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Schon so viel gelernt und doch verloren

W
Hallo in die Runde,
Depressionen begleiten mich schon etliche Jahre. Ich habe mehrere Klinikaufenthalte (der längste
war 9 Monate) und auch 2 Rehas gemacht und bin mehr oder weniger auch seit ca. 10 Jahren
in Therapie:
ALSO müsste man meinen, ich hätte genug Handwerkszeug um mit einer Depression angemessen umgehen zu können.
Ich gebe zu, es gab Zeiten, wo es mir gut ging und auch in dieser Zeit habe ich meine Medikamente
weiter genommen, jetzt ist es aber so,
seit Mai hänge ich im Loch fest. Ich war 10 Wochen in einer Klinik, weil ich suizidal war (leider nicht das erste Mal). Danach wollte ich möglichst schnell wieder in die Arbeit und begann mit einer
Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell, das musste ich abbrechen, weil ich überfordert war oder liegt es an den äußeren Umständen?
Ich hatte in dieser Zeit auch APP und habe meine Therapie wieder aufgenommen.
Trotzdem geht bei mir alles den Bach runter. In den letzten 14 Tagen habe ich sehr viel Selbstfürsorge betrieben, war in der Sauna, viel spazieren, habe regelmäßig gegessen - allein es hilft nichts.
[trigger][/Es fehlt nicht mehr viel bis ich wieder suizidal bin, mein Zerstörungsdrang ist enorm und ich verletze mich täglich.
trigger]
Ich habe keine Ahnung mehr, wie es weiter gehen kann und bin mit meinem Latein am Ende.
Ach so, Gestern war ich auch bei der Psychiaterin, sie hat mir ein neues Medikament verschrieben und mir das Versprechen abgenommen, dass ich mir über die Feiertage nichts antue.
Habt ihr vielleicht konkrete Tipps für mich?
wozu

21.12.2021 21:06 • x 2 #1


Pilsum
Hallo wozu,

wenn Depressionen Dich schon Jahre belasten, ist es möglicherweise schwer, einige Sachen
neutral und locker anzusehen.

Zitat von wozu:
ALSO müsste man meinen, ich hätte genug Handwerkszeug um mit einer Depression angemessen umgehen zu können.

Das wird so sein. Eine brauchbare Lösung wird jedoch meiner Ansicht nach nicht darin bestehen,
mit Depressionen angemessen umzugehen.
Hilfreicher würde ich finden, wenn es Dir gelingt, mit Deinem Leben, mit Deinen Gefühlen und mit Deinen
Ängsten angemessener umzugehen. Je besser Dir das gelingt, umso mehr sollten Deine Depressionen
nachlassen. Zunächst geht so etwas ganz, ganz langsam. Später wird es immer selbstverständlicher.

22.12.2021 02:21 • x 1 #2


A


Hallo wozu,

Schon so viel gelernt und doch verloren

x 3#3


W
Lieber Pilsum,
ich musste deinen Text einige Male lesen, bis ich kapiert oder vielleicht auch nur
anseitsweise kapiert habe, was du meinst.
Meine Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit ist z.Zt. sehr gering.
Hilfreicher ist es, mit meinen Gefühlen und Ängsten in meinem Leben besser
umzugehen - Aber, und da ist dann ein großes Problem - ich fühle mich in der Depression total eingeengt, meine Gedanken gehen so oft in die Richtung ich will
mich selbst zerstören und meine Gefühle sagen mir, ich bin es nicht wert, hier zu sein.
Warum also noch kämpfen. Ich kann mir doch nicht ständig einreden, dass es okay ist, so wie ich bin und dass ich auch liebenswert bin. Mein Gefühl sagt mir
was anderes.
wozu

