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Internetbekanntschaft - was tun?

A
Hallo!

Ich habe vor einigen Jahren einen Mann im Internet kennengelernt. In anfänglicher Naivität dachte ich, dass dieser Mann etwas Besonderes und sehr interessiert sei, mehr über mich zu erfahren und das der Grund sei, warum er nie von einem Treffen sprach.

Nach drei Wochen sehr, sehr intensivem Kontakt stellten sich erste Zweifel ein und ich begann zu hinterfragen, was los sei. Nach anfänglichen - für mich sehr unbefriedigenden - Erklärungsversuchen, dass es zu schnell gehen würde, stellte sich eine PTBS heraus.

Wir verbrachten sechs Monate in denen wir einander virtuell sehr intensiv kennen lernten. Wir lebten in (einer Art) Beziehung ohne einander je gesehen zu haben. Ich stellte sogar fest, dass er eifersüchtig war, weil ich fortging und natürlich auch Männer kennenlernte. Das alleine klingt schon total verrückt und lässt mich an mir selbst zweifeln.

Dann hing ich irgendwann selbst genau in der Ohnmacht, die für ihn der Grund ist, sich nicht real mit Frauen treffen zu können.

Ich beendete den Kontakt auf Etappen, bis es eines Tages soweit war, dass er nicht mehr reagierte.

Nach ein paar Jahren schrieb ich wieder, einfach nur, weil ich wissen wollte, wie es ihm ging.

Seit ca. einer Woche haben wir wieder Kontakt und machen mehr oder minder dort weiter, wo wir aufgehört haben.

Ich habe viele Fragen, die er beantwortet aber letztlich verstehe ich absolut nichts. Er klingt total normal, ist sehr witzig und intelligent, sodass man nicht auf die Idee käme, dass was nicht normal ist.

Gleichzeitig ist nichts normal. Er hat keinerlei reale Kontakte, lebt (über 40 und nach Corona) wieder bei den Eltern und geht auch keinem normalen Job nach.

Mir ist bewusst, dass er - selbst dann, wenn er sich geheilt fühlt - nicht mehr in ein normales Leben zurück kann, weil er Jahre der Normalität verloren hat, und nicht mehr zurück kann.

Ich selbst habe höchstwahrscheinlich auch irgend eine Art von Störung, denn auch mein Leben verlief abnormal. Nahezu immer beziehungslos und ohne tiefere Bindungen. Der Unterschied zwischen uns beiden ist, dass ich es gar nicht anders kenne, weil meine (vielen) Traumata in der Kindheit passierten, wohingegen er vor dem schwer traumatisierenden Ereignis ein normales, sehr erfolgreiches Leben führte. (Ich führe TROTZ der Traumata ein beruflich erfolgreiches Leben, in dem Leistung einen hohen, anerzogenen Stellenwert hat.)

Ich bin gefangen in dieser Situation, weil ich lieber (virtuell) mit als ohne ihn bin. Gleichzeitig sehne ich mich nach einer realen Begegnung.

Schon ohne PTBS ist es schwierig, sich noch zu treffen, wenn man bereits sehr lange Zeit virtuell Kontakt hatte und alles von einander weiß.

Er tut mir gut und schlecht.
Ich tu ihm gut - aber belaste ihn vielleicht auch.

Ich weiß, dass es für ihn kein Zurück gibt, wenn ihm nicht jemand hilft. Nicht weil ich mich für so heroisch halte, sondern weil ich weiß, dass ein Leben, das aus dem Nichts besteht, keine Basis für mehr ist. Er hat auch bereits (und das klang sehr verzweifelt) eingestanden, dass er nichts zu bieten hat (im Sinne von männlichen Erfolgen), von denen Männer annehmen, sie besitzen zu müssen, um Frauen zu beeindrucken. (Und in gewisser Weise ist das ja auch richtig, denn man will auch beziehungstechnisch weiterkommen)

Wie geht man mit einer ausweglosen Situation um, deren Ende (abermals) vorprogrammiert ist?

Was braucht der Mann, um vorwärts zu kommen? Was sind Deine tatsächlichen Gedanken (die er nicht preisgeben kann, weil er sich damit völlig *beep* und männlich unattraktiv machen würde?)

Übrigens: er schiebt neben des tatsächlichen Grundes (Angst vor der Ohnmacht in einer Beziehung) alle möglichen Gründe vor (Entfernung - die in Wahrheit lächerlich ist, Lebensart, die in Wahrheit fast ident ist) vor - um mich auf Abstand zu halten und genießt gleichzeitig meine (virtuelle) Anwesenheit.

Ich bin für jeden Input dankbar!

16.06.2022 11:36 • x 2 #1


Schlüsselkind
Zitat von AnnaX:
Ich habe vor einigen Jahren einen Mann im Internet kennengelernt.


Liebe AnnaX, auf einer Datingplattform zwecks Partner*innensuche?

Zitat von AnnaX:
Wie geht man mit einer ausweglosen Situation um, deren Ende (abermals) vorprogrammiert ist?


Du hast nach eurem Kontakt sehr viele Jahre ohne ihn gelebt, kennst Du den Grund, warum Du den Zustand dann geändert hast, gab es einen konkreten Anlass? Du schriebst, du wolltest wissen wie es ihm geht, war es vielleicht neben deiner Neugierde auch aus einer Einsamkeit heraus? Dass man sich emotional schwer oder unerreichbare Partner*innen wählt, ist sicherlich nicht immer einem Zufall bzw. den Umständen geschuldet.

Du schreibst, Du sehnst Dich nach einer Begegnung (die mit ihm scheinbar nicht möglich ist).

