Kontakt zum Ex-Freund abbrechen oder nicht

B
Ich finde ihr interpretiert zuviel in meine Worte hinein.Meine Eltern haben mich nicht ins Studium oder damals aufs Gymnasium gezwungen, sondern hätten auch die Realschule und eine andere Ausbildung akzeptiert. Allerdings wurde mir halt nahe gelegt diesen Weg zugehen und nach Höherem zu streben, auch seitens meiner Lehrer, weil sonst davon ausgegangen worden wäre, dass ich zum Bsp. unterfordert gewesen wäre auf der Schule usw. und ich habs so gemacht.

Das Problem ist nicht mein beruflicher Werdegang, ich könnte immernoch umsatteln, da ich mich ja immernoch nicht fertig bin und einen anderen Weg einschlagen, das Problem ist eher, dass ich durch meine Entscheidungen anderen Menschen schaden werde.

Es gibt Mensch, die nur darauf warten sich über meine Eltern lustig zu machen und sie zu verspotten zu dürfen falls ich mal irgendwelche Fehltritte mir leiste. Sicherlich könnten sie auch darüber stehen, aber wie fühlt man sich denn als Elternteil , wenn andere Menschen einen ausgrenzen nur weil die Kinder meinen ihre Egotour durchziehen zu müssen? Meine Eltern müssten sich dann zum Großteil sozial isolieren und sie sind auch keine jungen Hüpfer mehr, die sich mal so eben einen neuen Freundeskreis suchen zu können und sich andere Verwandte aussuchen kann man sich gar nicht.

Da einfach zusagen Hauptsache du bist glücklich, alles andere ist dabei völlig egal ist einfacher gesagt als getan. Vielleicht werd ich komplett ohne Familie sogar noch unglücklicher als ohnehin schon? Schon mal daran gedacht? Es gibt nicht umsonst Menschen, die nach 30 Jahren oder noch länger anfangen irgendwelche verschollenen Elternteile auf der Welt zusuchen.

Das mit dem in den Wald rennen und laut aufschreien Ich bin nicht für das Glück anderer zuständig hab ich auch schon hinter mir, bringt aber nichts wenn man sich mitschuldig macht, dass man das mühseelig jahre lang aufgebaute Leben anderer zerstört.

Davon mal abgesehen, wenn die Freunde einen jemals in Stich lassen sollten und/oder der eigene Partner (Einige Freundschaften und Beziehungen sind halt leider nun mal vergänglich) gibt es zumeist immernoch die Eltern, die einen nicht bei einem ausgestreckten Arm verhungern und allein lassen würden. Immer öfter ist halt Blut immernoch dicker als Wasser.Das darf man auch nicht vergessen.

Meine Eltern verstehen mich nicht, es mag auch mit unter anderem daran liegen, dass sie auch ganz anders sozialisiert worden sind als ich, aber sie lieben mich trotzdem, auch wenn es vielleicht eine andere Art von Liebe ist, die man sich wünscht. Es ist keine Vertragsbindung, nur weil sie von mir erwarten, dass ich sie und ihr Leben nicht verletze.Vergleichsweise zu dem, was sie geben, bekommen sie nur recht wenig von mir zurück. Als Kind wurde man von ihnen gepflegt, man wurde unterstützt, ist in einem wohlbehütetem Elternhaus aufgewachsen, sie haben alles gemacht, damit es mir und meinem Bruder gut ging und und und...meine Eltern sind noch nicht mal pflegebedürftig oder wohnen bei mir als das ich ihnen nur ansatzweise zurück geben könnte für das, was sie für uns getan haben.

Bei meinen Freunden und meinem Freund kann ich so sein, wie ich möchte.Da muss ich mich nicht groß verstellen. Die wissen Bescheid über meine Krankheit und haben Verständnis dafür und bei Fremden ist es mir sowieso egal.

Therapeutisch wurde bei mir eine Menge getan.Ich hab Gesprächstherapien hinter mir, Verhaltenstherapien, Medikamente der unterschiedlichsten Art und Dosierung, Hypnose usw. Ich hab mich schon fast seit meiner Pubertät mit meiner Krankheit beschäftigt. Hab mehrer längere und kürzere Behandlungszeiträume durch. Darunter auch viele Ärzte. Dadurch, dass es bei mir sehr viele Auslöser für meine Krankheit gibt, darunter mit unter auch damalige soziale Faktoren wie Mobbing als auch zum Bsp. gesundheitliche Faktoren usw. ist es recht schwierig einen funktionierenden Behandlungsweg zu finden.Bisher gabs keine langfristigen Erfolge, nur Kurzfristige.

