Zitat von Kaddl: wodurch du das verzerrte Bild kriegst, die hätten ihr Leben im Griff.
Also ich glaube nicht dass meine Therapeutin oder meine Betreuerin ihr Leben voll im Griff haben, aber sie sind älter als ich und haben Lebenserfahrung wodurch sie zumindest mit bei aktuellen Problemen helfen können.
Meine Freundinnen können mir meistens nicht helfen. Interessanterweise sind sie alle jünger als ich, bis auf eine, aber die ist richtig depressiv. Einer Freundin zum Beispiel habe ich erst heute gesagt dass es mir schlecht geht. Weil die mir ständig einfach so schreibt und sich ausweint, wodurch ich schon oft genervt war. Diesmal wollte ich den Kreis durchbrechen und habe geantwortet, dass ich ihr heute nicht helfen kann, weil es mir selbst nicht gut geht. Da kam keine Nachfrage nur ein oh, das ist nicht gut. Das war's. Ich meine ich war schon froh sie losgeworden zu sein, aber helfen kann/will sie mir wohl nicht.
Einer anderen Freundin, die ebenso depressiv ist, habe ich Mal von meinen Beziehungproblemen berichtet. Ihre Antwort war nur, dass es an der Herkunft von meinem Freund liegt und dass sie alle so sch. sind. Tja, nach so einer Antwort habe ich überhaupt bereut mich ihr anvertraut zu haben. Geholfen hats natürlich auch Null. Seitdem berichte ich ihr nicht viel von meinem Leben.
Von den mehr oder weniger gesunden Freundinnen habe ich eine, der ich viel helfe und sie hilft mir zum Glück auch zurück. Sie weiß zwar nicht von meiner Diagnose, aber ich sage dann einfach nur dass es mir nicht gut geht. Man muss ja nicht immer das ganze in ein Krankheitsbild packen. Sie kann mir zum Glück auch helfen, zumindest soweit sie aufgrund ihres ebenso jüngeren Alters kann. Sie wohnt nur leider sehr weit Weg wodurch es eher eine schreib-Freundschaft ist.
Noch 2 Freundinnen, die ich in letzter Zeit regelmäßig treffe, habe ich tatsächlich nicht so oft meine schwache Seite gezeigt aber dafür fehlt mir noch das Vertrauen, so lange kennen wir uns noch nicht. Ich habe schon gemerkt, dass es mir bei denen (noch) schwer fällt mich zu öffnen, aber vielleicht kommt es noch.
Zitat von Kaddl: Ich würde vorschlagen, du versuchst vorsichtig in deinem Freundeskreis die Spreu vom Weizen zu teenben und rauszufinden, wer auch in schlechten Zeiten für dich da ist.
Ehrlich gesagt ich brauche Freunde tatsächlich nicht dafür damit sie mir helfen oder mich therapieren, sondern oft bin ich einfach nur froh mit jemandem was unternehmen zu können. Klingt vielleicht komisch, ist aber so.
Zitat von Kaddl: Und wirklich helfen kann dir ja eher wer, der dich mit Macken kennt und umgekehrt.
Mein Freund kennt mich mit allen Macken aber helfen kann er mir nicht ️
Zitat von Kaddl: Dann läufts auch ohne Therapeuten
Die Idee ist natürlich verlockend und ja natürlich würde ich mir Freunde wünschen die mir, wie ich denen, stundenlang zuhören und gute Ratschläge geben können und für mich da sind und mich therapieren. Aber ich habe in meinem Leben so was nie erlebt. Ich hatte schon gute Freundschaften, aber die waren nie so eng, dass ich zum Beispiel wie meinem Partner alles anvertraut habe. Das war schon meistens auf Unternehmungen oder Schule beschränkt. Klar redet man darüber wie das Leben so läuft und welche Probleme man gerade hat. Aber es war nie so eng, dass ich sagen könnte, dies wäre ein Mensch der mich komplett kennt und meine psychischen Probleme erkennen oder mich therapieren könnte. Keine Ahnung, ich hatte nie das Glück eine richtig enge Freundschaft gehabt zu haben. Enge Beziehungen hatte ich nur mit Männern oder mit meinen Cousinen, die aber auch jetzt sehr weit weg leben.
Also ja, vielleicht wäre mein Leben besser mit richtig engen Freunden. Die dazu genug Lebenserfahrung und Psychologie-Wissen haben, um mir bei meinen Problemen helfen zu können. Aber ehrlich gesagt habe ich mich schon damit arrangiert, dass es wohl nie passieren wird. Es klingt für mich schon wie eine Wunschvorstellung. Deswegen bin ich froh einfach jemanden zu haben mit denen ich ab und zu schöne Zeit haben kann.