23.12.2021 20:24 • x 1 #3


W
Ich möchte noch kurz auf den Text vorhin eingehen, oder ist es schon was Neues?
Manchmal habe ich den Eindruck von mir, dass ich vieles so dahin schreibe, aber , dass die ganze Dynamik fehlt. Ich bin mir nicht sicher, aber ich habe das Gefühl, dass ich doch noch ziemlich rational rüber komme und ich in meinem Schreiben nicht richtig deutlich mache, wie be........... en es mir wirklich geht.
Bitte, ich brauche Hilfe!
Trigger:
es ist keine Ankündigung, aber ich befinde mich auf einem Eiertanz
wozu

23.12.2021 20:40 • x 1 #4


Pilsum
Liebe wozu,

Zitat von wozu:
Manchmal habe ich den Eindruck von mir, dass ich vieles so dahin schreibe, aber , dass die ganze Dynamik fehlt.

den Eindruck habe ich zwar nicht, aber wenn Du Dich selbst so empfindest, dann rede und schreibe
wieder mit mehr Gefühl in Deinen Gesprächen.

Zitat von wozu:
Aber, und da ist dann ein großes Problem - ich fühle mich in der Depression total eingeengt,

Das fühlst Du richtig. Depressiv sein bedeutet fast immer. Man fühlt sich eingeengt.
Oft ist man gar nicht eingeengt, man glaubt aber es ist so. Und das ist etwas sehr Wichtiges.
Unsere Zufriedenheit und unser Glück hängen selten davon ab, was wirklich ist. Zufriedenheit stellt sich
meistens ein, wenn man Dinge nicht immer nur aus einer bestimmten Richtung betrachtet.
Am Thema Allein sein kann man das sehr gut sehen und erklären.

Zitat von wozu:
Warum also noch kämpfen.

Weil es sich immer lohnt, für etwas Gutes einzustehen und zu kämpfen. Zufriedenheit bekommt
kein Mensch geschenkt.
Unser Leben funktioniert wie ein Lagerfeuer. Ein Lagerfeuer wärmt in kalten Tagen und es strahlt
in angenehmem Licht. Aber nur wer ständig kämpft (Holz sucht) und rechtzeitig etwas nachlegt,
der hält sein Lagerfeuer am brennen.
Jeder entscheidet also mit, ob er sich eher gut fühlt, oder eher nicht.

Zitat von wozu:
meine Gedanken gehen so oft in die Richtung ich will
mich selbst zerstören und meine Gefühle sagen mir, ich bin es nicht wert, hier zu sein.


Verstehen kann ich Dich. Allerdings gibt es viele Grunde, das, was Du sagst anders zu sehen.
Sich selbst verletzen ergibt wenig Sinn. Das verstärkt nur meistens die depresiven Gedanken.

Zitat von wozu:
Ich kann mir doch nicht ständig einreden, dass es okay ist, so wie ich bin und dass ich auch liebenswert bin. Mein Gefühl sagt mir
was anderes.

Oh doch, Du solltest Dir schon sagen, dass Du so in Ordnung bist, wie Du bist.
Du schreibst hier auch sehr schöne Beiträge.
Ein bisschen funktionieren wir Menschen wie ein Radioapparat. Ein Radio würde nie daran zweifeln,
dass es ok ist, wie es ist . Ob Menschen gern Radio hören hängt sehr stark davon ab, welches Progamm
im Radio läuft.
Deshalb achte mehr darauf, dass bei Dir und in Dir interessante Programme laufen.
Manchmal fühlt sich das nicht so leicht an, wenn man allein lebt. Davon kenne ich viel und kann
auch einiges dazu beschreiben.

Im übrigen brauchst Du Dir nicht einreden, dass Du ok bist. Du musst es nur wissen.
Jeder Mensch, bis auf wenige Ausnahmen ist in Ordnung, so wie er ist. So bist auch Du in Ordnung
mit allen Deinen Gefühlen.

Viele Grüße

Bernhard

24.12.2021 11:51 • x 2 #5


Jana7
Hallo Wozu,

für mich ist es schwierig, etwas zu antworten.
Ich bin noch nicht lange hier und kann mir nicht stets alle Beiträge einer Person durchlesen, um Details zur Situation zu erfahren.