@Salamandar

Wieso soll man Menschen hassen, die einen nicht verstehen? Dann müsste ich ja eine ganze Menge Hass mit mir rumschleppen, weil es sehr viele Menschen gibt, die mich nicht verstehen.Dann müsste ich auch die Jenigen Menschen hassen, die zum Bsp. auch öfter meine Argumente bei Diskussionen nicht verstehen, weil sie einen niedrigeren Bildungsgrad haben und das Ganze nicht nachvollziehen können (Jetzt nicht falsch verstehen bitte!) Ich glaube nicht, dass das meine Probleme löst.

08.06.2011 19:13 • #16


JeanLucca
Hi Bäumchen.

Wir wollen Dich hier nicht fertigmachen Hand_aufs_Herz. Wir halten Dir nur den Spiegel vor um Dir zu zeigen woran Du arbeiten solltest. Oder eben nicht, aber dann weisst Du zumindest warum Du Dich so fühlst wie Du Dich fühlst.

Ich kann gut verstehen das Du Deine Eltern schützen möchtest. Aber es wird Dir nicht besser gehen können wenn Du weiterhin das lebst was sie von Dir erwarten. Du merkst es doch schon selber das es Dir nicht gut geht damit. Das muss sich ja so anfühlen als ob Du eine Marionette bist.

Ist es eine Möglichkeit wenn Du ein Gespräch mit Deinen Eltern planst/gestaltest und Ihnen so offen wie hier von Deinem Dilemma erzählst? Also nicht fragen ob sie es ok finden - Du solltest Dir schon klar sein Deine Wünsche durchzusetzen. Das muss nicht immer direkt einen Scherbenhaufen zur Folge haben. Eigentlich müssten sie besonders stolz auf ihre Tochter sein, denn sie ist ja selbständig und übernimmt Verantwortung für ihr Leben.
Du kannst auch jemanden mit in das Gespräch nehmen um einfach nicht allein in die Situation zu gehen.
Im Moment sehe ich es als einzige Chance für Dich.

Lg, JeanLucca

08.06.2011 19:34 • #17


A


Hallo Bäumchen,

Kontakt zum Ex-Freund abbrechen oder nicht

x 3#3


B
Hand aufs Herz:

Wäre ich wirklich eine Marionette meine Eltern, hätte ich nach dem Abi zu Hause gelebt, hätte eine Ausbildung gemacht und wäre mittlerweile verheiratet und hätte eine kleinbürgerliche Familie in irgendeiner Reihenhaussiedlung bei ihnen in der Nähe.

Stattdessen bin ich 250 km weit weg in ein anderes Bundesland gezogen, bin noch unverheiratet und lebe ein WG Leben. Die hören mich nur wöchentlich übers Telefon und sind den Großteil des Sommers sowieso im Ausland, wo ihr Zweitwohnsitz sich befindet.

Also eine wirkliche Marionette scheine ich nicht zusein. Finde ich zumindest.

Sie nicht zu schützen mag zwar gut und schön sein,aber das ist was anderes für mich als sie direkt in die soziale Vereinsamung zu stürzen. Es gibt Menschen, die ihnen heute nahe stehen und sich dann von ihnen trotzdem abwenden würden, wenn mein Bruder und ich uns in deren Augen daneben benehmen würden.

08.06.2011 19:54 • #18


S
Wenn es in den Augen anderer Menschen ein Fehltritt ist, einen Partner zu haben, der ihnen nicht gefällt oder einen Beruf zu ergreifen, der nicht in ihr höheres Weltbild rein passt, dann kann ich das wirklich nicht nach vollziehen, tut mir leid!
Und unter Danebenbenehmen verstehe ich eigentlich auch etwas anderes.

Außerdem finde ich trotz allem, dass es andere Verwandte oder Menschen, die sich bei einem solchen Fehltritt von Deinen Eltern abwenden würden, überhaupt nichts angeht, was Du und Dein Bruder für ein Leben führen.
Und wenn sie sich tatsächlich abwenden würden, dann sind sie es doch auch nicht wert, oder?
Schließlich ist es doch kein Verbrechen, den Beruf seiner Wahl zu ergreifen oder eben den Partner seiner Wahl.

Und selbst wenn irgendwelche Deinen Eltern nahestehenden Menschen nicht mit Deinem Leben oder dem deines Bruders einverstanden sind und sich distanzieren, dann kann man doch nicht gleich von sozialer Vereinsamung sprechen.
Und erst recht wärst Du auch nicht dran schuld.


