190

Mich selbst besser verstehen und akzeptieren

Jedi
Hallo !

Mich selbst besser verstehen und akzeptieren,
was auch dazu ein spannendes u. oft in den Achtsamkeits-Seminaren ein zentrales Thema ist,
das Selbstmitgefühl !

Wenn wir leiden, dann macht uns die Achtsamkeit darauf Aufmerksam, mitfühlend mit uns selbst zu sein.
Die Botschaft der Achtsamkeit besagt, begegne deinem Leid mit offenem Gewahrsein u. gib ihm Raum,
damit es sich verwandeln kann. Ist oft auch ein wichtiges Thema, in den unterschiedlichen Therapie-Formen,
ohne dabei die Achtsamkeit zu nennen.
Erleben wir starkes Leid durch Angst, Trauer, Schmerz, Ohnmacht, Scham u. Verzweiflung, fällt es uns schwer
die Offenheit zu bewahren u. das ist sicher nicht ungewöhnlich.
Unser Gewahrsein wird eng u. unterkühlt. So möchte uns dann die Achtsamkeit gerne Mut machen, dass es sich lohnt,
mitten im Leid mit uns freundlich umzugehen , um so einen Freiraum zu lassen, wo wir eine Lösung für unser Leid
suchen u. finden können.

Und so brauchen wir uns nur einmal selbst die Frage stellen - Wie gehen wir mit einem Menschen um,
der sich gerade sehr schlecht fühlt u. glaubt nicht genug zu sein ?

Und wie gehen wir mit uns selbst um - Wenn es uns sehr schlecht geht - haben das Gefühl,
dass uns der Boden unter den Füßen weggezogen wurde, haben das Vertrauen in uns verloren u.
glauben, dass wir nicht genug sind ?
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Im Buddhismus deutet Mitgefühl daraufhin u. wird als ein ganz natürlicher Wunsch definiert, dass alle Lebewesen
frei von Leid sein mögen.

11.06.2021 21:44 • x 1 #61


Jedi
HI @Pilsum

Zitat von Pilsum:
Viele Menschen nehmen uns im Alltagsleben erst war, wenn wir
ihre Gedanken kreuzen und wenn wir etwas tun, was ihnen nicht gefällt.

Da kann ich Dir nicht zustimmen !
Ist aber auch meine persönliche andere Wahrnehmung.
--------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Sonst leben viele auffallend nur in ihrer eigenen Welt.

Nun das nehme ich auch so wahr, aber ich möchte dieses Denken derer Menschen nicht beurteilen oder gar bewerten.
Natürlich kann ich mit nahenstehenden Personen gerne darüber in den Austausch kommen u.
habe mit Freunden u. Bekannten schon des öfteren solche Diskussionen geführt.
Interessant die unterschisdlichen Wahrnehmungen u. Ansichten dabei zu erfahren.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Kritik die unberechtigt ist, macht mich heute kaum noch nervös.

Respekt !
Es kommt auf die Person oder Sache an, aber eine ungerechfertigte Kritik, lasse ich ungern im Raum stehen.
Aber ich gebe auch zu u. das betrifft wieder die Person oder Sache, kann mich ungerechtfertigte Kritik
schon sehr anfassen.
----------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Das sehe ich anders. Zufriedenheit ist für mich keine Haltung sondern ein wichtiges Gefühl.
Gerade, wenn ich versuche mich besser zu verstehen, finde ich, kann ich das Gefühl Zufrieden sein
teilweise selbst herstellen.

Dann hast Du damit schon eine Königsdisziplin erreicht !
Zitat von Pilsum:
Falls ich Recht habe, stelle ich somit auch das Gefühl Ich bin unzufrieden, selbst her.

Eigentlich geht es für mich nicht darum, um Du recht haben könntest, ich finde diesen Austausch einfach interessant,
wo ich Dir in manchen Dingen absolut zustimmen kann u. in anderen so gar nicht !
Wie könnten wir sonst in den Austauschen kommen, wenn nicht auch eine andere Meinung u. andere Erfahrungen gäbe ?

Doch bin ich der Meinung, ja, wir können durch viel Übung u. einer entsprechenden Haltung u. Erfahrung,
durchaus eine innere Zufriedenheit erleben.
Aber leider können wir auch, wenn wir unbewusst sind, wenn wir uns von unseren Gedankenstrom
beherrschen lassen, auch die Unzufriedenheit in unsere Seele holen.

11.06.2021 22:15 • x 1 #62


A


Hallo Pilsum,

Mich selbst besser verstehen und akzeptieren

x 3#3


Pilsum
Zitat von Jedi:
Die Botschaft der Achtsamkeit besagt, begegne deinem Leid mit offenem Gewahrsein u. gib ihm Raum,
damit es sich verwandeln kann.