Du verletzt Dich selbst. Das käme mir (Eitelkeit) nie in den Sinn.
Zudem scheinst Du Antrieb zu haben (Aktivitäten) - das ist bei Depressionen eher selten.

Trotzdem kann ich Fragen stellen - allerdings lese ich mir Antworten (bin sensibel) oft nicht mehr durch.

Wie ist Deine Lebenssituation?
Kommen Dir Ursachen für Deine Depressionen in den Sinn?
Gibt es ein konkretes Ereignis, das Suizidgedanken ausgelöst hat?

Fühlst Du Dich einsam? Würdest Du gerne reden? Es gibt die Telefonseelsorge. Bevor Du völlig verzweifelst, Tage unendlich lang(weilig) werden, solltest Du da anrufen.

Schade, dass Du nicht schreibst, welche Medikamente Du einnimmst, eingenommen hast. Dosierung/Zeitraum...

Je länger Depressionen anhalten, desto schwieriger wird es, Hoffnung zu haben, nach Lösungen zu suchen.
Lösungen können sowohl Änderungen im Umfeld sein, als auch medizinische Behandlungen.

Gut ist, wenn man schafft, gezielt, planvoll, zügig, verschiedenen Medikamente auszuprobieren. Es gibt auch Off-Label-Medikamente und viel auszuprobieren. Allerdings muss man dafür wahrsch. viele Psychiater aufsuchen...

Und ganz zum Schluss die EKT - wenn man wirklich alles versucht hat.

Daneben sollte man natürlich auch die private Lebenssituation hinterfragen, analysieren.

Wir werden nicht depressiv geboren...

24.12.2021 15:03 • x 1 #6


aurora333
Liebe Wozu, es tut mir leid, dass Du Dich jetzt so desolat fühlst, und dass Du grad im Moment keinen Lichtblick am Ende des Tunnels sehen kannst.

Wie schon @Pilsum geschrieben hat, ist diese Schwierigkeit Teil der Depression. Genauso wie das Eng-Denken, Unkonzentriertheit, Gedächtnisprobleme etc. Dies alles erschwert es, etwas zu finden, an dem man sich so weit halten kann, dass man noch ein mal etwas oder jemanden positiven im Sinne von hilfreichen findet.

Immerhin hast Du die Kraft gefunden, Dich an uns im Forum zu wenden ! Das bedeutet , dass Du Dir neben den guten Aktivitäten wie Sauna, Spazierengehen, regelmässig Essen ( die zählen !) auch Zuwendung suchtest. Es also einen Teil in Dir immer noch gibt, der eben rechtzeitig Holz ins Feuer legt, wie @Pilsum es so trefflich ausdrückt. Und das ist keine Bagatelle, sondern eine Fähigkeit. In vielen Therapierichtungen ist genau das ein Kriterium von Gesundheit: wenn jemand gelernt hat, sich Hilfe zu suchen.

@Jana7 stellt Dir ein paar Fragen, die auch mich wunder nehmen : wie ist Deine Lebenssituation /Kommen Dir Ursachen für Deine Depression in den Sinn /gibt es ein konkretes Ereignis das Deine suzidalen Gedanken auslöst / was für Medikament nimmst Du ein..vielleicht kennt jemand hier das neuste, welches Dir die Psychiaterin verschrieb../welches ist Deine private Situation..lebst Du alleine....gibt es FreundInnen die vorbeischauen können oder mit denen Du sonst in Kontakt treten könntest ?

Ich frage Dich das deshalb, weil ich aus eigener depressiven Erfahrung weiss, wie stark im Keller man in gewissen Momenten landen kann. Man sitzt dann dort zusammengekauert in einer Ecke und hat kaum die Kraft einmal mehr auf zu stehen und sich die vielen potentiellen Rettungsmöglichkeiten an zu sehen. Meist sind die dann auch gar nicht präsent. Doch glücklicherweise kann dann oft ein Blitzlicht erscheinen, das einen ermöglicht durch den Nebel, die Möglichkeit eines Wiederaufstehens und Probierens zu sehen. Für wen das was ist ist individuell.