Wie gesagt, das sind meine Gedanken, wenn ich Deine Beschreibungen so lese.
Und diese Meinung habe ich aus selbst gemachten Erfahrungen und auch aus schon erlebter Therapie. Bei meinen Therapeuten habe ich gelernt, mein Weltbild zumindest in die Richtung zu verändern, dass es in meinem Leben in erster Linie um mich geht (natürlich bisher auch um meine Kinder, die aber jetzt erwachsen sind).
Hätte ich das nicht gelernt, dann würde es mir immer noch genauso schlecht gehen wie vor drei Jahren.
Und ich wäre immer noch in erster Linie die Wunscherfüllungsstation von den anderen.

Und glaube mir, ich habe auch zwei junge erwachsene Kinder. Ich würde nie von Ihnen verlangen, einen Beruf nach meinen Wünschen zu ergreifen bzw. sich einen Partner nach meinen Wünschen zu nehmen. Selbst wenn ich den Partner nicht so gerne mögen würde, dann würde ich trotzdem versuchen, ihn zu akzeptieren und mich nicht deswegen von meinen Kindern abwenden.

Ehrlich gesagt weiß ich im Moment nicht, wie wir Dir hier helfen können.
Viele Ausführungen von anderen hier scheinen Dir nicht zu gefallen oder Du gehst mit ihnen nicht konform.

Was glaubst Du denn, müsste passieren bzw. was könntest Du tun, damit es Dir besser geht?

08.06.2011 20:43 • #19


B
Meine Eltern haben das getan, was meine Lehrer damals für richtig hielten.Ich hatte eine Gymnasialempfehlung also wurde ich dahin geschickt. Danach hab ich das Abitur gemacht und bin studieren gegangen. Keiner hat mich dazu gezwungen und ich wurde auch nicht zum Lehramtsstudium geprügelt, sondern es war eine sinnvolle Alternative, weil ich naturwissenschaftlich nicht so begabt bin und ich jämmerlich ein einer Ausbildung oder einem Studium mit höherem mathematischen oder anderen naturwissenschaftlichen Anteil kaputt gegangen wäre.Ich bin halt auf der geistes-und sprachwissenschaftlichen Eben begabter. Das war schon bereits in der Grundschule zu.Davon mal abgesehen kann ich auch bis heute sehr gut mit Kindern und Jugendlichen umgehen und arbeite auch in diesem Zweig nebenbei. Ich sehe halt nur nicht die Erfüllung darin, die so manch anderer Lehramtsstudent darin sieht. Das ist das Problem.Das Problem sind nicht dabei meine Eltern, die mich aufs Gymnasium geschickt haben auf Grund der Empfehlung (Machen doch andere Eltern genau so) und mir meine Studiengebühren finanzieren.

Ich geb dir jetzt mal ein Beispiel liebe Sonnenblume, vielleicht verstehst du die Situation dann besser:

Meine Eltern sind alt. Die sind um die 60. Mein Vater geht langsam sogar auf 70 zu. Die haben jahrzehnte alte Freundschaften und die pflegen ihre verwandtschaftlichen Beziehungen sehr gut. Sie sind nicht einsam und sind überall gern gesehen, auch ihre Kinder.

Jetzt stell dir vor, du wärst Kind dieser Familie und lachst dir einen Neonazi als Freund an, der in das soziale Konzept deiner Familie nicht reinpasst, aber von dem du ausgehst, er würde dir selbst ganz gut in den Kram passen. Du versuchst diesen in die Familie zu intrigieren, die ihn aber nicht will und der Rest will ihn auch nicht. Stell dir vor der Rest wendet sich sogar von deinen Eltern ab, weil du diesen Typen unbedingt im Kreise der Familie wissen willst,obwohl vorher alles jahrzehnte lang wunderbar harmonisch verlief bevor du mit dem Typen aufgetaucht bist. Würdest du dann immernoch deine Egotour eiskalt durchziehen? Auch wenn du damit weißt, dass dies die Familienidylle deiner Eltern kaputt macht?Du wüsstest, dass sich fast jeder von ihnen abwenden würde? Natürlich wäre man dann mitschuldig an der Situation, weil man Unruhe gestiftet hat.

