Stiefkind ignoriert mich - wie verhalten / genervt

Glasscherbe
Hallo Kreatur,

nach allem, was ich gelesen habe, denke ich nicht, dass es hilft, wenn das Kind allein psychiatrische Hilfe bekommt. Offenbar liegt bei Euch schon so viel im Argen, so viele Verhaltensweisen haben sich (bei allen Beteiligten) eingeschliffen, so viele verletzte Gefühle, negative Gedanken, verletzte Seelen ... Ich glaube, wenn ihr wirklich etwas ändern wollt, hilft eine Familientherapie. Hier wird mehr beleuchtet als nur der Hintergrund des Kindes. Egal, wie sie sich verhält - ich würde ihre Briefe schon ernst nehmen, dass sie was verändern will, dass sie eine Familie will. Ich finde es schon sehr groß zu erkennen, dass eine Familie das ist, wo sich alle mögen. Das ist doch eine feste Basis! Dass du darunter viel mehr fasst, spielt in dem Moment zwar für dich eine Rolle, nicht aber für die Tatsache, dass sie sich genau so eine Familie wünscht wie du.
Ich verstehe, dass du nach all den Versuchen, etwas zu ändern, mit deinem Latein am ende bist. Das fordert, das kostet Kraft. Daher der Tipp mit dem Familientherapeuten. Wenn man mittendrin steckt, erkennt man einige Dinge doch schwerer als jemand, der von außen drauf schaut. Ich wünsche Euch alles Gute.

05.08.2010 08:44 • #16


K
Zitat:
Wart ihr nur einmal dort?

Erstmal ja, weitere Termine folgen aber noch.

Klar is es nicht einfach nach 10 Jahren was zu ändern, weil solche verhaltensweisen spielen sich schon seit genau 10 Jahren ab. Es wurde leider immer nur verdrängt, beiseite geschoben, einfach so hingenommen.
Und ja ich nehme ihr Briefe ernst, nur leider seh ich nur das geschriebene und nicht das sie es wirklich so meint und was verändert haben möchte. Wir reden mit ihr darüber und versuchen ihr zu helfen, aber sie kann es nicht annehmen und setzt völlig dagegen und das ganze verschlimmert sich nur noch.
Und ja Familie is für mich was anderes, zusammenhalten, offenheit, miteinander reden und und und und nicht nur das man zusammen wohnt. 2 Leben in der gesamten wohnung und eine nur in ihrem Zimmer.........das kann es nicht sein und das is keine Familie.
Wie is es denn zu deuten, wenn man den ganzen Tag nix von dem Kind hört und sieht, vielleicht ein guten morgen und ein hallo.......den restlichen Tag aber garnix, weil sie sich nur in ihrem Zimmer verkriecht. Geht man dann zu ihr und fragt nach was los sei und ob es so schön is für sie. Sie verneint, sagt sie will nicht den ganzen Tag allein im Zimmer sein..... aber keiner von uns verbietet es ihr, schickt sie in ihr Zimmer oder sonst was. Sie wählt es sich selbst so, beklagt sich dann aber. Sie kennt schöne Tage bei uns und auch nicht so dolle, baut aber nicht darauf auf, wenn man ihr hilfestellungen zum positiven gibt. Sie macht sich ihr leben selbst mehr als schwer, was keiner verstehen kann, sie selbst ja auch nicht.
Bin mit meinem Latein wirklich am ende und weiß nimmer weiter

05.08.2010 08:58 • #17


A


Hallo kreatur,

Stiefkind ignoriert mich - wie verhalten / genervt

x 3#3


G
Also sorry, aber die Kleene ist 10. Da wird der Ärger ganz sicher nicht schon seit 10 Jahren so laufen. Höchstens 8 Jahre. Länger kann sie ja noch gar nicht sprechen.

