Sie hat Schluss gemacht - Trennung Forum

Pyramos
Hallo zusammen. Ich bin erst neu hier, ich habe mich angemeldet weil ich derzeit einfach nicht weiß wohin mit meinen Gefühlen, daher versuche ich es mir ein wenig von der Seele zu schreiben. Vielleicht treffe ich hier ja auf ein wenig Verständnis und erhalte auch die ein oder andere Anregung :-)

Also, ich leide unter Depressionen seit meiner Kindheit, eine Therapie habe ich aus Angst nie gemacht, war mir auch nie sicher obs wirklich Depressionen sind. Ich habe es irgendwann auch geschafft halbwegs damit klarzukommen, durch Zivildienst, Ausbildung, Selbstständigkeit und ein Musikfestival das ich gegründet habe. Das gab mir etwas Halt und Antrieb, und an meine depressiven Verstimmungen habe ich mich auch nach gewöhnt, ich wusste ja sie gehen vorbei. Einsam fühlte ich mich dennoch oft, der Wunsch nach einer erfüllten Beziehung natürlich immer stark vorhanden, meine erste Freundin hatte ich erst mit 19, und diese so wie alle darauf sind vor allem an meiner Depression gescheitert, was ich nie so recht wahrhaben wollte.

Ein Jahr nach meiner letzten Beziehung kam ich mit dann Nina zusammen. Ich war so glücklich und hatte wirklich die Hoffnung das könnte jetzt mal was ernstes werden. Natürlich hatte ich aber auch Angst es könnte wieder wegen meiner Depression scheitern, daher habe ich ihr davon erzählt. Vor allem hat mich zu der zeit das Festival stark unter Druck gesetzt da es immer größer wurde und mich zu überfordern drohte. War deswegen oft am Boden, was für unsre Beziehung ne ziemliche Belastung war. Ich hab oft drüber nachgedacht es abzusagen, habe aber nie den Mut gefasst. Auch aus Angst dann keinen Rettungsanker mehr zu haben sollte mich doch irgendwann verlassen.

Dann irgendwann sollte ihr Ex-Freund, mit dem sie nen Jahr nach der Trennung wieder befreundet war bei ihr schlafen. Ich habe es zugelassen weil ich ihr auch zeigen wollte dass ich ihr vertraue und ihr Freiräume zugestehe. Als ich Samstags zu ihr kam weil wir zusammen auf Mittelaltermarkt wollten hat sie mich kaum wahrgenommen, mich nur knapp begrüßt, keine Umarmung, nichts. Sie meinte dann später wäre ihr unangenehm wegen ihrem Ex, was ich ja irgendwo verstehn kann, hab mich aber gefühlt als würde sie nicht zu mir stehn. Entsprechend schlecht drauf war ich auf dem Markt, hab mich dauern von der Gruppe abgekapselt, war wohl auch ziemlich kalt zu ihr. Am Abend haben wir dann noch geredet, und da hat sie dann für mich völlig überraschend Schluß gemacht. Ich verstand die Welt nicht mehr, das kam alles so dermaßen plötzlich.... Sie hat nie gesagt dass es sie so belastet, nie mit mir drüber gesprochen, denn hätte sie das getan hätte ich alles gemacht damit es besser wird.

25.06.2011 16:38 • #1


Pyramos
Das ist nun 4 Wochen her, wir waren 3 Monate zusammen. Als Gründe nannte Sie zuerst nur dass sie mit meinen Problemen, also den Depressionen, nicht mehr klar käme. Meine Befürchtungen es könne auch noch was mit ihrem Exfreund zu tun haben hat sie da noch verneint, mir versichert da müsse ich mir keine Sorgen machen. Erst eine Woche später hat sie zugegeben dass sie noch nicht mit ihm abgeschlossen hat und es auch daran hängt. das war ein erneuter Schlag in die Magengrube, ich war völlig am Boden zerstört.

