Sie hat Schluss gemacht - Trennung Forum

Pyramos
Guten Abend DarkShadow!

Ich habe gerade mal deinen Beitrag Gefangen im selbst durchgelesen um ein wenig besser zu verstehen was mit deinem derzeitigen Zustand meinst. Muss erstmal sagen, das war für mich sehr interessant, da standen einige Dinge drin die ich gut auf mich anwenden und in mir wiedergefunden habe, aber auch vieles was neu für mich war und mir mal einen Blick darauf gegeben hat welche Zustände es eben noch geben kann. Und ich weiß jetzt ein wenig mehr über die Person die mir hier so sehr hilft gerade :-)

Also so wie du in einem Zustand der totalen Gefühlslosigkeit war ich bisher eigentlich noch nie, daher verstehe ich wieso du hoffst ich bekomme vorher die Kurve. Momentan fühle ich ja immerhin den Schmerz, dann sollte ich diesen ja vielleicht auch als etwas positives ansehen. Und das gelingt mir sogar ein klein wenig, denn er treibt mich derzeit an Dinge zu tun für die ich sonst wohl nie den Antrieb gefunden hätte. Auch wenn es nur ist dass ich Freunde anrufe um mit ihnen rauszugehen, zu reden, um mich eben von den Schmerzen abzulenken. Aber es hilft ja auch, ich werde dadurch automatisch aktiver, nicht weil ich die Kraft selbst aufbringe, sondern weil ichs sonst garnicht aushalte. Aber Hauptsache es wirkt :-)

Und teilweise tuts das auch, nur kommt eben immer der Punkt wo ich dann doch irgendwie zur Ruhe kommen muss, wo dann Gedanken doch wieder einzubrechen drohn, davor habe ich jeden Tag aufs neue Angst, und vor allem jetzt am Abend nimmt das immer zu, die Panik macht sich wieder breit.

Ich habe übrigens seit ein paar tagen nun wieder vermehrt Kontakt mit meiner Exfreundin, sie hat mir sogar echt viel Zeit gewidmet mir zuzuhören und mir alles nochmal zu erklären, wir haben versucht uns gegenseitig besser zu verstehen. das hat zum teil auch funktioniert, zum teil aber auch den Schmerz immer neu aufgewühlt, weil ich noch immer merke dass ich mit Hoffnungen in die Gespräche gehe die sie sie nicht erfüllen kann. Versuche immer noch sie mit Logik und Argumenten sie davon überzeugen dass es doch Unsinn ist Flucht in einer neuen Beziehung zu suchen wenn man die neue noch retten kann. Nur ist mit Logik da eben nicht beizukommen, das weiß ich ja irgendwie, aber ich kann immer noch nicht loslassen.

Nun weiß ich nicht ob es an sich gut von mir ist zu versuchen das einfach alles zu verstehen durch Gespräche mit ihr, vielleicht hilft das auch damit abzuschließen. Und eben die Tatsache dass ich sie als gute Freundin neu wert zuschätzen lerne, ihre Rolle in meinem Kopf einfach dahingehend verändere. Oder ob das eher ein Fehler ist, ich mir das alles nur einrede... ich bin da immer noch unsicher. Immerhin habe ich meinen Standpunkt klar gemacht, dass ich aus diesem Abhängigkeitsverhältnis zu ihr raus möchte, aber ich habe Angst der einzige weg dazu ist selbst den Kontakt abzubrechen.

Oh Mann, ich merke gerade selbst wie ich immer wieder zwischen meiner Depression und der Trennung hin und her springe, ich sollte mich mal auf eines konzentrieren...

Aber erstmal versuche ich Schlaf zu finden,
Gute Nacht

27.06.2011 01:19 • #16


JeanLucca
Hallo Pyramos.

Zitat von Pyramos:
Und eben die Tatsache dass ich sie als gute Freundin neu wert zuschätzen lerne, ihre Rolle in meinem Kopf einfach dahingehend verändere.
Einfach wird es sicher nicht.

Ich habe nach meinen Trennungen immer die Kontakte komplett abgebrochen. Ich habe das getan ohne gross zu überlegen ob das nun richtig oder falsch ist. Also ich habe alles verlassen - den Ort, die gemeinsamen Bekannten, mein soziales Umfeld. Heute weiß ich warum ich das getan habe - ich dachte das ich von den Menschen ausserhalb der Partnerschaft bewertet werde, das sich alle auf die Seite meinen Ex's geschlagen hatten, das ich mich geschämt habe weil ich in der Partnerschaft versagt habe. Das ist mir bewusst und mittlerweile sehe ich das aus einem anderen Blickwinkel.
Das ich auch den Kontakt zu meiner Ex abgebrochen habe hat mir allerdings geholfen. Ich habe noch nie etwas von dem Spruch gehalten Wir bleiben gute Freunde Ich denke das kann auch nicht funktionieren - und wenn überhaupt, dann nur wenn Beide komplett vom anderen losgelassen haben.
Von der Partnerschaftsebene (mit all ihrer Intimität, Liebe, allen gewesenen Erwartungen) auf eine Freundschaftsebene zu wechseln, die sich ja dadurch auszeichnet das man nicht verletzt wird, funktioniert bei mir nicht. Und erst Recht nicht wenn ich noch nicht losgelasssen hätte. Ich hatte mich ja damals für die Partnerschaft entschieden und nicht für Freundschaft. Ich Liebe. Bei mir stirbt die Liebe nicht. Deshalb kann ich jemanden den ich mal geliebt habe nicht nur noch ein Freund sein.
Das bedeutet nicht das ich nicht respektvoll und ohne Hass bin wenn wir uns übern weg laufen.

Zitat von Pyramos:
....weil ich noch immer merke dass ich mit Hoffnungen in die Gespräche gehe....
Genau das meine ich. Und wenn ich mich noch so anstrenge nur ein Freund zu sein kann ich meine Gefühle nicht mal eben schnell ändern. Bei Dir sind es noch Hoffnungen, bei mir wären es Liebe die nicht erwiedert wird - Beides tut immer wieder weh.

Zitat von Pyramos:
Versuche immer noch sie mit Logik und Argumenten sie davon überzeugen dass es doch Unsinn ist Flucht in einer neuen Beziehung zu suchen wenn man die neue noch retten kann. Nur ist mit Logik da eben nicht beizukommen,
Ich kann die Menschen um mich herum nicht ändern damit ich glücklich bin. Das habe ich wohl lange gemacht - versucht die anderen zu ändern weil ich noch nicht soweit war, das ich mich selbst ändere. Selbst ändern ist nicht negativ behaftet - ich meine Verantwortung für sich selbst übernehmen, wachsen. Ich kenne es nur zu gut weil ich lange lange keine Verantwortung für mich übernommen habe.
Deine Freundin hat eine Entscheidung getroffen - bestimmt hat sie sich gedanklich darauf vorbereitet als Du es noch nicht geahnt hast. Somit hat sie einen Vorsprung, sie hat die Trennung schon durch und Du läufst hinterher das zu verstehen.


