Meine Frau ist depressiv - Hilfe

D
Aber es heisst doch Medikamente können nicht heilen.
Mal ganz ehrlich, gibt es überhaupt Hoffnung eine Depression zu heilen? Oder kann man nur lernen mit ihr umzugehen?
Wie lange soll man Medikamente nehmen, bis ans Lebensende?

22.08.2011 19:50 • #16


S
Hallo Dussel,

Zitat von Dussel:
Mal ganz ehrlich, gibt es überhaupt Hoffnung eine Depression zu heilen? Oder kann man nur lernen mit ihr umzugehen?
Wie lange soll man Medikamente nehmen, bis ans Lebensende


Ob eine Depression heilbar ist, hängt von vielen Faktoren ab. Und warum soll es keine Heilung geben? Wir lesen hier immer wieder, dass das möglich ist!!!!! Bitte lies dich durch die Thread´s. Viele User berichten von Heilung und einer positiven Perspektive. Das bedeutet für uns, dass es möglich ist.

Plan B wäre, damit umgehen zu lernen. Auch eine Variante, die hier schon nachzulesen ist.

Medikamente helfen erstmal, um aus dem Tief heraus zu kommen. Der weitere Weg ist dann erfahrungsgemäß eine Therapie. Zu erkennen, woran es liegt, was der Auslöser ist, damit zu leben und gewisse Gegebenheiten zu akzeptieren und anzunehmen. Folge wäre, diese Gegebenheiten rechtzeitig zu erkennen und sie zu verarbeiten, sprich: Sich ihnen zu stellen, Vorahnungen zu erkennen, sie zu bearbeiten und dem entgegenzuwirken.

Es gibt immer eine postive Perspektive, wenn wir auch in der Lage sind sie zu erkennen und auch auszuleben und anzunehmen.

Die Hoffnung ist unser Elixier.

Serafina

22.08.2011 20:04 • #17


A


Hallo Dussel,

Meine Frau ist depressiv - Hilfe

x 3#3


Steffi
Zitat von Dussel:
Aber es heisst doch Medikamente können nicht heilen.

schau dir das mal an. Der Film gibt Dir vielleicht etwas mehr Aufschluss über den (wichtigen) Einsatz von Medikamenten bei einer Depression.

22.08.2011 21:40 • #18


S
Ich weiß auch nicht, ob Medikamente heilen können. Sie sorgen auf jeden Fall dafür, dass deine Frau wieder durchschlafen kann und ich denke, dass damit eine ganze Menge erreicht ist.
Gruß
SmartM

23.08.2011 09:01 • #19


D
Hoffnung ist unser Elixier, ja, das stimmt. Und Hoffnung haben wir beide und Liebe die uns Kraft gibt.
Zum Thema Medikamente muss ich sagen, das ich da wirklich auf das Zusammenspiel meiner Frau mit ihrem Therpeuten vertraue und die beiden
gemeinsam erkennen, wann die Medikamente wieder vonnöten sind. Die Erfahrung mit dem Medikamentenentzug hat meine Süsse stark mitgenommen
und ich mag das Thema von mir aus nicht ansprechen.

Letzten Endes hoffe ich darauf das wir gemeinsam die Depression heilen können. Das ist, denke ich ein gutes Ziel, was auch im Bereich des möglichen liegt wenn ich so manches Thema hier lese.
Dieses Forum, mit all seinen, so empfinde ich zumindest, aufrichtigen Menschen, helfen mir enorm meine Aufgabe in dieser Zeit zu erkennen und auch auszufüllen.

23.08.2011 10:46 • #20


Steffi
Hallo Dussel,

ich bin sicher, Ihr werdet das schon gemeinsam schaffen

23.08.2011 11:35 • #21


B
Hallo Ulli,
hier spricht blume 888.....

Danke für deine Mail. Es hat mich veranlasst mal zu schauen, was Dich bewegt. Ich find's schön, dass Du deine Frau Süße nennst.
Ich werde von meinem Partner ebenso genannt UND das ist wundervoll !!!!

Du machst das ganz toll. Und ich verstehe dich so gut, kann nachvollziehen, wie verletzend und auch frustierend manches sein kann.
Die Stärken unserer Partner stärken und mit den Schwächen umgehen zu können. Eine große Aufgabe.

Wobei ich mich nicht mit dem Begriff Schwäche finden möchte. Auch diese können ins Positive gewandelt werden. Eine noch größere Aufgabe.

Wir selbst müssen schauen uns nicht zu verlieren. Uns die schönen Dinge des Lebens holen. Lachen ohne schlechtes Gewissen.
Mein Versuch eine Gruppe zu finden, einen Austausch Anghöriger von Depressionserkrankten, hat nicht funktioniert.
Es gibt keine.
Eine Gruppe beschäftigt sich immer wieder mit dem gleichen Thema .......wie gehe ich mit der Krankheit um.......! Gut. Nur leider sind es total verschiedene Auslöser, mit ähnlichen Auswirkungen.
Das war ziemlich schräg für mich. Eher ein Rückschritt.