Ich kann deinen Unmut nicht nachvollziehen. Sie ist ein Kind! Keine Erwachsene. Sie will nicht alleine in ihrem Zimmer sitzen, gut. Aber was macht ihr denn mit ihr, damit sie nicht alleine im Zimmer sitzt. Spielt ihr mit ihr? Macht ihr Ausflüge? Was passierte denn, wenn sie aus dem Zimmer kommt? Sei ehrlich, kommt dann der klassische Spruch: ach Madame, schön sie mal zu sehen! ?

05.08.2010 09:08 • #18


K
Zitat:
Aber was macht ihr denn mit ihr, damit sie nicht alleine im Zimmer sitzt. Spielt ihr mit ihr? Macht ihr Ausflüge?

Ja wir machen ausflüge, fahren weg, sei es zu Freunden, gemeinsam Einkaufen, in den Zoo und und und. Wir hocken nicht den ganzen Tag zuhause vor der Glotze, wenn du das meinst. Daheim mal ich selbst viel auf Leinwänden oder Papier, sie ebenfalls auf Papier, spielen mit ihr Spiele,............

Zitat:
Was passierte denn, wenn sie aus dem Zimmer kommt? Sei ehrlich, kommt dann der klassische Spruch: ach Madame, schön sie mal zu sehen! ?

Nö so reagieren wir überhaupt nicht. Im gegenteil, Wir loben sie, das sie rauskommt und sagen ihr wie schön wir das finden und das wir das gerne öfters hätten, das sie von sich rauskommt. Weil zwingen das sie ihr Zimmer verlässt, bringt ja mal garnix.

Kommen wir beispielsweise von Freunden oder sonst wo wieder nach Hause geht sie meist ab in ihr Zimmer und man sieht sie den rest des tages nicht mehr. Gespräche bringen da nix, da beißen wir auf Granit.
Sind wir wo anders, klammert sie sich oft an uns, sagt uns wie sehr sie uns liebt, küsst und umarmt uns und und und, sind wir aber daheim, spricht sie nicht mehr mit uns.

Jüngstes beispiel: Sie kommt aus ihrem Zimmer raus, mit einem Spiel in der Hand, setzt sich wortlos an den Esstisch, packt das spiel aus und spielt es alleine, obwohl man das spiel auch zu viert Spielen kann. Auf nachfragen wieso sie es so macht kommt dann, weil ihr danach is. Später kommt dann die klage, keiner wollte dies mit ihr spielen. Sie hat weder gefragt, noch was gesagt, noch ne andeutung gemacht. Kann nicht hellsehen das sie dies spielen will wenn ich im keller oder auf Klo bin. Und sowas kommt dann ab und an mal vor, sowas versteh ich dann nicht.

Mein Freund hat mit seiner EX kein Kind bekommen, um es in die Ecke zu schieben, im gegenteil. Sie bekam immer viel liebe, verständnis, aufmerksamkeit. Dennoch hat sie sich so entwickelt, was nun keiner versteht.

05.08.2010 09:43 • #19


uniquenessy
Hallo Kreatur,

ich glaube schon, dass etwas dahinter steckt, wenn sie sich so benimmt. Sie wird es sicherlich nicht tun, um dich zu ärgern.
Sie ist ein kleines Mädchen, dass schon viel in ihrem Leben erleben musste.
Geht sie irgendwie mit ihrem Verlust um, hat sie einen Trauerweg gefunden?
Bekommt sie gesagt, dass ihr sie lieb habt?

Gruß
Uniquenessy

05.08.2010 09:52 • #20


Glasscherbe
Um mal das Beispiel mit dem Spiel aufzugreifen: Wenn du in dieser Situation dazu kommst, warum fragst du dann warum sie das macht? Warum fragst du nicht etwas wie Kann ich mitspielen?
Es sind die kleinen Schritte, die kleinen Gesten, die zum Erfolg führen. Warte nicht, dass sie den Wunsch äußert, wenn es ihr offenbar schwer fällt.
Oder wenn ihr heim kommt von Freunden: Warum fragt ihr nicht, ob sie nicht noch ein bisschen bei Euch bleiben will? Sagt ihr doch, dass ihr euch freuen würdet. Dann setzt man sich eben zusammen, trinkt was oder spielt oder macht irgendwas anderes zusammen. Geht auch auf sie zu, ohne zu drängen. Wenn Ihr sagt: Es wäre schön, wenn wir noch ein wenig zusammen sitzen können. Oder: Magst du was trinken. Oder: Magst du xyz?