Alles in allem kann ich Dich sehr gut verstehen, wie Du Dich fühlst. Ich kenne es gut, dass ich im Trennungsschmerz meinte viele Fehler gemacht zu haben. Aber was sind Fehler? Du bist halt so, hast immer in den Momenten so entschieden wie es in der Situation für Dich richtig war.
Loslassen ist schwer und tut weh. Das ist leider so.
Denk an Dich!

Lieben Gruß, JeanLucca

27.06.2011 07:22 • #17


A


Hallo Pyramos,

Sie hat Schluss gemacht - Trennung Forum

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Pyramos
Ja, das wird schwer. Ich meine eigentlich auch zu wissen dass es sogar unmöglich ist.. aber ich kann mir nciht helfen, ich wills irgendwie einfach...

Zitat:
ich dachte das ich von den Menschen ausserhalb der Partnerschaft bewertet werde, das sich alle auf die Seite meinen Ex's geschlagen hatten, das ich mich geschämt habe weil ich in der Partnerschaft versagt habe.


Ohja, das kenne ich nur zu gut. So denke ich auch oft. Denke zudem dass ich nie in Erinnerung bleibe, nicht mehr als eine Fußnote im Leben des anderen und auch ihres Umfeldes. Das macht mir sehr zu schaffen, weil ich auch immer sehe wie nach mir alles besser zu sein scheint. Dann wird die Liebe nach außen getragen, Liebesbekundungen in Webprofilen, glückliche gemeinsame Fotos usw... Dinge die es von mir in den Partnerschaften nie gab... da komme ich mir so wertlos und unbedeutend vor...
Ein wenig hilft es mir dass ich zu einem aus ihrem Umfeld Kontakt habe und merke dass zumindest er das nicht so sieht, aber leider ist für mich immer noch weit wichtiger was SIE denkt... und da spielen sich alle möglichen Horrorszenarien in mir ab.

Zitat:
Von der Partnerschaftsebene (mit all ihrer Intimität, Liebe, allen gewesenen Erwartungen) auf eine Freundschaftsebene zu wechseln, die sich ja dadurch auszeichnet das man nicht verletzt wird, funktioniert bei mir nicht. Und erst Recht nicht wenn ich noch nicht losgelasssen hätte. Ich hatte mich ja damals für die Partnerschaft entschieden und nicht für Freundschaft. Ich Liebe. Bei mir stirbt die Liebe nicht.


Ja, gerade diese Erwartungen die du nennst die man eine Partnerschaft hat scheint sie nicht zu teilen. Das merke ich nun immer mehr, sie sagt selbst sie habe da ein anderes Weltbild, eines das mir nicht ganz verständlich und etwas esoterisch anmutet. Dass eben die Welt von einer allumfassenden Liebe durchzogen sei die mehr ist als die Gefühle zwischen zwei Menschen und dass daher eine Beziehung für sie nicht auf Dauer ausgelegt ist sondern sie den Moment lebt. Eine Weltanschauung die ich zwar nicht teile, die ich aber versuche zu verstehen und die sicher auch vorteile bietet, weil sie so freier mit Gefühlen umgehen kann, und vielleicht Schmerz auch leichter akzeptieren kann und einfach leben kann, statt wie ich ihn zu hinterfragen und nach einem Sinn und Gerechtigkeit darin zu suchen. Für sie hat das keine Bedeutung warum ein Ggefühl da ist, ich denke sie sieht es sogar als Ausgleich an dass der Schmerz den ich fühle durch das Glück das sie nun in ihrer neuen Beziehung fühlt ausgeglichen wird, weil es ja nicht um den einzelnen geht sondern um die Welt...

Aber vielleicht ist das alles eine Ausrede und ich versuche schon wieder viel zu viel Verständnis zu zeigen ...

Ich sehe es jedenfalls eher wie du, wenn ich eine Partnerschaft eingehe dann entscheide ich mich ja bewusst dafür. natürlich ist das keine Garantie auf Erfolg, aber man übernimmt eine gewisse Verantwortung und sollte sich über die Erwartungen die man auch beim Partner weckt bewusst sein.

Zitat:
Ich kann die Menschen um mich herum nicht ändern damit ich glücklich bin.

Richtig, das versuche ich wohl auch oft, oder hoffe es. Beziehungsweise ich hoffe dass sie doch doch eigentlich so sind wie ich es mir wünsche und sie es nur selbst erkennen müssen, dass sie es leugnen. Aber ich glaube das kommt aufs selbe raus, weil ich kann auch niemanden zu dieser Erkenntnis zwingen. Dennoch versuche ich mir damit zu helfen zu verstehen WIE sie denn nun wirklich sind, um dann vllt das zu akzeptiern dass ich sie nicht ändern kann und dann auch garnicht will weil es für sie ja Sinn ergibt so zu sein.

Irgendwie fällt mir zu ihr wieder mal ein Lied von Eric Fish ein: Willst du wirklich?
Das würde ich ihr so gern sagen :-(

Zitat:
Deine Freundin hat eine Entscheidung getroffen - bestimmt hat sie sich gedanklich darauf vorbereitet als Du es noch nicht geahnt hast. Somit hat sie einen Vorsprung, sie hat die Trennung schon durch und Du läufst hinterher das zu verstehen.


Danke dass du das so sagst, das ist genau das Problem was ich habe. Was ihr wie ich finde eben auch Macht über mich gibt. Und ich renne wie du es sagst hinterher, und kaum habe ich sie da ein wenig eingeholt ist sie schon wieder einen Schritt weiter, offen für neues... Ich denke sogar sie war durch ihre Sicht der Dinge schon zu Beginn der Beziehung einen Schritt vor mir, weil für sie ja Trennung immer eine Option zu sein scheint wenn das momentane Gefühl nicht mehr ausreicht, also Trennung immer einem Kampf um die Beziehung vorgezogen wird. Somit hatte ich eigentlich nie eine ernsthafte Chance, es sei denn ich wäre perfekt...

27.06.2011 14:50 • #18


JeanLucca
Hallo Pyramos.

Zitat von Pyramos:
Ja, gerade diese Erwartungen die du nennst die man eine Partnerschaft hat scheint sie nicht zu teilen.
Na ja, ich habe geschrieben wie ich es für mich sehe.