Ich dachte es gäbe ein wenig Hoffnung, wenn wir uns Zeit nehmen beide und erstmal mit uns selbst klarkommen. Das hat sie sogar selbst vorgeschlagen. Wollte erstmal Abstand, was ich versucht habe zu akzeptieren. Dennoch waren die kommenden Woche die Hölle, ich konnte nix mehr tun, habe auch mein Festival abgesagt dass ich seit 4 Jahren veranstalte, war nur am Heulen. Aber habe dennoch die Kraft gefunden mich endlich um Hilfe zu bemühen und beginne nun eine Therapie. Ich habe also endlich wieder Hoffnung auf Besserung, mir ging es da gestern wirklich super, nach dem Termin. Auch weil ich an dem Tag endlich wieder Nina treffen sollte, haben uns auch super verstanden, habe da echt geschafft stark und selbstbewusst zu sein, ihr erzählt dass ich jetzt Hilfe habe, dass ich kämpfe, und sie war sichtlich stolz auf mich.

Aber dann... hat sie mir erzählt sie habe wen kennengelernt. Da erzitterte alles in mir... ich habe angefangen zu weinen, hatte mich aber dennoch halbwegs unter Kontrolle, konnte noch reden, und meinte nur ich könne es nicht verstehen weil sie mir nämlich versicherte erstmal selbst nichts mit Beziehungen am Hut haben zu wollen. Weil sie ja selbst gemerkt hat dass sie das derzeit nicht kann. Und sie wie ich erstmal mit sich ins Reine kommen wolle. Und ich finde das sollte sie auch, denn für eine reife Beziehung ist sie nicht in der Lage, sonst hätte sie unsere nicht einfach aufgegeben. Aber nun das... damit komme ich nicht klar.

Versuch Verständnis zu zeigen, versuche einzusehen dass sie das ja nicht geplant hat, dass so Dinge eben passiern... und sie meint auch sie hätte aus den Fehlern gelernt die sie bei mir machte und würde sie nicht wieder begehen. Aber ich finde das einfach so unfair, dass ich immer dafür herhalte die Fehler des andern aufzudecken und ein anderer aber dann daraus profitiert... wieso kann ich nicht davon profitieren?

Wieso kann man nicht aus seinen Fehlern lernen und einer Beziehung eine zweite Chance geben statt dann die neue Chance in einer anderen Beziehung zu suchen? Und wieso muss immer alles so schnell geschehen? Wieso kann ich nicht mal die zeit bekommen über etwas hinwegzukommen? Die Trennung an sich hatte ich ja schon fast verarbeitet, wenn wir denn wenigstens Freunde sein könnten... aber grade dann wenn ich meine ich würds packen, ich nen Hoffnungsschimmer für mich selbst und für uns sehe, dann kommt das... und alles droht wieder zusammenzubrechen...

Ich weiß derweil einfach nicht weiter, mein nächster Termin ist erst in 2 Wochen, ich denke jede Minute daran was sie nun grade mit ihm tut, ich weiß nicht hin wohin mit meiner Wut...

25.06.2011 16:39 • #2


A


Hallo Pyramos,

Sie hat Schluss gemacht - Trennung Forum

x 3#3


S
Ich habe deine Beiträge in diesen Thread verschoben, weil es sich um eine Partnerschaftsproblematik handelt.

Serafina

25.06.2011 17:00 • #3


D
Hallo Pyramos,

zuerst möchte ich dir sagen, dass du schon einen wichtigen Schritt gegangen bist. Du bist bereit, professionelle Hilfe zuzulassen. Wenn man depressiv ist, leidet man ja immer viel extremer unter gewissen Dingen, weil da noch ganz andere Sachen mit einfließen.

Du schreibst, dass du schon seit deiner Kindheit unter Depressionen leidest, bisher scheinbar unbehandelt. Die gleiche Situation habe ich auch, ich wusste immer, dass ich „anders“ bin, aber was genau da im Argen lag, damit habe ich mich weiter nicht beschäftigt. Schließlich hat man ja auch genug damit zu tun, sein eigenes Leben bestreiten zu können und so stürzt man sich rein, ins Gewühle.

Was mir allerdings dadurch zum Verhängnis wurde, dass mir meine Therapeutin heute sagt, dass ich irgendwann begonnen habe, mein „Glück“ von anderen abhängig zu machen. Im Beruf wirkt sich das dann noch mal anders aus, als in der Beziehung, die du ja hier auch ansprichst.

So habe ich in meinen bisherigen Beziehungen immer nur gesucht und gehofft, nach den Dingen, die ich dann schlussendlich hier nie erfahren konnte… bis heute nicht. Spätestens seit dem letzten Jahr ist mir bewusst, dass die Dinge, die auf meinen eigenen Schultern lasten, kein normal gesunder Mensch aushalten und mal eben so einfach mit tragen kann. Meine innere Zerrissenheit, mein stark ausgeprägter Drang, alles allein schaffen zu müssen, etc., all das hat Ursachen, die ganz woanders begraben liegen.

