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Mein Mann trinkt jeden Tag und ist depressiv

B
Zuerst einmal..
mir tut deine Situation unglaublich leid.Es ist sehr schwer und ich kann mich gut in deine Lage versetzen.Mein Sohn hat sein komplettes Leben durch Alk. an die Wand gefahren.Aber das Wichtigste..Du darfst dir keine Schuld geben und versuche keine Angst zu haben.Frage deinen Mann,was er von dir erwartet und sage ihm genauso deutlich was du möchtest.Es wird leider noch sehr viele Konflikte zwischen euch geben,aber dein Mann muss jetzt etwas verändern.Mehr als Hilfe und Unterstützung kannst du nicht anbieten.
Suchtberatung ist auch für Angehörige da.Lass dich beraten.
Liebe Grüße,Birga

22.03.2022 20:00 • x 4 #16


F
Also, ich bin mittlerweile echt wütend und traurig gleichzeitig. Ich habe ihn vor der Wahl gestellt: Hilfe holen und aufhören zu trinken oder mich und unsere Zukunft und er meinte ich kann meinem Koffer packen

Ich habe dann versucht mit Vernunft zu reden und habe gefragt, ob er das ernst meint.. Worauf er mir sagte, du hast mir den ganzen Tag platt gemacht und jetzt kannst du dich nicht wundern, wenn etwas zurück kommt. ich wollte ihn nicht platt machen ich musste ihn nur sagen, dass es nicht mehr geht. Er kann nicht Tag und Nacht saufen und hoffen, dass alles besser wird wenn er under 3 Liter pro Tage reduziert. Das ist keine Lösung.

Auf jeden Fall ich war am Freitag dann bei einer Psychologe und er meinte, dass ich Distanz brauche wegen der Co-Abhängigkeit. Am Freitag NM sagte ich meinem Mann, dass ich zu eine Freundin fahre für das Wochenende, um ein klaren Kopf zu bekommen und, dass er sich auch überlegen sollte, was er mit seinem Leben wirklich will. Darauf ist er stinksauer geworden und ist eine Zig. nach dem anderen Rauchen gegangen. Er meinte, du hast deine Entscheidung eh schon getroffen und war einfach bitter böse. Er meinte, du fährst zu deiner junge Freundin (sie ist 25, ich 32 meinen Mann 42) um jünger Männer aufzureisen. Ich habe dann weiterhin geweint und habe ihn gesagt, dass das eine völlige Themenverfehlung ist und wo sollte ich ansonsten gehen. Darauf hatte er keine Antwort. Er hat dann einfach nur dann ständig wiederholt unsere leben ist nicht so schlimm oder du hast dich eh schon entschieden tschüss. Und so ich bin gegangen.

Ich bin jetzt seit Freitag NM weg und er hat nicht einmal probiert mich zu kontaktieren. Ich bin wie gesagt traurig und wütend gleichzeitig. Habe ich mich einfach so lange in ihm getäuscht?!? Er hat in einem gemeinsamen WhatsApp Gruppe mit seinem Bruder unsere Schwägerin auf ein bbq Einladung gestern Abend um 22:30 (wohl schon sehr gut bedient) geschrieben: Vielen Dank für die Einladung! Das ist nach diesem langen und frustrierenden Covid-Winter eine hervorragende Idee und ein willkommene Abwechslung!
Sehr gerne werde ich kommen!
Was darf ich Eurem Kleinen und Euch als Gastgeschenke mitbringen?
Das macht mich wütend. Als ob das Problem nur seit Covid da wäre und es war einfach ein langem Winter. Echt- ich wollte für ihn da sein, und ich will, dass unsere Ehe funktioniert aber wie kann man so stoisch und störr sein. Was kann ich tun? Muss ich einfach wirklich aufgeben? Oder spricht nur der Sucht? Er hat mir immer gesagt, dass er mich liebt und, dass ich das beste was ihm jemals passiert ist aber dann warum zerbricht 8 Jahren gemeinsames Leben an sowas doofes wie Alcohol.

Kann irgendwen mich helfen? Ich zerbreche gerade echt daran

27.03.2022 07:59 • x 3 #17


A


Hallo Frage,

Mein Mann trinkt jeden Tag und ist depressiv

x 3#3


Lilly-18
Zitat von Frage:
warum zerbricht 8 Jahren gemeinsames Leben an sowas doofes wie Alcohol.