Im günstigsten Fall sieht es meine mögliche Partnerin auch so. Das bedeutet aber nicht das das bei jedem einzelnen so bleibt. Ich glaube das es im Laufe einer Beziehung dauernd eine neue Abstimmung gibt.
Es ist auch möglich das einer feststellt, mit seinem Partner diese Einstellung nicht mehr Leben zu können. Dann beginnt entweder eine BeziehungsRettungsRoutine und/oder die Trennung wird innerlich vorbereitet. Das ist doch ein normaler Prozess und steht jedem Partner zu.
Was nicht funktioniert ist, seinen Partner auf irgendetwas festzunageln. So als ob eine Beziehung etwas endgültiges ist - Es immer absolut bleiben muss. Jeder hat doch noch immer selbst die Entscheidungskraft eine Partnerschaft weiterzuführen oder zu beenden.


Zitat von Pyramos:
Ich sehe es jedenfalls eher wie du, wenn ich eine Partnerschaft eingehe dann entscheide ich mich ja bewusst dafür. natürlich ist das keine Garantie auf Erfolg, aber man übernimmt eine gewisse Verantwortung und sollte sich über die Erwartungen die man auch beim Partner weckt bewusst sein.
Hier nochmal. Es bleibt jedem frei eine Beziehung zu beenden oder weiterzuführen. Deine Freundin entscheidet alleine darüber - sie hat es bestimmt alles abgewägt und dann einen Entschluß gefasst. Es gibt keinen Anlass diesen Entschluß nicht zu respektieren oder gar mit der moralischen Keule zu drohen.


Zitat von Pyramos:
Das würde ich ihr so gern sagen :-(
Joa, das verstehe ich und weiß wohl wie es sich anfühlt. Mir hat es geholfen meine Gedanken aufzuschreiben. Wie wäre es? Schreib doch Deiner Ex Briefe und schicke sie nicht ab. Dabei sortieren sich die Gedanken ganz oft.


Zitat von Pyramos:
Danke dass du das so sagst, das ist genau das Problem was ich habe. Was ihr wie ich finde eben auch Macht über mich gibt. Und ich renne wie du es sagst hinterher, und kaum habe ich sie da ein wenig eingeholt ist sie schon wieder einen Schritt weiter, offen für neues... Ich denke sogar sie war durch ihre Sicht der Dinge schon zu Beginn der Beziehung einen Schritt vor mir, weil für sie ja Trennung immer eine Option zu sein scheint wenn das momentane Gefühl nicht mehr ausreicht, also Trennung immer einem Kampf um die Beziehung vorgezogen wird. Somit hatte ich eigentlich nie eine ernsthafte Chance, es sei denn ich wäre perfekt...
Ach, Pyramos, Dir tut die ganze Geschichte Richtig weh. Leider gibt es für Trennungsschmerz keine Linderung ausser der Zeit.

Ich würde Dir jetzt raten nicht mehr hinterherzurennen und erstmal bei Dir zu bleiben. Ich meine nicht das Du akzeptieren musst, ich meine es jetzt Bildhaft - gönn Dir Abstand. Das wird Dir gut tun.
Und Deiner Ex wird es auch gut tun. Wenn Du sie geliebt hast, dann respektiere Ihre Entscheidung. Und wenn Du sie noch immer liebst dann erst Recht.

DarkShadow hat schon so viel darüber geschrieben das Du Dich jetzt um Dich selbst kümmerst. Ich möchte mich da gerne anschliessen. Für Dich, damit es Dir bald besser gehen kann. Ehrlich.

Lieben Gruß, JeanLucca

27.06.2011 16:40 • #19


D
Wißt ihr, was ich glaube? Dass, wenn man wirklich mit sich selbst im reinen ist, Menschen, die man wirklich liebt, loslassen kann, sofern sie es wünschen. Eben aus Liebe und Verständnis dem Menschen gegenüber.

Ich kann mir vorstellen, dass das jetzt auch irgendwie spirituell angehaucht klingt, oder so ähnlich, aber ich glaube daran, dass, wenn da zwei Menschen sind, die sich wirklich lieben oder zumindest wirklich einmal geliebt haben, in der Lage sein können, dem anderen seinen Weg, den er gehen möchte, so zu erklären, dass der andere es verstehen kann.

Den Idealfall stelle ich mir so vor, dass man sich so gut versteht, dass man sich gemeinsam im ständigen Wachstum befindet und gemeinsam die Wege und vor allen Dingen neue Wege findet.

Tja, aber Vorstellung, Umsetzung und Realität gehen dann letztendlich doch wieder ihre ganz eigenen Wege...

Persönlich würde ich dir, Pyramos, doch auch eher zum Rückzug raten, denn die Entscheidung ist - so weh es dir auch tut - gefallen. Sich an Kleinigkeiten festzuhalten und daraus neue Hoffnung zu schöpfen, wird dir auf Dauer nicht gut tun und dich ständig hoffen statt leben lassen.

Ganz liebe Grüße an dich

DarkShadow

27.06.2011 17:27 • #20


Pyramos
Hallo Jean Lucca, Hallo Dark Shadow!

Erst nochmal großen Dank euch beiden, ihr helft mir die letzten Tage wirklich sehr :-)

Zitat:
Es ist auch möglich das einer feststellt, mit seinem Partner diese Einstellung nicht mehr Leben zu können.
Was nicht funktioniert ist, seinen Partner auf irgendetwas festzunageln. So als ob eine Beziehung etwas endgültiges ist - Es immer absolut bleiben muss. Jeder hat doch noch immer selbst die Entscheidungskraft eine Partnerschaft weiterzuführen oder zu beenden.


Ja, das ist etwas sehr wichtiges das du sagst. Ich weiß ich klinge oft anders, aber eigentlich sehe ich das auch so... auch wenn ich mich sehr oft so sehr darauf versteife dass doch die Partnerin das auch so sehen müsste wie ich... Aber es hat nunmal jeder andere Vorstellungen von Beziehungen, andere Wünsche, und du hast Recht dass es jedem freisteht es zu beenden wenn er seine Bedürfnisse nicht mehr erfüllt sieht, oder es ihm gar wehtut.

Und das hat sie mir heute nochmal gesagt, dass es sie gegen Ende einfach unglücklich machte mich leiden zu sehen, sie sich eben auch eingeengt gefühlt hat durch mich. Ich sagte z.B. einmal dass wenn ich das Festival absage, wozu sie mir riet, ich nur noch sie hätte. das hat sie glaube ich vor allem unter Druck gesetzt. Jetzt verstehe ich das... nur wünschte ich mir sie hätte mir das gesagt, oder ich hätte es gesehen... ich hätte es niemals vor sie gestellt und hätte es auch schon vorher abgesagt weil das wirklich eins der Probleme war. Aber naja, ob es das behoben hätte weiß ich auch nicht, da ich dann vielleicht wirklich nur noch sie gesehen hätte, und das einengen nicht weg gewesen wäre.

