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Trennung von der Freundin - ich schaffe es nicht

U
Kanns eigentlich auch sagen, wo ich bin: Schlangenbad heisst das Dörfchen.
Und hier gibts tatsächlich Schlangen, die Aeskulap Natter.
Konnte aber keine entdecken. Ich denke mir, die überwintern gerade unterm Schnee.

07.01.2021 00:25 • #196


W
Ah ja, da war ich mal vor ca. 10 Jahren an einem Nachmittag! Es war sehr schön dort, viel Wald, und man konnte von einem Weg, der oberhalb eines stillgelegten Kurhauses verlief, auf die Balkone schauen Es sah alles noch wie in den 70ern aus, was wohl der Höhepunkt der Kuren war. Vielleicht bist Du dort im renovierten Gebäude? Bist Du denn mit dem Angebot und Essen etc zufrieden? Falls das zu sehr vom Thema hier abgeht, musst Du ja nicht drauf eingehen.

07.01.2021 14:45 • x 1 #197


A


Hallo Unwichtiger,

Trennung von der Freundin - ich schaffe es nicht

x 3#3


U
Da hast Du auf einen der Balkone geschaut, auf denen ich Abends Tee trinke

Ich bin eigentlich sehr zufrieden hier, weil ich merke, dass es mir gut tut. Das Personal ist sehr freundlich.

Negativ zu beanstanden ist der renovierungsbedürftige Zustand des Gebäudes und die Organisation.

Ständig fallen unangekündigt Kurse aus oder man erscheint falsch gekleidet, weil im Patienten-App falsche oder gar keine Informationen stehen.
Du nutzt sicherlich das selbe App.

Wie ist es bei dir? Hat es dir etwas gebracht?
Ich schreibe mal nicht allzuviel, bin sehr erschöpft.

07.01.2021 19:07 • #198


U
Reha Tagebuch Tag 24
Bis vor einer Stunde war es ein guter Tag. Trotz totalem Schlafmangel habe ich gut gelaunt viel mit Mitpatienten gequasselt, das tut gut.

Ein Mitpatient hat mir den Tag durchtrieben. Mal wieder er. Ich empfinde ihn als sehr unangenehm.

Ich habe sehr selten jemand gesehen, der so dominant, auftritt.

Er gibt in unserer Gruppe den Ton an.
Hat sehr viel Aggression in sich.
Sein Hauptanliegen scheint meiner Wahrnehmung zu sein, das Alpha Tier der Gruppe zu sein.

Normalerweise habe ich kein Problem damit, aber es kommen wieder und wieder Anfeindungen mir gegenüber durch.
Er sieht mich irgendwie als Feind, als Gegner.

Da ich beruflich wie er halbwegs erfolgreich war, sieht er mich irgendwie als jemanden an, den es zu unterwerfen, zu besiegen gilt.

Er macht hier auch einigen Unfug, hält sich kaum an Regeln.
Hat schon zwei Verwarnungen bekommen.

Z.B. ist er abends trotz Lockdown einer Kneipe. Raucht überall, ignoriert ständig bewusst die Maskepflicht - Und wirkt auf die Gruppe ein, dies auch zu tun.
Er versucht auch, das Personal zu unterwerfen.

Vorhin in der Selbsthilfegruppe ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe wortlos den Raum verlassen.
Es gab keinen Streit oder so - Aber es hat mich alles sehr runtergezogen.


Mein Problem ist: Ich bin im Auftreten zurückhaltend, eher introvertiert. Nicht völlig, aber tendentiell.
Greift man mich an, kann ich mich kaum wehren, verfalle in Schockstarre.

Ich weiß auch, woher ich das habe:
In jungen Jahren war es für mich überlebensnotwendig, in Schockstarre zu verfallen, um Gewalt abzuwenden.

07.01.2021 19:32 • x 2 #199


U
@Wald hab 4 Wanderbilder von vorgestern in mein Profil hochgeladen. Da siehste, wieviel Schnee hier im Wald ist. Auch wenn Wiesbaden ganz nahe ist, sinds eben Höhenunterschiede.

07.01.2021 22:17 • #200


U
Ich ärgere mich immer noch über den Mann aus der Gruppe.
Ich muss lernen, mich solange über sowas aufzuregen.

08.01.2021 00:10 • #201


Lost111
Zitat:
Ich ärgere mich immer noch über den Mann aus der Gruppe.
Ich muss lernen, mich solange über sowas aufzuregen.


Wahrscheinlich meintet du eher, dich NICHT solange über sowas aufzuregen... NP. Du siehst diesen Menschen nie wieder. So what?! Er kann nur Spielchen mit dir treiben, solange du es zulässt. Strafe ihn mit Missachtung. So hat er nichts mehr gegen dich in der Hand.

LG Lost111

08.01.2021 00:18 • x 2 #202


U
Zitat von Lost111:
Strafe ihn mit Missachtung. So hat er nichts mehr gegen dich in der Hand.

Der Mann ist rhetorisch und in Gesprächsführung sehr geschickt.
Das war 30 Jahre lang sein Beruf.
Sehr extrovertiert.

Ich bin eher introvertiert.

