Mein Mann ist schwer depressiv - ich brauche Hilfe

David Spritz
Hey fiasko!

Das hört sich super an. Natürlich wird es ein nicht nur langer, sondern auch schwieriger und zuweilen schmerzhafter Weg für Dich werden, und auch gelegentliche Rückschläge werden Dir nicht erspart bleiben. Aber wenn Du Dich entschlossen hast und bei dem Entschluss auch bleibst, dann wirst Du es am Ende auch schaffen. Augen auf und durch!

26.11.2013 09:26 • #91


F
Hi David,

ja hört sich gut an, aber es ist wirklich schwer. Erst heute habe ich wieder einen Rückschlag erlitten, obwohl ich nicht weiß ob es an mir oder an meinem Mann liegt Mein Mann gibt sich null Mühe mir gegenüber, er ist nur am nehmen und nie am geben. Er kümmert sich rund um die Uhr um seine Kontakte (so nennt er es nun) und ist am springen, wenn die anderen mit den Fingern schnippen. Habe ich eine kleine Bitte an ihn, dann ist das unwichtig und wird nicht weiter beachtet. Das wurde mir heute mal wieder richtig klar gemacht ....... Gestern abend sagte er zu mir ich würde versuchen ihn zu manipulieren Nur weil ich versuche ihm begreiflich zu machen das ich mich nach Liebe sehne. Es nützt nichts, wenn ich mich nicht trennen will, dann muss ich da jetzt durch.

Das mit der Selbsthilfegruppe hat nicht geklappt. Die die ich mir ausgesucht habe gibt es zur Zeit nicht mehr :( Kann also erstmal wieder etwas dauern. Ich merke aber selber jeden Tag an mir das ich unbedingt was machen muss, auch wenn dies heißt den inneren Schweinehund zu überwinden.

Nun steht bald Weihnachten vor der Tür und irgendwie graust es mir davor, da werde ich immer so sentimental ......

Ich sage mir selber jeden Tag das ich es schaffe, auch wenn ich mal wieder in Tränen aufgelöst bin.

27.11.2013 21:55 • #92


A


Hallo fiasko,

Mein Mann ist schwer depressiv - ich brauche Hilfe

x 3#3


David Spritz
Sehnsucht nach Liebe kann ein Depressiver nunmal nicht erfüllen, sondern fühlt sich im Gegenteil sogar damit überfordert und baut unbewusst Schutzmechanismen dagegen auf. Auch wenn das hart klingt, aber Deine Liebe wirst Du Dir momentan woanders besorgen müssen!

Er kann sich nur ändern, *nachdem* Du akzeptiert hast, dass er jetzt so ist wie er ist. Das klingt zwar paradox, aber letztendlich ist es ja bei allem im Leben so: Was Du ablehnst, das nährst und verstärkst Du. Was zu akzeptierst, das kann gehen und etwas Neuem Platz machen. Eigentlich ganz schön gemein!

28.11.2013 08:44 • #93


Knoten
Ein kleiner Nebeneinwurf in Sache Liebe

Zitat:
Auch wenn das hart klingt, aber Deine Liebe wirst Du Dir momentan woanders besorgen müssen!


Wir alle müssen lernen uns selbst zu lieben, nicht andere dafür in die Pflicht zu nehmen. Liebe kann und wird nur freiwillig gegeben. Selbst wenn eine Depressive Episode durchlebt wird. Ich habe während meiner ganzen sehr schweren Episode meinen Partner geliebt und diese Liebe auch gezeigt.

Es ist nicht gut eine Aussage für alle zu treffen!

28.11.2013 09:53 • #94


M
Zitat von Knoten:
Wir alle müssen lernen uns selbst zu lieben, nicht andere dafür in die Pflicht zu nehmen. Liebe kann und wird nur freiwillig gegeben. Selbst wenn eine Depressive Episode durchlebt wird. Ich habe während meiner ganzen sehr schweren Episode meinen Partner geliebt und diese Liebe auch gezeigt.

Es ist nicht gut eine Aussage für alle zu treffen!


Vielen Dank für diese Anmerkung Knoten, das kann ich nur unterschreiben. Bei David wird es wohl so gewesen sein, das ist dann seine Erfahrung.
Solche Verallgemeinerungen sind aber nicht sehr hilfreich. Bei mir hat die Depression nie die Liebe und die Fähigkeit, sie zu zeigen, beeinflußt - und bei dir ja auch nicht.

