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Mich selbst besser verstehen und akzeptieren

Pilsum

Pilsum
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Immer wieder sprechen wir darüber, wir sollen mit uns achtsam sein.
Wir sollen uns selbst mögen. Und wir sollen uns auf unsere eigenen Stärken konzentrieren.
Wie geht das?
Warum schaffen wir das oft noch nicht so gut, wie wir das eigentlich möchten?

x 3 #1


112 Antworten ↓
ZeroOne

ZeroOne
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Zitat von EmptyLife:
Ich fühle mich ständig als Opfer. Schließlich hat mich niemand gefragt, ob ich in diese Welt geboren werden möchte. Niemand hat mich gefragt, ob ich mit den Regeln dieser Welt einverstanden bin.


Sehe ich ganz genau so, @EmptyLife !

Ich habe auch kein Problem damit, Menschen und Dinge, die mein Leben - in welcher Form auch immer - negativ beeinflusst haben, die Schuld zu geben.
Und ich bin auch der Meinung, dass ich nicht allem und jedem verzeihen muss, um dadurch irgendwann vielleicht mal meinen Frieden und mein Glück zu finden.

Allerdings sehe ich mich nicht als Opfer.

Ich sehe es so, dass mir öfters Kelche eingeschenkt wurden, auf die ich gerne verzichtet hätte. Dafür darf ich den Verantwortlichen die Schuld geben. Aber was ich dann in der Folge daraus mache, ist mein Ding und nicht das eines anderen.

Es ist vielleicht unfair, wenn man die Suppe auslöffeln muss, die einem das Leben (bzw. die Menschen) ungefragt immer wieder vorsetzt, aber ob ich die Suppe dann noch restlos versalze, oder doch noch was für mich brauchbares raus hole, das liegt in meinen Händen und meiner Verantwortung. Dummerweise bekomme ich "Upcycling" auch nicht immer hin.

LG
ZeroOne

17.06.2021 11:10 • x 10 #94


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A


Hallo Pilsum,

Mich selbst besser verstehen und akzeptieren

x 3#3


S

Senca
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Zitat:
Jetzt kann ich es bei ihm lassen und kann weiterleben
ohne zu hadern mit dem was gewesen ist. Ich kann es heute nicht mehr ändern. Es würde mein Leben jetzt vergiften und das möchte ich nicht.
So hoffe ich auf mit der letzten Baustelle in der es um verzeihen geht in der nächsten Zeit klar zu kommen.
Ich brauch den Frieden um hoffnungsvoll nach vorne zu sehen.

Hallo @Machara , 👍
das was du mit verzeihen beschreibst bedeutet für mich "loslassen".
Verzeihen ist für mich nicht das entscheidende, sondern das loslassen. Alles was geschehen ist, ist nicht mehr rückgängig zu machen aber es gehört der Vergangenheit an. Entscheidend ist, wie wir im heute damit umgehen.

Zitat:
Ich habe zu spät für mich erkennt u. hätte eher Verzeihen können u. es hätte mich als sie noch lebten,
den Umgang mit ihnen leichter gemacht.
Meine persönliche Meinung dazu ist, es geht nicht darum zu vergessen, aber nur der Schwache kann nicht verzeihen
u. so ist es eher die Eigenschaft des Starken verzeihen zu können.
Ich denke, wir Menschen brauchen diese Vergebung, sonst hält uns das Geschehene fest u. wird durch die Gefühle die damit ausgelöst werden, uns öfters in dieses schwarze Loch blicken.!

Hallo @Jedi
ich würde vermutlich niemals demjenigen verzeihen können, der mir Gewalt angetan hat. Bin ich deshalb schwach? Wenn ja warum? Warum ist dieses Verzeihen so wichtig? Muss ich jemandem vergeben damit er seinen Frieden finden kann? Vermutlich bin ich dann ein Mega Ego. Mein Frieden ist mir wichtiger als seiner.

Der Täter (verurteilt) wünscht sich dass ich verzeihe. Darf er aber es interessiert mich nicht (mehr)
Dieser Mensch und das Erlebte haben die Macht über mich verloren. Der Mensch ist mir gleichgültig geworden, eine Wohltat für meine Seele, diese Gleichgültigkeit zu fühlen.
Gestern war gestern -heute ist heute- Heute bewege ich mich frei. Das fühlt sich unbeschreiblich friedlich und ruhig an.
Verzeihung fühlte sich für mich in diesem Fall falsch an. Verzeihung mit mir selbst auf all die quälenden warum Fragen. Warum habe ich nicht gemerkt, warum bin ich nicht früher, warum habe ich.....
Ich fühle mich nicht schwach, im Gegenteil dieser Umgang mit der Situation und mir selbst hat mich gestärkt.

