Hallo Piccolina92,
soweit ich weiß, braucht das Johanniskraut eine Weile, bis es wirkt.
Deine Angst vor den Medikamenten kann ich gut nachvollziehen. Mir ging es ganz ähnlich, und ich habe lange versucht, mich mit Johanniskraut, Lavendel und anderen pflanzlichen u. homöopatischen Mitteln über Wasser zu halten.
Das hat leider nur bedingt funktioniert (ich habe eine rezidivierende mittelschwere Depression).
Vor ungefähr acht Jahren bin ich dann mit Citalopram gestartet. Das habe ich gut vertragen. Außer etwas Benommenheit in den ersten Tagen hatte ich keinerlei Nebenwirkungen. Mit Citalopram ging es mir gut.
Irgendwann habe ich die Einnahme immer öfter vergessen, und da ich mich trotzdem weiterhin gut fühlte, habe ich es vor etwa zwei Jahren dann komplett weggelassen.
Im Mai letzten Jahres meldete sich meine Depression wieder; ich hatte einen kompletten Zusammenbruch.
Meine Neurologin verschrieb mir Sertralin.
Da ich, wie du, Angst vor den Nebenwirkungen hatte, habe ich das Sertralin ganz langsam eingeschlichen, angefangen mit 25 mg. Dann hoch auf 50mg. Es hat eine Weile gedauert, bis es half. Nebenwirkungen waren Unruhe und Müdigkeit.
Aber meine Tochter, die das gleiche Medikament nimmt, riet mir zum Durchhalten, und nach vier Wochen wurde es tatsächlich besser.
Danach ging es mir eine Weile recht gut... bis Corona kam und dazu noch jede Menge Stress im Job. Ich fühlte mich komplett überfordert und entwickelte Angstzustände. Nun bin ich seit November krankgeschrieben und meine Neurologin hat das Sertralin auf 75mg erhöht. Damit komme ich klar. Allerdings bin ich immer noch nicht belastbar. Aber das braucht einfach noch Zeit.
Vielleicht kannst du nochmal mit deinem Arzt sprechen, auch über deine Bedenken.
Hast du einen guten verständnisvollen Neurologen?
Liebe Grüße
Greta
29.12.2020 13:01 •
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