Ich wünsche Dir, dass Du bald so einen Blitzlicht erleben kannst und/ oder Deine Seele in den oben von meinen VorschreiberInnen erwähnten Möglichkeiten Gefallen findest.

25.12.2021 11:30 • x 3 #7


W
Hallo zusammen,
gerade hatte ich einen ausführlichen Text mit den Antworten eurer Fragen aufgeschrieben, doch
er ist verschwunden.
Nun will ich es noch einmal versuchen.
Meine Depressionsgeschichte entstand wahrscheinlich untypisch. Ich konnte ein halbes Jahr nicht
mehr sprechen und landete nach vielen Arztbesuchen in einer Stimm- und Sprechklinik. Dort
stellte sich heraus, dass es psychisch bedingt ist. Im Anschluss daran hatte ich meine 1. Psychotherapie, wo es lange Zeit darum ging, ob ich überhaupt eine Therapie benötige. Bei mir
fehlte die Einsicht, aber ich hatte eine Riesenangst, dass ich nicht mehr sprechen kann. (ich bin
in einem Sprechberuf tätig).
Im Laufe der Zeit bekam ich dann sehr häufig flashbacks aus meiner Kindheit, Dissoziationen und
Erstarrungen. Mir wurde wieder bewusst, dass ich als Kind S. Gewalt im Nahbereich meiner Familie erlitten habe. Mein ältester Bruder hat mich und meinen mittleren Bruder missbraucht.
Es folgte eine stationäre Traumatherapie und eine ambulante Therapie, die einige Jahre dauerte.
Ich hatte gedacht, dass ich das Trauma bearbeitet habe, das ist auch wohl so, aber, meine Therapeutin meinte auch, man kann Flöhe und Läuse haben.
Und so passierte es, dass ich mehrmals mit Depressionen überrollt wurde. Insgesamt war ich in den
letzten15 Jahren 5 x in der Klinik.
An Medikamenten nehme ich:
- Quilonum (Lithium morgens und abends)
- Trimipramin (50 abends)
- Escitalopram (morgens 20)
bedingt durch die Einnahme von Quilonum noch L-Thyroxin

Ich lebe allein und kann das meistens auch gut haben, nur manchmal fehlt mir doch jemand Vertrautes und da ist das Telefon nicht wirklich toll.
In meinem Beruf habe ich sehr viel mit Menschen zu tun, so dass es mir meistens auch nicht auffällt , dass ich allein lebe nur zu solchen Zeiten wie diesen.
DAnn war da noch eine Frage, wie das mit meinen Suizidhandlungen ist. Es ist nicht wirklich was
Geplantes, meist habe ich, so wie heute Nachmittag, ein starkes Bild vor Augen und irgendwann im Laufe des Abends kommt ein total schönes euphorisches Gefühl: so nach dem Motto - jetzt ist es
bald geschafft, und dann unternehme ich den Suizidversuch.
- Ich fühl mich zur Zeit absolut nicht euphorisch-
So, im Moment fällt mir nichts mehr ein. Ich wünsche allen einen schönen Abend
wozu

27.12.2021 21:02 • x 2 #8


W
Hallo,
ich will mich noch einmal melden.
Wenn ich es noch mal genauer überlege, dann habe ich in den vergangenen
Wochen schon versucht, einen Weg mit der Depression zu gehen, zu akzeptieren, dass es jetzt so ist wie es ist. Ich habe versucht viel Selbstfürsorge
zu betreiben, auch in dem ich bei der Ärztin war - und die anderen Dinge, die ich erzählt habe.
Ich kann nicht mehr, habe mein letztes bischen Kraft dahin gesteckt.
Ich kann nicht mehr, möchte mich bei euch bedanken, die ihr versucht habt, mich zu verstehen und mögliche Wege und Ideen aufgezeigt habt.
danke
wozu

29.12.2021 20:08 • x 1 #9


aurora333
Liebe @wozu, danke dass Du uns mehr über Dein Leben und Zustand anvertraut hast sowie die Medikamente die Du einnimmst aufgezählst. Ausser Lithium das ich aus dem Freundeskreis als eher positiv wirkend kenne sind mir alle unbekannt, und deshalb kann ich nicht beurteilen, wie effizient sie für Dich sind. Meine Erfahrung auf dem Gebiet ist, man muss immer mal wieder ausprobieren.