Sorry, dass ist mir zu theoretisch. Das kann ich nicht verstehen.

Ich gebe meinem Leid keinen Raum. Und da verwandelt sich auch nichts bei mir.

Wenn ich wegen irgendetwas leide, dann versachliche ich das. Durch das versachlichen erkenne
ich. Das Leid ist nicht gekommen, um mir persönlich zu schaden. Es ist passiert, weil ein anderer
nicht aufgepasst hat oder eine unglückliche Situation ergab sich nun mal leider so.

Zitat von Jedi:
Wenn wir leiden, dann macht uns die Achtsamkeit darauf Aufmerksam, mitfühlend mit uns selbst zu sein.

Wenn ich leide, dann versuche ich kaum mit mir mitfühlend zu sein? Was wird mir das helfen?
Wenn ich leide, dann lasse ich die negativen Gefühle eine längere Zeit in mir wirken.
Die negativen Gefühle sind anfänglich teilweise so heftig, dass ich nicht dagegen ankomme.
Ich habe das Recht, enttäuscht, traurig, wütend, verzweifelt und mutlos zu sein.
Die Gefühle wandeln sich auch nicht in mir.
Mit der Zeit kommt meistens in mir ein positives Gefühl zurück, welches mir sagt.
Ok, das Schlimme ist nun mal passiert. Jammern wird mich auf Dauer nicht voranbringen.
Diese Erkenntnis lässt Gedanken in mir entstehen, die nach Lösungen suchen um wieder mehr
auf meinen Weg zurückführen können. Je mehr ich wieder auf meinen Weg zurückfinde,
umso mehr wird sich das Gefühl der Zufriedenheit wieder in mir einstellen.

Zitat von Jedi:
Erleben wir starkes Leid durch Angst, Trauer, Schmerz, Ohnmacht, Scham u. Verzweiflung, fällt es uns schwer
die Offenheit zu bewahren


Ich verstehe nicht, was damit gemeint ist.

12.06.2021 00:49 • x 1 #63


Pilsum
Zitat von Jedi:
Nun das nehme ich auch so wahr, aber ich möchte dieses Denken derer Menschen nicht beurteilen oder gar bewerten.

Das verstehe ich wieder nicht. Warum weigerst Du Dich so oft die Gedanken und die
Worte anderer zu bewerten? Wenn Du das nicht machst, wirst Du nie erfahren, wer Du wirklich bist.

Ich habe eine klare Meinung zu dem, was andere sagen und denken. Damit mache ich mir meinen
persönlichen Standpunkt regelmäßg bewusst.
Dies bedeutet jedoch nicht, dass andere nicht komlett anders denken und leben dürfen.
Mein Standpunkt bleibt jedoch erst einmal bestehen. So lange bestehen, bis mich jemand oder etwas davon
überzeugt. Es gibt etwas Klügeres, etwas Besseres als es mein bisheriger Standpunkt ist.

Zitat von Jedi:
Es kommt auf die Person oder Sache an, aber eine ungerechfertigte Kritik, lasse ich ungern im Raum stehen.


Natürlich kommt es auf die Situation, die Person oder auch die Sache an. Aber welcher Sinn steckt
dahinter, wenn Du ständig die, Deiner Meinung nach faschen Bewertungen anderer versuchst
richtig zu stellen? Dies stört oft den Fluss in persönlichen Beziehungen. Wirkliche Vorteile habe ich mit
zunehmendem Alter, was Rechtfertigungen betrifft, immer weniger erkannt.
Natürlich rechtfertige ich mich schon regelmäßig, am häufigsten im Beruf. Da wo Menschen ständig
große Angst haben, man könnte ihnen einen Fehler unterstellen.

Zitat von Jedi:
Doch bin ich der Meinung, ja, wir können durch viel Übung u. einer entsprechenden Haltung u. Erfahrung,
durchaus eine innere Zufriedenheit erleben.
Aber leider können wir auch, wenn wir unbewusst sind, wenn wir uns von unseren Gedankenstrom
beherrschen lassen, auch die Unzufriedenheit in unsere Seele holen.


Ich habe Deinen letzten Satz unterstrichen, weil ich diesen Satz so existentiell wichtig finde.

Ich stimme Dir völlig zu. Menschen sind immer dann besonders Unzufrieden, wenn sie sich von
einem Gedankenstron aus ihrem Unterbewusstsein beherrschen lassen.
Dies ändert sich vollständig, wenn sie ihren Gedankenstrom durch ihr bewusstes Denken leiten.
Dabei wird nämlich dann deutlich, dass es häufig kaum einen sachlich erklärbaren Grund gibt,
dass ein Mensch dauerhaft extrem unzufrieden ist.