Sein Gesagtes ist vom Inhalt her für mich nicht sonderlich überzeugend, manchmal auch ziemlicher Quatsch.

Aber die Rhetorik. Mit der richtigen Rhetorik kannst Du einen Pferdeapfel als Goldklumpen verkaufen.
Und das kann er, dass war sein Beruf.

Erst gestern hat er einer Mitpatientin bei einem Bewerbungsanschreiben geholfen und den Text himmelhoch gelobt.

Personalmanagement war Teil meines Studiums und ich habe wirklich einige Bewerbungen beruflich gelesen, wie auch selbst geschrieben. Ich kenne mich mit den Regeln aus und kann auch einschätzen, welche Tabubrüche in Ordnung sind.

Aber dieser Text:
Schon der erste Satz war ein absolutes No-Go. So leitet man ein, wenn man absolut keine Ahnung hat.

Ich habe zwar schon schlimmeres gesehen, der Text war dennoch wirklich sehr unterdurchschnittlich.

Habe ganz vorsichtig verursacht, das anzusprechen:

Ein Schwall aus nett verpackten Worten kam mir entgegen, da hatte ich direkt keinen Bock mehr.

Er hat da wirklich einen Pferdeapfel als Goldklumpen verkauft.

Ich distanziere mich immer von ihm, gehe ihm aus dem Weg. Er erkennt das und geht absichtlich auf mich zu.

Er macht das wirklich ganz bewusst.

Er weiß sehr genau, dass ich mich im Speisesaal vor lauter Menschen nicht wohl fühle und deswegen begrüßt er mich jedesmal quer und laut durch den ganzen Saal vor 50 Leuten.

Ich grüße ihn nie initiativ. Der weiß, dass ich das nicht will und will mich ärgern.

Schaff er auch.

Ich muss schlafen

.

08.01.2021 02:24 • #203


Jedi
Zitat von Unwichtiger:
Ich ärgere mich immer noch über den Mann aus der Gruppe.

Ich muss lernen, mich solange über sowas aufzuregen.

Nur mal so ein Gedanke von mir,
Was siehst Du in dem Mann, über den Du Dich so ärgerst, in Dir selbst - was spiegelt er Dir ?

Was könnte, worüber Du Dich an dem Verhalten dieses Mannes ärgerst, mit Dir zu tun haben ?

Sind nur so Impulse von mir - wenn Du Dir die Fragen einmal beantworten magst ?

08.01.2021 11:20 • x 3 #204


Hoffnung21
Ich habe mich jetzt mal ein bisschen hier eingelesen. Ein ganz wichtiger Aspekt in meiner Reha war, nicht den Ärger in mich reinzufressen, sondern die Dinge, die mich stören direkt anzusprechen. Das fiel mir am Anfang sehr sehr schwer, meine Therapeutin hat mich da auch in den Gruppengesprächen auflaufen lassen und ich musste öfters den Raum verlassen, weil ich so verärgert und verzweifelt war. Allerdings hat es seinen Zweck erfüllt und ich habe dadurch gelernt, nicht alles zu schlucken, sondern es anzusprechen (Schlechtes, aber auch Gutes). Als ich es das erste mal in der Gruppe gemacht habe, hat sie es im Einzelgespräch aufgegriffen und mich dafür gelobt, als 1. wichtigen Schritt, den ich gemacht habe. Sie war sooo stolz auf mich. Die Reha war dafür genau der richtige Ort zum Üben. Sie sehen die Leute hier nach der Reha nie wieder, da kann gar nichts schief gehen hat sie mich ermutigt. Das hat mir im weiteren Verlauf sehr geholfen, meine Bedürfnisse durchzusetzen. Das wäre auch eine Übung für dich, wenn ich mir deine private Situation so anschaue. Besprich das doch mal mit deiner Therapeutin.

VG Eis

08.01.2021 12:02 • x 3 #205


W
Hallo Unwichtiger,
es tut mir leid, dass Du gerade eine schwere Zeit mit diesem Mitrehabilitanten (?) durchmachst. Ich habe auch schon ähnliche Leute hier erlebt. Seit kurzem ist unsere Gesprächsgruppe nur mit 6 Frauen, und der Unterschied war wie Tag und Nacht; es gab sogar Sekunden des Schweigens. Vorher war die Dynamik so, dass sich die Leute ständig ins Wort gefallen waren, und es immer mehrere 'Dominierende' (so wie Du den Mann beschreibt) gab, gegen die andere, Zurückhaltendere keine Chance hatten.

Da Du fragst, für mich ist die Klink hier nicht empfehlenswert aus vielen Gründen..ich kann mir nicht vorstellen, dass die Details hier jemanden interessieren würde. Wenige Therapiestunden, wenn einem etwas besonders hilft dann gibt es aber nicht mehr davon auf Nachfrage, das Essen ist ein Alptraum (habe Zöliakie und habe die Option vegan gewählt auf dem Fragebogen Monate vor Anmeldung, was aber sehr schwierig ist, wie mir immer wieder erzählt wird) und noch vieles mehr.

