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Logotherapie und Existenzanalyse

MichiS
Hallo Alexandra,
einen Hausarzt habe ich auch schon viele Jahre nicht mehr gesehen, weil ich eigentlich (körperlich) immer gesund war.
Tut mir Leid, dass Du so viele Symptome hattest und es freut mich, dass Dir mit Medikamenten geholfen werden konnte.
Meiner Meinung nach ist die Grundlage (fast) aller Krankheiten auf eine falsche Lebensweise, in erste Linie Ernährung zurückzuführen. Ich beziehe mich da auf lange Internetrecherche aber es gibt auch da natürlich viele verschiedene Meinungen. Bei psychischen Erkrankungen ist das zweifellos viel komplizierter, weshalb ich auch nicht ausschließen würde, als letzte Chance einen Psychiater zu fragen. Aber mit Medikamenten wird halt immer nur das Symptom behandelt. Das ist wie wenn man den Schimmelfleck an der Decke immer wieder mit Farbe überpinselt. Aber zur Beruhigung: Ich warte sicher nicht, bis ich mir schon den Strick um den Hals gelegt habe.
Zitat:
Also, die verzweifelte Suche nach Besserung zeigt deutlich, daß etwas ganz und gar nicht stimmt. Und das lässt sich nicht mit dem Willen klären

Richtig, an dieser Stelle hab ich wohl noch ein Kommunikationsproblem mit meinem Inneren.
Aber Gedanken erschaffen Realität und Selbstheilungskräfte sind auch nicht zu unterschätzen. Glaube (an was auch immer) soll auch schon geholfen haben.
Vielleicht würde ich das anders sehen, wenn ich Deine lange Erfahrung mit dem Thema hätte. Ich werde aber so bald kein Kunde der Pharma-Geldmaschine.
LG Michi

22.10.2019 07:08 • #16


MichiS
Hallo Maya,
ja, das kling nach mir. Tatsächlich hatte ich auch schon die Idee, dass meine Depression (das Universum oder was auch immer) mir sagen will, dass ich wieder mehr mit der Familie zusammen sein sollte. Denn die Familie habe ich jahrelang sehr vernachlässigt und mich z.T. sogar absichtlich von ihr distanziert. Beim Mitmachen fehlt mir nur noch so ein bisschen die eigene intrinsische Motivation.
Seit wenigen Jahren erscheint mir das Modell der Großfamilie (mehrere Generationen unter einem Dach) wieder sinnvoll. Das bekomme ich mit meiner Familie sicher nicht mehr hin, aber der Plan ist, dass ich wieder in meine Heimat zurückkehre und viel mehr mit meine Familie zusammen bin.
Ob ich dann mal in Richtung Ehrenamt o.ä. schaue, weiß ich noch nicht. Das steht etwas weiter unten auf meiner Liste.
Ich habe mich der Logotherapie zugewandt, weil ich (soweit ich weiß) keine Angststörung, Persönlichkeitsstörung oder Traumata habe, womit ich sicher besser bei der Psychotherapie aufgehoben wäre.
Ich werde also die Logotherapie noch weiter verfolgen und hoffen, dass das die richtige Richtung ist. Auch wenn es schwer fällt, Geduld ist angesagt.
LG Michi

22.10.2019 07:32 • x 1 #17


A


Hallo MichiS,

Logotherapie und Existenzanalyse

x 3#3


maya60
Hallo Michi, das freut mich, dass meine Gedanken bei dir ein bisschen zutreffen. Wenn es Familie ist bei dir, dann kann da wirklich ganz Neues entstehen zurück in deiner Heimat, spannende Idee!
Und das schreibe ich, die ich eine Eigenbrödlerin bin, aber wo das Herz ist, ist der Weg, ist der Sinn. Und das ist tatsächlich noch ein bisschen ein anderer Zugang als in den normalen Psychotherapien.

die Logotherapie ist auch eine Psychotherapie, aber eine mit anderem Ansatz, seelsorgerisch nämlich noch dazu in einer nicht-religiösen Weise und was die Existenzanalyse noch für weitere Aspekte dazu genommen hat, weiß ich nicht mal.