12.06.2021 01:18 • x 1 #64


ZeroOne
Zitat von Jedi:
das Selbstmitgefühl !


Zitat von Jedi:
Erleben wir starkes Leid durch Angst, Trauer, Schmerz, Ohnmacht, Scham u. Verzweiflung, fällt es uns schwer
die Offenheit zu bewahren u. das ist sicher nicht ungewöhnlich.


Sehe ich auch so. Die von @Jedi beschriebenen Gefühle können einen extrem blockieren und eine gesunde, rationale Distanz, bzw. Offenheit zu sich selbst schwer bis unmöglich machen.

Nimmt man die gleichen Gedanken und Gefühle bei anderen wahr, kann das ganz anders aussehen, weil eine gesunde Distanz vorhanden sein kann.

Zitat von Jedi:
Wie gehen wir mit einem Menschen um,
der sich gerade sehr schlecht fühlt u. glaubt nicht genug zu sein ?


Ich habe mir selbst schon häufiger gedacht, dass es mir eigentlich ganz gut gehen könnte, wenn ich mir selbst gegenüber die gleiche Empathie, aber auch distanzierte, neutrale Offenheit entgegenbringen könnte, wie ich das bei anderen tu.

LG
ZeroOne

12.06.2021 05:58 • x 3 #65


S
Zitat von EmptyLife:
Ich bin der Meinung, dass ich die Strafe für meine Taten bereits verbüßt habe. Jedoch weiß ich nicht, weshalb das Schicksal meint mich weiter so zu quälen. Kann es nicht sogar sein, dass es völlig normal ist, dass man leidet, wenn man nicht in die aktuelle Zeit/Welt hinein passt? Wie eine Seele von einem anderen Planeten, die nicht auf die Erde gehört.

Zitat von EmptyLife:
Ich denke nein. Ich weiß nicht mal, wie sich das anfühlen soll. Ich denke ich bin ein Mensch, der alles immer ewig mit sich herumtragen wird.

Hast Du dich damit nicht vom Täter zum Opfer gemacht? Und verharrst in der Opferrolle?
Dies ist mein Eindruck wenn ich deine Worte lese,es sind meine Fragen, ich möchte dich damit aber nicht angreifen, hoffe du verstehst es richtig.

Zitat von Heideblümchen:
Ich habe gelernt, dass Zufriedenheit Stillstand bedeuten kann.

So habe ich das noch nie gesehen. Spannend deine Sichtweise und zum nachdenken.
Für mich ist Zufriedenheit ein Gefühl der Erfüllung, es bringt mir innere Ruhe und Ausgeglichenheit. Das bremst meine Neugier auf neue Erfahrungen nicht aus, stillstehen möchte ich auch nicht aber im Gefühl der tiefen Zufriedenheit ausruhen und inne halten und genießen, das finde ich erfüllend.

Zitat von Pilsum:
Ich fühle mich zufriedener, wenn ich mein Wissen erweitere.
Wenn ich Zeit mit anderen Menschen verbringen kann.
Wenn ich Meinungen und Erlebnisse mit anderen Menschen teilen kann.
Wenn ich von anderen Menschen kritisiert werde und mich dadurch wahrgenommen fühle.
Wenn ich das Gefühl habe akzeptiert zu werden und auch gemocht zu werden.
Und anderes.

.... und anderes....
Zufriedenheit die aus mir selbst kommt.
Ich war zufrieden als ich meinen Garten so für mich gestaltet habe, wie er mir gefällt. Dass meine Nachbarin von meiner Umgestaltung begeistert ist, hat mich gefreut und bestätigt. Besonders schön, dass Sie das so wertschätzend und von sich heraus gesagt hat. Gönnen können und mitfreuen ist auch etwas das aus der eigenen Zufriedenheit entspringt. Denke ich zumindest. Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Zufrieden war ich schon dem Lob meiner Nachbarin. Zufriedenheit entsteht durch das Gefühl es ist gut so wie es ist. Es muss nicht perfekt sein, perfekt ist ohnehin für jeden etwas anderes, glaube ich zumindest. Mein Garten ist ein großes Chaos, (Un)Kräuter Blumen, Sträucher, Bäume und alles durcheinander. Für mich fast perfekt, für jemand der klare Linien braucht, wohl das größte Chaos.
Zufrieden bin ich auch, wenn ich eine schöne Wanderung gemacht habe. Meine Zufriedenheit ist eher unabhängig von anderen aber die Bestätigung ist wohltuend.

