Stottern und keine Freunde - Einsamkeit Forum

G
Zitat von sonstwer:
Zitat von JeanLucca:
Hallo Sonstwer.

sorry, aber...

Zitat von sonstwer:
...je höher der Bildungsstand desto mehr Sozialkompetenz besitzen die Menschen in der Regel. Ausnahmen bestätigen nur die Regel.
Ähm, überhaupt nicht. Das Eine (Sozialkompetenz) hängt mit dem Anderen (Bildungsstand) in keiner Weise zusammen. Aber das ist ja Deine eigene Faustregel.

Lieben Gruß, JeanLucca


Da habe ich andere Erfahrungen gemacht, je weiter ich gekommen bin, desto weniger Idioten hatte ich um mich, die nichts besseres zu tun hatten, als mir das Leben zur Hölle zu machen.

Einspruch! Ich kann dir auch aus eigener Erfahrung sagen, dass es unter den Studenten wirklich absolute Sozialkrüppel gibt (zur Info ich Universitätsdozentin und schreibe an einer Doktorarbeit). Es ist z.B. absolut asozial einen Kommilitonen vor dem gesamten Kursus als Idioten zu beschimpfen, wenn dem gerade nicht das genaue Jahr einfällt, wann die Stürmung der Bastille war. Du glaubst gar nicht, was man als Dozentin so alles zu hören bekommt. Ebenso gebe ich gelegentlich Nachhilfe, auch Hauptschülern, und die sind ebenso mal so und mal so. Es gibt unter ihnen asoziale und überhebliche Vollpfosten und es gibt total Nette und sozial Kompetente, die z.B. ein Lerndefizit haben und deswegen auf der Hauptschule sind.

Und wenn ich mir meinen Bekannten- und Freundeskreis ansehe, dann gibt es dort alle möglichen Bildungsgrade: abgebrochene Schule, Hauptschule, Realschule, Abitur, FOS, Universität, Doktor und Professor. Und unter ihnen gibt es Sozialkrüppel mit Doktorhut und absolute Sozialintelligenzler, die nicht mal einen Schulabschluss haben.
Der Bildungsgrad bestimmt häufig das Portemaine, aber doch recht selten die soziale Intelligenz.

13.08.2011 19:21 • #16


S
Genau das habe ich nicht erlebt, meine Vorlesungen waren ziemlich cool.

Auf dem Pausenhof in Hauptschule war es für mich einfach die Hölle. Die Leute, die ich für meine Freunde hielt, waren genau das Gegenteil.

In der FOS habe ich erst angefangen wieder Vertrauen zu anderen Menschen aufzubauen. Im Studium habe ich soviele herzensgute Menschen kennen gelernt, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können. Und körperlich Gewalt gab es seit der Hauptschule einfach nicht mehr. Ich bezweifle, dass körperliche Gewalt unter Studenten ein genauso großes Problem ist, wie auf der Hauptschule.

13.08.2011 19:37 • #17


A


Hallo sonstwer,

Stottern und keine Freunde - Einsamkeit Forum

x 3#3


S
@sonstwer

Wenn es nach mir gänge würde ich behaupten: Gymnasium + Realschule + Technisches Gymnasium sind die Schüler mit der niedersten Sozialkompetenz. In allen drei Fällen wurde ich gemobbt. Ich verallgemeinere aber mein Erleben (!) nicht. Was mir passiert ist, ist passiert. Es ist Vergangenheit. Ich würde niemals einem Schubladendenken anheimfallen, dass nun jeder der auf dem Gymnasium oder Realschule war ein Täter ist und ich das Opfer. In der Tat, wenn dies so wäre, so müsste ich dich sonstwer als meinen Feind einstufen. Wie würdest du das finden sonstwer? Wenn ich das als meinen Feind einstufen würde? Ich als Mod? Wie fühlt sich das an? Ist das gerechtfertigt? Was denkst du?

