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Sertralin angefangen

Dys
Zitat von gho:
Nebenwirkungen haben insgesamt sehr nachgelassen, bei dem Sertralin. Wenn sich aber bis ins neue Jahr (5 Wochen) es wenig oder gar nicht bessert.....reicht das dann, um etwas zu ändern?

Ich weiß ja nicht was Du als „Besserung“ für Dich erachten würdest und was Du für eine „Änderung“ im Sinn hast. Möglicherweise reichen 50mg nicht, möglicherweise ist Sertralin auch nicht das richtige. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass meine Antidepressiva mich im besten Fall stabilisiert haben. Das wars dann aber auch. Die Welt ändert sich dadurch nicht. Probleme werden nicht durch Zauberhand gelöst. Die Medis ermöglichen, so sie wirken, dass ein „Antrieb“ entstehen kann, die Dinge in die Hand zu nehmen. Eventuelle Ängste überwinden zu können. Etwas offener werden zu können, für Herausforderungen.
Aber man wird dadurch nicht zum Supermann der alles mit links schafft.

Zunächst ist das eigene Defizit zu erkennen und benennen das voranginge. Geht ein arbeiten an diesem Defizit nur mit Medikamenten, die einen dazu in die Lage versetzen, ist es so. Aber die „Arbeit“ nehmen die einem nicht ab.

23.12.2022 05:45 • x 3 #61


sylvinchen
Sehr gut,sehe ich genauso

23.12.2022 09:31 • #62


A


Hallo gho,

Sertralin angefangen

x 3#3


bones
@Dys sehr schön beschrieben. Genau so ist es.

23.12.2022 12:04 • #63


gho
Ich danke abermals für eure Antworten. Es ist schön diesen Austausch zu haben.

Was versteht ihr unter Stabilisierung?

Ich meine, dass es mir noch schlechter geht. Bin zum ersten Mal müde dieses Leben zu leben......
Und meine Gedanken wirken irgendwie aufdringlicher.

23.12.2022 12:11 • #64


bones
Unter Stabilisierung versteh ich das so, dass man ausgeglichen ist und eine positive Einstellung wieder herstellt .

Wie darf man das verstehen mit bist müde das Leben zu leben? Dunkle Gedanken bzw suizidgedanken?

23.12.2022 12:31 • #65


gho
Und genau diese Stabilisierung spüre ich irgendwie gar nicht, denke ich.

Ich würde es als dunkle Gedanken bezeichnen. Suizidal nicht.
Normal, bei den letzten beiden Malen, war es immer so, dass ich dachte, dass es einen Weg geben muss und ich es schaffen werde.

Das fehlt mir jetzt zunehmend. Es ist irgendwie dunkler, seit dem Medikament.

23.12.2022 13:02 • #66


gho
Aber es macht mir trotzdem Angst. Weil ich so etwas nicht kenne, dass ich keine Lust mehr habe.....

23.12.2022 14:00 • #67


bones
Ich würde an deiner Stelle zum Arzt gehen und das ihm schildern. Weil keine Besserung auftritt.

23.12.2022 15:35 • #68


Dys
Zitat von gho:
Was versteht ihr unter Stabilisierung?

Für mich bedeutet es, dass ich handlungsunfähig bin. Also nicht nur im Bett liegen bleibe oder alles vernachlässige, was zum alltäglichen Leben gehört. Bereitschaft zum Austausch mit anderen und insbesondere mit TherapeutInnen. Gedanken ziehen lassen können.

Es bedeutet nicht für mich, keine düsteren Gedanken zu haben. Gedanken kommen ja so oder so. Es liegt nur an meiner Bewertung, wie ich damit umgehe. Ob ich mich dazu hinreißen lasse, Gedankenkreise und Endlosschleifen draus zu machen, oder eben sage, ja ich hab gerade den Gedanken, aber er ist nicht zielführend. Mit Gefühlen verhält es sich ebenso.

23.12.2022 16:21 • #69


gho
@bones das habe ich vor. Allerdings wird das wohl erst im neuen Jahr möglich sein. Und ich weiß nicht, was ich vorher tun soll, falls es noch dunkler wird.....

@Dys das habe ich vorher halt auch schon gekonnt. Leichter fällt es mir nicht, seit der Einnahme. Der Nebel im Kopf ist eher noch größer geworden.
Antrieb und Stimmung haben sich nicht wirklich gebessert....

