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Tochter wollte sich umbringen - sie einweisen lassen?

O
Hallo Nija,

ja, im Moment ist es echt entspannt. Das mit Schrecken erwartete Jahresdatum des Versuches ist verstrichen und es ist nichts passiert. Langsam kehrt wieder etwas Ruhe ein. Also, einfach erst mal genießen .............

21.10.2010 10:36 • #16


Brave
Hallo Oldie,
ich wünsche Dir, dass die Zeit mit Deiner Tochter einfach entspannt bleibt. Dieses Alter ist so schwierig und es bedarf eines richtiger Eiertanzes - was darf ich sagen und wie sag ich es am Besten - und wann halte ich mit zurück.
Dass Du vor einem zweiten Suizidversuch Angst hast verstehe ich. (Bin da ein sehr gebranntes Kind).
Hoffe für Dich/Euch nur das Allerbeste.
Brave

24.10.2010 16:17 • #17


A


Hallo Odie,

Tochter wollte sich umbringen - sie einweisen lassen?

x 3#3


O
Liebe Brave,

vielen lieben Dank für deinen Zuspruch. Ich habe gerade deine Geschichte gelesen und sie hat mich tief berührt. Deine Ängste und deine Befürchtungen müssen einfach die Hölle sein. Aber ich habe im Laufe deiner Geschichte auch gelesen, dass es doch bei dir, wenn auch nur in winzigkleinen Schritten, aufwärts geht. Ich hoffe sehr, dass du auch ein Umfeld hast, dass dir ein bisschen Kraft gibt. Ich habe einen wundervollen Lebensgefährten, der trotz der schwierigen Zeit zu mir hält, der mich ablenkt, es doch schafft, mich auch einmal zum Lachen zu bringen, der mir einfach zeigt, dass das Leben lebenswert ist, trotz aller Probleme.

Ich habe jetzt viel über solche Familiensituationen gelesen und immer wieder beschleicht mich so ein Gefühl, dass wir lernen müssen loszulassen. Wenn unsere Kinder es nicht tun (können), so müssen wir diesen Weg einschlagen; behutsam Schritt für Schritt. Das versuche ich im Moment und muss sagen, dass es eigentlich gut klappt und dass mir jetzt erst einmal auffällt, wie oft ich mich doch einmische. Einfach mal nichts sagen und warten, bis die Mädels zu mir kommen und fragen; das wirkt bei uns Wunder.

Ich drücke dir für deinen Sohn und natürlich die ganze Familie ganz fest die Daumen, dass ihr das in den Griff bekommt.

Ganz viele liebe Grüße

Odie

25.10.2010 10:53 • #18


Brave
Lieb Oldie,
ja - es ist nicht einfach die Kinder loszulassen. Ihnen es einfach mal zutrauen, dass sie es alleine schaffen. Nicht immer gleich unterstützen.
Da bin ich noch tüchtig beim Lernen.
Auch Dir wünsche ich viel Kraft auf dem weiteren Weg.
Brave

26.10.2010 18:42 • #19


K
Huhu Odie...

dein Beitrag ist sicher schon eine ganze Weile her und vielleicht bin ich als junge depressive Frau mit meinen 23 Jahren nicht qualifiziert
mich in die Situation einzumischen. Aber ich weiß noch sehr gut wie ich mich als 16jähriges Mädchen gefühlt habe als ich sehr depressiv war
und meine Eltern versucht haben an mich heranzukommen. Für mich waren sie (sicherlich auch aus Gründen meiner Pubertät) ahnungslose
Idioten die mich dazu zwingen wollten normal wie alle an deren Menschen zu sein. Ich habe das gehasst und dagegen rebelliert. Ich musste
meinen Weg erst selbst gehen und habe viele Jahre später eine Therapie gemacht, die ganz gut geholfen hat.
Um es mal zu verbildlichen:
Aus meiner Sicht sitzt jeder depressive Mensch in einer Gefängniszelle zu der nur er selbst einen Schlüssel besitzt. Da können
die Besucher zwar stehen, winke und gut zu reden, aber der Insasse trifft die Entscheidung.
Mir ist durchaus bewusst dass es bei einigen Dingen wie Suizidversuche u.Ä. dringenden Handlungsbedarf gibt und man das keinesfalls
ignorieren darf oder sollte, doch jede Form von Druck ausüben und Zwängen bewirkt bei mir zumindest das genaue Gegenteil.
Ich fühle mich unverstanden, ungeliebt und überfordert.
Von daher ist mein gut gemeinter Rat: Für den depressiven Menschen da sein. Gemeinsame Unternehmungen anbieten,
zuhören!, positive Anreize geben und selbst als Partner dem anderen Partner eher Positives erzählen und sich gegenseitig
unterstützen weil es verdammt viel Kraft kostet sich um ein depressives Kind zu kümmern. Bloß jede Standardphrase und
Verallgemeinerung vermeiden, so nach dem Motto Reiß dich mal zusammen. Und den depressiven Menschen loben,
alles was irgendwie Erwähnenswert wäre, eine tolle Frisur, eine gute Note, ein hübsches Oberteil, egal was.
Und täglich versichern dass man den depressiven liebt.