Alles in allem hat mir das Gespräch heute mit ihr, bei allem Schmerz, viel gebracht. Ich habe nun endgültig gemerkt dass ich da keine Chance mehr habe. Sie hat zwar Reue gezeigt dafür, mir wehgetan zu haben. Und dass sie sich auch wünschte es wäre anders verlaufen, und dass es ihr Leid tut dass es mir so schlecht geht. Aber dass sie ihre Entscheidung als solche nicht bereut und auch nicht ändern wird. Wie gesagt, es tat weh, aber eigentlich wars was das ich ja eh wusste, nur nicht wahrhaben wollte. Und dafür habe ich ja jetzt gemerkt wie wichtig ich ihr dennoch noch bin, sie hat sich Zeit genommen mir das zu erklären, obwohl ich merkte wie schwer es ihr fiel, wie sie wieder anfing sie unter Druck gesetzt zu fühlen... sie hat sogar den andern dafür vertröstet, das fand ich sehr überraschend.

Und Dark Shadow, du triffst es wieder sehr gut mit deinen Worten :-)

Zitat:
Wißt ihr, was ich glaube? Dass, wenn man wirklich mit sich selbst im reinen ist, Menschen, die man wirklich liebt, loslassen kann, sofern sie es wünschen. Eben aus Liebe und Verständnis dem Menschen gegenüber.


Das sehe ich nun auch irgendwie ein. Mir tat es weh am Ende heute zu sehen dass sie mich nichtmal mehr umarmen wollte weil sie sich so bedrängt fühlte... da habe ich gemerkt dass ich wirklich ihr zuliebe loslassen muss. Sonst verliere ich sie ganz. Und ich versuche mich nun daran zu halten. es wird schwer, ich habe auch Angst da rückfällig zu werden. Aber ich nehme mir vor wenn wir uns nochmal sehen, nichtmehr über das Thema zu reden. Sondern einfach die Zeit die sie mir trotz allem noch mit sich schenkt zu genießen. Mein Verstand und sogar auch mein Herz wollen das jetzt wirklich. Die Frage ist nur bin ich stark genug, aber ich versuche es...

Zitat:
Den Idealfall stelle ich mir so vor, dass man sich so gut versteht, dass man sich gemeinsam im ständigen Wachstum befindet und gemeinsam die Wege und vor allen Dingen neue Wege findet.


Um genau das vielleicht zu erreichen :-) Denn eigentlich habe ich meinen neuen Weg doch schon so ein wenig gefunden, ich weiß dass ich derzeit zu mir finden möchte. Nicht zu ihr... Ich wollte den weg nur mit ihr gemeinsam gehen, aber vielleicht kann sie mich ja dennoch ein wenig aus etwas mehr Distanz begleiten. Das wäre schön.

Zitat:
Sich an Kleinigkeiten festzuhalten und daraus neue Hoffnung zu schöpfen, wird dir auf Dauer nicht gut tun und dich ständig hoffen statt leben lassen.


ja, auf diese Sache mit ihr bezogen hast du Recht. Aber generell finde ich ist Hoffnung genau das was ich derzeit brauche, und die finde ich auch in kleinen Dingen, aber eben nicht bei ihr, nicht in Form einer Beziehung. Ich sollte ohnehin mal aufhören Beziehungen derart zu glorifizieren wie ichs derzeit tue... es gibt wichtigeres im Leben, vor allem derzeit in meinem... und wenn ich irgendwann mal eine Basis habe kann ich eine funktionierende Beziehung auch besser wertschätzen. Aber der Weg dahin wird mühsam fürchte ich, und wohl auch irgendwie einsam. Vielleicht muss ich auch mal lernen mir selbst ein Begleiter zu sein, ich glaube dann wäre mein Begleiter ein netter Kerl :-)

27.06.2011 23:06 • #21


D
Hallo Pyramos,

ich finde es großartig, wie du versuchst, mit der Situation umzugehen. Wie du das alles einschätzt, dich selber reflektierst dabei und versuchst, andere, neue Wege zu finden. Vor allem finde ich es bemerkenswert, in welcher Offenheit du das machst, dir selber gegenüber.

Zitat:
Die Frage ist nur bin ich stark genug, aber ich versuche es...


Wenn das alles so einfach wäre, was wir dir bisher geschrieben haben... aber daran zu arbeiten, das ist es Wert nämlich für dich selbst.

Zitat:
Ich sollte ohnehin mal aufhören Beziehungen derart zu glorifizieren wie ichs derzeit tue... es gibt wichtigeres im Leben, vor allem derzeit in meinem... und wenn ich irgendwann mal eine Basis habe kann ich eine funktionierende Beziehung auch besser wertschätzen. Aber der Weg dahin wird mühsam fürchte ich, und wohl auch irgendwie einsam. Vielleicht muss ich auch mal lernen mir selbst ein Begleiter zu sein, ich glaube dann wäre mein Begleiter ein netter Kerl :-)


Vielleicht einsam(er) für eine gewisse Zeit, dafür aber vielleicht umso lehrreicher und ich glaube da an dich, dass es für dich am Ende auch zufriedenstellender ausgehen wird, denn das hast du auch verdient!

Lieben Gruß

DarkShadow

28.06.2011 04:43 • #22


Pyramos
Hallo Darkshadow!

Zitat:
ich finde es großartig, wie du versuchst, mit der Situation umzugehen. Wie du das alles einschätzt, dich selber reflektierst dabei und versuchst, andere, neue Wege zu finden. Vor allem finde ich es bemerkenswert, in welcher Offenheit du das machst, dir selber gegenüber.


Danke dir vielmals, es tut unheimlich gut dass das mal jemand anerkennt :-) Ich bin ehrlich gesagt selbst überrascht wie schnell sich die letzten Tage alles bei mir verändert, ich Tag für Tag alles ein wenig klarer sehe, was davor jahrelang nur ein dichter Nebel zu sein schien. Vielleicht musste eben erstmal echt der totale Absturz kommen um mich wachzurütteln. Es ist auch irgendwie faszinierend wie ich mich zwar einerseits am Tiefpunkt meiner Krankheit sehe, aber an einem Hochpunkt was meine Sicht auf mich und meinen Charakter angeht. Ich mag mich die letzten Tage selbst immer mehr, ein Gefühl das ich kaum kenne... seltsam oder? Liegt das daran dass ich erstmals wirklich zu meiner Krankheit stehe, sie als das sehe was sie ist? Und eben nicht mehr als Charakterschwäche? Ich vermute mal...