28.11.2013 19:11 • #95


F
Kann es an dem Geschlecht liegen, weil Männer können ja eh schlecht Gefühle zeigen. Wir Frauen sind da ja ganz anders angelegt.

Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen, ich liebe mich nicht selber, ich mag mich noch nicht einmal besonders. Das denke ich, wird evtl. auch ein Problem sein was meine Haltung meinem Mann gegenüber erklärt. Ich hatte zwar soweit eine Kindheit die ganz in Ordnung war und doch bin ich nicht ganz normal aufgewachsen. Meine Eltern haben nie zu uns Kindern gesagt das sie uns lieb haben, diese ganz enge Bindung/Nähe zu den Eltern gab es auch nicht und vielleicht hängt davon mein heutiges Seelenheil ab. Diese Paartherapie ist ja wirklich interessant und wühlt vieles bei mir auf. Manchmal macht sie mir auch Angst ..... Was ist in meinem jungen Leben passiert das ich mich so gut wie an nichts erinnern kann oder liegt es einfach nur daran das ich ein so schlechtes Gedächnis habe??

Heute zum Beispiel hatten wir wieder eine Sitzung und wie gesagt ging es heute auch in die vollen nämlich um unsere Beziehung und wo der Knackpunkt ist. Ich muss wirklich sagen, wir haben einen sehr guten Therapeuten und ich und auch mein Mann können uns ihm gegenüber gut öffnen. Als wir einen dieser typischen Streits hatten lief der aber ganz anders ab im Beisein einer neutralen Person, ruhiger und leiser, auf einem ganz anderen Niveau. Der Therapeut hat ja zwischendurch auch immer nachgeharkt was wir gerade bei einer Aussage empfinden und einmal bin ich in Tränen ausgebrochen ...... Mein Mann war wie gesagt sehr ehrlich in seiner Meinung über mich und ich hatte dabei das Gefühl ein schrecklicher Drachen zu sein und da ist der Damm halt gebrochen :( Sobald es um meine Gefühle geht habe ich nah am Wasser gebaut. Ich habe auch meinem Mann ganz deutlich meine Meinung über ihn gesagt und wir haben gemerkt das wir beide wirklich in eine routinierte Schiene geraten sind. Der Therapeut meint aber das er sehr gute Chancen für uns sieht und will das nächstemal mit uns versuchen neue Wege der Kommunikation zu finden, damit wir lernen aus diesem Reflex wieder rauszukommen. Es wird nicht einfach sein und wir müssen da ganz konzentriert rangehen. Mir machen diese Sitzungen viel Angst, aber geben mir auch gleichzeitig Mut. Diese Möglichkeit im Beisein einer neutralen Person der geliebten Person Dinge sagen zu können ohne das er die Möglichkeit hat abzublocken bzw. abhauen kann ist gut und auch wenn wir uns dort gestritten haben sind wir uns doch dadurch auch ein Stückchen wieder näher gekommen.

Durch den langen Klinikaufenthalt meines Mannes und die damit verbundene Trennung ist bei mir ein Schalter umgelegt worden. Ich habe ihn danach mit anderen Augen gesehen, Gefühle wieder entdeckt und auch die Chance gesehen ihm helfen zu können. Die Sehnsucht nach Liebe, Nähe und Geborgenheit wurden wieder geweckt und ist wie zu einer Sucht geworden. All die Jahre habe ich verdrängt und wieder verdrängt, vieles nicht sehen wollen und auch nicht hören. Mein Mann hat bis heute nicht wirklich meine Veränderung wahrgenommen und hängt immer noch in der anderen Zeit, in dem ich ihm mit meinem Verhalten verletzt und damit auch seine Depression verstärkt habe. Er hat Angst mich an seinem Leben teilhaben zu lassen, weil er glaubt das ich ihn weiter verletzten werde .... Ich habe ihm im Beisein des Therapeuten heute nochmals gesagt das er mit mir reden soll - über seine depressiven Gefühle, darüber was er denkt und was die Krankheit aus ihm macht um mich einfach besser auf die Situation einstellen zu können bzw. ihn auch besser verstehen zu können bzw. mir das auch helfen könnte mich wieder zum positiven zu verändern, weil so wie ich jetzt bin mag ich mich auch nicht :( Was er seinem Kreis mitteilt kann er auch mir mitteilen, denn die Einschätzung der anderen ihn zu verstehen liegen nicht viel höher als bei mir. Er muss mir zumindest die Chance geben ihn und seine Krankheit verstehen zu können. Der Therapeut hatte da keine Einwände gegen ....

