Schlafstörungen bei Depressionen - was hilft wirklich?

Y
Kinderwunsch ist abhanden gekommen Der Körper macht das wohl so, wenns nicht sein soll?

Der erste Termin beim Arzt ist am Montag. Er wird hingehen. Gut!

Die Stimmung ist gleichmäßig gut.

Am Wochenende bin ich alleine für drei Tage im Urlaub. Mache mir Sorgen. Seine Eltern haben ihn eingeladen. Fände es gut, wenn er hingeht. Er hat doch eigtl. immer eine aufgeräumte Stimmung, wenn er mit seinen Eltern zusammen ist. Aber wer weiß, ob er sich aufraffen kann. Ist ein weiter Weg bis dahin. Ich kann ihn nicht kontrollieren. Ich darf ihn nicht kontrollieren. Aber das fällt mir nicht leicht. Ich bekomme schnell Gewissensbisse und mache mir viele Sorgen um ihn. Oft gebe ich mir in letzter Zeit die Schuld für alles, was ja eigentlich absurd ist.

Ein Kater wird im August bei uns einziehen und er freut sich sehr darüber. Das macht mich dann auch sehr glücklich

Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass alles gut wird für uns.

03.06.2010 18:36 • #16


S
Zitat von yahila:
Der erste Termin beim Arzt ist am Montag. Er wird hingehen. Gut!

Das ist doch schon mal ein erster großer Schritt, wow!

Zitat von yahila:
Ein Kater wird im August bei uns einziehen und er freut sich sehr darüber. Das macht mich dann auch sehr glücklich

Weißt Du, auch wenn es sich für Nichttierliebhaber vielleicht komiesch anhört, aber ich glaube, Tiere können im therapeutischen Sinne dazu beitragen, dass man den Halt nicht ganz verliert!
Ich habe auch einen Kater und es tut mir sehr gut, wenn er abends bei mir liegt, manchmal auch nachts. Er drückt sich immer eng an mich und so habe ich das Gefühl, ich werde geliebt und kann auch Liebe wieder zurückgeben!
Es ist einfach einer da, dem ich wichtig bin und der irgendwie Anteil an mir nimmt!

Wenn er die Versorgung des Katers übernehmen möchte, ist das auch eine gute Aufgabe. Es hilft ein bisschen dabei, nicht den ganzen Tag im Bett zu verbringen, man hat eine Aufgabe, die nicht zu schwer ist und alleine dafür lohnt es sich ja, aufzustehen!

Ich wünsche Dir einen schönen Kurzurlaub!

03.06.2010 23:48 • #17


A


Hallo yahila,

Schlafstörungen bei Depressionen - was hilft wirklich?

x 3#3


S
Hey Yahila,

nun bin ich mal dazu gekommen, dir endlich auch mal zu schreiben. Ich finde auch immer emhr Parallelen zwischen uns (auch wenn mein Freund ja zumindest schon medikamentös eingestellt sit und sein Depressionsschub derzeit vorerst überstanden scheint)

Auch ich bin mit meinem Kinderwunsch und der Tatsache, dass mein Freund an Depressionen litt/leidet immer wieder an meine Grenzen gestossen. Und auch ich habe die Regeln für Angehörige gelesen und mich immer wieder beim Brechen dieser Regeln etappt.
Man soll keine schweren Entscheidungen treffen, heisst es beispielsweise.
Aber wenn der depressiv erkrankte Partner selbst aus der Wohnung, in der wir leben raus will, wie soll ich dann den Umzug vermeiden ??? Der zählt für mich zu den längerfristigen Entscheidungen.

Wie em auch sein, man KANN nicht alle Regeln beachten. Sehr positiv überrascht wwar ich über die Antwort von Sonnenblume20, die zuerst die Ich-Botschaften betont hat (kommt in einem Streit wirklich ganz anders rüber, als es Du-Botschaften tun, die oft als Vorwurf und Mahnung empfunden werden. Das geht einem ja ähnlich. Sagt jemand zu dir :

