Mein Mann ist schwer depressiv - ich brauche Hilfe

David Spritz
Ok, da habe ich wohl zu sehr verallgemeinert. Ich war selbst in meinen depressiven Episoden sehr ich-bezogen und habe in der Zeit viele Depressive kennengelernt, die es auch waren. Es gab aber in der Tat auch andere Fälle.

23.07.2013 16:13 • #31


Knoten
Zitat von David Spritz:
Ok, da habe ich wohl zu sehr verallgemeinert. Ich war selbst in meinen depressiven Episoden sehr ich-bezogen und habe in der Zeit viele Depressive kennengelernt, die es auch waren. Es gab aber in der Tat auch andere Fälle.


Verallgemeinerungen bei menschlichem Verhalten sind immer sehr fehlbar
Schließlich ist jeder von uns ein Individuum

23.07.2013 21:25 • #32


A


Hallo fiasko,

Mein Mann ist schwer depressiv - ich brauche Hilfe

x 3#3


F
Das ist allerdings wahr ^^

Also verleugnen tut er mich nicht, aber er stellt unsere Beziehung halt so dar als wäre ich nicht mehr an ihn interessiert.Wenn ich ihn darauf anspreche kommt als Antwort das das alles nur ein Spiel ist ....... und er wird halt zwischendurch immer mal wieder etwas launisch und macht mich dann halt in einem unangenehmen Ton an.

Über Gefühle reden geht so gut wie gar nicht Bettina :( er will auch gar nicht über seine reden und wenn ich über meine Gefühle rede meint er, es würde dann seine Schuldgefühle steigern und auch weil er meine Bedürfnisse nicht immer stillen kann, also mal kuscheln oder einfach mal in den Arm nehmen. Wenn es dann wirklich mal passiert geht es meistens auch von mir aus. Ich habe in dem Buch Wenn der Mensch den man liebt depressiv ist gelesen, dass man sich nicht von der Ablehnung/Zurückweisung des Partners einschüchtern lassen soll, sondern immer wieder auf ihn zugehen und ihm zeigen das er einem wichtig ist. Ich versuche mich daran zu halten und gleichzeitig nicht zuviel Druck damit auf ihn auszuüben, aber im Grunde genommen weiß ich gar nicht mehr woran ich an diesem Mensch eigentlich bin. Manchmal habe ich das Gefühl es sind 2 verschiedene Personen und der Wechsel geht sehr schnell und manchmal ist er mir vollkommen fremd :(

Auch wenn ich ihn auf einen Termin für die Psychosomatische Klinik anspreche wird er ungehalten. Ich weiß ja das ich mich nicht einmischen soll, aber irgendwie müssen wir da ja auch mal vorankommen. Er kann das doch nicht auf ewig hinausschieben und nicht wirklich so weiterleben wollen wie wir es jetzt tun. Auch das Gutachten was er von der Klinik erhalten hat muss revidiert werden. Die haben da Tatsachen verdreht und ihn als gefährlichen Menschen hingestellt. Das kann ja nicht so stehen bleiben, aber auch hier findet er nicht den Willen. Er sagt zwar ja machen wir am Wochenende, aber passieren tut dann wieder nichts :( Und ich mag ihn nicht immer wieder antreiben, schon allein wegen seiner häufigen Panikattacken nicht, weil ich Angst auch hier immer wieder der Auslöser zu sein.

23.07.2013 22:15 • #33


Knoten
Hallo fiasko,

Wie lange ist die letzte Therapie bei deinem Mann her? Wann kam er aus der Klinik?
Vielleicht ist die Zwischenzeit einfach noch zu gering.

Nach meinem letzten Klinikaufenthalt ging es mir deutlich schlechter als vorher, ich arbeite noch immer daran mich wieder zu fangen.
Der Aufenthalt ist 1 Jahr her! Mir fehlt die Kraft ein Gutachten, dass wie das deines Mannes, voller schriftlich nachweisbarer Fehler steckt, anzufechten.