Du könntest:

1. ihm davon berichten und er könnte sich dafür oder dagegen entscheiden. Falls dagegen, erscheint mir der Kontakt zu einseitig und würde dir vermutlich dauerhaft mehr schaden als nutzen. Es gibt bestimmt noch viele andere Menschen, die Dich gerne kennenlernen möchten und die das auch umsetzen können! Wenn Du sagst, es spielen hier eigene Traumata eine Bedeutung, ist vielleicht eine Heilung in Dir erst angebracht, damit Du Dich auf die Nähe zu Anderen die dir gut tun und für Dich gesund sind, einlassen kannst? Du kannst eine sich für Dich schön anfühlende Verbindung finden.

2. Wenn ein gemeinsames Treffen möglich ist, erst einmal auch physisch beide annähern und kennenlernen. Dann könntest Du für Dich entscheiden, ob er denn im Gesamtpaket auch Deinen Vorstellungen (die Du gerade von ihm in Deinem Kopf hast) entspricht und ob ihr denn kompatibel seid - wobei Du das vielleicht in Deinem Inneren/Deiner Intuition schon längst spürst? Zumindest kann man das zwischen Deinen Zeilen lesen.

Du schreibst auch davon, dass er Dir schilderte dir nichts bieten zu können. Maya Angelou hat einmal gesagt: Wenn Menschen dir zeigen, wer sie sind, dann glaube ihnen beim ersten Mal.” Das ist für mich ein wertvoller Leitfaden. Ein Leitfaden, der leider nicht einfach anzunehmen und zu akzeptieren ist.

Eine Annäherung nur virtuell mag sich für eine erste Kontaktaufnahme anbieten, aber für eine tiefere emotionale und körperliche Verbundenheit sind Treffen angebracht. Sonst bleibt doch diese Verbindung immer nur ein realitätsfremder Traum (so sehe ich es zumindest).

Da Du den Eindruck selbst schon gewonnen hast, dass er dich auf Abstand hält, aber gleichzeitig sich das nimmt, was er von eurer Verbindung benötigt, wäre ich sehr vorsichtig - denn das kommt mir ein wenig wie das Verhalten sogenannter Energievampire vor. Und da spielt oftmals mehr eine Rolle, dass der eine sich die eigene innere Leere mit dem empathischen Verhalten des Anderen füllt, aber leider weniger die Verbindung an sich.

Liebe Grüße!

16.06.2022 13:36 • x 2 #2


A


Hallo AnnaX,

Internetbekanntschaft - was tun?

x 3#3


HDD
Hallo AnnaX
Zitat:
Wie geht man mit einer ausweglosen Situation um, deren Ende (abermals) vorprogrammiert ist?

Da gibst Du Dir die Antwort ja quasi schon selbst: Falls Du eine reale Beziehung anstrebst, ist er, so wie Du ihn beschreibst, wohl nicht der Richtige für Dich.

Natürllich besteht immer die Möglichkeit, die Beziehung virtuell weiterzuführen. Falls Dir das genügt (anscheinend ja nicht, so wie Du schreibst).

Hat er Dich um Hilfe bei der Überwindung seiner Probleme gebeten? Falls nicht, dann will er sie offenbar nicht angehen - zumindest nicht mit Dir. Falls ja, solltest Du Dir das sehr gut überlegen, bevor Du darauf eingehst. Die Chance, dass es klappt, dürfte wohl sehr gering sein; die Chance, dass es scheitert und Du dabei seelisch verletzt wirst, dagegen sehr hoch.

Falls Du eine reale Beziehung suchst, würde ich an Deiner Stelle dafür lieber woanders Ausschau halten.

Liebe Grüße
HDD

16.06.2022 13:47 • x 1 #3


A
Hallo @Schlüsselkind - ich hab noch nicht herausgefunden, wie ich hier zitieren kann, daher mal so.

Ja, auf einer Datingplattform.

Bei Deiner nächsten Frage muss ich lachen - allerdings ist es Galgenhumor.

Wenn ich es in der Hand hätte - wenn ich irgendwas wirklich in der Hand hätte - dann wäre das meiste in meinem Leben nicht so.

Und wenn ich es in der Hand hätte, dann hätte ich weder jemals einen Mann in meinem Leben gehabt, der mich betrügt, noch würde ich mich freiwillig in solche Situationen bringen.

Ich bin eine Frau. Da geht man nicht auf Typen zu und sagt he, darf ich Dich einladen? Oder hallo, ich finde dich cool, hast Du Lust auf ein Date? ... bzw. hab ich das sogar einige Male ausprobiert. Aber die daraus resultierenden Erfahrungen haben meine - bereits aus der Kindheit erfahrenen Abgelehntheitsgefühle nur bestärkt.

Es gab zwischen den Kontakt mit diesem Mann und heute drei Geschichten, in denen ich abermals enttäuscht wurde, weil Männer alles mögliche vorgaukeln, um Dich ins Bett zu bekommen. Und leider wenden einige davon langwierige Methoden an, wodurch Du Dich nicht schützen kannst. Selbst dann, wenn Du das erste Mal bewusst hinauszögerst, stellst Du plötzlich fest, ah, das war jetzt einer, der die besondere Herausforderung suchte.

Es liegt nicht in meiner Hand.

Das hast Du richtig erkannt. Ich bekomme immer die, die emotional schwer erreichbar sind. Aber ich suche schon Jahrzehnte nach einer Lösung. Aber es ist entweder DAS oder NICHTS.

Ich habe ihm vor vielen Jahren gesagt, dass es ohne Treffen nicht geht. Hat nichts gebracht.