Du bist Schuld daran, dass unsere Freundschaft zerbricht!!! , klingt es wesentlich zugänglich, wenn gesagt wird : Ich habe das Gefühl, unsere Freundschaft verliert ihren Halt. Das verletzt mich (oder ähnlich)
Den Satz mit dem sekundären Krankheitsverlauf habe auch ich aufmerksam durchgelesen, denn auch ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich meinem Freund sein Leben rund um den Haushalt sehr einfach mache. Aber ich bin nicht der Typ dazu, der Besuch empfängt und es dann aushalten kann, dass das Geschirr sich (trotz Geschirrspülmaschine) in der Spüle stapelt, auf dem Tisch Brötchenkrümel liegen oder nicht durchgesaugt ist.
Ich kann dich sooo gut verstehen, dass du dich manchmal so fühlst, als würdest auch du nicht mehr lange gesund bleiben bzw dass dein eigentlich fröhliches Wesen sich so zum negativ denkenden, dauertraurigem Menschen ohne Zukunftsperspektive entwickeln.
Mir ging es in der Zeit, wo ich mich hier angemeldet habe, ganz genauso. Ich hatte das Gefühl, selbst im Supermark losweinen zu müssen und nicht mehr ein noch aus zu wissen. Umso besser, dass man hier die Möglichkeit hat, sich auszusprechen.

Ich wünsche dir, dass die Therapie deines Freundes sich als Glücksgriff herausstellt und ihm dauerhaft etwas bringt. Gehe am besten erstmal ohne große Erwartungen an die Sache heran. Die Therapie wird auch für deinen Freund anstrengend. Es wird ihm Stück für Stück in seine Seele geschaut, vielleicht kommen ganz ungeahnte, oder unterbewusst verdrängte Gefühle und Lebenserfahrungen zum Vorschein, die deinen Freund überfordern. Vielleicht wird er dir gegenüber unfair, weil er seinen Schmerz auf dich transportiert.

Aber nimm ihm das dann nicht so übel. Lass es so gut es geht von dir abprallen. Irgendwann wird er wissen, welchen wahren Schatz er in dir gefunden hat! Das würde nämlich nur eine besondere Frau unter vielen machen, die schon längst die Flucht ergriffen hätten.

Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es auch von Vorteil ist, als Angehöriger nach dem Arztbesuch (in deinem Fall der Therapiestunde) nicht gleich mit Wie war es? fragen auf ihn einzustürmen. Ich weiss, wie schwer das ist. Aber dein Freund muss die geführten Gespräche vermutlich erst einmal selbst verdauen. Und wenn ihm danach zumute ist, dann wird er selbst anfangen, mit dir drüber zu reden. Vielleicht besteht sogar die Möglichkeit, dass du mit der Zeit immer mal wieder mit anm den Sitzungen teilnimmst oder dir selbst einen Termin holen kannst. Damit auch du mal mit Fachleuten sprechen könntest. Ich denke, mir würde das helfen, ihn besser zu verstehen. Bücher sind toll und wertvoll, aber sie können nie deine eigene Situation erfassen sondern immer nur die die Zielgruppe ansprechen.

Überlege dir gut, wie lange du deinen Kinderwunsch zurückhalten kannst, und ob du das möchtest. Da ich in einer ähnlichen Situation stecke, weiss ich, wie viel Kraft es kosten kann, eigene Wünsche und Bedürfnisse immer wieder zurückzustecken. Ich habe auf dem Dachboden schon eine Spieldecke, einen MaxiCosi und zahlreiche Babysachen von Freunden. (Ich bin im übrigen also NICHT abergläubisch )

Bis bald und alles Liebe!!!
Deine Rebecca

05.06.2010 09:55 • #18


Y
Danke ihr Lieben für die ausführlichen Worte!

Mein Wochenende war super schön, da ich auch sehr viel Betreuung durch eine liebe liebe Sozial-Beraterin-was-auch-immer abwechselnd mit Freizeit und einfach mal die Seele baumeln lassen. Es ging endlich mal wieder um mich. Das hat mir gut getan. Und auch die Frage in mir aufgeworfen, ob ich nicht selber zur Therapie gehen möchte und warum ich diesem Wunsch nicht nachgehe.


Sein erster Termin hat alle Erwartungen übertroffen. Er war heute sehr aufgeräumt und hat viel gesprochen und spricht auch gerade mit seiner Mutter darüber. Ich bin begeistert und freue mich darüber. Er bekommt ein Schlafmedikament und eine Therapie.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich diese Geschichte ein gutes Ende schreibt.


Irgendwie fehlen mir jetzt die Worte, die nächsten Tage habe ich best. mehr zu sagen.