Ich kann dich sehr gut verstehen, den ich kenne beide Seiten. Mein Partner hat auch eine depressive Episode hinter sich. Allerdings ohne Klinikaufenthalt, nur Medikamente, Ruhe und viel Geduld meinerseits. Kuscheln und Co gab es zu der Zeit auch wenig, aber ich wusste, dass das auch durch die Medikamente kommt.
Viele davon gehen auf die Libido. Das Verlangen nach S. wird ziemlich unterdrückt.

Falls dein Mann Medikamente nimmt, schau mal in den Beipackzettel. Vielleicht erklärt sich dadurch auch ein bisschen sein Verhalten.

Es kostet viel Kraft, dass weiß ich. Möglicher Weise steht er auch unter den Einfluss der Damen, mit denen er in der Klinik war. Daran zu rütteln könnte extrem nach Hinten los gehen, da du nicht einschätzen kannst, wie tief dieser Einfluss geht und worüber die Gespräche gehen. Das kannst du vermutlich nur aussitzen.

Ich persönlich würde es so empfinden:
Auf jeden Fall nicht dagegen angehen. Die Bindung die in einer Klinik entstehen kann, ist durch die intensiven Gespräche in der Gruppentherapie sehr tief. Mit der Zeit, wenn alle wieder in ihrem Alltag zurück gekehrt sind, löst sich diese Bindung langsam wieder. Es sei den, es wird ständig dagegen geredet. Das löst das Verlangen nach dem Verständnis des Gruppenmitglieds aus.

Ob es sich bei deinem Mann so verhält, könntest du ja ganz vorsichtig antesten, oder vielleicht liegt die Antwort bereits beim lesen auf der Hand.

Viel Kraft weiterhin,

Knoten

24.07.2013 08:31 • #34


F
Ich danke Dir für die Antwort.

Die letzte Therapie war im Januar diesen Jahres und in der Klinik war er im März/April. Gegen das simsen mit seinen Gruppen-Mädels sage ich ja auch nichts, weil es ihm ja auch gut tut. War ja nur am Anfang eifersüchtig darauf, weil er ihnen alles erzählt hat und mir nicht, fühlte mich ausgeschlossen. Er erzählt mir nun fast alles was sie sich schreiben, von sich aus. Mich hat leider nur keiner darauf vorbereitet wie es sein wird, wenn er wieder aus der Klinik kommt. Ich konnte einfach nicht anders handeln als ich es getan habe. Als er nach den 9 Wochen zurück kam, war er sehr lieb und auch ein wenig anhänglich, aber das hat sich nach und nach gelegt. Hat natürlich auch was mit meinem Verhalten zu tun gehabt, davon gehe ich zumindest aus. Jetzt ist er wieder fast auf dem Stand wie vor der Klinik :(

Er mag irgendwie nicht von sich aus kuscheln, keine Umarmungen - es sei denn, ich gehe damit auf ihn zu, dann lässt er sich drauf ein, genau wie auch auf S.. Nur von sich aus ist es halt selten, er meint auch das es nicht an den Tabletten liegt, sondern einfach an seiner Depression. Er hat mir ja auch schon gesagt das er manchmal nicht weiß was er fühlt und ob das was er fühlt richtig ist. Wenn er eine schöne Rose sieht und dabei etwas verspürt weiß er nicht, ob das Gefühl richtig ist was er dann gerade hat. Und er versucht sich ständig unter Kontrolle zu halten, damit die Gefühle nicht durchkommen, weil er Angst hat dann die Kontrolle über sich zu verlieren.

Das Thema flirten und nicht ganz ehrlich sein spielt sich übrigens im Internet ab. Dort Pokern wir beide und man lernt dort natürlich Leute kennen und unterhält sich und mein Mann chattet dann auch gerne, privat natürlich .......

