@Frage Ich kann total gut verstehen, dass du dich so fühlst! Und ich fühle mit dir, dass du da jetzt durch musst.
Aber ich kann den anderen nur zustimmen: Du hast absolut richtig gehandelt! Und du darfst darauf auch stolz sein! Auch wenn es dir gerade alles weh tut und du (verständlicherweise) traurig und wütend bist!
Dein Mann trägt die Verantwortung für sein Verhalten und ist dafür verantwortlich, dass er sich Hilfe holt.
Nur er kann diese Entscheidung treffen.
Du wiederum darfst und musst dich um dich selbst kümmern, und du hast diesen ersten großen Schritt getan, was ich wirklich toll finde!
Vielleicht wächst daraus sogar die Chance, dass sich dein Mann besinnt. Aber das liegt auch nur an ihm selbst. In jedem Fall wird er dafür Zeit brauchen, das wird vermutlich nicht schnell passieren. Erstmal muss ihm klar werden, was er verliert und erkennen, dass ER das verursacht hat und die Verantwortung dafür bei IHM liegt (und nicht bei dir) und nur ER sich dafür entscheiden kann, zu handeln und sich Hilfe zu holen.
Auf jeden Fall ist es wichtig, dass er weiß entweder trinken - ODER Beziehung. Nur dann hat er überhaupt genug Druck, um vielleicht etwas zu verändern. Ohne diesen Druck wird er auf keinen Fall was ändern! Es ist dann ja einfach so bequem, alles so weiterlaufen zu lassen und die Probleme im Alkohl aufzulösen - aber dafür braucht man dann immer mehr, weil die Probleme ja auch größer werden, wenn man sie nicht löst....!(Wirkliche Veränderung in der Sucht passiert meist nur durch einschneidende Erlebnisse, aber auch dann nicht immer.)
Oder er übernimmt diese Verantwortung nicht und ergeht sich in seinem Selbstmitleid und ertränkt seine Gefühle dazu weiter im Alk.. Das ist ja ein Kern des Problems, dass der Alk. dazu missbraucht wird, um die eigenen negativen Gefühle (die aber wichtig sind...) abzuwehren und nicht spüren zu müssen.
Und genau das klingt ja auch aus seiner WhatsApp Nachricht heraus: er wehrt wieder seinen Schmerz über die Trennung ab und tut so als sei alles normal und nutzt den Alk., um dieses Gefühl wieder zu betäuben.
Das hat nichts mit dir zu tun oder dass er nicht unter der Trennung leidet. Das ist einfach sein Verhaltensmuster, um mit sowas umzugehen - und das hat ihn sicherlich auch zum Alk. geführt.
Aber nur ER kann es ändern - oder entscheidet sich dafür, einfach alles so weiter zu machen.
Ich finde es jetzt wichtig, dass du bei deiner Position bleibst: Entweder Alk. ODER Beziehung mit dir.
Und dass er weiß, FALLS er sich für Hilfe entscheidet, dass es dann noch eine Chance geben kann (so verstehe ich dich jedenfalls). Und wenn du willst, kannst du ihm dann helfen, diese Hilfe zu bekommen.
Zum Beispiel im ersten Schritt gemeinsam zum Arzt zu gehen oder zur Suchtberatung oder so.
Du bist jetzt allerdings erstmal für dich die Priorität: Sorge gut für DICH und nehme auch die Hilfe deiner Freunde in Anspruch. Es ist schön, dass du eine Freundin / Freunde hast, die dich unterstützen.
Es ist wichtig, dass du für dein Leben und für deine Zukunft sorgst, egal ob diese in dieser Beziehung oder ohne diese Beziehung weiter geht.
(Als meine Ehe damals zerbrach, dachte ich erstmal, dass für mich die Welt untergeht. Heute weiß ich aber, dass das nicht so ist. Es war erstmal hart, aber ich habe mit der Zeit wieder gelernt, wie schön das Leben sein kann...).
ALLES GUTE weiterhin für dich!
27.03.2022 13:30 •
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