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Tagesklinik Ablauf

F
Hallo,

Ich war vor kurzem 3 Wochen in der Reha und wurde Arbeitsunfähig entlassen. Mir hat es alles andere als geholfen. Ich hatte extremen Stress dadurch sehr sehr hohen Blutdruck und das lange weg sein von der Familie war auch nicht gut.

Ich habe eine Empfehlung zur Durchführung einer Therapie in der Tagesklinik bekommen. Da wollte ich einmal ein paar fragen stellen.

Ist es üblich das man zum Essen dort bleibt oder muss man selbst dafür sorgen? Die Dauer ist ja von 8-16 Uhr sehr lange und auch mit dem familienalltah schwer kombinierbar.

da ich in ein paar Wochen ausgesteuert werde und Arbeitslosengeld bekomme würde mich interessieren ob ich diese Therapie machen muss oder ob ich immer die Wahl habe? Zur Psychotherapie gehe ich ja schließlich schon.

Auch ist zwar hier eine Klinik in der „Nähe“ aber 15-20km eine Strecke muss natürlich auch gefahren werden. Wenn man zwischendurch nach Hause muss wäre das ja meiner Meinung nach fast unzumutbar. Ich bekomme schon wieder Beklemmungen wenn ich daran denke

07.03.2023 06:47 • #1


Ziva
Hey du.

Ich überlege gerade, ob du mittags nach Hause fahren möchtest, weil dir deine Familie fehlt oder ob du lieber in der Klinik bleiben möchtest, weil der Weg zu weit ist? Werde aus dem Geschriebenen grad nicht schlau.. Vielleicht erklärst du es mir nochmal - wenn du Lust hast, musst du aber nicht.

Ich war 2020 in einer Tagesklinik hier bei uns in der Stadt - 8 km ein Weg. Ich meine, dass man sich ab einem gewissen Anfahrtsweg die Fahrtkosten (zum Teil) erstatten lassen kann - bin mir mit dieser Aussage aber total unsicher - frag vielleicht einfach mal bei deiner Krankenkasse nach - die wissen das in jedem Fall.

Im Normalfall ist es so, dass du zu 8:00 Uhr vor Ort bist und um 16:00 Uhr nach Hause gehst.
Auch in der Mittagszeit bleibst du in der Klinik. Quasi volle Verpflegung. Frühstück, Mittag, Kuchen haben wir immer selbst gebacken - freitags. Dafür gab es eine Kaffeekasse. Getränke stehen auch immer bereit - Wasser, Tee, Kaffee.

Für mich hat die Tagesklinik sehr viel Sinn gemacht, denn ich habe ein Kind. Mein Mini war in der Zeit, in der ich in der Klinik war durchgehend in der Kita betreut. Klar, es war anstrengend und teilweise auch stressig alles immer zeitlich gut hinzubekommen. Aber wenn man da Schwierigkeiten mit Betreuungszeiten der Kinder hat, dann kann man das ansprechen und es lässt sich immer irgendwie regeln - vielleicht, in dem man morgens eine halbe Stunde später kommt oder am Nachmittag eine halbe Stunde eher geht.

Zitat von Freigeist:
da ich in ein paar Wochen ausgesteuert werde und Arbeitslosengeld bekomme würde mich interessieren ob ich diese Therapie machen muss oder ob ich immer die Wahl habe? Zur Psychotherapie gehe ich ja schließlich schon.


Machen musst du theoretisch nichts. Eine Psychotherapie einmal in der Woche ist aber auch nochmal etwas anderes als eine Zeit in einer Tagesklinik zu sein, denn da bist du dann jeden Tag. Da kannst du so viel mehr bearbeiten.