Ich fühle mich hin- und hergerissen zwischen Wut, Verzweiflung und Traurigkeit. Ich weiß manchmal einfach nicht wie meine Geduld aussehen soll. Ich versuche mich ruhig zu verhalten, mal klappt es mal klappt es weniger, aber irgendwie habe ich auch das Vetrauen zu ihm verloren und dann seine Zurückhaltung dazu, da kommt man dann schon mal auf dumme Gedanken.

24.07.2013 22:39 • #35


Knoten
Seit seinem Klinikaufenthalt ist noch nicht viel Zeit vergangen. Nach 9 Wochen Klinik ist es gar nicht so leicht sich wieder auf das Leben außerhalb einzulassen.
9 Wochen im geschützten Rahmen, wie unter einer Käseglocke, immer mit Menschen die verstehen.
Dann nach Hause, die Freude ist riesig und doch ist es ein Sprung ins kalte Wasser. Der Tagesablauf ändert sich von Heute auf Morgen.

Ich kann dir nicht sagen, wie dein Mann dies empfindet, doch ich weiß von mir und einigen mit denen ich 2009 bis zu 3 Monate in der Klinik war, dass wir alle sehr lange gebraucht haben um uns wieder in unserem Leben zurechtzufinden.
Wir waren eine 4er Gruppe.
Eine ältere von uns ging in Altersteilzeit, eine in den 40igern in EU-Rente, unser Küken brauchte ein knappes Jahr um sich zu fangen und ging dann für 9 Monate nach Australien als Backpacker. Ja und ich habe mehrere Versuche zur Wiedereingliederung gestartet und bin nun doch EU-Rentnerin.

Die Gefühle Wut, Verzweifelung und Traurigkeit sind schwer zu leben.

Sag mir doch bitte mal genau und jedes für sich warum Wut, warum Verzweifelung, warum Traurigkeit. Versuch deine Gefühle etwas greifbarerem zuzuordnen. Vielleicht gelingt es so, ein wenig Ordnung in das Chaos zu bringen.

24.07.2013 23:12 • #36


David Spritz
Ich würde auch sagen, dass Du da viel zu ungeduldig bist. Das Leben eines Depressiven läuft in einem anderen Tempo, das seiner Umwelt manchmal sehr, sehr langsam vorkommt. Mir ging es in der Depression auch so, allerdings hatte ich selbst zusätzlich diesen ungeduldigen Außenblick auf mich selbst. Ich habe mitgekriegt, dass ich das Tempo der Menschen in meinem Umfeld nicht mitgehen kann, hatte aber gleichzeitig das Gefühl, dass ich das trotz Depression schaffen müsste - eine absolute Zwickmühle! Die Lösung war am Ende, den Kampf aufzugeben und die Tatsache zu akzeptieren, dass ich momentan schwächer und langsamer bin als manche es von mir erwarten, dass ich mich dafür aber nicht schämen muss und auch mein Wert als Mensch dadurch nicht in Frage steht. Du musst aufpassen, dass Du nicht irgendwann für ihn zu dieser bösen, unmögliche Dinge verlangenden Außenwelt gehörst. Je mehr Druck Du ausübst, sei er auch gar nicht von Dir absichtlich gewollt, desto mehr wird er sich seinen Depri-Kumpels zuwenden, denn die verlangen nicht diese unmöglichen Dinge von ihm, sondern lassen ihn einfach so sein, wie er jetzt gerade ist. Das hilft ihm, dass er auch sich selbst mehr so akzeptieren kann, wie er jetzt gerade ist, und das ist dann auch der Beginn seiner Heilung. Wenn Du kannst, dann sende also auch Du ihm diese Botschaft. Du musst Deine innere Abwehrhaltung gegen seine Depression ablegen und aufhören, etwas an seiner momentanen Situation ändern zu wollen. Es gilt die gleiche Regel wie bei Allem im Leben: Erst wenn Du es akzeptierst, kann es sich auch irgendwann ändern.

