Ihr Lieben,
ich habe mich bisher nicht verunsichert gefühlt, sondern mich daran erinnert, wie ich einst ganz erstaunt Vergleiche zog. Ganz stolz auf mein Trackerarmband und dem dort zugrunde gelegten Schrittmaß machte ich im Gespräch mit einer Kollegin meiner Verwunderung Luft. Ich schaffte trotz Schulgewusel, Pausenaufsichten, Schulsport am Tag nicht mal das vorgegebene Schrittziel. Die Kollegin (eine von den netten) meinte, dass sie auf jeden Fall dieses Ziel gleich zweimal schaffe. Sie ging auch zu Fuß zur Arbeit und zurück. Und sie begrüßte es, wenn ihr Schrittzähler auch Bewegungen wie Tafel wischen, fegen und aufkehren registriert. Damals fand ich das blöd. Aber genau DAS ist es für unseren Thread hier: Jede Bewegung zählt mit.
Ich habe aber auch festgestellt, dass ich mir Druck von dem Fitnesstracker machen lasse. Dauernd schaue ich nach, wie sich die Zahlen verändern. Wenn ich dann vielleicht in die Nähe des Zielbereichs gekommen bin, packt mich der Ehrgeiz und ich laufe extra noch ein Stück. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich mir das Band an den Sandalen befestigt hatte, wenn ich mit dem Rad unterwegs war.
Wie enttäuscht war ich später über den angegebenen Kalorienverbrauch!
Ab heute habe ich beschlossen, mit von dem Dings keinen Druck mehr machen zu lassen, denn auch die Uhrzeit gängelt mich. Ich will versuchen, heute einmal ohne Armband zurechtzukommen.
Meine Bewegung wird sich auf die kurze Strecke per Rad zum Bäcker und zum Wasser belaufen und ein bisschen schwimmen. Selbst der von mir für so geliebt befundene Morgenspaziergang Ei Sonnenaufgang ist Druck. Weil das so eine romantische Sache ist und mir noch niemand unterwegs begegnet, fand ich das Laufen um diese Zeit so herrlich. Es IST auch schön, als einzelnes Erlebnis. Doch wenn mein Turmwächter in mir wieder darüber bestimmt, wann ich wie weit zu laufen habe, wird aus dem Freilufterlebnis Kampf und Krampf.
Vielleicht ist es auch mein Mahner in mir, der mich wegen des Gewichts so benzt, dass es gar nicht mehr abwärts geht. Ich hatte mir in den vergangenen Winterferien geschworen, so rund wie ich bin, nicht mehr an dem jetzigen Ort aufzukreuzen. Dachte mir, ach wer weiß wie schlank ich demnächst sein werde. Und nun muss ich sogar aufpassen, dass ich nicht wieder schwerer werde.
Ich war bis zur ersten Schwangerschaft normalgewichtig, habe dann aber 25 Kilo zugenommen und diese nie wieder mitgekriegt. Dann ging es mit jedem weiteren Kind nochmals ein Stück nach oben. Die berufliche Weiterbildungszeit müsste mit Schokolade versüßt werden.
Rund um meinen 50. Geburtstag raffte uch mich mit einer Bekannten zusammen zu Weight W. auf und verlor in 1,5 Jahren viel Gewicht. Auf einmal aber blieb trotz meines Dranbleibens am Programm der Zeiger auf der Waage stehen und kletterte dann wieder nach oben. Der Frust war groß.
Vor 2 Jahren entschied sich meine stark übergewichtige Kollegin, mit Weight W. anzunehmen. Ich habe mich an dax Programm erinnert und ich ohne Registrierung beteiligt. Wollte schneller sein als die Kollegin und dem war auch so.
Seit meiner ersten Krankschreibung und damit auch weniger Bewegung verändert sich mein Gewicht nicht mehr zum Positiven. Ich nehme nur den Blutgerinnungshemmer als Medikament.
01.08.2019 02:30 •
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