Ich habe nur gute Erfahrungen mit der Therapie in einer Tagesklinik gemacht und würde sie nicht ausschlagen, wenn sie mir angeboten wird. Aber ich kann das auch nur für mich so formulieren. Allerdings schreibst du im ersten Satz, dass dir die Reha nicht gut getan hat, weil du so lang von deiner Familie getrennt warst - da ist die TK doch perfekt für dich (o:

Viele Grüße zu dir,
Ziva*

07.03.2023 10:09 • x 1 #2


A


Hallo Freigeist,

Tagesklinik Ablauf

x 3#3


P
Moin,
ich würde das an deiner Stelle mit der Tagesklinik einfach versuchen, dort hast du mehrere Psychologen bzw. geschulte Mitarbeiter und dementsprechend auch Gespräche. Genauso gut fand ich den Austausch mit Gleichgesinnten, allerdings mit dem Vorteil, dass du nachmittags wieder in deine gewohnte Umgebung kommst und nicht wie bei einer Kur quasi rund um die Uhr unter einer Käseglocke verbringst. Nach so einer Kur fand ich persönlich den normalen Alltag erstmal wieder sehr anstrengend. Versuch einfach mal, dich auf den Tagesklinikaufenthalt einzulassen, nicht gleich komplett negativ belastet da rangehen. Mach dir ein paar Tage dein eigenes Bild, dann kannst du immer noch entscheiden, ob du das willst oder auch nicht.
Lieben Gruß, Piet

07.03.2023 10:44 • x 2 #3


F
@Ziva Hallo, nein ich würde nicht nach Hause wollen. Es geht darum das ich gehört habe das es keine Verpflegung geben soll und man über mittag nach Hause geht. Aber das scheint dann wohl unterschiedlich zu sein.

Naja was heißt wenn mir eine angeboten wird? Die Reha hat es empfohlen und der HA hat eine Überweisung/Einweisung ausgestellt. Ich vermute es würde nicht abgelehnt werden. Aber ich weiß nicht wie das funktionieren soll und es löst nur Stress bei mir aus. Es funktioniert bei diesen langen Zeiten (bis 16 Uhr) nicht mit der Kinderbetreuung.

09.03.2023 02:05 • #4


111Sternchen222
Bei uns gab es Verpflegung. Und was die Betreuung angeht, wie hast du das in der Rehazeit denn gelöst? Waren die Kinder da mit? Sonst wäre es ja nochmal zu überlegen ob man, we auch immer da die Kinder betreut hat, nochmal fragt.
LG Sternchen

09.03.2023 07:55 • #5


F
@111Sternchen222 Hallo,
Das war meine Frau.
Das funktioniert aber auch nicht unbegrenzt Bzw. Ist es aktuell fast unmöglich. Sie macht momentan eine schulische Ausbildung und hat Praktikum auch immer bis 17 Uhr. Und unsere Kinderbetreuung ist auch Arbeitnehmer unfreundlich nur bis 14 Uhr.

Problem ist einfach das wir unseren Job und Kita natürlich auf einander abgestimmt haben. Und nun funktioniert nichts mehr

09.03.2023 09:13 • #6


Ziva
Huhu Freigeist,

Kitastunden lassen sich aber doch gut- auch nur für einen bestimmten Zeitraum - anpassen. Ihr könntet die Stunden doch erhöhen?

Ich hatte damals eine Bescheinigung von der Tagesklinik ausgestellt bekommen in der stand, von wann bis wann ich in der TK sein werde. So war es überhaupt kein Problem, dass ich nicht direkt um 16 Uhr abholte, sondern erst eine halbe Stunde später. Es war ja auch nur für ein paar Wochen so. Aber ich verstehe auch, wenn das nicht in jeder Kita geht. Trotzdem würde ich das einmal ansprechen - entweder bei der Leitung oder eben beim Träger der Einrichtung.

Ich habe es bisher nicht erlebt, dass sich jemand quer gestellt hat. Ich denke, wenn man offen und ehrlich mit den Menschen redet, dann bemüht sich jeder die Dinge so zu leisten, dass es machbar ist.

09.03.2023 09:24 • #7


M
Guten Morgen

es gibt auch die Möglichkeit über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu bekommen für die Zeiten wo die Betreuung
nicht gewährleistet ist. Dafür muss der Arzt eine Bescheinigung ausstellen und die Krankenkasse muss es genehmigen aber ich denke schon das ihr die Voraussetzungen erfüllt.
Alles gute für euch.

09.03.2023 09:30 • x 1 #8


F
@Ziva Hallo,
Nein das geht nicht. Das ist das Maximum in unserem Kindergarten.