23.12.2022 16:30 • #70


Dys
@gho wie gesagt „Glückspillen“ sind das keine. Vielleicht ist Therapie eher Dein Ding und die Medikamente garnicht notwendig für Dich. Das Du nur noch denken kannst, was du am liebsten denken würdest, kann kein Medikament leisten. Die Medikamente wirken auf Botenstoffe aber nicht konkret auf Gedanken. Andere Werkgruppen können dafür sorgen, dass reize im Hirn gedämpft oder erhöht werden, aber auch die ändern keine Gedanken per se.

23.12.2022 16:41 • #71


Nuance
Hallo,
ich habe vor 2-3 Tagen mit Sertalin angefangen und warte auch auf Wirkung. Am ersten Tag mit 50mg, dann nur noch 25mg.
Ich bin mir nicht sicher, es könnte sein, dass ich emotional nicht ganz so tief abstürzte und etwas weniger Angst habe.
Ich spürte sonst nichts - keine NW - bisher.

Ich habe mich mit dem Thema Depressionen sehr wissenschaftlich beschäftigt und habe viele Studien - meist Englisch - gelesen...

Ich sehe das mit Medikamenten eher skeptisch.
Die Placeborate schien mir ua recht hoch.
Aber solange man sie nicht Jahrzehnte lang nimmt, dürften das Risiko für Schäden (Grauer Star, Arteriosklerose, Osteoporose, Herz, Nieren etc) gering sein.
Bleibt für Männer das Damoklesschwert dauerhafter Erektionsprobleme under Einnahme oder nach dem Absetzen. Abruptes Absetzen könnte die Gefahr vergrößern.

Ich hatte kurz Escitalopram versucht - aber ich bekam zu starke Magenschmerzen.
Jetzt also Sertralin. Beide sind noch relativ problemlos mit anderen Medikamenten kombinierbar.

Wann Dosen erhöhen?
Der Steady State von Sertralin ist hierfür sicherlich interessant: Er ist nach 1 Woche erreicht.
Deshalb habe ich auch nur ein mal 50mg genommen. Ich will es langsam angehen und nicht verpassen, wenn eine niedrige Dosis hilft.
Denn die Menge macht das Gift... Diese Langzeitschäden treten bei höherer Dosierung natürlich eher/früher ein.

Jetzt nimmst Du schon 1 Monat 50mg?
Elontril halte ich auch für eine gute Idee. Ich kann Deinen Gedankengang nachvollziehen: Hochdosieren oder wechseln...
Diese SSRI steigern bei vielen den Antrieb nicht. Das Serotonin ist nicht wirklich antriebssteigernd.
Einfach von Sertralin auf Elontril umzusteigen, von einem Tag auf den anderen - es kann problematisch sein.
Es könnte Entzugserscheinungen geben und man könnte zu dem vorschnellen Schluss gelangen, Elontril würde nicht helfen.
Ein Wechsel zwischen verschiedenen SSRI hingegen ist zumindest weniger problematisch.
Jedenfalls wirken auch diese SSRI und SSNRI alle etwas anders. Es kann wirklich Sinn machen, mehrere auszuprobieren.
Das kann man auf dieser Tabelle sehen. Je kleiner die Zahl, desto stärker die Wirkung an dem jew. Rezeptor:
https://en.wikipedia.org/wiki/Pharmacol...epressants
Man versteht dann auch, warum manche Medis sehr müde machen: Niedrige Zahlen bei H1. ZB bei Amitriptylin.

Zudem sollte man den Blutdruck selbst kontrollieren... Und sich bei hohen Werten fragen, ob man dafür Medikamente nehmen will, nach einem anderen sucht oder niedriger dosiert...

24.12.2022 14:56 • #72


gho
Ja, nehme es heute genau 4 Wochen.
Es heißt ja an verschiedenen Stellen, dass wenn unter Standarddosis nach 4-6 Wochen keine Besserung eingetreten ist, dann macht auch eine Erhöhung wenig Sinn.
Habe das Gefühl, dass ich nicht mehr wirklich ins hier und jetzt komme. Eher schlapp und abgeschlagen. Zum Teil auch, dass die Gedanken mir mehr im Kopf hängen bleiben, als sonst....