Es ist erstaunlich welche Kraft Du aufbringst in einem sozialen Beruf zu arbeiten. Solche Begegnungen sind zwar dankbar, doch manchmal auch für sensible Menschen eine Herausforderung. Jedenfalls hoffe ich, dass Du für Dein Engagement dort auch etwas zurückbekommst. Ich glaube dass Du gerade durch Deine schlimmen Kindheitserfahrungen eine besondere Sensibilität für verwundbare Menschen aufbringen kannst. Deshalb braucht es Dich dort eben auch.

Es ist schlimm, wenn man wie Du ( ich übrigens auch) in frühster Kindheit von nahestehenden Menschen, denen man vertrauen können sollte, missbraucht wird. Eine solche Erfahrung ist nachhaltig und wenn dann noch eine so zutiefst erschreckende Reaktion wie buchstäblich die Sprache zu verlieren dazukommen, ist das besonderer Horror. Es hat Dir regelrecht die Sprache - ein Hauptwerkzeug sich zu wehren - verschlagen , und da braucht es einiges an Mut immer und immer wieder aufzustehen. Wenn einem derart brutal die Grenzen missachtet wurden und es niemanden gab, er half, man also auch noch alleine gelassen wurde, dann wird das Leben in kritischen Momenten für Menschen wie uns zum Kampf. Den man zuweilen einfach nicht mehr kämpfen mag.

Und doch braucht es manchmal so wenig, dass wir wieder hoffen. Denn auch das haben wir ( vielleicht mehr als andere Menschen ?) gelernt, Strohhalme zu erkennen....nach ihnen Ausschau zu halten.

Liebe @wozu ich umarme Dich fest

29.12.2021 22:54 • #10


W
@Aurora: vielen Dank für die Umarmung.
Ich möchte nicht schon wieder jammern, aber muss mir echt eingestehen, dass es mir schlecht geht.
Vor gut 2 Tagen habe ich irgendwie Mist gebaut und mehr eingenommen, als gut für mich war. Gestern und heute habe ich deshalb fast nur gelegen. Ich weiß ja, dass solche Cocktails nicht gut sind, aber - vielleicht kennt ihr das auch - es kommt eine Sche...egal -Stimmung und auch das Gefühl, jetzt ist es bald vorbei. Kindisch, ich weiß.
Heute kann ich wieder essen, ich bin stabil auf den Beinen und mach mir Diner for one.
Ich wünsche allen einen guten Übergang, so wie es angenehm für euch ist, in das neue Jahr.
wozu

31.12.2021 18:42 • x 1 #11


Lost111
Zitat von wozu:
Ich wünsche allen einen guten Übergang, so wie es angenehm für euch ist, in das neue Jahr.

Liebe @wozu ,

das wünsche ich dir auch! Gib gut auf dich acht!

LG Lost111

31.12.2021 20:26 • x 1 #12


W
Ich kann nicht schlafen und das liegt nicht an der Knallerei, die ist seit einer Stunde vorbei. Es hielt sich also noch in Grenzen, aber eigentlich sollte ja gar nichts sein.
Innerlich bin ich sehr unruhig, mir schwirren tausende unterschiedliche Gedanken durch den Kopf. Es ging um Wohnungssuche, Arbeit, meine Erfahrungen in Kliniken, mein doch eher unschöner Aufenthalt über Weihnachten bei einem meiner Brüder, außerdem grundsätzlich um das Verhältnis zu ihnen (ich habe 3) und auch das Verhältnis zu meinem längst verstorbenen Eltern.
Ich schaffe es nicht, diese zu ordnen.
Eigentlich nehme ich zur Nacht immer Trimipramin, was mich auch schläfrig macht, aber heute trau ich mich noch nicht, da ich das Zuviel noch nicht ganz abgebaut habe. So muss ich also versuchen die Nacht zu überstehen.
Was macht ihr, wenn ihr nicht schlafen könnt. Ich kann mich erinnern, dass ich bei einem Klinikaufenthalt Nächtelang nicht geschlafen habe, aber in der letzten Zeit
hatte ich da eigentlich (dank der Medis) keine Probleme.

