Überfordert im Job - Depression zugeben?

Anima
Der Perfektionismus ist bei mir auch nicht angeboren. Bei mir ist es nur nicht bedingt durch die Familie, sondern bedingt im Job passiert, da ich von Anfang an mit Mobbing zu tun hatte. Und sicherlich ein paar Vorkommnisse aus der Schulzeit.
Das macht auch mir Angst vor der neuen Aufgabe im Job, dass ich es dieses Mal anders mache. Ja, eine echte Herausforderung, sehr schwer zu meistern.

Entspannen konnte ich die letzten Monate auch nicht mehr. Ständig daran gedacht, wie ich meinen Job besser machen könnte, wurde so langsam, habe am Abend dann einiges zuhause nicht mehr geschafft, das aufs Wochenende verlegt - im Grunde keinerlei Freiraum mehr für mich selbst, immer nur Pflicht,Pflicht,Pflicht, bis ich fast durch gedreht bin.

Das ist schwierig zu beschreiben, nicht wahr?

22.01.2012 12:00 • #31


Eisbärchen
Hallo Anima,

gemobbt wurde ich glücklicherweise im Job nicht. Aber ich komme mir seit meiner Schulzeit (fast) immer als Aussenseiterin vor.

Zitat von Anima:
Entspannen konnte ich die letzten Monate auch nicht mehr. Ständig daran gedacht, wie ich meinen Job besser machen könnte, wurde so langsam, habe am Abend dann einiges zuhause nicht mehr geschafft, das aufs Wochenende verlegt - im Grunde keinerlei Freiraum mehr für mich selbst, immer nur Pflicht,Pflicht,Pflicht, bis ich fast durch gedreht bin.


Du beschreibst wirklich mich! Weisst Du, es tut einfach so gut, dass andere Menschen das Gleiche fühlen. Fühle mich öfter als nicht-normal.

Ja, manches ist wirklich schwierig zu beschreiben!

Heute war ich übrigens bei der Neurologin und habe von meinen extremen Gemütsschwankungen erzählt. Die letzten Tage gehts mir eigentlich ganz gut, aber in meinen Urlaubsphasen hatte ich ab der Hälfte doch extreme Tiefs. Sie hat mir jetzt eindringlich zu Citalopram geraten und meinte - im Gegensatz zu meiner Therapeutin - dass das förderlich für die Therapie sei. (Meine Therapeutin hätte mich am Liebsten ohne Medikation, damit könnte eine Therapie erst erfolgreich sein. Opaprimol kann ich -lt Neurologin- nach Bedarf Abends nehmen - hilft mir sehr beim Schlafen. Folgender Satz war für mich ausschlaggebend:Jeder Tag mit Depression ist ein verlorener Tag. Mal gucken, ob die Tiefs dann abflachen und ich emotional wieder stabiler werde.

So, jetzt gehts noch am Freitag zur Sozialberatung, dann hab ich mein 3-Punkte-Programm abgearbeitet ;-).

Wie gehts Dir im Moment?

Liebe Grüße
Eisbärchen

23.01.2012 23:19 • #32


A


Hallo Eisbärchen,

Überfordert im Job - Depression zugeben?

x 3#3


Anima
Hallo Eisbärchen,

also ohne Medis wäre ich verloren. Ich nehme seit 2010 zunächst Citalopram und jetzt eben ein etwas stärkeres Medikament, Stimmungsaufheller (auf die Aufhellung warte ich nur noch).

Mein Hausarzt hat mir auch einmal erklärt, dass für eine richtige Therapie sowohl Medikamente als auch Therapie bei einem Therapeuten erfolgen sollte. Stimmt, ein depressiver Tag ist ein verlorener Tag.

Diese extremen Tiefs, die so plötzlich kommen können, die finde ich schlimm. Als ich noch gearbeitet hatte, mündeten diese Tage in einem Gefühl der totalen Überforderung. Ich wollte lieber alleine sein, statt dessen Termindruck, Telefon - ich wäre am liebsten aus dem Fenster gesprungen. Bin dann ins Bad gegangen, weil mir die Tränen gekommen sind.

Dieses Pflichtgefühl steckt logischerweise noch immer drin und es fällt schwer sich vorzustellen, dass es wirklich klappen kann - das Loslassen. Ich hoffe es - Du sicherlich auch!

23.01.2012 23:45 • #33


Eisbärchen
Hallo Anima,

gut, dass Du die gleiche Aussage von Deinem Hausarzt bekommen hast. Ich finde es schwierig, wenn Therapeut und Neurologe unterschiedliche Ansichten haben, was den Erfolg der Therapie angeht. Und ich bin ja sowieso jemand, der es gerne jedem Recht macht ;-).

Ja, ich finde die Tiefs auch sehr schlimm. Alles ist so extrem anstrengend und ich muss mich dazu zwingen, meinen Tag trotzdem zu schaffen und für meinen Sohn eine gute Mama zu sein. Ich kenne das mit den Tränen sehr gut! Was ich in der letzen Zeit vor meinem Chef geheult hab - finde ich einfach nur furchtbar peinlich und stärkt ganz sicher nicht meine Position und auch nicht das Vertrauen in meine Fähigkeiten und meine Arbeit.

Zitat von Anima:
Dieses Pflichtgefühl steckt logischerweise noch immer drin und es fällt schwer sich vorzustellen, dass es wirklich klappen kann - das Loslassen. Ich hoffe es - Du sicherlich auch!

Das ist bei mir auch richtig schwierig. Aber eigentlich ist es logisch, dass man erst dann richtig gut arbeiten kann, wenn man sich die Erholung, das Loslassen erlaubt. Naja, ich geh auch wieder mit meiner starken Erkältung in die Arbeit, weil alles so wichtig ist und gemacht werden muss....