Was mir auch sehr hilft ist derzeit mein Leben und meinen Stil etwas umzukrempeln. Ich war immer als langhaariger Metaller, meist schwarz gekleidet unterwegs, wohl weil ich mich lange Zeit damit identifizeren konnte und es mir auch Schutz bot. Aber ich merke nun dass ich viel mehr bin als das. Das nicht das es ist was mich ausmacht. Ich habe mir jetzt die Haare schulterlang geschnitten, habe viele neue Kleidungsstücke gekauft, die mir einfach gefallen und zu mir passen, nciht weil sie eben szenetypisch sind. Und dass ich die letzte Zeit kaum noch Musik hörte machte mich erst sehr traurig, weil es eigentlich ein wichtiger Lebensinhalt ist. Aber habe nun gemerkt dass ich derzeit einfach eine andere Art der Musik brauche, eine die mich ruhig macht und nicht aufstachelt. Gerade so Singer/Songwriter Sachen passen da derzeit ganz gut, da muss ich mich auch noch bei JeanLucca bedanken, denn Nils Koppruch aus seiner Signatur trifft da genau meinen Nerv und hat mich endlich wieder anfangen lassen Musik genießen zu können, das hat mir so gefehlt.

Aber bei all den guten Entwicklungen weiß ich dennoch dass ich da wohl trotzdem am Anfang stehe, aber meine Sicht auf mich hat sich schonmal gewaltig geändert und das sehe ich als so großen Fortschritt den ich mir lange Zeit nichtmal erträumt hätte. Ich glaube endlich wieder an mich :-) Ich habe aber dennoch Angst vor einem erneuten Einbruch, dass das vielleicht nur eine Phase ist, aber ich lasse mir das jetzt nicht so leicht nehmen!

Was ich mir nur wünschte ist dass mehr das so sehen wie du, dass auch andere meine Fortschritte anerkennen... denn leider sehen viele ja diese kleinen Dinge die für mich Riesen Erfolge sind als selbstverständlich an, das holt einen oftmals dann doch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück... aber ich glaube zumindest meine engsten Freunde sehen und spüren die Veränderung.... die einzige mir wichtige Person die das nicht zu sehen scheint ist wieder einmal SIE :-( wo sie es doch als einzige verstehen müsste wie schwer das alles für mich ist... aber trotzdem sieht sie nur was ich nicht schaffe, schafft es oftmals fast mir meine erfolge klein zureden... wieso tut sie das nur? :-(

Aber egal, heute habe ich fast den ganzen Tag ohne einen Gedanken an sie verbracht, und ich habe auch wieder angefangen zu essen. Und habe mir Sportsachen gekauft, will anfangen regelmäßig zu joggen und ins Fitnessstudio zu gehen. Und noch etwas tolles ist passiert: ich habe es zum ersten Mal seit Jahren geschafft genug Selbstvertrauen zusammenzunehmen um im Park ein Mädel anzusprechen! Zwar erst beim zweiten Versuch, aber immerhin. Nicht weil ich mir davon was erhoffe, ich will derzeit echt nichts neues anfangen, verspüre nicht mal den Drang dazu, ich weiß auch dass ich da echt nicht in der Lage zu wäre. Nein, einfach weil ich spürte dass ich es kann. Und mir klar wurde dass ich doch nichts verlieren kann, nur gewinnen. Und siehe da, wir haben uns ne Stunde unterhalten und vielleicht schau ich ihr am Wochenende beim Rugby zu, und wer weiß, evtl. entwickelt sich daraus ja sogar eine Freundschaft :-)

Zitat:
Vielleicht einsam(er) für eine gewisse Zeit, dafür aber vielleicht umso lehrreicher und ich glaube da an dich, dass es für dich am Ende auch zufriedenstellender ausgehen wird, denn das hast du auch verdient!


Selbst dass muss ich heute irgendwie revidieren. Ich fühle mich heute sogar weniger einsam. Weil ich merke dass ich auch meinen Freunden plötzlich näher bin, weil ich mich sonst immer verkrochen habe. Und vllt gewinne ich sogar neue Freunde dazu. Und zufriedenstellender und lehrreicher wird es, das spüre ich ja nun bereits. Und Danke dass du sagst dass ich es verdiene, und weißt du was, zum ersten Mal glaube ich das auch. Gott bin ich heute euphorisch :-) Mein Therapeuth wird sich in zwei Wchen viel anzuhörn haben wenn das so weitergeht

29.06.2011 01:25 • #23


D
Hallo Pyramos,

mal eben schnell geantwortet und kurz geschrieben:

Das klingt doch alles schon wieder viel viel besser und es freut mich sehr, dass du so viele Dinge so schnell und nützlich für dich umsetzen konntest

Schön zu lesen, dass es dir wieder besser geht zurzeit. Das liest sich doch alles wirklich richtig gut und klingt nach einem guten Weg

Ganz lieben Gruß

DarkShadow

29.06.2011 09:13 • #24


JeanLucca
Hallo Pyramos.

Du machst wirklich eine ganze Menge. Und Du kannst Dich ziemlich gut reflektieren.

Zitat von Pyramos:
.... die einzige mir wichtige Person die das nicht zu sehen scheint ist wieder einmal SIE :-( wo sie es doch als einzige verstehen müsste wie schwer das alles für mich ist... aber trotzdem sieht sie nur was ich nicht schaffe, schafft es oftmals fast mir meine erfolge klein zureden... wieso tut sie das nur? :-(
Irgendwie kenne ich das. Ich hatte auch mal so eine Phase in der ich enttäuscht war das meine Partnerin es nicht bemerkt was ich alles für die Beziehung mache. Ich habe damals nicht verstanden warum sie es nicht anerkennt. Das MUSS sie doch, weil ich genau das geändert habe was sie mir vorgeworfen hat.
Wenn ich zurückblicke war ich in der Zeit nicht authentisch. Verkrampft. Hab alles nur deshalb getan weil ich still gehofft habe das alles wieder so wird wie es mal war.

Es gibt da so einen Spruch: Willst Du gelten, mach Dich selten. Hört sich für mich auf den ersten Blick sehr flach an. Aber ich finde da ist doch was dran, irgendwie. Könnte es für Dich ein Weg sein die ganzen Dinge die Du für Dich tust, Deiner Ex nicht zu erzählen? Ich meine so als Selbstschutz.

