Hi @Pilsum
Zitat von Pilsum: Nur ich benenne das Problem (unsere Angst) direkter und mache weniger Umwege.
Wo glaubst Du, mache ich eher Umwege ?
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Zitat: Sich ohne Macht zu fühlen erzeugt Angst.
Ja, dass kenne ich auch u. hat sich bis in eine Panikattacke hineingesteigert, weil ich in diesem Gefühl der Ohnmacht
quasi zerflossen bin.
So lange ich kein bestimmtes Instrument hatte, - aus dem Psycho-Notfallkoffer -, waren die Panikattacken nicht weit.
Erst durch viel Übung, konnte ich in einer Phase der Angst, mich aus der Ohnmacht u. Hilflosigkeit befreien
u. wurde wieder Handlungsfähig. Auch brauchte ich nicht mehr meinem Vermeiden zu folgen, der oft dafür
gesorgt hatte, dass ich mich der Angst nicht gestellt hatte.
Zitat von Pilsum: was sich komplett in Luft auflöst, wenn Du
weniger Angst fühlst?
Für mich ist das kein riesiger Aufwand, am Anfang meines lernen, war es schon so,
weil mir aber auch die Aufmerksamkeit - anderes u. Gefühle zu benennen fehlte.
Heute laufen bestimmte Gedanken bei mir automatisch ab, wie das ich achtsam wahrnehme - annehme -
akzeptiere, ohne zu bewerten. Dadurch das ich das gelernt u. lange Eingeübt habe, ist die Angst bei mir
fast völlig verschwunden. - Mal versucht sie wieder ihr altes Spielchen durch Vorstellungen mich in eine Angstsituation
zu bringen, aber das klappt kaum noch !
Zitat von Pilsum: Dann nehme Deine Angst, dieses unangenehme Gefühl doch an und versuche nicht Dich diesem Gefühl
verkleidet und unerkannt zu nähern.
Verkleidet oder Unerkannt brauchen ich mich nicht zu nähern, sondern durch Bewusstheit u. Bewusstmachung
schaffe ich es, mit der Angst umzugehen.
Aber das schreibe u. schildere auch hier immer- ja, wenn die Vorstellungen einer Gefahr in meinen Verstand kommt
u. sich darin mir die Angst zeigt, werde ich heute diesem Mechanismus bewusst u. nehme dieses Gefühl,
was sich dann zeigt auch an u. akzeptiere dieses Gefühl das es dann da ist.
Dann mache ich mir die Situation bewusst, ob es objektive Gründe gibt, dass Angst nötig ist u.
ob ich entsprechede Verhaltensmaßnahmen treffen sollte.
Diese Bewusstmachung schützt mich vor diesem Gefühl der Ohnmacht - eben ohne Macht zu sein u.
dieser Angst ausgeliefert zu sein (ist ein scheußliches Gefühl).
Wenn ich dann die Angst angenommen u. akzeptiert habe, bin ich wieder Handlungsfähig u.
kann nun objektiv die Situation betrachten u. mich dazu verhalten.
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Zitat von Pilsum: Ich habe jedoch nicht den Eindruck, dass ich mit mir Mitgefühl brauche.
Das verstehe ich komplett nicht ? - Wie kann es denn sein, dass es möglich ist, anderen Menschen gegenüber
mitfühlend zu sein u. sich selbst gegenüber nicht - wie Du schreibst, dass Du es nicht bräuchtest ?
Ich brauche für mich Mitgefühl u. besonders dann, wenn es mir nicht gut geht - wenn mir etwas nicht gelungen ist -
wenn ich erkenne, dass mein Verhalten nicht Ok war - wenn ich der Angst doch mal auf den Leim gegangen bin.
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Zitat von Pilsum: Schließlich verfolge ich fast ständig mehr oder weniger gut ein Ziel.
Dieses Ziel ist ein Stück Zufriedenheit in diesem Leben.
Ich für mich würde jetzt nicht sagen können, dass ich ein Ziel verfolge, um in mir Zufriedenheit herzustellen.
Ich lebe heute bewusster u. merke auch, - ich brauche weniger - ich gehe mit mir anders um - ich gehe auch mit
Menschen in meinem Umfeld anders um - ich erlaube mir mehr u. nehme meine Bedürfnissen wahr.
Vieles davon hat mir vor meiner Erkrankung gefehlt u. hat mich denn auch aus der Lebensbahn geschleudert,
so dass ich mein Leben auch ändern
musste !So stellt sich in meinem neu erlernten Verhalten auch die Zufriedenheit ein, ohne das ich sie erst auf besondere Weise
herstellen müsste.
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Zitat von Pilsum: Und je mehr ich von dieser Zufriedenheit in mir herstellen
kann, umso besser geht es mir psychisch.
Da bin ich ganz bei Dir, dass Zufriedenheit zu unserer psychischen Stabilität beiträgt.
Umso Zufriedener wir sind, um so eher nehmen wir auch unsere Selbstwirksamkeit wahr u.
haben so auch einen Schutz, um besser mit Krisen u. Konflikten umzugehen.