Ich denke auch, dass wenn Freunde und Familienmitglieder wie deine Brüder und Schwestern auf dich zukommen würden und dir ständig sagen würden, dass deine Kinder und deren Partner sich daneben benehmen und dir als Freunde mit Rat und Tat bisher immer sehr gut zur Seite gestanden haben, würden dir deren Worte plötzlich auch nicht den Buckel runter rutschen, sondern dich gleichermaßen verletzten wie die Egotour deiner Kinder, die das verursuchen und keine Rücksicht darauf nehmen.

Aber ich denke einfach, dass man heutzutage sowieso nur noch an sich selbst denkt und alles andere zweitrangig geworden ist. Deswegen lässt man auch die Älteren einsam in irgendwelchen Altersheimen sterben und einsam versterben auch irgendwelche Leute in ihren Wohnungen, wo dann die Leichen erst nach dem Einsetzen des Verwesungsgestanks gefunden werden.Das ist heutzutage auch ein gesellschaftliches Problem.

Traurig.

08.06.2011 21:17 • #20


S
Ich glaube, wir beide haben sehr unterschiedliche Ansichten.

Ich finde es auch am schönsten, wenn meine Eltern mit dem, was ich tue und mit den Menschen, mit denen ich mich umgebe, einverstanden sind, keine Frage.

Ich glaube aber auch, dass wir beide unterschiedliche Vorstellungen von Egotour haben.

Für mich ist es keine Egotour, wenn ich einem Beruf nachgehe, der mir Spaß macht, auch wenn ich den Beruf, den meine Eltern mir damals empfohlen haben oder mit dem sie mich gerne gesehen haben, aufgebe.
Es schadet doch keinem, wenn man einen Beruf seiner Wahl nimmt.
Ich musste meinen damals gewählten, aber nie geliebten Beruf, mittlerweile aus gesundheitlichen Gründen aufgeben.
Ich beziehe z.Zt. eine Erwerbsminderungsrente, weil ich seit drei Jahren arbeitsunfähig bin. Und genau das gefällt meinem Vater auch nicht. Er kann mich auch nicht verstehen, meine Krankheit sowieso nicht,aber ich habe mittlerweile gelernt, dass ich zwar nicht gerade glücklich bin, dass er mich nicht versteht, aber es geht hier um meine Gesundheit und um mein Leben. Ich bin 45 Jahre und erwachsen und ich passe eben in die Vorstellungen meines Vaters nicht hinein.
Was ist daran nun ein Egotrip?

Natürlich ist es mit einem Partner etwas anderes. Der Partner, den man wählt, bringt man mit in die Familie.
Und am schönsten ist es natürlich auch, wenn alle ihn mögen.
Wenn ich aber meinen Partner wirklich liebe und ich meine Zukunft mit ihm verbringen möchte, weil alles passt, warum sollte ich dann auf ihn verzichten, nur weil meine Familie ihn nicht mag?
O.K., wenn ich auf ihn verzichte, sind die anderen glücklich, ich aber unglücklich. Ist das dann besser?

Es ist natürlich nicht leicht, mit diesem Konflikt dann zurecht zu kommen. Aber nochmal: Wenn sich alle Menschen von Deinen Eltern abwenden, nur weil ihnen Dein Leben nicht passt, das ist vielleicht ein Problem, aber nicht Dein Problem, auch wenn Dein Verhalten mit der Reaktion zu tun hat. Es ist ihre Entscheidung, das nicht zu akzeptieren.

Zitat von Bäumchen:
Jetzt stell dir vor, du wärst Kind dieser Familie und lachst dir einen Neonazi als Freund an, der in das soziale Konzept deiner Familie nicht reinpasst, aber von dem du ausgehst, er würde dir selbst ganz gut in den Kram passen

Ich hatte zwar schon lange Zeit keinen Partner, aber ich würde ihn mir nicht anlachen und ich bin auch nicht mit ihm zusammen, weil er mir in den Kram passt. Ich würde einen Partner wählen, weil ich ihn liebe und das klingt doch schon ganz anders.

Zitat von Bäumchen:
Würdest du dann immernoch deine Egotour eiskalt durchziehen? Auch wenn du damit weißt, dass dies die Familienidylle deiner Eltern kaputt macht?

So wie Du Deine Worte wählst, klingt es so, als würde man ein Verbrechen begehen, als wäre man ein Täter.
Wenn mein Verhalten bei anderen eine Reaktion auslöst, so bin ich doch für deren Reaktion nicht verantwortlich.
Schließlich zwinge ich sie ja nicht dazu, z.b. sich von mir und womöglich von meinen Eltern abzuwenden, nur weil ich als Erwachsene eine Entscheidung für mich getroffen habe.Diese Reaktion haben sie für sich eben so gewählt.
Sie könnten ja auch genauso gut versuchen, meinen Partner zu akzeptieren und vor allen Dingen mich in meinen Entscheidungen zu akzeptieren.
Eiskalt bin ich schon gar nicht, auch wenn ich im Vorfeld beschrieben habe, dass ich jetzt versuche, mehr nach meinen Wünschen zu leben.

