
Eisbärchen
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@Anima: klingt wirklich spannend - würd mir sicher auch Spass machen.
Hab einen meiner 3 oben beschriebenen Schritte gemeistert und bin ganz doll stolz!
Am Donnerstag hatte ich mein Gespräch mit meinem Chef. Davor hatte ich schon einer Kollegin mitgeteilt, dass ich zum kurzfristig anberaumten Meeting nicht dazukommen kann, da meine Arbeitssituation es an dem Tag nicht zulässt (war grade der Tag des Abschlusses eines Themas, dass ich betreue). Die Kollegin wollte darauf bestehen und ich hab meine Panik beiseite geschoben und ihr gesagt, dass dann eben mein Chef die Priorisierung festlegen muss. Letztendlich war ich bei der Besprechung nicht dabei - so wichtig wars dann wohl nicht ;-).
Aber zum Gespräch mit meinem Chef:
Ich hab ihm zuerst die aktuelle Lage beschrieben (neues Tool funktioniert nicht, Anwender haben sich nicht um Berechtigungen gekümmert, ich musste Daten der Anwender eingeben, da die das u.a. durch Berechtigungsprobleme nicht selber konnten oder zu spät dran waren,....).
Dann habe ich ihn gebeten, meinen Studenten zu verlängern. Der hilft mir sehr, auch wenn mein Arbeits-Berg immer noch viel zu groß erscheint. Mein Chef hat anscheinend nichts dagegen. Müssen nur noch über Zeitspanne und ev. Überstunden reden.
Wie immer kamen dann schon ein paar Tränen in den Augen an, als ich ihm meine 2 1/4 Seiten To-Do-Liste vorlegte und meinte, dass im Moment vieles liegen bleibt und nicht zu schaffen ist. Er hat sich die Punkte tatsächlich angeschaut, bei manchen gemeint, ich solle es dem Studenten geben, und - haltet Euch fest - erstmals zugegeben, dass halt manches runterfallen muss. Der Wahnsinn! Er hat zugegeben, dass das Arbeitspensum zu hoch ist und ich nicht alles machen muss.
Nach dem Gespräch sind mir zig Tonnen an Steinen von der Seele gefallen. Hab ich doch immer das Gefühl, ich bin nicht gut genug - und nur ich schaffe das nicht. Das Gefühl hat mein Chef mir bislang auch gegeben. Trotz extremen Stresssituationen am Do und Fr, hab ich die Tage recht gut ertragen. Wenn ich merkte, wie die Panik aufstieg, habe ich versucht das kleine Mädchen, das alles zu viel und zu anstrengend findet, liebevoll nach Hause zu schicken und nur die Erwachsene in der Arbeit zu belassen. Das lief nicht schlecht. Das Gespräch hat mir wirklich Auftrieb gegeben. Vielleicht kann ich doch durch eine veränderte Einstellung die Lage bewältigen???
Ich gebe mir jetzt 1 Woche (die wird sowieso stressig, da mein Mann auf Schulung ist und ich damit alleine unseren kleinen Sohn, die Arbeit und den Haushalt bewältigen muss) - und dann muss ich entscheiden, welche Strategie ich bei der Neurologin fahren möchte. D.h. lasse ich mich krank schreiben, brauche ich diese Auszeit, oder versuche ich, im gewohnten Spannungsfeld weiter an mir zu arbeiten und zu hoffen, dass ich weitere positive Erfahrungen machen darf.
Der Typ von der Sozialberatung hat sich noch nicht gemeldet. Muss ich mal am Mo anrufen.
Euch allen einen schönen Abend und danke fürs Lesen!
Viele Grüße
Eisbärchen