Nie habe ich mich intensiv mit diesen Dingen befasst, lediglich habe ich funktioniert, bis ich es eben nicht mehr konnte, aber das ist ein anderes Thema.

Was ich dir eigentlich sagen möchte, ist, dass es - so sehe ich es heute - wichtig ist, an den Kern unseres eigenen Ich‘s zu kommen, diesen zu verstehen und dementsprechend sein Leben darauf abzustimmen. Oh ja, ich weiß, es klingt so einfach und noch viel einfacher ist es dahergeschrieben, aber ich befinde mich selbst noch mitten drin, in dieser Verstehens-Phase.

Im Idealfall wird es dann so sein, dass wir unser Leben auf diesem Wissen bzw. Verständnis aufbauen und zwar alles. Unsere Arbeit, unsere Freizeit, unsere Freunde und auch unsere Partnerschaften.

Das, was du gerade fühlst, wird dir leider niemand nehmen können, aber wir können nur daran arbeiten, zu lernen, unseren Blick zu schärfen, was gut für uns ist, wenn wir uns besser verstehen lernen und im Vorfeld anders sortieren und aussuchen. Eine Garantie wirst du auch in diesem Fall nicht bekommen, denn eine Garantie für alles gibt es ja auch nicht, aber zumindest kommt man dem, was man eigentlich braucht, dadurch ein ganzes Stück näher.

Ich drücke dir die Daumen für alles.

Lieben Gruß

DarkShadow

25.06.2011 19:57 • #4


Pyramos
Hm, ich versteh zwar nicht ganz warum das eher hierher gehört, denn eigentlich geht es mir schon vorrangig um die Depression. Wie gesagt habe ich diese seit 20 Jahren, die Beziehungsprobleme sind oft nur der Auslöser von erneuten Tiefphasen, aber ja nicht mein eigentliches Problem...

Ich hoffe hier finden mich dennoch die richtigen Leute...

@DarkShadow: Erstmal Danke für deine ausführliche Antwort und dein Verständnis, das tut schonmal gut.

Ja, genau dieses Gefühl anders zu sein hatte ich in meiner Kindheit und Schulzeit immer, in dem Alter kommt man selbst einfach nicht auf die Idee es könnte eine Depression sein. Und mit der Zeit gewöhnt man sich so daran dass es man es als untrennbaren Teil von sich sieht, so dass einem auch weiterhin nur die Erklärung bleibt ich bin anders. Woraus ich gleichzeitig auch Hoffnung schöpfte, weil ich dann eben dachte ich bin zwar anders, aber dadurch auch besonders, und irgendwann wird sich zeigen wofür das alles gut ist, irgendwann zahlt sichs aus. daher war es wohl auch sehr schwer irgendwann mal zu realisieren dass ich eigentlich krank bin, weil ich dann ja ne mir so eng vertrauten Teil meiner Persönlichkeit in Frage stellen musste.

Und was ich auch gut kenne ist eben dass ich wirklich mein Glück oft in anderen Suche, eben durch Anerkennung, Wertschätzung. Ich dachte auch immer nur durch eine Beziehung kann ich glücklich sein, was natürlich ein Trugschluß war, denn auch wenn sie mich zeitweise glücklich macht kann ich dem Partner nie das selbe geben da ich ja nichts zu geben habe an Glück, und nur Dankbarkeit reicht da nicht. Hat lange gedauert das zu erkennen, erst musste erneut ne Beziehung zerbrechen.

Aber alles hat ja irgendwo etwas gutes, auch wenn ich mir gewünscht hätte es wäre anders verlaufen und ich hätte es früher gemerkt dass ich was tun muss. Aber vllt musste es auch grade so radikal sein....

Nun sehe ich vieles anders, klarer, weiß welche Richtung ich einschlagen muss, nämlich genau wie du sagst, zu mir. Nicht andere sind für mein Glück verantwortlich sondern ich, ich weiß ja nichtmal was Glück für mich eigentlich bedeutet. Das habe ich völlig aus den Augen verloren, was ich eigentlich will, wo ich hinwill.