. Wird sie eigentlich von der Krankenkasse bezahlt oder privat, das weiß ich gar nicht?

Und ich wollte noch kurz was zu deiner Diskussion mit Alexandra anfügen.

Ich persönlich hatte 49 Jahre lang keine Diagnose für meine tiefen, quälenden emotional-psychischen Symptome der ständigen Reizüberflutung, sozusagen von der Fliege an der Wand. Nichts half, weder schulmedizinisch noch alternativ und nach Jahrzehnten war ich so ausgebrannt und zermürbt, dass ich dauererschöpft war. Jeden Abend ein Erschöpfungszusammenbruch.
Bis endlich ADHS bei Erwachsenen in Deutschland eine Diagnose wurde. Von dem Tag an, als ich die erste Kapsel meines ADHS-Medikamentes nahm, war bleib der abendliche Erschöpfungszusammenbruch aus. Es war einfach ein Mangel in der Hirnchemie, den ich lebenslang litt. Fast ein halbes Jahrhundert Leid und ohne Medikamente Qual. Und gleich vom ersten Tag an Rettung durch Medikamente.
Mein Sohn musste vor lauter Zappeligkeit zum Schuheanziehen in der Schule in einen ruhigen Raum. Von seiner ersten Medikamenteneinnahme mit 7 Jahren an, zog er sich neben uns die Schuhe an und wir weinten beide vor Freude. Heute braucht er keine Medikamente mehr, sein ADHS hat sich ausgewachsen, meins nicht.

Also, der individuelle Einzelfall ist schon sehr wichtig und wann es Medikamente sind, die retten und wann nicht. Nie sind es nur Medikamente, aber sie sind auch oft unverzichtbar und ein Segen. Meine heute chronische Depression hätte ich auch nicht an der Backe, hätte ich schon eher den Mangel im Hirnstoffwechsel medikamentös ausgleichen können.

Daher kenne ich viel von den Erfahrungen wie sie Alexandra machte. Aber auch die Berechtigung deiner Vorsicht. Jeder Mensch ist einzigartig und seine Psychosomatik auch.


Liebe Grüße! maya

22.10.2019 08:16 • x 3 #18


Pilsum
Hallo Michi,

Zitat:
Bei meinem Versuch der Sinnfindung ist Deine Frage genau das Problem. Ich habe eigentlich keine besonderen Interessen. Ich habe mich mein ganzes Leben an anderen orientiert


Etwas zu finden, was Dir wieder sinnvoll im Leben zu sein scheint, ist nicht immer leicht zu finden.
Du schreibst hier teilweise mit viel Text. Daher denke ich gibt es vieles, was Dich gedanklich bewegt.
Zitat:
Ich muss mein Leben ändern, weiß aber nicht wie. Da ich keine Hobbys und so gut wie keine Interessen habe,
weiß ich nicht, wie ich einen Lebenssinn finden soll.


Warum sollst Du Dein Leben ändern? Du hast es doch so aufgebaut, wie es jetzt ist.
Wenn Du etwas ändern möchtest, dann ändere die Einstellung zu Deinem Leben.
Wenn sich danach auch Dein Leben angenehm verändert, dann hast Du vieles richtig gemacht.

Etwas besonders Wichtiges ist Bewegung. Gehe jeden Tag möglichst 30 bis 60 Minuten
spazieren, bei jedem Wetter. Dies hilft sehr, Dich nach einigen Wochen aus den Gedankenkreisen
zu lösen.
Ergibt es für Dich nicht einen Sinn, wenn Du daran arbeitest, Deine Tage so zu verbringen,
dass wenig Langeweile entsteht?
Wenn Dir Menschen geholfen haben, auf andere Gedanken zu kommen, warum versuchst Du dann
nicht wieder in Kontakt zu neuen Menschen zu kommen?