Verstehst du, wie ich das meine?

05.08.2010 09:54 • #21


K
Zitat:
ich glaube schon, dass etwas dahinter steckt, wenn sie sich so benimmt. Sie wird es sicherlich nicht tun, um dich zu ärgern.

Das denk ich auch, ich weiß halt nur nicht was. Versuchen es ja auch aus ihr rauszubekommen, nur ohne erfolg - leider............

Zitat:
Geht sie irgendwie mit ihrem Verlust um, hat sie einen Trauerweg gefunden?

Mittlerweile ja. Sie hat Bilder der Mutter auf ihrem Schreibtisch und am Bett, bastelt zur deko dinge die sie davor legt/stellt. Schreibt ihr Briefe, malt was für sie. Teilweise zeigt sie es uns, mal nicht. Aber das is völlig ok für uns. Das machen wir auch nie zum Thema, wenn ihr danach is, dann redet sie auch drüber. Bei diesem Thema machen wir auch keinen druck.
Wir lassen es nur nicht durchgehen, wenn sie Mama als entschuldigung für alles nimmt was sie nicht kann, will oder sonst was. Das macht sie zeitweise nämlich auch.

Zitat:
Bekommt sie gesagt, dass ihr sie lieb habt?

Ja natürlich, sogar oft. Kuscheln und umarmen findet auch statt. Auch wenn was besonders schön/gut war loben wir sie mehr und versuchen sie zu bestärken das es vielleicht weiterhin so läuft oder zumindest annähernt.


Hm wenn ich so eure Fragen beantworte, hab ich immer mehr das gefühl, als würd es eurer meinung nach bei uns drunter und drüber gehen, das Kind würd keine zuneigung, aufmerksmkeit und liebe bekommen........................

05.08.2010 10:05 • #22


S
Hallo kreatur,

mir persönlich tut sich folgende Frage auf: Gebt ihr/gibts du der Kleinen eigentlich eine Chance euch überhaupt gerecht zu werden?

Bitte versteh mich nicht falsch, aber die Kleine ist 10 Jahre alt, musste zwei schwere Schicksalsschläge verkraften und ringt offenbar sehr nach eurer Aufmerksamkeit und Verständnis.

Meines Erachtens vergisst du vollkommen, dass SIE das Kind ist und ihr den Part habt sie zu leiten, zu unterstützen und zu lehren.
Es ist offensichtlich, dass sie ganz oft mit Resignation reagiert, was meines Erachtens keine unübliche Reaktion eines Kindes ist, dass soviel durchmachen musste, sie ist schlicht und ergreifend überfordert mit dem, was ihr von ihr verlangt.

Wo arbeitet ihr zusammen, wo agiert ihr als eine Einheit? Es ist gut, dass ihr gemeinsam eine Gesprächstherapie besucht, aber setzt ihr Erlerntes ebenfalls gemeinsam um, oder wartet ihr darauf, dass sich bei ihr aus heiterem Himmel ein Schalter umlegt?
Zitat:
Wir waren zwischenzeitlich mit der kleenen schon in der Kinder-und Jugendpsychiatrie. Hatten dort zu dritt ein laaaaaaaaaanges Gespräch mit der Psychologin gehabt. Alles was die Psychologin dem Kind gesagt hat, kam bei ihr nicht an, sie hat nichts davon nur in geringsten versucht umzusetzen.