Aber aus dieser Erkenntnis ziehe ich derzeit wieder neue Kraft. Doch grade jetzt durch diese Trennung und die Vorstellung jemand anderes nimmt meinen Platz ein, wird das eben sehr erschwert. Zu oft gewinnt das Überhand und überwältigt mich mich einfach und ich bekomme die Gedanke an Sie und daran dass ich ausgetauscht und weggeworfen wurde nicht aus dem Kopf... und finde es auch einfach nur ungerecht dass sie noch dafür belohnt wird mich verlassen zu haben. So sehe ichs leider oft, sehr engstirnig ich weiß, aber ich kann mir nicht helfen, dieses Gefühl dass alles so unfair ist will nicht verschwinden... und dass alles so schnell geht, ich hätte gern mehr zeit :(

25.06.2011 21:45 • #5


D
Hallo Pyramos,

ich denke, weil es einen Schwerpunkt in deinem Beitrag gibt, ist er hierher verschoben worden ;-)

Zitat von Pyramos:
kann ich dem Partner nie das selbe geben da ich ja nichts zu geben habe an Glück, und nur Dankbarkeit reicht da nicht.


Das ist vermutlich nur ein Trugschluss, dass wir glauben, gar nichts geben zu können. Viel wichtiger ist, dass wir wissen, was wir brauchen, damit wir es nicht ständig einfordern müssen oder auf die Dinge verzichten, die uns fehlen...

Zitat von Pyramos:
Nun sehe ich vieles anders, klarer, weiß welche Richtung ich einschlagen muss, nämlich genau wie du sagst, zu mir. Nicht andere sind für mein Glück verantwortlich sondern ich, ich weiß ja nichtmal was Glück für mich eigentlich bedeutet. Das habe ich völlig aus den Augen verloren, was ich eigentlich will, wo ich hinwill.


Da sitzen wir im gleichen Boot. Und ich für mein Teil halte das allein schon für eine sportliche Aufgabe, das genau herauszufinden.

Zitat von Pyramos:
Aber aus dieser Erkenntnis ziehe ich derzeit wieder neue Kraft. Doch grade jetzt durch diese Trennung und die Vorstellung jemand anderes nimmt meinen Platz ein, wird das eben sehr erschwert. Zu oft gewinnt das Überhand und überwältigt mich mich einfach und ich bekomme die Gedanke an Sie und daran dass ich ausgetauscht und weggeworfen wurde nicht aus dem Kopf... und finde es auch einfach nur ungerecht dass sie noch dafür belohnt wird mich verlassen zu haben. So sehe ichs leider oft, sehr engstirnig ich weiß, aber ich kann mir nicht helfen, dieses Gefühl dass alles so unfair ist will nicht verschwinden... und dass alles so schnell geht, ich hätte gern mehr zeit :(


Das geht auch nicht von heute auf morgen, die Dinge zu akzeptieren, die da passieren/passiert sind. Und du wirst auch Zeit brauchen, bis du daraus für dich eine neue Erkenntnis ziehen kannst. Aber ich habe das Gefühl, dass dein Ansatz der Richtige ist. Mit der nötigen Zeit und der richtigen Unterstützung wirst du alles besser und klarer einschätzen können und im Vorfeld besser auf dich achten können. Das wünsche ich dir zumindest.

Nochmal lieben Gruß

DarkShadow

25.06.2011 22:37 • #6


Pyramos
Hallo Dark Shadow!

Ja, okay, den Schwerpunkt gibt es derzeit wirklich, das stimmt wohl. Habe nur immer Angst man würde das dann einfach nur als Liebeskummer abstempeln und das eigentliche Problem dahinter nicht wahrnehmen, aber das tust du ja zumindest schonmal :-)

Zitat:
Das ist vermutlich nur ein Trugschluss, dass wir glauben, gar nichts geben zu können. Viel wichtiger ist, dass wir wissen, was wir brauchen, damit wir es nicht ständig einfordern müssen oder auf die Dinge verzichten, die uns fehlen...