Gruß

Bernhard

22.10.2019 09:06 • x 1 #19


MichiS
Hallo Maya,
ich war auch immer Eigenbrötler. Das merke ich immer noch bei der Arbeit. Ich mag es, in Ruhe meine Aufgaben zu erledigen ohne von Kollegen gestört zu werden. Aber meine Depression sagt mir deutlich, dass ich auch Gesellschaft brauche, was ich jahrelang abgelehnt habe.
Logotherapie erscheint mir von allen Formen die ich kenne für mich am sinnvollsten. Der seelsorgerische Aspekt, von mir aus auch mit Spiritualität (aber ohne Religion) gefällt mir mittlerweile auch ganz gut. Da konnte ich in jüngeren Jahren so gar nichts mit anfangen.
Zitat:
Wird sie eigentlich von der Krankenkasse bezahlt oder privat

Ich habe das Glück, privat versichert zu sein. Ob die Gesetzliche die Kosten übernehmen würde, weiß ich auch nicht. Das würde ich bezweifeln. Vielleicht muss man das Glück haben, einen zugelassenen Therapeuten zu finden. der sich auch mit Logotherapie auskennt.
Zitat:
Und ich wollte noch kurz was zu deiner Diskussion mit Alexandra anfügen.

Wie gesagt, freue ich mich für jeden, dem auch mit Medikamenten geholfen werden kann. Dennoch glaube ich, dass man in den meisten Fällen auch mit ordentlicher Ernährung, ggf. mit Nahrungsergänzung (Vitamin D, Omega-3, Jod, .), an den Ursachen schrauben kann. Kann aber sein, dass im Laufe vieler Jahre mit falscher Lebensführung auch irreparable Schäden entstehen. Daher würde ich Medikamente nicht grundsätzlich verurteilen.
Natürlich ist jeder Einzelfall zu betrachten. Und wenn ich von Euren Erfahrungen lesen. kann ich da kaum mitreden.
Aber ich bin ja auch hier, um andere Erfahrungen kennenzulernen und um über meinen eigenen Tellerrand hinauszublicken.

22.10.2019 11:55 • x 2 #20


MichiS
Hallo Bernhard,
Zitat:
Daher denke ich gibt es vieles, was Dich gedanklich bewegt.

Ich denke schon immer viel nach. Ich habe einfach zu viel Zeit, dass ich mich gedanklich mit allen möglichen Sorgen beschäftigen kann. Das ist aber erst mit der depressiven Verstimmung zum Problem geworden. Denke ich nicht so viel nach, ist auch meine Stimmung besser.
Zitat:
Warum sollst Du Dein Leben ändern?

Lt. Therapeutin ist mein Langweiliges Leben genau der Grund für die Depression. Vielleicht habe ich mein Leben einfach falsch aufgebaut. Die Einstellung zu meinem Leben war immer in Ordnung, aber jetzt sehe ich ja, dass da irgendwas so gar nicht passt.
Mit Bewegung (ein Tipp, den ich schon aus vielen Richtungen bekommen habe) würde ich mein Leben schon sehr ändern. Und die ersten Versuche mit sportlicher Aktivität haben mir überhaupt keinen Spaß und auch keine Erleichterung gebracht.
Und Langeweile hatte ich eigentlich nie. Ich wusste mich immer mit Kleinigkeiten zu beschäftigen. Es ist erst jetzt zum Problem geworden. Da habe ich eigentlich etwas zu tun, aber oft keine Lust, keine Kraft es zu tun.
Zitat:
.warum versuchst Du dann nicht wieder in Kontakt zu neuen Menschen zu kommen?

Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, haben mich entweder genervt oder gelangweilt. Aber ich fange gerade wieder mit meiner Familie an und schaue, was sich noch entwickelt. Und hier im Forum erlebe ich Menschen, mit denen ich gerne kommuniziere.
LG Michi

22.10.2019 12:13 • x 2 #21


Mas83
Hallo MischiS,

Ich habe den Thread hier interessiert mitgelesen. Auch ich versuche aus die Depression zu kommen ohne Medikamente (was nicht heißt, dass ich andere Leute nicht verstehe wenn sie die nehmen).

Ich war 4 Wochen in einen anthroposophisches Klinik wegen meine Depression. Da haben wir nach dem Prinzip von Vollwertkost vom M. O. Bruker gegessen. Vielleicht wäre es auch was für dich. Im Alltag habe ich auch Sachen übernommen und es tut mir gut.

Vor der Klinik habe ich mich über Wasser gehalten mit Theta Healing und momentan mache ich jede 2 Woche Heileurythmie (das hilft mir sehr, sehr viel, zu mich und meine Kraft zu finden). Nebenbei bin ich jede Woche bei einen normale Psychologe, beim Psychiater war ich auch schon und er will es weiter versuchen mit mir mit der hochdosierte Einnahme von Johanniskraut.

Vielleicht wäre das auch was für dich. Ich habe momentan nicht genug Energie die Therapie Formen zu erklären, aber Google ist dein beste Freund. Möchtest du trotzdem mehr wissen, dann kannst du mich auch anschreiben.

Übrigens bin ich der gleichen Meinung mit was hier oben geschrieben ist: einfach was ausprobieren Interessemäßig. Gründe Interreses nicht nach zu verfolgen , sind immer da!

Das mit deiner Familie hört sich super an!

Ich wünsche dir alles Gute.

22.10.2019 13:27 • x 2 #22


Alexandra2
Hallo Michi,
Ich habe mir angewöhnt, fremden Menschen, die irgendwie interessant sind, genau zuzuhören. Erst Recht, wenn es anstrengend ist für Andere. Jeder hat mindestens das verdient, weil ich selbst kompliziert und eigensinnig bin, finde ich es fair Anderen das gleiche Recht einzuräumen. Damit habe ich nur gute Erfahrungen gemacht. Aber das braucht seine Zeit, bis der Andere sich öffnen mag. Das sind solche Menschen bei, die ich nervig fand, die ich nichtssagend fand. Egal, das muss auch erlaubt sein.
Im Laufe der Zeit zeigten alle ihre weiteren Facetten. Und plötzlich tat sich soviel innerer Reichtum auf, faszinierend. Am Schönsten ist jedoch die freundschaftliche Zuneigung, sie hat mich immer wieder aufgefangen und meine Freunde waren selbst in der schlimmsten Zeit für mich da, das hätte ich nie gedacht.
Menschen brauchen Zeit; Gelegenheiten müssen sie selbst schaffen. Lass Dir Zeit für die Schnupperphase, es kann sich etwas Wundervolles entwickeln.
Liebe Grüße Alexandra

22.10.2019 13:35 • x 2 #23


MichiS
Hallo Mas,
wir sind uns einig, dass für jeden etwas anderes richtig sein kann.
Zitat:
.anthroposophisches Klinik.Theta Healing.Heileurythmie.

Wow, gleich mehrere Sachen, mit denen ich mich noch nie beschäftigt habe. Bei M. O. Bruker gibt es hauptsächlich Vegetarisches und Rohkost, oder?
Werde ich mal alles nachlesen.
Zitat:
.hochdosierte Einnahme von Johanniskraut

Bringt das was? Die normalen Pillen (3 x tägl. 1,5 mg Hypericin) haben mir (auch nach mehreren Wochen) nicht geholfen.