Das verniedlicht das Problem. Liebe @Frage Al.kohol ist nicht nur doof, es ist eine tödliche Dro., sie geht mit Wesensveränderungen und körperlichem Zerfall einher. Glaub mir, ich weiß wovon ich rede. Mein Vater ist mit 52 Jahren daran gestorben, nach einem elend langem Leidensweg. Meine Mutter hatte irgendwann die Beine in die Hand genommen, bevor er sie auch noch mit in den Strudel gezogen hat.
Leider ist es so, dass du als Angehörige keine Chance hast ihm zu helfen, wenn er es nicht selbst will. Dein Mann steckt tief im Selbstmitleid, er beschuldigt alle anderen, an seiner Sucht schuld zu sein und findet immer einen Grund, um nicht aufhören zu können. Erst wenn er selbst sagt ich bin süchtig, ich brauche Hilfe dann kann Hilfe angenommen werden.
Gut dass du schon Hilfe gesucht hast und zum Psychologen gehst. Du brauchst auf alle Fälle Abstand. Die Ärztin hatte damals zu meiner Mutter gesagt, dass sie weg muss, denn als Co-Abhängige deckt man die Sucht des Partners und verzögert damit seine Einsicht, krank zu sein. Der Abhängige muss wohl erst ganz unten ankommen, um zur Einsicht zu kommen. Oder auch nicht. So wie mein Vater. Er war fast 10 Jahre ganz unten und hat immer noch behauptet, kein Alk.oholiker zu sein. Auch das ist möglich. Aber es ist NIEMALS deine Schuld. NIEMALS!
Es tut mir sehr leid für dich, denn ich kann mir ungefähr vorstellen, was noch alles auf dich zukommen wird. Geh zur Therapie, zu Freunden, denk an dich selbst. Ich weiß, wie schwer es ist, zusehen zu müssen, wie jemand, den man liebt, sehenden Auges in sein Unglück rennt und sich nicht helfen lässt. Aber es ist SEIN Leben, er hat die Wahl. So wie du auch.
Lass ihn wissen, dass du für ihn da bist, wenn er etwas gegen seine Sucht tut. Trinken muss er alleine.

27.03.2022 09:21 • x 5 #18


Anneklatsche
Hallo..
du hast jetzt den ersten Schritt gemacht, zieh es bitte durch.. ich kann dich verstehen, dass dich das alles mitnimmt, aber dein Mann muss erkennen, dass er Hilfe braucht.. du kannst ihm das alles nicht abnehmen..
Erst wenn er bereit ist, sich wirklich helfen zu lassen und das auch umsetzt, versuche, für ihn da zu sein..
Und auch, wenn es sich doof anhört, aber manche erkennen erst, dass sie Hilfe brauchen, wenn sie allein gelassen werden..
und das, was er in die WhatsApp-Gruppe geschrieben hat, hat er nur gemacht, um den Schein zu wahren.. sicherlich musste er sich auch erklären, warum du nicht bei dem Abend dabei warst.. das war sicherlich unangenehm für ihn..
Ich schicke dir viel Kraft rüber.. vielleicht kann dich deine Freundin auch weiter unterstützen, finde es super, dass sie dir hilft!

27.03.2022 09:25 • x 3 #19


ZeroOne
Hallo @Frage ,

ich finde es top, dass du deine Position nochmal ganz klar gemacht hast:

Zitat von Frage:
Ich habe ihn vor der Wahl gestellt: Hilfe holen und aufhören zu trinken oder mich und unsere Zukunft


Und auch mit dem Wochenende bei deiner Freundin gezeigt hast, dass es dir wirklich ernst ist.

Es kann schon sein, dass sich dein Mann jetzt als Opfer (bestätigt) fühlt und sein Selbstmitleid in noch mehr Alk ertränkt. Aber das liegt nicht in deiner Verantwortung.

Wie es viele hier schon geschrieben haben, so denke auch ich, dass er da nur wieder raus kommen kann, wenn er sein Problem erkennt, annimmt und aus Überzeugung den Kampf dagegen aufnimmt. Manche erreichen diesen Punkt leider nie.

Du hast deinem Mann deine Position klar gemacht. Viel mehr kannst du im Moment nicht tun. Wichtig ist ganz bestimmt, dass du dich nun um Selbstfürsorge bemühst und schaust, was dir - den Umständen entsprechend - gut tun kann und wie du am besten mit der Situation umgehen kannst.
Vielleicht hast du tatsächlich auch die Möglichkeit, vorerst auf räumlicher Distanz zu bleiben (z.B. bei der Freundin einziehen)?

Dass du dir professionelle Hilfe geholt hast, finde ich auch klasse:

Zitat von Frage:
Auf jeden Fall ich war am Freitag dann bei einer Psychologe


Weiterhin alles Gute für dich!

27.03.2022 12:17 • x 2 #20


Ralf_Refokus
@Frage Ich kann total gut verstehen, dass du dich so fühlst! Und ich fühle mit dir, dass du da jetzt durch musst.

