Nach meiner Minimalisten-Dusche heute wusste ich, dass ich noch unbedingt zu meiner Doc musste und wenn Sohni heim käme, mit ihm auch noch Einkaufen.
Das war mir eindeutig zuviel und barg die Gefahr der Überreizung, aber beides musste sein, denn ich hatte nur noch eine Blutdruckkapsel und der Einkauf mit Sohni war gestern schon verschoben worden wegen eines schusseligen Pizzataxi-Mannes, der zweimal fahren musste wegen unserer Bestellung, so dass der Laden geschlossen war, in den Sohni und ich wollten.
Für Autisten wie Sohni ist Umdisponieren mit hohem inneren Stress verbunden und das wollte ich ihm nicht zweimal antun. Mir natürlich auch keine Überreizung oder dass ich plötzlich blockieren würde und dann erstmal gar nichts mehr ginge.
Dass ich eine hohe Motivation zu den Dingen hatte, war schonmal gut.
Als ich nach dem Duschen duschnass in meinem Bademantel auf meinem Futon schnell trocknete, wurde mir klar, dass ich alle nächsten Schritte in das Allernötigste runterbringen musste, damit es gut lief, weil ich schon aus dem vorletzten Loch pfiff.
Minimalstandard Anziehen:Da ich also wusste, dass ich bei allen Unternehmungen meinen Mantel anbehalten würde, zog ich als Oberteil nur das Kapuzenshirt an, in dem ich später auch schlafen würde und das kein Teil eines Schlafanzuges ist, wenn ich dann doch den Mantel ausziehe.
Beim unteren Teil meines Körpers ging das bei dem Wetter nicht, aber um die Kraft zu finden, rauszugehen und mich nicht schon mit dem Anziehen völlig zu erschöpfen, bin ich auch schon in Jogginghose gegangen, die ich danach auch zum Schlafen anließ.
Einmal über die kurzen Wuschelhaare heute gebürstet, Schminken und weiteres fiel flach.
Ich fuhr mit dem Bus zur Doc, aber lief heim, an der Apotheke vorbei, so hatte ich noch 45 Minuten Spazierweg. Den hätte ich nicht geschafft, hätte ich zuvor mit Duschen und Anziehen nicht nur die minimalsten Standards gewählt.
So überreizte ich nicht, weder bei der Doc noch in der Apotheke und nur fast mit Sohni im Laden, wo er Jacken anprobierte, aber dabei seinen Pullover jedes Mal in genau derselben Weise autistisch-sorgfältigst drunter gefältet haben musste wie wenn er aus dem Haus geht und die Jacke nicht gleich sofort wieder auszieht - nicht mal als Sohni selber überdrehte, überdrehte ich, aber war froh und dankbar, dass er gleich heim wollte und ich alleine noch in den Lebensmittelladen gehen konnte.
Da auch noch hinein zu gehen, führte dann doch zur Überreizung und ich schlenderte extra langsam heim, um nicht in den Überreizungssog zu kommen. Daheim stellte ich die Einkaufstaschen einfach nur mitten auf den Esstisch, räumte nichts aus oder ein, egal, ob es in den Kühlschrank musste oder nicht, griff mir nur ein Wrap zum Essen (Hunger überreizt viele ADHSler auch furchtbar schnell) und verzog mich nach oben auf meinen Futon, um dem Überreizungs-Overload noch zu entgehen.
Sieht so aus, dass es klappt. Und die Aktionen wurden so zu Erfolgserlebnissen.
31.10.2019 19:39 •
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