13.08.2011 19:46 • #18


S
@ salamander:

Bei mir schaut es so aus: Ich weis dass die Menschen von damals Vollpfosten sind. Und wenn mir einer sagt, er ist von der Hauptschule, dann habe ich zum Teil Vorurteile, bis ich einen Menschen kennen lerne. Meist genügen bei mir ein Paar Worte und ich kann einen Menschen gut einschätzen. Ich bin der Meinung, wie ein Mensch spricht sagt schon ziemlich viel aus.
Als Feind würde ich niemanden bezeichnen.

Wenn du mich als Feind sehen möchtest, dann kannst du das gerne tun, ist mir eh egal. Es gibt genug Leute auf der Welt die was gegen mich haben. Wenn du nun in der Rolle als Moderator mich als Feind siehst und versuchst was gegen mich zu unternehmen, dann würde ich sagen ist das ziemlich schwach. Ich würde über dich lachen. Und wenn es mir zu bunt wird, dann würde ich einfach gehen. Gerechtfertig ist das natürlich nicht, blos würde es mich nicht wirklich stören, schließlich kannst du mir nichts anhaben.

13.08.2011 20:00 • #19


S
@sonstwer

Und so ist es eben auch nicht gerechtfetigt, dass du alle Hauptschüler über einen Kamm scherst. Und es ist wohl auch von dir ziemlich schwach Hauptschüler in eine bestimmte Kategorie zu stecken. Und manch ein Hauptschüler würde wohl über dein Kategoriendenken lachen.

Was hälst du denn von der Idee aus dem Täter-Opfer-Kreislauf überhaupt auszubrechen? Früher warst du Opfer. Jetzt bist du Täter und die Hauptschüler sind deine Opfer.

13.08.2011 20:07 • #20


S
Zitat von Serafina:
Hallo sonstwer,

aufgrund deiner Beiträge bin ich der Meinung, dass du eine großes Maß an Selbstbewußtsein hast.

Vllt. bist du dir dieser Tatsache nicht wirklich bewußt. Das anzunehmen und zu erkennen, könnte der erste Schritt sein, deine Probleme anzugehen.

Serafina

Selbstbewustsein fehlt mir nicht wirklich, eher das mechanische - das Sprechen an sich.
Zum Teil habe deutlich weniger Hemmungen als Normalsprecher, ist meist reine Übungssache.
Hemmungen im sozialen Bereich lassen sich relativ schnell durch Übungen und nette Leute abbauen.

Zitat:
Ja, das verstehe ich. Aber hast du dir schonmal die Frage gestellt, ob das Leben an sich überhaupt logischen Gesetzmäßigkeiten folgt? Ist es denn z.B. logisch, wenn so ein Vollpfosten eine intelligente und hübsche Frau abbekommt?

Hat dir deine Logik in all den Jahren irgendwie geholfen eine Frau rum zu bekommen? Anscheinend ja nicht.
Nun: Dann muss man es irgendwie anders machen. Logik ist anscheinend keine gute Hilfe dabei Frauen rum zu bekommen.

Logik bringt rein gar nichts, von dem Trip bin ich längst runter. Den Frauenversteher zu spielen bringt auch nichts. Um Frauen rumzubekommen muss man smart sein. Das ist mein nächstes Projekt.

Zitat:
Das ist natürlich keine Garantie eine Partnerin kennenzulernen aber es ist eben so das man Dich dort komplett kennenlernt und nicht nur auf das Stottern reduziert (wie in der Disko). Meistens trifft man sich dort auch ausserhalb der Trainingszeiten und die anderen bringen ihre Freunde mit, ec. Das Netz wird also immer grösser.

Ja davon gehe ich aus das ist die beste Methode. Das Problem ist nur, wenn ich mir nicht mal ein Brötchen bestellen kann, ohne 10 Wiederholungen zu machen, interessieren sich Frauen für mich nicht.

Theoretisch hätte ich kein Problem mehr zu machen, ist nicht grad so, dass ich überhaupt nicht mit Menschen kann.
Anderen gegenüber trage ich aber eine Maske, ich bin ein Selbstdarsteller ohne Ende (Selbstmarketing ist einfach überlebenswichtig). Keiner würde einfach so auf die Idee kommen das ich solche Probleme habe.