Ich merke auf jedenfall das uns diese Therapie wirklich gut tut und auch etwas bewirkt und das freut mich, wenn auch immer mit dem leisen Gefühl der Angst es könnte doch nach hinten losgehen.

Jetzt habe ich soviel geschrieben und ich hoffe, ihr könnt mir da irgendwie folgen. Habe ohne weiter nachzudenken alles aufgeschrieben was mich gerade bewegt.

Ich danke Euch das ich für mich da seid

29.11.2013 21:34 • #96


David Spritz
Sorry für die Verallgemeinerung! Ich wollte niemanden schlechtmachen. Es handelt sich in der Tat um eine persönliche Erfahrung von mir und um eine Beobachtung, die ich bei einigen (nicht allen) anderen Betroffenen gemacht habe. Allerdings unabhängig von deren Geschlecht!

Gut, dass Du Angst hast! Das bedeutet, dass Du auf der richtigen Spur bist. Dein Vergessen hat nämlich absolut nichts mit Deinem schlechten Gedächtnis zu tun, sondern ist ein Schutzmechanismus, für den Du Dich zu dieser Zeit entschieden hast, um bestimmte unangenehme Dinge nicht mehr (nie mehr!) spüren zu müssen. Jetzt bist Du erwachsen und brauchst diesen Schutz nicht mehr. Aber der kindliche Anteil von Dir befürchtet noch immer, dass etwas Schreckliches passieren wird, wenn Du das Verschüttete jetzt freilegst. Ja, es wird Dir möglicherweise kurzzeitig schlecht gehen, wenn Du Dich mit diesen Themen auseinandersetzt, aber Du wirst daran nicht sterben, sondern Du wirst Dir hinterher selbst jedes Mal ein bisschen näher sein, Schritt für Schritt.

Ich habe zum Beispiel momentan einen heftigen Konflikt mit meinen Ex-Schwiegereltern. Könnte mir eigentlich egal sein, da ich mit denen ja kaum noch was zu tun habe! Trotzdem nimmt es mich sehr stark mit, weil es mich nämlich an *meine* schwere Zeit in der Kindheit erinnert, an die ich kaum lebendige Erinnerungen habe. Im Alter zwischen 6 und 10 wurde ich häufig von meiner Mutter geschlagen, und mein Konflikt mit meinen Ex-Schwiegereltern erinnert mich daran, wie ich mich damals gefühlt habe. Und ein Teil von mir *will* sich nicht daran erinnern und wehrt sich dagegen. Genauso ist es wahrscheinlich auch bei Deinem Mann: Er konfrontiert Dich mit Deinem alten Gefühl des Nicht-Geliebt-Werdens und holt es immer wieder in Dir hoch, ob Du das nun willst oder nicht. Aber glaubst Du mir, wenn ich Dir sage, er pflanzt diese Gefühle nicht in Dich hinein, sondern sie waren schon vorher da, die ganze Zeit? Und dass er sie nur hochholt aber nicht verursacht? Vielleicht hast Du Dir sogar unbewusst genau deswegen ausgerechnet ihn als Partner ausgesucht!

Betrachte es doch mal als Einladung, als Chance, Dich damit auseinanderzusetzen. Gäbe es Deinen Mann nicht und wäre er nicht so zu Dir, wie er ist, würdest Du Dich doch niemals freiwillig mit diesen schmerzhaften Themen beschäftigen, oder? Du kannst Deinem Mann (und ich meinen Ex-Schwiegereltern!) also wirklich, wirklich dankbar sein, dass er Dir das ermöglicht. Sonst trägst Du es auch den Rest Deines Lebens weiter mit Dir rum!

