Hallo @Ronny und alle anderen
Ich habe jetzt alle Beiträge durchgelesen und melde mich auch mal.
Zuerst möchte ich dir, Ronny, mitteilen, dass deine Anekdoten aus deiner Kindheit mich sehr berührt haben! Wirklich ganz schlimm, was dein Vater mit dir gemacht hat. Das muss sehr traumatisierend für dich gewesen sein, bzw. ist es noch immer. Für mich ist auch sonnenklar, dass diese dir eingemeisselten Glaubenssätze, dass du nicht gut genug bist bis heute Folgen für dich haben. Sehr negative Folgen. Das tut mir echt leid und ich hoffe, dass du diese negativen Glaubenssätze irgendwann auflösen kannst bzw. dass es dir gelingt, sie in positive umzuformulieren. Hast du dich schon mit dieser Thematik beschäftigt?
Ich möchte dir eine Hilfestellung ans Herz legen, die ich immer wieder gerne zitiere: Verena König. Sie ist Traumatherapeutin und Autorin des Buches Bin ich traumatisiert?. Sie macht Podcasts mit dem Titel Kreative Transformation. Bei Youtube oder Spotify oder anderen Kanälen abrufbar. Ihre Podcasts haben bei mir schon einige tiefgehende Gamechanger-Momente ausgelöst. Vielleicht ist das auch was für dich.
Ach Ronny, dein Leidensweg kommt mir sowas von bekannt vor. Ich erkenne mich bei vielem wieder, was bei dir so passiert in der Arbeit: Das schlechte Gewissen, für ein paar Tage auszufallen, das Unvermögen Nein zu sagen, wenn Kollegen einem Arbeit übergeben wollen, der Perfektionismus, sich keine Fehler zu erlauben dürfen etc. Die Liste geht noch weiter.
Ich glaube viele Menschen, die an einer Erschöpfungsdepression oder an einem Burnout leiden (ist offenbar nicht ganz dasselbe) werden sich in dieser Verhaltensweise erkennen!
Als ich damals ganz akut in dieser Situation war (ist knapp 2 Jahre her), sind bei mir noch Panikattacken hinzugekommen. Die Phase, als es ganz schlimm war, hat ein paar Monate gedauert. In dieser Zeit musste ich ebenfalls ständig Aufgaben von einer Arbeitskollegin übernehmen. Als ich dies einmal abgelehnt habe, zeigte sie ihr wahres Gesicht. Da ich wie du einen sehr verantwortungsvollen Arbeitsbereich hatte und ich es mir eigentlich gar nicht erlauben konnte krank zu sein, nicht mal einen Tag, hat am Schluss das Eine zum Anderen geführt, da ich dann wirklich arbeitsunfähig war. Die Firma musste sich dann halt selber zu helfen wissen, da ich lange ausgefallen bin. Nach einiger Zeit wurde mir dann gekündigt und ich konnte nie mehr an den Arbeitsplatz zurück.
Mein Learning daraus:
NIEMAND SAGT DIR AM SCHLUSS DANKE, DASS DU DICH IN DEN BURNOUT ABGEWRACKT HAST!
Du hast (im schlimmsten Fall) für die Firma deine Gesundheit ruiniert! Bei mir war es jedenfalls so und ich habe mich noch nicht komplett davon erholt.
Und denke wirklich daran: Es ist DEINE Gesundheit! Es geht nicht um die Gesundheit anderer Personen oder der Firma, sondern wirklich alleine um DICH. Bitte warte nicht zu lange und lasse dich krankschreiben für eine gewisse Zeit. Die Anzeichen sind auch bei dir schon fortgeschritten, dass es nur noch bergab geht und nicht mehr bergauf. Ich möchte dir keine Angst machen, aber ich bin ja auch nicht die Einzige, die sowas schreibt!
Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute auf deinem weiteren Weg! Ich werde weiterhin mitlesen.
14.04.2022 11:00 •
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