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Ständig übernehme ich mich

Marylu
Lieber Jedi, liebe aurora, lieber Rocker, liebe Maya, vielen Dank für eure lieben Beiträge. Ich bin bei manchen Dingen, denke ich, schon ganz gut dabei, z.B., dass ich nicht mehr als 30 Stunden arbeite und viel mehr Pausen als früher einlege, nur ab und zu kommt es mir abhanden, bzw. fällt es mir schwer es anderen gegenüber zu kommunizieren. Entspannungsübungen sind auch eine sehr gute Idee, die ich mehr etablieren könnte.
Es ist wirklich wahr, dass sich sehr viel über Arbeit, Karriere, viel arbeiten, viel verdienen definiert wird, schon der Begriff: Er hat es geschafft, sagt es ja deutlich. Da muss ich echt sagen, so schlimm es ist, depressiv zu sein, da habe ich schon eine Menge gelernt. Habt einen schönen Abend.

24.07.2022 20:03 • x 6 #16


Marylu
Hallo Ihr Lieben,
heute habe ich es geschafft, Mal auf mich zu hören. Wir haben hier im Burgenland eine längere Fahrradtour gemacht. Die Berge sind zwar nicht so hoch, wie im nördlichen Teil Österreich, aber es waren schon einige dabei. Mein Mann, sehr sportlich, ist natürlich ohne Probleme die Berge hoch gekommen. Ich bin öfter abgestiegen und habe geschoben. Alles ganz in Ruhe und nach meinem Tempo. Für meinen Mann war es o.k., aber selbst wenn nicht, hätte ich mich nicht verausgabt. Auf das eigene Tempo hören und sich demnach verhalten ist so wichtig. Dieses wahrzunehmen, möchte ich weiter üben. Habt ihr auch solche Erfahrungen gemacht, dass es euch gut oder weniger gut gelang, euch nicht zu übernehmen? LG

27.07.2022 19:13 • x 4 #17


A


Hallo Marylu,

Ständig übernehme ich mich

x 3#3


aurora333
Gratuliere liebe @Marylu

Ja, ich habe auch schon solche Erfahrungen gemacht. Sie sind sehr befriedigend.

27.07.2022 20:06 • x 2 #18


Kitten
Hallo Marylu
Ich möchte auch gerne noch meinen Beitrag zu diesem Thema dazu schreiben, ich finde es wirklich interessant und betrifft auch die meisten von uns.
Viele haben ja schon sehr wertvolle Inputs mitgeteilt

Zitat von Marylu:
Es ist wirklich wahr, dass sich sehr viel über Arbeit, Karriere, viel arbeiten, viel verdienen definiert wird, schon der Begriff: Er hat es geschafft, sagt es ja deutlich.

Genau, das ist eine Tatsache und Merkmal unserer heutigen Gesellschaft. Ich persönlich denke, dass da noch viel von unseren Vorfahren, der Generation Eltern oder Grosseltern mitspielt. Das Nichtstun war früher halt sehr verpönt bzw. gab es gar nicht. Die harte Arbeit betraf fast alle Menschen der Generationen vor uns. Dieser an sich falsche Ansatz, dass nur wer arbeitet, auch etwas leistet oder etwas wert ist, hält sich leider bis zu unserer Generation. Darum haben auch so viele Betroffene von psychischen Krankeiten ein massiv schlechtes Gewissen, wenn sie nichts mehr leisten können, obwohl sie gerne möchten.

Und dann gibt es auch noch die Menschen in meinem Alter (+/- 40), die nonstop unter Strom sind und fast arbeiten bis zum Umfallen und das Privatleben auch völlig durchgeplant haben. Nicht weil sie es müssen, sondern weil sie es wollen! Da spielen dann wohl andere Mechanismen im Körper derjenigen ab.
Für mich wäre das der absolute Horror, sowohl bei mir, als auch bei meinem Partner.
Ich selber habe in den letzten Jahren gemerkt und es auch akzeptiert, dass ich einfach nicht mehr das leisten kann, was ich früher konnte, noch bis vor 10 Jahren. So brauche ich selber für mich sehr viel Zeit. Ich bin froh, dass ich diese Zeit nehmen kann und mich zurückziehen kann. Ich mag sehr gerne Freunde treffen in der Freizeit, doch maximal 2-3x pro Woche. Dann sage ich mir, das ist genug und plane an den restlichen Tagen auch nichts ein. So habe ich für mich ein sehr gutes Gespür entwickelt, wenn es zu viel ist und ich wieder vermehrt Ruhe benötige.

Ich wünsche dir sehr, dass auch du künftig die Anzeichen für Ruhe früher bemerkst und dann entsprechend reagieren kannst. Nicht erst, wenn du dich bereits übernommen hast.
Die Erkenntnis hast du ja bereits gewonnen, so bist du auf einem sehr guten Weg!