Ich weiß, es sind viele Ratschläge, sie sind schwer zu befolgen wenn man selbst einfach nur den Kanal voll hat, sich Sorgen macht
oder wütend ist. Und auch als Eltern macht man da eine Gefühlsachterbahn bezüglich dem eigenen Kind durch.
Das ist kein Grund sich schlecht zu fühlen. Als Eltern ist es wichtig, dass man auch etwas für sich selbst tut,
mal ins Kino gehen, shoppen, etc. um mal ein paar Minuten/Stunden auf andere Gedanken zu kommen
und seine Seele zu streicheln...

Was mir persönlich sehr geholfen hat:

Tägliches aufschreiben von allen Kleinigkeiten die schön sind.
Farbe in meine Wohnung bringen, ein paar bunte Kissen, etc.
Viel Sonnenlicht reinlassen in die Fenster
Bewegung an der frischen Luft
positive Bücher lesen (Ratgeber, Humorvolles, etc.)
malen, schreiben, basteln in jeder Form

Sind nur ein paar Dinge, da ist sicher jeder depressive Mensch anders.

Hoffentlich war ich nicht zu aufdringlich.

Alles iebe und eine große Portion Kraft von KiNjAl

22.11.2010 12:10 • x 1 #20


O
Liebe KiNjAl,

danke für deinen Beitrag. Ich finde es gerade gut, wenn ich Anregungen von den auf verschiedenste Weise Betroffenen bekomme. Das hilft mir, mir ein umfassenderes Bild zu machen. Ich erkenne in deinen Aussagen auch meine Tochter wieder. Als wir alle auf sie einstürmten, hat sie einfach nur noch abgeblockt. Als sie jetzt die Therapie hingeworfen hat, habe ich mich mit ihr unterhalten und ihr erklärt, dass ich von meiner Seite aus einfach nichts mehr tun kann. Ich bin immer für sie da, wenn sie Hilfe braucht, werde aber von mir aus das Thema nicht immer wieder neu anschneiden. Das bringt nämlich nur Stress. Seitdem geht es in kleinen Schritten aufwärts. Sie sucht wieder meine Nähe; wir schauen abends mal zusammen fern, unternehmen mal was zusammen. Sie hat sich mit viel Freude ein neues Zimmer eingerichtet und ich habe das Gefühl, dass der Boden unter ihren Füßen wieder fester wird. Es kommen wieder öfter Freundinnen zu Besuch und sie wirkt jetzt öfter gelöst und ausgeglichen. Inzwischen tendiere ich zu der Überlegung, dass dieser Suizidversuch im letzten Jahr eine überstürtzte Handlung auf eine Reihe von sehr unglücklichen Ereignissen darstellte. Ihre beste Freundin hat ihr in der größten Not die Freundschaft gekündigt. Ich möchte damit das Geschehene und ihre Probleme nicht herunterspielen, aber diese Gedanke gibt mir die Kraft, nicht alles nur schwarz zu sehen. Deine Anregungen fand ich gut. Ich werde daran denken und versuchen, zumindest einige umzusetzen!

Viele Grüße
Odie

23.11.2010 11:50 • #21


K
Guten Abend Odie...

Schön dass du so schnell antworten konntest.
Es freut mich zu lesen dass deine Tochter sich schon
wieder ein bisschen aufgerappelt hat und euer Verhältnis
sich gebessert hat. Ich finde es ist das Schlimmste wenn Eltern und ihre
Kinder sich entfremden und sich nichts mehr zu sagen haben. Familienzusammenhalt
ist das A und O, gerade in Zeiten der Not! Schön dass die Sonne langsam wieder
für euch scheint. Ich wünsche euch alles Liebe!

Grüße von KiNjAl

23.11.2010 17:55 • #22


O
Ich möchte meine Beitrag aufleben lassen, weil es mir im Moment wieder mal richtig mies geht.

