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Schlechtes Gewissen Job und Kollegen

Lost111
Zitat von Mit180gen0:
Dafür hasse ich es, zur Post zu gehen.

So hat da Jeder seine ganz eigenen Ängste!
Zitat:
Ich habe mir eine Liste mit knapp 20 Therapeuten gemacht. Allein das hat 3 Tage gedauert!

Dann nacheinander da anzurufen nochmal... Mir war schlecht, ich habe geheult, alles.

Ich war am Ende danach mit meinen Kräften. Aber ich habe mich gezwungen! Ich wusste: alleine schaffe ich das nicht.

Und nun habe ich den gefundenen heute wieder abgesagt, also alles auf Anfang.

Das kenne ich... Ich habe mir auch bereits einige Nummern aufgeschrieben. Was ist am Telefonieren denn so schlimm?!
Tut mir leid, dass nicht den richtigen für dich gefunden hast. Es sollte/muss schon passen. Man muss sich aufgehoben fühlen, sonst kann kein Vertrauen wachsen. Ich drücke dir die Daumen, dass du bald bzw. zeitnah fündig wirst! (was in diesen Zeiten noch schwerer ist als ohnehin schon)

11.04.2022 21:07 • x 1 #31


R
Zitat von Mit180gen0:
Dafür hasse ich es, zur Post zu gehen.
Ich habe mir eine Liste mit knapp 20 Therapeuten gemacht. Allein das hat 3 Tage gedauert!
Dann nacheinander da anzurufen nochmal... Mir war schlecht, ich habe geheult, alles.
Ich war am Ende danach mit meinen Kräften. Aber ich habe mich gezwungen! Ich wusste: alleine schaffe ich das nicht. Und nun habe ich den gefundenen heute wieder abgesagt, also alles auf Anfang.

Ist doch verrückt was uns bestimmte Situationen für Schwierigkeiten machen. Eigentlich ganz
alltägliche Sachen die das kleinste Kind schaffen würde, würde man es ihm beibringen.
Früher hatte ich eine zeitlang tierische Angst zum Briefkasten zu gehen, ich hatte ständig Angst schlechte
Nachrichten zu erhalten. Zum Glück gehört das der Vergangenheit an. Dies hatte ich damals dank
Unterstützung einer Therapie in den Griff bekommen. Das du @Mit180gen0 nun nach deinen Bemühungen die dir so schwer gefallen sind auch noch so ein Pech mit den gefundenen Therapeuten hast, das ist einfach schrecklich. Da warst du erleichtert jemanden gefunden zu haben und dann passt es nicht.
Da kann man dir nur wünschen das du doch noch bald jemanden findest der zu dir passt, wo die Chemie
stimmt.
Zitat von Lost111:
Ich telefoniere im meinem Job auch viel und ohne Probleme. Es ist ja nicht so, als ob ich das nicht könnte.
Du beschreibst es auf den Punkt: man möchte Hilfe, aber auch der anderen Seite ist da die Angst vor der Realisation.
Ich kann und will das Telefonieren nicht an Andere delegieren. Ich muss und kann das schaffen! Das ist mein Anspruch.
Ich bin dann auch immer sehr aufgeregt, meine Stimme scheint zu versagen, mein Herz schlägt schneller, mir wird warm

Ist doch komisch, oder ? Auf der Arbeit schaffen wir das, können mit fremden Menschen unbeschwert
telefonieren und privat hat man solch Schwierigkeiten. Deine Einstellung das du niemand anderen delegieren möchtest deine Telefonate zu führen, hören sich doch gut an. Also ich lese da Kraft und Stärke
raus. Einen festen Willen. Also nur Mut @Lost111, gleich morgen hinsetzen und telefonieren solltest du vielleicht schon die ein oder andere Info diverser Therapeuten eingeholt haben. Denk dir einfach du würdest
auf der Arbeit sein und ein Dienstgespräch führen müssen, vielleicht hilft dir das ja.
Zitat von Lost111:
Richtig, er meint es sicherlich nicht böse, das weiß ich. Aber es wäre ja auch ein winzig kleiner Erfolg, wenn ich ich das schaffen würde!

Und es kann ja auch gut sein, das dein Arzt dir genau das vermitteln will, auch wenn es ein wenig unter Druck geschieht. Nunja, ich kann gut reden und selbst komme ich nicht aus den Pötten und ängstige mich.