Konstruktive Kritik, ob von Menschen die ich kenne oder von Fremden, ist für mich völlig okay.
Ich kann auch etwas falsch machen, wenn ich Menschen nicht kenne, derjenige darf mich darauf hinweisen, der Ton macht die Musik. Kleinmachen lasse ich mich weder von Freunden noch von Fremden.

Das Gefühl gemocht zu werden, stärkt mich, bringt mir sogar Glücksmomente.

Gute Zeit mit anderen Menschen zu verbringen ist für mich Lebensfreude
Schwere Zeit mit anderen Menschen zu verbringen ist für mich Verbundenheit und Beistand.
Beides, auch die traurigen Zeiten, macht mich zufrieden.


Zitat von Jedi:
Zufriedenheit ist für mich eine Haltung u. hat auch was mit Selbstmitgefühl zu tun.

Für mich ist es ein starkes Gefühl.
Zitat von Pilsum:
Wenn ich wegen irgendetwas leide, dann versachliche ich das. Durch das versachlichen erkenne
ich. Das Leid ist nicht gekommen, um mir persönlich zu schaden. Es ist passiert, weil ein anderer
nicht aufgepasst hat oder eine unglückliche Situation ergab sich nun mal leider so.

Versuche ich auch, gelingt mir nicht immer, es ist mitunter auch extrem schwer.
Gelingt es mich nicht, versuche ich zumindest nicht in die Selbstmitleidsrolle zu geraten. Eine gewisse Zeit Mitgefühl mit mir selbst ist okay, meine Seele,mein Herz sind ja keine Maschinen, ich muss es ja verarbeiten können und das braucht Zeit.
Zitat von ZeroOne:
Ich habe mir selbst schon häufiger gedacht, dass es mir eigentlich ganz gut gehen könnte, wenn ich mir selbst gegenüber die gleiche Empathie, aber auch distanzierte, neutrale Offenheit entgegenbringen könnte, wie ich das bei anderen tu.

super Satz! Auf den Punkt gebracht!

12.06.2021 08:21 • x 3 #66


Pilsum
Zitat von ZeroOne:
Die von Jedi beschriebenen Gefühle können einen extrem blockieren und eine gesunde, rationale Distanz, bzw. Offenheit zu sich selbst schwer bis unmöglich machen.


Das sehe ich nicht so. Die einzelnen Gefühle können uns sicher belasten. Aber exrem blockieren können
einzelne Gefühle wohl kaum.
Was uns aber extrem blockieren kann, ist ein Gefühl, was oft mit den von Dir beschriebenen Gefühlen
verbunden ist. Das ist unsere Angst. Die blockiert uns ganz schnell mal eben völlig.

Zitat von ZeroOne:
Nimmt man die gleichen Gedanken und Gefühle bei anderen wahr, kann das ganz anders aussehen, weil eine gesunde Distanz vorhanden sein kann.


Wie recht Du hast. Nimmst du die gleichen Gefühle bei anderen Menschen wahr, dann sind diese Gefühle
nicht mit Deiner Angst verbunden. Hier sehe ich den entscheidenden Unterschied.

Um dieses Problem lösen zu können, sollte sich jeder Mensch zuerst hauptsächlich mit seinem
Angstgefühl beschäftigen.
Verstehen, was Angst mit uns macht. Und erst dann, wenn man in der Lage ist, gedanklich zu erkennen.
Wie viel Angst machen mir die Gefühle (Trauer, Wut, Enttäuschung, allein sein und andere), erst dann
kann man lernen, seine negativen Gefühle mit ähnlicher Distanz zu fühlen, wie wir es bei anderen
Menschen können.

12.06.2021 10:31 • x 3 #67


Jedi
Hi @Pilsum

Zitat von Pilsum:
Sorry, dass ist mir zu theoretisch. Das kann ich nicht verstehen.

Natürlich Pilsum, wenn man den Satz so liest, ist er theoretisch !
Villt. erklärt es besser ein Bespiel: Wenn ich mich Ohnmächtig fühle u. nicht indem Gefühl versinken möchte,
sondern dieses Gefühl dann annehme - es fühle u. akzeptiere, dann bleibe ich offen in meinem Gewahrsein u.
lasse mir einen Raum, wo ich eine Lösung finden kann, um in der Ohnmacht (also ohne Macht zu sein) nicht stecken
zu bleiben.
Ich kann etwas finden, was mir die Macht zurück gibt, um wieder handeln zu können.