Lieben Gruß JeanLucca

29.06.2011 12:00 • #25


Pyramos
@DarkShadow:

Ja, das finde ich auch :-)
Heute Morgen kams sogar noch krasser: hab nach dem aufwachen erstmal dagelegen und etwas vor mich hingegrübelt, und da hats irgendwie Klick gemacht und ich hab erstmals so richtig gesehn was eigentlich mein Problem ist (was doch eigentlich sowas von auf der Hand lag, aber manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht): mir fehlt es einfach dass jemand meine Stärke und meine guten erkennt und wertschätzt. das hat mir mein Leben lang gefehlt. Und mit meiner Ex war das ja ganz krass, ihr tat alles was ich für sie tat weh, meine Offenheit gegenüber Gefühlen hat sie eingeschüchtert, meine Fürsorge eingeengt und verunsichert, meine Zuneigung unter Druck gesetzt. Aber das ist nicht MEIN Fehler... das sind doch gute Eigenschaften... sie hat scheinbar weit größere Probleme wie ich und könnte glaube ich derzeit wirklich alles andere gebrauchen als eine Partnerschaft, sondern einen guten Freund wie mich der ihr da mal die Augen öffnet. Sie braucht mehr Hilfe als ich glaube ich. Aber sie wird sie nicht annehmen, und ihr habt Recht dass ich mich auch erstmal um meine eigne Seele kümmern muss. Aber ich bin nach dieser Erkenntnis aufgestanden, ins Bad gegangen und habe in den Spiegel geschaut. Und zum ersten Mal seit so langer Zeit gefiel mir was ich sah. Ich habe mich fast verliebt in mich ^^ Ich konnte lächeln, habe sogar angefangen laut loszulachen vor Freude mich endlich mal so zu sehen, konnte fast nicht mehr aufhörn. Und hatte so den Drang rauszugehen und im regen zu tanzen. Raus bin ich dann auch, aber getanzt habe ich dann doch nicht, aber zumindest innerlich. Aber bin in kurzen Sachen stundenlang durch den regen und hat mir nichts ausgemacht, fühlte mich einfach lebendig :-)

Jetzt habe ich nur bei all diesen neuen überschwänglichen Gefühlen ein wenig die Angst dass ich entweder leicht manisch depressiv bin, oder dass diese kurze Euphorie nur eine Seifenblase ist die so schnell zerplatzt wie sie kam. Und tatsächlich spüre ich seit ich wieder daheim bin dass der Sog immer noch in mir lauert, ständig droht mich wieder zu vergiften und ich echt dagegen ankämpfen muss das ja nicht zuzulassen. Ich will dieses Hoch nicht wieder so schnell verlieren...

@ Jean Lucca: Ja, genauso fühlte und fühle ich mich auch. Aber ich verstehe nun warum sie es nicht konnte ein wenig besser. Ganz kenne ich ihre Probleme nicht, aber sie ist sehr unzufrieden mit sich selbst. Und denkt sie hat es nicht verdient gut behandelt zu werden. Sie sagte mir z.B. dass die Beziehungen vor mir, wo die Partner sie teilweise wie Dreck behandelt hatten zwar nicht schön, aber eben einfacher waren. Das war echt ein Schlag ins Gesicht für mich, aber was will man da machen? :-(
Sie hat entweder die Chance an einen Partner zu geraten der ihr wie ich wirklich helfen und sie verstehen will und vielelicht noch etwas stärker ist wie ich und es schafft zu ihr durchzudringen. Oder sie macht so weiter und wird irgendwann daran zerbrechen was sich in ihr anstaut und sucht sich dann vielleicht selbst Hilfe. Ich kann sie nicht dazu zwingen...

Zitat:
Wenn ich zurückblicke war ich in der Zeit nicht authentisch. Verkrampft. Hab alles nur deshalb getan weil ich still gehofft habe das alles wieder so wird wie es mal war.


Ja, das stimmt zum Teil, ich hab mir sogar oft eingeredet das stimmt total. Aber ich versuche das nun auch zu differenzieren und sehe das vieles davon doch auch authentisch war, dass ich wirklich so denke und mich einsetzen will für andere. Natürlich wollte und will ein Teil von mir das auch nur um doch noch die Beziehung zu retten, aber dieser teil wird immer schwächer was ich positiv bewerte, momentan denke ich gar nicht daran.

Zitat:
Willst Du gelten, mach Dich selten.


Da ist was wahres dran. Ich war da oft wirklich zu aufdringlich. Ich versuche das nun ein wenig mehr einzuhalten und warte bis sie von sich aus mal auf mich zukommt. Aber den Drang ihr das zu zeigen den kann ich kaum unterdrücken, war heute morgen auch kurz bei ihr auf der Abreit (Buchhandlung), nur um ihr zu zeigen wie guts mir geht und ihr zu beweisen dass ich auch ohne Probleme wieder gehn kann. Aber das war nur so ein Impuls, den werd ich ab jetzt versuchen zu unterdrücken.

29.06.2011 12:19 • #26


D
Hallo Pyramos,

du legst ja ein ganz schönes Thempo vor, da fällt es mir richtig schwer, mitzukommen

Wollte eigentlich noch etwas intensiver auf deinen vorherigen Beitrag eingehen, jetzt haste schon wieder so viel geschrieben *hechel...* ]

Zitat von Pyramos:
Heute Morgen kams sogar noch krasser: hab nach dem aufwachen erstmal dagelegen und etwas vor mich hingegrübelt, und da hats irgendwie Klick gemacht

Auf diesen Moment hoffe ich auch noch....

Zitat von Pyramos:
ihr tat alles was ich für sie tat weh, meine Offenheit gegenüber Gefühlen hat sie eingeschüchtert, meine Fürsorge eingeengt und verunsichert, meine Zuneigung unter Druck gesetzt. Aber das ist nicht MEIN Fehler... das sind doch gute Eigenschaften... sie hat scheinbar weit größere Probleme wie ich und könnte glaube ich derzeit wirklich alles andere gebrauchen als eine Partnerschaft, sondern einen guten Freund wie mich der ihr da mal die Augen öffnet. Sie braucht mehr Hilfe als ich glaube ich. Aber sie wird sie nicht annehmen, und ihr habt Recht dass ich mich auch erstmal um meine eigne Seele kümmern muss.