Es scheint eher das Gegenteil von der beabsichtigten Wirkung einzutreten, was Antrieb und Stimmung angeht......
Ein bisschen heller wäre schon schön.....
Ich gebe darüber hinaus mein bestes. Lasse meine Emotionen fließen. Gehe täglich lange spazieren. Versuche so oft es geht Sport zu machen. Treffe mich mit Freunden, telefoniere mit Familie und Freunden. Esse regelmäßig. Gehe zur Therapie etc.....
Ist sehr unbefriedigend gerade....

24.12.2022 15:28 • #73


Nuance
Es gibt sicherlich auch Beiträge, in denen Leute schreiben, dass es ihnen erst nach 2-3 Monaten besser ging.
Serotonin steigert den Antrieb ja eigentlich nicht. Es macht eher müde.
Aber man kann alles Mögliche lesen. ZB, dass der Antrieb sofort steigen würde, die Stimmungsaufhellung später erfolgen würde.
Das dürfte bei Bupropion sicherlich anders sein.

Ich nehme wegen Schmerzen Tramadol. Ein Opioid... Das wirkt bei mir eindeutig antriebssteigernd und stimmungsaufhellend. Aber nur nach Einnahmepausen - nicht bei täglicher Einnahme. Und nimmt man es nicht alle 12h, ist man im Entzug. In einem extrem tiefen Tal. Und die nächste Tablette am folgenden Tag hilft dann nicht mehr so gut.

Ich pausiere es gerade. Die Kombination mit Psychopharmaka ist nicht ideal. Beide erhöhen Serotonin, Noradrenalin...

Ich möchte herausfinden, ob Sertralin irgendwie hilft. Also weinen kann ich bei 25mg noch. Dass sollen diese Antidepressiva's ja oft unmöglich machen. Ich stelle mir auch die Frage, wie hoch ich dosieren soll.
Und selbst wenn mir 100-200mg helfen würden - wäre ich bereit, solch hohe Dosen einzunehmen.

Meine Lebenssituation ist allerdings objektiv übel. Ich bin ganz allein. 100% allein.
Die psychosoziale, finanzielle Situation ist maximal schlecht.
Das ist schon sehr schwierig...
Ich glaube, es führt zwangsläufig zu Depressionen.
Ich bin eher antriebslos, freudlos - ich habe sehr schlimme Einsamkeitsgefühle.
Immerhin, ich habe 3 Katzen. Aber sie ersetzen keine menschlichen Kontakte. Auch mit Katzen fällt mir die Decke auf den Kopf.
Immerhin, ich bin in der Lage, mich um die Wohnung, die Katzen und mich - gerade so - zu kümmern.
Und ich weiß ja, dass Tramadol nach einer Pause - wie jetzt 3 Tage - mir helfen würde.
50mg helfen schon etwas - für einige Stunden. Und danach geht's zwangsläufig wieder bergab.
Nähme ich es auch nachts - also 24h - dann verliere ich die Haare (irreversibel). Und bin schlaflos.
Leider steigt der Blutdruck immer extrem an nach der Einnahme - für 6h. Das ist ein bisschen lang...
BD Senker können es nicht verhindern.

Ich versuche stets, so wenig möglich einzunehmen.

Ich möchte niemandem raten, Tramadol zu nehmen! Ich bekomme es ja wegen Schmerzen. Aber es hat eben diese schnelle Wirkung bei Depressionen - bei mir und vielen anderen... Nach 2-5h spüre ich eine Verbesserung. Natürlich retardiert.
Die Missbrauchsgefahr ist riesig! Denn ohne Pausen würde man jeden Tag mehr benötigen, um etwas Positives zu bemerken... Den entkomme ich wahrscheinlich wirklich nur, weil ich sehr gesundheitsbewusst bin und mich mit den Langzeitschäden von Medikamenten beschäftige.

Bei Dir klingt es gar nicht so schlecht. Du erwähnst Sport, Spaziergänge, Telefonate.

Depressionen sind ja nun auch ein riesiges Stigma. Und trotzdem hast Du Leute. Das ist wirklich schön.

24.12.2022 18:52 • #74


A


Hallo gho,

x 4#15


gho
Das tut mir leid zu hören und wünsche dir trotzdem erstmal frohe Weihnachten.

Mir macht es Angst, dass meine Gedanken gerade immer dunkler zu werden scheinen.
Das kenne ich nicht vor mir!

Seit dieser Woche habe ich eine zunehmende agitiertheit.

24.12.2022 19:59 • #75

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