Mein Problem sind die ersten 5 - 7 Begegnungen mit Menschen, bis eine gewisse zwischenmenschliche Beziehung aufgebaut ist. Am Anfang ist halt eine Riesenbarriere, die zu überwinden ist so dermaßen schwer. Ich könnte manchmal kotzen, wie die Leute reagieren, wenn sie mich zum ersten Mal stottern hören.

Zitat:
ich habe lange überlegt dir zu antworten, denn deine Meinung über Menschen die nur einen Hauptschulabschluss haben ist mir ziemlich sauer aufgestoßen. Ich habe Abitur und studiert, meine Freundin hat nur einen Hauptschulabschluss und eine Lehre. Ist sie deswegen dümmer als ich? Nein. Ich möchte hier nicht ihre Geschichte erzählen, aber es lag weder an ihrer Intelligenz noch an ihrem Fleiß, dass sie nur den Hauptschulabschluss hat.


Ich will sie ja auch nicht beleidigen, ich kenne sie ja nicht. Die Leute aus meiner Vergangenheit kenne ich jedoch und bleibe auch bei meiner Meinung über sie.

Zitat:
Ich war auch über Jahre mit meinem Beruf verheiratet, letzten Endes hat mich das psychisch krank gemacht. Zurückblickend kann ich sagen es war eine Fluch in die Arbeit, eine Flucht vor mir selber.

Ja so sehe ich das auch, ist zwar teilweise wirklich schön, wenn man im Flow ist und wirklchlich viel Leistung bringt. Aber ich will nicht, dass es das einzige in meinem Leben ist.

Zitat:
Und so ist es eben auch nicht gerechtfetigt, dass du alle Hauptschüler über einen Kamm scherst. Und es ist wohl auch von dir ziemlich schwach Hauptschüler in eine bestimmte Kategorie zu stecken. Und manch ein Hauptschüler würde wohl über dein Kategoriendenken lachen.

Was hälst du denn von der Idee aus dem Täter-Opfer-Kreislauf überhaupt auszubrechen? Früher warst du Opfer. Jetzt bist du Täter und die Hauptschüler sind deine Opfer.

Klingt nicht schlecht, ich werde in Zukunft sorgfältiger formulieren und den Kreis der Vollpfosten einfach enger setzen.

Ich hoffe ich habe jetzt niemanden mehr vergessen.

13.08.2011 20:30 • #21


Steffi
Zitat:
Doch wenn ich aus dem büro gehe, dann bin ich leer, ein Privatleben habe ich nicht.

Ich denke, das ist Dein eigentliches Problem, sonstwer. Und das hat nicht zwingend etwas mit dem Kennenlernen einer Frau oder gar Intelligenz zu tun.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was ich Dir sagen könnte. Du wirkst auf mich sehr verkrampft und extrem erfolgsorientiert. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Du Dein Stottern loswerden kannst, ohne nicht grundlegend auch Dein Denken und Verhalten zu verändern.

13.08.2011 20:36 • #22


S
Stimmt, ich bin extrem erfolgsorientiert und zum Teil perfektionistisch.
Erfolg ist mir sehr wichtig, leider kann ich diesen nur im Job haben. Menschen kennen zu lernen ist nicht so mein Ding.

Mein Stottern werde ich nie zu 100 % loswerden. Und die mir bisher bekannten Möglichkeiten sind leider keine Option.

Ich habe auch recht lange mein Stottern akzeptiert, bin auf Menschen zugegangen. Hat ja alles am Anfang gut funktioniert, aber nur Freundschaften reichen mir nicht aus, ich möchte eine Frau zum Verlieben kennen lernen.

Und um ehrlich zu sein, auf viele Freunde lege ich nicht viel Wert. Es gibt einige Menschen, für die ich mein letztes Hemd geben würde, aber viele sind es nicht. Ich habe mich so eingerichtet, dass ich allein durchkomme.


Das größte Manko ist einfach, es reicht nicht aus das richtige zu sagen. Dazu bin schon mehr oder weniger im Stande. Das Problem ist eher, wie man es sagt: Tonfal, Gestik, Mimik, Zeitpunkt, Betonungen...
Den Inhalt kann ich mir antrainieren, wie ich es sagen soll eben nicht.

