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Starke Unruhe und Angst

Lost111
Hallo liebe @Ziva ,

danke, dass du mir von deinen Erfahrungen erzählt hast. Ich fühle mich verstanden.

Zitat von Ziva:
Du bist und wir beide sind damit keinesfalls allein, ich denke, dass es jedem so geht, der länger ausfällt.
Das Problem was ich hier sehe ist, dass du (war bei mir auch so), aus schlechtem Gewissen wohl eher wieder anfangen würdest am Leben teilzunehmen und eben auch arbeiten zu gehen. Aber nicht, weil du dich dazu bereit fühlst.

Damit hast du nicht ganz unrecht. Ich habe jetzt schon im Kopf, dass ich spätestens ab 01.07. wieder arbeiten gehen muss.
Irre, oder? Damit setze ich mich wieder selber unter Druck, was nicht gut ist.

Nächste Woche habe ich einen Termin bei meiner Psychiaterin. Mal sehen, was sie dazu sagt. Da muss ich dann auch noch ein anderes Problem ansprechen. Davor bangt mir. OK, meinem HA habe ich es schon erzählt, dann kriege ich das auch nochmal hin. Warum muss leben so schwer sein?

24.05.2022 19:48 • #16


EmptyLife
Zitat von Lost111:
Was mir am WE andauernd durch den Kopf ging (und auch heute noch): Darf es mir nach 6 Wochen immer noch schlecht gehen?

Ich bin mal ganz direkt: JA, dir darf es so lange und auch länger schlecht gehen!
Du darfst jammern, weinen und motzen so viel du möchtest und brauchst. Jeder, der dir diesbezüglich irgendeinen Riegel vorschieben möchte, hat keine Ahnung von Gefühlen.

Zitat von Lost111:
Mein Kopf weiß, dass es bei Jedem unterschiedlich lange dauert, bis es wieder besser wird. Meine Gefühle sagen mir da allerdings was ganz anderes...

Dazu hatte ich dir ja schon was geschrieben. Vielleicht möchtest du einfach nicht wahrhaben, was dir dein Körper schon lange mitteilt: Dass du das Arbeitsleben aufgeben solltest, anstatt dich aus schlechtem Gewissen weiter zu etwas zu quälen, was du nicht mehr kannst. Das kann deiner Psyche nur Zugute kommen und könnte deinen generellen Selbstdruck abmindern.
Das ist jedenfalls das, was ich herauslese.

Ach, liebe Lost, wenn ich dich so lese, würde ich am liebsten immer an deine Seite springen und dich mal knuddel-rütteln

24.05.2022 20:13 • x 2 #17


A


Hallo Lost111,

Starke Unruhe und Angst

x 3#3


Lost111
Zitat von EmptyLife:
Ich bin mal ganz direkt: JA, dir darf es so lange und auch länger schlecht gehen!
Du darfst jammern, weinen und motzen so viel du möchtest und brauchst. Jeder, der dir diesbezüglich irgendeinen Riegel vorschieben möchte, hat keine Ahnung von Gefühlen.

Hallo liebe @EmptyLife ,

danke für deine Offenheit! Dein Verständnis tut so gut!

Ich habe noch die Worte meiner Mama von letztem Freitag im Ohr, als ich ihr mitteilte, dass ich noch weitere 4 Wochen lang krank geschrieben bin: Was, so lange?. Da war ich schon wieder bedient. Sie wird es halt nie verstehen. Aber es tut verdammt nochmal immer noch weh, wenn sie so wenig Anteilnahme zeigt. Ich sollte gelernt haben, damit umzugehen.

Zitat von EmptyLife:
Dazu hatte ich dir ja schon was geschrieben. Vielleicht möchtest du einfach nicht wahrhaben, was dir dein Körper schon lange mitteilt: Dass du das Arbeitsleben aufgeben solltest, anstatt dich aus schlechtem Gewissen weiter zu etwas zu quälen, was du nicht mehr kannst.

