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Kann man reden verlernen?

CCC
Zitat von Birga:
Kann man reden verlernen?Es geht mir immer schlechter, es ist so viel Schlimmes passiert und ich schaffe es nicht darüber zu reden oder zu schreiben. Ich hatte gehofft das ich das hier schaffe, aber außer anderen schreiben: Gute Besserung, alles Gute,einen schönen Tag. Geht nichts.Weiß einfach nicht mehr weiter. ...

in schlechten Phasen habe ich das auch. Ich nenne es Error im Kopf.

26.10.2023 10:41 • x 4 #16


P
Zitat von Birga:
Ich bin völlig überwältigt von Euren lieben Kommentaren .So etwas kenne ich gar nicht mehr und weiß gar nicht so recht wie ich Euch danken kann. ...

Das liest sich SEHR schön Freut mich sehr!

26.10.2023 11:16 • x 2 #17


A


Hallo Birga,

Kann man reden verlernen?

x 3#3


Dakota
Hallo Birga, das kenne ich leider auch, ja das Reden kann man verlernen ... Depression ist bei mir häufig auch Schweigen, nicht mal Kraft haben, eine Nachricht auf dem Handy zu beantworten.
Dein Umzug in die neue und eher kleine Stadt, meinst Du das ist ein Auslöser für die aktuelle Depression?

26.10.2023 14:16 • x 1 #18


Alexandra2
Liebe @Birga,
mir geht's auch wie Anderen, im Tief kann ich nicht lesen, schreiben, sprechen. Das kommt aber alles wieder. Weißt Du, was der Auslöser (wohl mehrere...) für die jetzige Krise ist?
Und meine Antidepressiva verlieren mit der Zeit ihre Wirkung. Für den Medikamentenwechsel ging ich ins Krankenhaus, weil ich das ambulant nicht geschafft hätte.
Hast Du irgendwann mal das Präparat gewechselt?
Zusätzlich für einen potentiellen Notfall fällt mir noch der sozialpsychiatrische Dienst ein, den man anrufen kann.
Halte durch!
Liebe Grüße Alexandra

26.10.2023 14:19 • x 6 #19


B
@Dakota
Danke für Deine liebe Antwort.
Es gibt viele Auslöser warum es mir wieder so schlecht geht. Der Umzug hierher hat mir den Rest gegeben. Es war ein riesen Fehler aber der größte Wunsch von meinem Ehemann. Er ist hier geboren und aufgewachsen. Er tut sehr viel für mich und darum versuche ich das Beste daraus zu machen. Das ich unglücklich bin weiß Er,aber noch einmal umziehen will Er auch nicht.

26.10.2023 14:25 • x 2 #20


Dakota
Zitat von Birga:
@Dakota Danke für Deine liebe Antwort. Es gibt viele Auslöser warum es mir wieder so schlecht geht. Der Umzug hierher hat mir den Rest gegeben. Es war ein riesen Fehler aber der größte Wunsch von meinem Ehemann. Er ist hier geboren und aufgewachsen. Er tut sehr viel für mich und darum versuche ich das Beste ...

Das ist heftig. Kann Dich gut verstehen. Mein Partner wünscht sich auch so sehr , dass ich zu ihm ziehe, er hat ein schulpflichtiges Kind und kann/will da nicht weg, nichtmal in die Nachbarstadt. Ich würde ihn gerne glücklich machen, aber ich weiß, dass es für mich selbst wenn ich aus der Depression raus bin eine große Gefahr darstellt.
Das heißt Dein Mann ist jetzt glücklich, aber Du depressiv? Das kann es doch auch nicht sein.

26.10.2023 14:30 • x 4 #21


B
Da hast Fu recht...Aber was soll ich tun ? Ich liebe Ihn über alles und ein Umzug ist teuer,mal ganz davon abgesehen, dass es kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt und ich nur noch einen Minijob schaffe.
L.G.

26.10.2023 14:39 • x 2 #22


Dakota
Zitat von Birga:
Da hast Fu recht...Aber was soll ich tun ? Ich liebe Ihn über alles und ein Umzug ist teuer,mal ganz davon abgesehen, dass es kaum noch bezahlbaren Wohnraum gibt und ich nur noch einen Minijob schaffe. L.G.

Kann ich sehr gut verstehen! Ja, es kostet alles heutzutage. Und eine Mietwohnung finden ... Horror heutzutage, ganz ehrlich, zumindest in manchen Regionen und wenn man nicht das ganz dicke Geld hat. Leider wahr, so auch meine Erfahrung.
Das Du Deinen Mann über alles liebst, finde ich sehr berührend.
Meinst Du, Du kannst Dich mit der Zeit in der neuen Stadt eingewöhnen?

26.10.2023 14:45 • x 2 #23


Alexandra2
@Birga vermutlich ist im Tief immer alles quälend deutlich, was man in gesünderen Zeiten anders empfindet. Deshalb macht es (für mich) keinen Sinn, in Tiefs über Probleme nachdenken zu wollen und/oder Abstand zu finden zur Destruktivität. Wobei Abstand finden die Lieblingsdisziplin ist und ich übe beinahe täglich, Abstand von kleinen und großen Sorgen zu finden. Existenzangst? Dann rechne ich aus, wieviel Geld mir zur Verfügung steht. Angst um meinen Sohn? Aushalten, mich beruhigen dass er sich melden würde etc.
Destruktivität ist schon schwer genug. Deshalb meine Frage: womit kannst Du Abstand finden?
Es scheint wichtig zu sein.
Liebe Grüße Alexandra

26.10.2023 14:56 • x 2 #24


B
Das ist eine gute Frage.Es gab Zeiten in denen hat mir Musik, Hörbücher und zeichnen sehr geholfen. Aber selbst das funktioniert aktuell nicht. Ich glaube vieles hängt damit zusammen, dass ich überhaupt kein Selbstwertgefühl mehr habe. Ich sage mal frei heraus wie es ist.
Ich hasse meinen Körper.
Ich finde mich hässlich.
Ich habe das Gefühl nichts mehr zu können.
Ich fühle mich im Kopf 28 Jahre alt,
bin aber im Körper einer 88 jährigen.
Bitte verstehe mich jetzt nicht falsch....Es soll kein Jammern sein,sondern sind Feststellungen.
Ich weiß nicht wie ich aus dieser Spirale heraus kommen kann.