Und - ja, das hast Du zwischen den Zeilen richtig gelesen - mir ist die Kompatibilität sehr bewusst. Eine meiner (wenigen) Stärken, die auf meiner kranken Kindheit beruhen ist, zu spüren wie andere drauf sind.

Und auch richtig erkannt, es ist Einsamkeit, die mich veranlasst hat, wieder Kontakt aufzunehmen. Aber nicht die allein. Wir sind einander sehr ähnlich, fast unheimlich, weil ich mittlerweile weiß, was und er denkt. Ich weiß manchmal schon was er schreiben wird. Ich kann seine Reaktionen spüren. Und deshalb interessiert er mich, weil mir selten Menschen begegnen, die mir so ähnlich sind und mit denen ich den Humor teile.

Du hast recht und ich glaube ihm. Das schätze ich auch sehr. Er ist sehr ehrlich. Und mit bieten können meinte er materielle Dinge. Darauf lege ich es aber nicht an. Was ich möchte ist Austausch auf körperlicher, geistiger und seelischer Ebene. Und was fehlt ist einzig und allein das körperliche.

Ja, Du hast recht mit den Energievampiren. Das Gefühl gibt er mir nicht. Er nimmt, was ich ihm anbiete. Er drängt nicht, er fordert nicht (aktuell zumindest ...)

Ich denke, er weiß dass es am seidenen Faden hängt. Ich bin schon einmal gegangen und habe damit genau das ausgelöst, was er am meisten fürchtet. Die Ohnmacht. Er kann sich nicht treffen. Und muss ohnmächtig ertragen, dass ich gehe.

Das ist eine Kompatibilität mehr ... wir haben beide Angst vor der Ohnmacht und dem Schmerz. Und obwohl ich es war, die eines Tages gegangen ist, hatte wir bestimmt den gleichen Schmerz.

16.06.2022 15:08 • x 2 #4


A
Zitat von HDD:
Falls Du eine reale Beziehung suchst, würde ich an Deiner Stelle dafür lieber woanders Ausschau halten.

Hallo HDD!

Danke für Deine Antwort! Ich würde mir die gleiche geben. Und auch den gleichen Ratschlag.

Ich war fast mein ganzes Leben Single. Und habe ALLES probiert um eine erfüllende Partnerschaft zu erlangen. Aber scheinbar sind jene, die schon als Kind traumatische Erfahrungen gemacht haben, dazu verdammt, sie weiter zu machen.

Mir fällt nichts mehr ein, weder um die Geister der Vergangenheit loszuwerden noch weitere Gelegenheiten zu schaffen, jemanden kennenzulernen. Ich habe alles durch.

16.06.2022 15:13 • x 1 #5


Schlüsselkind
Zitat von AnnaX:
Wenn ich es in der Hand hätte - wenn ich irgendwas wirklich in der Hand hätte - dann wäre das meiste in meinem Leben nicht so.


Nun weiß ich nicht so recht worauf sich das alles bezieht (und brauchst Du auch gar nicht zu erklären), ja, vieles können wir nicht ungeschehen machen und müssen wir auch loslassen, oft kann man das nicht einfach so, das erfordert viel Arbeit/Heilung und Zeit. Wenn nicht sogar ein lebenlanges Lernen.

Allerdings empfinde ich es schon so, dass man Einfluss auf seine Partner*innenwahl hat. (Und ja, das ist nicht einfach!)

Zitat von AnnaX:
Ich bin eine Frau. Da geht man nicht auf Typen zu und sagt he, darf ich Dich einladen? Oder hallo, ich finde dich cool, hast Du Lust auf ein Date? ... bzw. hab ich das sogar einige Male ausprobiert.


Okay, die Regel ist an mir vorbeigegangen. Ich mach das. Aber nicht, weil mich das keine Überwindung kostet, sondern weil ich dann in dem Moment das Bedürfnis habe. Wenn der Andere das nicht möchte, muss ich das dann akzeptieren. Dann wird bestimmt irgendwann jemand anderes mal auftauchen, der das gerne auch möchte. Das ist aber keine Abwertung seiner eigenen Person.

Zitat von AnnaX:
Aber die daraus resultierenden Erfahrungen haben meine - bereits aus der Kindheit erfahrenen Abgelehntheitsgefühle nur bestärkt.


Das kenne ich aus eigener Erfahrung in ähnlicher Form auch, es fühlt sich dann noch doppelt so schlimm an, auch wenn das realistisch betrachtet in keiner Relation steht, der Schmerz/die Emotion gewinnt dann trotzdem die Oberhand. Aber daran kann man arbeiten.

Zitat von AnnaX:
Eine meiner (wenigen) Stärken, die auf meiner kranken Kindheit beruhen ist, zu spüren wie andere drauf sind.


Ja, Du bist sehr empathisch. Das spüren andere und suchen deine Nähe.

Zitat von AnnaX:
Das ist eine Kompatibilität mehr ... wir haben beide Angst vor der Ohnmacht und dem Schmerz. Und obwohl ich es war, die eines Tages gegangen ist, hatte wir bestimmt den gleichen Schmerz.


Da gleicht ihr euch sehr, auch wenn ihr beide unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt (Du suchst die Nähe, er flüchtet vor ihr). Das verstehe ich persönlich aber nicht als Kompabilität. Kompatibel wäre jemand - meiner Meinung nach für Dich-, der Dir geben kannst, was Du brauchst (nicht, was Du Dir wünschst). Leider gibt es da einen großen Unterschied und ich arbeite gerade selbst verstärkt daran, meinen Blickwinkel da völlig neu auszurichten.