Verzeihen kannst du den verstorbenen Menschen dennoch verzeihen in dem du dir verzeihst? Damit du Frieden schließen kannst? Nur ein Gedanke.

Gestern war gestern, gestern ist vorbei, heute ist heute, jeder Tag ist neu.

Nur meine Gedanken,

Zitat:
Ich brauch den Frieden um hoffnungsvoll nach vorne zu sehen.

Ich wünsche es dir

18.06.2021 06:58 • x 5 #100


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Butter
Bei mir ist es weil mir einfach wohl die Kraft dazu fehlt......denke da gibt es viele Gründe dafür

x 1 #2


Pilsum
Zitat von Butter:
Bei mir ist es weil mir einfach wohl die Kraft dazu fehlt......denke da gibt es viele Gründe dafür

Wie Du finde ich. Dafür gibt es viele Gründe.
Allerdings, fehlt da wirklich Kraft, sich besser zu akzeptieren? Fast jeder sagt das dafür Kraft fehlt.
Bestimmt hast auch Du genug Kraft dafür.
Kann es sein, dass Du Kraft an Stellen verbrauchst, die Dir dann beim Dich selbst akzeptieren
manchmal etwas fehlt?

#3


Butter
@Pilsum Ich spare meine Kraft für Kind und arbeit auf, selbst das gelingt eher schlecht als Recht, bei mir gehts zur Zeit einfach nicht weiter, stecke fest, es gibt sicher gute Tage aber an die schlechten erinner ich mich doch länger da sie intensiver sind

x 1 #4


Pilsum
Zitat von Butter:
Ich spare meine Kraft für Kind und arbeit auf,


Ich kenne Deine persönliche Situation nicht. Somit versuche ich Dich zu verstehen.
Wäre es aber nicht besser, wenn Du vor allem neben Kind und Arbeit immer auch etwas Kraft
für Dich abzweigst? Weil.
Wenn Du für Dich keine Kraft mehr hast, dann könnte Dir zukünftig auch noch teilweise Kraft
für Dein Kind, für Deine Arbeit und vieles andere fehlen.

Zitat von Butter:
es gibt sicher gute Tage aber an die schlechten erinner ich mich doch länger da sie intensiver sind


Das geht bestimmt nicht nur Dir so. Hältst Du es für möglich, Dich selbst häufiger bewusst an die guten
Erlebnisse und die guten Tage zu erinnern?
Weil so etwas gibt meistens neue Kraft.

#5


111Sternchen222
Ich glaube viele Menschen vergeuden ihre Kräfte um zu bekämpfen, was sie nicht haben wollen. Die Annahme braucht allerdings weitaus weniger Kraftanstrengung.... man muss sich nur trauen.

x 4 #6


Krizzly
Wenn es am trauen liegt, dann scheitert es bei mir wohl am fehlenden Mut. Es ist wohl auch nicht so einfach, Mut zu haben, wenn man ständig so viel Angst hat. Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?

x 1 #7


Pilsum
Zitat von Krizzly:
Wenn es am trauen liegt, dann scheitert es bei mir wohl am fehlenden Mut. Es ist wohl auch nicht so einfach, Mut zu haben, wenn man ständig so viel Angst hat. Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?

Natürlich geht das. Weil Angst hat ein Mensch immer. Angst ist das, was uns steuert.
Wir haben nur manchmal wenig Angst und manchmal viel Angst.

Mut haben wir aber nicht immer. Weil Mut bedeutet, sich gegen ein Angstgefühl stemmen,
was sowieso immer da ist.

Wenn ich Angst davor habe, mich gegen Kritik zu verteidigen, dann sollte ich den Mut aufbringen,
mich mit Worten zu verteidigen.
Danach sehe ich. An dieser Stelle war die Angst mal wieder überflüssig. Ich habe mich gewehrt und
nichts Negatives ist passiert.

Aber doch, es ist doch etwas passiert!
Ich hatte ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis kann sich vor allem dann einstellen, wenn ich mich
gegen eine Angst entschieden habe.

x 2 #8


ZeroOne
Zitat von 111Sternchen222:
Die Annahme braucht allerdings weitaus weniger Kraftanstrengung.... man muss sich nur trauen.