08.06.2011 23:06 • #21


S
Zitat von Bäumchen:
Ich denke auch, dass wenn Freunde und Familienmitglieder wie deine Brüder und Schwestern auf dich zukommen würden und dir ständig sagen würden, dass deine Kinder und deren Partner sich daneben benehmen und dir als Freunde mit Rat und Tat bisher immer sehr gut zur Seite gestanden haben, würden dir deren Worte plötzlich auch nicht den Buckel runter rutschen, sondern dich gleichermaßen verletzten wie die Egotour deiner Kinder, die das verursuchen und keine Rücksicht darauf nehmen.

Es ist etwas anderes, wenn sich Menschen über meine Kinder beklagen, wenn sie noch klein sind und ich noch für ihr Verhalten verantwortlich bin.
Aber Du und Dein Bruder, ihr seid doch erwachsen, was bitteschön bedeutet denn Sich daneben benehmen?

Zitat von Bäumchen:
Deswegen lässt man auch die Älteren einsam in irgendwelchen Altersheimen sterben und einsam versterben auch irgendwelche Leute in ihren Wohnungen, wo dann die Leichen erst nach dem Einsetzen des Verwesungsgestanks gefunden werden.Das ist heutzutage auch ein gesellschaftliches Problem.

Traurig.

Das ist ja auch traurig, aber das hat doch mit Deinem jetztigen Problem nicht viel zu tun, finde ich.

Bäumchen, ich möchte gerne verstehen, was denn Dein eigentliches Problem ist und wie wir Dir hier helfen können!?

In Deinem Fall hast Du die Wahl: Entweder trennst Du Dich von Deinem Partner und verabschiedest Dich womöglich von Deinem wirklichen Berufswunsch, dann hättest Du wieder Harmonie in der Familie, wärest aber auf Dauer nicht glücklich oder Du versuchst, Deinen Wünschen intensiver nachzugehen, um zu erreichen, dass es DIR auf Dauer besser geht und nimmst womögliche Konflikte mit Deiner Familie in Kauf.
Etwas anderes sehe ich auf Dauer nicht.

08.06.2011 23:07 • #22


JeanLucca
Guten Morgen Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Also eine wirkliche Marionette scheine ich nicht zusein. Finde ich zumindest.
Umso besser. Wenn Du Dich so frei fühlst Dein Leben zu leben entgegen einigen Vorstellungen von anderen Menschen und trotzdem ein gutes Verhältnis zu Deinen Eltern hast, dann ist das doch gut. Darauf kommt es doch an, sich frei zu fühlen. Frei von Erwartungen, frei von Abhängigkeiten, seine Gefühle freilassen zu dürfen.
Ein Faden ist da aber noch der jetzt dauernd an Dir zupft. Wenn Du Dich von dem Faden lösen willst dann ist es dabei auch wichtig das Du Dich danach frei fühlst. Egal in welche Richtung Du Dich entscheidest.

Das Du Dir pauschale Entscheidungshilfen ranholst die einen WorstCase darstellen (soziale Vereinsamung, einsames Sterben, man denkt nur an sich selbst) hilft Dir nicht weiter. Ebensogut kannst Du für Dich ein Bild aufbauen was im schlimmsten Fall mit Dir passiert wenn Du Dich den Erwartungen unterwirfst.

Wie ich in Deiner Situation entscheiden würde kann ich nicht mit Sicherheit sagen weil ich zuweit weg bin. Ich würde aber in die eine Waagschale Deinen Freund legen (den Du liebst). In die andere Waagschale gehören Deine Eltern (die du liebst). Und dann würde ich mir vorstellen an welcher Schale ich von unten drücken müsste um für mich ein harmonisches Gefühl zu erreichen.
Bei Dir knallt die Waagschale mit Deinen Eltern runter weil da noch die Verwandten/Freunde Deiner Eltern/allgemeine Gesellschaft mit drinsitzen - die da eigentlich nicht mit reingehören.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 07:33 • #23


B
@Sonnenblume

Du hast das Problem immernoch nicht verstanden , weil du einfach deine Denk-und Lebenweise auf andere überträgst und davon ausgehst, dass andere Menschen genau so leben und denken wie du.