Ich schreibe mir noch ein bischen was von der Seele:
Es gab eine Zeit, da habe ich versucht mich über wirklich alles positive zu freuen. Ein Lächeln, über einen schönen Tag, über schöne Pflanzen. Über wirklich viele kleine Dinge, aber all das konnte nie das Loch namens Einsamkeit stopfen. Egal ob ich mit anderen Menschen zusammen war oder einen schönen Tag genossen habe. Es war nie genug, es hat immer was gefehlt. Heute ist es nicht anders, das ist auch ein Grund warum ich bestehende Freundschaften nicht so intensiv pflege. ich weis es wird einfach nicht reichen um das Loch zu stopfen. Daher möchte ich so sehr jemanden kennen lernen, in der Hoffnung dass es endlich das ist, was das riesige Loch endlich ausfüllt.

Manchmal habe ich die Sorge, was ist wenn nicht mal das ausreicht, was ist wenn selbst die tollste Frau die Einsamkeit nicht besiegen kann. Was gibt es noch?

13.08.2011 20:48 • #23


Steffi
Zitat:
Manchmal habe ich die Sorge, was ist wenn nicht mal das ausreicht, was ist wenn selbst die tollste Frau die Einsamkeit nicht besiegen kann. Was gibt es noch?

Um das herauszufinden, lebst Du. Perfektionismus und Erfolgsorientierung werden Dir dabei sicher nicht helfen können. Du solltest Dir professionelle Hilfe holen. Kannst Du das ?
Zitat:
Daher möchte ich so sehr jemanden kennen lernen, in der Hoffnung dass es endlich das ist, was das riesige Loch endlich ausfüllt.

Du wirst mir nicht glauben, wenn ich Dir sage, dass nur Du selbst dieses Loch ausfüllen kannst. Kein anderer Mensch kann das, denn es ist DEIN riesiges Loch.

Ich muss Dir sagen, dass Du mir unendlich leid tust. Was und wer hat Dich zu dem gemacht, der Du heute bist ? Alles, was Du über Dich sagst, wirkt auf mich mechanisch, ohne emotionale Beteiligung.

13.08.2011 23:11 • #24


S
Das ohne emotionale Beteiligung, das habe ich selbst gemacht. Ich war ein Wrack und habe meine Persönlichkeit immer mehr verändert, alles alte verdrängt, irgendwo tief in mir vergraben, wo es keiner sieht. War leider nicht zu vermeiden, sonst wäre ich nicht lebensfähig gewesen, ich wäre nicht im Stande gewesen auf eigenen Beinen zu stehen.

Als ich damit angefangen habe war ich 20 und habe versucht die vergangenen 10 Jahre Entwicklung im Schnelldurchlauf nachzuvollziehen. Als Laie würde ich sagen ich hatte eine Entwicklungsstörung und hing insbesondere im sozialen Bereich extrem hinterher. Dann war ich in einer fremden Stadt allein auf mich selbst gestellt. Irgendwann habe ich gemerkt, wie stark es wirklich war. Am Anfang war es sowas wie ein Gefühl. Diese Art von Gefühl kenne ich mein ganzes Leben lang. Es sagte mir stets was der richtige Weg war.

Es ist nichts rationales, nichts übersinnliches sondern einfach eine Ahnung. Die Ahnung sagte mir ich sollte mit der Schule weitermachen und die Ahnung sagte mir ich musste mich neu erfinden. Diese Ahnung hat mich geleitet als mein Verstand es mir nicht sagen konnte, was ich tun sollte. Dann habe ich nach und nach das Ruder übernommen und habe mich meinen Ängsten gestellt. Ich hatte z. B. panische Angst im Englischunterricht vorzulesen. Ein ganzes Semester bin ich jedes Mal aus dem Kurs gegangen, wenn ich fast an der Reihe war und hätte vorlesen müssen. Ein Jahr später blieb ich drin und habe vorgelesen. Mit solchen kleinen Schritten habe ich meine Angst bezwungen, das geht soweit, dass ich einfach sogut wie nie einen Adrenalinschub bekomme, selbst in gefährlichen Situationen habe ich sowas nicht mehr.