Vielleicht überlegst Du nochmal, falls noch nicht geschehen, was Du wirklich brauchst von einem Partner, damit es dir gut geht. Ein gemeinsamer Schmerz fühlt sich doch als Basis nicht gut an, hm?

16.06.2022 15:41 • #6


A
Zitat von Schlüsselkind:

Nun weiß ich nicht so recht worauf sich das alles bezieht (und brauchst Du auch gar nicht zu erklären), ja, vieles können wir nicht ungeschehen machen und müssen wir auch loslassen, oft kann man das nicht einfach so, das erfordert viel Arbeit/Heilung und Zeit. Wenn nicht sogar ein lebenlanges Lernen.

Alles ... Ich hätte mir eine andere Familie ausgesucht ... das wäre der Anfang gewesen und das hätte alles mögliche vermieden, was dadurch ausgelöst wurde.

Zitat von Schlüsselkind:
Dann wird bestimmt irgendwann jemand anderes mal auftauchen, der das gerne auch möchte.

Das glaubt man vielleicht ein paar Jahre ... wenn das dann mehrere Jahrzehnte nicht so ist, dann hat man gelernt, dass da keiner kommt.

Zitat von Schlüsselkind:
Das kenne ich aus eigener Erfahrung in ähnlicher Form auch, es fühlt sich dann noch doppelt so schlimm an, auch wenn das realistisch betrachtet in keiner Relation steht, der Schmerz/die Emotion gewinnt dann trotzdem die Oberhand. Aber daran kann man arbeiten.

Das kommt auf die Ausgangsbasis an. Wenn man noch nichts versucht hat, dann kann man daran arbeiten. Wenn man schon alles versucht hat und es keine Änderung bringt, dann gibt's nichts mehr zu arbeiten.

Zitat von Schlüsselkind:
der Dir geben kannst, was Du brauchst (nicht, was Du Dir wünschst).

Anscheinend brauche ich die absolute Einsamkeit. Das Gefühl, von niemandem geliebt zu werden. Sehr häufig noch verletzt und gedemütigt. Denn wenn man davon ausgeht, dass das was man bekommt, das ist, was man braucht, dann sind das offensichtlich meine Bedürfnisse.

Warum dürfen sich so viele was wünschen und bekommen es auch. Warum dürfen jene die ihre ganze Kindheit S****** erlebt haben, sich nichts wünschen.

Warum werden uns - die wir schon in der Kindheit erklärt bekamen - dass unsere Gefühle falsch seien auch später noch erklärt, dass alles ganz anders ist, als wir denken, glauben und wünschen.

ja, da hast Du recht, Schmerz ist es auch nicht.
Da ist die Einsamkeit besser, die fühlt sich gleich viel wohltuender an!

Danke für deine Gedanken

16.06.2022 16:14 • x 1 #7


Schlüsselkind
Zitat von AnnaX:
Denn wenn man davon ausgeht, dass das was man bekommt, das ist, was man braucht, dann sind das offensichtlich meine Bedürfnisse.


Nein, dem ist nicht so. Du sehnst Dich wohlmöglich nach Wärme, Geborgenheit Liebe und das steht Dir so auch zu und das sollte trotz aller negativen Erfahrungen auch dein Wertemaßstab sein bleiben.

Zitat von AnnaX:
Warum dürfen sich so viele was wünschen und bekommen es auch. Warum dürfen jene die ihre ganze Kindheit S****** erlebt haben, sich nichts wünschen.


Ich empfinde es nicht so, dass sich andere etwas wünschen und es dann auch bekommen. Aber ich weiß auch, dass man das Leben anderer vermeintlich oft in einem schönerem und leichterem Licht sieht.

Zitat von AnnaX:
Warum werden uns - die wir schon in der Kindheit erklärt bekamen - dass unsere Gefühle falsch seien auch später noch erklärt, dass alles ganz anders ist, als wir denken, glauben und wünschen.


An Deinen Gefühlen ist nichts, absolut nichts falsch! Und wie ich dich hier wahrnehme, hast Du ein sehr, sehr feinsinniges Gespür dafür, was Dir gut tut und was nicht, traue dem bitte auch.

Ich wünsche Dir wirklich sehr, dass Du das für Dich heilen kannst. In Therapie bist Du vermutlich bereits?

Sende Dir ganz liebe Grüße!

16.06.2022 16:42 • #8


A
Zitat von Schlüsselkind:
Ich empfinde es nicht so, dass sich andere etwas wünschen und es dann auch bekommen. Aber ich weiß auch, dass man das Leben anderer vermeintlich oft in einem schönerem und leichterem Licht sieht.

Ich schon.
Jeder Mensch wünscht sich eine Beziehung. Und die meisten bekommen sie auch.

Da gibt es Menschen, die trennen sich, um nach wenigen Monaten in der nächsten glücklichen Beziehung zu sein.
Ich habe erlebt, dass eine Schwangere eine neue Beziehung begonnen hat, ich habe Frauen gekannt, die noch während aufrechter Beziehung- in der sie sogar glücklich waren - schon den nächsten kennenlernten ...

Ich sehe kleine, große, dicke, dünne, hübsche, häßliche in allen Farbvarianten ... alle haben irgendwann mal wen ... und es tröstet auch nur wenige, dass da Beziehungen dabei sind, die ich nicht möchte.

Und dann gibt es mich - und ein paar andere - die Jahre und dann Jahrzehnte alleine sind.

Irgendwann gibst Du auf, weil Dir Kraft und Ideen ausgehen. Und Du außerdem altersmässig unattraktiv bist.

