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Kann man reden verlernen?

B
Da ist das beste Beispiel!
Ich habe mir selbst geantwortet

27.10.2023 08:47 • x 2 #46


Jedi
Hallo @Birga .

Zitat von Birga:
Ich würde mir von meinem Mann wünschen, dass Er sich mal erklären lässt, was eine Depression ist. Er versteht es einfach nicht.

Diese Erkrankung kann man einem anderen Menschen nicht erklären !
So lasse es auch, zu versuchen Deinem Mann eine Erklärung zu liefern.
Der Depressive kann nur Symptome schildern, die sich so oder so zeigen können.
Du kannst Deinem Mann, wenn Du in eine depressive Phase steckst, nur sagen, was Du dann brauchst.
Dies kann sehr unterschiedlich sein u. auch variieren.
Damit kann er mehr anfangen, wie mit irgendwelchen Erklärungen !

Das wäre mein Tipp, damit Du nicht in den Frust geräts, weil diese Erkrankung für Außenstehende
nicht so leicht zu verstehen ist.

27.10.2023 10:57 • x 1 #47


A


Hallo Birga,

Kann man reden verlernen?

x 3#3


Jedi
Zitat von Birga:
Da ist das beste Beispiel!
Ich habe mir selbst geantwortet

In der Achtsamkeit gehört der Selbstdialog oder der innere Dialog zu einer
wichtigen Aufgabe, um nach Hause zu kommen - in Dein inneres zu Hause, wohlgemerkt !
Deshalb hatte Deine selbst Antwort einen Sinn, die führt Dich zu Dir selbst zurück.
Vielleicht denkt man, dass man schon spinnt u. Nein , es bietet und damit die Möglichkeit
bei u. mit uns zu sein- gar zu bleiben.

Möglich das Du aus dem Buddhismus diesen Glockenton kennst oder schon einmal
gehört hast ?
Der ist nicht ohne Grund, sondern er ist das Zeichen, zurück zu uns nach Hause
zu kommen - in unser inneres zu Hause.
Ich habe mir auf mein Smartphone so einen Glockenton eingestellt, in unterschiedlichen Zeitbereichen.
Immer wenn diese Glocke ertönt, halte ich kurz inne, um kurz nur im jetzigen Moment zu sein.
Mit hilft dies besonders in depressiven Phasen.

LG. Jedi

27.10.2023 11:10 • x 1 #48


Oli
Zitat von Birga:
Ich würde mir von meinem Mann wünschen, dass Er sich mal erklären lässt, was eine Depression ist. Er versteht es einfach nicht


Ich bin der Auffassung, dass der Partner eines an Depression erkrankten Menschen sich über diese Erkrankung erkundigen sollte, schon alleine weil sie ihn betrifft. Aber eben besonders, weil der geliebte Mensch an einer ernsthaft Erkrankung leidet.
Manchmal habe ich in meiner Not, endlich mal verstanden zu werden, darauf hingewiesen, dass Depression tödlich sein kann - und dass das auch im Vergleich zu anderen schweren Erkrankungen ähnlich oft der Fall ist. Und jeder, der einen Angehörigen hat mit einer eventuell tödlichen Erkrankung, erkundigt sich in der Regel danach.

Es gibt ja auch Literatur extra für Angehörige. Recht kurz ist bspw „Der schwarze Hund“ von M. Johnstone. Da gibt es auch eine Version für Angehörige.
(Ich stimme da mit manchem nicht überein, aber das ist ja vielleicht bei Dir anders.)

27.10.2023 11:27 • x 6 #49


B
@Oli
Ich habe das Thema schon lange nicht mehr angesprochen, obwohl mich das oft zusätzlich traurig macht. Als ich meinen Mann vor viereinhalb Jahren kennengelernt habe und schnell zu merken war, dass wir uns gesucht und gefunden haben, war ich mehr als glücklich und euphorisch.Ich habe Ihm aber recht schnell erklärt, dass ich leider nicht immer so glücklich bin. Ich habe Ihm versucht die Erkrankung zu erklären, Ihm Informationen aus dem Netz herunter geladen und Ihm von meinem Psychiater diverse Broschüren für Angehörige mit gebracht. Er hat es nie gelesen. Inzwischen habe ich es fast aufgegeben. Ihm sagen, dass es auch tödlich enden kann,mag ich nicht .Ich habe irgendwie Angst davor,weil es sich für mich nach einer Drohung anhört. Ich habe allerdings schon ein paar mal gesagt,dass ich keinen Sinn in meinem Leben sehe und es für mich ott nur Quälerei ist. Sei es wegen der Psyche oder weil ich mich ständig mit Schmerzen durch den Tag schleppe.Reaktion kommt bei Ihm nicht auf solche Aussagen. Ich nehme Ihm das nicht übel da ich glaube das es Ihn überfordert und verunsichert.