11.04.2022 21:23 • x 2 #32


A


Hallo Ronny,

Schlechtes Gewissen Job und Kollegen

x 3#3


Lost111
Zitat von Ronny:
Also ich lese da Kraft und Stärke
raus. Einen festen Willen. Also nur Mut , gleich morgen hinsetzen und telefonieren solltest du vielleicht schon die ein oder andere Info diverser Therapeuten eingeholt haben. Denk dir einfach du würdest
auf der Arbeit sein und ein Dienstgespräch führen müssen, vielleicht hilft dir das ja.

Oh oh... ! Ich, Kraft und Stärke? Da siehst du was, was ich (vielleicht noch?) nicht sehen kann, aber trotzdem danke.
Da muss ich echt all meinen Mut zusammen nehmen, den ich noch habe. PUH. Das macht mir echt jetzt schon ANGST!

Immer diese Sch...eiß-Angst! Ich habe das manchmal so satt.

11.04.2022 21:37 • x 2 #33


R
Manchmal sehen andere Menschen bei einem mehr wie man selbst @Lost111 .
Das ist gar nicht so selten. Während eines Klinikaufenthaltes hatte ich mal eine spezielle Angsttherapie
in der es immer wieder hieß ,das man sich seinen Ängsten stellen muss, sich in die Angstsituation
bewusst hinein begibt, dann würde es helfen besser mit den Ängsten klar zu kommen. Bei mir hat das nicht
viel genutzt, meine Ängste sind geblieben oder haben sich in Situtionen wo ich mich ihnen stellte verstärkt.

Heute auf der Arbeit war ich so groggi, das ich einem Kollegen sagte das ich heute mal jemanden bräuchte
der mir unter die Arme greift. Schulterzucken kam von ihm, er wäre schon mit Arbeit zugeschüttet .Dieser
Kollege kommt so oft zu mir und bittet mich um Unterstützung und ich sage ihm immer meine Hilfe zu
und nehme ihn arbeit ab. Für mich war das sehr enttäuschend, aber ich sagte ihm nur das ich verstehen
kann das er bei soviel Arbeit die er hat mir nicht auch noch etwas abnehmen kann. Warum kann er nein sagen und ich nicht ? Zu allem und alles sage ich ja obwohl mir nach einem nein ist. Ich gehe jetzt noch bis
Donnerstag arbeiten und nach Ostern schaue ich mal ob ich nicht doch zum Arzt gehen werde. Mein Therapeut ist im Osterurlaub und so kann ich auch nicht zu ihm gehen.

12.04.2022 20:26 • x 1 #34


Lost111
Zitat von Ronny:
Manchmal sehen andere Menschen bei einem mehr wie man selbst .
Das ist gar nicht so selten.

Ja, da ist was dran. Sich der Angst zu stellen kann helfen, sie geringer zu machen. Und wie du schon sagst, es kann auch dazu führen, dass die Ängste noch stärker werden.
Ich denke, mit am schlimmsten ist die Angst vor der Angst. Es gibt Bereiche - wie gerade im Beruf - da kann man nicht die Flucht ergreifen, so gerne man das auch möchte. Und dann muss man sich der Angst stellen. Da fragt niemand danach, wie es dir geht.

Dein Kollege scheint ja auch nicht gerade der super hilfsbereite Mensch zu sein. Natürlich bist du enttäuscht darüber.
Ich kenne das aber auch - mich kann man immer um Hilfe bitten und ich sage (meistens) nicht nein. Das wird dann natürlich auch ausgenutzt.

Überlege es dir nochmal in Ruhe, ob du nicht doch zum Arzt gehen willst. Weißt du, auf der Arbeit wird es dir eh meistens nicht gedankt. Und es läuft auch ohne dich, muss ohne dich laufen! (das soll jetzt nicht böse gemeint sein)

12.04.2022 20:47 • x 1 #35


R
Stimmt, auf der Arbeit kannst du nicht zu deinem Vorgesetzten oder deinen Kollegen gehen und sagen,
ich gehe jetzt nicht ans Telefon da es mich ängstigt , ich begebe mich nicht an der Aktenbearbeitung da
es mich ängstigt einen Fehler machen zu können ect. Da musst du dann durch, egal wie.
Privat sieht es da ganz anders aus, da entscheidet man allein, gehe ich jetzt in die Angstsituation
hinein oder meide ich sie.