Manches von dem, wie du sie beschreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Aber wie du es selbst auch schon richtig erkennst, es ist ihre Sache, nach Hilfe 1. zu suchen und sie dann auch 2. anzunehmen (3. wäre dann die Umsetzung) aber es geht ja nunmal doch in erster Linie um dich. Vor allem sehe ich hier eine - ich drücke es mal vorsichtig aus - Gefahr, ihr deine Hilfe anzubieten, obwohl du sie liebst und dir insgeheim doch MEHR wünschen würdest. Das kann im schlechtesten Fall nach hinten losgehen, für euch beide. Dann hätte sie einen Freund zu verlieren und du würdest vielleicht irgendwann alles unter-/abbrechen wollen, weil sie deine Gefühle nicht erwidert und das könnte ihr dann im Umkehrschluss auch wieder nur schaden. Aber wie gesagt, es geht ja um dich

Zitat von Pyramos:
Aber ich bin nach dieser Erkenntnis aufgestanden, ins Bad gegangen und habe in den Spiegel geschaut. Und zum ersten Mal seit so langer Zeit gefiel mir was ich sah. Ich habe mich fast verliebt in mich ^^ Ich konnte lächeln, habe sogar angefangen laut loszulachen vor Freude mich endlich mal so zu sehen, konnte fast nicht mehr aufhörn. Und hatte so den Drang rauszugehen und im regen zu tanzen. Raus bin ich dann auch, aber getanzt habe ich dann doch nicht, aber zumindest innerlich. Aber bin in kurzen Sachen stundenlang durch den regen und hat mir nichts ausgemacht, fühlte mich einfach lebendig :-)

Tja... die Leichtigkeit des Seins... schön sowas

Zitat von Pyramos:
Jetzt habe ich nur bei all diesen neuen überschwänglichen Gefühlen ein wenig die Angst dass ich entweder leicht manisch depressiv bin, oder dass diese kurze Euphorie nur eine Seifenblase ist die so schnell zerplatzt wie sie kam. Und tatsächlich spüre ich seit ich wieder daheim bin dass der Sog immer noch in mir lauert, ständig droht mich wieder zu vergiften und ich echt dagegen ankämpfen muss das ja nicht zuzulassen. Ich will dieses Hoch nicht wieder so schnell verlieren...

Das ist, glaube ich, die Schwierigkeit, die da in uns lauert. Uns dieser Krankheit bewusst zu werden und zu lernen, mit ihr bewusst umzugehen und zu wissen!, dass Gefahren lauern (können).

Zitat von Pyramos:
Ich versuche das nun ein wenig mehr einzuhalten und warte bis sie von sich aus mal auf mich zukommt. Aber den Drang ihr das zu zeigen den kann ich kaum unterdrücken, war heute morgen auch kurz bei ihr auf der Abreit (Buchhandlung), nur um ihr zu zeigen wie guts mir geht und ihr zu beweisen dass ich auch ohne Probleme wieder gehn kann. Aber das war nur so ein Impuls, den werd ich ab jetzt versuchen zu unterdrücken.

Loslassen fällt schwer ;-) Aber auch das wird dir noch gelingen ...

Sei lieb gegrüßt

DarkShadow

29.06.2011 16:12 • #27


Pyramos
Hallo,

ich war mal für ein paar Tage nicht hier, diese Tage waren so turbulent für mich wie die davor. Wie ich es befürchtet hatte war meine Euphorie nicht von langer dauer, am Abend schon kroch die Leere wieder in mir hoch, alles gute lief einfach wie durch ein leck aus mir heraus, das war schrecklich, wollte es festhalten... aber es ging nicht :( Ich hatte solche Angst, ja regelrecht Panik dass es aber nur umso schneller floss. Das sind Momente wo ich mir fast wünsche ich hätte mich garnicht erst gut gefühlt, weil der Verlust davon mir dann fast schlimmer erscheint als einfach gleich traurig geblieben zu sein. Aber naja, das kennt hier sicher jeder, ich bin nur diese extremen Wechsel in so kurzer Zeit echt nicht gewohnt.

Gestern gabs dann aber auch wieder ein aufbauendes Erlebnis: ich traf mich mit der Exfreundin vor der letzten Freundin, wir hatten über rein Jahr kaum Kontakt, nur ab und an mal über den Weg gelaufen, aber sie hat mich zum Kaffee eingeladen. Und es war schön. Wir haben uns richtig gut verstanden, ich war auch offen mit ihr über meine jetzige Entwicklung (sie weiß von den Depressionen) und sie war sichtlich stolz und erstaunt erste Anzeichen meines neuen Ich zu sehen (sie hat mich erst kaum erkannt, so sehr hab ich mich wohl auch äußerlich verändert ^^). Was sie dann sagte hat mich zum einen super glücklich aber auch etwas traurig gemacht: sie meinte sie freut sich so dass ich mir endlich helfe und helfen lassen, findet es aber auch irgendwo schade dass ich das nicht schon früher getan habe, als wir noch zusammen waren. das hat mir gezeigt dass es ja auch für sie ein Verlust war, dass sie mich immer noch gern hat, das war echt schön. Und ja, ich bereue es ja selbst dass ich damals nicht getan habe... aber das ist nun auch nicht mehr so wichtig, immerhin ist sie glücklich mit einem anderen und das kann ich serh gut akzeptieren und bin auch nun bereit den mal kennenzulernen und mehr als hi zu sagen. Jedenfalls bin ich überglücklich einen Menschen den ich verloren glaubte wieder in meinem Leben zu haben, das zeigt mir dass diese Ängste die ich da habe nicht immer berechtigt sind und gibt mir auch Hoffnung für die Zukunft, auch mit Nina. Vielleicht wird sie auch wenn etwas zeit verstrichen ist so denken und wieder Teil meines Lebens sein wollen. Denn ich habe gestern ein wenig mehr eingesehen dass man Menschen ja nie wirklich ersetzen kann die einem wichtig sind, und das auch nicht ersetzt werden kann, auch wenn das immer noch eine große angst von mir ist. Aber sie sagte ihr neuer Freund gibt ihr zwar auf seine Weise sehr viel, auch Dinge die ich ihr nie geben konnte, aber er wird ihr auch nie das geben können was sie mit mir hatte, und das war so schön zu hören :-)

Nur habe ich dummerweise dadurch auch nochmal neuen Mut gewonnen mit Nina zu sprechen, wollte ihr wieder einmal zeigen dass es mir erneut einen Schritt besser geht... doch leider ging das total nach hinten los. Sie hat sich nur wieder bedrängt gefühlt und hat nun erneut den Kontakt abgebrochen... ich hasse mich so dafür nicht wie ich vorhatte erstmal garnix zu sagen und zu warten bis sie auf mich zukommt... weil egal was ich derzeit sage, alles reizt sie, alles sieht sie als Provokation, auch wenn ich nur sage hey, mir gehts gut, dies und das hilft mir (zum Beispiel Musik, dann redet sie die Musik schlecht...) Wieso tut sie sowas? Fünf Minuten mit ihr ziehen alles in den Dreck was ich über Tage erreicht habe, nichts erkennt sie an, alles wird ins negative verkehrt... war gestern kurz davor alles aufzugeben, die Therapie abzubrechen, alles in Frage zu stellen, dass ich mir ja nur was vormache und alles was ich mache wertlos sei... sie ist echt Gift für mich :-(

Ich versuch mich da jetzt irgendwie wieder hochzukämpfen, aber meine Energie ist erstmal dahin... wünscht mir Glück.

01.07.2011 15:34 • #28


JeanLucca
Hallo Pyramos.

