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Tochter Depression und Ritzen- Medikament?

M
Hallo zusammen,
es tut wirklich sehr gut, mal im Austausch mit anderen Betroffenen zu sein und ich bin sehr froh , dieses Forum gefunden zu haben!
Ich stimme absolut zu, dass es für manche Menschen lebensrettend sein kann, Antidepressiva zu nehmen, wenn die depressive Episode extrem schwer ist. In unserem Fall wurde nur leider , wie wir finden , viel zu schnell ein Medikament vorgeschlagen. Leider wurde auch nicht wirklich gut aufgeklärt und eben der Spruch von der Therapeutin, dass hätte sie ja noch nie erlebt, dass Eltern das kritisch sehen, gab uns das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Wir erleben gerade leider, dass es nicht einfach ist, die passende Hilfe zu finden. Momentan ist die Tagesklinik hier vor Ort die einzige Möglichkeit für unsere Tochter, da sie ja nicht mehr zur Schule gehen kann und dort in der Klinikschule beschult wird. Wir suchen allerdings nach einer Klinik, für den Fall, dass es ihr schlechter gehen sollte. Die stationären Möglichkeiten hier vor Ort waren zur Krisenintervention o.k.. Allerdings sind sie für unsere Tochter keine Option für einen längeren Aufenthalt. Das therapeutische Angebot ist dort eben sehr dürftig, dass Personal total überlastet und auch hier ist der schnellste Weg eben die Medikation. Unsere Tochter wünscht sich eine umfangreiche Therapie, in der sie alle
Erlebnisse aufarbeiten kann. Gerade das Mobbing hat ihr schwer zugesetzt, aber leider wird darauf therapeutisch nicht sehr eingegangen. Wir suchen deshalb eine Klinik, die speziell die Themen Mobbingopfer und Schulphobie zum Schwerpunkt hat. Bislang haben wir nur die Median Klinik in Sachsen gefunden. Die Schönklink in Nordhessen wäre auch eine Option. Falls jemand Erfahrungen mit diesen oder anderen Kliniken hat, die diese Schwerpunkte haben , freuen wir uns über Berichte . Eine Sache möchte ich noch los werden zum Thema Ritzen: Mitlerweile habe ich auch einige andere, vor allem Mädchen , kennengelernt, die sich ritzen. Sie sind alle sehr sensibel und empathisch., halten Druck von oben /außen kaum aus. Leider gehen diese Menschen in die Ellbogengesellschaft unter, dabei sind sie doch so wertvoll für die Gesellschaft...Es wäre wünschenswert, wenn z.B. in den Schulen mal mehr danach geschaut wird, wie es den Kids mental geht, anstatt sie nur mit Lernstoff voll zu pumpen und Leistung abzufragen. Gerade nach dem Lock down wäre das dringend nötig gewesen. Aber es wird nur beklagt, dass es soviel Lerndefizite gab. Niemand hat mal nachgefragt, wie sie sich fühlen oder die 5 Monate wirklich erlebt haben. Mich macht das echt wütend, gerade auch deshalb, weil man all dem so ausgeliefert ist....
Vielen Dank nochmal euch allen für den Austausch hier!

24.01.2022 00:27 • x 4 #16


T
Zitat von ohneFunktion:

Aber eine Option sind Psychopharmaka nun mal. Und diese sollte man sich offen lassen, zumal man weiß, dass die Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten sich bisher in der Behandlung von Depressionen am meisten bewährt hat.

Das muss jeder für sich selbst entscheiden ob er das möchte oder nicht.
Und wem es weiterhilft, unterstützt, begleitend mit Psychotherapie , der soll das für sich machen.
Ich habe nun mal ganz schlechte Erfahrungen diesbezüglich gemacht, auch in Begleitung einer Therapie und ich habe
für mich entschieden niewieder solch Medikamente zu nehmen.
Zitat von ohneFunktion:
Grundsätzlich sind Antidepressiva auch dazu gedacht Suizide zu verhindern und nicht, welche zu verursachen.

Trigger

Grundsätzlich - nur ich habe durch diese diversen Psychopharmaka ganz starke Suizidgedanken entwickelt und stand kurz davor. Und zudem fing ich durch diese Medikamente an mich selbst zu verletzen.


Letzeres ist bis heute geblieben, nicht mehr so häufig zum Glück, aber es hat sich während der Einnahme solcher
Medikamente bei mir entwickelt. Vorher ohne Medis ist es mir nicht einmal in den Sinn gekommen mir selbst Schmerzen zuzufügen.

24.01.2022 20:15 • x 1 #17


A


Hallo Lilie123,

Tochter Depression und Ritzen- Medikament?

x 3#3


O
Ach, du Schreck!
Da kann ich Deine Ablehnung gut verstehen.

Zitat von Tierliebe:
Das muss jeder für sich selbst entscheiden ob er das möchte oder nicht.

Gewollt hatte ich nie...
Aber es führte kein Weg mehr daran vorbei.
Und danach war ich sehr dankbar dafür.

24.01.2022 21:48 • x 1 #18


T
Zitat von ohneFunktion:
Ach, du Schreck!
Da kann ich Deine Ablehnung gut verstehen.

Danke das du mich dbzgl. verstehst.

Zitat von ohneFunktion:
Gewollt hatte ich nie...
Aber es führte kein Weg mehr daran vorbei.
Und danach war ich sehr dankbar dafür.

Es ist doch auch vollkommen in Ordnung wenn du, oder auch andere Patienten mit Psychpharmaka gut
klar kommen. Aber es gibt leider auch Ausnahmefälle, wo solch ein Medikament genau das erreicht was eigentlich nicht passieren sollte.

25.01.2022 20:12 • x 1 #19

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