Ja, das ist richtig, dem Trugschluß bin ich oft erlegen. Mittlerweile weiß ich eigentlich dass ich sehr viel geben kann. Nur eben nicht Freude, Spaß, Animation, solche Dinge... die aber eben auch wichtig sind und die gerade wohl auch meine Exfreundin bitte gebaucht hätte. Denke das zieht sie nun auch zu wem anders hin
:( Ich habe nämlich jetzt erst herausgefunden dass sie selbst an Depressionen litt, vor allem kurz bevor, und auch noch als sie mit mir zusammenkam... Denke für den ersten Moment tat ich nur noch gut, denke ihr auch unbewusst ein Stück rausgeholfen zu haben, aber nun komme ich mir eben vor als würde sie mich nun nicht mehr brauchen und wegwerfen... ich hasse es so zu denken, tu ihr sicher auch unrecht... aber es fällt mir schwer es anders zu sehn.

Außerdem müsste doch gerade sie dann wissen was sie mir damit antut :-(

Zitat:
Das geht auch nicht von heute auf morgen, die Dinge zu akzeptieren, die da passieren/passiert sind. Und du wirst auch Zeit brauchen, bis du daraus für dich eine neue Erkenntnis ziehen kannst. Aber ich habe das Gefühl, dass dein Ansatz der Richtige ist. Mit der nötigen Zeit und der richtigen Unterstützung wirst du alles besser und klarer einschätzen können und im Vorfeld besser auf dich achten können. Das wünsche ich dir zumindest.


Ja, Zeit ist das Problem... ich hätte ja gerne mehr Zeit mich auf alles einzustellen, ich habe nur zu oft um mich herum läuft alles viel schneller als bei mir selbst, ich komme da einfach nicht mit. 4 Wochen her und schon wer neues, das geht einfach zu schnell für mich.
Denn wie du sagst, das dauert seine Zeit, ich denke nur manchmal ich habe die nicht, ich bräuchte manchmal einfach schnelle Linderung. Ich erlebe es so oft die letzten Wochen dass ichs einfach kaum aushalte und nicht weiß was tun, habe auch kaum wen zum reden dann, bräuchte aber ständige Ablenkung. Aber jetzt hier zu schreiben hilft ein wenig, war denke ich ein guter Schritt.

Daher dir auch nochmal Danke :-)

25.06.2011 22:59 • #7


D
Zitat von Pyramos:
Ja, das ist richtig, dem Trugschluß bin ich oft erlegen. Mittlerweile weiß ich eigentlich dass ich sehr viel geben kann. Nur eben nicht Freude, Spaß, Animation, solche Dinge... die aber eben auch wichtig sind und die gerade wohl auch meine Exfreundin bitte gebaucht hätte. Denke das zieht sie nun auch zu wem anders hin
:(


Wenn ich jetzt nicht wüsste, wie weh dir das tun würde, was ich jetzt schreiben könnte, würde ich glatt schreiben: Reisende soll man nicht aufhalten. Ohne dich zu kennen behaupte ich jetzt einfach mal, dass du auch Freude und Spaß am Leben haben möchtest und - im Grunde genommen - offen dafür bist. Hat sie dir das geben können? Hat sie dich in der Form bespaßen können? Aber weißt du, Spaß macht viel mehr Spaß, wenn die Basis stimmt! Spaß ohne die entsprechende Basis.... braucht kein Mensch, oder?

Zitat von Pyramos:
Ich habe nämlich jetzt erst herausgefunden dass sie selbst an Depressionen litt, vor allem kurz bevor, und auch noch als sie mit mir zusammenkam... Denke für den ersten Moment tat ich nur noch gut, denke ihr auch unbewusst ein Stück rausgeholfen zu haben, aber nun komme ich mir eben vor als würde sie mich nun nicht mehr brauchen und wegwerfen... ich hasse es so zu denken, tu ihr sicher auch unrecht... aber es fällt mir schwer es anders zu sehn.


Im Nachhinein ist es schwer zu sagen, warum sie sich so entschieden hat. Auf der anderen Seite spreche ich persönlich immer von den entscheidenden 3 Monaten. Wenn die Verliebtseinsphase vorüber geht, ist wieder alles offen, welche Richtung eingeschlagen wird...

Zitat von Pyramos:
Außerdem müsste doch gerade sie dann wissen was sie mir damit antut :-(


Aber dir wäre nicht wirklich lieber gewesen, dass sie mit diesem Hintergrundgedanken oder anders, wegen diesem Gedanken noch bei dir geblieben wäre, oder?