27.10.2023 12:18 • x 4 #50


Oli
Entschuldige bitte (hier: ernst gemeint und keine Floskel), ich merke, wie mich das Verhalten Deines Mannes ärgert. Es steht mir nicht zu, aber es ist halt so.

Ich versuche, bei mir zu bleiben. Sollte ich hier dennoch ins Moralische rutschen, bitte ich Dich um einen Hinweis .

Ich finde das auch nicht gut, wenn ich davon erzähle, dass Depression einer der Hauptgründe für Suizid ist, weil ich nicht den Drama-Mann geben will. Es ist aber halt ein nachlesbarer Fakt und wenn meine nächsten Angehörigen und Freunde im Umgang mit mir das nicht berücksichtigen, dann kann das wirklich gefährlich werden. Auch wenn ich das hier so schreibe, komme ich mir bescheuert vor und larmoyant, als ob ich auf die Tränendrüse drücken wollte, damit andere alles tun, was ich will, weil ich ja ach so krank bin.

Dass Du Deinen Mann schonen willst, weil es ihn überfordert und verunsichert, kann ich gut verstehen und es spricht sehr für Dich. Da ist Dein Mann zu beglückwünschen, eine solche Frau zu haben!

Eine kleine Geschichte aus meiner Familie:
Meine Tante musste ins Pflegeheim. Der Lebensgefährte stelle nach Jahrzehnten des Zusammenseins mit dieser Frau jeglichen Kontakt zu ihr ein, weil er die Situation im Pflegeheim nicht aushält und nicht damit umgehen kann, dass meine an Demenz erkrankte Tante immer weniger wird und irgendwann sterben muss.

Angehörige von an Depression erkrankten Menschen haben Möglichkeiten, sich bei der Verarbeitung und praktischen Handhabung dieser Situation helfen zu lassen - in meiner Stadt auch kostenlos.

Uff. Hoffe, das kommt jetzt nicht zu schräg an.

27.10.2023 12:41 • x 6 #51


Jedi
Zitat von Birga:
Ich habe Ihm versucht die Erkrankung zu erklären, Ihm Informationen aus dem Netz herunter geladen und Ihm von meinem Psychiater diverse Broschüren für Angehörige mit gebracht.

dazu ist, es ist viel zu sehr weg von dem, was Du/Wir selbst als Symptome haben.
ich finde das solche Bücher, Zeitschriften, Texte aus dem Internet oder Broschüren, Angehörige
verunsichern können. Deshalb lässt sich trotzdem nicht erklären, was sind Deine Symptome, wie fühlst
Du in ineiner solchen Episode.
---
Zitat von Birga:
Inzwischen habe ich es fast aufgegeben. Ihm sagen, dass es auch tödlich enden kann,

Ich persönlich finde es zu krass für einen Partner/ Partnerin !
Denn was dadurch geschehen kann;
Zitat von Birga:
ich glaube das es Ihn überfordert und verunsichert.

Das es Ängste schüren kann, bzw. zu einer Überforderung u. Verunsicherung führen kann !
-
Zitat von Birga:
weil es sich für mich nach einer Drohung anhört.

Genauso ist es ! Es könnte als Bedrohung vom Partner wahrgenommen werden u.
das hätte sicher zur Folge, ein falsches Verständnis gegenüber diese Erkrankung.
---
Zitat von Birga:
Ich habe allerdings schon ein paar mal gesagt,dass ich keinen Sinn in meinem Leben sehe und es für mich ott nur Quälerei ist.

Das ist sicherlich ein Ausdruck dieser Erkrankung u. gehört dann auch in die Therapiesitzung besprochen.
Auch, wie damit gegenüber man dem Partner umgehen sollte.
----------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Oli:
Ich bin der Auffassung, dass der Partner eines an Depression erkrankten Menschen sich über diese Erkrankung erkundigen sollte, schon alleine weil sie ihn betrifft.

Ich kann da @Oli verstehen, habe dazu eine etwas andere Meinung.

Jedi

27.10.2023 12:48 • x 4 #52


B
@Oli
Du kommst überhaupt nicht schräg an Und Du musst Dich erst recht nicht entschuldigen.
Im Grunde hast Du dem Ärger Luft gemacht,den ich vielleicht immer noch versuche schön zu reden.Denn tief im Herzen, bin ich traurig ,verärgert....Über mich,weil ich immer wieder auf andere Menschen Rücksicht nehme .
Es ist schwer sich zu ändern aber vermutlich nie zu spät.
Ich bin Dir dankbar, dass Du so offen schreibst

27.10.2023 12:52 • x 6 #53


Jedi
Zitat von Oli:
Uff. Hoffe, das kommt jetzt nicht zu schräg an.

