So, ich war nun bei meiner Psychiaterin und auch sie nahm nur zur Kenntnis, dass ich einen Antrag auf Schwerbehinderung stelle....dachte ich mir fast. Egal, ich wollte sie auch nur vorab informieren, wie es mir derzeit geht, damit sie den entsprechenden Bericht verfassen kann, wenn es dann soweit ist.
Wie ich schon erwähnt habe, zieht sich die ganze Geschichte mit dem ALG II Antrag schon seit Mitte März. Dazu hatte mein Mann noch mehrere Lohnforderungen, die stückchenweise dann doch bezahlt wurden und so ging das nun 3 Monate zwischen ARGE und uns, Anwalt und EX-Chef usw hin und her, ohne das wir je (obwohl es nicht unsere Schuld war) einen Cent erhielten, das ALG I meines Mannes falsch berechnet wurde und ich einen vorläufigen ALG II Bescheid erhielt und auch Geld übewiesen bekam. Nun hat mein Mann den Rest des fehlenden Lohnes erhalten und ich muss den Großteil des Geldes (Zuflussprinzip) wieder zurücküberweisen. Es kam wieder ein vorläufiger Bescheid für ALG II, der wieder nicht stimmt und ich muss nun erneut Widerspruch einlegen.
Deshalb- aus purer, realistischer Existenzangst- habe ich doch diesen Aushilfs-Zeitungs- und Briefzustelljob angenommen und auch nur, weil mein Mann mitten in der Nacht mitgeht und sich halt sonst jobmäßig nichts tut. Mir ging es danach schlecht, was mir fast schon vorher klar war, aber ich wollte mich auch selbst testen, da ich von ARGE fast als Simulant abgestempelt wurde und es schon glaubte.
Genauso habe ich es nun der Psychiaterin geschildert und ich hatte wieder den Eindruck, sie versteht meine Problematik nicht. Sie vergisst jedesmal, dass ich eben wegen dieser Beschwerden eine Umschulung gemacht habe und die Symptome immer wieder auftreten werden, wenn ich unter bestimmten Bedingungen (die man im Büro eher nicht hätte) arbeiten muss.
Heute meinte sie nun, ich soll wieder mit Antidepressiva anfangen, wenn mich sowas immer sofort aus der Bahn werfen würde. Außerdem sollte ich eine Therapie machen. Ich fragte dann nur (um sicher zu gehen) ob sie meint, dass ich unter Tabletten dann sogar wieder als Altenpflegerin oder in Schicht, Akkord als Produktionshelferin arbeiten soll/muss/kann, und sie sagte: wieso nicht? (Abgesehen davon hatte ich auch damals trotz Antidepressiva erhebliche Ausfallzeiten.....)
Tabletten konnte ich also nun nochmals abwehren, die Therapeutenliste habe ich mitgenommen und ich startete noch einen letzten Versuch ihr zu erklären, dass ich ohne Antidepressiva relativ gut mit der Angsterkrankung umgehen kann, auch beruflich, WENN die Umstände entsprechend passen- und bei über 100 Bewerbungen die ich im letzten Jahr abgeschickt habe, ist das doch ganz ok.
Abschließend möchte ich noch erzählen, dass Leute, die mich sehr gut kennen und die keine Angsterkrankung haben in den letzten Monaten schon öfters zu mir sagten, dass sie mich bewundern, wie ich das alles schon so über die Monate durchstehe, sie wären schon längst durchgedreht, bei solchen Sorgen. Drum hat mich der Satz der Psychiaterin, von wegen, dass mich sowas sofort aus der Bahn wirft, schon getroffen. Vorallem schwant mir schon Übles, wenn sie nun einen Arztbericht verfasst.....
25.06.2010 10:39 •
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