Aber ich kann den anderen nur zustimmen: Du hast absolut richtig gehandelt! Und du darfst darauf auch stolz sein! Auch wenn es dir gerade alles weh tut und du (verständlicherweise) traurig und wütend bist!

Dein Mann trägt die Verantwortung für sein Verhalten und ist dafür verantwortlich, dass er sich Hilfe holt.
Nur er kann diese Entscheidung treffen.

Du wiederum darfst und musst dich um dich selbst kümmern, und du hast diesen ersten großen Schritt getan, was ich wirklich toll finde!
Vielleicht wächst daraus sogar die Chance, dass sich dein Mann besinnt. Aber das liegt auch nur an ihm selbst. In jedem Fall wird er dafür Zeit brauchen, das wird vermutlich nicht schnell passieren. Erstmal muss ihm klar werden, was er verliert und erkennen, dass ER das verursacht hat und die Verantwortung dafür bei IHM liegt (und nicht bei dir) und nur ER sich dafür entscheiden kann, zu handeln und sich Hilfe zu holen.

Auf jeden Fall ist es wichtig, dass er weiß entweder trinken - ODER Beziehung. Nur dann hat er überhaupt genug Druck, um vielleicht etwas zu verändern. Ohne diesen Druck wird er auf keinen Fall was ändern! Es ist dann ja einfach so bequem, alles so weiterlaufen zu lassen und die Probleme im Alkohl aufzulösen - aber dafür braucht man dann immer mehr, weil die Probleme ja auch größer werden, wenn man sie nicht löst....!(Wirkliche Veränderung in der Sucht passiert meist nur durch einschneidende Erlebnisse, aber auch dann nicht immer.)

Oder er übernimmt diese Verantwortung nicht und ergeht sich in seinem Selbstmitleid und ertränkt seine Gefühle dazu weiter im Alk.. Das ist ja ein Kern des Problems, dass der Alk. dazu missbraucht wird, um die eigenen negativen Gefühle (die aber wichtig sind...) abzuwehren und nicht spüren zu müssen.
Und genau das klingt ja auch aus seiner WhatsApp Nachricht heraus: er wehrt wieder seinen Schmerz über die Trennung ab und tut so als sei alles normal und nutzt den Alk., um dieses Gefühl wieder zu betäuben.
Das hat nichts mit dir zu tun oder dass er nicht unter der Trennung leidet. Das ist einfach sein Verhaltensmuster, um mit sowas umzugehen - und das hat ihn sicherlich auch zum Alk. geführt.
Aber nur ER kann es ändern - oder entscheidet sich dafür, einfach alles so weiter zu machen.

Ich finde es jetzt wichtig, dass du bei deiner Position bleibst: Entweder Alk. ODER Beziehung mit dir.
Und dass er weiß, FALLS er sich für Hilfe entscheidet, dass es dann noch eine Chance geben kann (so verstehe ich dich jedenfalls). Und wenn du willst, kannst du ihm dann helfen, diese Hilfe zu bekommen.
Zum Beispiel im ersten Schritt gemeinsam zum Arzt zu gehen oder zur Suchtberatung oder so.

Du bist jetzt allerdings erstmal für dich die Priorität: Sorge gut für DICH und nehme auch die Hilfe deiner Freunde in Anspruch. Es ist schön, dass du eine Freundin / Freunde hast, die dich unterstützen.
Es ist wichtig, dass du für dein Leben und für deine Zukunft sorgst, egal ob diese in dieser Beziehung oder ohne diese Beziehung weiter geht.
(Als meine Ehe damals zerbrach, dachte ich erstmal, dass für mich die Welt untergeht. Heute weiß ich aber, dass das nicht so ist. Es war erstmal hart, aber ich habe mit der Zeit wieder gelernt, wie schön das Leben sein kann...).

ALLES GUTE weiterhin für dich!

27.03.2022 13:30 • x 2 #21


Tealight
Ich frage mich gerade, wo der Grund für die trinkerei liegt
Es kann tausend Gründe geben; Unglücklich in der Beziehung Unglücklich weil er sich einsam fühlt ( für sich ganz allein), unglücklich wegen dem Umfeld unglücklich mit sich selbst unzufrieden oder einfach weil es schmeckt und er nicht merkt, daß die Sucht zum Alk Oberhand gewinnt....... Muss nicht, aber es kann was dahinter stecken ( manchmal auch der Trotzkopf = jetzt erst Recht )....
Ich will es nicht gutheißen, aber für suechte kann es Gründe geben, die derjenige nur sich selbst eingesteht. Aus Scham oder oder oder....