Bestimmt trifft das zu, wenn man das Annehmen aus einem passenden, positiven Blickwinkel sehen kann. Ich bewundere immer wieder Menschen, die das nahezu ohne Vorbehalte schaffen.
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.

Zitat von Krizzly:
Kann man überhaupt gleichzeitig Angst und Mut haben?


Ich denke schon, auch wenn die Intensität von Mut und auch Angst wahrscheinlich ständig variieren. Z.B. alleine schon in Abhängigkeit von der "Tagesform".

LG
ZeroOne

x 2 #9


Pilsum
Zitat von ZeroOne:
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.


Welchen Vorteil hätte es, etwas annehmen mit "Kapitulation" gleichzusetzen?

x 1 #10


Krizzly
Zitat von Pilsum:
Aber doch, es ist doch etwas passiert!
Ich hatte ein Erfolgserlebnis. Ein Erfolgserlebnis kann sich vor allem dann einstellen, wenn ich mich
gegen eine Angst entschieden habe.

Ich dachte auch, dass das so funktioniert und die Angst dann weniger wird. Aber ich stelle täglich fest, dass das wovor ich Angst hab, nicht eingetreten ist. Die Angst ist trotzdem am nächsten Tag wieder genauso stark. Ich weiß nicht, wie viele Erfolgserlebnisse da nötig sind. Zudem bezieht sich meine Angst auf meinen eigenen Körper und um wieder zum Anfang zurück zu kommen: Wie soll man sich mögen und akzeptieren, wenn der eigene Körper tägliche Angst und Panik auslöst?

Zitat von ZeroOne:
Setzt man Annahme aber z.B. mit Kapitulation gleich, dann kostet es massig Kraft.

Vielleicht mal andersrum gefragt: Womit konkret könnte man Annahme sonst gleichsetzen? Für mich fühlt sich das tatsächlich auch nach Kapitulation an und ich seh nicht, was es anderes sein könnte.

x 2 #11


Pilsum
Zitat von Krizzly:
Zudem bezieht sich meine Angst auf meinen eigenen Körper und um wieder zum Anfang zurück zu kommen: Wie soll man sich mögen und akzeptieren, wenn der eigene Körper tägliche Angst und Panik auslöst?


Das verstehe ich nicht so recht.
Warum kann Dein Körper Angst auslösen?
Angst ist ein Gefühl. Ich denke der Körper kann aber keine Gefühle auslösen.
Wird Dein Angstgefühl nicht durch (D)eine eigene Bewertung im Kopf ausgelöst?

#12


Krizzly
Ganz bestimmt ist es letztlich die Bewertung. Mein Körper macht lediglich tägliche extreme Übelkeit. Den Rest erledigt mein Kopf. Da arbeiten die beiden gut zusammen. Es sind also genau genommen mein Körper und mein Gehirn, die zu mögen mir oft unendlich schwer fällt.

x 1 #13


Pilsum
Zitat von Krizzly:
Ganz bestimmt ist es letztlich die Bewertung. Mein Körper macht lediglich tägliche extreme Übelkeit. Den Rest erledigt mein Kopf. Da arbeiten die beiden gut zusammen.


Ich finde, es ist sehr wichtig zu wissen,
dass unser Kopf und unser Körper ständig zusammenarbeiten.
Deinen Kopf kannst Du teilweise steuern.
Deinen Körper leider nicht. Die Bewegungsteile, wie Muskeln und Sehnen
natürlich ausgenommen.

#14


A


Hallo Pilsum,

x 4#15


Jedi
Hi @Pilsum

Von mir jetzt erstmal eine ganz kurze Antwort:
Achtsamkeit u. Selbstliebe (sich selbst mögen - Annehmen - Akzeptieren) ist eine Entscheidung !
Eine Entscheidung, die wir selbst treffen müssen !

Sich selbst zu mögen, kommt nicht von Außen durch Lob u. Anerkennung - es ist ein innerer Prozess -
eine Entscheidung, dass ich mir bewusst werde, dass ich mit mir - meinen Körper 24 h am Tag 365 Tage im Jahr zusammen bin.
Und nun entscheide ich mich, wie möchte ich mit mir umgehen - was tut mir gut, in meinem Umgang mit mir -
wie denke ich über mich u. mein Leben - welchen Selbstdialog halte ich für mich, als den, der mir gut tut u. hilft .

x 7 #15

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