Der Kollege findet eigentlich immer eine Ausrede weshalb er mir keine Arbeit abnehmen kann, nur ganz selten ist er dazu bereit. Ach weisst du @Lost111 , so geht es mir aber mit den anderen Kollegen ähnlich. Ich lasse mich immer wieder darauf ein zu helfen, lasse mir Arbeit aufbrummen die sie erledigen sollten.
Aber bei einer Bitte meinerseits mir mal etwas abzunehmen wenn auch mir mal etwas über den Kopf wächst, bekomme ich nur selten Hilfe. Eigentlich sollte mir das eine Lehre sein und ich sollte auch einfach
mal nein sagen. Kann ich aber nicht so einfach, dann fühle ich mich meinen Kollegen gegenüber schlecht,
obwohl ich das gar nicht müsste. Wie du auch schon schreibst, dadurch das ich fast immer ja sage werde
ich auch ausgenutzt. Morgen ist der letzte Arbeitstag vor den Feiertagen, ich werde gemeinsam mit meiner
Frau noch einmal in Ruhe während der freien Tage reden. Ihre Einstellung und Meinung dazu kenne ich ja, aber ich muss das Thema Arzt einfach nochmal ansprechen. Dieses blöde schlechte Gewissen.

13.04.2022 18:59 • x 1 #36


Lost111
Zitat von Ronny:
Aber bei einer Bitte meinerseits mir mal etwas abzunehmen wenn auch mir mal etwas über den Kopf wächst, bekomme ich nur selten Hilfe. Eigentlich sollte mir das eine Lehre sein und ich sollte auch einfach
mal nein sagen. Kann ich aber nicht so einfach, dann fühle ich mich meinen Kollegen gegenüber schlecht,
obwohl ich das gar nicht müsste.

Das geht mir auch so. Obwohl ich es letztens geschafft habe, einmal nein zu sagen! Ich war selbst erstaunt über mich selbst! Aber ich habe nicht eingesehen, den Job zu übernehmen. Es war mir auch in dem Moment völlig egal, wie das rüber kommt. Ich habe gesehen und gemerkt, dass das der Kollegin nicht passte. Aber das stand Lost111 ausnahmsweise mal drüber! Und ich habe mich deswegen nicht schlecht gefühlt!
Lass dir den letzten Tag vor den Osterfeiertagen nicht zu lang werden; wenn es dir nicht gut geht, geh nachhause.

13.04.2022 19:45 • x 1 #37


R
Respekt, siehst du, es klappt , kann klappen, ohne das du ein schlechtes Gewissen hattest.
Ich kann es hin und wieder auch, aber eher selten. Nur habe ich meistens dabei dieses schlechte Gewissen. Warum überhaupt ? Also desto mehr ich darüber intensiver nachdenke, mich austausche , desto mehr ermutigt es mich darüber nachzudenken einen Cut zu machen und zum Arzt zu gehen. Nun habe ich schon mehr als eine Woche schlecht geschlafen, mal mehr mal weniger. Obwohl ich hundemüde bin schlafe ich nur kurz, bin schnell wieder wach und grübel dann die halbe Nacht. Durch den wenigen Schlaf fühle ich mich kraftlos, bleiernd . Gestern tränten mir den ganzen Tag die Augen vor Müdigkeit und auf der Arbeit konnte ich nur sehr schlecht konzentriert arbeiten. Zum einen weil ich einfach ko war und bin und zum anderen weil ich durch die übermüdeten Augen ganz schlecht lesen und sehen konnte. Den letzten Tag morgen werde ich irgendwie hoffe ich noch schaffen @Lost111 .

13.04.2022 20:16 • x 1 #38


Lost111
Zitat von Ronny:
Respekt, siehst du, es klappt , kann klappen, ohne das du ein schlechtes Gewissen hattest.

Danke. Aber das war bei mir auch echt die Ausnahme. Zu 99 % kann ich leider nicht nein sagen. Das warum beschäftigt mich auch; ich denke, es hat u.a. was damit zu tun, dass mein Gegenüber schlecht von mir denken würde, wenn ich ablehne. Wobei ich die Denke von Anderen eh nicht beeinflussen kann! Hört sich das jetzt konfus an?
Ich bin jetzt seit einer Woche zuhause, ich merke zwar noch keine wirkliche Besserung, aber wenigstens ist der Druck der Arbeit raus. Das ist so viel wert!

