Am meisten bewege ich mich durch Laufen fort: zum Wasser, am Wasser entlang, wobei der Hinweg ein meditierendes Schlendern ist und der Rückweg ein forsches Gehen. Ich laufe in den nahen Fischerort, bummele durch die Ladenstraße an der Promenade entlang. Das Schwimmen im Meer ist kein gleichmäßiges, sportliches. Auch gemächlich geht durch die Wellen nicht lange, selbst wenn sie wenig Kraft haben. Aus dem Schwimmen wird oft ein Gehen, ähnlich wie Aquajogging. Das klappt gut, weil es am Meeresboden weder Muscheln noch Krabben gibt und die Felsen weitab sind.
Nach etwa einer halben Stunde im Wasser merke ich, wie durch die kühle Temperatur und den Wasserdruck die Knöchel nicht mehr spannen, und mein ganzer Körperumfang dünner wird. Alle Wassereinlagerungen verschwinden an Armen, Bauch, Beinen. Die Waage zeigt, wie viel Wasser ich gespeichert hatte. Das macht bis zu 3 Kilo aus! Mein Hausarzt sagte einmal, dass das den Körper umspülende Wasser wie eine sanfte Massage oder auch Lymphdrainage sei.
Es wäre ja toll, wenn dieser entwässerte Zustand anhielte. Doch ich bin wie ein Schwamm. Nach wenigen Stunden an Land merke ich, wie es zuerst in den Beinen kribbelt, so als würde man frieren und eine Gänsehaut bekommen. Später dann in den Armen, am Bauch und sogar an Hals und Kinn. Also stürze ich mich wieder in die Fluten und erneut erhalte ich die Schlankheitskur. Das ist übrigens auch bei Entwässerungstabletten so. Sie wirken nur kurze Zeit und sind glaube ich, auch nicht so zu empfehlen. Nimmt im Forum jemand solch ein Medikament?
Der Kardiologe spricht von Herzschwäche. Hm. Und was ist mit den symptomfreien Zeiten, in denen ich nicht weiß wohin mit meiner Kraft? Was sagte das EKG aus: Voll belastbar sei ich und in einem altersgemäß sehr guten Zustand. Außerhalb der Anfälle. Sobald da einer läuft, ist das Entwässerungsprogramm automatisch gestartet.
So pendele ich hin und her von mehr Gewicht mit deutlichem Bauch und kneifenden Hosen zu lockerer sitzenden Shirts und einem viel besseren Körpergefühl. Genau deshalb würde ich zu gern weiterhin das Gewicht reduzieren, um mich allgemein besser zu fühlen.
Noch mehr herumzurennen, zu schwimmen, zu springen und radeln würde mir die Ruhe aus dem Tag nehmen und dem so wohltuenden gemächlichen Leben auf der Insel entgegenstehen.
So, und nun werde ich aufbrechen, um über den Afrikanischen Markt schlendern. Der ist allemal einen Besuch wert.
03.08.2019 11:55 •
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