Ich freue mich wieder von Dir zu lesen und finde es schade das es Dir gerade nicht so gut geht. Hier sind ja schon viele Worte geschrieben worden, ich meine das Du so ausführlich berichtest lässt uns einen tiefen Blick in Deine Gefühlswelt teilhaben. Das ist schon sehr beeindruckend.
Du hast aber auch schon sehr viele Worte zurückbekommen, die Du auch reflektieren kannst. Wenn ich jetzt lese wie es Dir geht fallen mir ein paar Botschaften ein die Du schon bekommen hast. Ich bin mir unsicher ob wir deutlicher werden sollen oder Dir immer wieder Deine Therapie ans Herz legen sollen? Ich versuche mal eine Mischung aus Beidem.

Zitat von Pyramos:
Nur habe ich dummerweise dadurch auch nochmal neuen Mut gewonnen mit Nina zu sprechen, wollte ihr wieder einmal zeigen dass es mir erneut einen Schritt besser geht... doch leider ging das total nach hinten los. Sie hat sich nur wieder bedrängt gefühlt und hat nun erneut den Kontakt abgebrochen... ich hasse mich so dafür nicht wie ich vorhatte erstmal garnix zu sagen und zu warten bis sie auf mich zukommt... weil egal was ich derzeit sage, alles reizt sie, alles sieht sie als Provokation, auch wenn ich nur sage hey, mir gehts gut, dies und das hilft mir (zum Beispiel Musik, dann redet sie die Musik schlecht...) Wieso tut sie sowas?
Sie fühlt sich bedrängt. Ich bin mal ehrlich und würde mich auch so fühlen, alleinschon durch das lesen baut sich bei mir ein Druck auf.

Zitat von Pyramos:
... war gestern kurz davor alles aufzugeben, die Therapie abzubrechen, alles in Frage zu stellen, dass ich mir ja nur was vormache und alles was ich mache wertlos sei...
Ich vermute mal das Du alles nur machst um Deine Ex zurückzubekommen? Du genau weißt was Deine Ex Dir damals vorgeworfen hat und Du es jetzt im Nachhinein änderst und ihr präsentierst? Du auch weißt das das so nicht geht und Dir einredest das Du alles nur für Dich alleine und für niemand anderen machst?

Deine grosse Chance ist die Therapie. Da kannst Du tatsächlich den Schlüssel finden um die Tür aufzuschliessen um mit Deinen Gefühlen umzugehen. Sicher ist es oft nicht einfach und wird umso unbequemer je näher man sich an das Eigentliche Problem herantastet. Und ich kann mir gut vorstellen das es nochmal eine Kategorie schlimmer wird wenn ich mich dabei ertappe das meine Illusion (also der Wunsch etwas festzuhalten was schon weg ist) zerbricht.

Lieber Pyramos. Ich möchte Dich gerne bestärken weiterhin in die Therapie zu gehen auch wenn Du keine Energie hast. Für Dich. Und wenn Du neue Energie hast würde ich mir für Dich wünschen das Du diese Energie umlenkst und für Dich nutzt. Meinetwegen auch wieder in der Therapie.

Alles was Du getan hast ist nicht wertlos. Das waren starke Leistungen und haben Dich als Powertyp mit einem RiesenHerz gezeigt. Nur lass dir diese Leistungen nicht von Menschen bewerten die sich von Dir getrennt haben. Schau halt mal was Du wirklich alles ändern würdest wenn es Deine Ex nicht geben würde, so als Gedankenspiel. Was bleibt über?

Zitat von Pyramos:
.. wünscht mir Glück.

Ich wünsche Dir viel Glück, von Herzen, für Dich allein. Ich (und viele andere hier) setze mich mit Deinem Problem auseinander, investiere Zeit und Herz um Dir zu Antworten zu geben - das betone ich jetzt um Dir mitzuteilen das Du uns wichtig bist. Ich erkenne Deinen Mut an hier zu schreiben. Ich möchte Dir nicht mit meinen Äusserungen vor den Kopf stossen sondern ich möchte nur das es Dir wieder besser gehen kann.

Lieben Gruß, JeanLucca

01.07.2011 16:53 • #29


A


Hallo Pyramos,

x 4#15


D
Hi Pyramos,

schön, dass du dich wieder gemeldet hast :-)

Möchte dir gerne etwas schreiben, was auch eher spontan aus dem Bauch heraus kommt, also ohne Zitate.

Es liest sich wirklich so, dass du DEIN Glück versuchst von den Reaktionen anderer abhängig zu machen. Wenn ich dieses, jenes, welches tue, MUSS das doch gesehen werden und Anerkennung finden. Ich denke, dieser Prozess passiert in dir, völlig unbewusst. Weißt du, woher ich das kenne? Ganz gut von mir selber, allerdings eher auf den Job bezogen. Heute ist das nicht mehr so extrem ausgeprägt, ja, auch ich lerne dazu ;-) Vielleicht ist es auch so, dass du sie als dein Glück ansiehst und deswegen alles versuchst, sie zurückzugewinnen, weil sie ja DEIN Glück ist.

Grundsätzlich ist das ja auch alles zu verstehen, allerdings möchte ich dir eines zu Bedenken geben. Zu dieser Art von Glück gehören immer zwei. Du weißt, wie du fühlst, sie allerdings auch. Jetzt ist es so, dass du festgestellt hast, dass du nicht stabil genug bist, diese Entscheidung von ihr zu akzeptieren. Das solltest du dir vielleicht einmal genauer ansehen, warum das so ist. Warum es dir so schwerfällt, dieses Loslassen.

Mein Rat an dich wäre, nutze jetzt genau diese Situation, um dich zu betrachten. Nutze die Zeit, DICH besser kennenzulernen, zu verstehen, was da in dir passiert und was du gegen deine (bitte nicht böse sein) innere Zerrissenheit unternehmen kannst.

Du machst dir wirklich ganz viele Gedanken um sie, was sie denkt, was sie fühlt, warum sie das denkt und fühlt, was sie sagen würde, wenn ..... etc. Grundsätzlich ist das eine ganz tolle Eigenschaft, ABER: Wo bitte bleibst du? Was ist mit dir? Wo bleiben die Fragen: Was denke ich? Was fühle ich? Warum reagiere ich so, wenn sie dieses, jenes, welches sagt und warum halte ich es nicht aus?

Ein Versuch wäre es Wert, mal mit den Gedanken nur bei dir zu bleiben! Bei deinen Gefühlen, bei deinen Gedanken, bei dem, was mit dir geschieht und wie du es lernen kannst, zu steuern, OHNE die anderen.

Ich (und nicht nur ich :-) drücken dir wirklich ganz fest die Daumen!

Lieben Gruß

DarkShadow

01.07.2011 17:48 • #30

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