Wie geht man mit 2 depressiven Jugendlichen um?

Diese ständigen Stimmungsschwankungen, diese gereizte Laune. Es reicht ein von mir lieb gemeinter Kommentar, der zu richtigen Wutausbrüchen führt. Untereinander gibt es bei den beiden im Moment nur Missverständnisse. Es wird herumgeschrien, die Türen werden geknallt, Kraftausdrücke prägen unseren Alltag. Kürzlich hat sogar eine von beiden die Glasscheibe in unserer Haustür eingetreten, weil ihr keiner schnell genug die Tür geöffnet hat. Ich versuche, je nach Situation, mit den beiden zu reden oder sie zu ignorieren. Doch egal, wie ich reagiere, mindestens eine von beiden richtet dann ihre Agressionen gegen mich. Ich versuche, souverän zu bleiben, merke aber, dass mein Fundament bröckelt. Beide weigern sich konsequent, professionelle Hilfe anzunehmen. Ich fühle mich wie in einer Falle, aus der ich nicht herauskomme. Und sobald es mal wieder ein wenig besser geht, lauert zu Hause bestimmt der nächste Wutanfall. Inzwischen bin ich soweit, dass ich am liebsten eine räumliche Trennung vornehmen würde. Beide sind jetzt zwar 18, gehen aber noch zur Schule. Also ist ein Auszug noch in weiter Ferne. Mittlerweile zweifel ich schon an mir selbst. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll...........

LG
Odie

07.12.2010 13:38 • #23


M
Hallo Odie,
Zitat von Odie:
Mittlerweile zweifel ich schon an mir selbst. Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll...........
Hast Du denn schon mal daran gedacht, für Dich Hilfe zu suchen?
Wenn die Kinder bzw. Jugendlichen keine Hilfe annehmen wollen, kann man sie nicht dazu zwingen - bringt ja nichts. Sie werden früher oder später selber darauf kommen. Aber Du mußt schon auch aufpassen, dass Du nicht untergehst.
Ich hatte einen Jugendlichen ähnlicher Art zu Hause. Das hat mich meine ganze Kraft gekostet - bis zum Zusammenbruch

10.12.2010 12:06 • #24


Brave
Hallo Oldie,

möchte mich da ganz Martina anschließen. Am Besten Du suchst Dir Hilfe - und kannst dann auch die Situationen reflektieren und mit viell. einer anderen Sichtweise und mehr Kraft die Probleme angehen. Ich kenne den Zustand, wenn man selber eig. am Ende ist und nicht mehr kann.
Wünsch Dir alles Gute - für Dich und Deine Töchter.
Brave

14.12.2010 19:23 • #25


K
Hey Odie,

kann den anderen beiden nur bepflichten. Sich um einen (geschweige denn 2) Depressiven zu kümmern,
kostet Kraft! Sicherlich ist da ein kleines Stimmchen dass dir sagt Los, du musst dich um die beiden kümmern
und in dir regt sich vielleicht das schlechte Gewissen wenn mal wieder ein Tag verstrichen ist an dem du
nicht wusstest was du tun solltest oder aus deiner Sicht falsch reagiert hast auf das Verhalten der beiden.
Mein Partner un ich machen eine schlimme Zeit durch im Moment, die mit deiner Situation natürlich
nicht vergleichbar ist, aber wir haben beide gemerkt dass eine Veränderung her muss. Und das sollte
auch bei dir schnellst möglich passieren. Du kannst nicht alle Last alleine tragen.
Erst wenn es DIR besser geht kannst du für die beiden da sein. Was nutzt es am Ende 3 Depressive zu
haben, weil dich der Strudel mit nach unten gezogen hat?! Nur weil du dir Zeit für dich heraus nimmst
bedeutet das ja auch noch lange nicht, dass du eine schlechte Mutter bist.
Such dir etwas was dich vom Alltag zu Hause ablenkt und sorge für einen kurzzeitigen Tapetenwechsel.
Kannst ja mit ner Freundin einen Kaffee trinken gehen oder mit Bekannten mal was trinken gehen
oder so etwas. Oder auch nur mal ein bisschen shoppen. Tu was für dich! Das hast du dir verdient,
denn ich bin sicher du gibst täglich dein Bestes! Jetzt bist DU dran :-)
Viel Kraft und positive Gedanken von KiNjAl

15.12.2010 20:48 • #26


E
Ich kann mich den anderen nur anschließen... du musst auch auf dich schauen, denn was bringt es deinen Töchtern wenn es dir auch noch schlecht geht?