Das hattest du. Ja, vielleicht will ich es noch nicht wahrhaben. Aber mir das auch einzugestehen ist nochmal eine andere Nummer. Ich falle immer wieder für längere Zeit aus. Das sollte mir zu denken geben. Aber ich fürchte, den Gedanken an Rente kann ich (noch) nicht zulassen. Das müsste ich mal mit meinem HA besprechen.
Im August bin ich 30 Jahre in meinem Job. Krass. Und es waren beileibe nicht immer nur gute Bedingungen, unter denen ich arbeiten musste. Das hinterlässt Spuren.

Zitat von EmptyLife:
Ach, liebe Lost, wenn ich dich so lese, würde ich am liebsten immer an deine Seite springen und dich mal knuddel-rütteln

24.05.2022 20:37 • x 1 #18


EmptyLife
Zitat:
Ich habe noch die Worte meiner Mama von letztem Freitag im Ohr, als ich ihr mitteilte, dass ich noch weitere 4 Wochen lang krank geschrieben bin: Was, so lange?. Da war ich schon wieder bedient. Sie wird es halt nie verstehen. Aber es tut verdammt nochmal immer noch weh, wenn sie so wenig Anteilnahme zeigt. Ich sollte gelernt haben, damit umzugehen.

Ich würde dir wirklich wünschen, dass du dich weitestgehend emotional und psychisch von ihr lösen kannst, so wie ich es bei meiner Mutter getan habe. Das ist das Beste, was man für sein Seelenheil tun kann. Egal wie direkt oder subtil die Verletzungen sind, keinem Verwandten darf man das durchgehen lassen.
Natürlich gibt es immer noch ein paar wenige Dinge, womit mich meine Mutter sehr triggert. Dafür sitzt Manches einfach zu tief. Aber ich übe von Mal zu mal ihr klare Ansagen zu machen und dann macht sie es auch meist nicht wieder.
Das schafft man aber nur, wenn man aufhört sich nach Gefühlen/Reaktionen von den Eltern zu sehnen, die man nie bekommen wird.

Zitat:
Aber mir das auch einzugestehen ist nochmal eine andere Nummer. Ich falle immer wieder für längere Zeit aus. Das sollte mir zu denken geben. Aber ich fürchte, den Gedanken an Rente kann ich (noch) nicht zulassen. Das müsste ich mal mit meinem HA besprechen.

Mit deinem HA erstmal nur darüber zu sprechen und dich damit auseinander zu setzen (in kleinen Schritten!), kann schon ein Weg zur Akzeptanz sein. Mach dir deswegen aber bitte keinen Druck, sowas braucht Zeit.

24.05.2022 21:30 • x 2 #19


Lost111
Zitat von EmptyLife:
Ich würde dir wirklich wünschen, dass du dich weitestgehend emotional und psychisch von ihr lösen kannst, so wie ich es bei meiner Mutter getan habe. Das ist das Beste, was man für sein Seelenheil tun kann. Egal wie direkt oder subtil die Verletzungen sind, keinem Verwandten darf man das durchgehen lassen.

Besser wäre das für mich. Die räumliche Distanz ist da, aber auf der psychischen/emotionalen Ebene bin ich (leider) immer noch von ihr abhängig in gewisser Weise. So fühlt es sich jedenfalls an. Sie ist mir auch wichtig. Andererseits: ich bin kein kleines Kind mehr. Ich bin eine erwachsene Frau.

Zitat von EmptyLife:
Das schafft man aber nur, wenn man aufhört sich nach Gefühlen/Reaktionen von den Eltern zu sehnen, die man nie bekommen wird.

Oft kommt da halt auch das kleine Kind wieder hervor... Das Anerkennung und Verständnis haben möchte. Gesehen werden möchte. Ja, das hat mir oft gefehlt in meinen Kinder- und Jugendjahren. Ich war immer ein stilles Kind. Wie es wirklich in mir aussah, hat niemanden wirklich ernsthaft interessiert. Nun ja, das ist Vergangenheit.
Grenzen setzen/Nein-sagen fällt mir auch immer noch sehr schwer. Ich habe dann immer Angst, dass das Gegenüber schlecht von mir denkt und/oder mich ablehnt.
Aber letztes WE habe ich es geschafft, Selbstfürsorge zu betreiben. ich habe eine Feier abgesagt, weil es mir zu viel war. Und das offen und ehrlich persönlich meiner Mama gegenüber gesagt! War das wirklich ich?! Ich habe natürlich gemerkt, dass ihr das nicht gepasst hat, aber das ist nicht mein Problem.