Und irgendwann musst Du Dir eingestehen, dass Du einen völligen Schaden haben musst, weil es sich anders nicht erklären lässt.

Und - ich kann, obwohl es tröstlich gemeint ist - es nicht mehr hören, dass die, die das haben, was man sich auch wünscht, auch nicht so glücklich sind - weil ich mich dann fragen muss, wozu das alles überhaupt?

Zitat von Schlüsselkind:
An Deinen Gefühlen ist nichts, absolut nichts falsch! Und wie ich dich hier wahrnehme, hast Du ein sehr, sehr feinsinniges Gespür dafür, was Dir gut tut und was nicht, traue dem bitte auch.


Ja, Danke - das ist auch so. Und ich weiß, dass das was ich spüre auch tatsächlich so ist. Ich profitiere sogar beruflich davon. Dort kann ich sogar darauf vertrauen.

Und dann gibt es mich privat.
Wo immer wieder das gleiche passierte. Kennenlernen - Enttäuschung - Betrug - Lügen.
Das kann an einem selbst liegen ODER - und zu diesem Schluss kommt man irgendwann - es ist absolut hoffnungslos, weil die männliche Welt eben nur aus Lügner besteht.

Jetzt stehst Du vor dem nächsten Dilemma. Entweder Du schließt damit ab oder Du probierst es weiter, wobei die Möglichkeiten immer rarer werden.

Zitat von Schlüsselkind:
Ich wünsche Dir wirklich sehr, dass Du das für Dich heilen kannst. In Therapie bist Du vermutlich bereits?

War ich ... aber außer der Erkenntnis zu wissen, woher es kommt, was passiert ist und dem Wissen, dass ich dem kleinen Ich verzeihen, es lieben und alle möglichen Übungen machen soll,
bringt das nichts, ich bin nach wie vor das Kind, das ich vorher war, dass eine narzisstischer S****mutter, einen unzuverlässigen S*****vater, einen emotional verkrüppelten Stiefvater und päd. Verwandte - davon gleich zwei - hatte und teilweise immer noch damit leben muss.

Ich habe ein gesundes Sozialverhalten, nehme weder Dro. noch trinke ich Alk. ... ich weiß also nicht, was es noch zu therapieren gibt. Und dort gewesen bin ich nur, weil das Ergebnis einen Schaden aufzeigt.

Den seinen gibt's der Herr im Schlaf ...

Danke für deinen Wunsch, ich wünsche Dir auch, dass es Dir gut geht.

16.06.2022 17:27 • x 1 #9


Schlüsselkind
Zitat von AnnaX:
Da gibt es Menschen, die trennen sich, um nach wenigen Monaten in der nächsten glücklichen Beziehung zu sein.
Ich habe erlebt, dass eine Schwangere eine neue Beziehung begonnen hat, ich habe Frauen gekannt, die noch während aufrechter Beziehung- in der sie sogar glücklich waren - schon den nächsten kennenlernten ...

Ich sehe kleine, große, dicke, dünne, hübsche, häßliche in allen Farbvarianten ... alle haben irgendwann mal wen ... und es tröstet auch nur wenige, dass da Beziehungen dabei sind, die ich nicht möchte.


Ja, gut, die oben genannten Kategorien üben bei mir Unwohlsein aus, gerade die Variante von 1 Beziehung nahtlos in die andere - aber ich weiß, dass es dir ja hier nur um die Wahlmöglichkeiten ansich geht, den die Personen haben - und diesen Gedanken kann ich gut nachvollziehen, dass der immer wieder auftaucht. Jeder Mensch sucht früher oer später nach Ursachen und Sinn hinter seinem Verhalten oder dem der anderen.

Bei der Partner*innenfindung spielen neben eigenen Verhaltensmuster aber auch noch recht simple Faktoren eine Rolle, für die man nicht die Verantwortung bei sich suchen sollte. Z. B. wie die jetzige Pandemie-Zeit sich verhält, man ist schlichtweg nicht an den richtigen Orten, wohlmöglich hat man gerade nicht viele Möglichkeiten auf andere zu treffen usw.

Zitat von AnnaX:
Wo immer wieder das gleiche passierte. Kennenlernen - Enttäuschung - Betrug - Lügen.
Das kann an einem selbst liegen ODER - und zu diesem Schluss kommt man irgendwann - es ist absolut hoffnungslos, weil die männliche Welt eben nur aus Lügner besteht.


Wenn ich das so lese, kann ich es nur vermuten, vielleicht ist Dein Thema dein anerlerntes (nicht gut für Dich tuendes) Bindungsverhalten von Deiner Persönlichkeit Deinen Bedürfnissen zu trennen? Das Bindungsverhalten anzunehmen als etwas, dass Du selbst wieder heilen kannst. Ich bin fest davon überzeugt, wenn man in seine Heilung kommt, dass man auch dann komplett andere Menschen anzieht. Man hat dann auch gar keine Energie und Nerven für den ganzen BS mehr, für den man selbst keine Verantwortung trägt.

Hast Du männliche Freundschaften? Wenn ich nicht so tolle männliche Freundschaften pflegen würde und da auch auf vertrauensvolle empathische Männer treffen würde, ginge es mir mit Sicherheit wie Dir. Denn da fehlt ein Stück dann auch das Urvertrauen in den anderen Menschen.

Zitat von AnnaX:
Entweder Du schließt damit ab oder Du probierst es weiter, wobei die Möglichkeiten immer rarer werden.


