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Keine Krankschreibung vom Psychiater, bin verzweifelt

D
Also, ich war jetzt am Mittwoch dort mein HA wollte sich drum kümmern. Tat er auch, aber er hat bedenken da mich ja ein Facharzt nicht mehr krankschreibt hat es einen Grund und die Kommunikation ging schon über die Krankenkasse. Sagte er. Ich war so kaputt an den Tag weil ich keine Krankschreibung bekam und auch nicht wusste was ich machen sollte. Es war 11:00 Uhr und alle Ärzte die ich kenne haben um 12 Uhr geschlossen. Das heisst für mich war es aussichtslos.

Nachdem ich dann nochmal zu meinen HA gegangen bin habe er mich doch noch krank geschrieben. 10 Tage, aber er sagte er kann das nicht so lange machen. Ich denke ich werde mir einen neuen HA suchen. Die frage ist halt soll ich den neuen HA das alles erzählen oder kann ich einfach so hingehen und so tun als ob ich das erste mal jetzt krank bin. Ich habe einfach die befürchtung das ich wenn ich das was ich meinen HA erzähle er mich auch nicht krank schreiben will.

Ich denke halt es wäre echt besser, das man, wie als ob man das erste mal krank ist hingeht. Weil sonst wird man irgendwie abgefertigt... was meint ihr?

02.09.2022 21:58 • #16


sundancere20j
Dein Hausarzt hat Recht. Er kann das nicht ewig, weil die Kasse jetzt ihn ansprechen wird. Und wenn Du den (Haus-)Arzt nun noch wechselst, verschlimmerst Du es wahrscheinlich noch.

Ich denke mir, dass die Kasse beim Facharzt im Rahmen ihres Fallmanagements angefragt haben wird, wie die Behandlung voranschreitet und welche Therapien noch geplant sind.

Wenn Du Dich in Psychotherapie befindest, stellt das allein noch keinen Grund für eine Arbeitsunfähigkeit dar. Vielmehr kommt es auf's Gesamtbild an.

Bekommst Du Medikamente und nimmst diese regelmäßig? Wenn nein, könnte beispielsweise schon ein Indiz vorliegen, dass Du nicht dazu bereit bist alles erdenkliche zu tun, um die Heilung voranzubringen. Klingt blöd, ist aber leider nun mal die allgemeine Annahme. Ein kleines Pillchen und die Probleme sind weg. (Nicht meine Meinung!)

Wenn Du nun also noch zu einem anderen Hausarzt gehst, kann die Kasse schlimmstenfalls die Arbeitsunfähigkeit aufheben lassen, nach Begutachtung (ggf. nach Aktenlage). Dann bekommst Du einen netten Brief mit den Worten: "… , somit endet Ihre Arbeitsunfähigkeit zum xx.xx.x.." Ab dem Tag musst Du dann erst einmal wieder arbeiten gehen.

Im besten Fall schicken sie Dir eine Aufforderung, einen Rehaantrag zu stellen. (Einschränkung des Dispositionsrechts.) Ggf. nach vorheriger, persönlicher Begutachtung.

Mal ganz abgesehen davon, was der Arbeitgeber wohl denkt, wenn bei jeder neuen AU-Bescheinigung ein anderer Arzt als Aussteller dient.

Bei den Leistungen der GKV geht es in erster Linie darum, alles zum Gesundheitserhalt Nötige zu leisten. Das ist dann leider nicht immer ein Wunschkonzert. Und das machen die Kassen den Ärzten dann auch schon mal klar. Hart, ist aber in einer Solidargemeinschaft nun mal so.

Viel Erfolg!

03.09.2022 13:15 • x 1 #17


A


Hallo dunkenschmidt,

Keine Krankschreibung vom Psychiater, bin verzweifelt

x 3#3


D
@sundancere20j Hi danke für deine ausführliche Antwort.

Nach dem ich abgewiesen wurde, habe ich mit der Krankenkasse telefoniert. Sie sagte das es weder eine Korrespondenz noch Antwort von der Neurologin gab. Wenn ich nicht zum Ergebnis komme wie erwünscht kann ich natürlich auch einen neuen Arzt aufsuchen. Das steht mir frei. Es war ein sehr nettes Gespräch und habe mich verstanden gefühlt. Habe ihr erklärt das es seit 2016 schon diese Beschwerden habe und diese immer recht stiefmütterlich behandelt habe und endlich gesund sein möchte und ich definitiv noch Zeit brauche.

Ich nehme Tabletten ein und und und. Mache alles was man mir sagt und arbeite an mir. Es bedarf aber Zeit wenn man halt zusätzlich noch körperliche Probleme hat. Da schreitet die Genesung nicht so schnell bei mir.

03.09.2022 13:29 • x 1 #18


sundancere20j
Nun, nicht jeder Mitarbeiter der Krankenkasse hat unbedingt Einblick in die Akten des Fallmanagements, oder gibt auf Anweisung keine (ehrliche) Antwort auf Nachfrage. Viele Kassen haben aber auch nur noch zentralisierte Hotlines, in denen teilweise keine Mitarbeiter der Kasse sitzen, sondern zuhören und weiterleiten.