Das mit der Frage, ob meine Gefühle richtig oder falsch sind, hatte ich auch. Ich nahm damals Mirtazapin, die massiv ins Gefühlsleben eingreifen, das kam noch erschwerend hinzu. Aber auch ohne Medikamente hatte ich oft Selbstzweifel und hatte die gleichen Gedanken wie Dein Mann: Ich bin schon depressiv, und wenn ich jetzt auch noch meinen Gefühlen freien Lauf lasse, dann werden sie mich verschlingen, und ich komm da erst recht nicht mehr raus. Später habe ich dann herausgefunden, dass es in Wahrheit genau umgekehrt ist. Depression heißt ja wörtlich aus dem Lateinischen übersetzt Unterdrückung. Es sind letztendlich die unterdrückten Gefühle, die sich da verselbstständigt haben, in erster Linie aggressive Gefühle, aber auch Scham, Schuld und Minderwertigkeitsgefühle. Ich habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass Gefühle gar nicht falsch sein können, denn die Tatsache, dass sie da sind, beweist schon allein, dass sie auch da sein dürfen. Es braucht aber viel, viel Mut, sie auch zuzulassen, und Mut ist ja gerade das, was dem Depressiven fehlt. Als meine Kinder noch kleiner waren und ich ihnen gegenüber das Wort Depression noch nicht benutzen wollte, hieß es bei uns immer: die Krankheit, bei der man seinen Mut verliert. Aber jetzt bin ich mir sicher, wenn ich meinen neu gewonnenen Mut behalte, auf mein Herz zu hören und meine Gefühle zuzulassen, dann ist das für mich der perfekte Schutz vor einer erneuten depressiven Episode. Ich mag nicht beschwören, dass das für jeden Menschen gilt, aber ich glaube schon, dass dies der zwar oft schwierigste und schmerzhafteste aber beste und nachhaltigste Weg aus der Depression heraus ist. Ich fühle mich jetzt jedenfalls sogar besser als vor der Depression, eigentlich so gut wie noch nie in meinem Leben.

25.07.2013 07:47 • #37


Pyxidis
Hallo Fiasko,

Zitat von David:
sondern lassen ihn einfach so sein, wie er jetzt gerade ist. Das hilft ihm, dass er auch sich selbst mehr so akzeptieren kann, wie er jetzt gerade ist, und das ist dann auch der Beginn seiner Heilung. Wenn Du kannst, dann sende also auch Du ihm diese Botschaft. Du musst Deine innere Abwehrhaltung gegen seine Depression ablegen und aufhören, etwas an seiner momentanen Situation ändern zu wollen. Es gilt die gleiche Regel wie bei Allem im Leben: Erst wenn Du es akzeptierst, kann es sich auch irgendwann ändern.


Das möchte ich hier asudrücklich unterstreichen, was David sagt. Besser hätte er es nicht schreiben können.

Er kann Dir im Moment nicht das geben, was Du möchtest, aber je mehr Du ihn dazu drängst und er es versucht, obwohl er depressiv ist, deto weniger kommt er aus der Depression raus.

Akzeptiere es, lerne damit zu leben und höre auf seinen Zustand ändern zu wollen. Alles andere ist kontraproduktiv.

Grüße Pyxidis

25.07.2013 08:48 • #38


M
Liebe fiasko,

ich stimme David und Pyxidis da voll und ganz zu.

Das ist ein hartes Stück Arbeit und wird dir viel Geduld abverlangen, es geht aber leider nicht anders. Dein Mann will dich nicht ärgern, er kann nicht anders.

25.07.2013 09:26 • #39


F
Also sie waren eine größere Gruppe, aber letztendlich hat es sich auf eine 4er-Gruppe eingependelt, die sich jetzt auf 3 (inkl. ihm) reduziert hat, weil die eine (ebenfalls verheiratet) jetzt gestanden hat sich schwer in ihn verliebt zu haben, er hat den Kontakt sofort abgebrochen und will ihn auch nicht wieder aufleben lassen. In naher Zukunft wird sich das dann auch nur noch auf das Küken (seine Klinik/Gruppen-Tochter) und ihn beschränken, weil die andere gerade dabei ist sich von allen zu verabschieden, sie kann und will einfach nicht mehr leben :( Aber mit dem allem kommt er bestens klar.