13.04.2022 20:27 • x 2 #39


R
Zu dem Warum dahinter ist auch bei mir der Gedanke, das andere über mich schlecht denken könnten.
Aber warum, nur weil ich ihnen abschlage ihre Arbeit abzunehmen ? Woher kommen diese Gedanken nur?
@Lost111 kennst du das Gefühl auch, das du dich besser fühlst wenn du im ersten Augenblick deinen Kollegen zusicherst ihnen etwas von ihrer Arbeit abzunehmen ? Weil das doch einen guten Eindruck
macht und man dir dankbar ist und ein lächeln schenkt ? Das es sich in dem kurzen Augenblick gut anfühlt das man dich anerkennt und freundlich zu dir ist. Bei meiner Frau und Tochter werde ich geschätzt und geliebt so wie ich bin. Geliebt als Ehemann, geliebt als Vater. In meiner Familie und Verwandschaft werde ich gemocht so wie ich bin. Nein es hört sich nicht konfus an , das denken eines anderen kann man glaube
ich nicht damit beeinflussen wenn ich oder auch du, oder wer auch immer veruchen mit unserer Hilfsbereitschaft ein anderen Eindruck bei ihnen zu schaffen. Eher lachen sie wahrscheinlich hinter unserem Rücken. Druck ablassen wie bei einem Kessel, das tut sicherlich gut Lost. Einfach mal die Luft raus lassen. Irgendwie wünsche ich mir das auch, ich muss nur endlich den ersten Schritt dazu gehen.

13.04.2022 20:58 • x 1 #40


Mit180gen0
Zitat von Ronny:
Zu dem Warum dahinter ist auch bei mir der Gedanke, das andere über mich schlecht denken könnten. Aber warum, nur weil ich ihnen abschlage ihre Arbeit abzunehmen ? Woher kommen diese Gedanken nur? @Lost111 kennst du das Gefühl auch, das du dich besser fühlst wenn du im ersten Augenblick deinen Kollegen ...

Wieso kannst du dir nicht selber ein Lächeln erzeugen, indem du nein sagst zu denen?

Mir nützt ein Lächeln der anderen nichts, wenn ich selber am Boden krieche...

Nimm dir doch mal konkret vor, nein zu sagen.

Oder: kündige es an: heute ist mein nein-Tag. Egal, was jemand von mir möchte.

13.04.2022 21:04 • x 2 #41


R
@Mit180gen0 ,
du hast soooo Recht, das was du gerade geschrieben hast hat soviel Kraft.
Warte ich drücke mich wahrscheinlich falsch aus, das was ich sagen will ist, das du mir
mit dem was du schreibst in mir ein Gefühl von Kraft und Stärke gibt.
Hey Ronny, genauso machst du es.
Ich danke dir.

13.04.2022 21:12 • #42


Lost111
Zitat von Ronny:
kennst du das Gefühl auch, das du dich besser fühlst wenn du im ersten Augenblick deinen Kollegen zusicherst ihnen etwas von ihrer Arbeit abzunehmen ? Weil das doch einen guten Eindruck
macht und man dir dankbar ist und ein lächeln schenkt ? Das es sich in dem kurzen Augenblick gut anfühlt das man dich anerkennt und freundlich zu dir ist.

Ja, das kenne ich (leider) auch. Und oft bekommt man noch nicht mal ein danke dafür (erst kürzlich erlebt). Ich hatte der Kollegin meine Hilfe angeboten, weil ich schon durch war. Alles was ich bekam, war ein schiefes Lächeln mit den Worten: Ja, Lost, bedien dich!. Aber ich wollte auch nicht tatenlos meine Zeit absitzen und als unkollegial gelten. Ich meine, ich hätte ja auch nachhause gehen können. ^^
Aber irgendwoher muss es ja kommen, dass wir unbedingt nach Anerkennung suchen. Ich meine, ich weiß, was ich kann (das soll jetzt nicht eingebildet klingen), aber so ein kleines Lob ab und an wäre schon ein gutes Gefühl. Aber darauf kann ich in meinem Job lange warten. Das wird bei dir sicherlich nicht anders sein, oder hast du einen Chef, der auch mal lobt/loben kann?
Zitat:
Bei meiner Frau und Tochter werde ich geschätzt und geliebt so wie ich bin. Geliebt als Ehemann, geliebt als Vater. In meiner Familie und Verwandschaft werde ich gemocht so wie ich bin.

So sollte es im Idealfall auch sein! Obwohl: die Verwandtschaft kann man sich nicht aussuchen.

13.04.2022 21:13 • x 1 #43


Mit180gen0
Zitat von Ronny:
@Mit180gen0 , du hast soooo Recht, das was du gerade geschrieben hast hat soviel Kraft. Warte ich drücke mich wahrscheinlich falsch aus, das was ich sagen will ist, das du mir mit dem was du schreibst in mir ein Gefühl von Kraft und Stärke gibt. Hey Ronny, genauso machst du es. Ich danke dir.