Ich kann dir aus eigener Erfahrung nur sagen fasse deine Töchter nicht dauernd mit Samthandschuhen an. Mir geht es immer so...alle nehmen auf mich Rücksicht und wollen mir ja nur Helfen, aber ich fühle mich dann immer schnell bevormundet. Ich will normal behandelt werden, und wenn etwas nicht ok war von mir, dann will ich auch dass man mir das sagt und wenn es ganz schlimm war auch mal mit mir schimpft, so wie man es mit einem Gesunden Menschen auch tun würde.

Ich habe seit Ausbruch meiner Krankheit, fast zehn Jahre gebraucht um zu akzeptieren dass ich Krank bin und dass ich Hilfe brauche. Ich war mir vorher schon bewusst dass ich Depressionen habe, aber ich hab es für mich nicht akzeptiert. Ich hoffe du verstehst was ich sagen will.

Ich wünsche dir auf jeden fall viel Kraft!!!

30.12.2010 10:22 • #27


O
Hallo zusammen,

ich habe eine 18-jährige Tochter, die vor 1 1/2 Jahren einen Suizidversuch unternommen hat. Glücklicherweise hat sie es unbeschadet überlebt und bei den folgenden Untersuchungen wurden leichte bis mittlere Depressionen diagnostiziert.

Sie hat sämtliche Therapieangebote abgelehnt und weigert sich auch, Medikamente zu nehmen, mit der Begründung, dass sie es nicht bräuchte.

Inzwischen verletzt sie sich regelmäßig selbst und greift auch regelmäßig zu hochprozentigem Alk. (seit sie 18 ist)! Die Schule schafft sie bislang noch so mit knapper Not. Ich stelle Rückschritte in ihrer Entwicklung fest. In guten Momenten sieht sie das auch ein, weigert sich aber trotzdem vehement, etwas zu unternehmen.

Ich möchte gerne verstehen, warum sie so stur reagiert. Gehört das zu den Depressionen mit dazu oder ist sie einfach nur sehr verbohrt?? Es wäre nett, wenn mir der eine oder andere Tipps geben könnte, woran es liegen könnte. Es wäre auch schön zu wissen, welches Ereignis euch davon überzeugt hat, Hilfe anzunehmen.

Viele Grüße von einer verzweifelten Odie

05.05.2011 11:24 • #28


Glasscherbe
Liebe Odie,

also ich kann nur aus meiner Sicht berichten. Ich habe Eltern, die eigentlich lieb und nett und bemüht um mich sind. Aber ich kann und möchte dies auch nicht annehmen. Ich habe immer das Gefühl (und das hatte ich auch schon in der Pubertät), dass sie mich zwar mögen und lieb haben und nur das beste wollen, aber (und zwar besonders von meinem Vater) dass sie dabei vergessen, mich ernst zu nehmen.
Ich wollte irgendwann auch keine Hilfe mehr, ich wollte zeigen, dass ich es allein kann, dass ich sie nicht brauche. Meine Eltern wissen bis heute nichts über meine Erlebnisse, die mich geprägt haben. Ich wollte nicht, dass sie es jemals erfahren, weil es mir erstens peinlich ist, wieder etwas nicht allein hingekriegt zu haben, zweitens, weil ich sicher dann auch noch meine Eltern über das Geschehene trösten müsste (anstatt dass sie mir beistehen) und ich drittens stark vermute, dass sie dann noch mehr auf mich aufgepasst hätten.

Vielleicht ist diese Denkweise blöd oder eben genau falsch. Aber ich konnte und kann sie nicht in mein Leben herein lassen, nur oberflächlich. Ein Gespräch zur Klärung würde sicher helfen. Ich schaff es aber nicht. Letztes Jahr habe ich es irgendwann geschafft, meiner Mutter ein Mail zu schreiben, in dem ich ansatzweise (!) einen Einblick gewährt habe. Die Reaktion war genau falsch - auch wenn ich weiß, dass sie es nur gut meint: Wir müssen einfach öfter telefonieren. Ich kann und möchte das nicht. Ich fühl mich so beobachtet, so zur Rechenschaft verpflichtet.
Außerdem reagiert meine Mutter mittlerweile auch so sensibel auf mich (bin ich selbst Schuld, ich weiß) und weint oft wegen mir. Ich komm mit diesen Schuldgefühlen nicht klar. Ich will das nicht.