Du hast das ja schon sehr schön formuliert weiter oben. Wenn Du eine gute Freundin wärst, würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen den Abstand zu Menschen zu wahren, die dir nicht gut tun und Dich erst einmal auf Dich zu konzentrieren. Du hast recht, wenn Du sagst, dass dann Einsamkeit erst einmal vorzuziehen ist.

Aaaaaber, die Einsamkeit muss kein Dauerzustand für Dich sein, versuche es immer wieder! Beim nächsten Mal sagst Du Dir - selbst wenn es wieder ein Mensch ist, der dir nicht gut tut (passiert!) - dann vielleicht schon nach 2 Wochen: ne, ich brauche jemand anderes, das funktioniert hier nicht - und ziehst dann direkt Deine Energie aus der Situation - so lange, bis es passt.

(Zwecks Visualisierung: ich hab mir mal eine Liste gemacht, was ich so von jemanden brauche. In der Hoffnung, dass ich meine inneren Warnungen, dann nicht mehr so einfach ignoriere im Fall der Fälle.)

Liebe Grüße!

17.06.2022 08:34 • x 1 #10


A
Zitat von Schlüsselkind:
Ja, gut, die oben genannten Kategorien üben bei mir Unwohlsein aus, gerade die Variante von 1 Beziehung nahtlos in die andere - aber ich weiß, dass es dir ja hier nur um die Wahlmöglichkeiten ansich geht, den die Personen haben - und diesen Gedanken kann ich gut nachvollziehen, dass der immer wieder auftaucht. Jeder Mensch sucht früher oer später nach Ursachen und Sinn hinter seinem Verhalten oder dem der anderen.

Erst mal, vielen Dank für die Auseinandersetzung mit mir

Ich kann nur bei allem nicken, was Du sagst ... was mir zuerst ein positives Gefühl gibt und gleich danach die Erkenntnis, dass es scheinbar hoffnungslos ist.

Mit erscheint das auch seltsam, von einer Beziehung in die nächste. Es ging tatsächlich nur um Beispiele.

Zitat von Schlüsselkind:
Bei der Partner*innenfindung spielen neben eigenen Verhaltensmuster aber auch noch recht simple Faktoren eine Rolle, für die man nicht die Verantwortung bei sich suchen sollte. Z. B. wie die jetzige Pandemie-Zeit sich verhält, man ist schlichtweg nicht an den richtigen Orten, wohlmöglich hat man gerade nicht viele Möglichkeiten auf andere zu treffen usw.

Sehr richtig ... und auch da habe ich ins Volle gegriffen ... ich habe gefühlte 100 Male gehört, dass Männer vor mir Angst haben ... das hat mit Größe und Ausstrahlung zu tun.

Zitat von Schlüsselkind:
Wenn ich das so lese, kann ich es nur vermuten, vielleicht ist Dein Thema dein anerlerntes (nicht gut für Dich tuendes) Bindungsverhalten von Deiner Persönlichkeit Deinen Bedürfnissen zu trennen? Das Bindungsverhalten anzunehmen als etwas, dass Du selbst wieder heilen kannst. Ich bin fest davon überzeugt, wenn man in seine Heilung kommt, dass man auch dann komplett andere Menschen anzieht. Man hat dann auch gar keine Energie und Nerven für den ganzen BS mehr, für den man selbst keine Verantwortung trägt

Auch hier hast Du absolut recht.
Und es stimmt auch, was Du weiter oben angemerkt hast ... ich bin mir bewusst, dass ich gerne Männer nehme, die mir nicht allzu nahe kommen können ... aber das weiß ich seit sehr vielen Jahren und ebensolange versuche ich diese Männer zu meiden. Das Resultat ist dann leider: gar keiner mehr.

Zitat von Schlüsselkind:
Hast Du männliche Freundschaften? Wenn ich nicht so tolle männliche Freundschaften pflegen würde und da auch auf vertrauensvolle empathische Männer treffen würde, ginge es mir mit Sicherheit wie Dir. Denn da fehlt ein Stück dann auch das Urvertrauen in den anderen Menschen.

Einige wenige ... ich bin aber generell kein Mensch, der viele Freunde hat. Und bei den Männern ist das so eine Sache ... meist will einer der beiden Beteiligten mehr als der andere.

Zitat von Schlüsselkind:
Du hast das ja schon sehr schön formuliert weiter oben. Wenn Du eine gute Freundin wärst, würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen den Abstand zu Menschen zu wahren, die dir nicht gut tun und Dich erst einmal auf Dich zu konzentrieren. Du hast recht, wenn Du sagst, dass dann Einsamkeit erst einmal vorzuziehen ist.

Ja, das Resultat sind viele Jahre Einsamkeit ... mehr als Jahre, wo sich was tat. Und immer im Bewusstsein besser so, als in schlechten Beziehung

Zitat von Schlüsselkind:
Aaaaaber, die Einsamkeit muss kein Dauerzustand für Dich sein, versuche es immer wieder! Beim nächsten Mal sagst Du Dir - selbst wenn es wieder ein Mensch ist, der dir nicht gut tut (passiert!) - dann vielleicht schon nach 2 Wochen: ne, ich brauche jemand anderes, das funktioniert hier nicht - und ziehst dann direkt Deine Energie aus der Situation - so lange, bis es passt.

Danach lebe ich seit 30 Jahren - irgendwann kann man den Dauerzustand nicht mehr ignorieren.

Zitat von Schlüsselkind:
Zwecks Visualisierung: ich hab mir mal eine Liste gemacht, was ich so von jemanden brauche. In der Hoffnung, dass ich meine inneren Warnungen, dann nicht mehr so einfach ignoriere im Fall der Fälle.)