Wir wohnen auf einem Dorf und da ist es eben leider so. Dementsprechend habe ich jetzt auch Stress und Probleme.

Dazu kommt einfach auch noch das ich weder weiß ob es mir dort etwas bringt hin zu gehen noch ob ich es überhaupt schaffe.
Der Reha Tag war für mich extrem anstrengend und stressig. Verbunden mit immer höher werdenden Blutdruck. Mir wurde schon gesagt das der Zeitplan in der Tagesklinik noch straffer ist und das lässt mich natürlich etwas zweifeln.

In der Reha haben sie ja schon meine Arbeitskraft runter gesetzt auf 3-6 Stunden.

Ich weiß auch nicht…

09.03.2023 09:31 • #9


M
Zitat von Machara:
Guten Morgen

es gibt auch die Möglichkeit über die Krankenkasse eine Haushaltshilfe zu bekommen für die Zeiten wo die Betreuung
nicht gewährleistet ist. Dafür muss der Arzt eine Bescheinigung ausstellen und die Krankenkasse muss es genehmigen aber ich denke schon das ihr die Voraussetzungen erfüllt.

ihr findet diese Haushalthilfen bei den Wohlfahrtsverbänden wie Caritas / Diakonie usw.

09.03.2023 09:35 • x 1 #10


Ziva
Oh, okay, das ist natürlich blöd.
Es gäbe aber vielleicht auch noch die Möglichkeit, sich eine Betreuung ins Haus zu holen?

Was macht dir den Stress dabei?

Man weiß vorher nie ob es einem etwas bringt. Das weißt du am Ende der Therapie.
Warum glaubst du es nicht zu schaffen?

09.03.2023 09:40 • #11


F
@Ziva weil die Reha mir nichts gebracht hat und ich dort sehr starken Stress mit den ganzen Terminen hatte. Es sind ja auch nicht nur die Depressionen sondern auch die Chronischen Kopfschmerzen / Migräne und Tinnitus/Schlafstörung die mir zu schaffen machen.

Ich habe das Gefühl ich komme überhaupt nicht zur Ruhe. Ich denke mir würde es nicht gut tun aber ich bin natürlich im Zwiespalt zwischen Ruhe haben zu wollen und eine Besserung meiner Beschwerden zu erreichen und die Krankenkasse/Arzt für die Krankmeldung zu befriedigen

09.03.2023 15:24 • #12


A
@Freigeist
Hallo Freigeist.
Ich war in Reha und Ja die Termine fand ich dort sehr eng gefasst.
ich war 2 mal in der Tagesklinik und will die Erfahrung nicht missen.
Du weißt erst dann, ob es was für dich ist, wenn du es ausprobierst.
Die Termine in der Tagesklinik haben rundum Puffer.
Und, wenn es zu Stessig wird, kann man das ansprechen.
Ich konnte mit einem Taxi fahren, wegen der Medikamente.
Du bekommst Mittagessen und Getränke kann man da kaufen oder mitbringen.
Der Austausch mit anderen hat mir geholfen.
Die Therapeuthen waren nicht alle mein Fall.
Rundum würde ich es immer wieder machen.
Du hast Tagesablauf und bist am Spätnachmittag zuhause.
Alles Gute

11.03.2023 08:08 • #13


Dys
Zitat von Freigeist:
Ist es üblich das man zum Essen dort bleibt oder muss man selbst dafür sorgen? Die Dauer ist ja von 8-16 Uhr sehr lange und auch mit dem familienalltah schwer kombinierbar.

Üblicherweise gibt es Mittagessen und Getränke. In der letzten gab es sogar auch Frühstück, dass ist aber nicht überall so. In keiner Tagesklinik, in der ich bislang war, musste man Mittags nach Hause zum Essen.
Zitat von Freigeist:
da ich in ein paar Wochen ausgesteuert werde und Arbeitslosengeld bekomme würde mich interessieren ob ich diese Therapie machen muss oder ob ich immer die Wahl habe? Zur Psychotherapie gehe ich ja schließlich schon.