Ich als ein Angstbetroffener habe ja gelernt, meiner Angst mit offenem Gewahrsein anzunehmen u. mir einen Raum
für die Angst zulassen, indem ich meine Angst akzeptieren, fühlen u.nicht dagegen ankämpfe oder weghaben zu wollen.
Sondern mich der Angstsituation stelle, umso nicht in der Ohnmacht stecken zu bleiben, von ihr beherrscht zu werden,
eben wieder Macht über meine Handlung zu gewinnen - was dann auch meine Selbstwirksamkeit stärkt.
Das ist mit immer sehr viel Übung verbunden u. sich den Angstsituationen zu stellen u. nicht zu vermeiden !
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Ich gebe meinem Leid keinen Raum. Und da verwandelt sich auch nichts bei mir.

So wie Du das schreibst verstehe ich es auch. Ohne das Du dem Leid, bzw. worunter Du dann leidest,
diesem Gefühl keinen Raum lässt, kann sich dieses Gefühl auch nicht verwandeln.
Zitat von Pilsum:
Mit der Zeit kommt meistens in mir ein positives Gefühl zurück,

Villt. Pilsum hast Du doch diesem Leid - diesem Gefühl einen Raum gegeben, villt auch nur unbewusst ?
So könnte dadurch dieses positive Gefühl, wie Du es beschreibst, dann auch zurückkommen.
(ist jetzt meine pers. Theorie dazu)
Zitat von Pilsum:
Ich habe das Recht, enttäuscht, traurig, wütend, verzweifelt und mutlos zu sein.

Absolut u. wir sollen auch gar nicht diese Gefühle unterdrücken oder verdrängen !
Diesen Gefühlen den Raum zu lassen, wo wir diese Gefühle fühlen können - annehmen - akzeptieren,
dann können sich die Gefühle durch unsere Gedanken u. unser handeln auch verwandeln
(ich nenne es jetzt so- andere würden schreiben verändern)
Zitat von Pilsum:
Wenn ich leide, dann versuche ich kaum mit mir mitfühlend zu sein? Was wird mir das helfen?

Das finde ich schade, denn wenn ein Anderer leidet, so denke ich, zeigst Du Dich doch auch mitfühlend u.
auch das kann man hier imForum in machen Deiner Antworten auch feststellen.
Warum dann Dir nicht, wenn Du gerade leidest ?

-Was wird es mir helfen ? - Auch wenn man es nicht tun sollte, stelle ich Dir eine Gegenfrage,
Was hilft es denn einem Anderen, wenn Du mitfühlend auf ihn reagierst ?

Selbstmitgefühl wird Dir dabei helfen, Dir gleiche Güte u. Fürsorge zukommen zu lassen, wie Du es auch gegenüber
anderen Menschen schenken würdest.
Es hilft Dir besser mit schwierigen Lebenssituationen einen Umgang zu finden u. Selbstmitgefühl stärkt
Deine Selbstwirksamkeit u. kann Dich/ uns auch vor einer nächsten depressiven-Episode schützen -
---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Ich verstehe nicht, was damit gemeint ist.

Beispiel wäre die Angst: Wir können in einer Angstsituation stecken bleiben, uns Ohnmächtg fühlen u.
dann vermeiden uns der Angst zu stellen.
In der Angsttherapie habe ich gelernt nicht zu vermeiden, sondern die Angst wahr- u. anzunehmen u.
mich der Situation, die oftmals gar keine angstmachende Situation ist, mich ihr zu stellen u.
durch die Angst hindurchzugehen.
Wenn ich mich dieser Angstsituation stelle - nicht vermeide - kann ich pos. Erfahrung machen u. dies Bewusstsein
kann mich offen dafür machen, bei der nächsten Angstsituation mich anders dazu zu verhalten.

12.06.2021 12:43 • x 2 #68


Jedi
@Pilsum

Zitat von Pilsum:
Das verstehe ich wieder nicht.

Warum weigerst Du Dich so oft die Gedanken und die Worte anderer zu bewerten?

Wenn Du das nicht machst, wirst Du nie erfahren, wer Du wirklich bist.

Weil für mich in der Bewertung etwas sreckt - ich weiß es besser od. ich kann es besser.
Es gehört auch zu einem Werturteil u. da möchte ich für mich lieber offen bleiben.

Ich glaube für mich andere Kriterien gefunden zu haben, um zu wissen - Wer ich bin !
Dazu benötige ich die Bewertung von Gedanken u. Worte anderer nicht !
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Ich habe eine klare Meinung zu dem, was andere sagen und denken.

Natürlich dürfen wir auch eine Meinung dazu haben, was andere sagen oder denken - die habe ich auch.
Doch müssen wir dies dehalb auch gleich bewerten ?