Das ist eine gute Idee. Hab ich auch gemacht. Ich glaube, ich habe alles durch. Ich schätze sogar, dass ich mit mir selbst mehr Psychotherapie durch habe, als wenn ich (wieder) einen Therapeuten (w/m) gesucht hätte.

Es ist, wie es ist ... und ich lebe seit gefühlten 100 Jahren nach dem Motto man muss mit dem vorhandenen Material arbeiten ... deshalb meine Rückkehr zum gegenständlichen Mann. Es ist schlicht und ergreifend nichts anderes da.

17.06.2022 10:24 • x 1 #11


Schlüsselkind
Zitat von AnnaX:
Es ist, wie es ist ... und ich lebe seit gefühlten 100 Jahren nach dem Motto man muss mit dem vorhandenen Material arbeiten ... deshalb meine Rückkehr zum gegenständlichen Mann. Es ist schlicht und ergreifend nichts anderes da.


Jetzt habe ich gerade ein wenig Gänsehaut bekommen.

Denn ich hatte ein ähnliches Gespräch mit einer guten Freundin vor ein paar Tagen - auch sie sagte mir, dass sie letztendlich ihre (wenig zufriedenstellende) Situation - erst einmal - aus Ermangelung an Optionen fortsetzen möchte. Das ist ja auch völlg in Ordnung und letztendlich eine Entscheidung, die man nur für sich selbst treffen kann. Theoretisch sind ihr die Rahmenbedingungen auch bekannt, aber in die Veränderung zu gehen, bedeutet auch sich hierfür Zeit zu nehmen und geduldig mit sich zu sein (egal ob 30 Jahre oder 3 Monate). Bei ihr ist es auch bereits eine sehr lange Zeit.

Du kannst Dir auf jeden Fall sicher sein, hier auf ein offenes Ohr zu stoßen.

Zitat von AnnaX:
Sehr richtig ... und auch da habe ich ins Volle gegriffen ... ich habe gefühlte 100 Male gehört, dass Männer vor mir Angst haben ... das hat mit Größe und Ausstrahlung zu tun.


Das ist die Wahrnehmung anderer, die ist größtenteils leider vorurteilsbasiert. Meine Nachbar*innen, die verheiratet sind würden dem oben genannten entsprechen. Warum Körpergröße oder optisches bei manchen Angst auslöst, kann ich mir in etwa so vorstellen (negative Erfahrungen oder eine anerzogene Verhaltensweise, auf das anders sein des Gegenübers negativ zu reagieren), was aber keine Rechtfertigung darstellen soll. Das darf Deinem Selbstwert nicht wehtun, viele Menschen sind ignorant, aber es gibt auch so viele Tolle. Die zu finden, ist nicht einfach – aber weitermachen lohnt sich!

17.06.2022 11:16 • #12


HDD
Hallo @AnnaX,

ich habe mir Deinen aufschlussreichen Austausch mit @Schlüsselkind angesehen. Nur so ein paar Ideen dagegen, dass Du Dir immer die falschen Männer aussuchst:
- Kann Dich jemand beraten (oder Dir gar bei der Auswahl helfen), der Dich und Deine Bedürfnisse gut kennt, aber objektiver als Du entscheiden kann, wer für Dich passend sein könnte? So eine Art Kupplerin?
- Vielleicht suchst Du an den falschen Orten, wo Du die falschen Leute findest.

Zitat von AnnaX:
Ich bin eine Frau. Da geht man nicht auf Typen zu und sagt he, darf ich Dich einladen? Oder hallo, ich finde dich cool, hast Du Lust auf ein Date? ... bzw. hab ich das sogar einige Male ausprobiert. Aber die daraus resultierenden Erfahrungen haben meine - bereits aus der Kindheit erfahrenen Abgelehntheitsgefühle nur bestärkt.

Zitat von AnnaX:
Sehr richtig ... und auch da habe ich ins Volle gegriffen ... ich habe gefühlte 100 Male gehört, dass Männer vor mir Angst haben ... das hat mit Größe und Ausstrahlung zu tun.

Ich interpretiere das mal so, dass Männer sich von Dir eingeschüchtert fühlen, weil Du körperlich relativ groß bist und eine bestimmte Ausstrahlung hast. Wie würdest Du die beschreiben? Das würde mich sehr interessieren. Ausstrahlung kann ein Asset sein, mit dem man etwas erreichen kann.

Viele Männer schätzen es, wenn die Frau den ersten Schritt tut. Das hebt Dich vom Durchschnitt ab und macht Dich besonders. Da Du, wie Du sagst, sehr empathisch bist, sollte es Dir nicht so schwer fallen, vorher festzustellen, ob bei dem Mann generelles Interesse besteht. Achte mal auf die etwas schüchternen - die selbst große Probleme haben, von sich aus auf eine Frau zuzugehen. Vielleicht ist da der eine oder andere ungehobene Schatz dabei. Und wenn's schief geht bei jemandem, mit dem Dich sonst nichts verbindet - was kann dann schon geschehen?

Zitat von AnnaX:
Anscheinend brauche ich die absolute Einsamkeit. Das Gefühl, von niemandem geliebt zu werden. Sehr häufig noch verletzt und gedemütigt. Denn wenn man davon ausgeht, dass das was man bekommt, das ist, was man braucht, dann sind das offensichtlich meine Bedürfnisse.

Das halte ich, mit Verlaub, für Quatsch. Und für total unlogisch. Ich persönlich habe viele Jahre gebraucht, um herauszufinden, was ich wirklich brauche, und dieser Prozess ist immer noch nicht abgeschlossen - wenn er es denn jemals sein wird.