28.07.2022 13:43 • x 7 #19


Marylu
Ihr Lieben,
gerade habe ich mir nochmal die Beiträge durch gelesen. Das Thema ist weiterhin sehr aktuell für mich. Was ich in dem Zusammenhang unbedingt noch üben muss, ist delegieren. Das fällt mir sehr schwer, immer nach dem Motto: ich mach es schnell selber. So hatten wir am Wochenende den Geburtstag meiner Tochter und statt die Familie mit einzubeziehen, habe ich alles alleine gemacht und merke dir Auswirkungen bis heute.
Ich wollte euch noch fragen, was tut ihr in eurer freien Zeit für euch?
Lieber Rocker, Meditationen mit Anika Henkelmann mache ich jetzt regelmäßig, sind echt gut.
Habt einen schönen Tag.

20.10.2022 10:42 • x 4 #20


Mit180gen0
@Marylu
Zitat von Marylu:
Ich wollte euch noch fragen, was tut ihr in eurer freien Zeit für euch?

Liebe Marylu,
aktuell habe ich persönlich sehr viel freie Zeit, da ich zwar aus meiner Reha zurück, aber weiterhin krank bin.

Was tu ich? Ich gehe in den Wald! Ich mache Yoga. Eine Zeitlang hatte ich Besuch, mit Übernachtung. Das war für mich sehr ungewohnt, aber auch sehr schön.
Wenn ich mal allein für mich war, habe ich das Yoga ganz besonders genossen! Immer noch mit Mady über Youtube.

Aber auch genüsslich ein Buch lesen, einfach in der Sonne sitzen, ob zu Hause oder irgendwo... Etwas, das dir gut tut, dir gefällt. Vielleicht machst du auch einfach etwas kreatives...

Ich habe in der Reha eine tolle Achtsamkeitsübung gelernt.Ich habe gerade keine Lust, sie zu erklären, aber schau mal hier:



Generell kann ich JEDEM hier einen Achtsamkeitskurs empfehlen. Die Krankenkassen bieten dies u.U. selber an oder bezuschussen dies.

20.10.2022 11:27 • x 5 #21


Rocker
@Marylu Freut mich, dass dir die Meditationen gefallen. Ich mache sie auch noch regelmäßig.
Ich kann ebenso bei einem gutem Buch entspannen und abschalten.
Yoga finde ich auch gut, mache ich persönlich leider viel zu wenig.
Auf der Reha habe ich ein paar Mal Qi Gong gemacht und finde das als Entspannungsübung auch gut.

20.10.2022 12:58 • x 4 #22


maya60
Zitat von Marylu:
Ihr Lieben, gerade habe ich mir nochmal die Beiträge durch gelesen. Das Thema ist weiterhin sehr aktuell für mich. Was ich in dem Zusammenhang unbedingt noch üben muss, ist delegieren. Das fällt mir sehr schwer, immer nach dem Motto: ich mach es schnell selber. So hatten wir am Wochenende den Geburtstag meiner ...

Liebe Marylu, dieses Übernehmen hörte bei mir ja im Grunde erst auf, als ich zum Alter hin es eben nicht mehr schaffte. Und seitdem genieße ich an erster Stelle viel absichtslose Zeit, das ist die ultimative Entspannung für mich, einfach viel unverplante Zeit, - denn Meditation usw. k a n n ja auch schon wieder Termindruck sein und Sich-Übernehmen, kann aber eben auch Entspannung und genau das Richtige sein.

20.10.2022 13:38 • x 4 #23


Lilly-18
Zitat von Marylu:
statt die Familie mit einzubeziehen, habe ich alles alleine gemacht

Der Satz könnte von mir sein. Aber immerhin erkennst du den Fehler. Vielleicht schaffst du es, das nächste Mal Hilfe anzunehmen?
Es ist unser Perfektionismus der uns daran hindert, zu delegieren. Ich weiß selbst, wie schwer es ist, über seinen Schatten zu springen und NICHT alles alleine zu machen. Hoffentlich schaffst du es das nächste Mal, dir vorher darüber Gedanken zu machen, was geht und was nicht.

Zitat von Marylu:
Ich wollte euch noch fragen, was tut ihr in eurer freien Zeit für euch?