12.06.2021 12:55 • #69


Jedi
Hi @ZeroOne

Zitat von ZeroOne:
Ich habe mir selbst schon häufiger gedacht, dass es mir eigentlich ganz gut gehen könnte,
wenn ich mir selbst gegenüber die gleiche Empathie, aber auch distanzierte, neutrale Offenheit entgegenbringen könnte,
wie ich das bei anderen tu.

Das würde ich Dir von Herzen wünschen, dass Du es schaffst !
Selbstmitgefühl ist keine Gefühlsduselei,auh kein Selbstmitleid, wie es manch andere gerne so auslegen.
Dies achtsame Selbstmitgefühl ermögicht uns Abstand zu gewinnen zu der Situation u. eine ausgeglichenere
Perspektive zu entwickeln, aus der heraus wir mitfühlend mit uns selbst umgehen können, - ohne Drama !

LG Jedi

12.06.2021 13:06 • x 1 #70


Jedi
Hi @Senca

Zitat von Senca:
Für mich ist es ein starkes Gefühl.

Ja, Selbstmitgefühl ist ein starkes Gefühl, dass nehme ich selbst auch so wahr !
Ich musste es erst lernen, da meine Prägung solche Gefühle, eher als Gefühlduselei, Selbstmitleid u.
als Unmännlich beurteilt haben.
Überhaupt waren Gefühle zu unterdrücken (ein Indianer kennt kein Schmerz u. ähnliches dummes Zeug) u.
über Gefühle redet man nicht, da hat man sich dann diskret zurückzuziehen.

12.06.2021 13:14 • x 2 #71


Pilsum
Zitat von Jedi:
Villt. erklärt es besser ein Bespiel: Wenn ich mich Ohnmächtig fühle u. nicht indem Gefühl versinken möchte,
sondern dieses Gefühl dann annehme - es fühle u. akzeptiere, dann bleibe ich offen in meinem Gewahrsein u.
lasse mir einen Raum, wo ich eine Lösung finden kann, um in der Ohnmacht (also ohne Macht zu sein) nicht stecken
zu bleiben.
Ich kann etwas finden, was mir die Macht zurück gibt, um wieder handeln zu können.


Ich finde, im Grunde genommen kommen wir uns ständig näher in unseren Sichtweisen.
Nur ich benenne das Problem (unsere Angst) direkter und mache weniger Umwege.

Zitat:
um in der Ohnmacht (also ohne Macht zu sein) nicht stecken zu bleiben.


Sich ohne Macht zu fühlen erzeugt Angst.
Machst Du nicht ständig einen riesigen Aufwand, indirekt etwas über Aufmerksamkeit und anderes,
über Gefühle wandeln und Ähnliches, etwas zu erklären, was sich komplett in Luft auflöst, wenn Du
weniger Angst fühlst?

Zitat von Jedi:
Ich als ein Angstbetroffener habe ja gelernt, meiner Angst mit offenem Gewahrsein anzunehmen u. mir einen Raum
für die Angst zulassen, indem ich meine Angst akzeptieren, fühlen u.nicht dagegen ankämpfe oder weghaben zu wollen.


Dann nehme Deine Angst, dieses unangenehme Gefühl doch an und versuche nicht Dich diesem Gefühl
verkleidet und unerkannt zu nähern.

Zitat von Jedi:
Das finde ich schade, denn wenn ein Anderer leidet, so denke ich, zeigst Du Dich doch auch mitfühlend u.
auch das kann man hier im Forum in manchen Deiner Antworten auch feststellen.
Warum dann Dir nicht, wenn Du gerade leidest ?


Ich sehe es teilweise wie Du.
Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass ich mit mir Mitgefühl brauche.
Schließlich verfolge ich fast ständig mehr oder weniger gut ein Ziel. Dieses Ziel ist ein Stück
Zufriedenheit in diesem Leben. Und je mehr ich von dieser Zufriedenheit in mir herstellen
kann, umso besser geht es mir psychisch.

13.06.2021 00:33 • x 1 #72


S
@Pilsum und @Jedi , eure unterschiedlichen Ausdrucks-und Schreibweisen sind Danke!

Hallo Jedi,
Zitat:
Natürlich dürfen wir auch eine Meinung dazu haben, was andere sagen oder denken - die habe ich auch.
Doch müssen wir dies dehalb auch gleich bewerten ?