Gute NAcht

07.06.2010 21:21 • #19


Y
Er bekommt trimipramin-neuraxpharm 50 und soll sie abends vor dem zubett gehen zu sich nehmen. Wir haben rumprobiert und nun nimmt er sie schon 20 uhr, weil er sonst den ganzen nächsten tag schläfrig ist. die allgemeine situation hat sich stark verbessert, er hat keine akuten schübe und hat nun erstmal nächste woche wieder einen termin und dann sehen wir weiter.

manchmal belastet mich das alles, an anderen tagen gehts mir auch wieder besser. im allgemeinen fällt mir es aber sehr schwer, mich von ihm zu lösen und ihn mit seinen problemen alleine zu lassen. ich habe mich und meine projekte völlig vernachlässigt und hasse mich nun für die konsequenzen. ich schäme m ich noch zu sehr, um selbst in therapie zu gehen, habe angst dass man mich für eine weichwurst hält, ich selber bin ja nicht depressiv.

14.06.2010 14:24 • #20


Y
meine gefühle sind völlig durcheinander. ich fühle folgendes sehr stark:


- keiner hört mir zu
- niemand intressiert sich für meine probleme
- niemand versteht mich
- ich habe das gefühl, ich werde verrückt




mir geht es sehr schlecht und ich weiß nicht, wie es weitergeht. ich habe mich in dem wirbel der letzten monate völlig verloren. was kann ich machen, damit mich jemand versteht ? ich habe das gefühl, ich erzähle jemandem, zum beisipiel meiner mutter etwas. aber alles was ich sage wird in dem gespräch zerredet und ist am ende nicht mehr wahr. ich habe das gefühl ich muss ständig darum kämpfen, dass es angenommen wird, wenn ich ein problem habe. ich habe das gefühl, ich sage: hallo, ich habe ein problem. und die antwort lautet: stimmt doch gar nicht, du jammerst nur zuviel. sind meine probleme nichts wert, nur weil ich nicht diejenige bin, die depressionen hat? ich fühle mich neben meinem mann stiefmütterlich behandelt. er bekommt aufmerksamkeit und hilfe. ich soll mich nicht so haben. ich weiß nicht mehr, was ich fühlen soll.


bitte helft mir!

14.06.2010 16:19 • #21


Y
Danke

Ich möchte ja selbst eine Therapie machen. Nur denke ich ist niemand in meinem Umkreis im Denken soweit, dass auch anzunehmen und ohne Naserümfen oder Augenbrauenhochziehen zu unterstützen. Ich glaube, unterstützen würde das niemand. Und heimlich hinzugehen löst bei mir das Gefühl aus, verrückt zu werden.

Momentan möchte ich am liebsten meinen Rucksack packen und dann für immer von hier weggehen und alles zurücklassen.

Ich könnte ununterbrochen schreien.

Ja du hast recht, ich habe selbst Schuld daran, dass alle nur auf meinen Mann schauen und mich niemand beachet. Im Grunde meines Herzen wünsche ich mir, dass sich jemand so um mich kümmert wie ich mich um ihn kümmere. Ich habe ihm die Hilfe angedeihen lassen, die ich selbst brauche. Vorgestern lag der Todestag meiner Großmutter, was mich vollends zurückgeworfen hat in meine nicht ausgelebte Kindheit und Verlustängste. All meine Befürchtungen aus meiner Kindheit, dass ich falsch bin, so wie ich bin und dass meine Eltern und meine Geschwister unglücklich sind, weil ich da bin, die ganzen Erinnerungen an diese Gefühle und die Selbstverneinung kamen wieder hoch. Ich kann ihn im Grunde doch so verstehen, dass er so unendlich traurig ist. Ich kenne diese Traurigkeit. Ich konnte nur nie am Stück so lange traurig sein, bin eher bipolar angelegt. Aber seit ich erwachsen bin, funkioniere ich. Und bin auch meistens fröhlich,zum größten Teil, weil ich die allermeisten Probleme und Ängste bewältigt habe, den Rest kann ich verdrängen. Ich falle eigentlich in keine großen Stimmungstiefs mehr und über lange Zeit hatte ich das ja sowieso nie. Durch seine Situation wirft es mich selbst aber wieder in meine Probleme zurück, es ist, als ob es die alten Wunden wieder aufgerissen hat.