Bei allem Respekt, aber diese Aussage kann ich absolut nicht nachvollziehen.
Erst einmal sind deine Vorstellungen nach einem einzigen Gespräch scheinbar völlig utopisch. Das Kind wird einer Fremden vor die Nase gesetzt, nachdem es in seinem jungen Leben schon eine Scheidung, zwei neue Partner von Mama und Papa, eine schwere Erkrankung (vermutlich daher auch ziemlich viele Arzt - und Krankenhausbesuche) und letzendlich den Tod ihrer Mama verkraften musste... da ist es doch wahrlich nicht unverständlich, dass es Zeit braucht, bis sie Vertrauen fassen und auch ihre Vorteile aus dieser Therapie ziehen kann.
Und da braucht sie ganz dringend eure Hilfe - und das nicht nur verbal. Unterstützt sie auch bei der Umsetzung und fordert nicht nur ein. Ihr wollt Struktur in ihr Leben bringen - das ist gut. Aber erklärt ihr nicht nur den Weg, sondern geht ihn auch gemeinsam. Reden ist silber, aber manchmal ist Schweigen auch gold. Bieg mal von der Schiene ab, dass das Kind einfach nicht verstehen will, sondern pack sie dir und zeig ihr, hilf ihr, mach mit ihr - respektier aber gleichzeitig auch ihre Grenzen.

Du solltest vor allem ganz dringend deine Erwartungen runterschrauben. Wenn du einen Marathon laufen willst, wirst du weiterhin auf Granit beißen. So manch Erwachsener hat noch sein ganzes Leben an solchen Schicksalsschlägen zu kauen und durchläuft einen jahrelangen (Therapie)Prozess. Und sie ist noch ein Kind.

Zitat:
Hm wenn ich so eure Fragen beantworte, hab ich immer mehr das gefühl, als würd es eurer meinung nach bei uns drunter und drüber gehen, das Kind würd keine zuneigung, aufmerksmkeit und liebe bekommen........................

Liebe kreatur, dir möchte sicherlich niemand vorwerfen, dass ihr euch keine Mühe gebt, geschweigedenn, dass ihr der Kleinen nicht ausreichend Liebe gebt, aber als Außenstehender hat man die Möglichkeit gewisse Angelegenheiten aus einem ganz anderen Blickwinkel zu betrachten.
Das einzige, was ich aus den Beiträgen meiner Vorschreiber herauslese, ist, dass dir versucht wird zu erklären, dass auch Mama und Papa (und auch Kinderpflegerinnen ) niemals auslernen.

05.08.2010 14:44 • #23


M
Mein Eindruck ist, das das Kind überfordert ist, ständig über seine Gefühle, Wünsche und Gedanken reden zu müssen. So reflektiert ist kein Kind in diesem Alter, das kann man da einfach noch nicht. Wünsche und Gefühle sind in diesem Alter noch sehr sprunghaft. Was eben noch Wunsch ist, kann in der nächsten Minute vergessen sein. So sind Kinder. Sicherlich hast du da einen großen Nachteil als Nicht-Mutter. So fehlt dir die Intuition für dieses Kind, weil du es nicht von seinen ersten Lebenstagen an begleiten konntest. Du bist viel mehr darauf angewiesen, von ihr Rückmeldung zu bekommen. Aber das kann sie nicht. Ihr Rückzug macht meines Erachtens nach einfach nur deutlich, dass sie überfordert ist.

Wenn du von ihr schreibst, finde ich ihr Verhalten für eine 10-Jährige erstmal unauffällig, völlig normal. Mädchen sind in diesem Alter zickig, launisch, manche fangen sogar schon an zu pubertieren. Auch die Situation mit dem Spiel finde ich nicht besonders auffällig. Aber sie hat eure Nähe gesucht, sich an den Esstisch gesetzt. Das ist doch okay!

Wenn mein Sohn (7) sich nach zwei Stunden LEGO-Spielen endlich mal zu mir ins Wohnzimmer bewegt, bleibt das in der Regel unkommentiert. Er setzt sich zu mir und fängt meist selbst an zu erzählen, dann höre ich ihm aufmerksam zu und manchmal entwickelt sich ein Gespräch, manchmal aber auch nicht. Er lebt an manchen Tagen völlig zurückgezogen in seiner Welt von Pokemon, Power Rangers und seinen Kumpels und braucht mich nicht. Manchmal hat er auch Langeweile und wenn ich sie mangels Zeit nicht füllen kann, dann muss er das aushalten. Streicheleinheiten holt er sich von ganz alleine, einzig meine Bereitschaft ist wichtig, seine Bedürfnisse zu erkennen und darauf einzugehen. Diese artikuliert er aber in der Regel nicht verbal, sondern sendet ganz viele nonverbale Botschaften, die ich als seine Mutter natürlich besser lesen kann, als jeder andere fremde Mensch. So bist du aber eine fremde Person und im Lesen der Bedürfnisse deines Stiefkindes noch völlig ungeübt.