Der Punkt, der mich dazu gebracht hat, zu sagen: Ich muss in meinem Leben was ändern! war der, an dem ich erkannte, dass ich, wenn ich so weiter mache irgendwann innerhalb kürzester Zeit ganz, ganz unten ankomme. Ich bin ehrlich: Hätten meine Eltern all das gewusst und zu mir gesagt lass dir helfen - ich hätt es nicht annehmen wollen. Weil es ein Tipp meiner Eltern ist. Weil ich meinen Hintern darauf verwetten konnte, dass wenn ich mal nen Tipp angenommen hab und es funktionierte wie sie geraten haben, hinterher immer ein Siehste kam. Ich fühlte mich dann immer wie ein kleines Dummchen.

Vielleicht geht es ihr ja ähnlich?

Ein Hinweis noch: Bitte sieh das nicht als Vorwurf/Schuldzuweisung. Ich weiß weder um Euer Verhältnis zueinander noch, wie deine Tochter so tickt. Es sind meine subjektiven Wahrnehmungen.

Liebe Grüße!

05.05.2011 11:51 • #29


A


Hallo Odie,

Partnerschaft, Familie & Angehörige Tipps

x 4#15


M
Hallo Odie,

ich kann Deine Verzweiflung gut verstehen. Ich bin auch Mutter und habe mit meinem erwachsenen Sohn ähnliche Sorgen gehabt (allerdings keinen Suizidversuch). Bis er Hilfe angenommen hat, hat sehr lange gedauert und er hat auch recht bald wieder abgebrochen. Aber das ist eine andere Geschichte.
Ich kann nur von mir reden. Ich leide bzw. litt an Depressionen. Mittlerweile geht es mir aber wieder gut.

Ich denke, wann jemand bereit ist, ist von vielen Faktoren abhängig. Es liegt zum Teil in der Persönlichkeit eines Jeden begründet. Ich war schon immer ein Mensch der geschaut hat, wo er Hilfe bekommt, wenn er es allein nicht schafft. Dabei ist das Thema, um das es dabei geht, eigentlich nebensächlich. Manche Menschen sind genau der gegenteiligen Meinung und wollen auf Biegen und Brechen etwas allein schaffen, selbst wenn das über ihre Grenzen hinaus geht.
Als mir mein Arzt erstmalig vorschlug, einen Therapeuten aufzusuchen, habe ich gedacht, dass es bei ihm wohl etwas piept. Als ich aber dann kurze Zeit später einen Zusammenbruch hatte, ging das aber ganz flott.
Es ist mit Sicherheit auch von dem Umfeld des Betroffenen abhängig, bei Deiner Tochter möglicherweise der Bekannten- oder Freundeskreis. Bei Deiner Tochter kommt auch noch das Alter hinzu - wenn ich an meine Zeit als 18-jährige denke - wenn meine Eltern zu der Zeit aus irgendeinem Grund eine Therapie für nötig gehalten hätten, hätte ich das schon mal aus Trotz nicht für nötig gehalten. Für wen halten die mich denn? Ich kann das alleine regeln! So war ich in dem Alter gestrickt - vielleicht geht das bei Deiner Tochter in eine ähnliche Richtung? Wie sehr man sich damit selber schadet, will man gar nicht wahr haben.
Außerdem spielt auch die Phase der Krankheit eine Rolle, in der der Betroffene sich gerade befindet. In manchen Phasen leuchtet es einem überhaupt nicht ein, warum man Hilfe benötigen sollte.

Wie sich das bei Deinem Kind verhält, kann ich von hier aus nicht sagen, es sind auch nur ein paar Gedanken von mir, die mir auf Anhieb eingefallen sind. Vielleicht können andere user noch mehr dazu schreiben.

So sehr ich Deine Sorge auch verstehen kann, ich kann Dich nur bitten, das Mädel nicht zu sehr zu bedrängen - Du wirst das genaue Gegenteil erreichen. Und jemand, der sich nicht freiwillig auf eine Therapie oder Medikamente einlassen will, der kann es auch gleich bleiben lassen.

Als mein Sohn vor einigen Jahren um die Aufnahme in der Kinder- und Jugenpsychiatrie eines Krankenhauses bat, mußte er sich schriftlich und persönlich um die Aufnahme dort bewerben. Die wollten erst sehen, wieviel Mühe er für einen Therapieplatz auf sich nimmt und wie ernst es ihm damit ist.

Alles Gute für Dein Mädchen und Dich

05.05.2011 12:03 • #30

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