Ach, da fällt mir noch ein,
am 12.1. habe ich einen Termin bei der Psychiaterin. Würdet ihr, an meiner Stelle, noch beichten, das ich zu viele Medis genommen habe. Bis dahin ist ja nun wirklich alles abgebaut.
Boah ist das alles kompliziert. Am 1. Weihnachtsfeiertag lief mein Lieblingsweihnachtsfilm: ist das Leben nicht schön - darin geht es um einen Mann, der Suizid verüben will, weil er tod wertvoller ist als lebendig. Diesen Gedanken habe ich auch oft.
Ein Engel, der sich noch seine Flügel verdienen muss, wird zu ihm geschickt und der zeigt ihm, was wäre, wenn er nicht geboren wäre. Es ist schon eine schöne Aussage und jeder Mensch hinterlässt irgendwie eine Lücke, aber ich frage mich manchmal ernsthaft, ob die Welt nicht besser ohne mich dran wäre.
Da bin ich dann bei meinem 2. Bruder, der sich von seiner Herkunftsfamilie losgesagt hat und meinte, er will damit nichts mehr zu tun haben.
Falls jemand noch wach ist, wünsche ich eine gute Nacht, alle anderen, die das vielleicht lesen einen guten Morgen/Tag
wozu

01.01.2022 03:34 • #13


T
Zitat von wozu:
Ich kann nicht schlafen und das liegt nicht an der Knallerei, die ist seit einer Stunde vorbei. Es hielt sich also noch in Grenzen, aber eigentlich ...


Da ich nicht genau weiß, warum du zu viel Medis genommen hast, wäre das erst mal wichtig zu wissen.

Wegen deiner schlafprobleme, die habe ich auch, ich versuche immer eine Meditation zu machen und mich zu entspannen. Wenn ich einer Meditation lausche, werden meine Gedanken weniger und ich kann fast immer besser schlafen.

Du bist genauso wie wir alle ein wichtiger Mensch und es darf dir auch nicht gut gehen.
Ich habe 2021 meinen ersten Klinik Aufenthalt gehabt und versuche das alles zu verarbeiten. Versuche daraus positives zu sehen, und wenn es nur die Menschen waren, die sich sehr liebevoll um mich gekümmert haben.

01.01.2022 03:42 • x 1 #14


A


Hallo wozu,

x 4#15


W
Ich will nicht mehr jammern, habe heute gelesen, dass jammernde Menschen sehr schnell alleine sind, wobei in dem Artikel nicht stand, ob es sich um Depressive handelte.
Aber - meine Talfahrt geht immer schneller ins Nirgendwo - vor 3 Tagen die Einnahme von zu vielen Medikamenten, aus einem Zerstörungsdrang heraus, ich hatte davon erzählt und jetzt folgen die aufdrängenden Bilder, wo ich mir die P.a.
schneide (tu ich aber nicht, so lange ich Widerstand leisten kann) in Phasen mit geringerem Abstand.
Ich versuche dagegen anzugehen, ausgiebiges duschen, kochen, Skispringen schauen, außerdem habe ich versucht, mir wichtige Menschen telefonisch zu erreichen. Bei Ärzten oder Therapeutin brauch ich es am Feiertag gar nicht erst zu versuchen und Telefonseelsorge ist mal wieder ständig besetzt.
Ich habe zu große Scheu davor, in der Klinik anzurufen, vielleicht darf ich hier noch ein bisschen sein? - und schau später wieder rein.
wozu (hoffe, dass das alles regelkomform war)

01.01.2022 20:54 • #15

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