Ich lese gerade auch Deine Beiträge u. sie sind überhaupt nicht schräg zu beurteilen.
Finde Deine pers. Erfahrung im Umgang mit der Erkrankung interessant.
Zitat von Oli:
Angehörige von an Depression erkrankten Menschen haben Möglichkeiten, sich bei der Verarbeitung und praktischen Handhabung dieser Situation helfen zu lassen

Ich selbst hatte die Erfahrung gemacht, dass es die Möglichkeit gab, in 2-3 Therapiesitzungen,
dass meine Partnerin dabei sein konnte. So konnte sie mitbekommen u. nicht aus fremden Geschichten,
wie es mir persönlich in der Depression geht.
Das hatte dann auch im Umgang, im häuslichen Bereich für mehr Verständnis sorgen können.
Gerade auch, wenn es um dies sich zurückziehen wollen oder gar die Wortkargheit anbelangt.

27.10.2023 12:58 • x 4 #54


B
@Jedi
Im Januar habe ich meinen ersten Termin bei einem neuen Psychiater.Wenn es passt (Weiß man vorher leider nicht) werde ich meinen Mann fragen, ob Er mich zu einem Gespräch begleiten möchte. Vielleicht ist es für Ihn leichter einem Arzt Fragen dazu zu stellen.
L.G.Birgitt

27.10.2023 13:07 • x 4 #55


Jedi
Zitat von Birga:
Denn tief im Herzen, bin ich traurig ,verärgert....Über mich,
weil ich immer wieder auf andere Menschen Rücksicht nehme .

Warum Birga über Dich ? Dafür gibt es keinen wirklichen Grund.
--
Zitat von Birga:
Es ist schwer sich zu ändern

Das stimmt u. bestimmte Verhaltensmuster haben wir oftmals aus unseren Prägungen
erworben. Sie sind uns so sehr vertraut u. geben uns auch Orientierung u. Sicherheit.
Deshalb braucht man über sich selbst nicht darüber verärgert sein !

Vielleicht hilft es Dir einwenig, wenn Du Dir einmal selbst erlaubst, die Perspektive
zu wechseln - die Deines Mannes u. versuche einmal Dir vorzustellen,
wie Du wohlmöglich reagieren oder denken würdest, wenn die Situation
umgekehrt wäre ?
Manchmal hilft so ein Perspektivwechsel, um nicht zu sehr in die Distanz
zum Partner zukommen, weil er sich möglicherweise durch diese Deine Erkrankung,
verunsichert, möglich auch überfordert fühlt.

Du kannst es ja einmal ausprobieren - wenn Du magst !

27.10.2023 13:10 • x 1 #56


Jedi
Zitat von Birga:
werde ich meinen Mann fragen, ob Er mich zu einem Gespräch begleiten möchte.

Finde es eine sehr gute Idee
Versuche es u. probiere es aus u. vielleicht (eine Garantie gibt es sicher nicht),
schafft es bei Deinem Mann ein anderes Verständnis.

27.10.2023 13:12 • x 1 #57


B
So wie ich meinen Mann kenne, wird Er ja sagen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen Angst vor dem Thema Krankheit haben. Ist bei Demenz oder Krebs ähnlich. Entweder auf Distanz gehen oder hilflos sein. Ein Arzt kann oft besser erklären, schon allein dadurch, dass Er keine Emotionen mit in ein Gespräch einbringt.

27.10.2023 13:22 • x 2 #58


Jedi
Zitat von Birga:
Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen Angst vor dem Thema Krankheit haben.

Da stimme ich Dir ausdrücklich zu

27.10.2023 13:31 • x 1 #59


A


Hallo Birga,

x 4#15


Alexandra2
@Birga, habt Ihr mal darüber gesprochen, warum Dein Mann nichts zur Krankheit lesen möchte? Solange darüber keine Klarheit herrscht, kannst Du nur spekulieren und ziehst Dich zurück, immer mit der Annahme, es würde ihn überfordern. Aber vielleicht gibt es einen ganz anderen Grund...
Und, bitte ihn einfach Dich zu begleiten, bitte ihn um einen gemeinsamen Spaziergang etc, dabei gibt es ggf die Möglichkeit, miteinander anders ins Gespräch zu kommen. Er kann die Erfahrung machen, Dir helfen zu können und Du, daß es nur etwas Übung braucht, um etwas zu bitten

27.10.2023 14:16 • x 5 #60

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