Vielleicht ist das, was man sucht, das, was man als Kind nicht bekommen hat. Das mag gut sein. Aber wenn das so ist: Die Umstände sind heute doch ganz andere. Du bist kein Kind mehr und Dein Partner ist nicht Dein Elternteil. Heute hast Du die Wahl; Du musst niemandem etwas beweisen - anders als damals, wo Du von Deinen Eltern abhängig warst.

Zitat von AnnaX:
Irgendwann gibst Du auf, weil Dir Kraft und Ideen ausgehen. Und Du außerdem altersmässig unattraktiv bist.

Vielleicht kann Dir der Austausch in diesem Forum ja zu ein paar neue Ideen verhelfen. Und: Mit 53 Jahren gehört man heutzutage doch wirklich noch nicht zum alten Eisen.
Zitat von AnnaX:
Kennenlernen - Enttäuschung - Betrug - Lügen.
Das kann an einem selbst liegen ODER - und zu diesem Schluss kommt man irgendwann - es ist absolut hoffnungslos, weil die männliche Welt eben nur aus Lügner besteht.

Da muss ich meine Geschlechtsgenossen jetzt aber in Schutz nehmen. Manche von uns sind keine Lügner. Ich zum Beispiel. Na ja, jedenfalls die meiste Zeit!

17.06.2022 16:27 • x 2 #13


Jedi
Hallo @AnnaX

Ich würde Dir wünschen, dass Du einmal schaust, was war Dein bisheriges Beuteschema u.
villt. kann da eine Änderung Dir den passenden Partner bescheren.
Wünsche Dir dann auch, dass Du einen beziehungsstabilen Mann finden wirst. mit dem es möglicherweise
besser klappen könnte, wie Du es bisher erlebt hast ?

17.06.2022 16:52 • x 3 #14


A


Hallo AnnaX,

x 4#15


A
Zitat von HDD:
Kann Dich jemand beraten (oder Dir gar bei der Auswahl helfen), der Dich und Deine Bedürfnisse gut kennt, aber objektiver als Du entscheiden kann, wer für Dich passend sein könnte? So eine Art Kupplerin?

Hallo HDD!

Das ist meine Rolle.
Ich bin die Beraterin. Ich bin die, die Ratschläge gibt. Ich bin die, zu der man geht und sich Tipps holt.

Und es ist auch deshalb schwierig, weil meine Freundinnen entweder lange verheiratet sind und vom Thema wie findet man jemanden soweit entfernt sind wie der Mond zur Sonne oder sie haben das gleiche Thema.

Zitat von HDD:
Vielleicht suchst Du an den falschen Orten, wo Du die falschen Leute findest.

Da hast Du sehr recht. Aber ich muss gestehen, dass ich nicht wüsste, wo man sonst Männer kennenlernen sollte.

Ich hab es auch an anderen Orten - die nicht abends beim weggehen sind - versucht. Im ganzen Leben ist mir das nicht gelungen. Nicht mal auf der Uni. Nicht im Café. Nicht im Supermarkt. Nicht bei der Arbeit. Nicht im Theater. Nicht beim Wandern.

In den Singlebörsen waren sie entweder gebunden oder sie hatten heftige Komplexe.

Zitat von HDD:
Wie würdest Du die beschreiben? Das würde mich sehr interessieren. Ausstrahlung kann ein Asset sein, mit dem man etwas erreichen kann.

Sehr stark. Sehr charismatisch. Sehr laut im Sinne von ist da, wenn sie den Raum betritt
Zitat von HDD:
Heute hast Du die Wahl; Du musst niemandem etwas beweisen - anders als damals, wo Du von Deinen Eltern abhängig warst.


Das ist ein Knackpunkt. Darauf bin ich erst vor einigen Jahren durch einen Arzt gestoßen.
Ich bin im Bewusstsein aufgewachsen, dass die Männer in meinem Umfeld alle schwach waren bzw. sind. Und interessanterweise sind das auch diejenigen, die später dazu kamen.

Und ich bin von einer Narzisstin erzogen worden. Ihr Wort war für alle Gesetz. Daher auch dieses schwache Männerbild.

Du hast noch was von den Schüchternen geschrieben. Ich will nicht überheblich wirken, aber die sind mit mir völlig überfordert. Handlungsunfähig, wenn es zum Kontakt kommt. Und damit sind sie für mich reizlos.
Zitat von HDD:
Vielleicht kann Dir der Austausch in diesem Forum ja zu ein paar neue Ideen verhelfen. Und: Mit 53 Jahren gehört man heutzutage doch wirklich noch nicht zum alten Eisen.


Neu sind sie nicht. Aber ihr helft mir grade sehr, sie mir wieder bewusst zu machen. Eure Fragen erwecken bereits in Vergessenheit geratene Erkenntnisse zum Leben.

Vielleicht auch, weil ich das ganze Thema bereits abgehakt habe.

Zitat von HDD:
Manche von uns sind keine Lügner. Ich zum Beispiel. Na ja, jedenfalls die meiste Zeit!


Da bin ich sogar sicher! Ich kenne sie auch. Sie sind mit meinen Freundinnen verheiratet

Und das mag ich an dem Mann, um den es hier geht. Der ist sehr ehrlich. Der hat aber auch nichts zu verlieren.

Ich habe gestern nachgelesen, was die Folgen einer PTBS sind. Und da hab ich was von völligem Rückzug gelesen. Das ist bei ihm der Fall. Daher kann er ehrlich sein, er hat nichts zu verlieren.

17.06.2022 23:09 • x 2 #15

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