Ich bin Meister im Aufschieben und weiß genau, dass ich kein Problem damit habe, Gründe zu finden, etwas nicht zu tun. Einfach mal tun ist sicher ein guter Rat (den ich auch schon aus verschiedenen Richtungen bekommen habe), aber leider habe ich noch ein Problem mit dem Theorie in die Praxis umsetzen. Es fehlt da wohl noch eine elementare Verbindung zwischen den Synapsen

LG Michi

22.10.2019 14:17 • x 1 #24


MichiS
Hallo Alexandra,
du hast sicher Recht. Ich war selten geduldig genug, fremden Menschen längere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Natürlich haben das eigentlich erst mal alle Menschen verdient. Ich kann auch nervig sein und bin daher froh, dass meine Familie so geduldig mit mir ist. Ich hatte immer nur wenige Freunde über kurze Zeiträume. Jetzt wohne ich ziemlich abgeschieden und treffe kaum noch Menschen. Ich hoffe, das ändert sich, wenn ich erst mal einen neuen Wohnsitz in der Zivilisation gefunden habe.
Bis dahin bin ich froh in kurzer Zeit hier von einigen interessanten Menschen lesen zu dürfen.
In Geduld üben steht mittlerweile relativ weit oben auf meiner Liste.
LG Michi

22.10.2019 14:32 • x 1 #25


Pilsum
Hallo Michi,

um das Problem Aufschieben oder etwas praktisch umsetzen zu lösen, dafür kannst Du nur selbst verantwortlich sein.
Fehlende Verbindungen zwischen den Synapsen sind da nicht als Ausrede geeignet.

22.10.2019 16:42 • x 2 #26


MichiS
Hallo Alexandra,
danke, Du hasst mich erkannt. Es ist sehr bequem solche Ausreden zu nutzen. Wenn mein Gehirn kaputt ist, kann ich ja nichts tun! Ich muss wohl irgendwie selber dafür sorgen, dass sich meine Synapsen ordentlich miteinander unterhalten.
LG Michi

22.10.2019 18:01 • x 2 #27


Mas83
Liebe(r?) Michi,

Nachdem du mir eine Nachricht geschickt hat, worin auch die Frage stand, wieso ich nicht öffentlich im Forum über meine Erfahrungen schreiben möchte, hat mir das zum Nachdenken gebracht. Der einzige Grund wäre nämlich, dass ich das Forum nicht vollspammen wollte, nicht was schreiben wollte, was kein andere Mensch interessiert. Das ist aber mein Problem und vielleicht hilft es doch der einen oder den anderen. Deswegen, doch hier, öffentlich im Forum

Ich war in der psychosomatische Klinik Lahnhöhe, eine Klinik die sich spezialisiert hat in Ganzheitliche Heilkunde. Ich hatte unter anderem Achtsamkeitsmeditation, progressive Muskelentspannung, japanisches Trommeln (oh, wie ich das geliebt habe!), Sandbett und Heileurythmie auf dem Programm. Viele Mitpatienten hatten zudem noch tanzen, plastische Gestalten, malen usw. Auch Selbsterfahrungsgruppe und einzelne Stunden mit der Psychologe waren jeder Woche da.
Für mich persönlich hat vor allem dem Austausch mit Mitpatienten geholfen, das Gefühl nicht alleine zu sein.

Wie gesagt, da lernte ich Heileurythmie kennen. Ich hatte vorher da noch nie von gehört.

Heileurythmie ist darauf ausgerichtet, den Menschen innerlich wie äußerlich wieder ins Gleichgewicht zu bringen während und nach einer schweren Krankheit, aber auch präventiv, um die Gesundheit zu fördern. Wissenschaftliche Studien haben die Heilkraft dieser Bewegungsübungen vielfach unter Beweis gestellt.

Heileurythmie setzt Sprache, Gebärden und Musik ein, die in eine speziell gestaltete Bewegung umgesetzt werden. Die Laute und Gebärden werden entsprechend des ärztlich diagnostizierten Krankheitsbilds und individuell-konstitutionelle Aspekte ausgewählt und variiert. Ziel ist es, die Formkräfte des Körpers, die aufgrund einer Krankheit verlorengegangen sind, wachzurufen oder auch vegetative Vorgänge wie Organfunktionen zu beeinflussen.

