Hallo Yahila,
Zitat von yahila:Ich möchte ja selbst eine Therapie machen. Nur denke ich ist niemand in meinem Umkreis im Denken soweit, dass auch anzunehmen und ohne Naserümfen oder Augenbrauenhochziehen zu unterstützen. Ich glaube, unterstützen würde das niemand. Und heimlich hinzugehen löst bei mir das Gefühl aus, verrückt zu werden.
Natürlich wäre es schön, wenn Dein persönliches Umfeld diesen Schritt von Dir gutheißen würde und Dich dabei unterstützen würde. So, wie Du es ja auch bei Deinem Mann gemacht hast.
Aber wenn Du eine Therapie machen möchtest, brauchst Du keine Erlaubnis von außen. Du brauchst es auch nicht heimlich zu machen. Du machst diesen Schritt ganz für Dich alleine und bist auch keinem eine Erklärung schuldig.
Lass die anderen soviel mit ihren Augenbrauen zucken, wie sie wollen!
Ich weiß, wie es ist, alleine damit zu stehen. Als ich damals so krank wurde, bin ich ganz alleine zu meiner Hausärztin gegangen, später auch ganz alleine zu meinem Psychiater und Therapeuten. Ich habe vorher keinen gefragt, ob das irgendjemand unterstützen wird. Ich wusste ja auch, dass es keiner tun würde.
Aber ich wusste auch für mich, dass ich Hilfe wollte und brauchte. Somit ging ich diese Schritte und habe auch so manche Reaktion von meinem Umfeld erfahren, wie Schweigen, Schulterzucken, aber auch Unverständnis.
Da ich so ein Mensch war, ähnlich wie Du, der nach außen hin immer sonnig, gut gelaunt und stark war, konnte sich wirklich keiner vorstellen, dass ich psychiatrische Hilfe brauche. Es hat mir eben keiner angesehen geschweige denn angemerkt.
Selbst heute scheint es noch Leute zu geben, die es erfahren und völlig ungläubig schauen, kennen sie mich eben aus früheren Zeiten als Sonnenschein!
Sei genauso stark FÜR Dich selbst, wie Du es nach außen hin bist!
Verständnis ist schön, ist wichtig und wünscht sich jeder, aber wenn es eben nicht da ist, dann ist es an der Zeit, dass Du das Verständnis für Dich selbst entwickelst und für Dich handelst.
Zitat von yahila:Im Grunde meines Herzen wünsche ich mir, dass sich jemand so um mich kümmert wie ich mich um ihn kümmere. Ich habe ihm die Hilfe angedeihen lassen, die ich selbst brauche.
Diese Gedanken kommen mir sehr bekannt vor. So etwas schönes zu erleben, dass sich jemand so rührend um mich kümmert und Anteil nimmt, so dass ich mal richtig schwach sein kann und mich wirklich mal fallen lassen kann, das war auch schon immer mein Wunsch, leider ist er noch nicht in Erfüllung gegangen. Deswegen kann ich die Sehnsucht danach so gut nachvollziehen.
Mir hat mal ein Therapeut gesagt, wenn Menschen sich so aufopferungsvoll um andere kümmern, dann ist oft so, dass sie sich das genauso für sich wünschen, aber nicht bekommen. Insofern hast Du ganz recht.
Vielleicht reagiert auch Deine Umwelt nicht, weil Du Dich Ihnen noch nicht schwach präsentiert hast?
Wenn Du Unterstützung und Hilfe angeboten bekommen würdest, könntest Du sie dann auch annehmen?
Könntest Du annehmen, dass Du mal nichts tust und andere Dich umsorgen?