Und noch eins: Ja, Du hast Deinem Mann geschadet und seinen Zustand verschlimmert. Aber es geschah unbewusst. Du bist kein Drache, sondern Du setzt Dich im Gegenteil mit Deinem Anteil Eures Problems auseinander. Du übernimmst die Verantwortung (aber bitte nicht Schuld!) für die Wirkung Deiner Gefühle auf geliebte Menschen, und das finde ich ganz großartig von Dir!

30.11.2013 12:44 • #97


F
Ach David, Du findest immer die richtigen Worte ..... Ich weiß nicht, ob ich es gut finde das ich mit ihm die Möglichkeit erhalte irgendetwas aus meiner Kinder-/Jugendzeit aufzuarbeiten. Vielleicht hätte es mich auf meinem weiteren Weg nicht gestört, oder?

Ich stehe dazu ihm geschadet zu haben und ich finde es ganz, ganz schlimm das ich dazu beitragen habe das es ihm jetzt so schlecht geht. Ohne mich würde es ihm ja besser gehen ..... aber eine Schuld gebe ich mir inzwischen nicht mehr daran, denn es war einfach mein Schutzmechanismus der mich so hat handeln lassen. Es tut mir unendlich leid ihn auf diesen Weg gebracht zu haben, aber vielleicht sollte es auch so sein. Unserer beider Wege haben zu der Paartherapie geführt und darin sehe ich die Chance für einen Neuanfang bzw. eine Möglichkeit wieder enger zusammenzurücken, die Liebe auch mit Worten wiederzufinden, eine große Liebe zu retten.

Leider wird es für dieses Jahr nur noch eine Sitzung geben und ich bin gespannt auf den Plan des Therapeuten uns auf einen neuen Kommunikationsweg zu schicken. Ich habe das ganze Wochenende daran gearbeitet all meine Bewegungen zu verlangsamen und alles ruhiger zu machen (mein Mann findet mich zu hektisch und zu laut in meinen Bewegungen/Handlungen). Es ist anstrengend so konzentriert zu sein, aber ich denke, mit der Zeit wird mein Körper es verinnerlichen ^^ Es kann doch eigentlich nur noch bergauf gehen oder?

Du hast es geschafft David und ich denke, Du hattest schwerwiegenderes zu verarbeiten als ich, dann werde ich es auch schaffen

01.12.2013 23:19 • #98


David Spritz
Ich sehe es immer so: Was ich in diesem Leben schon an inneren Konflikten bereinigen kann, das muss ich nicht ins nächste Leben mitnehmen. Natürlich weiß ich nicht, ob es so etwas wie Wiedergeburt oder Karma wirklich gibt. Aber der Gedanke daran ist für mich hilfreich. Mit jeder Sache, die Du bewältigst, wirst Du auch in diesem Leben schon freier und selbstbestimmter. Und vielleicht auch automatisch ruhiger, ohne dass Du Dich darum bemühen musst! ;-)

Ob ich schlimmer gelitten habe als Du, vermag ich nicht zu beurteilen. Das hängt ja hauptsächlich vom subjektiven Empfinden ab, von daher kann man das schlecht vergleichen.

Aber eins finde ich merkwürdig: Wenn Du Dir, wie Du schreibst, keine Schuld daran gibst, dass es Deinem Mann so schlecht geht, warum findest Du es dann schlimm? Da passt etwas nicht zusammen. Bist Du wirklich ehrlich zu Dir selbst?

02.12.2013 08:47 • #99


F
Ich habe mir bis vor wenigen Wochen die Schuld an seiner Depression gegeben, aber inzwischen habe ich eine andere Sicht darauf bekommen. Ich weiß das ich es mit meinem Verhalten seine Depression verschlimmert habe, aber ich habe inzwischen diese Schuldgefühle abgelegt, weil ich im Endeffekt nichts dafür konnte, weil es ja meiner reiner Selbstschutz war der mich hat so handeln lassen. Auch mein Mann hat mir immer wieder gesagt das ich nicht Schuld bin. Aber auch wenn ich mich nicht mehr schuldig fühle, so tut es mir aber trotzdem leid das er mit durch mein Verhalten in diese schwere Depression gerutscht ist. Es lag ja nicht nur an mir, es waren ja mehrere Gründe und ich nur einer davon. Diese Therapiestunden tun mir wirklich gut und wir gehen dort wirklich offen miteinander um.