Jeder Familie, jeder Mensch hat seine eigenen Werte , seine eigenen Regeln das Leben , vorallem um das Zusammenleben möglich zu machen. Wenn sich jeder da so verhält wie er möchte, funktioniert das gemeinsame Zusammenleben nicht. Ich meine, wenn sich jeder gesellschaftlich so benimmt wie er möchte und es keine Gesetze geben würde an die sich alle halten müssten, hätten wir auch ein Problem. So muss auch jeder sich daran halten.Wenn man sich dann daneben benimmt, wird man halt dafür bestraft, in dem man isoliert wird. So läuft es so wohl gesellschaftlich ab, wenn man zum Bsp. eine Gefängnisstrafe erhält, weil man eine Straftat begangen hat als auch in vielen Familien, wenn man meint ständig Chaos im Familienleben verursachen zu müssen.Irgendwann ist bei jeder Familie die Toleranzgrenze erreicht. Vielleicht verstehst du das jetzt besser.

Das Beispiel mit dem Neonazi veranschaulicht es recht deutlich. Du würdest den ja auch nicht mit offenen Armen willkommen heißen und deine Tochter zu so einem Prachtkerl gratulieren. Jeder Mensch hat halt eine andere Grenze.

Daher ist es auch recht müßig mit dir darüber zusprechen, weil ich mindestens 2 Mal gesagt hab, dass der Wechsel meines Studiengangs immernoch möglich wäre und auch nicht unbedingt notwendig ist, weil ich damit ja an sich mit dem Lehramtsstudium klar komme und du das immernoch nicht verstanden zu haben scheinst.

Ich hab auch mindestens 2 Mal gesagt, dass mein eigentliches Problem auch nicht das Studium an sich ist, sondern einfach dass sich bei mir das Gefühl des Glücklichseins nicht mehr einstellt. Aber auch das verstehst du nicht.

Unter Freiheit versteh ich es ganz bestimmt nicht das Leben anderer Menschen willendlich kaputt zu machen , in dem ich meine Egotour in Sachen Liebe meine durchziehen zu müssen. Liebe kann sehr vergänglich sein und es gab schon eine ganze menge Menschen vor mir, die auf ihre Familie auf Grund von irgendwelchen Partnerschaften gepfiffen haben und dann nach gescheiterten Beziehungen wieder bei ihren Familien angekrochen kamen, weil halt doch nicht alles super Sonnenschein ist ohne Familie durch zuziehen. Familie gibt man nicht einfach so auf, nur weil bei einem der Blitz einschlägt und man meint die Liebe des Lebens gefunden zu haben. Das ist naiv

@JeanLucca

Du hast es begriffen . Ich muss mich entscheiden, ob ich in einer Beziehung glücklich werde bei der ich weiß, dass ich dadurch meine Familie nicht nur verliere, sondern auch gleich deren Leben mit kaputt mache. Dein Bild mit den 2 Waagschalen passt das ganz gut. Entweder das Eine oder das Andere. Beides zusammen ist so gut wie unmöglich.

Mein Worst Case Szenario entspricht der Wahrheit. Ich habs aus meinem Verwandtenkreis selbst miterlebt, wie bösartig mit der Familie meiner Tante umgesprungen wurde, weil meine Cousine damals mit ihrem Freund durchgebrannt ist. Ihre Familie hatte danach keine Ruhe mehr, ist ziemlich vereinsamt und die Beziehung meiner Cousine ist auch nicht sonderlich glücklich verlaufen. Sie kam dann auch wieder an bei ihrer Familie und musste um Verzeihung winseln, obwohl sie doch vorher lautstark allen die Stirn geboten hatte und meinte unbedingt irgendwelche Vorstellungen von Freiheit ihrer Familie aufdrücken zu müssen. Danach hat sie es bitter bereut alles so leichtfertig aufs Spiel gesetzt zu haben.

Aber weißt du was, ich denke einfach egal wie ich mich entscheide, das Glücksgefühl kommt sowieso nicht wieder .

09.06.2011 08:27 • #24


G
Entschuldige, aber wenn deine Eltern solch seltsame Freunde haben, die sich abwenden, weil die Kinder (!) nicht den vorgedachten Weg gehen, dann ist das wirklich traurig für deine Eltern und sie sollten sich überlegen, ob das die richtigen Freunde sind.

Du bist für dein Leben verantwortlich und nicht deine Eltern. Du bist erwachsen, handle also auch so.