Vielleicht solltest du nicht jedes Verhalten, dass nicht deinen Wünschen und Vorstellungen entspricht, als Ablehnung deiner Person begreifen, sondern als ganz normales Verhalten einer Zehnjährigen. Vielleicht kannst du Kontakt zu Müttern von zehnjährigen Mädchen aufnehmen und dich mit ihnen austauschen, um zu hören, dass andere Mädchen genau so sind. Und vieleicht bleiben dann die Banalitäten auch banal und für dein Stiefkind wird das Leben wieder etwas normaler.

Ansonsten wäre von mir noch der Tipp, über die Erinnerungen an ihre Mutter ins Gespräch zu kommen. Und sollte die Mutter auch wirklich so einiges falsch gemacht haben in der Erziehung, für dieses Kind wird sie immer ihre liebste Mama bleiben. Die verstorbene Mutter jetzt zu kritisieren, könnte fatal enden. Das Kind könnte sich bemüßigt fühlen, ihre Mutter auch über den Tod hinaus beschützen zu müssen, vor euch, vor dir. Das wird den Zugang zu ihr noch schwerer machen.

Und schließlich sollte sie psychologisch weiter betreut bleiben um den Tod der Mutter zu verarbeiten. Aber vielleicht nicht bei einer Psychologin, die pausenlos auf sie einredet. Vielleicht eine, die Zeit mit ihr alleine verbringt und euch dann am Ende sagt, dass sie eine ganz normal entwickelte Zehnjährige ist.
Das wünsche ich euch!

05.08.2010 16:42 • #24


K
@Sandra:
Zitat:
Meines Erachtens vergisst du vollkommen, dass SIE das Kind ist und ihr den Part habt sie zu leiten, zu unterstützen und zu lehren.
Es ist offensichtlich, dass sie ganz oft mit Resignation reagiert, was meines Erachtens keine unübliche Reaktion eines Kindes ist, dass soviel durchmachen musste, sie ist schlicht und ergreifend überfordert mit dem, was ihr von ihr verlangt.

Klar hat sie viel mitgemacht, das weiß ich auch selbst, aber warum is dieses verhalten schon von klein an so und wird nur noch schlimmer?
Ist es zuviel verlangt, das das Kind redet? Und damit meine ich nicht nur guten morgen und gute Nacht

Zitat:
da ist es doch wahrlich nicht unverständlich, dass es Zeit braucht, bis sie Vertrauen fassen und auch ihre Vorteile aus dieser Therapie ziehen kann.

Es war erstmal nur ein aufnahmegespräch mit der Psychologin, wo 10 Jahre zusammen gefasst wurden. Und in dem Gespräch hat die Psychologin der kleenen als tip mitgegeben, das sie z.b. mal Blumen im Feld sammeln könnte wenn sie mag und sowas. Die kleine war sofort Feuer und Flamme für diese idee. Wir haben mit ihr anschließend nochmal gesprochen und wenn sie es wirklich will, dann können wir es gemeinsam machen oder auch sie alleine wenn es ihr lieber sei. Sie wollte es sich überlegen. Spricht mehrfach die woche darüb er, aber wenn man es mit ihr umsetzen will blockt sie ab.
Wir gehen viel gemeinsam die Wege. Lassen sie ja nicht alleine mit dem erlebten und versuchen ihr beim verarbeiten zu helfen. Wir zwingen sie überhaupt nicht darüber zu reden, denn das würd nix bringen. Wenn sie drüber reden mag, dann macht sie es und wenn nicht dann eben nicht, auch ok.