Nun ja, die nächste Herausforderung kommende Woche naht: der Termin bei meiner Psychiaterin am Donnerstag...

24.05.2022 21:45 • x 2 #20


EmptyLife
Zitat von Lost111:
Sie ist mir auch wichtig.

Genau das ist der Knackpunkt, warum es mir leichter fiel, mich von meiner Mutter zu lösen. Sie war mir nie wichtig, aber ich war als Kind leider von ihr abhängig. Ich wäre schon als Kind weggelaufen, wenn ich gewusst hätte wohin.

Zitat von Lost111:
Oft kommt da halt auch das kleine Kind wieder hervor... Das Anerkennung und Verständnis haben möchte. Gesehen werden möchte. Ja, das hat mir oft gefehlt in meinen Kinder- und Jugendjahren. Ich war immer ein stilles Kind. Wie es wirklich in mir aussah, hat niemanden wirklich ernsthaft interessiert. Nun ja, das ist Vergangenheit.
Grenzen setzen/Nein-sagen fällt mir auch immer noch sehr schwer. Ich habe dann immer Angst, dass das Gegenüber schlecht von mir denkt und/oder mich ablehnt.

Exakt genauso geht es mir auch. Zum Glück kann man das üben und jeder noch so kleine Fortschritt ist wertvoll.
Deshalb...
Zitat von Lost111:
Aber letztes WE habe ich es geschafft, Selbstfürsorge zu betreiben. ich habe eine Feier abgesagt, weil es mir zu viel war. Und das offen und ehrlich persönlich meiner Mama gegenüber gesagt! War das wirklich ich?! Ich habe natürlich gemerkt, dass ihr das nicht gepasst hat, aber das ist nicht mein Problem.

...dafür ein ganz großes Lob und Jubel von mir, dass du das geschafft hast. Das hast du toll gemacht und du kannst wirklich stolz auf dich sein für diese Leistung! Großartig, liebe Lost

Zitat:
Nun ja, die nächste Herausforderung kommende Woche naht: der Termin bei meiner Psychiaterin am Donnerstag...

Das schaffst du
Und auch ein oder mehrere Rückschritte in der Zukunft können dir deine bereits erlebten Fortschritte nicht nehmen. Nicht vergessen

24.05.2022 23:52 • x 2 #21


Lost111
Zitat von EmptyLife:
Genau das ist der Knackpunkt, warum es mir leichter fiel, mich von meiner Mutter zu lösen. Sie war mir nie wichtig, aber ich war als Kind leider von ihr abhängig. Ich wäre schon als Kind weggelaufen, wenn ich gewusst hätte wohin.

Ja, ich verstehe. Es ist ja nicht so, dass meine Mama total lieblos wäre. Aber es hat mich auch nicht umsonst so schnell wie möglich von meinem Elternhaus weg geführt. Ich könnte auch nicht mehr mit ihr unter einem Dach leben, never.

Zitat von EmptyLife:
...dafür ein ganz großes Lob und Jubel von mir, dass du das geschafft hast. Das hast du toll gemacht und du kannst wirklich stolz auf dich sein für diese Leistung! Großartig, liebe Lost

Danke dir. Kommt ja selten genug vor, dass ich mal lichte Momente habe und für mich einstehen kann!

Zitat von EmptyLife:
Das schaffst du
Und auch ein oder mehrere Rückschritte in der Zukunft können dir deine bereits erlebten Fortschritte nicht nehmen. Nicht vergessen


Ja, die Fortschritte vergesse ich viel zu oft, was im Gedächtnis bleibt ist das, was schief gelaufen ist. Das brennt sich ein.
Aber: was habe ich zu verlieren außer mein Leben?!

25.05.2022 00:13 • x 2 #22

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