02.12.2013 23:17 • #100


David Spritz
Das ist gut. Dein Schuldgefühl, das weder ihm noch Dir hilft, scheint sich in Mitgefühl (aber bitte nicht Mitleid!) zu verwandeln, was für Euch beide hilfreich sein wird. Wie solltest Du auch schuldig sein für Schaden, den Du *unbewusst* verursacht hast! Schließlich hast Du es doch zu jedem Zeitpunkt so gut gemacht wie Du konntest! Du hast es nur damals noch nicht besser gewusst. Heute weißt Du es, hast Deine Lektion gelernt und würdest den gleichen Fehler nicht noch einmal machen.

Aber es bringt nichts, wenn ich Dir das sage. Erst wenn solche hilfreichen Gedanken über Dich selbst Deinem eigenen Kopf entspringen, wirst Du auch wirklich glauben, dass sie wahr sind, und Dich besser fühlen. Das ist jetzt Deine Baustelle. Und während Du daran arbeitest, hat das auch gleich den positiven Nebeneffekt, dass Deine Aufmerksamkeit sich weniger auf ihn und mehr auf Dich richtet, was für ihn dann wieder eine Entlastung darstellen wird, weil er ja nicht mehr so sehr im Fokus Deiner Aufmerksamkeit steht und sich somit nicht mehr so sehr von Dir unter Druck gesetzt fühlen wird. Du hilfst Euch also beiden, wenn Du Dich Deiner inneren Welt mehr widmest.

Weiter so!

03.12.2013 08:10 • #101


F
Ja, ich gebe mir Mühe Schließlich möchte ich ja auch das es mir besser geht. Wie gesagt tun mir diese Therapiestunden wirklich gut, wobei ich überlege mir zusätzlich noch einen eigenen Therapeuten zu suchen. Aber da schwanke ich noch, ob das wirklich nötig ist. Es wird noch Monate dauern oder noch um einiges länger bis wir wieder da sind wo wir mal waren, sprich am Anfang unserer Beziehung wo die Welt noch in Ordnung war, mit dem Unterschied, dass ich jetzt gereift bin

05.12.2013 23:07 • #102


David Spritz
Muss eine Therapie erst wirklich nötig werden? Schaden kann es doch auch nicht, wenn Du die 5 probatorischen Stunden beim Psychologen mal ausschöpfst, die Dir seitens der Krankenkasse zustehen. Danach kannst Du Dich immer noch dagegen entscheiden, ohne negative Konsequenzen für Dich.

Ruf doch einfach mal ein paar Psychologen an. Meistens gehen die nicht selbst ans Telefon, sondern haben eine Mailbox und rufen dann zurück. Und dann vereinbarst Du einfach einen Termin, nimmst Deine Krankenkassen-Karte mit, und er kümmert sich um den Papierkram.

06.12.2013 13:57 • #103


F
Ich warte jetzt erst einmal einfach ab. Ich versuche mich auf mich selbst zu konzentrieren und lass mein Mann einfach machen. Der dreht heute auch schon wieder am Rad, aber ok, heute interessiert es mich nicht .......

09.12.2013 18:42 • #104


A


Hallo fiasko,

x 4#15


F
Es liegen ein paar schöne Tage (wenn man es so nennen darf) hinter uns, die Paartherapie lief auch ganz gut. Wir haben jetzt Spielregeln aufgestellt, mal schauen wie es damit funktioniert, aber .........