Wut = Ich bin so wütend, weil sich nichts bewegt. Er bewegt sich in keine Richtung von wegen Klinik, Therapie, Gutachten angehen oder auch nur mal eine Kleinigkeit im Haushalt für mich zu erledigen. Ich gebe und er nimmt, aber umgekehrt läuft nichts. Ich weiß das liegt an der Depression, aber es macht mich halt wütend.

Verzweiflung = Weil ich einfach nichts machen kann und mein Leben aus dem Ruder läuft. Jeden Tag die schwere Arbeit in der Baumschule, der psychische Stress mit meinem Chef, weil er ein Choleriker ist und man ihm nie was recht machen kann und er dich wie ein Schulmädchen behandelt. Dann kommt man nach Hause und dort sieht es auch nicht wirklich besser aus, obwohl mein Mann sich ja Mühe gibt, die ich mit meinen Emotionen wieder vernichte, keine Freundin mehr, Freundeskreis hat sich auch erledigt, somit stehe ich ganz allein auf weiter Flur mit meinem Selbstmitleid, meinen Problemen, dem ganzen Haushalt, dem großen Garten und dann überfährt mich teilweise die Angst das alles auf Dauer nicht mehr zu schaffen. Es erdrückt mich manchmal so sehr das ich einfach schreien und vor das nächste Auto laufen möchte.

Traurigkeit = Ich habe Angst um mein Leben, meine Zukunft und das sich das mit meinem Mann einfach nicht mehr ändert und ich ihn irgendwann verlieren werde und dann kann ich nur noch weinen. Ich kann meine Gedanken einfach nicht stoppen, sie rennen und rennen und rennen. Sehe alles nur noch schwarz :( und ich habe inzwischen Probleme ihm zu vertrauen, weil er sich emotional so zurückgezogen hat und ich denke Geht er heute oder morgen fremd, weil du ihn ständig nervst ......... Inzwischen gibt es mehr negative als positive Gedanken.

Zu den Medikamenten: Am Anfang hatter er Sertralin bekommen, hat unwahrscheinlich gut angeschlagen, aber nach einigen Wochen kam leider eine unangenehme Nebenerscheinung: Schluckbeschwerden, er konnte selbst nach absetzen 6 Wochen nicht wirklich schlucken. Nun bekommt er Opipramol, gemäß seiner Ärztin darf er täglich bis zu 300 mg nehmen, er dosiert sich zur Zeit auf 200. Kann zu Potenzstörungen führen, aber da steht nichts von Gefühlsbeinträchtigungen oder dergleichen.

Zitat von David Spritz:
Du musst Deine innere Abwehrhaltung gegen seine Depression ablegen und aufhören, etwas an seiner momentanen Situation ändern zu wollen. Es gilt die gleiche Regel wie bei Allem im Leben: Erst wenn Du es akzeptierst, kann es sich auch irgendwann ändern.


Sag mir bitte wie :( Ich finde einfach keinen Weg dahin, weil meine eigenen Emotionen mir immer wieder im Wege stehen. Ich will ja, kann aber nicht
:( ich verhalte mich im Moment dermaßen kindisch das ich mich selbst die ganze Zeit ohrfeigen könnte.

Das Du Dich jetzt besser als vor der Depression fühlst David freut mich sehr und es ist schön das Du einen Weg gefunden hast um dich selbst zu schützen. Ich denke, mein Mann will seinen Gefühlen einfach keinen freien lauf lassen, weil wenn zum Beispiel die Wut durchkommt, er Angst hat Dummheiten zu begehen, sprich er unberechenbar wird. In einer Klinik könnte man das wahrscheinlich angehen, weil er dann auch unter Beobachtung steht. Aber er meint, wenn er jetzt nochmal in die Klinik kommt, würde er nur eine 10-Tage-Intensiv-Behandlung bekommen und keinen längeren Aufenthalt, weil er ja die Rente beantragen wollte, was er ja jetzt aber nicht mehr kann, weil das Gutachten nicht korrekt ist und dafür negativ ausfällt.