In der Achterbahn berichten Leute von starken Adrenalinschüben. Ich fühle sowas nicht, der natürlich Überlebensreflex greift und mein Körper ist unter Spannung aber einen Adrenalinschub spüre ich nicht. Wenn ich mich konzentrieren würde könnte ich ganz entspannt dasitzen.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich keine Gefühle mehr hatte, Angst und Wahnsinn hatte ich besiegt, mehr war nicht wirklich vorhanden. Irgendwann habe ich angefangen so zu tun als hätte ich Gefühle - Wut, Trauer, Hass, Freude, Angst, Betroffenheit... vielleicht sind noch Überreste davon übrig. Aber wenn ich ehrlich bin kenne ich nur diese Gefühle: seelischer Schmerz und Einsamkeit. Alles andere ist meist gespielt, damit niemand merkt, wer sich hinter der Maske wirklich verbirgt. Ich spiele viele Alternativen durch und überlege mir, was ich sage und was ich empfinden werde.

Alles andere ist eben doch Mechanik, ich drücke den Knopf und die Vorstellung beginnt. Manchmal lüge ich so gut, dass ich es fast selbst glaube, dass die Emotion echt ist. Ist sie aber nicht. Wenn es was trauriges ist, dann empfinde ich Schmerzen, dann kullern mir Tränen runter. Vieles ist inzwischen einstudiert und geschieht fast von alleine. Aber tief in mir weis ich, dass der Knopf da ist und wenn ich es nicht empfinden wollen würde, dann würde ich es nicht empfinden, es ist meine Entscheidung. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob das nun doch eine echte Emotion ist.

Es gibt nur eine Ausnahme: Verliebtheit. Dieses Gefühl ist echt.

Lügen ist auch so eine Sache, ich kann so gut lügen (oder zumindest glaube ich das) und tue es so oft, das ist unglaublich. Die Lüge ist für mich zur zweiten Wahrheit geworden. Und wenn es um was persönliches geht, dann ist mir die Lüge meist lieber, denn ich will mich nicht öffnen.

Manchmal rede ich mir irgendwas ein, dass ich dies und das tun muss, damit was besser wird. Aber wenn ich damit anfange, dann weis ich, dass ich mich nur selbst belüge. Aber dann knipse ich das Gefühl aus und bin für einige Monate beschäftigt, bis ich wieder auf Boden der Tatsachen angekommen bin.

Es ist so, ich kann mich meinen Gefühlen nicht wirklich stellen, denn wenn das passiert kommt der Wahnsinn wieder hoch. Die seelische Schmerzen kommen wieder und irgendwann die Suizidgedanken. Ich habe versucht mich dem in einer Gesprächstherapie zu stellen, aber der Wahnsinn nimmt einfach kein Ende. Also bleibt mir nur noch die Mauer wieder hoch zu ziehen und alles abzublocken, um mich selbst zu schützen. Was ich langsam wieder tun muss, da ich merke wie ich immer mehr in die alten Muster verfalle.

14.08.2011 00:08 • #25


S
Als ich das geschrieben habe, habe ich das mit einem weinenden und einem lachenden Auge getan. Manchmal muss ich über mich selbst einfach lachen. Ich glaube ich bin eine ziemlich bizarre Konstruktion geworden.

Ich habe mir gerade gedacht, dass mir dass Stottern genau deswegen so viel Ärger macht, da es mich hindert die ganze Kontrolle zu übernehmen. Ich glaube ohne das Stottern wäre ich die perfekte Immitation eines Menschen.

Zu einem Teil bin ich aber stolz auf mich, da es durchaus eine enorme Leistund für mich ist, was ich bis heute geschafft habe. Normal werde ich wohl nicht mehr werden. Aber es gibt noch einige Sachen, mit denen ich noch ein bischen mehr aus mir rausholen kann.