Wir waren eigentlich heute den ganzen Tag im Bett, weil draußen war es kalt, grau und nass, einfach ungemütlich, wobei wir wirklich nur viel geschlafen haben. Heute abend waren wir dann auf so einer kleinen Weihnachtsfeier in einer Spielothek. Dort arbeitet unter anderem eine Bekannte von meinem Mann mit der ich auch einen guten Kontakt habe. Dann kommen wir da rein und mein Mann bog sofort nach links ab und hatte dann eine weinende junge Frau im Arm ...... Sie haben sich voller Zuneigung und Zärtlichkeit im Arm gehalten, mein Mann hatte sie hin- und hergewiegt und ganz sanft ihr Haar gestreichelt und sie hat geweint und geweint und sich an ihn geschmiegt...... ups .... Was war das denn jetzt? Ich war abgemeldet, nicht einmal ein Blick in meine Richtung, keine Erklärung .... Ich kam mir vor wie die Axt im Walde und ehrlich gesagt vollkommen verarscht. Ich kannte dort weiter keinen und fühlte mich da total verloren bzw. auch den Blicken der anderen ausgesetzt, denn alles schaute in die Richtung der beiden. Ich kam mir total blöd vor und überflüssig, da bin ich wieder rausgegangen und weggefahren, mit dem Versuch meine Gedanken zu sortieren. Ich kam mit der Situation nicht zurecht und mein Mann hat auch nicht den leisesten Anflug eines Versuchs unternommen mir etwas in dem Moment mitzuteilen oder anzuzeigen Nach einigen Minuten ging mein Handy, mein Mann fragt mich wo ich denn sei ..... aus mir sprudelte es nur so heraus und er sagte das das die Tochter von der Bekannten sei und sie hätte sich so gefreut ihn wiederzusehen (sie war mal Arzthelferin bei seinem Hausarzt) ...... Ach sage ich, so nennt man es jetzt wenn man sich zärtlich im Arm hält und die Welt um sich herum vergisst......

Diese Geste die mir immer wieder vor Augen kommt ...... in den ganzen 14 Jahren unserer Beziehung hat mich mein Mann nicht einmal so in den Arm genommen bzw. wenn ich weine, wendet er sich von mir ab, ein in den Arm nehmen gibt es da überhaupt nicht. Ich weiß einfach nicht was ich nun machen soll, meine Gefühlswelt ist vollkommen durcheinander Als wir dann zu Hause angekommen sind, habe ich mich sofort auf das Fahrrad geschwungen und bin erstmal über eine Stunde durch die Gegend gefahren, aber zu keinem Entschluss gekommen. Ich frage mich, ob sich der ganze Aufwand überhaupt lohnt (Paartherapie, um die Beziehung kämpfen) ..... renne ich nicht einfach einem Mann hinterher der mich und meine Liebe gar nicht verdient ??? Kann mich dieser Mensch überhaupt lieben, wenn er mich immer schlecht behandelt bzw. mich und meine Ängste übersieht? Mich nie zärtlich in den Arm nimmt wenn ich traurig bin und es mir schlecht geht ...... Ist er meiner wert? Ich drehe mich im Teufelskreis und bin mit mir am ringen, ob eine Trennung für uns beide nicht einfach besser wäre....... Er kann sich dann in Ruhe um seine ganzen Freundinnen kümmern und überall Seelsorger spielen und ich könnte dann vielleicht wieder leben mit der Chance eine neue Liebe zu finden .......

Ich weiß nicht, ob es richtig ist solche Gefühle hier öffentlich ins Forum zu stellen, aber ich bin so voller Traurigkeit und Verzweiflung das es einfach raus muss. Als ich mit dem Rad unterwegs war, hatte ich zwischendurch den Gedanken einfach auf die Straße zu fahren wenn ein Auto kommt, sich kurz und schmerzlos überfahren lassen, aber dann war da die Angst nur mit einer Querschnittslähmung aus der Geschichte heraus zu kommen.......

Ich mag einfach nicht mehr kämpfen, ich bin müde

Nach jeder Paartherapie kommen neue Erinnerungen aus meiner Kindheit hoch und wenn ich mich wieder daran erinnere, dann tut es weh. Es sind meistens Erinnerungen die mich traurig machen. Immer wieder kommt meine Mutter darin vor, die nie Zeit für mich hatte, nie einen Geburtstag mit mir gefeiert hatte. Immer nur mein Vater, der mit mir und den wenigen Kindern überfordert war. Es waren eigentlich immer traurige Geburtstage :( Je mehr ich in meine Kindheit gehe desto mehr Traurigkeit zieht in mein Leben, weil ich immer wieder damit konfrontiert werde nie die übliche Liebe bzw. Nähe der Eltern bekommen zu haben, die man einem Kind zukommen lässt. Nie war meine Mutter da, mein Vater immer nur mit Bemühungen ..... Ich fühle mich deswegen noch heute zurückgesetzt und mich der Elternliebe beraubt :(

Die frage des Therapeuten ging dann weiter in Richtung über Gefühle sprechen ..... ich habe überlegt ... nein, über Gefühle wurden nie gesprochen, kein ich habe dich lieb oder ähnliches. Keiner hat sich um mich gekümmert als ich in die Schule gegangen bin, keiner hat mit mir Hausaufgaben gemacht, keiner hat versucht mir eine höhere Schule zu ermöglichen. Ich bin über viele Umwege zu meinem Realschulabschluss gekommen, keiner hatte je hinter mir gestanden.