Jetzt habe ich auch Zwangsvorstellungen. Wenn ich mit meinem Hund spazieren gehe, läuft bei jeder Strassenkreuzung vor meinem inneren Auge der Film ab, dass er auf die Strasse rennt (obwohl er angeleint ist, ich leine ihn an der Strasse nie ab) und überfahren wird. Der Verlust meines Hundes ist für mich das Schlimmste, was ich mir momentan vorstellen kann. Ich würde es nicht überstehen, und deswegen sind diese Vorstellungen sehr schlimm für mich. Nachts träume ich, dass er nach einem Ball springt und dabei vom Balkon in die Tiefe stürzt, dann sehe ich in Einzelheiten, wie er sich in der Luft überschlägt und wie er rudert und Todesangst hat. Diese Woche habe ich auch im Schlaf so laut geschrien, dass alle im Haus im Bett standen. Ich kann mich dann nur schwer beruhigen. Ich habe auch Vorstellungen, wie ich selbst zu Tode komme (von einem maskierten Fremden erschossen oder absichtlich überfahren werden). Tagsüber fehlt mir dann zu allem die Kraft und ich erreiche nicht mehr die Dinge, die ich mir für den Tag vornehme.

Das ich nicht mehr meinen täglichen Geschäften nachgehen kann, geschweige denn Freizeitaktivitäten, weil ich oft wie gelähmt zum Beispiel einfach stundenlang brauche um zu kochen und zu essen. Dann führe ich stundelang sinnlose Gespräche, soll heißen ich versuche mich jemandem anzuvertrauen, stoße aber nur auf Verständnislosigkeit, selbst wenn ich schon sehr weine und verzweifelt bin. Oder Inkompetenz, wie mein bester Freund, der mir nun offeriert hat, er würde mich ja auch nehmen, wenn ich es mit meinem Mann nicht mehr aushalte (Vollidiot!).

Mein allgemeiner Zustan hat sich enorm verschlechtert. Ich sehe keinen Weg.

14.06.2010 18:14 • #22


Y
Danke!


Ich hoffe ich schaffe das für mich.


Gestern hat er wieder getrunken, es aber noch in den Griff gekriegt. In Verbindung mit seinem Medikament... Jetzt geht es ihm richtig schlecht! Der Auslöser war irgendeine Enttäuschung auf Arbeit. Genaues will er mir ja immer nicht erzählen.


Mal sehen was dieser Tag bringt.

15.06.2010 07:53 • #23


Y
Der Tag hat wieder nichts gebracht....


Ich habe verschlafen. ich habe ein wenig aufgeräumt, essen gemacht. Ich habe mit Freunden gechattet.

Mehr nicht. Ich verstehe das nicht. Ich verstehe das einfach nicht.

15.06.2010 16:25 • #24


S
Mensch, yahila, du musst - wie die anderen schon geschrieben haben - jetzt wirklich an dich denken und dir Hilfe suchen von außen !
Du schreibst, dass du sehr trostlos bist, mit der Vergangeheit zu kämpfen hast, dass du an dir zweifelst, zu Zwangsvorstellungen neigst und dich von allen unverstanden und ungeliebt fühlst. Das sind klare Symptome dafür, dass auch du in einen tiefen Sog geraten könntest, der ohne therapeutische Hilfe viel zu tief sein könnte !
Lass das nicht zu !
Ich kann verstehen, wenn du denkst, dass Aussenstehende dir nicht wirklich helfen können. Denn das stimmt. Du musst den wichtigen Schritt tun, dir Hilfe zu suchen. Das kann dir leider keiner abnehmen, auch wenn es schön wäre, wenn du dich in den Armen deines Freundes verlieren könntest, so wie er es kann. Aber du warst lange genug stark für 2. Schau nach, wo du Hilfe findest und wage den Schritt.

Ich wünsch dir alles erdenklich liebe!!!

15.06.2010 20:04 • #25


S
Hallo Yahila,

Zitat von yahila:
Ich möchte ja selbst eine Therapie machen. Nur denke ich ist niemand in meinem Umkreis im Denken soweit, dass auch anzunehmen und ohne Naserümfen oder Augenbrauenhochziehen zu unterstützen. Ich glaube, unterstützen würde das niemand. Und heimlich hinzugehen löst bei mir das Gefühl aus, verrückt zu werden.

