Huhu Odie...
dein Beitrag ist sicher schon eine ganze Weile her und vielleicht bin ich als junge depressive Frau mit meinen 23 Jahren nicht qualifiziert
mich in die Situation einzumischen. Aber ich weiß noch sehr gut wie ich mich als 16jähriges Mädchen gefühlt habe als ich sehr depressiv war
und meine Eltern versucht haben an mich heranzukommen. Für mich waren sie (sicherlich auch aus Gründen meiner Pubertät) ahnungslose
Idioten die mich dazu zwingen wollten normal wie alle an deren Menschen zu sein. Ich habe das gehasst und dagegen rebelliert. Ich musste
meinen Weg erst selbst gehen und habe viele Jahre später eine Therapie gemacht, die ganz gut geholfen hat.
Um es mal zu verbildlichen:
Aus meiner Sicht sitzt jeder depressive Mensch in einer Gefängniszelle zu der nur er selbst einen Schlüssel besitzt. Da können
die Besucher zwar stehen, winke und gut zu reden, aber der Insasse trifft die Entscheidung.
Mir ist durchaus bewusst dass es bei einigen Dingen wie Suizidversuche u.Ä. dringenden Handlungsbedarf gibt und man das keinesfalls
ignorieren darf oder sollte, doch jede Form von Druck ausüben und Zwängen bewirkt bei mir zumindest das genaue Gegenteil.
Ich fühle mich unverstanden, ungeliebt und überfordert.
Von daher ist mein gut gemeinter Rat: Für den depressiven Menschen da sein. Gemeinsame Unternehmungen anbieten,
zuhören!, positive Anreize geben und selbst als Partner dem anderen Partner eher Positives erzählen und sich gegenseitig
unterstützen weil es verdammt viel Kraft kostet sich um ein depressives Kind zu kümmern. Bloß jede Standardphrase und
Verallgemeinerung vermeiden, so nach dem Motto Reiß dich mal zusammen. Und den depressiven Menschen loben,
alles was irgendwie Erwähnenswert wäre, eine tolle Frisur, eine gute Note, ein hübsches Oberteil, egal was.
Und täglich versichern dass man den depressiven liebt.
Ich weiß, es sind viele Ratschläge, sie sind schwer zu befolgen wenn man selbst einfach nur den Kanal voll hat, sich Sorgen macht
oder wütend ist. Und auch als Eltern macht man da eine Gefühlsachterbahn bezüglich dem eigenen Kind durch.
Das ist kein Grund sich schlecht zu fühlen. Als Eltern ist es wichtig, dass man auch etwas für sich selbst tut,
mal ins Kino gehen, shoppen, etc. um mal ein paar Minuten/Stunden auf andere Gedanken zu kommen
und seine Seele zu streicheln...
Was mir persönlich sehr geholfen hat:
Tägliches aufschreiben von allen Kleinigkeiten die schön sind.
Farbe in meine Wohnung bringen, ein paar bunte Kissen, etc.
Viel Sonnenlicht reinlassen in die Fenster
Bewegung an der frischen Luft
positive Bücher lesen (Ratgeber, Humorvolles, etc.)
malen, schreiben, basteln in jeder Form
Sind nur ein paar Dinge, da ist sicher jeder depressive Mensch anders.
Hoffentlich war ich nicht zu aufdringlich.
Alles iebe und eine große Portion Kraft von KiNjAl