27.03.2022 14:14 • x 2 #22


F
@Tealight er sagt immer, dass er unglücklich in Job ist und, dass er ein Versager ist. Er meinte, dass er keinen neuen Job finden kann, weil sein Englisch nicht gut genug ist was erstens ein Blödsinn ist und zweitens er ist mit einer Muttersprachlerin verheiratet und hätte jederzeit mit mir üben können. Jedesmal wo ich probiert habe, ist er aber böse geworden bzw. meinte nicht jeder ist einer Sprachtalent wie du. Er sagte dann immer wieder es ist nicht so leicht und er kann mein Ami schei. mit 'yes we can' nicht mehr hören. Also, leider egal was ich ihm gesagt habe, war es immer falsch. Ich habe ihn gesagt wie klug und gut er ist aber er hat es mir nicht angenommen. Er hat mir immer gesagt, dass der einzige gute in seiner Leben unsere Beziehung ist, und unteranderem bin ich deswegen wahrscheinlich so Verständnisvoll für so lang geblieben.
Seiner Vater war auch Alk. und hat ihm in der Kindheit auch geschlagen (also, keine leichte Kindheit). Aber keine Ahnung... Er hatte leider wirklich viele Schicksalsschläge aber es ist meine Meinung nach keinen Grund aufzugeben. finanziell geht es uns so gut, dass er hätte jederzeit neu orientieren können aber er wollte nicht, dass ich für alles bezahle, da er der Mann ist.
keine Ahnung er hat mir sowieso nach wie vor nicht geschrieben... Also, ich bin einfach müde mit den ganzen und, wenn er sich zu Tode saufen will, sollte er. Ich kann einfach kein mehr Verständnis aufbringen

27.03.2022 18:59 • x 5 #23


Jedi
@Frage

Zitat von Frage:
Jedesmal wo ich probiert habe, ist er aber böse geworden

Zitat von Frage:
Er sagte dann immer wieder es ist nicht so leicht und er kann mein Ami schei. mit 'yes we can' nicht mehr hören.

Zitat von Frage:
Also, leider egal was ich ihm gesagt habe, war es immer falsch.

--
Da stellt sich mir die Nackenhaare hoch
Zitat von Frage:
Er hat mir immer gesagt, dass der einzige gute in seiner Leben unsere Beziehung ist,

Das passt ja gar nicht zusammen !
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Zitat von Frage:
Also, ich bin einfach müde mit den ganzen und, wenn er sich zu Tode saufen will, sollte er.

Ich kann einfach kein mehr Verständnis aufbringen

Ich kann Dich da gut verstehen !

27.03.2022 19:16 • x 1 #24


Tealight
Zitat von Frage:
@Tealight er sagt immer, dass er unglücklich in Job ist und, dass er ein Versager ist. Er meinte, dass er keinen neuen Job finden kann, ...

Ich glaub, ich würde ihn erstmal paar Wochen in Ruhe lassen ( auch wenn es schwer fällt) - Ich denke 2 - 3 Wochen auf jeden Fall ( was du aber selbst entscheiden musst)....
Wenn man jemanden bedrängt, handelt der jenige manchmal Kopflos und unbeherrscht und wird ungerecht. Therapie ist auch nicht für jeden Menschen gedacht.....
Vielleicht läßt du ihn erstmal klar werden im Kopf und er muss erstmal merken das er alleine in der Wohnung ist. Auch für den Partner ist es eine Umstellung alleine zu sein.
Vielleicht merkt er was - schließlich kann er jetzt trinken, ohne das jemand schimpft. Bestimmt eine total neue Situation. Das alleine sein ist vielleicht heilsam....
Aber wie immer im Leben, entscheiden muß man alleine wie du weiter vorgehst.....

27.03.2022 19:21 • x 1 #25


A


Hallo Frage,

x 4#11


M
Ihn erstmal allein zu lassen ist vielleicht der beste Weg, einen Druck auszuüben. Ich glaube, man kann von außen nicht viel sinnvolleres tun. Ich merke es an meinem Umfeld selbst.

Ich bin mir in den letzten Wochen darüber bewusst geworden, dass auch ich selbst ein Alk. bekommen habe. Fast jeden Abend gehen 2-3 Halbe drauf. Und ich stelle fest: Unter den Leuten, denen ich es erzähle, sagen sehr viele: Ja, ist bei mir auch so. Na und? Aber hör doch auf, wenn es dich stört. Ich habe den Verdacht, wenn ich nicht auf manche Begegnungen verzichte, krieg ich das auch nicht in den Griff. Schwierige Sache. Ich bringe es kaum über's Herz jemandem zu sagen: Sorry, ich komme nicht, damit ich nicht in Verlegenheit komme, zu trinken.

27.06.2022 11:44 • #26

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