Zitat von Pyramos:
Ja, Zeit ist das Problem... ich hätte ja gerne mehr Zeit mich auf alles einzustellen, ich habe nur zu oft um mich herum läuft alles viel schneller als bei mir selbst, ich komme da einfach nicht mit. 4 Wochen her und schon wer neues, das geht einfach zu schnell für mich.
Denn wie du sagst, das dauert seine Zeit, ich denke nur manchmal ich habe die nicht, ich bräuchte manchmal einfach schnelle Linderung. Ich erlebe es so oft die letzten Wochen dass ichs einfach kaum aushalte und nicht weiß was tun, habe auch kaum wen zum reden dann, bräuchte aber ständige Ablenkung. Aber jetzt hier zu schreiben hilft ein wenig, war denke ich ein guter Schritt.


Gibt es eine Möglichkeit für dich, mal aus deinem Alltagstrott zu entfliehen? Eine Art Kurzurlaub? Ein erholsames Wochenende an einem Ort, an dem du dich gut fühlst? Ein Ausflug zum Meer? In die Berge? Irgendetwas, um auf andere Gedanken zu kommen? Vielleicht würde es dir etwas helfen....

Ansonsten schreibst du einfach weiter hier deine Gedanken auf

Lieben Gruß

DarkShadow

25.06.2011 23:36 • #8


Pyramos
Oh, du glaubst garnicht wie gut das gerade tut ein paar verständnisvolle Worte zu lesen... Komme grade vom joggen weil ich echt rausmusste. Mache das sonst nie weil mir der Antrieb fehlt, aber es war grad echt nötig weil ichs nciht ausgehalten hab. Hat halt doch alles mal was gutes, auch der Schmerz :-(

Zitat:
Wenn ich jetzt nicht wüsste, wie weh dir das tun würde, was ich jetzt schreiben könnte, würde ich glatt schreiben: Reisende soll man nicht aufhalten.

Hm, du meinst sie damit oder? Ja, weh tut das schon, da hast du recht, aber so im Innern weiß ich dass du recht hast. Ich klammere mich eben immer noch an die Hoffnung sie sieht ein dass sie sich geirrt hat...

Zitat:
Ohne dich zu kennen behaupte ich jetzt einfach mal, dass du auch Freude und Spaß am Leben haben möchtest und - im Grunde genommen - offen dafür bist. Hat sie dir das geben können? Hat sie dich in der Form bespaßen können? Aber weißt du, Spaß macht viel mehr Spaß, wenn die Basis stimmt! Spaß ohne die entsprechende Basis.... braucht kein Mensch, oder?


Ja, das will ich, total. Und ich hatte den ja auch ab und zu mit ihr, auch Momente wo ich aus mir rausgehen konnte wo ich sonst eher gehemmt bin. Aber naja, das war jetzt weniger weil sie mich selbst so sehr mitgerissen hat, sondern eher weil ich mich bei ihr wohl fühlte und sicher, ich ihr vertraute. Daher hoffe ich auch immer dass ihr das doch vllt auch fürs erste reicht, weil das kann ich denke ich auch bieten, wenn schon nicht den großen Spaß.
Das mit der Basis stimmt aber natürlich. Alles andre ist schnell vergessen. Aber dennoch manchmal ganz wichtig denke ich. Deswegen kann ich ja auch verstehen dass sie sich jetzt auf wen neues einlässt der meine Probleme nicht hat und sie da eben eher wie du es nennst bespaßen kann, denn das kann er anscheinend. Und dass sie das nunmal grade braucht sagt sie ja selbst..... Also Verständnis hab ich dafür, hab ich ihr auch gesagt (kanns sein dass ich manchmal zu viele Zugeständnisse mache an andere?!). Nur richtig finde ich es eben dennoch nicht, denn sie sollte meiner Meinung nach auch erstmal eine Basis schaffen. Weil so holt sich ja einfach nur was sie gerade braucht, was sie ja vielleicht bei mir gemacht hat. So sollte man mit Menschen aber nicht umgehen finde ich :-(

Zitat:
Aber dir wäre nicht wirklich lieber gewesen, dass sie mit diesem Hintergrundgedanken oder anders, wegen diesem Gedanken noch bei dir geblieben wäre, oder?