Als nächstes stehen Fitnesstrainig und Abnehmen, Typänderung und Änderung des Klamottenstills an. Zudem werde ich wieder mit Sprachübungen vor dem Spiegel anfangen. Es ist seltsam, aber vor dem Spiegel zu sprechen ist echt schwer. Aber ich glaube ich kenne das Gefühl. Es ist das Gefühl wenn man sich selbst sabotiert, wenn man genau weis, dass das was man gerade tut falsch ist, es aber trotzdem macht, weil man nicht die vollständige Kontrolle hat und weil man sein Tun nur indirekt steuern kann.

Zitat:
Ich muss Dir sagen, dass Du mir unendlich leid tust.


Ist nicht nötig. Über diese Phase bin ich eigentlich hinaus. Es ist so, dass es mich einfach nicht berührt, was andere Menschen von mir halten. Es ist nicht böse gemeint, ich schreibe das nicht weil ich jemanden abwerten will, sondern einfach dass es mir einfach egal ist und es in meinem Kopf einfach keine Reaktion darauf gibt.

Zitat:
Du solltest Dir professionelle Hilfe holen. Kannst Du das ?

Ganz ehrlich, ich weis nicht was mir das bringen soll. Soll ich mein Stottern akzeptiern und damit leben? Ja könnte ich auch selbst machen, ein wenig konzentrieren und einige Wochen später rege ich mich in normalen Situationen nicht mehr auf und nehme es emotionslos hin.

Soll ich mich über die kleinen Dinge im Leben freuen? Das schaffe ich auch. Soll ich mich als das akzeptieren was ich bin?
Ja kann ich auch. Ich habe mir schon ziemlich viel eingeredet. Aber am Ende bin ich IMMER auf dem Boden tatsachen angekommen, dass ich immer noch alleine bin und dass das Loch in mir nicht gestopft werden konnte.

Und meinen Gefühlen will ich mich nicht stellen, ich will den Wahnsinn schön tief in meinem Kopf lassen, dort wo er hingehört. Denn ich kann leider Gottes auch das komplette Gegenteil von rational sein und dann ist der schöne Job weg.

Zitat:
Um das herauszufinden, lebst Du. Perfektionismus und Erfolgsorientierung werden Dir dabei sicher nicht helfen können.

Leider ist mein Streben, das einzige was mich am Leben erhält. Ohne die Suche hätte ich gar nichts mehr.
Es ist auch nicht gerade so, dass mir die bisherige Vorgehensweise nichts gebracht hätte. Hättest du mich gekannt wie ich noch vor 5 Jahren war, würdest du es besser verstehen.

14.08.2011 01:33 • #26


T
Hallo sonstwer,

Zitat von sonstwer:
Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich keine Gefühle mehr hatte, Angst und Wahnsinn hatte ich besiegt, mehr war nicht wirklich vorhanden. Irgendwann habe ich angefangen so zu tun als hätte ich Gefühle - Wut, Trauer, Hass, Freude, Angst, Betroffenheit... vielleicht sind noch Überreste davon übrig. Aber wenn ich ehrlich bin kenne ich nur diese Gefühle: seelischer Schmerz und Einsamkeit. Alles andere ist meist gespielt, damit niemand merkt, wer sich hinter der Maske wirklich verbirgt. Ich spiele viele Alternativen durch und überlege mir, was ich sage und was ich empfinden werde.

Alles andere ist eben doch Mechanik, ich drücke den Knopf und die Vorstellung beginnt. Manchmal lüge ich so gut, dass ich es fast selbst glaube, dass die Emotion echt ist. Ist sie aber nicht. Wenn es was trauriges ist, dann empfinde ich Schmerzen, dann kullern mir Tränen runter. Vieles ist inzwischen einstudiert und geschieht fast von alleine. Aber tief in mir weis ich, dass der Knopf da ist und wenn ich es nicht empfinden wollen würde, dann würde ich es nicht empfinden, es ist meine Entscheidung. Manchmal bin ich mir aber nicht sicher, ob das nun doch eine echte Emotion ist.