Darf ich dich fragen wie du das meinst? Das verstehe ich leider nicht

Bewertet man nicht automatisch die Worte anderer? Nur für sich selbst um sie für sich einzuordnen?
Ist das nicht sogar wichtig? Um für sich zu spüren was man fühlt, seine Gefühle und Gedanken wahrzunehmen? Ist das nicht auch eine Form der Achtsamkeit?
Wertung kann positiv und negativ sein, individuell für jeden anders gewichtet.
Was ist schlecht daran wenn ich etwas zustimme oder es ablehne?
Kommt es nicht mehr darauf an was ich mit meiner Bewertung mache?
Kann ich andere Ansichten akzeptieren?
Oder kann ich das nicht und (ver)urteile?

Zitat:
Weil für mich in der Bewertung etwas sreckt - ich weiß es besser od. ich kann es besser.
Es gehört auch zu einem Werturteil u. da möchte ich für mich lieber offen bleiben.

Ich habe zwei verschiedene Worte, Wertung und Urteil, mit unterschiedlichem Gewicht vielleicht meinen wir dasselbe und es liegt nur an der unterschiedlichen Wortwahl.


Zitat:
Ich glaube für mich andere Kriterien gefunden zu haben, um zu wissen - Wer ich bin !
Dazu benötige ich die Bewertung von Gedanken u. Worte anderer nicht !

Das klingt selbstbewusst, verrätst du deine Kriterien?
Wer ich bin weiß ich schon und ich bin auch größtenteils mit mir zufrieden. Und ich möchte gerne dass das auch so bleibt. Dazu wünsche ich ab und zu den vorgehaltenen Spiegel. Direkt indem mir jemand seine Meinung sagt und in die Auseinandersetzung mit mir geht. Diskussionen führen, das gehört aber dann zur Streitkultur, anderes Thema.
Oder das indirekte spiegeln, indem ich bei jemanden zum Beispiel beobachte wie er mit einer Situation umgeht. Ich lerne und kann reflektieren Es liegt dann an mir diese Wertung von andern für mich zu sortieren.
Das sind jetzt aber nur meine Gedanken dazu.

Schönen Sonntag euch allen.

13.06.2021 07:42 • x 3 #73


Pilsum
Zitat von Senca:
Bewertet man nicht automatisch die Worte anderer? Nur für sich selbst um sie für sich einzuordnen?
Ist das nicht sogar wichtig? Um für sich zu spüren was man fühlt, seine Gefühle und Gedanken wahrzunehmen? Ist das nicht auch eine Form der Achtsamkeit?

Guten Morgen Senca,

danke für sehr weiterführende Gedanken.
Natürlich ist das ausschließlich meine persönliche Bewertung.

Auch ich finde, alles was man hört, sieht und fühlt. wertet man automatisch, um es für sich einzuordnen.
Und genau bei der Bewertung entsteht auch in uns das Gefühl Angst.
Auch ich finde, dass man das als eine Form von Achtsamkeit sehen kann. Weil ich darauf achte,
wie etwas auf mich wirkt.

Zitat von Senca:
Was ist schlecht daran wenn ich etwas zustimme oder es ablehne?
Kommt es nicht mehr darauf an was ich mit meiner Bewertung mache?


Hier stimme ich Dir zu. In meinen Bewertungen bin ich völlig frei.
Je nachdem, was ich mit meiner Bewertung mache, kann ich dazulernen und mein Weltbild erweitern,
oder ich bewerte etwas als nicht gut und nicht hilfreich für mich und baue es nicht in meine
Gedanken ein.

Zitat von Senca:
Wer ich bin weiß ich schon und ich bin auch größtenteils mit mir zufrieden. Und ich möchte gerne dass das auch so bleibt. Dazu wünsche ich ab und zu den vorgehaltenen Spiegel. Direkt indem mir jemand seine Meinung sagt und in die Auseinandersetzung mit mir geht.


Auch ich bin zwar nicht immer, aber doch häufig daran interessiert, einen Spiegel vorgehalten zu
bekommen. Ohne diesen menschlichen Spiegel kann ich vieles nicht erkennen und vor allem,
ohne den menschlichen Spiegel kann ich einiges von mir selbst ja gar nicht bewerten.
Ich sehe und fühle vieles ja gar nicht. Oder zumindest völlig anders, als es mein Umfeld bewertet.

13.06.2021 09:31 • x 2 #74


A


Hallo Pilsum,

x 4#15


Jedi
Hi @Pilsum

Zitat von Pilsum:
Nur ich benenne das Problem (unsere Angst) direkter und mache weniger Umwege.

Wo glaubst Du, mache ich eher Umwege ?
------------------------------------------------------------------
Zitat:
Sich ohne Macht zu fühlen erzeugt Angst.