Es gibt gesunden Egoismus und ungesunden. Gesund bedeutet, dass man auch die Entscheidungen trifft, die einem selber gut tun, auch wenn es der eine oder andere nicht nachvollziehen kann. Ungesunder Egoismus bedeutet bei allem und allen über Leichen zu gehen. Das hast du ja gar nicht vor.

Was wäre z.B. wenn du erstmal mit deinen Eltern sprichst und ihnen von deinen Überlegungen und Bedenken berichtest? Damit hast du ja noch nicht gehandelt. Denn glaubst du nicht auch, dass deine Eltern nur das Beste für dich wollen und sich nicht wohl dabei fühlen würden, wenn du dich nicht wohl fühlst?

Nur mal so aus Neugierde: in welches Studium würdest du denn gerne umsatteln?

09.06.2011 09:01 • #25


JeanLucca
Hi Bäumchen

Zitat von Bäumchen:
Dein Bild mit den 2 Waagschalen passt das ganz gut. Entweder das Eine oder das Andere. Beides zusammen ist so gut wie unmöglich.
Öhm, so hab ich es nicht geschrieben und auch nicht gemeint. Ich wollte darauf hinaus das die Waagschaalen ins Gleichgewicht kommen, das Du die Gewichte die da nicht reingehören entfernst, schaust wie sie dann auspendeln und Du dann neu bewertest.

Denn ich glaube es ist sehrwohl möglich das Beides zusammen geht. Ich hab jetzt nicht den Blick auf die Fremdgewichte sondern auf Dich. Denn im Moment liebst Du und das ist entscheidend. Die andere Seite einer vergänglichen Liebe ist nämlich eine stabile langanhaltende. Hier holst Du Dir wieder ein WorstCase.

Das Beispiel Deiner Cousine muss nicht auf Dich zutreffen. Erstens bist Du nicht Deine Cousine und zweitens steht nicht fest wieviel die andere Familie selbst aus der Geschichte gelernt hat. Verrenn Dich nicht in Mutmaßungen.

Entscheidungen sind immer richtig wenn sie frei getroffen werden und sind nicht im Nachhinein falsch. Ich habe das auch gerne gemacht, dass ich meinte falsch entschieden zu haben wenn daraus etwas unangenehmes auftaucht. Das sind die Konsequenzen mit denen ich leben muss. Und ich muss weitere Entscheidungen treffen, egal welche Wege ich gehe. Entscheidung nach Entscheidung. Aber jede einzelne ist in dem Moment Richtig, in der ich sie treffe. Wenn ich sie dabei schon anzweifel dann fang ich an rumzueiern, fühle mich unwohl.

Ich glaube ganz fest, wenn Du Deine Gefühle Ernst nimmst, Dich für sie entscheidest und dazu stehst hast Du ein Glücksgefühl. Früher oder Später.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 09:09 • #26


B
Zitat:
Entschuldige, aber wenn deine Eltern solch seltsame Freunde haben, die sich abwenden, weil die Kinder (!) nicht den vorgedachten Weg gehen, dann ist das wirklich traurig für deine Eltern und sie sollten sich überlegen, ob das die richtigen Freunde sind.

Du bist für dein Leben verantwortlich und nicht deine Eltern. Du bist erwachsen, handle also auch so.

Es gibt gesunden Egoismus und ungesunden. Gesund bedeutet, dass man auch die Entscheidungen trifft, die einem selber gut tun, auch wenn es der eine oder andere nicht nachvollziehen kann. Ungesunder Egoismus bedeutet bei allem und allen über Leichen zu gehen. Das hast du ja gar nicht vor.

Was wäre z.B. wenn du erstmal mit deinen Eltern sprichst und ihnen von deinen Überlegungen und Bedenken berichtest? Damit hast du ja noch nicht gehandelt. Denn glaubst du nicht auch, dass deine Eltern nur das Beste für dich wollen und sich nicht wohl dabei fühlen würden, wenn du dich nicht wohl fühlst?

Nur mal so aus Neugierde: in welches Studium würdest du denn gerne umsatteln?


Manchmal hab ich das Gefühl, ich sprech hier eine andere Sprache. Die Entscheidung meiner Eltern steht, daran gibt es nicht zu rütteln.Sie haben die selbe Einstellung wie die Familie meiner Tante auch. Da brauch ich mich auch nicht vorsichtig ranzutasten. Sie haben mir schon immer gesagt wie sie zu bestimmten Dingen stehen und sie werden jetzt nicht neuerdings ihre Meinung dazu geändert haben, nur weil ich mal meine mit ihnen darüber sprechen zu müssen.Die lassen sich nicht manipulieren. Das ist auch keine Mutmaßung oder ein Worst Case Szenario, was ich mir ausmale, sondern bereits real existent.