Es gibt nur eine Ausnahme: Verliebtheit. Dieses Gefühl ist echt.


als Depressiver kenne ich wie es ist, keine Gefühle zu haben, innerlich absolut leer zu sein. Nicht fühlen zu können ist absolutes Gift für eine Beziehung, wenn der geliebte Mensch einem plötzlich egal ist, denn Liebe ist auch ein Gefühl. Nur Liebe und Verliebtheit sind 2 völlig unterschiedliche Sachen, sie fühlen sich auch völlig anders an. Zur Liebe gehört auch sich öffnen zu können, Vertrauen zu haben und die Bereitschaft verletzlich zu sein. Wenn ich mir deine Beiträge so durchlese habe ich den Eindruck, dass du beides nicht hast bzw. zulassen möchtest.

Zitat von sonstwer:
Lügen ist auch so eine Sache, ich kann so gut lügen (oder zumindest glaube ich das) und tue es so oft, das ist unglaublich. Die Lüge ist für mich zur zweiten Wahrheit geworden. Und wenn es um was persönliches geht, dann ist mir die Lüge meist lieber, denn ich will mich nicht öffnen.


Die Maske. Kenne ich, ich habe sie getragen und trage sie teilweise immer noch, denn sie bietet auch Schutz. Nur die Maske bist nicht du. Und das merken andere, wenn du dich auf eine engere Beziehung einlässt. Wie soll sich jemand in dich verlieben, wenn er dein wahres ich nicht kennt? Ich wäre auch gerne der perfekte Mensch, bin es aber nicht. Dieses zu akzeptieren ist bei mir ein noch laufender Prozess. Nur soviel, ich habe meine Freundin kennen gelernt, als ich ich selber war, mit meinen Ecken, Kanten und Fehlern.

Zitat von sonstwer:
Es ist so, ich kann mich meinen Gefühlen nicht wirklich stellen, denn wenn das passiert kommt der Wahnsinn wieder hoch. Die seelische Schmerzen kommen wieder und irgendwann die Suizidgedanken. Ich habe versucht mich dem in einer Gesprächstherapie zu stellen, aber der Wahnsinn nimmt einfach kein Ende. Also bleibt mir nur noch die Mauer wieder hoch zu ziehen und alles abzublocken, um mich selbst zu schützen. Was ich langsam wieder tun muss, da ich merke wie ich immer mehr in die alten Muster verfalle.


Ich denke, das ist dein wirkliches Problem um jemanden lieben zu lernen, nicht das stottern. Und ich denke auch, dass dir da nur der Profi bei helfen kann. Nur musst du dich auf die Therapie auch einlassen, dich deinem inneren Monster stellen. Ich habe auch gedacht, so wie ich wirklich bin kann ich nicht liebenswert (im Sinne von Wert sein geliebt zu werden) sein. Das Gegenteil ist richtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, die Angst vor dem eigenen sein macht dieses zum Monster, in Wirklichkeit ist es eher ein Schoßhündchen.

Das Tho

14.08.2011 07:47 • #27


JeanLucca
Hallo Sonstwer.

Zitat von sonstwer:
.... denn ich will mich nicht öffnen.
Schade. Das ist ein Schlüssel den Du am Schlüsselbrett hängen lässt anstatt ihn zu nutzen.

Lieben Gruß, JeanLucca

14.08.2011 08:06 • #28


S
Ganz ehrlich, ich weis nicht was ich den Menschen zeigen soll. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein wahres Ich nicht wirklich gut ankommt. Denn ich habe wirklich eine zum Teil unausstehliche Persönlichket. Zum Teil bin ich auch wunderlich und verrückt. Und genau das versuche ich zu verbergen, den genau das stößt Menschen ab.

Ich war 10 Jahre ich selbst, ohne eine Maske zu tragen und da hatte ich noch weniger als jetzt.

14.08.2011 13:26 • #29


A


Hallo sonstwer,

x 4#15


S
Als du 10 Jahre du slebst warst, hattest du aber vermutlicvh etwas, was man gemeinhin als Gefühle bezeichnet...

14.08.2011 13:39 • #30

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