Oh, das freut mich jetzt sehr Danke!

Weißt du, ich kann/konnte bei der Arbeit durchaus und gut nein sagen, aber dann meist ziemlich miesepetrig und schlecht gelaunt.
Das war/ist auch nicht gut. Haha, aber soeben therapiere ich mich selber: WENN man so blöd ist, dann wird man auch nicht unbedingt so oft gefragt.

13.04.2022 21:27 • x 1 #44


A


Hallo Ronny,

x 4#15


Kitten
Hallo @Ronny und alle anderen
Ich habe jetzt alle Beiträge durchgelesen und melde mich auch mal.
Zuerst möchte ich dir, Ronny, mitteilen, dass deine Anekdoten aus deiner Kindheit mich sehr berührt haben! Wirklich ganz schlimm, was dein Vater mit dir gemacht hat. Das muss sehr traumatisierend für dich gewesen sein, bzw. ist es noch immer. Für mich ist auch sonnenklar, dass diese dir eingemeisselten Glaubenssätze, dass du nicht gut genug bist bis heute Folgen für dich haben. Sehr negative Folgen. Das tut mir echt leid und ich hoffe, dass du diese negativen Glaubenssätze irgendwann auflösen kannst bzw. dass es dir gelingt, sie in positive umzuformulieren. Hast du dich schon mit dieser Thematik beschäftigt?

Ich möchte dir eine Hilfestellung ans Herz legen, die ich immer wieder gerne zitiere: Verena König. Sie ist Traumatherapeutin und Autorin des Buches Bin ich traumatisiert?. Sie macht Podcasts mit dem Titel Kreative Transformation. Bei Youtube oder Spotify oder anderen Kanälen abrufbar. Ihre Podcasts haben bei mir schon einige tiefgehende Gamechanger-Momente ausgelöst. Vielleicht ist das auch was für dich.

Ach Ronny, dein Leidensweg kommt mir sowas von bekannt vor. Ich erkenne mich bei vielem wieder, was bei dir so passiert in der Arbeit: Das schlechte Gewissen, für ein paar Tage auszufallen, das Unvermögen Nein zu sagen, wenn Kollegen einem Arbeit übergeben wollen, der Perfektionismus, sich keine Fehler zu erlauben dürfen etc. Die Liste geht noch weiter.
Ich glaube viele Menschen, die an einer Erschöpfungsdepression oder an einem Burnout leiden (ist offenbar nicht ganz dasselbe) werden sich in dieser Verhaltensweise erkennen!

Als ich damals ganz akut in dieser Situation war (ist knapp 2 Jahre her), sind bei mir noch Panikattacken hinzugekommen. Die Phase, als es ganz schlimm war, hat ein paar Monate gedauert. In dieser Zeit musste ich ebenfalls ständig Aufgaben von einer Arbeitskollegin übernehmen. Als ich dies einmal abgelehnt habe, zeigte sie ihr wahres Gesicht. Da ich wie du einen sehr verantwortungsvollen Arbeitsbereich hatte und ich es mir eigentlich gar nicht erlauben konnte krank zu sein, nicht mal einen Tag, hat am Schluss das Eine zum Anderen geführt, da ich dann wirklich arbeitsunfähig war. Die Firma musste sich dann halt selber zu helfen wissen, da ich lange ausgefallen bin. Nach einiger Zeit wurde mir dann gekündigt und ich konnte nie mehr an den Arbeitsplatz zurück.
Mein Learning daraus:
NIEMAND SAGT DIR AM SCHLUSS DANKE, DASS DU DICH IN DEN BURNOUT ABGEWRACKT HAST!
Du hast (im schlimmsten Fall) für die Firma deine Gesundheit ruiniert! Bei mir war es jedenfalls so und ich habe mich noch nicht komplett davon erholt.

Und denke wirklich daran: Es ist DEINE Gesundheit! Es geht nicht um die Gesundheit anderer Personen oder der Firma, sondern wirklich alleine um DICH. Bitte warte nicht zu lange und lasse dich krankschreiben für eine gewisse Zeit. Die Anzeichen sind auch bei dir schon fortgeschritten, dass es nur noch bergab geht und nicht mehr bergauf. Ich möchte dir keine Angst machen, aber ich bin ja auch nicht die Einzige, die sowas schreibt!

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute auf deinem weiteren Weg! Ich werde weiterhin mitlesen.

14.04.2022 11:00 • x 1 #45

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