Was ich da ganz klar erkannt habe ist, wir brauchen mehr Gruppen da draussen in unser aller Leben, die einen Austausch wie hier im Forum pflegen.
Ohne Dogmatismus und Abgrenzung. Es gibt nicht nur MEINEN ANGHÖRIGENSTATUS mit MEINEM ERLEBEN.
Unser Empfinden ist sehr individuell und trotzdem sind die Auswirkungen so ähnlich.

Für mich wäre es eine riesige Hilfe hier im Bodenseeraum Menschen wie Euch zu finden.



....es grüßt Euch.....
blume 888

23.08.2011 12:22 • #22


D
Ich muss mal wieder was von der Seele lassen und es mir einfach runterschreiben.
Meine Süsse war vorgestern bei ihrem Therapeuten und er meinte, sie solle wieder Medikamente nehmen.
Nun fühlt sich mein Engel leider als totaler Versager. Sie nimmt die Medikamente, zieht sich aber dadurch in nächste tiefe Loch. Sie hat das Gefühl, sie
hätte den Kampf verloren.
Ich versuche ihr beizustehen. Mein Standpunkt ist, wir nehmen durch die Medikamente einfach nur Anlauf für einen weiteren, in der Zukunft liegenden Versuch ohne Medikamente. Die Medikamente helfen ihr ein wenig zur Ruhe zu kommen, Kraft und Hoffnung zu tanken und eines Tages werden wir es gemeinsam erleben das wir ohne die Medikamente zurecht kommen.
Leider sieht sie das nicht so. Ich fühl mich dem Satz nahe Ich kann bald nicht mehr, aber noch schiebe ich den weit von mir. Ich werde und will sie begleiten, sie auffangen, halten und alles aushalten was diese Dreckskrankheit auf mich werfen mag.
Ich hoffe, das die Medikamente bald Wirkung zeigen und wir wirklich daran arbeiten können, sanft Anlauf für eine Medikamentenfreie, depressionslose Zeit nehmen können.
Im Moment fühle ich so eine Wut in mir, ich kann das gar nicht genau beschreiben. Ich weiss nicht woher diese Wut kommt und auch nicht wogegen sie sich richtet.
Ich weiss nur, meine Süsse ist alle Mühe, allen Aufwand, jeden Schmerz wert. Auch wenn sie im Moment auch daran zweifelt.

Aber auch wenn sie gerade vielleicht stehen bleibt, sogar ein paar Schritte zurückweicht, ich bleibe an ihrer Seite und begleite sie in welche Richtung sie sich auch bewegen mag.

01.09.2011 12:30 • #23


Pyxidis
Hallo Dussel,

Zitat:
Ich versuche ihr beizustehen. Mein Standpunkt ist, wir nehmen durch die Medikamente einfach nur Anlauf für einen weiteren, in der Zukunft liegenden Versuch ohne Medikamente. Die Medikamente helfen ihr ein wenig zur Ruhe zu kommen, Kraft und Hoffnung zu tanken und eines Tages werden wir es gemeinsam erleben das wir ohne die Medikamente zurecht kommen.


das ist eine sehr gute Einstellung! Ich drücke Dir die Daumen, daß Deine Frau das auch bals so sehen kann.

Alles Gute für euch,
Scorpio

01.09.2011 12:34 • #24


Steffi
Hallo Ulli,

Deine Wut ist völlig normal. Sie entspringt aus Deiner Hilflosigkeit (gegenüber der Krankheit und letztlich gegenüber Deiner Frau).
Zitat:
Ich weiss nur, meine Süsse ist alle Mühe, allen Aufwand, jeden Schmerz wert. Auch wenn sie im Moment auch daran zweifelt.

Halte Dir das weiterhin vor Augen, aber versuche auch, Deine Wut abzubauen. Es ist wichtig, dass Du das tust. Such Dir ein Ventil, dass Dir hilft, die Aggression abzubauen.

Ich denke, dass Deine Frau wieder Tabletten nimmt, ist der erste Schritt zu einer Verbesserung. Dass sie selbst das als Niederlage erlebt, ist okay. Sie wird es anders sehen, wenn die Tabletten ihr helfen.

01.09.2011 13:17 • #25


T
Zitat von Dussel:
Sie nimmt die Medikamente, zieht sich aber dadurch in nächste tiefe Loch. Sie hat das Gefühl, sie
hätte den Kampf verloren.


Nein, genau das Gegenteil ist der Fall, sie hat den Kampf wieder aufgenommen. Wenn sie keine Medikamente mehr nehmen würde, weil sie keinen Sinn darin sieht, dann hätte sie den Kampf aufgegeben. Alleine die Einsicht, das man doch noch Hilfe braucht ist ein großer Schritt nach vorne. Ja es ist nervig, wenn man dachte, man hätte die Krankheit besiegt, und doch schleicht sich diese Krankheit wieder zurück ins Leben.