Natürlich wäre es schön, wenn Dein persönliches Umfeld diesen Schritt von Dir gutheißen würde und Dich dabei unterstützen würde. So, wie Du es ja auch bei Deinem Mann gemacht hast.
Aber wenn Du eine Therapie machen möchtest, brauchst Du keine Erlaubnis von außen. Du brauchst es auch nicht heimlich zu machen. Du machst diesen Schritt ganz für Dich alleine und bist auch keinem eine Erklärung schuldig.
Lass die anderen soviel mit ihren Augenbrauen zucken, wie sie wollen!

Ich weiß, wie es ist, alleine damit zu stehen. Als ich damals so krank wurde, bin ich ganz alleine zu meiner Hausärztin gegangen, später auch ganz alleine zu meinem Psychiater und Therapeuten. Ich habe vorher keinen gefragt, ob das irgendjemand unterstützen wird. Ich wusste ja auch, dass es keiner tun würde.
Aber ich wusste auch für mich, dass ich Hilfe wollte und brauchte. Somit ging ich diese Schritte und habe auch so manche Reaktion von meinem Umfeld erfahren, wie Schweigen, Schulterzucken, aber auch Unverständnis.

Da ich so ein Mensch war, ähnlich wie Du, der nach außen hin immer sonnig, gut gelaunt und stark war, konnte sich wirklich keiner vorstellen, dass ich psychiatrische Hilfe brauche. Es hat mir eben keiner angesehen geschweige denn angemerkt.

Selbst heute scheint es noch Leute zu geben, die es erfahren und völlig ungläubig schauen, kennen sie mich eben aus früheren Zeiten als Sonnenschein!

Sei genauso stark FÜR Dich selbst, wie Du es nach außen hin bist!

Verständnis ist schön, ist wichtig und wünscht sich jeder, aber wenn es eben nicht da ist, dann ist es an der Zeit, dass Du das Verständnis für Dich selbst entwickelst und für Dich handelst.

Zitat von yahila:
Im Grunde meines Herzen wünsche ich mir, dass sich jemand so um mich kümmert wie ich mich um ihn kümmere. Ich habe ihm die Hilfe angedeihen lassen, die ich selbst brauche.

Diese Gedanken kommen mir sehr bekannt vor. So etwas schönes zu erleben, dass sich jemand so rührend um mich kümmert und Anteil nimmt, so dass ich mal richtig schwach sein kann und mich wirklich mal fallen lassen kann, das war auch schon immer mein Wunsch, leider ist er noch nicht in Erfüllung gegangen. Deswegen kann ich die Sehnsucht danach so gut nachvollziehen.

Mir hat mal ein Therapeut gesagt, wenn Menschen sich so aufopferungsvoll um andere kümmern, dann ist oft so, dass sie sich das genauso für sich wünschen, aber nicht bekommen. Insofern hast Du ganz recht.

Vielleicht reagiert auch Deine Umwelt nicht, weil Du Dich Ihnen noch nicht schwach präsentiert hast?

Wenn Du Unterstützung und Hilfe angeboten bekommen würdest, könntest Du sie dann auch annehmen?
Könntest Du annehmen, dass Du mal nichts tust und andere Dich umsorgen?

15.06.2010 23:14 • #26


Y
Liebe Sonnenblume,


danke - wie immer - für deine - wie immer - hilfreichen Worte!


Ich habe heute den Tag darüber nachgedacht. Heute habe ich dann auch endlich den Ar. etwas hoch bekommen, habe mein Soll erfüllt und war sogar mit meinem Mann joggen, was mir sehr gut getan hat. Ich hoffe dieser Tatendrang hält solange an, dass ich mir einen Termin besorgen kann.

Einen Plan B habe ich auch noch auf Lager: Wie zufällig habe ich letzte Woche einen alten Freund im Bus wiedergetoffen. Er war im Ausland und da hatte sich der Kontakt leider verlaufen...
Er ist selbst Psychologe und ich kann sehr gut mit ihm reden. Wir haben uns verabredet und ich hoffe, dass ich durch dieses Gespräch den Mut finde, mir einen Therapeuten zu suchen. Ich denke, ich kann ihm meine Probleme diesen Schritt zu machen schildern und das er mir dabei auch helfen kann.