Ich habe jetzt auf jedenfall die Caritas rausgesucht wegen einer Eheberatung und hoffe, dass diese wirklich kostenfrei ist, denn das liegt absolut nicht in unserem finaniellen Rahmen und mein Mann ist damit auch einverstanden. Morgen werde ich einen Beratungstermin vereinbaren. Vielleicht hilft mir dieser Weg weiter um mich innerlich von meinem Mann zu befreien. Wenn nicht, dann hilft mir wahrscheinlich wirklich nur noch der Weg zu einem eigenen Therapeuten weiter :( Obwohl ich da ein wenig Angst vor habe.

Angst = inzwischen das Hauptwort in meinem Leben

25.07.2013 18:25 • #40


M
Ich kann deine Gefühle sehr gut verstehen. Man ist ziemlich hilflos.

Zitat von fiasko:
Ich habe jetzt auf jedenfall die Caritas rausgesucht wegen einer Eheberatung


Das ist sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung und vielleicht gewinnst du für dich etwas mehr Sicherheit und Klarheit. Ich wünsche es dir auf jeden Fall.

25.07.2013 18:49 • #41


David Spritz
Also bevor ich wieder mit meinen klugen Ratschlägen anfange (Sag Bescheid, wenn ich zu doll mache!), erstmal !

Du darfst ja auch wütend sein. Und Du darfst Deine Wut auch rausschreien. Nur vor ein Auto laufen würde ich nicht empfehlen! Aber es ist *Deine* Wut, und als solche musste Du sie auch behandeln. Sie hat nur mit Dir zu tun, nicht mit Deinem Mann oder Deinem Chef, die können nichts für Deine Wut.

Was Deine Verzweiflung angeht, so scheint es doch genug Dinge in Deinem Leben zu geben, um die Du Dich kümmern solltest: Unzufriedenheit im Beruf, Durchsetzungsvermögen gegenüber Autoritätspersonen, Selbstmitleid, und ich höre bei Dir auch immer so ein gewisses Opferbewusstsein raus. Nimm Dein Leben in die Hand, kümmere Dich um Dein Leben, nicht um das Deines Mannes. Das muss er selbst tun, oder eben nicht, aber das muss er selbst entscheiden. Du musst nur entscheiden, ob Du das mitgehen kannst, aber Du kannst es nicht ändern. Aber *Dein* Leben kannst Du ändern. Kennst Du Robert Betz? Der erzählt in seinem YouTube-Kanal BETZ BEWEGT viel zu solchen Dingen, z.B. in seinen 5 Schritten der Verwandlung. Alles kostenlos!

Psychotherapie und Eheberatung würde ich Dir trotzdem dringend ans Herz legen. Du musst das nicht alles alleine schaffen! Es gibt Hilfe, also nimm sie in Anspruch!

Was Deine Ängste angeht, so entspringen sie wahrscheinlich Deinen negativen Gedanken-Spiralen, würde ich sagen. Die kannst Du zum Beispiel in einer kognitiven Verhaltenstherapie auf den Prüfstand stellen und wirst dann erkennen, dass viele davon übertrieben oder sogar vollkommen unberechtigt sind. Die einzige wirkliche Gefahr kommt aus Deinen Ängsten selbst: Wenn Du immer wieder denkst, dass Du Deinen Mann verlieren könntest, dann wird das am Ende dazu führen, dass es tatsächlich passiert, während es ohne die Ängste überhaupt nicht passiert wäre. Durchbrich Deine Gedanken-Spiralen, sonst machen sie Dich kaputt und zerstören Dein Leben!

Wenn es Dir noch mehr Angst macht, was ich hier schreibe, dann tut es mir leid. Aber Du solltest aufhören zu zögern und endlich etwas tun. Probier alles aus, was es gibt! Geh Risiken ein! Nutze alle Ressourcen, die sich Dir bieten! Trau Dich! Schlimmer als jetzt kann es doch eh kaum noch werden!