Viel zu oft stopfe ich die Zeit voll mit Aktionismus. Zeit für mich sieht so aus, dass ich trainiere, in die Berge gehe, Rad fahre, irgendetwas mache. In Ruhe ein Buch lesen, einen Film anschaun, mal wieder etwas stricken, das nehme ich mir immer vor. Aber nicht aktiv zu sein wühlt mich innerlich auf.
Es wird langsam etwas besser. Meditiert habe ich noch nie. Yoga ist irgendwie nicht meins. Aber ich spüre, dass ich mit meinen körperlichen Kräften haushalten muss. Das zwingt mich dazu, Pausen zu machen.
Heute habe ich mich nachmittags auf den Balkon in die Sonne gesetzt, habe Zeitung gelesen und NICHTS gemacht.
Auch schön

20.10.2022 20:12 • x 3 #24


aurora333
Liebe Marylu...lass mal Deine Fantasie walten..und entdeckte, worauf DU ( wenn Du frei wählen könntest, wollen würdest. Wer weiss vielleicht liesse es sich mit den Umweltanforderungen an Dich integrieren. Aber das geht nur, wenn Du Dir erlaubst heraus zu finden, was DU WILLST

21.10.2022 00:04 • x 1 #25


Meneater
@Marylu Das man dann doch alles selber macht und es nicht delegiert, kenne ich und mache es ständig. Gerade was den Haushalt betrifft bin ich nicht gut darin es z.b meinem Partner zu überlassen, weil es ganz anders sieht und alles erst dann macht, wenn ich innerlich schon fast durchgedreht bin, weil immer noch alles rum steht.

Ich tue mir was gutes indem ich Sport mache, spazieren gehe, Bücher lese und Musik höre die sogenannte ,,Meetime

21.10.2022 10:19 • x 1 #26


Marylu
Ihr Lieben,
vielen Dank für eure Beiträge. Liebe @Mit180gen0, danke für die Übung, ich werde sie auf jeden Fall Mal ausprobieren.
Liebe @Lilly-18, genauso geht es mir auch, wenn ich viel mache/ viel schaffe, geht es mir so richtig gut, bis ich mich wieder übernehme und es mir schlechter geht. Es ist halt blöd, wenn man gegen sein Naturell arbeiten muss, aber anders geht es nicht.
Vielen Dank für eure lieben Tipps, habt einen schönen Tag. LG.

21.10.2022 11:20 • x 3 #27


Lilly-18
Zitat von Marylu:
Es ist halt blöd, wenn man gegen sein Naturell arbeiten muss, aber anders geht es nicht.

Bei mir ist es so, dass ich mit zunehmenden Alter ruhiger werde. Ich lasse jetzt auch mal was liegen.

Zitat von Meneater:
alles erst dann macht, wenn ich innerlich schon fast durchgedreht bin, weil immer noch alles rum steht.

So ging es mir auch immer, jetzt habe ich einen Partner, der wesentlich ordentlicher ist als ich. Vieles muss ich gar nicht mehr abwarten, es ist schon gemacht bis ich daran denke.
Mein Aktionismus bezieht sich eher auf Freizeitaktivitäten. Putzattacken habe ich schon auch ab und zu. Aber seit die Kinder aus dem Haus sind ist es nicht mehr so schlimm. Mein Freund und ich kriegen das ganz gut hin.
Wenn ich mir allerdings einbilde, etwas muss SOFORT sein, dann mache ich es auch sofort.

21.10.2022 14:15 • #28


Marylu
Hallo Ihr Lieben,
das ist vielleicht nicht der richtige Thread, da ich ihn damals eröffnet habe, schreibe ich es hier hinein.
Ich habe große Probleme mit einer Kollegin. Ich habe vor einem halben Jahr im Kindergarten eine neue Gruppe übernommen. Eine andere Kollegin ist in der Nachbargruppe und wir verstehen uns gut. Nun ist das Konzept so, dass es noch eine dritte Kollegin gibt, die zwischen den beiden Gruppen springt. Unglücklicherweise ist das die Kollegin, die vorher sieben Jahre meine Gruppe geleitet hat. Sie kommt nicht damit klar, nun eine andere Rolle zu haben. Außerdem ist sie sehr dominant und denkt ständig alles besser zu wissen. Am Montag hatten wir nun Supervision, in der es gekracht hat, aber keine Zeit mehr war, es zu bearbeiten. Das Klima ist furchtbar und es fällt mir immer schwerer mich abzugrenzen.
Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen gemacht und wie seid ihr damit umgegangen?
Über Beiträge von euch würde ich mich sehr freuen.LG.

04.03.2023 14:05 • x 1 #29


A


Hallo Marylu,

Depressionen Hilfe Tipps

x 4#15


Mit180gen0
Hallo Marylu, wann ist denn der nächste Termin? Montag ist ja schon einige Tage her...

Sich abgrenzen ist nicht leicht, versuche den Fokus auf die Kinder zu legen. SIE sind deine Arbeit, deshalb bist du dort. Freue dich an ihnen und stelle dir außerdem vor, du hättest einen Zaun um dich herum. Da kann insbesondere diese Kollegin gar nicht durch!
Wenn nötig, mache einen Stromzaun draus und stell den Starkstrom ein.

04.03.2023 15:56 • x 2 #30

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