Zitat:
Du solltest vor allem ganz dringend deine Erwartungen runterschrauben.

Welche meinst du da? Das ich das Kind weiterhin 24 std am Tag und 7 tage die woche schweigen lasse? Das sie nicht kommt wenn sie was hat, wenn sie was braucht? Dann kann ich das Kind auch ne eigene Wohnung beziehen lassen und sich komplett selbst überlassen.
Denn genau diese dinge erwarte ich von einer 10 jährigen, das sie redet wenn was is und nicht erst wenn alles zu spät ist. sondern einfach immer zwischendurch, egal was...


@Missi:
Zitat:
Mein Eindruck ist, das das Kind überfordert ist, ständig über seine Gefühle, Wünsche und Gedanken reden zu müssen.

Wer sagt denn das sie darüber reden MUSS? Was wir möchten is, das sie überhaupt mal irgendwas redet, was erzählt. Sei es wie ihr Tag was, was sie erlebt hat oder sonst was. Wir zwingen sie nicht über Gefühle oder sonst was zu reden.

Zitat:
Wenn du von ihr schreibst, finde ich ihr Verhalten für eine 10-Jährige erstmal unauffällig, völlig normal.

Du findest es also völlig normal, das sie den ganzen tag, ja sogar Tage lang nichts sagt, sie stumm vor dir sitzt? Sie auf alltäglich fragen keine antworten gibt? Wie z.B. hast du dir schon die Zähne geputzt? Also sorry, ich find so ein verhalten überhaupt nicht normal. Auch mit ihrer 13 jährigen cousine redet sie so gut wie nicht und die kennt sie von klein an, is also nicht fremd oder sonst was. Die Cousine versteht sie überhaupt nicht und weiß sich da nicht zu helfen, sie sucht rat bei uns, den wir ihr aber auch nicht geben können. Und es is ja auch nicht nur bei mir so, sondern bei ihrem Vater genauso. Er weiß da keinen rat mehr.

Zitat:
Wenn mein Sohn (7) sich nach zwei Stunden LEGO-Spielen endlich mal zu mir ins Wohnzimmer bewegt, bleibt das in der Regel unkommentiert. Er setzt sich zu mir und fängt meist selbst an zu erzählen

Ja das is ein normales kindliches verhalten und damit hätte ich auch kein problem. Aber ich habe eins damit, wenn sie garnix sagt. Verstehste was ich meine?


Zitat:
ielleicht kannst du Kontakt zu Müttern von zehnjährigen Mädchen aufnehmen und dich mit ihnen austauschen, um zu hören, dass andere Mädchen genau so sind.

Den Kontakt habe ich schon längst. Und die leiblichen Mütter sagen mir genau das gegenteil wie du. Sie verstehen die kleine auch absolut nicht, können es nicht begreifen wieso sie so reagiert und sich verhält. Ihr Mädls waren und sind alle anders.

Kinder ziehen doch irgendwie immer einen nutzen für sich selbst. Sei es bewusst oder unbewusst. Sie wollen immer das beste für sich rausholen. Und meine is da genau anders. Sie wartet darauf das konsequenzen eintreffen, die ihr bereits angekündigt wurden. Sie versucht es in keinster weise abzuwenden. Wenn ich zu ihr sage, wenn du dies und das nicht machst, dann...... und sie wartet einfach ab bis es eintrifft. Es war bis jetzt immer so. Sie bekam noch nie konsequenzen die sie nicht vorher wusste, sie hatte bislang immer die möglichkeit es abzuwenden.

06.08.2010 06:57 • #25


F
Zitat:
Den Kontakt habe ich schon längst. Und die leiblichen Mütter sagen mir genau das gegenteil wie du. Sie verstehen die kleine auch absolut nicht, können es nicht begreifen wieso sie so reagiert und sich verhält. Ihr Mädls waren und sind alle anders


So langsam werde ich hier knitschig. Ich habe versucht, mich aus dem Thema herauszuhalten. Missi hat alles auf den Punkt gebracht, jede Mutter, die sich sorgt, die weiß, was es bedeutet, ein Kind zu begleiten, würde dieses Geschriebene blind unterschreiben.