26.10.2023 15:09 • x 2 #25


Alexandra2
Zitat von Birga:
Ich hasse meinen Körper.
Ich finde mich hässlich.
Ich habe das Gefühl nichts mehr zu können.
Ich fühle mich im Kopf 28 Jahre alt,
bin aber im Körper einer 88 jährigen.

Das ist schlimm und eine Momentaufnahme (und änderbar im Prozess)!
Zum Abstand finden fiele mir ein:
1. Deinen Körper verwöhnen nur für Dich, tolle Bodylotion, Körperpuder etc besorgen und täglich nutzen
2. Bewertungen stoppen: leise für Dich oder auch laut, immer wenn die Bewertung Ihre Macht über Dich behalten oder erwerben will
3. aufschreiben, was Du kannst, zB. für jeden Buchstaben im Alphabet eine Fähigkeit notieren
4. Bewertungen stoppen, Du bist jetzt im Tief und das lügt immer
Unser Gehirn ist formbar, dank Neuroplastizität können wir über längere Zeit anders denken, uns anders verhalten, uns anders fühlen lernen. Wiederholungen sind wichtig.
Liebe Grüße Alexandra

26.10.2023 15:39 • x 3 #26


B
Das werde ich auf jeden Fall versuchen.
Alles Liebe, Birgitt

26.10.2023 15:55 • #27


Jedi
Kann man reden verlernen ?

Nein @Birga, verlernen kann man es nicht
Es gibt aber Zeiten, durch Depression oder es fehlt die Kraft- Enttäuchungen können auch
zu einer Sprachlosigkeit führen, Ängste, fehlender Sinn, Ohnmachtsgefühle, Unzufriedenheit,
umgeben mit Menschen, mit denen man nichts bereden kann u. möchte, fehlendes Selbstbewusstsein,
fehlendes Vertrauen auf die eigene Selbstwirksamkeit, Resonanzlos zu bleiben und sicher noch
eine ganze Menge weiterer Faktoren, warum reden nicht möglich ist.

Vielleicht findest Du für Dich etwas, worauf sich Dein momentanes nicht reden können
sich stützt.
Zitat von Birga:
Es geht mir immer schlechter, es ist so viel Schlimmes passiert und ich schaffe es nicht darüber zu reden

Schau Dir das, was schlimmes passiert war noch einmal an - schreibe es so für Dich einmal auf
u. dann führe einen Selbstdialog (darf ruhig laut gehalten werden) u. es könnte sein, dass Du
die Wortlosigkeit dadurch verlierst.
Ich habe selbst oft mit der Methode des Selbstdialogs gearbeitet u. habe mich sogar vor einem Spiegel gesetzt.
Mag am Anfang etwas komisch erscheinen, aber es macht Sinn, wenn man es einmal laut ausgesprochen hat.

Der nächste Schritt wäre, sich zu Überlegen, wie gehe ich jetzt mit dieser schlimmen Situation um ?
Auf was für Ressourcen kann ich evtl. zurückgreifen ?
Wem möchte ich dazu etwas sagen oder gar hier schreiben ?
Auch dies ist ein interessanter Selbstdialog u. vielleicht wirst Du staunen, was es in Dir bewegen kann.

Probiere es einfach einmal aus.
LG Jedi

26.10.2023 16:43 • x 3 #28


B
@Jedi
Danke Dir,für Deine Nachricht.
Ich werde das auf jeden Fall versuchen.
L.G.Birgitt

26.10.2023 17:26 • #29


A


Hallo Birga,

x 4#15


P
Hey Birga, dass du deinen Mann über alles liebst und das wohl auch so fühlst, ist doch schon mal richtig positiv! Auf die Positiv-Seite damit
In meinen schlimmsten Phasen konnte ich gar nichts mehr fühlen, es hätte auch statt meiner damaligen Frau der Schornsteinfeger neben mir liegen können, wäre das gleiche gewesen. Insofern ist das doch schon mal super und ich denke, wenn du dich aus deinem Loch wieder nach oben gekrabbelt hast, wird dir auch dein Wohnort nicht mehr so weh tun. Das du im Moment kein Selbstwertgefühl hast, ist der Krankheit geschuldet und du solltest das nicht überbewerten. Schreib dir mal auf, was du schon alles im Leben geschafft hast, du wirst staunen, was da alles zusammenkommt. Ganz oben würde ich schreiben: Ich habe mich der Krankheit gestellt und nicht aufgegeben!
Denn wenn du dich mal umschaust und bei vielen Menschen hinter die Kulissen guckst, wirst du feststellen, wie kaputt die eigentlich sind. Die nehmen nur den Kampf nicht an, sondern deckeln das mit Arbeit,Dro. oder sonstwelchen Süchten und Ausflüchten.
Es gibt soviel, wofür es sich zu kämpfen lohnt, du siehst es nur gerade nicht...Aber das kommt wieder!

26.10.2023 19:26 • x 5 #30

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