Naja, manchmal wünschte ich mir das schon. Aber wenn ich es nüchtern betrachte (was ich auch meist versuche, denn das hilft mir ein wenig die Ruhe zu bewahren) dann will ich das eigentlich auf keinen Fall. Nein, ich hätte mir vielmehr gewünscht dass sie ihren eigenen Vorschlag beherzigt und wir beide erstmal für uns sind. Einen freien Kopf zu bekommen. Und wie du richtig sagst eine Basis zu schaffen. Aber das mit für sich sein hat sie meiner Meinung nach dann nciht ganz so verstanden wie ich, denn ich meinte wirklich für sich, ohne sich da auf neue sachen einzulassen, weil wie will man so eine Basis schaffen?
Und dann eben einfach sehen wo uns der weg ausgehend von dieser Basis hinführt. Wieder zusammen, komplett getrennte Wege oder eben nebeneinander her als Freunde, das hätte man dann ja sehen können...

Aber ich denke sehr oft dass ich mit solchen Moralvorstellungen nenn ichs mal ziemlich alleine dastehe und die meisten dann doch sehr sprunghaft und auf kurze Sicht denkend veranlagt sind, eben immer das tun was einem gerade am besten erscheint. Oder ich rede es mir nur ein so zu denken um mein Festhalten an ihr zu rechtfertigen, keine Ahnung, manchmal verlier ich den Blick dafür was eigentlich wirklich meine Überzeugungen sind und was ich mir aufgrund meiner Depression einbilde

26.06.2011 01:16 • #9


Pyramos
Zitat:
Gibt es eine Möglichkeit für dich, mal aus deinem Alltagstrott zu entfliehen? Eine Art Kurzurlaub? Ein erholsames Wochenende an einem Ort, an dem du dich gut fühlst? Ein Ausflug zum Meer? In die Berge? Irgendetwas, um auf andere Gedanken zu kommen? Vielleicht würde es dir etwas helfen....


Das hatte ich mir auch überlegt, ich wollte für ein paar Wochen oder sogar Monate nach Irland, wollte da wandern von ort zu ort, um eben weg von allem zu kommen und ein wenig mehr zu mir zu finden. Aber ich glaube da erwarte ich schon wieder zu viel von mir und sollte es erstmal kleiner angehn, mal so paar tage nur abschalten... Das Problem ist nur dass ich selbstsändig bin und Angst habe meine Verpflichtungen hier zu vernachlässigen, auch noch von dem abgesagten Festival, zudem noch Schulden. Aber andererseits vernachlässige ich die derzeit ohnehin weil mir sowohl antrieb als auch Konzentration fehlen mich damit auseinanderzusetzen.
Entfliehen würde ich auf jeden Fall nur zu gerne, gibt kaum was was ich lieber täte. habe auch schon drüber nachgedacht mich mal für 2 Wochen selbst einzuweisen, um wenigstens hier raus und zur Ruhe zu kommen. Aber da hab ich wiederrum angst dass ichs nur tue um mich vor der Verantwortung zu drücken... aber um ehrlich zu sein würde ich genau das mal echt gerne für ne weile :(

26.06.2011 01:16 • #10


D
Guten Morgen Pyramos,

da arbeitet ja wirklich viel gerade in dir.

Und nachts joggen gehen, kenne ich auch Ist zwar schon eine ganze Weile her, aber ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn die innere Unruhe einen gefühlt zum Wahnsinn treibt.

Was ich dir mal eben spontan schreiben möchte, da es mich so angesprungen hat, als ich deine Zeilen gelesen habe:

Du scheinst viel Stress um die Ohren zu haben, scheinst derweil auf Hochtouren zu laufen und in vielen Bereichen funktionieren zu müssen. Die Sache, weswegen du diesen Thread hier eröffnet hast, kommt jetzt noch oben drauf.

Deinen eigenen Vorschlag mit der Einweisung finde ich jetzt gar nicht so verkehrt! Therapiesitzungen, die du ja schon angeleiert hast, alles schön und gut. Aber wenn es so brodelt und es einfach viel zu viel wird und du die nötige Kraft zurzeit nicht aufbringen kannst, solltest du wirklich ernsthaft darüber nachdenken, JETZT die Notbremse zu ziehen.

Besteht die Möglichkeit, dass jemand für dich für eine gewisse Zeit deine Aufgaben übernimmt? Irgendeine Möglichkeit, dass du deine Arbeit betreffend entlastet werden kannst, um dir diese Auszeit zu gönnen?

Lieben Gruß

DarkShadow

26.06.2011 10:01 • #11


Pyramos
Hallo Dark Shadow!