Ich kann es mittlerweile kaum aushalten, welche Erwartungen du an dieses Kind hast. Und das angeblich die anderen genau der gleichen Meinung sind wie du, bringt mich hier gerade in eine mittlere Rage. Was sich grad in meinem Hirn abspielt, möchte ich hier nicht nieder schreiben.

Warum schaust du nicht mal bei dir und der Vater des Kindes bei sich? (und die anderen, ach so tollen Mütter sollten mal vor der eigenen Tür kehren) ... ES IST EIN KIND. PUNKT. Geht das nicht in euer Hirn? ... Sie kann NICHT euren Erwartungen entsprechen, schon gar nicht mit dieser Geschichte.

Und bevor ich jetzt Dinge schreibe, die ich evtl. bereue, verabschiede ich mich hier aus diesem Thread.

Angelika

06.08.2010 09:01 • #26


K
Was darf ich denn eurer meinung nach von einer 10 jährigen erwarten??????
Und was is an meinem verhalten sooooooooooo schlimm, das ich das kind überfordere????

06.08.2010 12:12 • #27


G
Zitat von kreatur:
Was darf ich denn eurer meinung nach von einer 10 jährigen erwarten??????

Gar nichts!

Du darfst gar nichts erwarten. Warum überhaupt erwarten?

Ich lese heraus: sie soll reden, aber sie soll von sich aus reden, aber sie soll reden. Ja, was denn nun? Soll sie reden und wenn ja was denn? Was ist euch denn genehm, dass sie reden darf? Was ist daran so schwer, wenn sie mit einem Spiel in eure Umgebung kommt und anfängt zu spielen, sie zu fragen, ob man mitspielen darf? Aber nein, da wird erwartet, dass das Kind gefälligst fragt. Es soll doch reden!

Zitat von kreatur:
Welche meinst du da? Das ich das Kind weiterhin 24 std am Tag und 7 tage die woche schweigen lasse? Das sie nicht kommt wenn sie was hat, wenn sie was braucht? Dann kann ich das Kind auch ne eigene Wohnung beziehen lassen und sich komplett selbst überlassen.
Denn genau diese dinge erwarte ich von einer 10 jährigen, das sie redet wenn was is und nicht erst wenn alles zu spät ist. sondern einfach immer zwischendurch, egal was...


Das ist deine Erwartung! Warum eigentlich? Lass sie doch schweigen, wenn sie möchte.Geh mit ihr in ein normales Gespräch und wenn sie nicht reden will, dann lass sie. Wenn du jemand zum Reden haben willst, dann geh zum Frisör - aber setze das nicht als Erwartung an ein KIND!

Zitat von kreatur:
Kinder ziehen doch irgendwie immer einen nutzen für sich selbst. Sei es bewusst oder unbewusst. Sie wollen immer das beste für sich rausholen.


Das ist das Recht eines jeden Kindes! Willst du das nicht verstehen, oder kannst du es nicht verstehen? Ich frage mich, wie man so verbohrt sein kann.

Was möchtest du eigentlich von uns? Wir haben dir hier mehrmals Tipps gegeben und Verständnisangaben. Wir haben dir gesagt, es dauert bis eine Therapie greift, dass du Geduld haben musst und deine Erwartungen zurück schrauben musst. Das alles wurde dir mehrmals immer wieder geschrieben. Ich habe aber den Eindruck, dass du hören willst, ach arme Kreatur, das Kind ist sooooooo böse und du bist soooooo arm dran. Wir sind hier kein Wünsch-Dir-Was-Form oder ein Ponyhof. Hier bekommst du ehrliche Antwort, auch wenn sie dir nicht schmecken und ich würde mir wünschen, dass du mal in dich gehst und dir diese ganzen Hilfestellungen mal richtig ansiehst.