Ich wünsche euch beiden, dass ihr die Kraft findet diese Phase durch zu stehen.

Das Tho

01.09.2011 16:59 • #26


D
Danke Ihr Lieben, es tut wirklich gut zu hören/lesen, das man nicht so völlig falsch liegt mit dem, was man sich so denkt und macht.


Ich hoffe auch, das mein Engel bald wieder lachen kann und zu sich selbst findet. Ab Montag ist sie eine Woche auf einem Stressbewältigungsseminar. Das wird Anfangs sehr schwer werden mit so vielen fremden Leuten. Aber vielleicht ist dieser Ausflug aus dem Alltag auch genau das, was ihr im Moment ganz gut tut.

Auf jeden Fall werde ich mir weiterhin hier positive und negative Gefühle und Empfindungen von der Seele schreiben.

02.09.2011 07:28 • #27


D
Hallo Ihr da draußen,

eine geraume Zeit ist vergangen und das gemeinsame Leben geht, zum Glück, weiter. Uns geht es wieder deutlich besser. Die Medikamente haben meine Süsse wieder zu sich geholfen und sie beginnt wieder Pläne zu schmieden. Auch wenn ich kurzfristig eine Phase der Angst hatte und wir das gemeinsam erst mal ergründen mussten ist jetzt alles wieder im Lot.
Ich denke ich hatte große Angst vor einem Rückschlag. Meine Kraftreserven waren ziemlich am Ende und ich wartete geradezu auf ein neues Loch. Das hat meine Reserven natürlich zusätzlich angegriffen und mich ein wenig von meiner Süssen entfernt. Wir haben dann, wie so oft, lange und tolle Gespräche geführt ohne Angriffe, Vorhaltungen oder ähnliches. Einfach nur um unsere Gefühlswelt für den anderen zu öffnen.
Seit einer Woche ist die Angst vorbei und wir haben wieder sehr zueinander gefunden. Wir lachen viel, wir scherzen viel, aber verlieren auch nie die Krankheit aus dem Blick.

Wir richten den Blick in eine Zukunft, in der wir es noch einmal gemeinsam versuchen, diese Krankheit zu besiegen und es ein weiteres Mal ohne Medikamente auszuprobieren. Als ich darüber nachdachte, ist mir eine Idee gekommen. Ich dachte mir, wenn wir gemeinsam noch andere Schwierigkeiten, schwere Situationen meistern können, dann schweisst uns das zusammen. Bringt uns die Erkenntnis, das wir gemeinsam alles schaffen können. Deshalb wollen wir in nicht allzuferner Zukunft 2-3 Wochen auf dem Jacobsweg pilgern. Meine Süsse war von der Idee auch begeistert.

Momentan ist meine Süsse mal wieder auf einem Seminar zur Stressbewältigung und wir haben gestern telefoniert. Sie würde gerne andere Arbeitskollegen mit der gleichen Diagnose suchen/finden und eine Gesprächsgruppe zu gründen, die sich dann 1x im Monat trifft. Ich finde die Idee super, habe ihr aber geraten erst mit ihrem Therapeuten darüber zu sprechen um sich da Tips und Anregungen und auch seine Meinung einzuholen. Auch über Verhaltensregeln, so wie hier im Forum haben wir dann gesprochen.

Fazit. Es geht meinem Engel gut, also geht es mir auch gut.
Gebt auf Euch acht Ihr Lieben.

28.09.2011 06:31 • #28


JeanLucca
Hallo Dussel.

Ich antworte ganz spontan weil mir etwas aufgefallen ist was ich besonders wertvoll finde.

Zitat von Dussel:
... lange und tolle Gespräche geführt ohne Angriffe, Vorhaltungen oder ähnliches. Einfach nur um unsere Gefühlswelt für den anderen zu öffnen.
Das!

Alles gute auf Eurem Weg. Lieben Gruß, JeanLucca

28.09.2011 07:01 • #29


A


Hallo Dussel,

x 4#15


Steffi
Hallo Dussel,

Das sind ganz großartige Nachrichten
Zitat:
und es ein weiteres Mal ohne Medikamente auszuprobieren.

nur nicht zu früh - nicht zu schnell. Es steht eigentlich außer Frage, dass Deine Frau auch wieder ohne Medikamente auskommen wird. Problematisch ist nur, dass wenn man sich besser - gesünder - fühlt, dann auch den Drang verspürt, sofort wieder ohne Medikamente auskommen zu wollen. Deine Frau ist schon einmal in diese Falle getappt. Seid also auf der Hut und geht vorsichtig damit um.

Euch wünsche ich beiden alles Gute

28.09.2011 11:03 • #30

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