Über die Morgenseiten am Abend zu schreiben, na klar, warum auch nicht.
Ich bin durch meine Niederschrift meinem altbekannten Verhaltensmuster auf die Schliche gekommen. Kaum meldet sich jemand aus der Familie krank, verfalle ich zuerst in Panikstarre und möchte am liebsten weit weg flüchten. Dann aber komme ich mir schäbig vor, weils ja um die Familie geht und ich doch eigentlich helfen müsste. Dabei vergesse ich, dass sich erstens die Kranken meist selber helfen können, zweitens ein Telefon und einen Mund haben, drittens, dass es sich so schnell nicht stirbt und viertens, dass ich wieder mal meine Angst vor dem Alleinesein besonders in Krankheit auf das Familienmitglied übertragen habe.
Mit der neuen Erkenntnis gehts mir ziemlich gut. Gefühle und Verhalten zu beschreiben wäre vor Wochen noch nicht möglich gewesen.
09.02.2020 19:05 •
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