06.08.2010 12:26 • #28


K
Zitat:
kreatur hat geschrieben:Kinder ziehen doch irgendwie immer einen nutzen für sich selbst. Sei es bewusst oder unbewusst. Sie wollen immer das beste für sich rausholen.

Das ist das Recht eines jeden Kindes! Willst du das nicht verstehen, oder kannst du es nicht verstehen? Ich frage mich, wie man so verbohrt sein kann.

Hab ich das gegenteil behauptet? Ich habe gesagt das dies ein normales verhalten is und das dies eigentlich jedes kind aufweist, meine is da aber anders,leider


den rest werde ich nun nicht kommentieren, dachte eigentlich das dies ein forum is, wo man sich einfach nur mal ausquatschen kann, aber da bin wohl hier falsch,sorry

06.08.2010 12:48 • #29


A


Hallo kreatur,

x 4#15


M
Hallo kreatur,
du scheibst eingangs, dass schon mit der Leukämieerkrankung im Alter von 3 1/2 Jahren erzieherische Fehler gemacht worden sind. Glaubst du wirklich, du kannst diese Fehler in wenigen Monaten ausmerzen? Dort sind Verhaltensweisen eingeübt worden, die sich über Jahre manifestiert haben. Hast du dich mit dieser frühkindlichen Prägung schon mal auseinander gesetzt?

Ich bin wirklich der Meinung, das dein Anspruch zu Veränderung in dieser Situation zu hoch ist, obwohl ich dich gut verstehen kann. Du erwartest Dankbarkeit, dass sie dir Rückmeldung gibt, damit du ein Gefühl davon bekommst, was ihr gut tut und was nicht. Aber sie zieht sich nur noch mehr zurück. Das ist schlimm für dich, denn du würdest dir wünschen, sie würde sich über dein Engagement mehr freuen oder eben einfach nur reagieren.

Aber genau deshalb braucht sie psychologische Begleitung. Sie zieht sich offensichtlich völlig in sich zurück. Dieses Verhalten:
Zitat von kreatur:
Sie wartet darauf das konsequenzen eintreffen, die ihr bereits angekündigt wurden. Sie versucht es in keinster weise abzuwenden.
scheint ihr Sicherheit zu geben. Es ist wie der Klassenclown in der Schule, obwohl das Kind weiß, dass es Ärger bekommt, macht es weiter Faxen im Unterricht, denn es bekommt die Aufmerksamkeit, nach der es sich sehnt.

Bis sich so ein verändertes Verhalten aber wieder normalisiert, braucht es vor allem Zeit. Und das ist es, was wir hier als Überforderung deinerseits erkennen zu glauben. Du möchtest Ergebnisse deiner Bemühungen sehen und bist verzweifelt. Aber der Klassenclown kann nicht von heute auf morgen aufhören, albern zu sein. Er muss erst mühsam lernen, dass er auch auf andere Weise Aufmerksamkeit bekommen kann. Dazu braucht es viele mühselige Schritte, positive Erfahrungen und Zeit.

Und hierzu:
Zitat von kreatur:
den rest werde ich nun nicht kommentieren, dachte eigentlich das dies ein forum is, wo man sich einfach nur mal ausquatschen kann, aber da bin wohl hier falsch,sorry
möchte ich dir folgendes sagen. Du hast uns um Rat gefragt. Den hast du bekommen und der gefällt dir nun nicht. Doch damit muss man rechnen, wenn man in solch einem öffentlichen Forum postet.

Mir geht es nicht ums Recht haben. Wenn ich mir hier die Mühe mache, dir zu antworten, dann bedeutet das für mich auch, dass ich mich in deine Situation versuche hineinzuversetzen, aber auch in die Situation des Kindes. Ich habe mich viel mit Kindererziehung befasst und auch mit verhaltensauffälligen Kindern. Da passieren oft Dinge, die wir einfach nicht verstehen wollen, vor allem, weil wir es doch gut meinen. Aber genau für diese Dinge gibt es professionelle Hilfe...

06.08.2010 13:54 • #30

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