Meine ehemals beste Freundin, die ich seit der 2. Klasse kenne, hat nie über Gefühle mit mir gesprochen oder ich mit ihr. Ich habe immer alles mit mir allein ausgemacht, mich nie einem anvertraut. Wie auch, hatte es doch nie gelernt.

Ich habe meinen ersten Ex-Mann mit 17 Jahren kennengelernt, er war mein erster Mann und ich war schrecklich verliebt und habe ihn durch die rosarote Brille gesehen, nicht den Alk. und als ich es bemerkt habe war es zu spät, ich war gefangen in dieser Beziehung, konnte mich einfach nicht lösen. Erst hatte ich noch versucht ihn davon loszubekommen, aber dann habe ich immer mehr resigniert bis hin zum totalen Gefühlsstillstand. Ich war nicht mehr vorhanden, nur noch eine Hülle die morgens aufgestanden ist um zur arbeit zu gehen und am abend wieder zu kommen und sich wieder erniedrigen und demütigen zu lassen. Das ging über 6,5 Jahre, die eigentlich schönsten Jahren einer Jugendlichen bzw. einer jungen Frau. Ich habe in dieser Zeit nichts anderes empfangen als Erniedrigung, ich war einfach nichts wert, nicht hübsch .... wurde belogen und betrogen und doch habe ich es eines Tages geschafft aus dieser kühlen Welt zu gelangen. Ich traf auf meinen zweiten Ex-Mann, sehr lieb und das absolute Gegenteil von meinem Ex. Meine Hülle wurde wiederbelebt mit Gefühlen, schönen Gefühlen. Er hat versucht mir jeden Wunsch zu erfüllen, aber auch hier hatte ich immer einen Hang zur Traurigkeit, denn auch hier wurde nie von Gefühlen gesprochen. Ich wußte das er mich liebt, aber auch hier wurde nie weiter über Gefühle gesprochen, was einen bewegt. Die Beziehung wurde für mich langweilig. Er war immer lieb, aber auch hier fehlte mir irgendwie die Aufmerksamkeit, die ich brauchte. Nach 10 Jahren Beziehung, die nur aus Planungen und Unflexibelität bestand, bin ich dann geflohen. Hatte meinen jetztigen Mann kennengelernt .....

Er war so ganz anders als meine beiden Ex-Männer, dominat, aufmerksam, hat mir immer das Gefühl gegeben wichtig zu sein und das er sich freut mich gefunden zu haben. Und bei dieser Beziehung habe ich zum erstenmal erleben dürfen was es heißt einen Mensch wirklich zu lieben, mit Haut und Haaren. Aber seltsamerweise wurde auch in dieser Beziehung nie wirklich über Gefühle gesprochen bzw. ist es dann nach kurzer Zeit komplett eingeschlafen bis zum Klinikaufenthalt meines Mannes in diesem Jahr Februar. Es liegen 13 Jahren dazwischen in denen man einfach nur gelebt hat, nicht miteinander, sondern eher nebeneinander. Mir hat diese Zeit Anfang des Jahres die Augen geöffnet und ich habe mich wieder in meinen Mann verliebt und nun leide ich wie ein Hund, weil ich damit nicht klarkomme :( Mit seiner Haltung mir gegenüber. Zum erstenmal in meinem Leben habe ich angefangen über Gefühle zu sprechen, es war sehr schwer für mich und ist es auch immer noch. Das Problem liegt jetzt bei meinem Mann, denn er möchte nicht über Gefühle mit mir sprechen, weil es ihn überfordert sagt er. Er spricht mit anderen über deren Gefühle und auch über seine Gefühle, nur nicht mit mir ... und wieder fühle ich mich wie das kleine Kind das nicht geliebt wird bzw. die Aufmerksamkeit bekommt, die es benötigt um sich im Leben wohl zu fühlen.

Wie soll es bloß weitergehen? Wie soll ich mit der Situation klarkommen? In der Beziehung geht es rauf und runter und ich fühle mich zerissen .......

15.12.2013 21:40 • #105

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