Du solltest der Arbeitsagentur mitteilen, das Du durch deren MD bezüglich Deiner Leistungsfähigkeit begutachtet werden willst. Dazu wirst Du dann Formulare bekommen, die es auszufüllen gilt und Schweigepflicht Entbindungen für deine Ärzte und Kliniken erteilen.
Zitat von Freigeist:
In der Reha haben sie ja schon meine Arbeitskraft runter gesetzt auf 3-6 Stunden.

Falls der MD zum gleichen Ergebnis kommt, oder eventuell sogar feststellt, das Du momentan auf längere Sicht garnicht arbeiten kannst, wird man Dich auffordern einen Reha oder EM Rentenantrag zu stellen.
Zitat von Freigeist:
Ich denke mir würde es nicht gut tun aber ich bin natürlich im Zwiespalt zwischen Ruhe haben zu wollen und eine Besserung meiner Beschwerden zu erreichen und die Krankenkasse/Arzt für die Krankmeldung zu befriedigen

Wenn Du ausgesteuert bist, interessiert die Arbeitsagentur sich nicht mehr für Krankmeldungen bezüglich der Erkrankung, weswegen Du ausgesteuert wurdest. Letztlich geht es darum, inwieweit Du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen könntest und formal auch musst, um ALG1 zu bekommen. Daher wird die Arbeitsagentur höchstwahrscheinlich ihren MD ohnehin einschalten. Jedenfalls geht es nicht darum deine Ärzte oder die Krankenkasse zu befriedigen, da Du nach der Aussteuerung eh kein Krankengeld mehr bekommst. Auch deine Ärzte gilt es nicht zu befriedigen, sondern etwas zu finden, dass Dir Genesung ermöglicht oder verschafft. Ob dies eine Tagesklinik leisten kann, oder ein stationärer Aufenthalt besser wäre, hängt schließlich von deinem Befinden ab. Wenn garnix geht, bliebe ein Antrag auf EM Rente als Option, falls deine Befunde dies hergeben. Sollte dies für Dich infrage kommen, kannst Du Dich auf eine Ablehnung einstellen, der Du widersprechen kannst. Dann sind Deine Ärzte gefragt, sich entsprechend befürwortend zu äußern. Im Zweifelsfall wirst Du auch zu einem Gutachter der Rentenversicherung geschickt und wenn alle diese Instanzen und die Rentenversicherung zu dem Ergebnis kommen, dass Du tatsächlich nicht arbeitsfähig bist, könnte es eine EM Rente geben. Das kann dann eine volle sein, oder eine halbe, sofern man Dir eine Erwerbsfähigkeit zwischen 3 und 6 Stunden täglich zuerkennt. Sollte die eine oder andere Rente gewährt werden, wird sie zunächst befristet. Üblicherweise für zwischen 1 bis 3 Jahre.

Wenn Du aber der Meinung bist, die Tagesklinik würde Dir nicht gut tun, oder Dich nicht wieder arbeitsfähig machen können (denn darum geht es den Institutionen, die Dich finanziell unterstützen) kannst Du nur schauen, was Dir tatsächlich am besten hilft und hoffen, dass da keine negativen finanziellen Aspekte obendrauf kommen. In jedem Fall sollte Dir deine Gesundheit das wichtigste sein und da solltest Du entsprechend die Art der Behandlung wählen, die Dir auch am besten hilft. Dafür wünsche ich Dir alles Gute und viel Kraft.

VG Dys

29.03.2023 12:45 • #14


A


Hallo Freigeist,

x 4#15


F
@Dys vielen Dank für deine ausführliche Nachricht.

Weißt du zufällig was passiert wenn die AG zu dem selben Schluss wie die Reha kommt und mich für 3-6 Stunden arbeitsfähig hält? Muss ich mich dann trotz krankschreiben für diesen Zeitraum den Arbeitsmarkt zu Verfügung stellen?

Habe bald einen Termin bei SOVD mit denen ich einen EM-Rentenantrag bespreche und vermutlich stelle. Ich merke das ich Ruhe brauche. Zwar brauche ich auch mehr Bewegung usw. Aber selbst der Haushalt funktioniert nicht.
Und immer dieser Druck von außen wieder funktionieren zu müssen ist unerträglich.

Lg

30.03.2023 05:53 • #15

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