Soweit die Theorie. Für mich heißt es, wieder zu mich zu finden. Meine Therapeuten und ich habe am Anfang ein Gespräch und danach folgen Übungen (oder einmal hatte ich auch Meditation mit dem inneren Kind).

z. B. hatte ich letzte Woche das Problem, dass ich mich mal wieder, nach sehr lange Zeit mit Freunden getroffen habe. Es war wirklich sehr schön und wir waren nur spazieren. Danach aber, war ich komplett kaputt und konnte den ganzen Tag nichts mehr.

Wir haben dann eine Übung gemacht, wo ich meine Füße ganz fest auf dem Boden stellen sollte, meine Arme daneben, die Kraft von unter fühlen sollte (der A), während ich in einem Kreis stand. Während ich etwas aus dem Kreis ging, meine Arme wie ein O vor meinen Bauch ausgestreckt um bei mir zu bleiben. Das ist mein Raum. Meine Arme wie ein B, sodass es aussieht das man sich selber umarmt und dabei ein Cape anzieht. Der Schutz gegen Außenstehende. Ein I, wo man sich ganz aufrecht macht, sich wieder kräftiger zu fühlen. Außerdem noch meditatives gehen, wo man den Boden bewusst fühlt usw. In der Klinik habe ich mit Stäben geworfen und wieder aufgefangen, um los lassen zu lernen.
Meine Therapeuten hat viel Verständnis für mich, umarmt mich manchmal, kommt mit sehr schöne Vergleiche und visualisiert schön. So hat sie z. B. visualisiert, wie man seine Energie verteilt. Zuerst stand sie nur im Kreis, dann drehte sie langsam um dem Kreis herum, dann wanderte sie durch den Raum und dann ist sie hysterisch schreiend durch den Raum gehüpft. Da hat sie mich gefragt, wo ich mich befinde, was ich mit mein Energie mache, selbst wenn es positiv ist. Ich erkenne mich in dem letzten wieder, weil wenn ich mal gut drauf bin, gib ich alles. Sie hat mir visualisiert, warum das so anstrengend ist und mir das bewusst gemacht.
Ich hoffe, du hast jetzt ungefähr ein Bild vor Augen, wie das abgeht

Und MischiS, ich hatte schon mal was über ThetaHealing geschrieben. Das findest du hier im Forum, wenn du nach ThetaHealing suchst.

Hi Mas!
Zitat:
Liebe(r?) Michi

Ist nicht wirklich wichtig, aber Lieber wäre korrekt.
Ich denke, wer hier im Forum liest, lässt sich nicht von langen Texten abschrecken. Und es hilft eigentlich immer, seine Gedanken, Gefühle, Erfahrungen niederzuschreiben. Dazu bekommt man hier auch noch Feedback und vielleicht hilft es auch anderen, wie du schon bemerktest. Gute Entscheidung!
Du hast ja schon eine ganze Reihe von Therapien mitgemacht und bist der Ansicht, dass eigentlich die sozialen Kontakte die beste Hilfe waren? Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass mir Gespräche am besten aus depressiven Verstimmungen heraus geholfen haben. Bei den ganzen Möglichkeiten von Therapien, würde es mir schwer fallen,die richtige auszuwählen. Nach der Lektüre eines kleinen Fachbuchs (Wertfülle und Lebensfreude von E. Lukas), bin ich weiterhin überzeugt, das ich es noch ein wenig mit der Logotherapie versuchen sollte.
Deine Therapie hört sich auf jeden Fall interessant an. Ich (als Kopfmensch) habe nur noch ein paar Schwierigkeiten diese spirituell anmutenden Sachen ernst zu nehmen. Habe gerade erst angefangen, mich diesen Dingen gegenüber zu öffnen. Daher habe ich mich auch noch nicht weiter mit ThetaHealing beschäftigt, nur ein paar Sätze gelesen.
Was mich noch interessiert, wie lange bist du schon in Therapie? Und wie lange hat es gedauert, dass du wieder einigermaßen lebensfähig wurdest? Und bist du jetzt halbwegs sicher, dass du in Zukunft mit depressiven Schüben gut umgehen kannst?
LG Michi