Ja, dass kenne ich auch u. hat sich bis in eine Panikattacke hineingesteigert, weil ich in diesem Gefühl der Ohnmacht
quasi zerflossen bin.
So lange ich kein bestimmtes Instrument hatte, - aus dem Psycho-Notfallkoffer -, waren die Panikattacken nicht weit.
Erst durch viel Übung, konnte ich in einer Phase der Angst, mich aus der Ohnmacht u. Hilflosigkeit befreien
u. wurde wieder Handlungsfähig. Auch brauchte ich nicht mehr meinem Vermeiden zu folgen, der oft dafür
gesorgt hatte, dass ich mich der Angst nicht gestellt hatte.
Zitat von Pilsum:
was sich komplett in Luft auflöst, wenn Du
weniger Angst fühlst?

Für mich ist das kein riesiger Aufwand, am Anfang meines lernen, war es schon so,
weil mir aber auch die Aufmerksamkeit - anderes u. Gefühle zu benennen fehlte.
Heute laufen bestimmte Gedanken bei mir automatisch ab, wie das ich achtsam wahrnehme - annehme -
akzeptiere, ohne zu bewerten. Dadurch das ich das gelernt u. lange Eingeübt habe, ist die Angst bei mir
fast völlig verschwunden. - Mal versucht sie wieder ihr altes Spielchen durch Vorstellungen mich in eine Angstsituation
zu bringen, aber das klappt kaum noch !
Zitat von Pilsum:
Dann nehme Deine Angst, dieses unangenehme Gefühl doch an und versuche nicht Dich diesem Gefühl
verkleidet und unerkannt zu nähern.

Verkleidet oder Unerkannt brauchen ich mich nicht zu nähern, sondern durch Bewusstheit u. Bewusstmachung
schaffe ich es, mit der Angst umzugehen.
Aber das schreibe u. schildere auch hier immer- ja, wenn die Vorstellungen einer Gefahr in meinen Verstand kommt
u. sich darin mir die Angst zeigt, werde ich heute diesem Mechanismus bewusst u. nehme dieses Gefühl,
was sich dann zeigt auch an u. akzeptiere dieses Gefühl das es dann da ist.
Dann mache ich mir die Situation bewusst, ob es objektive Gründe gibt, dass Angst nötig ist u.
ob ich entsprechede Verhaltensmaßnahmen treffen sollte.
Diese Bewusstmachung schützt mich vor diesem Gefühl der Ohnmacht - eben ohne Macht zu sein u.
dieser Angst ausgeliefert zu sein (ist ein scheußliches Gefühl).
Wenn ich dann die Angst angenommen u. akzeptiert habe, bin ich wieder Handlungsfähig u.
kann nun objektiv die Situation betrachten u. mich dazu verhalten.
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass ich mit mir Mitgefühl brauche.

Das verstehe ich komplett nicht ? - Wie kann es denn sein, dass es möglich ist, anderen Menschen gegenüber
mitfühlend zu sein u. sich selbst gegenüber nicht - wie Du schreibst, dass Du es nicht bräuchtest ?

Ich brauche für mich Mitgefühl u. besonders dann, wenn es mir nicht gut geht - wenn mir etwas nicht gelungen ist -
wenn ich erkenne, dass mein Verhalten nicht Ok war - wenn ich der Angst doch mal auf den Leim gegangen bin.
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Schließlich verfolge ich fast ständig mehr oder weniger gut ein Ziel.
Dieses Ziel ist ein Stück Zufriedenheit in diesem Leben.

Ich für mich würde jetzt nicht sagen können, dass ich ein Ziel verfolge, um in mir Zufriedenheit herzustellen.
Ich lebe heute bewusster u. merke auch, - ich brauche weniger - ich gehe mit mir anders um - ich gehe auch mit
Menschen in meinem Umfeld anders um - ich erlaube mir mehr u. nehme meine Bedürfnissen wahr.
Vieles davon hat mir vor meiner Erkrankung gefehlt u. hat mich denn auch aus der Lebensbahn geschleudert,
so dass ich mein Leben auch ändern musste !
So stellt sich in meinem neu erlernten Verhalten auch die Zufriedenheit ein, ohne das ich sie erst auf besondere Weise
herstellen müsste.
----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Zitat von Pilsum:
Und je mehr ich von dieser Zufriedenheit in mir herstellen
kann, umso besser geht es mir psychisch.

Da bin ich ganz bei Dir, dass Zufriedenheit zu unserer psychischen Stabilität beiträgt.
Umso Zufriedener wir sind, um so eher nehmen wir auch unsere Selbstwirksamkeit wahr u.
haben so auch einen Schutz, um besser mit Krisen u. Konflikten umzugehen.

13.06.2021 13:20 • x 2 #75

Weiterlesen »




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag