir nicht, wie hier dann eben der Fall war, sofort das Leben nehmen wollte. Ab Ende November war ich dann damit beschäftigt mich von der Welt zu verabschieden.

15.05.2011 14:25 • #23


MarluxiJa
Und dann sah ich sie eben auch noch jeden Morgen, was mich sofort deprimierte und jegliches Bestreben nach freiem Denken in meiner Schule sofort zerriss. Als mich meine Lehrerin am Mittwoch-Morgen dann ansprach um den Termin unseres Gespräches am nächsten Tag zu fixieren, waqr ich bereits wie paralysiert, ich war nicht mal mehr fähig, zu antworten. Der Tag fand auch schnell ein Ende, ich kann mich nicht ganz an ihn erinnern. Am Donnerstag war es dann soweit, dass ich mit meiner Klassen-Lehrerin reden konnte. Ich verpasste durch das Gespräch mehr als die Hälfte meiner folgenden Schulstunde. Ich machte ihr eben klar, dass ich kein nomral gestellter Depressionsfall, sonmdern ein kritisch gesehener Suizidalfall bin. Das hatte ich anhand eines Belegs den ich von meiner Beraterin, unter Ablegen der kompletten Schweigepflicht, bekommen hatte, auch festmachen können. Dieser Zettel liegt jetzt in meiner Schülerakte. Was nicht so ganz geplant war, war, dass meine Klassen-Lehrerin das Gespräch mit Frau A., also meiner Religions-Lehrerin, im Nachzug an das Gespräch mit ihr auch vergezogen hatte, in die Mittagspause von 13:00 Uhr bis 13:30 Uhr. Dies erfuhr ich dann, nachdem ich, nach ganzen drei Minuten Mathe-Unterricht, schon wieder aus dem Unterricht gezogen wurde, weil mich jemand im Sekretäriat angerufen hatte, was wohl sehr wichtig war. Ihr seht vielleicht schon, dass alles zu diesem Zeitpunkt drunter und drüber ging.

Meine Beraterin war es, die nach dem lesen des vordersten Briefes (wie oben beschrieben) verpflichtet war, sofort zu handeln und mich eigentlich aus dem Unterricht zu ziehen, aber ich widersprach ihr und kam erst nach meinen gespräch mit Fr. A. in die Beratungstelle, was dennoch zur Folge hatte, dass ich Chemie quasi schwänzen musste. Das Gespräch mit meiner Religionslehrerin ließ mir gewiss werden, dass meine Lehrer nun auf meiner Seite standen und mitversuchten, mich in diesem Leben zu erhalten. Besonders Fr. A. gab mir das Gefühl, dass ich ihr am Herzen läge. Das Gespräch mit meiner Beraterin beschäftigte mich jetzt aber extrem. Was wollte sie nur von mir? Und warum sollte ich das nicht an unserem vereinbarten Termin mit ihr besprechen können? Hmmm, ich ging also nun dahin, in der Gewissheit, meine Religions-Lehrerin würde bereits nach einer Möglichkeit für mich suchen, in eine stationäre Psychotherapie eingewiesen werden zu können, schließlich hatte sie mir dies so versprochen. Sie ist Psychologin in freiburg, das sie nur mal dazu gesagt, ich denke, dass sie die nötigen Kontakte hat, um so etwas zu erwirken.

Bei meiner Beraterin angekommen, wurde mir gesagt, dass ich nicht wieder in meine Schule zurückkehren dürfte und sie sofort mit mir zu einem Arzt gehen würde, um meine Pssychotherapie zu erwirken. Gut, sagen wir im laufe des tages hatte dies auch Erfolg, denn nach zwei-ein-halb-stündiger Wartezeit konnte ich meine Probleme der Ärztin in einer Viertelstunde so eindrucksvoll nahebringen, dass sie sofort dazu schloss, mich nach Bad Dürrheim zu verweisen und eine Einweisung in diese Klinik zu beantragen. Nun, das war ja alles schön und gut, aber ich fand es blöd, Frau A. sozusagen ins Leere haben laufen zu lassen. Und eigentlich wollte ich einen schönen Tag haben, der in der Schule mit dem Erfolg in zwei Gesprächen auch perfekt angefangen hatte, aber von dem war jetzt nur noch wenig übrig. Zuhause angekommen war ich zudem verpflichtet zu erklären, warum ich so spät erst komme und warum frau A. schon zweimal angerufen hatte als ich weg war. Nachdem sioe mir noch ein drittes Mal angerufen hatte, um mir ihre Informationen zu geben, die aufgrund der bis dahin geschehenen begebenheiten nicht mehr relevant waren, erklärte ich dann erstmals seit November meiner Mutter die Lage der Dinge. Diese wird nun am Dienstag zu meinem nächsten termin in der psychiatrischen Beratung mitkommen und sich erzählen lassen, was sie alles nicht weiß.

Meine Therapie ist indes nur noch ein paar Wochen entfernt, aber ich weiß nicht ganz wie ich mich jetzt gerade fühlen soll, in einer Klasse, die nunmehr wissen will, was mit mir ist, und der ich eigentlich nichts sagen will, weil die person, mit der alles zusammenhänt, mitten unter ihnen sitzt . . .

Liebe Grüße,
Markus

15.05.2011 14:25 • #24


G
Die Person, die in der Klasse mitten unter ihnen sitzt, bist du selber. Du kannst und du darfst auch nicht die Verantwortung für dein eigenes Befinden auf eine Mitschülerin übertragen.

Das, was ich dir jetzt sage, wird dir nicht gefallen, ist aber die Realität: Du hattest dich verliebt, das Mädel wollte dich nicht, du hattest einen Korb bekommen. schei., ja! Passiert den Besten von uns. Jedem! Und das wird dir in ferner Zukunft sicherlich noch häufiger passieren. Das ist traurig, das ist doof. Keine Frage. Aber, es ist kein Grund sich das Leben nehmen zu wollen. Und vor allem kann das Mädchen nichts dafür. Soll sie sich schuldig fühlen, wenn du den letzten Schritt wirklich gemacht hast? Das ist doch unfair.

Sie ist wahrscheinlich wie du 17 Jahre alt. Da träumt man zwar von dem Prinzen, weiß aber auch, dass es dafür einige Frösche bedarf. Du warst ihr Frosch. Ihr Prinz kommt noch. Deine Prinzessin wird auch noch kommen. Aber so ist das Leben. Du hast dich unglücklich in sie verliebt, sie wollte dich nicht. Dann ist sie aber nicht schuld und es ist auch nicht ihr Problem.

Frage dich doch vielmehr mal, warum dich so etwas so aus der Bahn wirft. Und was du tun kannst, damit es dir besser geht. Und zwar unabhängig von anderen Personen.

16.05.2011 10:58 • #25


MarluxiJa
Guten Tag,

Ich wollte mich entschuldigen, dass ich so lange keine Antwort mehr gesendet habe, aber nachdem ich nach mehreren Suizidversuchen in eine stationäre Psychotherapie verwiesen wurde, hatte ich nicht mehr die nötige Zeit, hier zu antworten. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich die Geschichte, über die hier sehr ausführlich geschrieben wurde, größtenteils wieder im Griff habe, was ein Therapeut mit mir im kommenden Jahr aber noch zu festigen versuchen will. Sobald die Schule wieder beginnt, wird es für mich wahrscheinlich wieder etwas schwerer werden, weil ich mit dem Stress umgehen muss, der mich einst zu diesen gedanken getrieben hatte, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das überstehen werde.

Auf die letzte Antwort von hätte ich damals wahrscheinlich sehr giftig reagiert, weil ich so etwas damals nicht einsehen wollte. Auch wenn ich mir noch ein wenig schwer damit tue, kann ich sagen, dass dies nicht mehr ganz so ist und ich verstehe, was ihr mir damals schon vermitteln wolltet, ich habe es nur nie richtig registriert, tut mir Leid. Ich danke euch hiermit für eure Mühe, mir eine Hilfe zur Selbsthilfe zu sein, ich sehe, dass mich das stark verändert hat . . .

Liebe Grüße,
Markus

27.08.2011 23:14 • #26


A


Hallo MarluxiJa,

x 4#12


S
Hallo Markus,

danke, dass du uns einen Lagebericht gibst.

Ich hoffe, dass du weiterhin an deinen Problem arbeitest und dass es dir bald wieder besser geht.

Wir würden uns freuen, wenn du uns weiterhin berichtest, wie es dir geht.

Wir wünschen dir alles Gute und freuen uns auf deine Postings.

Serafina

27.08.2011 23:33 • #27

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