Liebe Grüße
Eisbärchen

24.01.2012 23:11 • #34


Anima
Ich kann die Angst vor dem Arbeitspensum einfach gut versehen. Gerade jetzt inmitten der depressiven Phase, kommen selbst Kleinigkeiten einem vor, als würde man 10 Stunden am Stück arbeiten. Das versteht wohl niemand, der nicht selbst betroffen ist.

25.01.2012 19:42 • #35


Eisbärchen
Du hast recht, genauso fühl ich mich!

25.01.2012 21:44 • #36


Eisbärchen
Tja, war nichts mit der Sozialberatung.

Gestern bin ich dann doch wegen meiner starken Erkältung und meiner Müdigkeit (scheint von den neuen Tabletten zu kommen) nicht in die Arbeit gegangen. Mittags musste ich dann meinen Sohn aus der Krippe abholen, da er gespuckt hatte. Glücklicherweise hat er Nachmittags fast 4 Stunden geschlafen, somit konnte ich mich auch ein wenig erholen. Hatte mir das zwar anders vorgestellt - aber so ist da halt mit kids ;-).

Heute Nacht hatte ich dann viel Spass: 3 Std lang dauer-wickeln - hatte sich der junge Mann auch noch einen Durchfall eingefangen. War echt schlimm, ihn jammern und weinen hören.

Daher waren wir heute auch noch daheim - morgens Kinderarzt, nachmittags ewig geschlafen.

Leider deshalb keine Sozialberatung. Wird hoffentlich bald nachgeholt.

Was mich schon wieder total genervt hat: ich konnte teilweise wieder nicht abschalten, habe an die offenen Themen in der Arbeit denken müssen. Die Beobachterrolle kriege ich schon wieder nicht hin.

Auf eine bessere Nacht....

Liebe Grüße
Eisbärchen

27.01.2012 23:31 • #37


Eloise
Gute Besserung für den kleinen Mann!

Ich hab zwar selbst keine Kinder, bin aber Patentante von Zwillingen. Da müssen im Krankheitsfall eben Dinge zurückstehen. Mittlerweile sind sie aber schon so alt, dass sie Rücksicht nehmen, wenn ihre Mama dann mal krank ist und sich umeinander kümmern. Das ist süß.

Eine Beobachterrolle einzunehmen ist auch nicht immer einfach. Im Job gelingt mir das garnicht. Deswegen bin ich froh da ersteinmal raus zu sein. Im Moment gelingt es mir eigentlich nur, wenn ich im Internet etwas lese was mich nervt oder aufregt. Da muss ich ja nicht schnell reagieren, da hab ich dann Zeit zu überlegen warum das so ist und ob meine Reaktion in ihrer Stärke gerechtfertigt ist.

Ich find es also schon bewundernswert, wenn dir das im Job überhaupt gelingt.

Eine gute Nacht und ein erholsames Wochenende

Liebe Grüße

Eloise

27.01.2012 23:46 • #38


Anima
Ich schließe mich den Besserungswünschen an! Das ist eine harte Zeit, gerade jetzt, wo dieser Termin so wichtig für Dich ist.

Herzliche Grüße
Anima

28.01.2012 00:59 • #39


Eisbärchen
Hallo Eloise,

danke für die Besserungswünsche :-). Heute ging's ihm schon ein bisserl besser - hatte nur noch eine Durchfallattacke. War aber ziemlich schnell am Weinen und sehr blass. Man merkt halt dass er ein bisschen krank ist - wie er selber sagt.

Na das mit der Beobachterrolle ist nicht einfach und ich stecke da auch noch ganz am Anfang. Manchmal schaffe ich es schon, in der Arbeit wieder schneller runterzukommen, wenn eine Anforderung an mich gestellt wird. Aber es ist wirklich schwierig und gelingt noch nicht oft.

Hallo Anima,

danke Dir auch für die Gute Besserungs Wünsche!
Ja, der Termin war mir wirklich wichtig, aber kann man halt nichts machen. Ist höhere Gewalt...
Schwierig sind halt die Situationen, wenn es mir nicht gut geht und der Kleine auch noch krank ist. Dann ist eine nächtliche 3-stündige Wickelaktion nicht so das, was ich brauchen würde. Aber der Kleine kann sich ja allein nicht helfen und braucht dann Mama. Papa darf im Moment nur mit ihm Spielen.

Schönen Abend an Euch beide und liebe Grüße
Eisbärchen

28.01.2012 23:14 • #40


Eloise
Die kleinen Menschen sind halt genauso weinerlich wie die großen, wenn sie krank sind. Und gerade Magen-Darm ist ja keine von den angenehmen Krankheiten die man mal so zwischendurch bekommt. Schön, dass es ihm schon wieder besser geht.

28.01.2012 23:23 • #41


Eisbärchen
das ist wahr!

28.01.2012 23:34 • #42


Anima
Weißt Du schon, wann der Termin nachgeholt werden kann?

29.01.2012 12:29 • #43


Eisbärchen
Nein, jetzt hat mich auch der Magen-Darm-Virus erwischt, daher bin ich mindestens morgen noch daheim. Heute hab ich den Sozialberater zumindest mal ans Telefon bekommen. Ich werde ihn halt wieder anrufen/-mailen, wenn ich wieder in der Arbeit bin.

30.01.2012 22:37 • #44


A


Hallo Eisbärchen,

x 4#15


Anima
Ach je! Gute Besserung!!!!

30.01.2012 23:17 • #45

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