Im Zweifel würde ich solche Gespräche mit der Kasse auch immer nur mit Vorsicht führen, da

1. den Mitarbeiter bei der Kasse Deine Krankengeschichte nichts angeht und

2. Du nicht weißt, wie die weiteren Erkenntnisse aus Deinen Schilderungen verarbeitet werden und eventuelle Handlungen beeinflussen.

Und selbstverständlich sind die Leute am Telefon verständnisvoll (geschult), haben jedoch die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen und sich an die gemeinsamen Richtlinien des GKV-Spitzenverbandes zu halten und umzusetzen.

Das soll keine Schwarzmalerei sein. Aber für gewöhnlich ist es so, dass ein Mitarbeiter einer Krankenkasse einen Auftrag an den MDK/SMD gibt, die sich dann Erkundigungen beim Arzt einholen und so zu einem sozialmedizinischen Ergebnis kommen. Dieses kann entsprechend wie bereits vorher geschildert ausfallen, oder einfach auch nur lauten…

… weiterhin Arbeitsunfähigkeit.

Bei Sozialleistungsträgern gilt:
Nur schriftlich ist verbindlich!

Kurz geschildert:

Ich war, inkl. stufenweiser Wiedereingliederung, 1,5 Jahre Arbeitsunfähigkeit.

In der Zeit saß ich 5 mal beim Gutachter der Kasse, deren Bericht anschließend an meine Fachärztin ging.

Damit hatte sowohl meine Ärztin, als auch ich Ruhe.

Viele Grüße.

03.09.2022 15:05 • x 1 #19


sonnenbarke
Hallo, grüßt euch
kann es vielleicht möglich sein, dass die Ressourcen der Krankenkassen bezüglich Psychischer Erkrankungen aufgrund der Corona Situation langsam eng werden und die Ärzte deshalb den Druck insbesondere an die depressiven Patienten weitergeben? Besonders Depressionen sollen ja sehr zugenommen haben, auch schon unter Jugendlichen. Nach dem Motto: nach Oben buckeln und nach Unten treten.
Mt meinem Hausarzt habe ich ähnliche Erfahrungen gemacht.
Von einem Facharzt erwarte ich jedoch einen anderen Umgang. So hätte mein Psychiater bestimmt nicht reagiert. Du weißt selbst am besten wann der richtige Zeitpunkt ist wieder arbeiten zu gehen. Sprich auch mit der Therapeutin darüber. Vielleicht könntest du auch eine Reha beantragen, um noch intensiver an dir zu arbeiten.
LG
Sonnenbarke

03.09.2022 15:56 • x 1 #20


D
@Rahel Ich bin ehrlichgesagt schon am überlegen ob ich in eine Tagesklinik gehe. Einfach damit der Ernst der Sache nochmal unterstrichen wird. Ich will niemanden etwas beweisen, aber anscheinend muss ich das so wie es aussieht.

03.09.2022 20:24 • #21


R
@dunkenschmidt , du musst alles dir mögliche tun um gesund zu werden. Tagesklinik ist eine Option. In meiner Stadt bieten die Tageskliniken regelmäßig einen Tag der offenen Tür an. Ich war mal zu einem Tag der offenen Tür und danach konnte ich meine Entscheidung treffen.

03.09.2022 21:07 • x 1 #22


D
@Rahel
Ja das tu ich ja auch. Problem ist nur bei das ich sowohl Körperlich als auch seelisch probleme habe. Beides auf einmal zu meistern ist echt schwer. Ich habe Arthrose (schon sehr weitgeschritten), Linkes Ohr fühlt sich taub an (ich habe den ganzen Tag das gefühl das die Linke seite bei mir taub ist (auch Körperseite)), es ist schwierig da die Balance zu finden wenn dich dein Körper auch jeden Tag kaputt macht. Ich bin den ganzen Tag vom schwindel belagert und habe HWS. Dann kommt noch die mittelgradige Depression dazu die begleitet wird von der Sozialen Phobie. Ich habe angst ärztetermine wahrzunehmen weil ich angst habe. Und und und ... und mir wird das Leben dann noch schwer gemacht ... das ist alles nicht einfach.
Eine Tagesklinik wäre eine Option, aber nicht meine Option. Ich möchte gesund werden, aber mal ehrlich gesagt geht es mit der Therapie ganz gut. Ich habe noch 10 Sitzungen und möchte diese beenden. Ich bin glücklich damit. Dafür das ich das bereits vor 2016 habe und immer wieder mal Stiefmütterlich umgegangen bin und es doch schon sehr schwer dieses Jahr wurde habe ich mich gut regeneriert und konnte aus vielen Situationen lernen. Ich nähre mich der Besserung.

03.09.2022 21:14 • #23


A


Hallo dunkenschmidt,

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R
@dunkenschmidt , du hast geschrieben, dass du überlegst in eine Tagesklinik zu gehen. Wenn es für dich keine Option ist, dann ist es doch entschieden und gut.
So wie du schreibst hast du deinen Weg gefunden - Therapie. Den Weg bin ich auch gegangen.

04.09.2022 07:37 • #24

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