Das Beste wollen halt meine Eltern für mich und das Beste sehen sie nicht in dieser Beziehung, aber du kannst dir ja mal meine anderen Postings vorher durchlesen. Begriffen hast du es auch nicht und wie ich in meinen vorherigen Postings bereits gesagt hab, wahrscheinlich ist es sowieso egal wie ich mich entscheide, ein wirkliches Glücksgefühl wird sich so oder so nicht einstellen.Somit hat sich die Sache mit dem Dir gut tun auch erledigt.

Ich red auch nicht nur von irgendwelchen Freunden meiner Eltern, ich red von Blutsverwandten wie Brüdern und Schwestern, Tanten ,Onkeln etc. Die kann man nicht mal eben so umtauschen oder aus dem Leben streichen wie man lustig ist. Ich finds ehrlich gesagt sowieso traurig wie man hier über zwischenmenschliche Beziehungen spricht.Das ist immernoch Familie, kein gebrauchtes Möbelstück, das man wegschmeißt und irgendwo neu erwerben kann.

Entweder er ohne Familie oder Familie ohne ihn. So schauts aus.

Ich würd wahrscheinlich was Journalistisches machen wollen.Das ist etwas, was ich nebenbei bis heute immer gemacht hab. Ich hab sogar eine Kolumne geschrieben für ein Onlinemagazin und die lief gut.

09.06.2011 09:23 • #27


JeanLucca
Hi Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
Sie haben mir schon immer gesagt wie sie zu bestimmten Dingen stehen und sie werden jetzt nicht neuerdings ihre Meinung dazu geändert haben,
Na, Du hast ja schonmal entgegen den Einstellungen Deiner Eltern entschieden indem Du Dich für einen Menschen entschieden hast der eben genau diese Einstellung hat die Deine Eltern ablehnen. Im Prinzip hast Du eine andere Sicht der Dinge die Du aufzugeben bist. Schade eigentlich, denn ich finde das Dich das eigentlich auszeichnet, dass Du Menschen bis auf ihren wirklichen Wert herunterreduzieren kannst. Ihnen Ihre Meinung zugestehst, ihre Ansichten, Ihr Leben.

Das schaffst Du bei Dir selbst noch nicht.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 09:47 • #28


B
Zitat von JeanLucca:
Hi Bäumchen.

Das schaffst Du bei Dir selbst noch nicht.

Lg, JeanLucca


Es ist halt nicht mein Ding im Gegensatz zu wahrscheinlich anderen Personen , auf Gedeih und Verderb allen meinen Willen aufzuzwängen, nur weil ich meine irgendwelche gut gemeinten persönlichen Freiheiten ausleben zu müssen.Ich muss jetzt keine Art von Vergeltung üben und genau so meine Eltern behandeln wie meine Eltern mich behandeln. Damit stelle ich mich ja auf die selbe Ebene wie sie und Gleiches mit Gleichem vergelten, nur weil sie meine Lebensart nicht verstehen, ist das Allerletzte.

Bis zu einem gewissen Grad ist eine eigenständige Verwirklichung völlig in Ordnung, aber ich geh dafür nicht über Leichen.

09.06.2011 10:21 • #29


A


Hallo Bäumchen,

x 4#15


JeanLucca
Hi Bäumchen.

Zitat von Bäumchen:
...auf Gedeih und Verderb allen meinen Willen aufzuzwängen...
Genau darum geht es nicht. Es geht hier um Dich und das Du auf Deine Gefühle achtest. Im übrigen ist das auch der Tenor aus allen Postings.

Wenn Du Dich gegen Deinen Freund entscheidest dann ist das doch total in Ordnung. Wichtig ist dabei nur, finde ich, das Du die Entscheidung selbst getroffen hast, die Konsequenzen bereit bist auszuhalten und Du mit Deinen selbst entwickelten Kompromissen die Dich zu der Entscheidung gebracht haben leben kannst.
Das ist etwas anderes als wenn Du entscheidest um es dritten Recht zu machen. Da hilft auch kein Schönreden, denn irgendwann kommen die verschluckten Gefühle hoch und zerreissen Dich. Dann bleibt bei Dir immer ein Gefühl das Du nicht frei entschieden hast.

Lg, JeanLucca

09.06.2011 10:41 • #30

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