26.07.2013 09:22 • #42


F
David Du hast ja Recht und ich finde es sehr gut das Du Dich immer wieder mit mir auseinandersetzt Ich weiß das ich fürchterlich bin und ich versuche jeden Tag dagegen etwas zu unternehmen - manchmal klappt es. Mein Humor schaut auf jedenfall immer mal wieder vorbei. Ich bin so auf meinen Mann fixiert, weil es in den letzten Jahren einfach nichts anderes gab als uns beide. Ich muss mich erstmal wieder daran gewöhnen eigene Wege zu gehen und das braucht Zeit und vor allem Geld .......

Die Eheberatung wird anlaufen und ich warte diesen Termin mal ab. Sie oder er wird ja sicherlich etwas dazu zu sagen haben, wenn wir von uns erzählt haben.

27.07.2013 16:48 • #43


M
Liebe fiasko,

Zitat von fiasko:
Ich weiß das ich fürchterlich bin und ich versuche jeden Tag dagegen etwas zu unternehmen - manchmal klappt es.


Du bist doch nicht fürchterlich, also ne! Du bist in Sorge um deinen Mann und möchtest, dass das Leben mal so weitergeht, wie es mal war. Das ist doch normal. Du mußt dich halt darauf einstellen, dass du einen langen Atem brauchst, wenn sich etwas verändern soll. Und viele haben diesen langen Atem nicht. Etliche Beziehungen sind daran schon zerbrochen.

Ich will dir jetzt aber keine Angst machen.

In meiner Beziehung hat es nämlich funktioniert. Mein Mann begann sich irgendwann unmerklich zu verändern. Er wurde ungeduldig und aggressiv. Nun haben wir Gott sei Dank von Anfang an viel Wert auf intensive Gespräche gelegt. Ich habe ihm dann bald mitgeteilt, dass ich gerne den Mann wieder hätte, den ich mal kennengelernt habe, wenn unsere Ehe weiter Bestand haben soll.

Wir kamen dann sehr schnell dahinter, dass er wohl Burnout hat. Da ich selber mit Depressionen zu tun hatte (und hier im Forum sehr aktiv war ) kannte ich mich etwas damit aus. Er hat sich sofort in therapeutische Behandlung begeben. Später hat er sich von seinem Job verabschiedet. Die Ausbildung war lang und teuer aber er konnte so nicht mehr weiter arbeiten. Heute haben wir viel weniger Geld aber wir sind glücklich und vor allem geht es uns beiden gut.

Zitat von fiasko:
Die Eheberatung wird anlaufen und ich warte diesen Termin mal ab. Sie oder er wird ja sicherlich etwas dazu zu sagen haben, wenn wir von uns erzählt haben.


Ist dein Mann dazu bereit, da mitzumachen?

27.07.2013 17:17 • #44


A


Hallo fiasko,

x 4#15


F
Liebe Martina,

ja, er ist dazu bereit und natürlich möchte ich den Mann wiederhaben in dem ich mich vor Jahren unsterblich verliebt habe Auch versuche ich immer wieder Gespräche mit ihm über meine Gefühle zu führen. Ist auch nicht immer einfach für mich, weil ich es nie gelernt habe :( und wenn er gut drauf ist können wir uns tatsächlich über unsere Situation unterhalten. Er bemerkt ja auch meine Bemühungen ^^

Es ist mir auch bewusst das es ein langer Weg sein wird und ich dazu einen langen Atem benötige, aber das ist es mir wert auch wenn ich dabei für eine gewisse Zeit auf der Strecke bleibe. Ich werde auf jedenfall für diese Beziehung kämpfen, so eine große Liebe gibt es kein zweitesmal.

Es ist schön zu lesen das es bei Euch funktioniert hat und Du mir damit ja auch Hoffnung machst. Ich sage mir immer wenn 2 zusammengehören, dann kann passieren was will ......

LG

27.07.2013 21:15 • #45

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