29.10.2019 11:46 • x 1 #28


Mas83
Lieber MichiS,

Heute bin ich wieder das erste Mal hier online seit den letzten Beitrag. Manchmal brauche ich Ruhe von allem, nehme es also bitte nicht persönlich. Danke für deine PN, natürlich kann ich noch darauf eingehen

Also, in der Klinik fand ich die Kontakte mit Anderen am hilfreichsten. Jetzt würde ich fast sagen, dass Heileurythmie und das Lernen von einem Musikinstrument mir am meisten hilft.

Ich bin seit ca Ende Juni in Therapie, bin seit Ende März krank geschrieben. Da war alles nur schwarz und leer. Ich bin noch immer in einen depressiven Schup drin, leider, leider. Aber das gaaaanz schwarze ist weg. Manche Tage frage ich mich, wie ich das alles überstehen werde. Manchmal bin ich etwas optimistischer. Ich kann auf jeden Fall aufstehen und manchmal kochen und Freunden treffen, was mir aber viel Überwindung kostet. Ich bin sehr erschöpft und habe mit Reizüberflutung zu kämpfen. Bin also noch weit von gesund entfernt. Abbbeeerrr es ist etwas besser. Ich kann wieder etwas machen. Ich kann zu Therapie fahren. Ich kann mit meiner Tochter spielen. Ich brauche sehr viele Pausen. Ich denke aber, dass ich halbwegs lebensfähig bin.

Wie geht's dir?

09.11.2019 21:57 • x 1 #29


A


Hallo MichiS,

x 4#15


MichiS
Hallo Mas,
sicher nehme ich das nicht persönlich. Wer depressive Phasen kennt, muss Verständnis haben.
Heileurythmie hört sich auf jeden Fall interessant an. Das steht neben der Hypnotherapie auf meiner Liste mit den Sachen, die ich mir noch genauer ansehen will. Aber manchmal fehlt einfach die Kraft zu recherchieren.
Du bist also schon mehr als 7 Monate krank? Dann weiß ich ja, was ich noch vor mir haben könnte.
Mir geht es ähnlich mit den Stimmungsschwankungen. Manchmal weiß ich nicht, wie ich weiter machen soll und an anderen Tagen kann ich ganz normal leben. Manchmal fehlt es an mentaler Kraft, die einfachsten Dinge zu tun.
Jedenfalls sieht es so aus, als ob es mich nicht ganz so schlimm erwischt hat. Aber wer will schon die seelischen Schmerzen verschiedener Personen miteinander vergleichen können? Und an schlechten Tagen, wenn man keine Hoffnung mehr hat, fühlt man sich als krankester Mensch der Welt.
Ich freue mich, dass du auf einem guten Weg bist. Umso mehr, wenn du auf Psychopharmaka verzichtest.
Meine (Logo-)Therapeutin meint, dass ich auf einem guten Weg bin. Ich bin aber nicht sicher, ob ich das bestätigen kann. Z.T. schwankt meine Gefühlslage stündlich und in den dunklen Phasen kann ich keine Besserung erkennen. Aber der letzte Funken Hoffnung ist noch nicht erloschen.
Womöglich hilft dir auch das Spielen mit deiner Tochter oder Gespräche mit deinem Mann?
Ich bin leider vereinsamt, was ja auch Teil der Ursache für meinen Zustand ist. Vielleicht ist das aber auch eine Chance für mich, zu lernen alleine klar zu kommen. Das erscheint mir gerade unendlich schwer, aber wer weiß, wozu es gut ist. Hat ja alles mit dem göttlichen Plan zu tun.
Weiterhin alles Gute und LG
Michi

10.11.2019 14:31 • #30

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