Das Gebäude ist zwar renoviert von 2000, was mir aber so oder so nicht wichtig wäre solange Sachen funktionieren. Im Gegenteil; ich fänds ganz toll, wenn alles noch original 70er oder originalgetreu renoviert worden wäre. Bin Nostalgiker was Design betrifft.

Nachdem es die Küche über eine Woche lang nicht hinbekommen hatte, mich glutenfrei zu versorgen, meldete ich mich für Frühstück und Abendessen ab und versorgte mich selbst. Das ging sehr ins Geld, und nach und nach war es auch immer ermüdenter, seine Freizeit rund ums Einkaufen (und in meinem Fall Verpackungen zu recyclen, weil mir das wichtig ist und die Klinik nicht recycelt) zu planen.

Auch das Thema Wäsche hatte mich zweimal total gestresst, da in meinen Anmeldeinfos zwar stand, dass man hier waschen kann, es aber dann doch nicht so war, und ich zu mir nachhause fuhr, um es zu erledigen. Da das Trocknen auf meiner Heizung trotz ständigem Rotieren ewig dauerte, und noch andere erschwerende Umstände später auf der Rückfahrt dazukamen, kam ich erst nach 23h (Schliesszeit) in der Klink an, und ich hatte mich schon damit abgefunden, die Nacht draussen zu verbringen, samt Panikanfall, da ich zu dem Zeitpunkt nicht mehr klar denken konnte und meine GPS app fast nutzlos war...

So sind meine Belastungen scheinbar eher anderer Natur als bei Dir, da ich mich zwar während Gruppensitzungen manchmal etwas unwohl und genervt fühlte, das aber hinter mir lassen konnte, sobald wir fertig waren. Während mich diese täglichen unmöglichen Essensituationen dauerbelasten (z.B. 4x innerhalb einer Woche auf Nachfrage versichert bekommen, das Mittagessen sei glutenfrei, was ich aber nicht geglaubt habe und dann nach 2 Minuten es weggenommen wurde, mit der genuschelten Info, das war ein Fehler...).

Ach, und die Hygiene ist auch besorgniserregend für mich...erst wird immer das Klo gewischt dann mit demselben Lappen das Telefon und der Nachtisch...mit fremden Haaren, die zurückbleiben.. ich desinfizier und putze also immer nach.

08.01.2021 14:28 • #206


U
Zitat von Jedi:
Was siehst Du in dem Mann, über den Du Dich so ärgerst, in Dir selbst - was spiegelt er Dir ?

Was könnte, worüber Du Dich an dem Verhalten dieses Mannes ärgerst, mit Dir zu tun haben ?

Spiegeln tut er mich nicht, denn ich bin völlig anders.

Es ärgert mich sehr, dass er die Gesundung unserer Gruppe blockiert.
Er nutzt jede Gruppensitzung ausschließlich dazu, sich als Anführer der Gruppe zu positionieren und seinen Kurs umzusetzen.
An sich arbeiten möchte er nicht, er möchte seinen Führungsanspruch ausleben. Das ist alles.

Die leitende Psychologin schätzt ihn exakt genauso ein. Sie hat mir indirekt gesagt, dass man über seine Entlassung nachdenkt.
Das Personal maßregelt ihn mittlerweile stark.
Der Ergotherapeuth gestern hatt ihn mehrfach gezielt für Geringfügikeiten diszipliniert.

Ich müsste nur mal erzählen, was er alles an Regeln bricht, dann würde er sofort fliegen.

Er ignoriert alle Regeln, dabei hat er schon zwei Verwarnungen.

Schlimm finde ich, dass ich gestern erfahren habe, dass er einer Patientin zweimal von seinem Schmerzmittel Tilidin gegeben hat. Das ist ein BTM.
Er selbst ist auch immer wieder high.
Das sehe ich, weil ich das durch meinen Beruf kenne.

Ich denke ich werde nächste Woche die Tilidinsache melden. Er blockiert meine Gesundung.

09.01.2021 23:20 • x 1 #207


U
Zitat von Eis:
Ein ganz wichtiger Aspekt in meiner Reha war, nicht den Ärger in mich reinzufressen, sondern die Dinge, die mich stören direkt anzusprechen.

Genau das ist der Hauptgrund, warum ich hier bin: Angst. Angst vor Konflikten mit Menschen.
Haben hier einige.
Ist bei mir erziehungsbedingt. Bin in der Kindheit drauf konditioniert worden, vor Menschen Angst haben zu müssen. Gewalt im Elternhaus.

Umso froher bin ich, dass mein 1jähriger Sohn weiß, was er will. Der setzt sich durch und ist sehr sehr glücklich.

09.01.2021 23:29 • #208


E
Die leitende Psychologin hat dir keine Einschätzung über Mitpatienten zu geben.

Ich bin echt entrüstet - über das Arbeiten an dieser Rehaklinik. Völlig inkompetenter schei..

Unglaublich. In vielerlei Hinsicht.

09.01.2021 23:33 • x 2 #209


A


Hallo Unwichtiger,

x 4#15


U
@wald:
Du ärgerst dich über sehr viele Dinge an der Reha.

Nur eine Frage:
Ist das auch außerhalb der Reha so?

09.01.2021 23:52 • #210

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