Ja, es brodelt unaufhörlich und Streß hätte ich wirklich viel. Ich müsste auch wirklich in vielen Bereichen funktionieren, aber ich tue es nicht. In einem Punkt habe ich ja bereits die Notbremse gezogen und habe die Veranstaltung abgesagt, was eine der schwersten Entscheidungen in meinem Leben war, da ich so drohe etwas zu verlieren was ich mir über Jahre aufgebaut habe und mir bisher als Rettungsanker in meiner Depression diente. Aber es musste sein.

Nur folgen darauf nun eben noch ein paar andere Verpflichtungen, die Absage publizieren, verkaufte Tickets zurücknehmen, Konventionalstrafen aus bereits abgeschlossenen Verträgen. Nur ich habe derzeit einfach nicht die Kraft mich um irgendwas zu kümmern, ich funktioniere definitiv in keinem der Bereiche. So schlimm wars wirklich noch nie, bekomme Symptome die ich vorher garnicht hatte. Wache nach nur 4 Stunden Schlaf auf, esse seit fast 2 Tagen nichts... ich frage mich wo meine Energie vom Freitag geblieben ist :-(

Ich weiss nicht ob jemand meine Aufgaben übernehmen kann, es fehlen denen ja alle nötigen Infos. Und was meine Selbstständigkeit angeht stecke ich in einem Projekt mit 4 Leuten von denen einer derzeit auch noch 3 Wochen in Urlaub ist und die anderen auf meinen Input warten... vielleicht könnte einer von denen meine Arbeit übernehmen, aber ich brauche ja auch das Geld... Aber um ehrlich zu sein ist mir das alles momentan irgendwie total gleichgültig, auch wenn ich sehe wie mein Kontostand immer mehr gegen 0 geht...

26.06.2011 11:51 • #12


D
Sowas in der Art habe ich schon vermutet - es kneift an allen Ecken und Enden und der Druck von allen Seiten ist einfach zu hoch.

Leider habe ich auch kein Patentrezept für dich. Gerne würde ich helfen und dir sagen, tu dies, tu das, mach jenes. Aber jede Situation ist so individuell und dafür kennt man auch nicht alle Hintergründe und wie die Dinge miteinander verstrickt sind.

Mein Rat an dich wäre, TROTZ ALLEM jetzt erstmal deine Gesundheit in den Vordergrund zu stellen und vorerst keine weiteren Aufträge anzunehmen. Versuche mal die Situationen durchzuspielen, welche Möglichkeiten du zurzeit hast und welche Wege du im Moment wie gehen könntest. Du solltest jetzt deinen Blick auf dich gerichtet schärfen. Vermutlich wird dir zurzeit alles unslösbar vorkommen, aber es gibt eine Lösung, du solltest sie finden, bevor dich dein Körper irgendwann plötzlich zu Boden zwingt und du vielleicht gar nicht mehr reagieren kannst.

DU bist JETZT wichtig!

26.06.2011 12:29 • #13


Pyramos
Ja, du hast völlig Recht, werde versuchen das zu machen... aber ich kaum klar denken...

Und um ehrlich zu sein... ich wünschte mir manchmal mein Körper würde einfach mal zusammenbrechen, dann hätte ich kurz Ruhe. Bin gestern bis zur Erschöpfung gejoggt, aber es hat nicht gereicht. Irgendwie bin ich zu schwach es in Griff zu kriegen, aber zu stark zusammenzufallen... manchmal nervt mich das...

26.06.2011 12:33 • #14


A


Hallo Pyramos,

x 4#15


D
So war das bei mir auch! Meine Therapeutin wundert sich auch darüber, dass ich das überhaupt alles so lange aufrecht durchgestanden habe und ich konnte mich LEIDER auch nicht alleine bremsen. So kam das zwanghafte AUS, dass mein Körper mir vorgegeben hat. Seit dem ist alles anders, nichts, gar nichts ist mehr so, wie es einmal war. Es fühlt sich an, als wäre der Motor zwangsweise auf eine minimale Laufleistung eingestellt. Ob man will oder nicht und man kann sich nicht dagegen wehren.

Ich würde mir für dich wünschen, dass du es vorher schaffst, die Reissleine zu ziehen bzw. neue Segel zu setzen.

26.06.2011 12:42 • #15

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