Von ihm zum Beispiel kann cih mir vorstellen, bedingslos Hilfe anzunehmen. Das beruht aber auch auf dem Vertrauen, welches ich zu ihm habe. Von den wenigen Personen, zu denen ich ein tiefes Vertrauen habe, würde ich mir gerne helfen lassen, in dieser Obhut mich fallen lassen. Leider habe ich nicht viele solcher Kontakte. Aber deine Geschichte öffnet mir die Augen, dass ich mein Schicksal nicht an das Vorhandensein solcher Personen knüpfen darf.


Gute Nacht und viele Grüße

Ya

16.06.2010 22:14 • #27


S
Hallo Yahila,

das hört sich doch gut an! Ein alter Freund, der Psychologe ist, das ist klasse!

So kannst Du Dich tatsächlich langsam vortasten und er wird Dir erst mal die Unterstützung geben können, die Du brauchst.
Und vor allem, was noch schöner ist: Du vertraust ihm und würdest die Hilfe annehmen!

Das ist wieder mal wieder ein Schritt! Weiter so!

Dir auch eine gute Nacht!

16.06.2010 22:45 • #28


M
Liebe Yahila,

Du hast mir in meinem Topic sehr geholfen, gerade habe ich durchs Forum gestöbert und bin dabei auf Deinen Beitrag hier gestoßen. Was Du von Dir selber schreibst, dass Du das Gefühl hast, Deine Probleme würden für nichtig erklärt und nicht angenommen - genau das höre ich von meinem Freund auch häufig. Der leidet ja an einem Burn out - beim Durchlesen hier habe ich den Eindruck, dass Du durch die Hilfe und Unterstützung, die Du Deinem Freund bietest, selber in einen solchen gerutscht bist. Aus meiner Erfahrung im Krankenhaus kommt das bei pflegenden Angehörigen häufiger vor, die zB einen schwerkranken Verwndten zu Hause betreuen - Dein Fall ist im Kern nicht sehr verschieden davon, nur dass Dein Partner eben psychisch krank ist, dazu kommt dann noch die Suchtproblematik. Beides ohne Zweifel sehr große Belastungen, die Du wirklich meisterhaft managst, das muss man einfach mal sagen! Ich glaube, dass Du zu dem zeitpunkt, als DU hier den ersten Beitrag über Deinen Partner geschrieben hast, vielleicht schon geahnt hast, dass Du bald selber auch nicht mehr kannst, dass es also (unterbewusst) gar nicht NUR um ihn ging. Kann das sein? Meistens schickt uns der Körper ja dann ein Signal, wenn er wirklich nicht mehr kann - und dann meldet man sich zum Beispiel hier an und sucht Hilfe. War und ist bei mir nicht anders!
Ich selber finde mich zum Teil auch in Deinen Worten wieder - das Gefühl, dass niemand da ist, bei dem man sich selber mal ausheulen kann, weil man ja immer stark sein muss, für den Partner - das kenne ich nur zu gut. Ich habe wenige Freunde, die von den Problemen meines Partners wissen, einfach weil ich sein Ansehen schützen und ihn nicht bloßstellen möchte - aus diesem Grund bin ich dann hier im Forum gelandet. Es tut mir sehr gut, Verständnis zu finden und Feedback zu bekommen - ich hoffe ich kann Dir auch ein wenig davon zurückgeben mit diesem Beitrag.

Scheinbar gab es in Deiner Kindheit einige Ereignisse, die Dich belasten und bis heute verfolgen - das kommt jetzt durch die extremen Belastungen alles wieder hoch. So wie ich das lese, solltest Du Dich wirklich nicht scheuen, die Hilfe von Deinem Bekannten, der Psychologe ist, anzunehmen - und dann ggf. auch weitere, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Du bist zweifelsohne sehr belastet, pass auf Dich auf - wenn Du ihm auch nicht mehr helfen kannst, weil DU selbr nicht mehr kannst, ist keinem von Euch geholfen. Gesteh Dir selber auch mal zu, nicht mehr zu können.

Ich wünsch Dir viel Kraft, und dass Du Deine Energie wiederfindest

17.06.2010 00:13 • #29


A


Hallo yahila,

x 4#15


Y
Danke für eure Antworten,

bin heute sehr müde und schlafe jetzt-


Gute Nacht ihr lieben !

17.06.2010 22:43 • #30

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